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rumble-bee

vor 5 Jahren

Die Lovelybooks-Klassiker-Zeitreise geht in die nächste Runde! In Absprache mit dem Verlag wollen wir nunmehr bei unserer Zeitreise chronologisch vorgehen, und uns dem ältesten Buch auf unserem "Zeitstrahl" widmen: "Über die Liebe" von Stendhal.

Es ist sicher nicht das erste Buch, das einem bei der Erwähnung des Namens "Stendhal" in den Sinn kommt. Bekannt wurde er vor allem durch seine Romane, wie "Rot und Schwarz" oder "Die Kartause von Parma". Nur wenige wissen heute noch, dass er eigentlich mit eher essayistischen Texten seine Karriere begonnen hat. Dazu zählt auch dieser Band, das 1822 erschienene "Über die Liebe".  

Ich halte es für eine glückliche und spannende Idee, dass wir uns diesem Autor eher über Essays nähern, als über einen seiner Romane. Denn "Über die Liebe" ist sprachlich überraschend modern, geistreich, und sicher auch provokant. Stendhal, eigentlich Henri Beyle, war ein leidenschaftlicher Mensch, und hat sich zeit seines Lebens sehr von dieser Leidenschaft treiben lassen. Er war nie verheiratet, hatte aber (unglückliche) Liebschaften. In diesen Texten, welche die Liebe unter nahezu enzyklopädischen Gesichtspunkten "untersuchen", lernen wir einen Mann kennen, der von der Liebe, dem Leben, und vor allem den Frauen ganz bestimmte Ansichten hatte. All dies hat später Eingang in seine Romane gefunden. Informationen zu Henri Beyle, alias Stendhal, findet ihr auch hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Stendhal

Wir suchen für diese Leserunde vor allem Leser, die mit der Textgattung des geistreichen Essays etwas anfangen können, und die bereit sind, sich auf eine vertiefte inhaltliche Diskussion einzulassen. Schließlich haben sich die Vorstellungen über die "schönste Nebensache der Welt" im Laufe der Zeit doch sehr geändert. Oder doch nicht...? Genau das wollen wir in hoffentlich vielen spannenden Gesprächen mit euch herausfinden.

Um euch für diese Leserunde zu bewerben, bei der es wieder einmal 10 Freiexemplare  des Fischer-Verlages zu gewinnen gibt, beantwortet uns doch bitte folgende Frage: Welche klassischen Liebesromane kennt ihr? Welche Liebesgeschichten kommen euch als erstes in den Sinn? Und wie wird die Liebe dort beschrieben, soweit ihr euch erinnert? Die Bewerbungsfrist läuft bis einschließlich kommenden Sonntag. Am nächsten Montag werde ich dann die Gewinner bekanntgeben. Natürlich können auch Leser an der Leserunde teilnehmen, die sich das Buch selber besorgen! 

Selbstverständlich wird die Leserunde auch wieder vom Verlag begleitet. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit, und sagen hiermit: los geht's!

Und übrigens: postet eure Bewerbung bitte unter dem richtigen Unterthema. Und schreibt dazu, ob ihr lieber eine Printausgabe oder ein E-Book haben möchtet.

Autor: Stendhal
Buch: Über die Liebe

Brina

vor 5 Jahren

Bewerbung für die Leserunde

Da mich interessiert was Stendhal über die Liebe denkt und wie er dies in seinen Essays zum Ausdruck bringt, würde ich in dieser Leserunde gerne mitlesen! Ich möchte mich für eine Printausgabe bewerben.
Als erster Liebesroman fällt mir spontan Romeo und Julia ein. Wobei es ja ein Theaterstück ist und kein richtiger Roman. Dort wird die Liebe auf den ersten Blick gezeigt und wie diese versucht Feindschaft und Hass zu überwinden, doch endet es dann tragisch. Ein weiteres Beispiel ist für mich Stolz und Vorurteil. Es spielt in einer anderen Zeit als das vorhergehende und hier stoßen die Protagonisten auf andere Problem die sich der Liebe in den Weg stellen. Denn in diesem Buch müssen die Helden gegen sich selber kämpfen, ihre eigenen Vorurteile revidieren und den Stolz vergessen. Es gab auch EInwirkungen von außen, aber sie spielten keine so extreme Rolle, wie in Romeo und Julia. Und man könnte sicher noch weitere Beispiele in diesem Bereich anführen, doch ich für mich mag diese beiden am liebsten.

rumble-bee

vor 5 Jahren

Bewerbung für die Leserunde

Hier könnt ihr euch für die 10 Freiexemplare bewerben. Beantwortet doch bitte die folgende Frage: Welche klassischen Liebesromane kennt ihr? Und wie wird die Liebe darin beschrieben?

