Stephan Abarbanell Morgenland

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Inhaltsangabe zu „Morgenland“ von Stephan Abarbanell

Palästina 1946: Lilya Wasserfall ist im Widerstand gegen die britische Mandatsmacht aktiv und hofft darauf, bei der nächsten großen Sabotageaktion eingesetzt zu werden. Doch sie bekommt einen ganz anderen Auftrag: Im zerstörten Deutschland soll sie nach dem Wissenschaftler Raphael Lind suchen, der nach Angaben der Briten in einem Konzentrationslager ermordet worden ist, dessen Bruder in Jerusalem jedoch Hinweise darauf hat, dass er noch lebt. Für Lilya beginnt eine abenteuerliche Reise, und bald merkt sie, dass ihr nicht nur der britische Geheimdienst auf den Fersen ist, sondern auch ein mysteriöser Verfolger, der mit allen Mitteln verhindern will, dass sie Raphael Lind findet.

Perfekt für das lange Wochenende, um schmökernd in einer Geschichte zu versinken, die einfach nicht enden soll.

— LolaWriter

Eine Suche im Nachkriegsdeutschland - interessant

— Yolande

Der Autor spickt „Morgenland“ mit zahlreichen guten Ideen, setzt diese aber nur relativ dürftig um. Dennoch zu empfehlen für Geschichtsfans.

— stadtschreiber

Ein tolles Buch über Nachriegs- Deutschland und die Suche nach der Wahrheit.

— schokoloko29

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  • 1946, Palästina und Deutschland, eine Spurensuche zwischen Literatur, Krimi und Historienroman

    Morgenland

    StefanieFreigericht

    27. June 2017 um 16:49

    Fast inhaliert habe ich dieses Buch über die Zeit, als sowohl die Nachfolgestaaten des Deutschen Reichs als auch Israel noch vor der Gründung standen; man kann es lesen als historischen Roman, gar historischen Krimi, spannend genug finde ich es allemal, ein wenig Liebesgeschichte kommt dazu (nein, KEIN Kitschroman), ein Hauch Agentengeschichte und viel Hintergrundwissen. Lilya Wasserfall erhält einen Auftrag: sie soll von Palästina aus nach Deutschland, jetzt, 1946, und recherchieren zu dem vermeintlich in der Zeit des Nationalsozialismus umgekommenen älteren Bruder eines knapp vorher ausgewanderten Schriftstellers. Der hat das Gefühl, dass da etwas nicht stimmen kann an der ihm aufgetischten Geschichte: Warum teilen ihm ausgerechnet die Briten, die im Land verhassten Mandatsträger, die die Einwanderung von Holocaust-Überlebenden zu verhindern trachten, den Tod seines Bruders mit? Und was hat es mit dem seltsamen Lesezeichen auf sich, das ihm zusammen mit einem Buch aus der früheren Bibliothek seines Bruders zugespielt wurde? Lilya wurde in Palästina geboren, beide Eltern hatten bereits 1920 von Posen aus die Alyah gemacht, die Rückkehr aus der Diaspora ins Gelobte Land, als Anhänger von Herzls politischem Zionismus, die Tochter selbst ist in der Hagana, von der sie diesen Auftrag erhält, der paramilitärischen Untergrundorganisation während des britischen Mandats (man KANN das Buch auch lesen, ohne hier jeweils nachzuschlagen, doch es empfehlen sich ohne entsprechende Kenntnisse schon vielleicht knappe 10 Minuten Wikipedia, nichts Wildes). Ihre Recherche führt sie nach Großbritannien und quer durch Deutschland. Während sie über den sie faszinierenden David Guggenheim Einblick erhält in die noch weit nach Kriegsende schwierige Lage der überlebenden Juden in Europa, fühlt sie sich zunehmend verfolgt. Noch ahnt sie nicht, welche Konsequenzen sich durch ihre Ermittlungen auch für sie ergeben werden… Das Buch lässt sich flott weglesen, ich habe fleißig mit ermittelt und fand es spannend (nein, bitte, KEIN moderner Thriller oder ähnliches), es gab hinlänglich viel zum Nachschlagen und Lernen (mit dringend fälligem Folgebuch), ich mochte das Personal und es gab häufig eine angenehm leise Ironie in den Sätzen, so beim Konzert "...eine Gitarre mit Strom habe ich noch nie zuvor gehört. ich weiß allerdings nicht, ob dieses Experiment eine Zukunft hat. Sie ist so laut." S. 237 Die leichte Schwäche ist bei dem etwas „glatten“ Ende und den doch durchgängig eher  unterstützenden Begegnungen Lilyas (wobei sie zugegeben natürlich  weniger bei früheren Nazis ermittelt, sondern bei überlebenden Juden, Hilfsorganisationen etc.). Definitiv eine Leseempfehlung! Folgebuch:Leon Uris: „Exodus“ über die Gründung des Staates Israel, die Hagana, die Irgun, die Briten in Palästina. Es ist wirklich viele Jahre her, dass mir eine Freundin das geliehen hat, ich muss es dringend wieder lesen. Auch die Verfilmung mit Paul Newman ist toll, ich meine, man hat nur aus der Abtreibung o.ä. eine Fehlgeburt gemacht?! Irgendetwas war da wohl aus „politscher Korrektheit“… Brigitte Glasers „Bühlerhöhe“ wäre ein Tipp für wenig später in der Zeit der jungen Bundesrepublik, etwas stärker in Richtung des Krimis tendierend, um einen zu der Zeit heruntergespielten Attentatsversuch auf Adenauer und was die Staatsgründung Israels damit zu tun haben könnte, mit wesentlich mehr zur deutschen Zivilbevölkerung, von Gewinnlern über Opfer über Unbelehrbare.

