Steinunn Johannesdottir

 4.2 Sterne bei 9 Bewertungen

Lebenslauf von Steinunn Johannesdottir

Steinunn Jóhannesdóttir geboren 1948 in Akranes, Island, arbeitet als Regisseurin, Journalistin und Autorin in Reykjavík. Sie veröffenlichte neben mehreren Theaterstücke auch Kinderbücher, Biografien und Kurzgeschichte und legte nach sechsjähriger Recherchearbeit den auf historischen Geschehnissen basierenden Roman „Das sechste Siegel“ vor.

Alle Bücher von Steinunn Johannesdottir

Das sechste Siegel

Das sechste Siegel

 (8)
Erschienen am 01.01.2004
Die Isländerin

Die Isländerin

 (1)
Erschienen am 01.02.2006

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Rezension zu "Das sechste Siegel" von Steinunn Johannesdottir

Rezension zu "Das sechste Siegel" von Steinunn Johannesdottir
Lesenstattschlafenvor 9 Jahren

Dieses Buch ist so faszinierend, da es auf einer historischen Begenheit beruht.
Seeräuber aus Algerien und Marokko fallen an den Küsten Islands ein und verschleppen über 400 Personen nach Nordafrika. Dort werden diese Menschen auf dem Sklavenmarkt verkauft - viele sterben, andere werden nach langen Jahren der Sklaverei freigekauft und treten eine abenteurliche Heimreise an.
Im Mittelpunkt des Romans steht Gudrid Simonarddottir und ihr kleiner SohnSölmund.
Ein kurzer Abriss handelt von ihrem Leben auf Island Anfang des 17. Jahrhundert und schildert bewegend den Überfall und die Verschleppung nach Algier, den Verkauf auf dem Sklavenmarkt.
Der Hauptteil des Buches schildert das Sklavendasein, die verschiedenen Bedingungen und Möglichkeiten in der Sklaverei und auch die Hoffnungen, dem Ganzen durch Freikauf durch den dänischen König zu entrinnen: Heimweh, Freundschaften, Überleben, sich mit einem fremden Glaubenssystem auseinander setzen. Ein gut recherchiertes Buch, das den Alltag detailliert beschreibt. Das ausgehende Mittelalter in Europa ersteht farbig beim langen Weg des Heimkommens quer durch Europa.
Empfehlung: unbedingt lesen - ein historisches Frauenschicksal ohne abenteurliche Komponente und gerade deshalb spannend bis auf die letzte Seite.

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Rezension zu "Das sechste Siegel" von Steinunn Johannesdottir

Rezension zu "Das sechste Siegel" von Steinunn Johannesdottir
Liisavor 12 Jahren

In »Das sechste Siegel« erzählt die isländische Schriftstellerin Steinunn Jóhannesdóttir die Geschichte von Gudríd, die zusammen mit ihrem kleinen Sohn von Freibeutern von den Westmänner-Inseln verschleppt und in Algier als Sklavin verkauft wird.

Es dauert neun Jahre, bis sie im Auftrag des dänischen Königs freigekauft wird und sich auf die lange beschwerliche Reise nach Hause begeben kann. Ihren Sohn, der inzwischen für die Janitscharen rekrutiert worden ist, muss sie zurücklassen. Und irgendwann auf der langen Heimreise wird ihr klar, dass sie nicht weiß, was in diesen neun Jahren zuhause mit ihrem Mann geschehen ist.

Steinunn Johannesdottir legt für diesen historischen Roman historische Tatsachen und Figuren zugrunde und mir hat an diesem Roman besonders gefallen, dass sie nicht der Versuchung erlegen ist, die »orientalische Karte« besonders auszuschmücken.
Vielmehr erzählt sie sehr realistisch, mit welchen äußeren und inneren Schwierigkeiten die verschleppten Isländer zu kämpfen hatten. Sie waren plötzlich und gewaltsam aus ihrem gewohnten Umfeld und aus ihren Familien gerissen und wurden mit fremden Ländern, Kulturen und dem Islam konfrontiert. Bewahrte man den christlichen Glauben oder trat man zum Islam über um sein Los zu erleichtern? Machte es Sinn, sich die Hoffnung auf eine Heimkehr zu bewahren oder war es besser, sich mit dem Schicksal zu arrangieren. Wie sollten sich verheiratete Frauen verhalten, wenn mit ihnen verschleppte Isländer oder andere Männer ihnen Avancen machten? Wie fühlten sich die Frauen, die von ihren neuen Herren vergewaltigt wurden? Wie ging man mit Leidensgenossen und -genossinnen um, die sich quasi »assimilierten«? Was ging in den Frauen vor, die zusehen mussten, wie ihnen ihre Kinder entfremdet und geraubt wurden?

All diese Aspekte beleuchtet Steinunn Jóhannesdóttir sehr eindrücklich in diesem Roman und schildert zugleich ein bewegendes Frauenschicksal.
Ich würde sagen, ein historischer Roman der oberen Klasse.

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