Stephan Boden

 4.1 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Digger Hamburg, Einhandsegeln und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Stephan Boden

Digger Hamburg

Digger Hamburg

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Erschienen am 16.09.2013
EinHundSegeln

EinHundSegeln

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Erschienen am 14.09.2015
Ostseeroulette

Ostseeroulette

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Erschienen am 15.09.2014
Einhandsegeln

Einhandsegeln

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Erschienen am 10.10.2016

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Digger Hamburg" von Stephan Boden

Kleiner segeln, größer leben? Größer segeln, kleiner leben?
R_Mantheyvor 3 Jahren

Solche Sprüche wie der erste (ohne Fragezeichen) verraten gelegentlich mehr über ihre Erfinder als über das, was sie eigentlich aussagen sollen. Menschen, die wirklich groß leben, schreiben höchst selten darüber Bücher. Sie gehen damit nicht auf den Markt der Eitelkeiten, weil das eben nicht zu ihnen und ihrem Leben passt.

Stephan Boden arbeitet in der Werbebranche. Nach einer gescheiterten Beziehung war er gezwungen, sich ziemlich radikal von seinem bisherigen Leben und vielem angesammelten Besitz zu trennen. Das wirkte befreiend und vereinfachte viel. Wenn man sich mit den Annehmlichkeiten und Besitztümern des modernen Lebens umgibt, dann stellt man zwischen sich und dem einfachen, ursprünglichen Leben eine Menge Zeug, das Lasten und Verpflichtungen mit sich bringt.

Durch einen Zufall sah der Autor auf der Suche nach etwas ganz anderem eine Varianta 18 mit Kurzkiel, in die er sich sofort verliebte. Dieses recht kleine Segelboot mit einer Länge knapp unter sechs Metern und einer Verdrängung von fast 800 Kilogramm ist zwar seetauglich, aber eigentlich nur für nahe Küstengewässer und schönes Wetter. Doch Stephan Boden wollte mit neuer Freundin und Hund von Schleswig bis nach Schweden und eigentlich auch noch nach Oslo segeln. Kleines Boot, große Pläne und ein Sommer, in dem es fast nur stürmte und regnete. Aus der großen Tour wurde eine Reise entlang der dänischen Küste fast bis Skagen und zurück.

Der Autor erzählt die Geschichte der Tour in diesem Buch. Viel Aufregendes passierte nicht, denn wegen des andauernden schlechten Wetters lagen die beiden Segler mehr in den Häfen, als dass sie ihr neues Boot ausprobieren konnten. Man kann es Optimismus nennen oder Mut oder eine andere Vokabel dafür benutzen - jedenfalls segelte Boden mit seiner völlig unerfahrenen Freundin auf einem kleinen Boot, das er noch nie vorher wirklich ernsthaft testen konnte, zunächst auf der Schlei von Schleswig bis Schleimünde, um dann bei heftigem Gegenwind und für dieses Boot recht hohen Wellen in die launische Ostsee zu driften.

Sympathisch an Boden ist, dass er offen seine Panik beschreibt, die ihn dabei erfasste. Auch später folgen viele ehrliche Kommentare, die zeigen, dass auch relativ erfahrene Segler nicht vor merkwürdigen Entschlüssen und Manövern sicher sind. Auf diesem kleinen Boot spürt man die Kräfte, denen man sich bei schlechterem Wetter aussetzt, sehr direkt. Natürlich segelt man mit einem solchen Boot unter solchen Bedingungen unmittelbarer als auf einer großen Jacht. Man fühlt wieder das Wesentliche am Segeln. Und man muss sich nicht um alles Mögliche auf dem Schiff kümmern, weil es nicht alles Mögliche gibt. Alles ist auf ein Minimum reduziert. Und das wiederum führt dazu, dass man sich selbst wieder neu einstellen kann. Und genau das wollte Boden erreichen.

Allerdings besitzt wohl auch diese Ursprünglichkeit einen Preis, zum Beispiel einen kaputten Rücken, weil sich die Kräfte der Natur eben doch etwas unmittelbarer auf den Skipper übertragen. Oder eine Knochenhautentzündung am Ellenbogen vom Halten der Pinne in stürmischer See.

Das Buch liest sich gut, obwohl nicht wirklich viel passiert. Aber das immer wieder vorgetragene Mantra der Einfachheit und des Herunterkommens ist eine nützliche Botschaft. Nicht jeder muss und wird ihr folgen. Manchem helfen vielleicht erst einfache Umstände, um wieder zur Ursprünglichkeit zurückzufinden. Andere finden auch mit Annehmlichkeiten dahin, weil sie denen nicht so viel Wert beimessen, dafür aber hinterher nicht zum Arzt müssen.