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irishlady

vor 5 Jahren

Zu den "Fragmenten"
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Schließ mich da an. Teilweise sehr interessante Informationen, manchesmal aber auch eine Wiederholung und dafür etwas zu langatmig...

irishlady

vor 5 Jahren

Zu den "Texten aus dem Nachlass"
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Die letzte Geschichte fand ich sehr amüsant, aber vielleicht nicht mehr nötig gewesen. Obwohl Zusatzinformationen natürlich auch immer hilfreich sind ;)

irishlady

vor 5 Jahren

Die Liebe in den verschiedenen Nationen
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Super. Diesen Teil fand ich am interessantesten und amüsantesten! Teilweise erkennt man etwas wieder, teilweise ist es natürlich etwas an den Haaren herbeigezogen. Aber ich selber habe mich auch mal mit der Temperamentenlehre beschäftigt und erkenne hier ebenfalls einiges wieder.....ich fands tolll! Auch etwas über die Deutschen zu erfahren :)

irishlady

vor 5 Jahren

Rezension / Fazit

Auch ich habe mich nun an einer Rezension versucht. Vielen Dank an den Verlag und an rumble-bee für die Mühe. Schade, dass die LR nicht so wirklich funktioniert hatte....man braucht für dieses Buch wohl auch einfach mehr Zeit, als für andere.....

http://www.lovelybooks.de/autor/Stendhal/%C3%9Cber-die-Liebe-142375280-w/rezension-988737605/

Zauberberggast

vor 5 Jahren

Rezension / Fazit

Hallo liebe Leserunden-Teilnehmer und Initiatoren,

hier ist meine Rezension auf meinem Blog:
http://zauberberggast.blogspot.de/2012/10/uber-die-liebe-essays-von-stendhal.html

Und hier nochmal dasselbe:
„Über die Liebe“ ist der ambitionierte Versuch des Schriftstellers Henri Beyle alias Stendhal ein Thema, das alle Menschen eminent betrifft und beschäftigt in all seinen Facetten zu behandeln. In seinen Essays geht es ihm zunächst darum die Liebe in ihren psychologischen Aspekten zu betrachten, es geht um die verschiedenen Arten der Liebe, ihre Anfänge und Voraussetzungen, ihre unterschiedlichen Gesichter und Ausprägungen. Was bewirkt Schönheit für die Liebe? Ist sie so etwas wie eine Visitenkarte bei Frauen, bestimmt sie deren Marktwert? Wie unterschiedlich lieben Männer und Frauen? Gibt es Liebe auf den ersten Blick und wie wichtig ist Intimität für das Zusammensein, was bedeutet Eifersucht, kann einer mehr lieben als der andere? Diese Fragen sind wahrscheinlich so alt wie die Liebe selbst, aber vor dem Hintergrund des 19. Jahrhunderts, in dem die romantische Liebe erst richtig Einzug in die Breite der Gesellschaft hält, man nicht mehr nur Konvenienzehen eingehen will, sondern sich bewusst für ein Individuum entscheiden kann, das nicht mehr aus gesellschaftlichem Interesse gewählt wird - in diese Zeit gehören die Essays von Stendhal. Man muss das Buch also vor dem Hintergrund seiner Entstehungszeit (1822 ist das Buch erschienen, 1826, 1834 und 1842 verfasste der Autor neue Vorreden dazu) betrachten, auch wenn viele Aussagen und Fragen die er stellt allgemeingültig und zeitlos sind. Natürlich ist auch das zweite Buch in Hinblick auf den Horizont der Zeit zu lesen, in der Stendhal es geschrieben hat. Dort geht es um die Ausprägungen und Charakteristika der Liebe in den verschiedenen Nationen, immer wieder gespickt mit Entlehnungen aus Memoiren anderer oder den eigenen Erfahrungen. Interessant sind auch noch die zum Schluss angefügten Fragmente, die teilweise aphoristisch kurz, teilweise auch eine halbe bis ganze Seite lang sind. Es sind die von Stendhal aufgefundenen Notizen, die er sich zum Thema gemacht hatte und sonst nirgendwo unterbringen konnte.

Was mir sehr gefallen an diesem – ja man kann es schon sagen – Sachbuch über die Liebe ist die teilweise sehr ironische Sicht der Dinge, die Stendhal zu Tage treten lässt. Aussagen wie: „Sehr oft ist es das beste, ohne eine Miene zu verziehen, abzuwarten, bis der Nebenbuhler durch seine eignen Torheiten dem geliebten Wesen fade geworden ist.“, S. 191), augenzwinkernde Selbstironie („Aber da mir der Himmel die schriftstellerische Begabung versagt hat…“, S. 71) oder Seitenhiebe auf literarische Bestseller der Zeit (wie z.B. „Seit langer Zeit habe ich nicht mehr Richardsons langweilige Clarissa gelesen;“, S. 90) und gesellschaftliche Moden („Dreiviertel aller Liebesbriefchen in Wien wie in London sind französisch geschrieben oder voll Anspielungen und auch Zitaten auf Französisch und Gott weiß was für ein Französisch.“, S. 156) haben beim Lesen dieser nicht ganz einfach zu verdauenden Traktate ein Lächeln auf meine Lippen gezaubert.
Stendhal hat in einer seiner Vorreden von 1834 geschrieben dass dies ein Buch für „nur für hundert Leser“ sei. Ich kann ihm da nur rechtgeben, denn anstatt theoretisch über die Liebe zu lesen ist es für mich persönlich ein größeres Vergnügnen Stendhals Romane an die Hand zu nehmen. Dennoch: das Buch hat als historische Betrachtung des Phänomens „Liebe“ durchaus seine Berechtigung und wenn man sich aus soziologischem Interesse damit beschäftigt ist es in jedem Fall eine Lektüre wert. Dem „normalen“ Leser allerdings würde ich eher Stendhals „Rot und Schwarz“ empfehlen, damit er seine theoretischen Ansichten zu Liebe und Macht, Kirche und Staat literarisch verpackt genießen kann („Die Karatuse von Parma“ ist wohl noch geeigneter, den Roman habe ich allerdings selbst noch nicht gelesen).

