Stephan Fölske

 4,2 Sterne bei 42 Bewertungen
Autorenbild von Stephan Fölske (©Fölske privat)

Lebenslauf

Seit 2004 lebt er im Residenzort Rastede, hat 2 Kinder. Aufgrund psychischer Probleme kann er seit 2013 seinem ursprünglichem Beruf nicht mehr nachgehen. Philosophie und Kreativität haben ihn sein Leben lang begleitet. Bereits seit frühester Jugend schreibt er immer wieder Gedichte, malt Bilder oder zeichnet. Während seiner beruflichen Tätigkeit strebte er meist nach Führungspositionen, was ihm allerdings 2011 seinen ersten Burnout bescherte, bis er sich dann 2013 nach einem erneuten Zusammenbruch aus dem Arbeitsleben verabschieden musste. Aufgrund seiner Erfahrungen und im Sinne einer Eigentherapie begann er 2018 mit seiner Karriere als Autor. Im November 2018 veröffentlichte er sein erstes Buch, Das fragmentierte Hirn und bereits einen Monat später ein weiteres Buch. Danach folgten dann weitere Bücher.

Botschaft an meine Leser

Lieber LeserIn,

zunächst einmal freue ich mich sehr, dass du den Weg hierher gefunden hast, und nun diese Zeilen liest. Ich begrüße dich recht herzlich und hoffe, dass du Interesse an meinem aktuellen und auch zukünftigen Geschreibsel finden wirst. Gerne nehme ich Kritik und Vorschläge an und freue mich, wenn du mir etwas schreibst.

Liebe Grüße

Stephan

Alle Bücher von Stephan Fölske

Cover des Buches Vernichtung (ISBN: 9783751982870)

Vernichtung

 (8)
Erschienen am 11.03.2022
Cover des Buches Fragmentserie / Der fragmentierte Wahnsinn (ISBN: 9783748505754)

Fragmentserie / Der fragmentierte Wahnsinn

 (6)
Erschienen am 22.01.2019
Cover des Buches Widerstand (ISBN: 9783755752011)

Widerstand

 (5)
Erschienen am 31.12.2021
Cover des Buches Fluch der Träume (ISBN: 9783748530206)

Fluch der Träume

 (3)
Erschienen am 08.04.2019
Cover des Buches Fluch der Träume (ISBN: 9783748530787)

Fluch der Träume

 (2)
Erschienen am 09.04.2019
Cover des Buches Mein Therapeut heißt Wahnsinn (ISBN: 9783748510413)

Mein Therapeut heißt Wahnsinn

 (2)
Erschienen am 08.02.2019

Neue Rezensionen zu Stephan Fölske

Cover des Buches Widerstand (ISBN: 9783755752011)
Frechdachss avatar

Rezension zu "Widerstand" von Stephan Fölske

Ohne Kenntnisse der vorherigen Bände wähnte ich mich im berühmt berüchtigten Nebel von Avalon
Frechdachsvor einem Jahr

Das Buch habe ich nach Kapitel 3 leider abgebrochen, da ich kaum in die Handlung und die verschiedenen Handlungsstränge reinkam. 

Meine persönliche Empfehlung ist, die vier vorherigen Bände auf alle Fälle vorher zu lesen, da eine Rückschau auf die bisherigen Ereignisse fehlt. 

Insgesamt fehlte mir persönlich der rote Faden bzw. die Klammer, welche die verschiedenen Handlungsstränge dann zusammenhält. So herrschte bei mir leider viel Konfusion und der Roman hat mich einfach nicht gepackt. 

© Frechdachs 2023 - Keine Chance den Copycats!

Cover des Buches Widerstand (ISBN: 9783755752011)
ElfriedeKohlhases avatar

Rezension zu "Widerstand" von Stephan Fölske

Widerstand
ElfriedeKohlhasevor 2 Jahren

Widerstand ist im BoD Verlag erschienen und beinhaltet 394 Seiten. Widerstand ist der 5. band der Reihe. 

Es ist ein Fiktionsroman. Regeln, Gesetze und Werte werden neu definiert. In der Diktatur werden Kinder aus ihren Familien gerissen und durch andere ersetzt. 

