Steinunn Sigurdardottir

 3.8 Sterne bei 28 Bewertungen

Alle Bücher von Steinunn Sigurdardottir

Die Liebe der Fische

Die Liebe der Fische

 (1)
Erschienen am 27.03.2006
Place of the Heart

Place of the Heart

 (0)
Erschienen am 22.04.2014

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Rezension zu "Sonnenscheinpferd" von Steinunn Sigurdardottir

Rezension zu "Sonnenscheinpferd" von Steinunn Sigurdardottir
Svenschevor 7 Jahren

Lilla, stirbt auf dem Weg zu ihrer großen Liebe. Ein Buch ohne großes Happy End. Lilla trifft nach 25 Jahren ihre Große Liebe wieder. Doch dieses Treffen weckt Erinnerungen. Man wird in die Kindheit von Lilla entführt und erfährt einiges über die Eltern die am meisten mit sich selbst beschäftigt sind, die Alkoholabhängige Tessa, das deutesche Kindermädchen Magda und Lillas Stütze im Leben ihr Bruder Mummi.
Das Buch ist sicher sehr schön, jedoch kann ich mich nicht mit der schreibweise der Autorin anfreunden. Das Buch hatte für mich keinerlei Spannung und manchmal hätte ich es gerne weggelegt, naja das ist sicherlich geschmackssache und allen lesern wünsche ich viel Spaß

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Rezension zu "Sonnenscheinpferd" von Steinunn Sigurdardottir

Rezension zu "Sonnenscheinpferd" von Steinunn Sigurdardottir
vielleichtsagerinvor 8 Jahren

"Das Sonnenscheinpferd" wanderte bereits vor einer Weile auf den Stapel gelesener Bücher. Sofort darüber schreiben, das konnte ich nicht. Ich brauchte Zeit, um über die Verwirrung nachzudenken, die dieser überschwenglich rezipierte Roman in meinem Kopf angerichtet hatte. Hin und hergerissen zwischen Enttäuschung und Begeisterung komme ich nun zu dem Schluss:

Handwerklich sehr gelungen, inhaltlich leider unbefriedigend.

Nach 25 Jahren trifft Lilla ihre erste und einzige Liebe wieder. Der Mann, der ihr Farbe und Kontur verlieh ("Bis zu dir war ich ein Nebelkind das in der Dreihundertsechzigquadratmeterlandschaft der Sjafnargata herumirrte."), ist aus Italien zurückgekehrt. Auch er geschieden - und bereit für "die neue Zeit", einen Wiederanfang. Nach dem obligatorischen Kaffee folgt die Einladung, ihn doch mal in seinem Wochenendhaus zu besuchen.

"Das Treffen [im Café] fördert nun die Schatten der Vergangenheit zutage: Erinnerungen an den kleinen Bruder, um den Lilla sich schon früh kümmern musste. An ihre Mutter, die nicht fähig war, ihre eigenen Kinder zu lieben. An das deutsche Kindermädchen Magda, das ihr so viel bedeutete - bis es die Familie verließ."

Diese Kausalkette rollt Sigurdardottir aber unglücklicherweise von hinten auf. Bis zu diesem schicksalhaften Treffen auf eine Tasse Kaffe vergehen etwa 100 Seiten, auf denen Lilla episodenhaft ihre von Traumata zersetzte Kindheit Revue passieren lässt und von nachlässigen Eltern berichtet, beide in Blasen der eigenen Liebesvergangenheit gefangen und unfähig, einander selbst emotional zu berühren. Als Leser muss man ganz viel Vetrauen in den Klappentext haben, anders ist - oder besser: war für mich - die Richtungslosigkeit des Geschilderten kaum zu ertragen. Aber diese Spraaache ...

Lillas Erinnerungen sind rührend und wurden von der isländischen Autorin in eine meisterhafte Form gebracht. Für sich genommen sind alle Episoden stark, unterhaltsam, bewegend, lesenswert, manche von ihnen sogar witzig (siehe rechts). Was mir persönlich jedoch fehlt, ist Relevanz (Grice: Sei relevant!). Ein Plan, der die erinnerten Puzzlestücke eines Lebens in einander greifen lässt und zum Kern des Romans führt.

