Steffen Sauerteig , Svend Smital eBoy hello

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Inhaltsangabe zu „eBoy hello“ von Steffen Sauerteig

Eboys Pixelkosmos<br> Eine futuristische Stadt in grellen 70er-Jahre-Farben, eine Serie kleiner bebrillter Männer im Anzug, Straßenschilder, Gully-Deckel, Pflanzenkübel: Eboys Katalog gepixelter Figuren und Gegenstände enthält auf 512 Seiten an die 5.000 kleiner Grafiken, Figuren, Porträts und Stadtansichten. Hinter Eboy steckt eine Künstlergruppe: Steffen Sauerteig, Svend Smital, Peter Stemmler und Kai Vermehr entwerfen unter diesem Label Pixel-Städte, Fantasiemaschinen und Roboter im Internet.<P> Die fünf Männer haben einen kindlich brutalen Kosmos erpixelt, der scheinbar naiv und bonbonfarben das urbane Leben spiegelt. Das vorliegende Buch ist eine Dokumentation, eine Sammlung der Einzelbilder, aus denen der Eboy-Kosmos besteht. Und aus diesen Illustrationen setzt Eboy eine faschistoide und sexistische Konsumgesellschaft zusammen: Männer haben Waffen, Frauen Brüste, Jungs spielen mit Autos und Mädchen, Mädchen mit Pflanzen und Puppen. Auf Seite 14 bläst ein maskiertes Männchen einem gefesselten Weibchen den Kopf weg. Die roten Pixel, die aus ihrem Gesicht spritzen, wiederholen den Farbton ihrer roten Highheels. Eine Hand ragt in das Bild, die auf einer Fernbedienung einen orangen Knopf drückt.<P> Eboys Welt der Monster, Monstrositäten und Maschinen widmet sich aber vor allem detaillierten Pixel-Grafiken von Booten, Häusern, Wolkenkratzern, Autos, Robotern, Joysticks, und nur vereinzelt Pornopics und ganzseitigen Pin-up-Grafiken. Dazwischen finden sich Fotos von schlafenden Kindern oder ein kleines Mädchen in Unterhosen mit Barbie-T-Shirt. Diese Kombination von Unschuld und Sexismus erinnert an die japanischen Mangas. Hier muss jeder Betrachter selbst entscheiden, ob diese Mixtur erträglich ist.<P> Daneben zeigt der Band auch andere Werke der Künstler, zum Beispiel Collagen aus einer Carlsberg-Six-Pack-Pappe oder einer Fedex-Verpackung, die Roboter darstellen.<P> "Wir glauben an den Kapitalismus und an seine kreative Macht", lautet das provokante Kredo der Künstlergruppe. Und so ist auch die Destruktivität der Konsumgesellschaft Eboys Welt immanent. Das Buch besitzt die Anziehungskraft eines Comics: Farbenfrohe Trivialität, Brutalität und Sex haben noch nie ihre Wirkung verfehlt. Auch wenn hier keine Geschichte erzählt wird, so liegt doch in jedem Pixel eine Story, auf die man immer wieder neugierig ist. Ein provozierendes, inspirierendes Buch, das nach dem ersten Durchblättern sicher nicht im Regal verstaubt. <i>--Claudia Singer</i>
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