Ich bin mit dem Schreibstil nicht zurecht gekommen. Ich habe 3 mal versucht den Roman zu lesen und habe jedesmal abgebrochen. 

Empfehlenswert ist es Band 1 - 4 zu kennen, dies war aber nicht ersichtlich. 

Ich vergebe 2 Sterne.

Cover des Buches Vernichtung (ISBN: 9783751982870)
Luisa94s avatar

Rezension zu "Vernichtung" von Stephan Fölske

Tolle Idee mit viel Potential
Luisa94vor 2 Jahren

Die Geschichte selbst war sehr spannend erzählt und hatte unerwartete Wendungen.

Auch sie Traumsequenzen waren sehr spannend, wobei ich mir mehr von ihnen gewünscht hätte.

Die Dialoge waren leider häufig sehr ruckelig und wirkten sehr gestellt, sodass es mir schwer fiel mir diese vorzustellen.

Alles in allem ein schönes Buch mit viel geschichtlichem Wissen

Gespräche aus der Community

Ich würde mich freuen, wenn hier jemand Interesse verspürt, das neue Buch zu lesen und zu bewerten.

Da es sich um eine Ausgabe einer Buchreihe handelt, möchte ich vorab erwähnen, dass es nicht unbedingt erforderlich ist, die anderen Bücher zu kennen.

Es handelt sich bei den Büchern, die ich verlose, um reine Rezensionsexemplare, die NICHT in den Handel kommen dürfen :-)

Gerne auch mit Widmung *hihi*


70 BeiträgeVerlosung beendet
H
Letzter Beitrag von  Hasimbauchvor 2 Jahren

Wirklich spannend, wie sich die verschiedenen Charaktere weiterentwickeln. Alle Handlungsstränge waren sehr packenden, sowohl die Jugendlichen im Feriencamp und ihre Abenteuer am Strand, als auch der Weg von Melanie und Michael nach Paris und Deutschland, aber auch die Beziehung zwischen Eva Bronzen und Tobias Fels und deren Einflüsse auf die anderen Geschehnisse. Durch die Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungssträngen bleibt der Roman sehr kurzweilig.

Etwas gestolpert bin ich über die Chronologie rund um das U-Boot, habe aber schnell den Faden wiedergefunden. Etwas enttäuscht hat mich das letzte Kapitel. Ich weiß nicht, ob aus dem Grund, dass das Buch damit zu Ende war oder weil sich durch die Einmischung von Tobias Fels eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge ergeben hat, die dann ja nicht mehr erzählt wird. Ich bin sehr neugierig auf den 6. Band und hoffe auf dessen baldige Veröffentlichung!?

Ich war nun länger nicht mehr hier und daher möchte ich ein Update schreiben.

In 2020 wurden 2 weitere Bücher von mir veröffentlicht.
Fluch der Träume:

3 - Rückkehr
4 - Veränderung

Danach war es ein wenig still um mich, da wir begonnen haben, das Buch "Fluch der Träume - Widerstand" als Hörbuch/Hörspiel-Hybrid zu produzieren. Die Arbeiten sind nunmehr fast vollständig abgeschlossen, sodass das Buch als Print Ende 2021 veröffentlicht werden konnte.

Für das erste Buch der Reihe "Vernichtung" sind wir ebenfalls dabei, es als Hybrid-Hörbuch zu veröffentlichen. Das erste Kapitel wird Interessierten kostenfrei zur Verfügung stehen.

Außerdem bin ich dabei, die Prints in neuer Form (Inhalt und Cover modifiziert) zu veröffentlichen. Sobald diese verfügbar sind, gibt es hier eine weitere Info.