Mit dem Ereignis von Seite 141 gewinnen Lillas zum Teil sehr intimen Bekenntnisse endlich so etwas wie einen Kontext. Innerhalb einer Handvoll Zeilen verwandeln sich die weinerlichen Erinnerungen einer vom Leben enttäuschten Frau in die Gefühls- und Lebensbeichte einer 43-Jährigen, die unterwegs zu ihrem Geliebten tödlich verunfallt und aus der - zugegeben eher unwahrscheinlichen - Perspektive einer Verstorbenen gnadenlos ehrlich zurückblickt. Diese unerwartete Wendung verschlägt einem den Atem und entschädigt fast schon für das Verwirrspiel. Aber nur fast.

Fazit: Das Buch hat zu mir nicht gesprochen und dementsprechend schwer ist es mir gefallen, über das Buch zu sprechen. Sprachlich anspruchsvoll und meisterhaft gestaltet, doch inhaltlich bis zum Schluss fremd geblieben. Wie ein schöner ausländischer Film über die Liebe und den Tod, leider ohne Untertitel.

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Claudia-Marinas avatar

Rezension zu "Sonnenscheinpferd" von Steinunn Sigurdardottir

Rezension zu "Sonnenscheinpferd" von Steinunn Sigurdardottir
Claudia-Marinavor 9 Jahren

"Der Tod kommt nie zur rechten Zeit, und dahinter steckt Methode."

Lillas Liebster ist zurück. Zurück aus Italien. Sie muss feststellen: Sie liebt ihn noch immer. 25 Jahre hat sie ihn nicht gesehen. Er lädt sie ein, ihn in seinem Sommerhaus zu besuchen – und diese Einladung löst eine wahre Erinnerungsflut aus.

Lilla und ihr Bruder Mummi wachsen in einer ganz eigenen Welt auf. Ihre Eltern, die sie nur beim Namen – Harald und Ragnhild – oder wenn sie unter sich sind „Das Ehepaar“ nennen, sind eine Einheit für sich. Eine Mauer, hinter der sie sich verstecken – eine hohe Mauer. Beide sind erfolgreiche Ärzte, die sich nicht um ihre Kinder und deren Erziehung kümmern.
Also erziehen die sich selbst – mit Hilfe ihres deutschen Kindermädchens Magda, der Trinkerin Nelli und der Milchverkäuferin Halla. Letztendlich sind sie doch auf sich alleingestellt, denn Magda geht und Nelli stirbt.
Wie ihre Eltern ziehen sich Lilla und Mummi von der Welt zurück. Ihr Rückzugsort ist der Dachboden - in dieser Welt spielen sie Tod-Sein; und Alles-zweimal-machen-müssen und Zopfdiebstahl werden zu Hauptsünden. So werden sie groß – irgendwie.

Steinunn Sigurðardóttirs Roman über eine ungewöhnliche Kindheit besticht vor allem durch die klare und präzise Sprache, die der Geschichte jede Art von Hektik nimmt. Es ist eine langsame Geschichte, behäbig, voller Wendungen zwischen Lachen und Weinen. Sie lässt uns die Welt durch die Augen von Lilla betrachten, einen anderen Blickwinkel auf die Welt der Erwachsenen erfahren – und das alles in der Erinnerung der mittlerweile erwachsenen Lilla.

Lilla ist eine merkwürdige Protagonistin, ich finde sie erstaunlich beziehungslos, sehr allein, trotz der Gegenwart ihres Bruders, den ich auch mehr als einen Teil von ihr denn als eigenständige Persönlichkeit empfinde. Ich kann sie nicht greifen – und so bleiben mir von ihr zum Schluss doch nur ihre Worte.

„Die Skulpturen hätten aber viel zu sagen gehabt, wenn sie hätten reden wollen, denn sie bewahrten die Geschichte von uns beiden auf, jedes Wort und viele Küsse in diesem Garten.“

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Steinunn Sigurdardottir wurde am 26. August 1950 in Reykjavík (Island) geboren.

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