Stella Delaney

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen

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Das Leuchten am Rande des Abgrunds

Das Leuchten am Rande des Abgrunds

 (2)
Erschienen am 01.11.2018
Staub und Regenbogensplitter

Staub und Regenbogensplitter

 (2)
Erschienen am 01.11.2017

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Rezension zu "Das Leuchten am Rande des Abgrunds" von Stella Delaney

Wenn du nur lange genug in den Abgrund schaust…
bootedkatvor einem Monat

...schaut der Abgrund irgendwann zurück. Sam wurde von seiner Freundin und seiner Ersatzfamilie verlassen und als wäre das nicht schon schlimm genung, erfährt er von einer Katastrophe, die unzählige Menschen das Leben kosten könnte. Während er einen Plan entwickelt, um die Katatstrophe aufzuhalten, wird er mit seiner Vergangenheit konfrontiert und muss feststellen, dass vieles, dass er für wahr gehalten hat, nicht der Wahrheit entspricht.Parallel dazu kümmert er sich um eine mysteriöse junge Frau, der er das Leben gerettet hat und die an einer seltsamen Krankheit zu leiden scheint. Alexis liebt alte Geschichten und scheint über eine Art kollektives Bewusstsein zu verfügen. Je mehr Sam über sie erfährt, desto erstaunlicher erscheint sie ihm und Sam wird immer bewusster, dass er womöglich nicht einmal sich selbst trauen kann.

Wenn man der Schöpfungsgeschichte glaubt, dann wurde die Welt in sieben Tagen erschaffen. Beziehungsweise in sechs Tagen und einem Sonntag. In "Das Leuchten am Rande des Abgrunds" kehrt Autorin Stella Delaney dieses Prinzip um. Protagonist Sam erfährt ganz zu Anfang, dass er nur sieben Tage Zeit hat, um eine Katastrophe zu verhindern, die das Ende der Welt bedeuten könnte. Die Umkehrung der Schöpfungsgeschichte wenn man so will. Darüber hinaus finden sich im Text immer wieder Anklänge von Hans Christian Andersens Kunstmärchen "Die kleine Meerjungfrau" und "Frankenstein" von Mary Shelley. Dier Kernaussagen der beiden Geschichten spielen im Laufe der Handlungsentwicklung eine nicht ganz unwichtige Rolle.

Stella Delaney verdeutlicht in ihrem dystopischen Roman, wie wichtig Hoffnung für den Mensch als Individuum ist. Der Titel "Das Leuchten am Rande des Abgrunds" beschreibt treffend das Gefühl einer falschen Hoffnung, an die man sich dennoch klammert. Neben dem Thema Hoffnung wird in der Geschichte aber auch immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es ist Macht und Forschung nicht zu missbrauchen. Ein eindringlicher Roman, der sich auf einer schmalen Linie zwischen Dystopie und Science-Fiction bewegt und immer wieder die Frage nach Ethik und Moral stellt.

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Rezension zu "Das Leuchten am Rande des Abgrunds" von Stella Delaney

Das Leuchten am Rande des Abgrunds: Nachdenklich und wunderschön
mocamocavor 6 Monaten

Klappentext:

"Seit Sam von seiner Freundin verlassen wurde und kurz darauf seiner Ersatzfamilie – einer Widerstandsgruppe – den Rücken gekehrt hat, verläuft sein Leben einsam und eintönig. Doch das ändert sich, als er einer geheimnisvollen Fremden das Leben rettet und sie bei sich aufnimmt.
Alexis liebt Geschichten, weigert sich, über ihre Vergangenheit zu sprechen und zeigt Anzeichen einer mysteriösen Krankheit. Um ihretwillen nimmt Sam wieder Kontakt zu alten Bekannten auf und erfährt dabei, dass eine Katastrophe bevorsteht, die unzählige Menschenleben kosten könnte. Zögernd willigt er ein zu helfen und entwickelt einen riskanten Plan, der ihn schon bald mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Während die Zeit unbarmherzig verrinnt, muss Sam erkennen, dass er nichts und niemandem wirklich trauen kann – am allerwenigsten sich selbst."