Für die am 31.12.2021 veröffentlichte Episode "Fluch der Träume 5 - Widerstand" gibt es bald eine Leserunde und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr Interesse an einer solchen habt :-)


Zum Thema
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So, mein erster Roman wurde veröffentlicht und ich möchte ihn einmal vorstellen. Hierzu eröffne ich eine Leserunde. Eine Verlosung wird es demnächst auch hier geben.
1 Beiträge
StephanFs avatar
Letzter Beitrag von  StephanFvor 5 Jahren
Er konnte seinen Blick einfach nicht vor ihr abwenden. Ihre großen klaren Augen faszinierten ihn. Die Erinnerung an die Vergangenheit war sehr präsent, denn schon damals hatte sie diese wundervollen Augen gehabt. Die 30 Jahre hatten nichts von seiner Faszination für sie eingebüßt. „Es ist wirklich eine Ewigkeit her“, stammelte er und schämte sich, weil er sie so anstarren musste. Ständig versucht er, ihre Gesten und ihre Mimik zu deuten. Natürlich war ihm klar, dass er nicht in ihren Kopf schauen konnte, und außerdem war er nervös. Da war es wieder, das kleine Grübchen an ihrem Mund, als sie ihn anschaute. „Das stimmt! Auf den Fotos habe ich dich gar nicht wiedererkannt.“ Das war nun etwas, was er gar nicht hatte hören wollen. Verlegen griff er zum Becher und nahm einen Schluck Kaffee. Der war noch so heiß, dass er sich den Mund verbrannte. Doch er verzog keine Miene, weil er sich keine Blöße geben wollte. Dabei ging es ihm nicht darum, keine Schwäche zu zeigen, sondern nur darum, sich nicht weiter zu blamieren. Es kam ihm so vor, als wäre er wieder 16. Aber damals war er nicht so kopflos gewesen wie in diesem Moment. Er lächelte sie an: „Tja, kann sich nicht jeder so gut gehalten haben wie du.“ Treffer versenkt, damit hatte er nun endgültig den Vogel abgeschossen. Wenn er an einen Wettbewerb in Dummheit teilgenommen hätte, wäre er sicherlich der Sieger gewesen. Er fühlt sich, als falle er in das tiefste Loch, das es auf diesem Planeten gab. Schweißgebadet erwachte er und wusste für einen Herzschlag nicht, wo er war. Dann holte ihn die Realität ein und sickerte langsam in sein Bewusstsein. Ein Traum, ein verdammter Traum, und dann auch noch ein miserabler. Kurz drehte er sich um und tastete mit der rechten Hand nach dem Tablet, um die Uhrzeit zu bestimmen. Oh, es war erst 5 Uhr, und er war schon hellwach. In den letzten Wochen war er häufig von merkwürdigen Träumen verfolgt worden, früh morgens erwacht und hatte nicht mehr schlafen können. „Wie gut, dass ich diesen Wahnsinn bald vergessen kann!“, sprach er sich selbst zu, um sich zu beruhigen. Aber egal, wie er sich mit anderen Gedanken abzulenken versuchte, immer blieben Teile dieser vielen gemeinen Träume in seinem Kopf zurück. Er konnte, nein, er wollte mit niemandem über seine derzeitige Situation reden, weil es immer alles sehr peinlich war, und vor allem war es ihm einfach nur suspekt, mit diesen Resten seiner Erinnerung ständig konfrontiert zu werden. Wem sollte er auch davon erzählen? Seit Jahren lebte er alleine in einer kleinen Wohnung in einem Wohnblock. Hier kannte niemand den anderen, und selbst, wenn er Kontakte hätte aufbauen wollen, wären sie nie über die Oberflächlichkeit hinweg gekommen. Leichter Schwindel überkam ihn, und er beschloss, sich noch einmal umzudrehen. Der Mann vor ihr war so nervös, dass es fast schon albern war. Er ist Mitte 40 und benimmt sich wie ein kleiner Junge, dachte sie. „Es ist wirklich eine Ewigkeit her“, stammelt er, und sie muss mich zwingen, seinen intensiven Blicken Stand zu halten. Wir sind doch erwachsene Menschen, dachte sie und verdrehte innerlich die Augen. Vielleicht sollte sie etwas zu ihm sagen? „Das stimmt, auf den Fotos habe ich dich gar nicht wiedererkannt.