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    • 4
  • Auf der Suche nach der Wahrheit

    Morgenland

    LolaWriter

    17. June 2017 um 18:44

    In dem Roman ,,Morgenland“ von Stephan Abarbanell spielt die junge Lilya Wasserfall die Hauptrolle. Sie ist 1946 in Palästina gegen die britische Mandatsmacht tätig und hofft darauf, bei der nächsten Sabotageaktion eingesetzt zu werden. Stattdessen erhält sie den Auftrag, im Nachkriegsdeutschland nach dem angeblich toten, jüdischen Wissenschaftler Raphael Lind zu suchen, dessen Bruder davon überzeugt ist, dass er noch lebt. Also begibt sie sich auf eine lange Reise. Erst London, Camp Föhrenwald und das Offenbach Archival Depot, dann das zerstörte Berlin und schließlich Bergen-Belsen. Lilyas anfänglicher Widerwille verwandelt sich rasch in Neugierde, vor allem, als sie bemerkt, dass sie selbst von einem nicht gerade ungefährlichen Unbekannten verfolgt wird, wie sie am eigenen Leib erfahren muss. Schnell stellt sie fest, dass an der Sache wohl doch mehr dran ist, als sie auf den ersten Blick dachte. Aber sie ist auch nicht völlig alleine, denn auf ihrer Suche schließt sie immer wieder neue Freundschaften und begegnet Leuten, die ihr bei ihrer Mission helfen.Ein Buch, das man kaum wieder aus der Hand legen kann, wenn man sich einmal an der Geschichte festgebissen hat, voller nicht ganz unerwarteter, aber teils auch überraschender Wendungen und mit einer eigenwilligen Protagonistin, die einen Auftrag zu erfüllen hat. Es ist kein Thriller oder Krimi, bei dem man die ganze Zeit vor Spannung zittert, sondern eine Erzählung zum Schmökern, in die man stundenlang eintauchen kann. Allerdings behandelt es ein ernstes Thema, die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, aus der Sicht einer jungen Palästinenserin geschildert. Eine Geschichte mit ihrem ganz eigenen Charme, die für Geschichtsliebhaber und Fans der ,,Bücherdiebin“ wohl kaum zu umgehen sein wird.Ein rundum gelungenes Buch mit einem fließenden Schreibstil und interessanten Gesprächen zwischen den Charakteren, das ich jederzeit wieder lesen würde.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

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    • 2385
  • Interessant und lehrreich