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Zuerst einmal muss gesagt sein: Dies ist ein Buch, das seine ganze Kraft zum Ende hin entfaltet. Ich finde es großartig, dass kleine Details, die über das Buch verteilt sind, zum Schluss eine klare Lösung ergeben, die nicht aus dem Blauen kommt. Respekt dafür!
Nun zu meinem Detaileindruck:
Das Cover von „Das Leuchten am Rande des Abgrunds“ hat eine bedrückende und gleichzeitig wunderschöne Stimmung. Das sind die beiden Elemente, die sich auch im Buch wiederfinden. Hier trifft ein dunkles Endzeitszenario auf tiefe Gedanken und dramatische Szenen. Die einzelnen Kapitel sind nicht wie gewohnt mit Zahlen beschriftet, sondern mit Worten, die symbolisch für die sieben Tage bis zur Katastrophe stehen. Ein Kunstgriff, der beweist, dass die Autorin jedem Detail in ihrer Geschichte eine Bedeutung gibt.
Der Cast ist nicht klein. Wir haben Sam und Alexis, die nicht öffentlich als Paar auftreten, jedoch zusammen wohnen und sich ein gemeinsames Zuhause teilen. Dann sind da Zoe und Kayla, die stellvertretend für die Widerstandsgruppe stehen, die Sam verlassen hat und es gibt weitere Figuren, die mehr oder weniger in die Entwicklungen um Sam und Alexis verstrickt sind. Alle Figuren haben einen märchenhaften, beinahe mystischen Anklang, der sie erhaben erscheinen lässt. Sam, der die Geschichte erzählt (bis auf wenige Ich-Passagen), bin ich als Leserin besonders zugetan. Er ist in seiner Rolle als grüblerischer Einzelgänger überzeugend. Ein großes Plus, denn in vielen Romanen erlebe ich Figuren nur als Mittel zum Vorantreiben der Handlung. Hier ist das nicht so.

Fazit:
Stella Delaney ist eine Wortakrobatin, die einerseits tief berührt und andererseits zum Nachdenken anregt. Nicht jeden Textabschnitt konnte ich einfach so weglesen, aber das soll auch nicht so sein. Als Leserin erlebte ich so einige „Aha“-Momente, besonders dadurch, dass Bezüge zu anderen literarischen Werken gezogen werden, die ich selbst gelesen habe oder gut kenne. Interessant, wie man etwas Neues weben kann und das Alte dennoch im Blick behält.
Das Leuchten am Rande des Abgrunds ist ein nachdenkliches und schwermütiges Werk mit einer wunderschönen Erzählstimme. Die teils sehr poetischen Textabschnitte zeigen das Können der Autorin. Mein einziger Kritikpunkt ist: Alexis hätte mehr Raum benötigt, damit ich an ihrem Schicksal mehr teilhaben kann.
Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gute, nachhallende Unterhaltung sucht. Hier findet sich eine Mischung aus Romantik, Gesellschaftskritik und hell strahlenden Worten.

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Rezension zu "Staub und Regenbogensplitter" von Stella Delaney

Streifzug durch verschiedene Genres in ausgereiftem Schreibstil, der mich komplett gefangen nahm <3
Tini_Svor einem Jahr

Meine Meinung: Die sympathische und überaus talentierte Stella Delaney habe ich auf der Buch Berlin 2017 zum ersten Mal persönlich kennengelernt. Ich ließ mich sofort von ihrer Leidenschaft und ihrem Enthusiasmus anstecken, mit dem sie über ihre Kurzgeschichtensammlung „Staub und Regenbogensplitter“ sprach. Vorher hatte ich schon ein paar Storys von ihr in Anthologien gelesen (hauptsächlich Krimis) und mich jedes Mal in ihren Schreibstil verliebt. Da war klar, dass auch ihr erstes Self Publishing-Projekt in mein Regal wandern und natürlich gelesen werden musste. :)

Witzigerweise hat Sandy es zur gleichen Zeit gelesen. Sie war vor allem vom Schreibstil begeistert – ihre Kurzmeinung findet ihr im Lese-Logbuch Januar. Ich habe mich außerdem noch mit meiner Schwägerin zusammen getan, damit wir gemeinsam über die Geschichten diskutieren konnten. Und das war auch gut so, denn wir hatten ordentlich Redebedarf! Ein einfaches Konsumieren war hier nicht drin. ;) Wer, wie, wo, was genau, erkläre ich euch gleich.

Lasst mich erstmal von diesem Traumcover schwärmen. Wahnsinn, wie farbenfroh und düster und atemberaubend es aussieht! <3 12 Points for the Cover Designer, würde ich sagen! Der Klappentext hat mich ebenfalls überzeugt und neugierig auf die Geschichten gemacht. Er trifft den Kern der Sache perfekt und ich habe selten so ein stimmiges „Komplettpaket“ bei einer Kurzgeschichtensammlung gesehen.

Auch der Inhalt erfüllt die Erwartungen. Hier setzt sich das durchdachte Konzept fort, denn die Farben sind keinesfalls willkürlich angeordnet. Es beginnt mit der hellsten Farbe, Weiß und wandert über Gelb, Orange, Rot, zu den dunkleren Farben, um am Ende mit Schwarz und Bunt abzuschließen. Es sind viele verschiedene Genres vertreten, was für ordentlich Abwechslung sorgt. Von Drama über Romance, Queer, Dystopie und Fantasy bis Krimi ist alles dabei.

Die Farben sind ebenfalls gelungen eingebunden. In jeder Geschichte gibt es einen Gegenstand bzw. ein Symbol, das die jeweilige Farbe repräsentiert. Dieses ist immer unabdingbar für die Geschichte und man merkt, dass sich die Autorin viele Gedanken dazu gemacht hat. Im Gesamtbild sind alle Geschichten, wie die Aufmachung ja andeutet, ziemlich düster. Man sollte in der richtigen Stimmung sein und sich darauf einlassen, damit die Storys ihre volle Wirkung entfalten. Es ist also perfekt für den Winter und die dunkle Jahreszeit!