“ Natürlich war das nicht unbedingt das, was er gerne hätte hören wollen, aber warum sollte sie dem Menschen vor sich etwas vorspielen? Sie waren vor 30 Jahren ein Paar gewesen, und das war wirklich eine Ewigkeit her. Jetzt hatte er sich scheinbar den Mund mit heißem Kaffee verbrannt. Wie peinlich! dachte sie, sagte aber nichts. Sie nahm einen kleinen Schluck Kaffee und wartete ab. „Tja, kann sich nicht jeder so gut gehalten haben wie du.“ Sie lachte innerlich auf. Die Situation war mehr als peinlich, ja fast beklemmend. Sie überlegte, wie sie dieses Treffen schnellstens wieder beenden konnte. „Was war das?“, schreckte er hoch und schüttelte sich, um wieder klar zu werden. Ein erneuter Traum hatte nach ihm gegriffen. Es machte ihm Angst, dass und vor allem, was er erlebt hatte. Verwundert, ja eher verwirrt setzte er sich auf und versuchte sich seiner Realität bewusst zu werden. „Werde ich nun endgültig verrückt, oder habe ich einen Hirntumor?“ fragte er sich und stand auf. Ihm war sehr schwindelig, aber ob es vom langen Schlafen oder den Träumen kam, konnte er nicht genau sagen. Langsam und unsicher ging er in die Küche, nachdem er sich frisch gemacht hatte. Die Dusche hat ebenfalls nicht geholfen, stellte er fest und musste sich an der Arbeitsplatte festhalten, als er den Wasserkocher befüllte, um sich einen starken Kaffee zu machen. Kurze Zeit später saß er am Tisch, vor sich einen Becher dampfenden Kaffee, sich die Augen reibend. Was ist bloß los mit mir? Ob ich zum Arzt gehen sollte? Leichte Übelkeit und erneuter Schwindel befielen ihn. „Es ist mir egal! Der Befehl lautet, ein Koffer pro Person!“, brüllt der Offizier den Mann an, an dessen Seite sich zwei Kinder befanden. „Aber wir brauchen ...“, schon wurde Koschel von dem Uniformierten unterbrochen, der nun weiterbrüllte. „Was versteht ihr dummen Juden nicht? Ist es alles zu schwer für euch? Seit Wochen gibt es den Aushang im Ghetto, dass heute Abfahrt ist. Mit allen Anweisungen! Los jetzt! Den Rest lasst ihr hier.“ Gezielt trat er die Kisten, die gestapelt am Eingang stehen, mit seinem Stiefel um, sodass Geschirr und Besteck auf dem Boden verteilt lagen. „Jawohl!“, gab Koschel kleinlaut von sich und forderte liebevoll seine Frau und die Kinder auf, die Wohnung zu verlassen. Er selbst griff nach seinem Koffer. „Recht so! Und nun los.“ Damit steckte der Offizier seine Pistole in das Holster und verließ als Erster die Wohnung, um mit seiner Faust an die nächste Tür zu hämmern. Ein Soldat mit Maschinenpistole stand am Treppenabsatz und wies der Familie mit ernstem Blick, ja, fast schon mit Abscheu in seinen Augen, den Weg zu dem vor der Tür stehenden Lastkraftwagen. Die Rosensteins und die Goldbergs standen bereits haltsuchend auf der Ladefläche. „Ganz ruhig Kinder, steigt auf, und wir bleiben zusammen“, sagte der Mann und nickte seiner Frau aufmunternd zu. „Wird schon nicht so schlimm werden, denn immerhin durften wir ein paar Sachen mitnehmen“, versuchte Levi seine Frau aufzumuntern, die erwiderte: „Sonst hätten sie uns wohl gleich erschossen, oder?