    Morgenland

    Yolande

    10. March 2017 um 14:45

    Inhalt (Klappentext):Palästina 1946: Lilya Wasserfall, politische Aktivistin im Widerstand gegen die britische Mandatsmacht, bekommt den Auftrag, im zerstörten Nachkriegsdeutschland nach einem verschollenen Wissenschaftler zu suchen - die Briten behaupten er sei tot, doch sein Bruder in Jerusalem hat Hinweise darauf, dass er noch lebt. Kaum in Europa angekommen, merkt Lilya, dass ihr nicht nur der britische Geheimdienst auf den Fersen ist, sondern auch ein mysteriöser Verfolger, der unbedingt verhindern will, dass sie ihren Auftrag erfüllt.Ich muss zugeben, dass ich bisher wenig bis gar keine Ahnung über die politischen Situation in Palästina nach dem 2. Weltkrieg hatte. Es war interessant zu erfahren, wie groß der Widerstand gegen das englische Protektorat war. Auch über die Lebenssituation der überlebenden Juden in Europa wusste ich so gut wie nichts. Das Schulwissen endet mit der Befreiung der Konzentrationslager durch die Alliierten. Somit war dieses Buch für mich fast so etwas wie ein Bildungsroman, aufgepeppt mit einer "kleinen" Spionagegeschichte.Der Schreibstil ist klar und flüssig und die Geschichte interessant. Allerdings lief mir vieles immer ein bisschen zu glatt und die Protagonistin traf bei ihren Recherchen immer punktgenau auf diejenige Person, die eine Beziehung zu dem Vermissten hatte und ihr entscheidend weiterhelfen konnte. Somit kam nie so richtig Spannung auf. Das tut dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch.Fazit: Ein lehrreiches Buch mit interessanter Geschichte. Ich gebe 4 Sterne.

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  • Eine Geschichtsstunde ohne rechte Tiefe

    Morgenland

    stadtschreiber

    19. January 2017 um 16:23

    Wir schreiben das Jahr 1946. Die gesamte Welt liegt nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs in Trümmern. Genau in diese scheinbar postapokalyptische Welt versetzt Stephan Abarbanell den Leser in „Morgenland“. Es ist ein spannender Thriller mit kleinen Schwächen.Der InhaltDer Leser begleitet die Protagonistin Lylia Wasserfall. Sie engagiert sich aktiv im palästinensischen Widerstand gegen die britische Mandatsmacht. Sie würde gern bei Sabotageakten eingesetzt werden, jedoch wird sie stattdessen auf eine sehr viel heiklere Mission geschickt: Sie soll im Nachkriegsdeutschland nach Raphael Lind suchen. Der jüdische Wissenschaftler soll angeblich in einem Konzentrationslager ermordet worden sein, allerdings gibt es Hinweise, dass er noch am Leben ist. Lylia Wasserfall macht sich auf die Reise durch das zerstörte Europa und hat neben dem britischen Geheimdienst zusätzlich einen mysteriösen Verfolger auf den Fersen. Jener will offensichtlich verhindern, dass sie den Wissenschaftler findet. Ein Schmankerl für Geschichts-Fans? Der rbb-Kulturchef Stephan Abarbanell begibt sich mit seinem Debütroman auf ein relativ gewagtes Terrain gewagt. Schließlich gibt es kaum belletristische Werke zur unmittelbaren Nachkriegszeit. Auf den ersten Blick meistert er dieses Terrain, das vor allem historisch interessierte Leser begeistert, scheinbar mit Bravour. Ich kann mich als Leser hervorragend in die Hauptfigur hineinversetzen, die Handlung verspricht pure Spannung. Allerdings scheint der Autor keinen rechten roten Faden für seine Geschichte gefunden zu haben. Denn je weiter der Roman fortschreitet, umso flacher wird die Geschichte. Abarbanell streift zahlreiche Themen und lässt sie wieder fallen. Und auch vielen handelnden Personen fehlt die rechte Tiefe. Selbst die Widerstandskämpferin Lylia Wasserfall lässt eine persönliche Entwicklung vermissen, was angesichts eines vielversprechenden Anfangs schade ist. Mein Fazit Der Autor spickt „Morgenland“ mit zahlreichen guten Ideen, setzt diese aber nur relativ dürftig um.  Dennoch ist das Buch eine empfehlenswerte Lektüre für historische interessierte Leser, die hier Anregungen für eigene Spurensuche erhalten. Autor der Rezension: Harry Pfliegl

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Lilyas Suche nach Rafael Lind

    Morgenland

    schokoloko29

    16. July 2016 um 21:14

    Lilya lebt in den 1940er Jahren in Israel und ist im Widerstand gegen die britische Besatzer. Sie erhält einen bizarren Auftrag: Sie soll den Wissenschaftler Rafael Lind in Deutschland wiederfinden. Die englische Besatzer haben seinem Bruder, Elias Lind, mitgeteilt, dass dieser im KZ gestorben ist. Doch er glaubt nicht daran. Sie soll nach Deutschland und Nachforschungen betreiben und ihn finden. Also, fährt sie 1946 mit dem Schiff erst nach London und dann nach Deutschland. Je länger die Suche fortschreitet, desto mehr wird ihr deutlich, dass auch andere Menschen an Rafael Lind interessiert sind und Lilya beschatten....Eigene Meinung:Dieses Buch war ein Buch, welches ich von Anfang an gemocht habe. Die Atmosphäre war einfach toll. Die Protagonistin einfach toll beschrieben und die Handlung war einfach spannend. Für mich war es Buch, welches man als Leser sich einfach wünscht. Man taucht ab in eine andere Welt und ist ganz enttäuscht, wenn das Buch vorbei ist. Bitte mehr von solchen Bücher!!

