Stephan Alexander Glienke

Stephan Alexander Glienke

Lebenslauf von Stephan Alexander Glienke

Stephan Alexander Glienke, 1974 in Peine geboren, hat an den Universitäten Hannover und Roskilde Politik, Geschichte und International Cultural Studies und ist als Zeithistoriker tätig. In seinen Arbeiten befasst er sich insbesondere mit der Entwicklungsgeschichte der Bundesrepublik, mit Schwerpunkt auf dem strafrechtlichen und gesellschaftlichen Umgang mit dem Nationalsozialismus und der rechtshistorischen Entwicklung. Zuletzt hat er im Auftrag der Landtage von Niedersachsen und Schleswig-Holstein Studien zu den NS-Biographien von Landtagsabgeordneten, Landesministern und Ministerialbeamten bearbeitet. In seinen Büchern geht er den zentralen Fragen im Umgang der Nachkriegsgesellschaft mit dem Nationalsozialismus nach. Wie geht eine Gesellschaft mit den Verbrechen der Vergangenheit um? Wie entwickelt sich demokratische Bürgergesellschaft und Rechtsstaat unter dem "Schatten der Vergangenheit"? Wie beeinflussen ehemalige Funktionsträger, Denkstrukturen und Geschichtsdeutungen die weitere Entwicklung? Welchen Einfluss hatten die Deutungsmuster des Kalten Krieges auf den vergangenheitspolitischen Diskurs in der Bundesrepublik? Dabei steht immer der Mensch im Zentrum des Interesses, sein politisches Handeln, seine Selbstverortung in der Gesellschaft. Der Mensch als mündiger Bürger! Wo steht er im gesellschaftlichen und politischen Umfeld? Folgt er dem Mainstream oder ist er Teil einer kritischen Teilöffentlichkeit? Unter welchen gesellschaftlichen Vorbedingungen kann es politischen Minderheiten und kritischen Gruppen gelingen, ihre Positionen in den breiten politischen Diskurs einzubringen? Glienke geht diesen Fragen anhand der kritischen Intellektuellen und den Anfängen der Studentenbewegung Anfang der 1960er Jahre nach, untersucht Debatten in den Rechtsausschüssen der Landtage, des Bundestages und der Länderparlamente, wo gerade in der Frühphase der Bundesrepublik ehemalige Parteigänger des Nationalsozialismus Remigranten und Opfern des untergegangenen Regimes gegenübersaßen. Angesichts der großen Aufgaben des gesellschaftlichen und politischen Wiederaufbaus Deutschlands, mussten beide Gruppen zwangsläufig zusammenarbeiten, oft im gegenseitigen Wissen um die Vergangenheit des jeweils anderen. Wie konnte dies funktionieren? Wie konnte die Bundesrepublik sich unter der Last von Millionen ehemaliger Nationalsozialisten, unzähliger wiederamtierender ehemaliger Funktionsträger des NS-Regimes und einem in den Landtagen in einzelnen Wahlperioden mitunter über 50% liegenden Anteil ehemaliger Nationalsozialisten zu dem demokratischen Rechtsstaat entwickeln den wir heute kennen? Dass die Bundesrepublik sich zu einer recht ansehnlichen Demokratie gemausert hat, ist unbestritten. Angesichts der Ausgangsbedingungen war dieses Ergebnis jedoch nicht zwangsläufig und ist daher umso mehr erklärungsbedürftig.

Alle Bücher von Stephan Alexander Glienke

Stephan Alexander GlienkeDie Ausstellung ,Ungesühnte Nazijustiz' (1959-1962)
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Stephan Alexander GlienkeErfolgsgeschichte Bundesrepublik?
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Erfolgsgeschichte Bundesrepublik?
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Erschienen am 10.04.2008

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