Steinunn Sigurdardóttir Gletschertheater

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Inhaltsangabe zu „Gletschertheater“ von Steinunn Sigurdardóttir

"Man muss schon ein ziemlicher Unmensch sein, um dieses Buch nicht in einer Nacht zu verschlingen." (Die Welt) Ein dörflicher Laienspielverein auf Island fasst einen grandiosen Entschluss: Zu Anton Cechovs 140stem Geburtstag soll "Der Kirschgarten" aufgeführt werden. Eigens wird ein Theater gebaut, ein Regisseur eingeflogen. Doch auf einmal werden die Dörfler exzentrisch und wunderlich, hassen und lieben und streiten sich. "Still ist diese Landschaft, weit, und oft geht ein sehr kalter Wind, gegen den die Schauspieler antrinken müssen." (FAZ)

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  • Rezension zu "Gletschertheater" von Steinunn Sigurdardottir

    Gletschertheater
    simone_richter

    simone_richter

    11. September 2012 um 20:51

    In das Buch musste ich mich erst hereinfinden. Für mich fängt es komisch an, und für mich ist immer noch nicht die Bedeutung von Lilli Spu und dem Du hast Dich angeschissen!, klar. Ein paar Seiten weiter kommt man aber rein in die aberwitzige Geschichte und wird mir viel fast Slapstick bespaßt. An die Namen muss man sich gewöhnen. Erzählt wird die Story des Laienschauspielvereins von Papavík, einem isländischen Dorf zwischen Gletscher und Meer, dass Tschechows "Kirschgarten" aufführen möchte, aus der Sicht der Souffleuse. So werden Schafzüchter, Genossenschaftsdirektoren und Fischfabrikanten zu Frauen im Stück, denn der Vereinsvorstand hat beschlossen, dass nur Männer mitspielen dürfen. Diese Aufführung und der Genius Tschechows begeistern den lokalen Magnaten Vatnar Jökull so, dass er beschließt, ein neues Theater zu Ehren des Dichters und seiner selbst zu finanzieren. Der ortsansässige Bauingenieur wird zum Architekten ernannt, der versoffene Buchhändler beginnt mit einer Neuübersetzung, und Papavík lebt fortan fürs Theater. Die Dörfler werden so in den Sog des Stückes gerissen, dass auch in fremden Beziehungen gewildert wird, es kommt zu Verwicklungen und Lebensüberdruss. Zu allem gehört auch noch eine reichliche Menge Alkohol, dem im isländischen Bergdörfchen keiner abgeneigt zu sein scheint und die Mutter von der Erzählerinn ist sogar eine unheimliche Schnapsdrossel. Sigurdardottir schreibt ironisch-pointiert, so z. b. hier: „Mama lag hübsch drapiert auf dem Rücken am Rand eines braunen Kingsize-Betts und hielt die Hände in moralisch einwandfreier Position auf dem Bauch gefaltet. Das schwarze Kostüm war ordentlich zugeknöpft, der seidene Schal an seinem Platz. Ossi kniete vor dem Bett und umarmte ihre eleganten Waden, das Gesicht zwischen ihren Knöcheln vergraben. Außer der Unterhose trug der nur noch einen Socken. Die Tür zum Badezimmer stand offen. Das Waschbecken war aus der Wand gebrochen und lehnte sich über die Badewanne. Ich blickte gerade dorthin, als die Ohrfeige knallte. Sigga haute Mama eine runter und keuchte: Nutte! Mama rührte sich nicht und Ossi ebenfalls nicht. Ich nahm Sigga bei der Hand, mit der sie Mama geschlagen hatte, und sagte: Liebe Sigga, siehst du nicht, dass sie noch völlig angekleidet ist. Siehst du nicht, dass sie sechzig ist. Siehst du nicht, dass sie völlig hinüber ist?“ Die Geschichte ist mit unzähligen Nebengeschichten gespickt und enthält eigentlich Stoff für drei Romane. Dem Leser eröffnet sich eine isländische Welt fernab von grünen Wiesen und Pferden, eine Mikrokosmos voll von Absurditäten, viel Alkohol und den Irrungen und Wirrungen, wie im Theaterstück selbst.

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  • Rezension zu "Gletschertheater" von Steinunn Sigurdardottir

    Gletschertheater
    Kaba

    Kaba

    06. October 2007 um 15:52

    Ein Buch, das man einfach in einem Zug lesen muss. Etwas außergewöhnliches in jedem Bücherregal. Ich bin wirklich dankbar, dass mir dieses Buch durch Zufall auf einem Flohmart in die Hände gefallen ist und ich nicht gezögert habe, es zu kaufen.