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  • Eine Suche in den Nachkriegswirren!

    Morgenland

    YvetteH

    16. July 2016 um 08:33

    Klappentext:Palästina 1946: Lilya Wasserfall ist im Widerstand gegen die britische Mandatsmacht aktiv und hofft darauf, bei der nächsten großen Sabotageaktion eingesetzt zu werden. Doch sie bekommt einen ganz anderen Auftrag: Im zerstörten Deutschland soll sie nach dem Wissenschaftler Raphael Lind suchen, der nach Angaben der Briten in einem Konzentrationslager ermordet worden ist, dessen Bruder in Jerusalem jedoch Hinweise darauf hat, dass er noch lebt. Für Lilya beginnt eine abenteuerliche Reise, und bald merkt sie, dass ihr nicht nur der britische Geheimdienst auf den Fersen ist, sondern auch ein mysteriöser Verfolger, der mit allen Mitteln verhindern will, dass sie Raphael Lind findet. Meine Meinung:In diesem Buch wird anhand eines Einzelschicksales die Situation im Nachkriegsdeutschland sehr anschaulich dargestellt.Mit einem flüssigen Schreibstil nimmt der Autor den Leser mit auf eine "Schnitzeljagd" von Paläsina nach Deutschland. Auf der Suche durch Deutschland wird aus der Jägerin eine Gejagte und damit schafft der Autor einen Spannungsbogen, ohne einen Spannungsroman zu schreiben.Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet, es werden nicht nur äußerliche Merkmale beschrieben, sonder auch die Gefühlslage der Figuren eingefangen.Mit einer vielschichtigen Handlung, in der viele Themen der Nachkriegszeit aufgegriffen werden, bleibt im Vordergrund immer das Einzelschicksal des Raphael Lind. Zu keiner Zeit wird die Geschichte langweilig und lässt den Leser am Ende mit einem guten Gefühl zurück.Mein Fazit:Absolut lesenswert und ich empfehle es gern weiter.4 Sterne.

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  • Spurensuche

    Morgenland

    Greedyreader

    21. February 2016 um 09:18

    Stephan Abardanells Debütroman “Morgenland “ spielt im Jahr 1946. Lilya Tova Wasserfall, Kind deutsch-jüdischer Eltern, in Palästina geboren, arbeitet eigentlich im Widerstand gegen die britische Mandatsmacht in Palästina und wartet auf ihren Einsatz bei einer Sabotageaktion. Ihr Vorgesetzter Shimon Ben Gedi schickt sie jedoch von Tel Aviv nach Jerusalem, wo sie den mit Gedi befreundeten Schriftsteller Elias Lind treffen soll. Elias Lind braucht Hilfe bei der Suche nach seinem verschollenen Bruder, dem berühmten Wissenschaftler Raphael Lind. Die Brüder haben sich 16 Jahre nicht gesehen. Von den Briten wurde Elias Lind 1946 darüber informiert, dass sein Raphael schon im Oktober 1941 ums Leben gekommen ist. Elias Lind verfügt jedoch über Indizien, dass sein Bruder zumindest im Juli 1944 noch gelebt hat. Lilya übernimmt den Auftrag eher widerwillig und reist zunächst nach London. Offiziell arbeitet sie für JOINT, eine der zahlreichen Hilfsorganisationen und soll einen Bericht über die Situation im Auffanglager Föhrenwald schreiben. Von Anfang an wird sie beobachtet, sogar verfolgt und Geheimdienstleute verlangen Auskunft über die Ergebnisse ihrer Recherchen. Ihre Reise führt sie von London nach München, danach in das Flüchlingslager Föhrenwald, nach Offenbach in das Raubgutdepot, nach Berlin und schließlich nach Lüneburg. Sie gerät in gefährliche Situationen, lernt aber auch viele interessante Menschen kennen, Personen, die Raphael Lind und seine Geschichte kannten, Mitarbeiter der Hilfsorganisationen und Angehörige des Militärs. Sie findet eine Freundin und vielleicht eine neue Liebe. Was sie hört und sieht, verändert ihren Blick auf die Welt und lässt sie Fragen über ihren zukünftigen Weg nach der Rückkehr nach Palästina stellen. Das Buch ist ein Porträt der Nachkriegszeit in Palästina unter der britischen Mandatsmacht, liefert ein Bild des zerbombten Deutschland, wo Mangel an allem herrscht, vor allem an Lebensmitteln, zeigt die Situation in den überfüllten Flüchtlingslagern, wo die Überlebenden des Holocaust lange auf eine Ausreisegenehmigung warten müssen. Das alles wirkt authentisch und gut recherchiert. Der Autor hat ein biographischen Interesse an dem Stoff. Er selbst entstammt einer sephardisch-jüdischen Familie, die frühzeitig christianisiert und assimiliert wurde. Ihm ist ein sehr lesenswerter Roman gelungen, der zum Ende hin immer stärker berührt, auch wenn sich hier die unwahrscheinlichen Zufälle ein wenig häufen. Mir hat der Roman sehr gut gefallen.

