Steinunn Sigurdardóttir

 3.7 Sterne bei 56 Bewertungen
Autorin von Sonnenscheinpferd, Die Liebe der Fische und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Steinunn Sigurdardóttir

Steinunn Sigurdardóttir gehört zu den prominentesten Autoren Islands. Sie studierte Psychologie und Philosophie am University College in Dublin und hat viele Jahre für das isländische Radio und Fernsehen gearbeitet. Mit ihrem ersten Gedichtband "Sífellur", den sie im Alter von 19 Jahren veröffentlichte, begeisterte sie ihr Publikum. 1995 erhielt sie den Isländischen Literaturpreis. International wurde sie durch ihre Romane "Der Zeitdieb" und "Herzort" bekannt. Ihr Bestsellererfolg "Der Zeitdieb" wurde mit Emmanuelle Béart und Sandrine Bonnaire in den Hauptrollen in Frankreich verfilmt. Sigurdardottir hat an unterschiedlichen Orten in Europa, den USA und Japan gelebt. Heute pendelt sie zwischen Reykjavík und Berlin. 2014 erscheint ihr aktueller Roman "Jojo".

Alle Bücher von Steinunn Sigurdardóttir

Sonnenscheinpferd

Sonnenscheinpferd

 (23)
Erschienen am 01.02.2010
Die Liebe der Fische

Die Liebe der Fische

 (15)
Erschienen am 01.06.2007
Herzort

Herzort

 (11)
Erschienen am 01.02.2003
Der gute Liebhaber

Der gute Liebhaber

 (12)
Erschienen am 02.04.2013
Jojo

Jojo

 (8)
Erschienen am 07.03.2014
Der Zeitdieb

Der Zeitdieb

 (12)
Erschienen am 02.06.2003
Gletschertheater

Gletschertheater

 (8)
Erschienen am 01.11.2004

Neue Rezensionen zu Steinunn Sigurdardóttir

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Rezension zu "Jojo" von Steinunn Sigurdardóttir

Hohe Kunst des Erzählens über ein traumatisches Ereignis.
fasersprossevor 2 Jahren

Martin Montag ist Radiologe. Bei der Betrachtung eines Röntgenbildes kommen traumatische Erinnerungen in ihm hoch.

Das Schreckliche, das vor langer Zeit geschehen ist, beeinflusst noch heute sein Leben. In seine Beziehung zu Petra kann er sich nicht völlig einlassen. Nur bei seinem Freund, einem Clochard mit gleichem Namen, fühlt er sich unbefangen, er spürt, dass sie beide der gleiche Schrecken verbindet.

Martin fasst einen Plan, von dem er sich Erlösung erhofft.

Brillant führte mich die Autorin näher zu den damaligen Geschehnissen, immer verwoben mit dem Heute. Treffsicher lüftete sie nach und nach die Zusammenhänge mit dem roten Jojo. Ihre Schilderung von Martins Unvermögen, ein normales Leben zu leben, ging mir unter die Haut. Wo sie die Worte für das Entsetzen wegließ, kroch das Entsetzen in mich.

 Mein Fazit: Ein großartiges Buch, eindrucksvoll und überzeugend.

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Rezension zu "Jojo" von Steinunn Sigurdardóttir

Der dunkle Brunnen der Vergangenheit
AnnaChivor 4 Jahren

Martin Montag, Radiologe in Berlin, hat sein Leben dem Kampf gegen Krebs verschrieben - aber dann begegnet ihm mit einem neuen Patienten seine Vergangenheit wieder. Ein Trauma bestimmt auch das Leben seines besten Freundes, des Franzosen Martin Marinetti ...

Meisterhaft verwebt Steinunn Sigardurdottir die Fäden aus Vergangenheit und Gegenwart zu einem dichten Stoff, der einem dem Atem nimmt. Voller Unbehagen verfolgt man die Rückkehr Martin Montags zu seinem Trauma, seine Hilflosigkeit, Verzweiflung und Wut. Das Drama vollzieht sich nicht öffentlich, sondern im Innern dieses Menschen. Dadurch, dass das Buch in der Ich-Form geschrieben ist, intensiviert sich die Erfahrung.

Sprachlich gehört das Buch zum Reifsten und Schönsten, was ich im vergangenen Jahr gelesen habe. Es ist wundervoll - unbedingte Leseempfehlung!

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Rezension zu "Jojo" von Steinunn Sigurdardóttir

Beeindruckend - sowohl der Stil als auch die Geschichte selbst
suse9vor 5 Jahren

Nachdenklich, unglaublich traurig und doch tief beeindruckt schlug ich dieses Buch nach den letzten Sätzen zu.

Erzählt wird die Geschichte Martin Montags, einem Arzt aus Leidenschaft, der um seine Patienten und gegen den größten Feind, den Krebs, mit all seiner Kraft kämpft. Dabei trägt er ein Geheimnis aus Kindertagen mit sich herum, an das er durch ein erstes Gespräch mit einem neuen Patienten erinnert wird. Die Begegnung trifft ihn unvorbereitet und wirft ihn aus seiner gut strukturierten Bahn.

Die Autorin hat eine unglaubliche Art zu schreiben. „Jojo“ war mein erstes Buch von ihr und sie hat mich bereits mit den ersten Sätzen gepackt. Sie schreibt schnörkellos, ehrlich und klar. Trotzdem findet man in ihren kurzen Sätzen so viel Aussagekraft, dass es fast schmerzt. Ein ungutes Gefühl war dann auch mein ständiger Begleiter beim Lesen. Obwohl die Handlung eher leise daherkommt, steckt dennoch so viel Dramatik in ihr, dass ich mich nicht in der Lage sah, mich gemütlich in meine Leseecke zu lümmeln. Angespannt verfolgte ich Martins innere Kämpfe, und seine Hilflosigkeit wurde die meinige.

Kann man sagen, dass mir dieses Buch Vergnügen bereitete? Wohl kaum, denn es ist ein traurige Geschichte, aus der ich aber mit einem guten Gefühl herausgehe. Sie wird mich noch lange bewegen und zum Nachdenken veranlassen. Vergessen kann ich sie wohl nie mehr ganz, auch nicht den Stil, in dem sie erzählt wurde. Dieser war dann aber doch ein großes Vergnügen, und staunend, wie viel Kraft in Worten stecken kann, wenn man sie so zusammenfügt wie Steinunn Sigurdardóttir es getan hat, bleibe ich zurück.

Von mir bekommt „Jojo“ eine hundertprozentige Leseempfehlung.


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