So ganz nehme ich dem Autor sein Mantra dann auch nicht ab, obwohl seine persönliche Erfahrung natürlich sympathisch und völlig authentisch ist. Aber er hadert mir zu oft mit den größeren Yachten, deren Eigner alle irgendwie daneben sind. Wozu diese Vergleiche? Weil er doch nicht den Längsten hat und sich dafür ständig rechtfertigen muss? Vielleicht wird das Leben erst so richtig einfach, wenn einem auch der Besitz und die Urteile der anderen völlig egal sind.

Für Segler ist dies ein ganz interessantes Buch, auch wenn sie nicht viel wirklich Neues in ihm erfahren. Die anderen Leser werden gelegentlich mit ein paar Begriffen konfrontiert werden, die sie nicht verstehen, aber das stört nicht wesentlich.

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kolokeles avatar

Rezension zu "Digger Hamburg" von Stephan Boden

Digger Hamburg
kolokelevor 4 Jahren

Ich habe mit Segeln ü-ber-haupt nichts zu tun. Aber ich mag Aussteigergeschichten und Geschichten von Leuten, die einen Break im Leben machen, sich neu sortieren. Das ist hier der Fall. Die Aufmachung des Buches, Schriftart und zahlreiche Bilder, finde ich spannend anzusehen, es gibt dem Buch einen besonderen Touch und hat wirklich etwas von einem Log-Buch. Ich habe, wie gesagt, keine Ahnung vom Segeln und nach diesem Buch denke ich, dass meine Abenteuerlust auch nie so groß sein wird, dass ich es unbedingt ausprobieren will. Aber darüber lesen, sehr gern. Stephan Boden, ein begeisterten Segler, der allerdings einige Jahre abstinent war, packt auf einmal die Segellust wieder und zwar als ihm alles um ihn herum, zuviel wird bzw. nicht mehr glücklich macht. Beziehung zerbrach, Job scheint sinnlos, Zeit sich neu zu finden. Er plant einen längeren Segeltörn in der Ostsee auf einem recht kleinen Segelboot - allein (mit Hund). Wie es so ist, erweitert sich die Besatzung dann doch noch um seine neue Freundin, aber das tut dem Abenteuer ja keinen Abbruch. Der Einstieg ist erstmal recht nüchtern und technisch, aber man bekommt auch viel mit von dem drumrum, der Reise an sich, man lernt die Häfen kennen und ist irgendwie einfach dabei.
Die Reise verläuft gaaanz anders als geplant, aber dennoch wird es eine unvergessliche Zeit. Das Buch ist gespickt mit wunderschönen Bildern, Facebookposts aus der Zeit, sowie Blogeinträgen, zusätzlich zum eigentlichen Text und Beschreibung der Reise. Manchmal doppelt sich also das gelesene, das fand ich manchmal etwas irritierend. Wie gesagt, ich habe keine Ahnung vom Segeln, bin aber vom Buch begeistert gewesen und habe es fast in einem Zug gelesen.

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abetterways avatar

Rezension zu "Digger Hamburg" von Stephan Boden

Auszeit vom Leben...
abetterwayvor 5 Jahren

Ein Segler der sich eine Auszeit vom allltäglichen Leben nimmt, nachdem ihm das Leben so wie er es führte keinen Spaß mehr machte. Besonders nachdem ihm sein zum Beruf gemachtes Hobby keine Freude mehr bereitete zog er die Reißleine. Er hat sich entschieden sich einen Sommer (der kein Sommer war) vom Alltag zu verabschieden. Mit seiner Freundin und seiner Hündin nahm er die Herausforderung an. Besonders mutig fand ich es von seiner Freundin einfach mitzukomme, obwohl sie noch nie gesegelt war.
Die Reise sollte nach Norden gehen, aber aufgrund des schechten Wetter war irgendwann Schluss und sie entschieden sich umzudrehen und das war der eigentliche Moment wo sich alles änderte. Der Druck ist abgefallen und sie konnten endlich abschalten. In ihrem kleinen Bott war kein Platz für viele Dinge aber sie hatten was sie brauchten und lernten wieder den Luxus schätzen, der im Alltag selbstverständlch geworden ist.

Das Buch ist sehr schön gestaltet, mit den ganzen Bildern, den Blogeinträgen und der Einabnd ist einfach wundervoll anzugreifen. Dennoch hätte ich mir etwas mehr "Innenleben" der Personen gewünscht. Wie ist es ihnen wirklich ergangen? Wie hat sich die Wandlung vollzogen? Diese Fragen bleiben offen. Für einen Nicht Segler sind noch zuviele Fachwörter und zuviel gerede über Windverhältnisse. Mir ist klar das Wind das wichtigste beim Segeln ist, aber es wäre shcön gewesen wnen man vl für nicht Segler ein kurzes Kapitel mit den wesentlichsten Erläuterungen schreibt und hinten anhängt. Dennoch ein gelunges Werk.

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