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  • Morgenland

    Morgenland

    echidna

    30. November 2015 um 17:34

    Was für ein großartiges Buch! Ich muss zugeben, dass ich anfangs etwa 80 Seiten gebraucht habe, um richtig reinzukommen. Es geht langsam los und wirkt auf den ersten Seiten auch ein wenig langatmig, doch als die Geschichte mich erst mal richtig gepackt hatte, konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite lesen und habe es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Das Buch spielt kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs. Lilya Wasserfall, eine junge Freiheitskämpferin aus Palästina, wird damit beauftragt, nach Deutschland zu reisen, um dort nach einem totgeglaubten Wissenschaftler zu suchen, denn sein Bruder hat Hinweise darauf, dass dieser noch am Leben ist. Lilya ist erst wenig begeistert, würde sie doch lieber weiter in Palästina bleiben und für den Aufbau eines unabhängigen Staates kämpfen, doch sie hat keine andere Wahl als den Auftrag anzunehmen. Es ist eine spannende und sehr interessante Reise in das Europa, das so kurz nach dem Krieg im Chaos zu versinken droht. Nach einem kurzen Aufenthalt in London geht es für Lilya gleich weiter nach Deutschland, denn dort gibt es ein paar Orte und Personen, die ihr auf ihrer Suche weiterhelfen könnten. Von München und dem Lager Föhrenwald geht es über das amerikanische Bücherdepot in Offenbach weiter nach Berlin und schließlich in das ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen. Ich fand es sehr interessant, Lilya auf ihrer Reise zu folgen, da ich bisher eher selten ein Buch gefunden habe, das sich so intensiv mit dem Deutschland direkt nach dem zweiten Weltkrieg auseinandersetzt und trotzdem so spannend und sehr gut geschrieben ist. Es erscheint außerdem gut recherchiert zu sein und hat mich neugierig darauf gemacht, selber noch ein wenig nachzuforschen. Außerdem ist das Thema des Buches auch gerade heutzutage leider wieder sehr aktuell. Besonders schön fand ich auch die Bilder am Ende des Buches. Für jede von Lilyas Stationen auf ihrer Reise gibt es ein paar Bilder aus der Zeit und kurze Erklärungen dazu. Das hat mir sehr geholfen, noch besser in die Geschichte einzutauchen. Ich würde das Buch uneingeschränkt jedem weiterempfehlen. Es hat mich wirklich begeistert.

