Sten Nadolny

 3.9 Sterne bei 636 Bewertungen

Lebenslauf von Sten Nadolny

Bedeutende deutsche Literatur: Sten Nadolny wird 1942 in Zehdenick im heutigen Brandenburg als Sohn zweier Schriftsteller geboren. Er verbringt seine Kindheit in Oberbayern und beginnt nach dem Abitur ein Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Göttingen, Tübingen und Berlin. Er promoviert an der Freien Universität zu Berlin und erhält 1976 den Doktortitel. Danach schlägt er sich mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten durch das Leben. Er fährt Taxi, arbeitet vorübergehend als Strafvollzugshelfer und wird für ein Jahr Geschichtslehrer, bis er sich schließlich als Aufnahmeleiter im Filmgeschäft betätigt. 1981 veröffentlicht er mit „Netzkarte“ seinen ersten Roman. Das Buch basiert auf einem Drehbuch, welches nie vollendet wurde. Für sein Werk „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von 1983 erhält Sten Nadolny den Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Eigenschaft der Langsamkeit soll darin das Gefühlvolle, Menschliche und Natürliche symbolisieren, das im Gegensatz zur rationalisierten, unmenschlichen Leistungsgesellschaft steht. Sten Nadolny gewinnt zahlreiche weitere Auszeichnungen, wie 1985 den Hans-Fallada-Preis, 1995 den „Ernst-Hoferichter-Preis“ sowie 2005 den „Mainzer Stadtschreiberpreis“. Sein autobiographisches Buch „Putz- und Flickstunde - Zwei Kalte Krieger erinnern sich“ aus dem Jahr 2009, das er gemeinsam mit dem ostdeutschen Schriftsteller Jens Sparschuh geschrieben hat, erzählt die Erfahrungen beider Schriftsteller in der Bundeswehr und NVA während des kalten Krieges. Sein 2012 veröffentlichter Roman "Weitlings Sommerfrische" schafft es auf die Longlist des deutschen Buchpreises. Sten Nadolny lebt derzeit in Berlin.

Alle Bücher von Sten Nadolny

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Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492259750)

Die Entdeckung der Langsamkeit

 (425)
Erschienen am 14.09.2010
Cover des Buches Weitlings Sommerfrische (ISBN: 9783492303071)

Weitlings Sommerfrische

 (40)
Erschienen am 14.05.2013
Cover des Buches Netzkarte (ISBN: 9783492309868)

Netzkarte

 (33)
Erschienen am 01.02.2017
Cover des Buches Selim oder Die Gabe der Rede (ISBN: 9783492207300)

Selim oder Die Gabe der Rede

 (29)
Erschienen am 01.02.1992
Cover des Buches Ein Gott der Frechheit (ISBN: 9783492222730)

Ein Gott der Frechheit

 (34)
Erschienen am 01.04.1996
Cover des Buches Das Glück des Zauberers (ISBN: 9783492313896)

Das Glück des Zauberers

 (16)
Erschienen am 04.12.2018
Cover des Buches Ullsteinroman (ISBN: 9783548269863)

Ullsteinroman

 (15)
Erschienen am 14.01.2009
Cover des Buches Er oder Ich (ISBN: 9783492301312)

Er oder Ich

 (17)
Erschienen am 10.12.2012

Neue Rezensionen zu Sten Nadolny

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Rezension zu "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny

Eine wahre Entdeckung
Curtisvor 4 Monaten

Eines meiner absoluten Lieblingsbücher, das ich mehrmals gelesen habe. Ich finde die Geschichte einfach mitreißend und mit den Neuesten Entdeckungen der letzten Zeit über den Verlauf der letzten Expedition von Sir John Franklin, hat man das Gefühl man ist dabei gewesen...

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Rezension zu "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny

