erstmal muss ich sagen, dass mir hier die Rezension wieder besonders schwerfällt, da ich immer denke ich bewerte hier ja irgendwie auch das Leben des Menschen dahinter. Steffen schreibt locker und leicht trotz des harten Themas. Es gelingt ihm sofort mich in seinen Bann zu ziehen. Ich habe, mit gelitten, gefieber, den Kopf geschüttelt, gedacht was für ein Idiot, mich gefragt warum machen die Angehörigen das mit und warum verdammt nochmal zahlt es immer und immer wieder die Krankenkasse. Ja, mit diesem Thema, mit Abhängigkeit allgemein hat Steffen bei mir einen wunden Punkt getroffen. Ich hatte jahrelang beruflich mit Abhängigen zu tun und mich immer wieder das gleiche gefragt und mich immer wieder über das gleiche geärgert. Aber nun gut. Soll hier nicht Thema sein, aber es kam dadurch bei mir wieder hoch. Ich habe mich ab und an echt gefragt, wie kann man so tief sinken, das es einem egal ist was man säuft oder woraus. Was muss passieren, das es soweit kommt und vorallem das es mehr als 1x passiert. Aber, aus beruflicher Erfahrung weiss ich, das es jeden, noch so starken Charakter aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten treffen kann in irgendeine Sucht abzurutschen und man es erst mitbekommt wenn es schon zu spät ist. Steffen beschreibt hier die Höhen und Tiefen seiner Süchte und keine will und kann er besiegen. Es klappt immer nur für den Moment, dann mal wieder für Jahre und dann wird er wieder Rückfällig. Es ist interessant zu sehen bzw. zu lesen was Steffen unter Einfluss der abhängigmachenden Substanzen wahrnimmt und was nicht. Ebenso interessant ist es aber auch wie er Dinge während und nach dem Entzug wahrnimmt. Steffen schildert seine schlimmsten Momente sehr real und ich denke, das viele,viele Abhängige dieses Verhaltensmuster kennen und ähnlich, wenn nicht sogar gleich agieren und dadurch die selben Probleme haben. Egal ob familiär, beruflich oder gesundheitlich. Umso schöner finde ich, das Steffen sein Leben jetzt scheinbar im Griff hat. Ich wünsche ihm, das es so bleibt. Er stark bleibt und sich immer wieder sein eigenes Buch oder die Rezensionen dazu durchliest um wachgerüttelt zu bleiben. Auch wünsche ich mir für ihn, das er sich von anderen, nicht cleanen Menschen fernhält, da die immer eine Gefahr darstellen.
Nun ja, lest es selbst