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  • Niemals aufgeben

    Morgenland

    pageturner211

    22. November 2015 um 14:52

    Ein unaufgeregter Schreibstil mit einer bildhaften Sprache kombiniert, ergibt einen schönen Lesegenuss. Es geht nicht um Hektik, sondern um Überlegung. Die Sogwirkung auf den Leser entwickelt sich unaufgeregt, aber unaufhaltsam. Einzelne, anfangs dünn erscheinende Erzählfäden, werden nach und nach zu einem tragfähigen Tuch, von dem der Leser gehalten, umwoben wird, ohne sich beengt zu fühlen. Immer wieder werden das Erleben und dabei das Bewerten des Erlebten miteinander verknüpft. Nicht nur wird die Hitze beschrieben, so dass ihre Auswirkungen für den Leser spürbar zu werden scheinen, sondern auch, welche Erinnerungen und Gefühle die Protagonistin mit dieser Hitze verbindet. Die dreißiger Jahre werden nur kurz erwähnt. Die Protagonisten befinden sich im Jahre 1946. Die Kenntnis der Ereignisse bis dahin sind bekannt und werden nur kurz erwähnt, wenn etwas verdeutlicht werden soll. Auch die Wiederaufbauprobleme. Hier wird allerdings ein etwas anderer Blickwinkel eingenommen. Wichtig sind hier vor allem die Beziehungen zweier Staaten, die zu der Zeit noch gar nicht existieren, denn sowohl Israel, als auch die BRD werden erst später gegründet. In diesem Buch dreht es sich aber nicht um Politik, sondern um einzelne Menschen und deren Verflechtungen. Sowohl untereinander als auch mit ihren Erlebnissen in der eigenen Vergangenheit. Was ist und was war richtig und was falsch ? Was ist Wahrheit und wessen Wahrheit ist es ? Wie viele Facetten kann die Wahrheit haben ? Sind in Wirklichkeit nicht alle dabei, ihre Sicht auf die Dinge zu verlieren und müssen sich, so ähnlich wie der langsam erblindende Schriftsteller, nur eben im übertragenen Sinn, mit einem Taststock anfreunden ? "Als ein entlaufener Affe an einem Fluß entlang ging, sah er einen Fisch. Oh, sagte er, er ist unter Wasser, ich muß ihn retten -und zieht ihn heraus. Der Fisch zappelt. Wie glücklich er ist, ruft der Affe. Doch wenig später stirbt der Fisch, noch in seiner Hand. Der Affe ist traurig. Wäre ich nur eher gekommen, sagte er, ich hätte ihn retten können." "Manchmal habe ich den Eindruck, wir Araber müssen für das bezahlen, was in Europa geschehen ist. Ich sehe in tiefer Trauer auf Deutschland und auf die Juden dort. Aber es ist nicht unsere Angelegenheit." Diese Zitate aus dem Buch verdeutlichen sehr gut die weltweiten Mißverständnisse, mit denen es jede Generation zu tun hat. Sie können nicht vermieden werden. Es ist nur wichtig, ein Bewußtsein dafür zu entwickeln, damit sie nicht so häufig geschehen. Alles wird hauptsächlich aus der Sicht einer jungen Frau, die aus ihrer übersichtlichen Welt eines Kibbuz nach Europa geschickt wird, betrachtet. Vieles im Hintergrund kann erahnt werden, fast so, als ob auch die nicht geschriebenen Wörter eine Bedeutung bekämen. Umbrüche hat es schon immer gegeben. Große. Kleine. Krieg. Wiedervereinigung. Zuwanderung. Wie auch immer diese Änderungen bewertet werden. Sie haben gemeinsam, dass es hinterher anders ist als vorher. Auf leise Art ist dieses Buch nachwirkend, genau so ruhig, wie es geschrieben wurde. Ein Gewinn. Hoffentlich kann der Autor sich zu einem weiteren Roman entschließen. Stephan Abarbanell ist bei mir vorgemerkt.

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  • Interessantes Morgenland

    Morgenland

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. November 2015 um 12:46

    Nachdem das Cover schon ein Eyecatcher ist, war ich umso gespannter, was sich hinter der Geschichte von Stephan Abarbanell verbirgt. Zunächst ist festzustellen, dass sowohl Zeit als auch Handlungsorte sehr ungewöhnlich sind. So hatte ich bisher noch kein solches Buch in meinem Bücherregal stehen. Nach dem Lesen muss ich feststellen, dass ich gern noch mehr Bücher mit solcher Thematik hätte. Der Schreibstil von Stephan Abarbanell ist sehr angenehm. Zwar ließ sich für mich das Buch nicht einfach so weg lesen, wie so manch anderes Buch, aber es war bei weitem nicht anstrengend. Der Lesefluss war zu jeder gegeben und wenn ich das Buch zur Hand genommen, dann habe ich nur 10 Seiten gelesen. Die Handlung um Lilya ist nicht die spannendste, das ist vorweg zu sagen. Das heißt große Action ist nicht erwarten. Aber das braucht man auch gar nicht. Die Geschichte lebt von der Atmosphäre, in die man durchweg sehr gut eintauchen kann. Lilya ist eine sehr sympathische Protagonistin. Man möchte wirklich durchweg wissen, ob sie ihre Mission erfüllen kann. Auch lernt man eine Menge interessanter Nebencharaktere kennen, die jeweils auf den Stationen mit Lilya interagieren. Da hat man manchmal das Gefühl zu wenig Zeit bei den Nebencharakteren zu haben. Da kommt dazu, dass die Sprünge zwischen den Ort teilweise mir etwas zu schnell gingen. Andererseits würde sonst die Geschichte wahrscheinlich zu lang werden. Insgesamt lässt sich sagen, dass dies ein solides Buch ist. Thematisch extrem originell, aber mit kleinen Makeln in der Konzeption meiner Meinung nach. Stephan Abarbanell bleibt definitiv auf meinen Bücherradar.