“ Sie kreischte auf, als sie plötzlich vier Schüsse hörte. Alle, die zusammengepfercht auf der Ladefläche standen, schauen nach oben. „Das kam aus unserer Etage“, flüsterte er. „Hoffentlich ist den Lehmanns nicht passiert“, sagte sie leise, und ihre Augen füllten sich mit Tränen, weil sie keine Hoffnung mehr hatte. Harte Schritte, der Offizier verließ das Gebäude und eilte auf den Wagen zu. „Hey, ich brauche zwei Männer. Runter vom Wagen und 4 von Euresgleichen aus der Wohnung oben holen. Ihr könnt die Leichen auf die Straße hier legen“, befahl er in einem scharfen Ton und machte eine Handbewegung. „Los, los!“ keifte er. Levi Koschel nickte seiner Frau zu „Ich komme gleich wieder. Herr Goldberg, helfen Sie mir?“ „Natürlich.“ Die beiden Männer sprangen vom Lkw und liefen die Treppe hoch. Der Soldat mit der Maschinenpistole stand oben, vor der Tür der Koschels. Levi erhaschte einen Blick in seine Wohnung, sein Herz wurde ihm schwer, aber er wurde von Goldberg weitergezogen, der nun den Soldaten ansprach. „Der Obersturmbannführer hat uns hochgeschickt, wir sollen Leichen holen.“ „Dort rein!“ Er zeigte mit dem Lauf seiner Waffe auf die Tür der Wohnung Lehmann. „Sehr wohl“, sagt Levi, und beide gingen in die Wohnung, in der es nach Pulver und etwas Anderem roch. Erst später würden sie wissen, dass Blut und tote Menschen so rochen. Nachdem sie die 4 Leichname auf der Straße abgelegt hatten, mussten sie den Wagen besteigen, der sich in Gang setzte. Levis Frau versuchte, seine mit Blut verschmierten Hände mithilfe eines Taschentuchs zu reinigen. „Lass gut sein, Frau, sicherlich werde ich mich am Ende unserer Reise richtig waschen können.“ „Bestimmt“, lächelte sie ihn an und schaute traurig zu den Kindern, die sich angestrengt festzuhalten versuchten, denn alle mussten während der Fahrt stehen. Von dem Offizier war nichts mehr zu sehen, aber Schüsse vernahmen sie während der Fahrt zum Bahnhof noch häufiger. „Nein! Oh, mein Gott!“ Auf dem Boden liegend erwachte er und konnte nicht fassen, was er soeben erlebt hatte. Er war wirklich Levi Koschel gewesen deportiert worden? Es hatte sich so echt angefühlt, und ihm war nicht klar gewesen, warum das nun wieder passiert war. Sein Hinterkopf schmerzte fürchterlich, und seine Ellenbogen ebenfalls. Langsam versuchte er aufzustehen, was ihm unter einem Stöhnen gelang. Benommen nahm er Platz, der Kaffee dampfte noch, sodass er wusste, dass er nicht lange weggewesen sein konnte. Die bohrende Frage, was mit ihm los war, überdeckt alle anderen Gedanken. Der Schreck saß ihm noch tief in den Gliedern, denn er war Levi gewesen und hatte wie er empfunden. Selbstverständlich war es ein Traum gewesen, denn in der Zeit zu reisen, war nicht möglich, und an so einen esoterischen Kram wie ein früheres Leben glaubte er nun einmal nicht. Doch es war so echt gewesen! In dem Traum zuvor hatte er die Rollen getauscht und die Situation erneut erlebt. Er fragt sich, ob es auch bei seiner letzten Erfahrung so sein würde. Das würde er nicht schaffen, denn Einfluss auf das Geschehen hatte er bisher noch nicht. Er musste nur mitmachen, als müsse er einem unsichtbaren Drehbuch folgen. Er griff nach dem Becher und nahm einen großen Schluck des dampfenden Kaffees. Das war eine Wohltat, und es ging ihm bereits besser. Die Schmerzen ließen nach, doch sicherlich würde er heute noch mit Kopfschmerzen zu kämpfen haben. Wenn es nur das wäre, dachte er und starrte auf sein Smartphone, um seine Nachrichten zu lesen. Nach weiteren Schlucken wechselte er zu den Nachrichtenseiten im Internet und stellte fest, dass die Welt verrückt war. Ein amerikanischer Präsident, der scheinbar „Hohl wie Paprika“ war und sich benahm wie die Axt im Walde, eine Bundesregierung, die sich nicht wirklich bewegte, und die Nachrichten aus der Wirtschaft waren ebenfalls nicht rosig. „Tja, scheint wohl schneller mit uns bergab zu gehen, als ich angenommen habe“, sagte er zu sich selbst. „Wer weiß, vielleicht haben wir einen erneuten kalten Krieg zwischen Russland und Amerika, die afrikanischen Staaten ersticken an unserem Wohlstandsmüll, und die Araber bringen sich gegenseitig um. Aber was weiß ich denn schon?