Ich habe übrigens nicht viele Geschichten hintereinander gelesen, meist nur zwei bis drei an einem Tag und das war auch gut so. Denn so konnte ich sie erstmal sacken lassen und über die ganzen Interpretationsmöglichkeiten nachdenken. Es gibt außerdem viele schöne Zitate, die ich markiert habe und wichtige Botschaften, über die es sich lohnt, einen Moment länger nachzudenken.

Stella Delaney ist ein wahres Chamäleon, was Erzählstile angeht. Sie schlüpft in verschiedene Rollen und je nach Protagonist ändert sich auch der Ton, was mich sehr beeindruckt hat. Ich ziehe meinen Hut vor ihrer Vielseitigkeit! Übrigens gab es keinen einzigen Ausfall, keine Story, bei der ich dachte: „Geht gar nicht“. Alle waren auf ihre eigene Weise wichtig und zu recht in der Anthologie vertreten.

Allerdings, und das fand ich total schade, fehlte mir bei fast allen Geschichten am Ende der Wow-Effekt, das Aha-Erlebnis, die überraschende Wendung, das gewisse Etwas, das mich umhaut. Vielleicht bin ich da etwas eigen, aber sowas erwarte ich einfach bei Kurzgeschichten. Bei vielen Storys merkt man, dass sie zu größeren Projekten gehören, und vielleicht war das das Problem. Denn oft fühlte es sich eher wie ein Prolog, ein Anfang an und endete so abrupt, dass ich dachte: „Nanu, wo ist denn der Rest der Geschichte, da muss doch noch was kommen?!“

Ich hätte bei jeder Story gern weitergelesen und habe mir aus der Not heraus mein eigenes Ende zusammen fantasiert. ^^ Das war von der Autorin auch so beabsichtigt, wie ich jetzt weiß. Sie hat bewusst viel Interpretationsspielraum gelassen, um den Leser nicht zu bevormunden, sodass man sich seine eigenen Gedanken machen kann. Das hat auf jeden Fall geklappt! :) Für mich persönlich blieb leider trotzdem ein etwas unbefriedigendes Gefühl zurück, weil einfach ZU VIELE Fragen unbeantwortet blieben …

Ursprünglich wollte ich auf jede Geschichte einzeln eingehen, aber das habe ich schnell verworfen. Zum Einen würde es zu viel verraten, weil die Storys ziemlich kurz und rätselhaft sind. Zum anderen wiederholten sich meine Notizen irgendwann und waren zu kryptisch, um hilfreich zu sein. Also lasst euch lieber überraschen! ;)

Meine Favoriten waren übrigens:

- Weiß „Wie eine leere Leinwand“
- Rot „Mehr als eine Lieblingsfarbe“
- Türkis „Der perfekte Mord“
- Grün „Fenster und Spiegel“ (hier hätte ich definitiv gerne die Fortsetzung!)
- Grau „Vergebung“
- Schwarz „Dunkelheit und Licht“

Diese Geschichten (interessanterweise hauptsächlich Romance/Dramen), haben mich berührt, beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Ich habe sogar ein paar Tränchen verdrückt … <3

Weniger anfangen konnte ich dagegen mit:

- Orange „Durch den Nebel“
- Violett „Auf der Suche“
- Braun „Hinter der Tür“
- Bunt „Die Maske fällt“

Diese Storys (hautpsächlich Fantasygeschichten) ließen mich eher ratlos zurück, weil sie zu viele Interpretationsmöglichkeiten und offene Enden boten. An sich kein Problem, aber meinen Geschmack traf das eben nicht ganz.

Fazit: Ein Streifzug durch verschiedene Genres, somit ist für jeden Geschmack etwas dabei: Romance, Queer, Drama, Dystopie, Fantasy, Krimi … Die Autorin hat einen sehr gefühlsbetonten, ausgereiften Schreibstil, der mich komplett gefangen nahm. Ich hatte sogar ein paar mal feuchte Augen und habe noch lange über einige Geschichten nachgedacht.

Leider blieben für meinen persönlichen Geschmack (und über den lässt sich ja bekanntlich nicht streiten ^^), am Ende zu viele Fragen offen und es fehlte mir einfach der Knall, der Wow-Effekt. Ich weiß aber, dass zu vielen Geschichten noch größere Projekte in Planung sind und die Autorin bewusst viel Interpretationsspielraum lassen wollte. Das Reinschnuppern hat mich jedenfalls so sehr beeindruckt, dass ich mich schon tierisch auf den ersten Roman (vielleicht die Dystopie zu „Grün“?) von Stella Delaney freue!

Ich empfehle die Kurzgeschichtensammlung allen Lesern, die auf besondere Geschichten stehen. Die gern mit- und weiterdenken, in einer düster-melancholischen und dennoch zart-hoffnungsvollen Stimmung versinken möchten. Die einen ausgereiften Schreibstil zu schätzen wissen, der auf den Punkt genau weiß, was er sagen wil. Prädikat: Lesenswert!

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