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  • Recherchen nach einem verschwundenen jüdischen Wissenschaftler

    Morgenland

    Badeamsel

    07. November 2015 um 11:45

    "Morgenland" ist der erste Roman von Stephan Abarbanell. Er ist derzeit Kulturchef des rbb. Das Buch ist als gebundene Ausgabe im September 2015 im Blessing Verlag erschienen, es kostet 19,99 €. Zum Buch: Die junge Lilya Tova Wasserfall lebt 1946 in Palästina und ist im Widerstand gegen die britische Mandatsmacht aktiv. Sie hofft darauf, demnächst bei einem Anschlag mitwirken zu dürfen. Stattdessen erhält sie jedoch einen ganz anderen Auftrag: Sie soll unter dem Deckmantel von JOINT, einer Flüchtlingsorganisation die sich um jüdische Flüchtlinge kümmert, nach dem jüdischen Wissenschaftler Raphael Lind suchen, der in Berlin lebte. Sein Bruder, der Schriftsteller Elias Lind, der in Jerusalem lebt, nimmt an, dass sein älterer Bruder noch leben könnte und nicht, wie ihm die Briten mitteilten, im Jahr 1941 in einem Konzentrationslager ums Leben gekommen ist. Elias Lind übergibt ihr alle Hinweise, vor allem Briefe, die er hat. Lilya denkt, dass dies ein kurzer Auftrag werden wird, sie rechnet eigentlich damit, keine neuen Spuren zu finden. Die Reise führt sie zuerst nach London, wo sie ersten Spuren nachgeht, die sie gefunden hat. Schnell stellt sie auch fest, dass der britische Geheimdienst sie beobachtet. Von London aus geht die Reise weiter nach München, genauer gesagt ins Camp Föhrenwald bei Wolfratshausen, das unter amerikanischer Verwaltung steht. Föhrenwald ist ein Auffanglager für jüdische Überlebende des 2. Weltkriegs, die Lage ist dort aber auch alles andere als rosig, da das Lager aus allen Nähten zu platzen droht wegen der vielen Menschen. Lilya findet auch dort Hinweise auf Raphael Lind, ihre Reise führt sie dann weiter über Offenbach nach Berlin. Dort findet sie ganz entscheidende neue Hinweise und fällt fast einem Anschlag auf ihr Leben zum Opfer. Trotz des schweren Unfalls entscheidet sich Lilya, weiterzumachen. Ihr Spürsinn und eine gute Portion Glück verhelfen Lilya zu immer neuen Hinweisen, die sie dann über Nürnberg/Fürth bis ins ehemalige KZ Bergen-Belsen führen, wo sie dann tatsächlich erfährt, was mit Raphael Lind in der Zeit der Naziherrschaft und des Krieges passiert ist. Meine Meinung: Stephan Abarbanell hat die Zeit nach dem 2. Weltkrieg sehr bildhaft geschildert, man konnte sich richtig gut in diese schreckliche Zeit hinein versetzen. Ich persönlich weiß von damals sehr wenig, ich bin erst viele Jahre nach dem Krieg geboren worden. Erzählungen von Verwandten gibt es wenige, da sie alle, die den Krieg überlebt haben, nicht gern davon erzählen. Die Geschichte des Romans hat mich auf jeden Fall sehr beeindruckt, das Buch aus den Händen zu legen war schwierig. „Morgenland“ gehört für mich zu den absoluten Lese-Highlights dieses Jahres, das Buch erhält von mir eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

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  • Schnitzeljagd durch Nachkriegsdeutschland