Ich möchte noch etwas zur Ausgabe des Fischer-Verlags sagen, die dieser freundlicherweise für die Lovelybooks-Leserunde, bei der ich mich auch bedanken möchte, zur Verfügung gestellt hat. Ich finde die Ausgabe editorisch wirklich gut, die zahlreichen Extras wie dem ausführlichen „Inhaltsverzeichnis“, den „Daten zu Leben und Werk“ und vor allem dem Beitrag aus dem Kindler’schen Literaturlexikon sind dem Leser, der stärker in die Materie eintauchen möchte ein hilfreiches Kompendium. An der verwendeten Übersetzung von Franz Hessel aus dem Jahr 1921 habe ich ebenfalls nichts auszusetzen, ich finde sie trifft den Ton, allerdings könnte man angesichts des Alters der Übersetzung mal an eine neue denken.
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Danke nochmal dass ich dabei sein konnte, auch wenn es etwas stockend war und ich mich schwer getan habe mit den Beiträgen. Danke auch nochmal an die Leiterin der Leserunde für ihre Geduld!

Norbert_Krueger

vor 5 Jahren

Rezension / Fazit

Mittlerweile ist auch mein Kommentar online, einmal veröffentlicht auf der Seite zum Buch hier auf Lovelybooks: http://www.lovelybooks.de/autor/Stendhal/%C3%9Cber-die-Liebe-142375280-w/ (Irgendwann wusste ich auch, wie man Rezensionen hier direkt verlinkt ... Naja)

Und dann habe ich die Rezi ebenfalls auf meinem Blog veröffentlicht:
http://rezensionen-sam.blogspot.de/2012/10/stendhal-uber-die-liebe.html

Um es kurz zusammenzufassen:
„Über die Liebe“ ist zum schnellen Genuss völlig ungeeignet. Meine Versuche, den Text zunächst einmal komplett zu lesen, um mich dann en détail noch einmal näher mit den einzelnen Abschnitten zu beschäftigen, ist grandios gescheitert. Wir leben deutlich in einer Zeit nach Freud. Unser Bild der Liebe ist anders geprägt als das Stendhals. So war ich bei jedem Absatz, den ich las, versucht, das eben Gelesene zu übersetzen und mit eigenen Erfahrungen zu füllen. Dazu kommt, dass Stendhal sehr belesen war. Ständig zitiert er Zeitgenossen und frühere Autoren, wobei ihm Andeutungen offensichtlich häufig genügten, um ein bestimmtes Bild entstehen zu lassen. Um aber wirklich zu erfassen, was Stendhal da von sich gibt, wäre eine begleitende Lektüre eben dieser Autoren unerlässlich.

So ist der Band „Über die Liebe“ eher Einstiegstor in eine Zeitreise, als ein Werk, das für sich stehend dem Phänomen Liebe gerecht würde. Lesenswert allein schon, um der Idee der Kristallisation mehr Zeit zu widmen, ansonsten aber eher Ausgangspunkt für eine eigene Suche, noch völlig unbefleckt von Psychoanalyse, Hirnforschung und ähnlichen Disziplinen, die heute für das Verständnis der Attraktion eine zentrale Rolle spielen. Wer einen historischen Überblick gewinnen will, kommt mit Stendhal weit, sollte aber unbedingt Zeit einplanen und die Lust, eben nicht nur ihn, sondern eine ganze Bibliothek an Autoren kennenzulernen, die sich mit diesem Phänomen auseinandergesetzt haben.

TheRavenking

vor 5 Jahren

Rezension / Fazit

Ich habe nun auch meine Rezension verfasst. Besser spät denn nie. Ich möchte dem Verlag für die Gelegenheit danken, das Buch gelesen haben zu dürfen. Von Stendhal kannte ich bisher nur seinen Roman "Rot Und Schwarz", den ich noch in der Schule lesen musste. Damals hat er eher wenig Eindruck auf mich gemacht, aber nach der Lektüre von Über Die Liebe kann ich mir durchaus vorstellen mich an weiteren Büchern des Autors zu versuchen und evtl. noch mal Rot Und Schwarz diesmal im Original zu lesen.
http://www.lovelybooks.de/autor/Stendhal/%C3%9Cber-die-Liebe-142375280-w/

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