Sten Nadolny

 3,9 Sterne bei 649 Bewertungen

Lebenslauf von Sten Nadolny

Bedeutende deutsche Literatur: Sten Nadolny wird 1942 in Zehdenick im heutigen Brandenburg als Sohn zweier Schriftsteller geboren. Er verbringt seine Kindheit in Oberbayern und beginnt nach dem Abitur ein Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Göttingen, Tübingen und Berlin. Er promoviert an der Freien Universität zu Berlin und erhält 1976 den Doktortitel. Danach schlägt er sich mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten durch das Leben. Er fährt Taxi, arbeitet vorübergehend als Strafvollzugshelfer und wird für ein Jahr Geschichtslehrer, bis er sich schließlich als Aufnahmeleiter im Filmgeschäft betätigt. 1981 veröffentlicht er mit „Netzkarte“ seinen ersten Roman. Das Buch basiert auf einem Drehbuch, welches nie vollendet wurde. Für sein Werk „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von 1983 erhält Sten Nadolny den Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Eigenschaft der Langsamkeit soll darin das Gefühlvolle, Menschliche und Natürliche symbolisieren, das im Gegensatz zur rationalisierten, unmenschlichen Leistungsgesellschaft steht. Sten Nadolny gewinnt zahlreiche weitere Auszeichnungen, wie 1985 den Hans-Fallada-Preis, 1995 den „Ernst-Hoferichter-Preis“ sowie 2005 den „Mainzer Stadtschreiberpreis“. Sein autobiographisches Buch „Putz- und Flickstunde - Zwei Kalte Krieger erinnern sich“ aus dem Jahr 2009, das er gemeinsam mit dem ostdeutschen Schriftsteller Jens Sparschuh geschrieben hat, erzählt die Erfahrungen beider Schriftsteller in der Bundeswehr und NVA während des kalten Krieges. Sein 2012 veröffentlichter Roman "Weitlings Sommerfrische" schafft es auf die Longlist des deutschen Buchpreises. Sten Nadolny lebt derzeit in Berlin.

Alle Bücher von Sten Nadolny

Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492259750)

Die Entdeckung der Langsamkeit

 (433)
Erschienen am 14.09.2010
Cover des Buches Weitlings Sommerfrische (ISBN: 9783492303071)

Weitlings Sommerfrische

 (40)
Erschienen am 14.05.2013
Cover des Buches Netzkarte (ISBN: 9783492309868)

Netzkarte

 (33)
Erschienen am 01.02.2017
Cover des Buches Selim oder Die Gabe der Rede (ISBN: 9783492207300)

Selim oder Die Gabe der Rede

 (29)
Erschienen am 01.02.1992
Cover des Buches Ein Gott der Frechheit (ISBN: 9783492222730)

Ein Gott der Frechheit

 (34)
Erschienen am 01.04.1996
Cover des Buches Das Glück des Zauberers (ISBN: 9783492313896)

Das Glück des Zauberers

 (18)
Erschienen am 04.12.2018
Cover des Buches Ullsteinroman (ISBN: 9783548269863)

Ullsteinroman

 (16)
Erschienen am 14.01.2009
Cover des Buches Er oder Ich (ISBN: 9783492301312)

Er oder Ich

 (17)
Erschienen am 10.12.2012

Neue Rezensionen zu Sten Nadolny

Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492259750)suse9s avatar

Rezension zu "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny

Mut zur Langsamkeit
suse9vor 5 Monaten

Ich kann kein Buch lesen, das „Die Entdeckung der Langsamkeit“ heißt. Für mich zählen Bewegung, Tatendrang, Emotionalität. Gefühle kann ich nie zurückhalten. Sie sprudeln aus mir heraus, meine Reaktionen sind immer unmittelbar. Deshalb ist der Roman von Sten Nadolny nichts für mich, wenn da nicht, ja wenn nicht dieses Cover mit dem tollen Bild von Turner gewesen wäre und wenn man mir das Buch nicht ans Herz gelegt hätte.   