    Morgenland

    anushka

    Palästina, 1946: Die junge Jüdin Lilya Wasserfall ist Mitglied des Widerstands gegen die  britische Besatzung Palästinas. Doch statt die Expertin für Dechiffrierung an einem entscheidenden Schlag gegen die Briten zu beteiligen, bekommt sie die Aufgabe, einen verschollenen und totgeglaubten jüdischen Wissenschaftler in Deutschland aufzuspüren. In der Hoffnung, die Aufgabe schnell abschließen und die Hoffnung des Bruders möglichst rücksichtsvoll, aber dezidiert zerschlagen zu können, findet sie sich plötzlich auf einer Schnitzeljagd durch Nachkriegsdeutschland und muss feststellen, dass jemand ganz und gar nicht mit ihrer Suche einverstanden ist. Dieser Roman spielt in einer traumatisierten Welt, der erst langsam bewusst wird, was in Deutschland geschehen ist oder in der viele es noch immer nicht begreifen können: "Zeichne ein Ungeheuer auf einen Bierdeckel, und es bleibt immer noch ein daumengroßes Tier." (S. 28). Viele entwurzelte Überlebende streben nach Palästina, doch dieses ist noch ein Herrschaftsgebiet der Briten. Außerdem gibt es Spannungen mit der arabischen Bevölkerung. Dieser Roman schneidet eine Bandbreite an Themen an. Zum einen geht es um die britische Herrschaft in Palästina und deren Willkür. Auch die Widerstandsbewegung wird beschrieben sowie die Konflikte zwischen den einzelnen Splittergruppen und ihre unterschiedlichen Auffassungen vom bevorzugten Vorgehen. Die Arbeit von Hilfsorganisationen wird  thematisiert und auch die Lager für displaced persons, exemplarisch am Lager Föhrenwald. Oft blieben die Überlebenden weiterhin auf den KZ-Geländen untergebracht (z.B. Bergen-Belsen). Mit den verschiedenen Stationen Lilyas werden immer wieder neue Themen aufgegriffen. Trotz der Vielfalt ergibt dies ein stimmiges Bild und macht Nachkriegsdeutschland sehr plastisch. Dies geschieht sicherlich auch dadurch, dass das Buch nicht mit Informationen zu den einzelnen Aspekten überladen ist. Dafür bietet das Nachwort weiterführende Informationen. Und letztlich wird die historische Situation vor allem an einem Einzelschicksal verdeutlicht. Denn all die angesprochenen Thematiken sind nicht zentraler Punkt der Handlung, sondern bilden eher eine Kulisse für eine spannende Schnitzeljagd, bei der Lilya von einem Hinweis zum nächsten und von einem Ort in Nachkriegsdeutschland zum nächsten reist. Auf den Fersen ist ihr dabei jemand, der nicht möchte, dass die Ereignisse um den jüdischen Wissenschaftler Raphael Lind aufgedeckt werden. Dadurch erhält dieser Roman eine ordentliche Portion an Spannung ohne eigentlich ein Spannungsroman zu sein. Gleichzeitig bleibt die Handlung glaubhaft. Und besonders beeindruckt hat mich die Liebesgeschichte, geschildert aus der Sicht einer Frau, geschrieben von einem männlichen Autor. Hier gibt es keine deplatzierten Sexszenen oder unglaubhaften Gefühlsausbrüche. Eher gedeiht hier ein zartes Pflänzchen in einer feindlichen Welt, ohne zu wissen, ob es überleben wird. Beeindruckt haben mich auch die Parallelen zur aktuellen Flüchtlingssituation. Da sich das Buch aber auch der Entwurzelung widmet, ist das kaum verwunderlich. Viele der Figuren in diesem Buch suchen noch nach ihrem (neuen) Platz in der Welt. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die individuelle Geschichte vielleicht zu sehr im Vordergrund stand und für mich das Elend der Überlebenden und die Weltpolitik noch hätten etwas mehr Raum erhalten können. "Morgenland" war ein spannendes Leseerlebnis mit glaubhaften Figuren und ernstem Hintergrund. Die Handlung ist komplex und bietet einen guten Einblick in die Situation Palästinas. Der Schreibstil ist ansprechend und anspruchsvoll, mit schönen Metaphern und Gleichnissen. Beim Lesen hat man nicht das Gefühl, historisch belehrt zu werden, sondern das Wissen wird hintergründig und dezent vermittelt. Trotzdem fühlt man sich nach dem Lesen bereichert.

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    • 2

    schokoloko29

    06. November 2015 um 07:50
  • Morgenland

    Morgenland

    Susen-Gudrun

    19. October 2015 um 23:13

    Nach dem Zweiten Weltkrieg begibt sich eine junge Frau aus Palästina auf eine abenteuerliche Reise ins zerstörte Deutschland. Sie sucht nach einem jüdischen Wissenschaftler und gerät dabei selbst in höchste Gefahr. Bei dem Roman Morgenland von Stephan Abardanell handelt es sich um eine spannende Geschichte über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, in der alles wieder neu beginnt. Schön sind vor allem die am Buchende eingefügten Fotografien, durch die man sich nochmal intensiv in die Zeit und die Situation der Hauptprotagonistin hinein versetzen kann. Ein beeindruckender und empfehlenswerter Roman

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