Die Entdeckung der Langsamkeit (auch meiner eigenen)
Tulpenvor einem Jahr

Die Entdeckung der Langsamkeit erzählt die Lebensgeschichte von John Franklin, einem englischen Seefahrer. Die Geschichte basiert auf wahren Ereignissen, wobei die Hauptfigur, im Gegensatz zum wahren John Franklin, als extrem langsam beschrieben wird. Als Kind kann er körperlich nicht mit den anderen mithalten und muss mitunter stundenlang über die Antwort auf eine Frage nachdenken. Es zeigt sich jedoch schnell, dass die schließlich entwickelten Antworten meistens hochintelligent sind und so bleibt John hartnäckig an seinem Traum, der Seefahrt, dran. Über die Marine und einige Zwischenstationen kommt er schließlich sogar zu der Leitung einer eigenen Expedition zur Entdeckung der Nordwestpassage.
Mit der Hauptfigur hat Sten Nadolny einen faszinierenden Charakter geschaffen, der uns daran erinnert, wie wichtig es ist uns Zeit zu nehmen, um über ein Problem richtig nachzudenken. Zu oft hören wir eigentlich gar nicht zu oder sind mit dem beschäftigt, was wir als selbst als nächstes sagen wollen. Viel zu oft werden Entscheidungen getroffen, nur weil eine Entscheidung her soll, nicht aber, weil alle Konsequenzen gut durchdacht sind. Welche Motivation der Autor hatte, sich diesen Charakterzug auszudenken weiß ich zwar nicht, aber es ist sehr stimmig. Das Lesevergnügen war für mich allerdings nicht ganz so hoch, auch ich habe hier die Langsamkeit entdeckt und mich so lange mit einem Buch aufgehalten wie schon lange nicht mehr. Die Sprache ist toll, aber da auf praktisch jeder Seite etwas Wichtiges passiert (aber eben sehr nüchtern erzählt), muss man sich beim Lesen sehr konzentrieren, auch um die feinen sprachlichen Finessen und den leisen Humor nicht zu verpassen.
Insgesamt gelungen und ich wüsste im Moment nicht was dagegen spricht, dass sich das Buch auf dem Poster der 99 Bücher befindet.

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Rezension zu "Das Glück des Zauberers" von Sten Nadolny

Ein ungewöhnlicher Stilmix- Fantasy-Roman-Historie
Buchraettinvor 2 Jahren

Das war eine ungewöhnliche Mischung für ein Buch. Ein wenig Magie, aber keine Fantasy. Eine Art historischer Roman, aber eigentlich auch nicht. Ein anspruchsvoller Roman, aber auch nicht nur.
Geschrieben wird dieses Buch in Form von Briefen. Der erste Brief, der einen anderen Autor hat, als die nachfolgenden des Zauberers, in dem es im Buch geht, erzählt ein wenig von diesem Briefeschreiber.
Für mich war das ein sehr intensives und durchaus auch ungewöhnliches Lesen dieses Buches. Mir hat mir sehr gut gefallen, dass der reale Autor des Buches, Sten Nadolny, seinen Figuren mit dieser Art der Briefe in denen die Geschichte erzählt wird, Leben eingehaucht hat.
Ich habe während des Lesens ein Gefühl bekommen, als spreche aus dem Text wirklich die jeweilige Person. Als lese ich heimlich die Briefe, die dieser Mann eigentlich an seine Enkelin schreibt- die sie lesen soll, wenn sie so ca. 2030 alt genug wäre.
Ich denke, dieses so reale Gefühl kam auch durch die Verwendung des Datums zu Stande. 2012 beginnt der erste Brief. Martha ist hier noch ein Baby. Pahroc ihr Großvater berichtet in diesen Briefen davon, was es für die bedeuten wird, wenn auch in ihr die Magie, die Fähigkeit zu zaubern erwachen wird.
Aber er berichtet auch von seinem langen Leben. Der Faszination an der Technik, den Veränderungen im Laufe der Zeit, die Kriege, die Veränderungen, die er mitgemacht hat und auch immer wieder Szenen mit der Zauberei.
Es ist für mich dennoch kein reiner Fantasyroman. Auch wenn hier immer wieder Aspekte erwähnt werden, wie er Magie anwendet, Zauberei.
Es ist auch eine Art Lebensgeschichte, Beobachtungen des erlebten Lebens. Die Sprache durchaus anspruchsvoll insofern, dass der Text Aufmerksamkeit des Lesers möchte und nicht zum Schnell-Verschlingen geeignet ist. Ich fand, es war durchaus ein Buch, das Zeit braucht und die ich jedem Leser empfehle würde sich hierfür durchaus zu nehmen.
Gelungen fand ich auch die Abrundung des Buches. Ein letzter, erklärender Brief, zu dem ich nicht zu viel verraten möchte, datiert auf eine Zeit in der Zukunft 2032. Hier blickt der Verfasser auch auf die Jahre 2018 /2019 zurück in denen wir uns gerade befinden und macht den Leser ein wenig nachdenklich. Vielleicht gibt es in dieser Welt ja doch mehr als wir ahnen- oder sollte es nur zwischen den Blättern und Seiten der Bücher versteckt sein?
Ein ungewöhnlicher Stilmix- Fantasy-Roman-Historie- ein ungewöhnliches, aufmerksamkeitswollendes Buch mit lebendigen Figuren- ungewöhnlich gut.

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Zusätzliche Informationen

Sten Nadolny wurde am 29. Juli 1942 in Zehdenick (Deutschland) geboren.

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von 22 Lesern aktuell gelesen

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