 

Im Mittelpunkt steht Entdecker John Franklin und sein Kampf gegen die Schnelligkeit. Der Roman beschreibt sein Leben und wie er es schafft, sich mit seiner Langsamkeit in einer ungeduldigen Welt zu behaupten. Mir hat er unglaublich gut gefallen. Die Worte Nadolnys haben mich komplett verzaubert. Einige Formulierungen versetzten mich in Erstaunen. Oft blätterte ich zurück und wiederholte ein paar Seiten, nur um noch einmal den Gedanken folgen zu können.

 

Johns Traum ist die Seefahrt und nach einigen Anstrengungen erfüllt er ihn sich. Anfangs muss er mit der Kriegsmarine vorlieb nehmen und erlebt dort den Schrecken von Seeschlachten. Ich habe schon einige gute Bücher aus dieser Zeit gelesen, die das Leben auf einem Schiff und die Gefechte zum Thema hatten. Nadolny lässt uns an der Seite John Franklins einen vollkommen anderen Blickwinkel einnehmen, der fasziniert. Auf jegliche Effekthascherei wird verzichtet und lässt dadurch Grausamkeiten noch mehr zu Tage treten.

 

Der Leser folgt dem Polarforscher durch alle Bereiche seines Lebens, die Forschungsreisen, privaten Gedanken und Gefühle sowie verschiedene Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten. Viel habe ich während des Lesens nachgeschlagen, interessante Dinge erfahren. Dabei kam niemals Langeweile auf, obwohl mich die Wissenschaft nicht vordergründig bewegt. Am Ende des Romans erhielt ich allerdings den Eindruck, dass Sten Nadolny selbst die Langsamkeit ein bisschen verlor. Die letzte Etappe im Leben John Franklins wirkte auf mich nur angerissen, fast schon gehetzt. Das mildert meine Begeisterung für den Roman aber nicht.

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Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492207003)The iron butterflys avatar

Rezension zu "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny

Langsamkeit als Tugend
The iron butterflyvor einem Jahr

„Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny basiert auf der Lebensgeschichte des englischen Seefahrers und Nordpolforschers John Franklin, den Nadolny durch den Charakterzug der Langsamkeit zu einem Ruhepol in einem Leben voller Entdeckerdrang macht. John Franklin sticht bereits als kleiner Junge aus der Menge heraus, denn er benötigt länger als seine Schulkameraden, um auf Situationen und Herausforderungen zu reagieren. Er beobachtet sehr genau, nimmt alles wahr und muss Aussagen oftmals erst verarbeiten, um nach seiner Manier darauf reagieren zu können. John bemerkt sein Außenseiterdasein und versucht bereits früh der heimischen Umgebung auf ein Schiff zu entfliehen, was ihm allerdings nicht gelingt. Als er dann später und dank Unterstützung seines Lehrers, der die Vorteile seiner Wesensart einzuschätzen vermag, zur Marine schafft, erlebt er die Schlacht von Kopenhagen und von Trafalgar und all das Sterben so detailliert, als sähe er das Geschehen um sich herum in Zeitlupe. John sehnt sich danach die Welt per Schiffsreise und auf friedliche Art zu entdecken. 

Nadolnys Geschichte des John Franklin ruht in sich und ist somit quasi die Entdeckung der Langsamkeit per se. Ein Entdeckerroman, der die Entbehrungen seiner Protagonisten transportiert und ein Entwicklungsroman über einen Protagonisten, der durch sein Wesen eher seine Umwelt zu einer Entwicklung führt, als sich selbst. So ruht Nadolnys John Franklin bis an sein Lebensende in sich, oft erstaunt über den Gang seines Lebens und dennoch nie müde zu einer neuen Herausforderung aufzubrechen.

Ich empfinde Parallelen zur Erzählweise von Christoph Ransmayr.


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Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492259750)Curtiss avatar

Rezension zu "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny

Eine wahre Entdeckung
Curtisvor einem Jahr

Eines meiner absoluten Lieblingsbücher, das ich mehrmals gelesen habe. Ich finde die Geschichte einfach mitreißend und mit den Neuesten Entdeckungen der letzten Zeit über den Verlauf der letzten Expedition von Sir John Franklin, hat man das Gefühl man ist dabei gewesen...

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Sten Nadolny wurde am 29. Juli 1942 in Zehdenick (Deutschland) geboren.

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