“ Den leeren Becher räumte er artig in die Geschirrspülmaschine und schaute hinauf zur Küchenuhr. „Verdammt, stehengeblieben!“, fluchte er leise und holte aus einer der Küchenschubladen eine neue Batterie. Mit einem Blick auf sein Handy ermittelte er die aktuelle Uhrzeit und stieg auf den Stuhl, um die Uhr abzuhängen. Er setzte sich an den Tisch und blickte auf das Batteriefach, entnahm die wohl leere Batterie und betrachtete sie mürrisch. „Wieder etwas mehr giftiger Müll“, sagte er zu sich und stand auf, um sie im Mülleimer zu entsorgen. Dabei trat er die Kisten um, die polternd zur Seite fielen und ihren Inhalt aus Geschirr und Besteck auf den Boden entleerten. Ein Mann, dessen Kinder sich an seiner Seite festhielten, blickte ihn erschrocken an. „Jawohl“, sagte dieser Mensch kleinlaut, griff nach seinem Koffer und trieb seine Familie liebevoll zur Eile an. Währenddessen steckte er sich die Waffe in das Holster und atmete schwer. Er fühlt sich, als müsse er schreien, um die Befehle durchzusetzen. Dieses Pack will einfach nicht hören, dachte er und ging in den Flur zur nächsten Tür, an die er mit seiner behandschuhten Hand kräftig schlug. „Los, öffnen! Heute ist Abreise!“, sagte er laut und schaute auf das messingfarbene Namensschild mit der Aufschrift „Lehmann“. Für einen kleinen Moment erschrak er und hörte sogar mit dem monotonen Klopfen auf. Doch kurz danach fing er sich wieder und hämmerte weiter. „Werde schon ganz wirr durch den Umgang mit dem Judenpack“, dachte er und interessierte sich nicht weiter für den Namen der Leute, die hier wohnten, denn er würde sie sowieso nicht wiedersehen. Er musste nur für den ordnungsgemäßen Transport sorgen. „Gefreiter Müller“, rief er scharf und hörte die schweren Schritte eines Soldaten, der die Treppe hocheilte. „Jawoll, Herr Obersturmbannführer!“, rief er zackig und schlug die Hacken ordentlich zusammen. „Die Leute wollen sich unserem Befehl scheinbar widersetzen. Also, aufbrechen!“, befahl er, während er ein paar Schritte zurücktrat, um Müller Platz zu machen, der sich mit einem lauten „Jawoll“ in Bewegung setzte und mit einem gekonnten Stiefeltritt die Tür öffnete. Angstschreie kamen ihnen entgegen, doch er ließ sich nicht beirren, sondern brüllte: „Das war meine letzte Aufforderung! Kommt raus und geht nach unten. Jeder nur einen Koffer! Dann passiert nichts.“ Wieder nur Gewimmer und Schreie voller Angst. „Ich zähle bis 3, und dann ist es aus!“ „1.“ „2.“ „3.“ „Los Müller, erschießen Sie alle!“ „Jawohl, Herr Obersturmbannführer!“, erwiderte er, lud seine Maschinenpistole und ging durch die aufgetretene Tür. Kurz darauf folgten 4 Schüsse, der Obersturmbannführer drehte sich um, rückte seine Mütze zurecht und stieg die Treppe nach unten. Er verließ das Haus und ging auf den dort stehenden Lkw zu. Wie die Tiere zur Schlachtbank, dachte er, als er die Menschen auf der Ladefläche betrachtete. „Hey, ich brauche zwei Männer. Runter vom Wagen, und 4 von Euresgleichen aus der Wohnung oben holen. Ihr könnt die Leichen auf die Straße hier legen“, befahl er, wandte sich ab und ging zu seinem vor dem Lkw wartenden Kübelwagen, der dort mit laufendem Motor stand. Der Fahrer sprang heraus und öffnete ihm die Tür. „Jetzt reicht es“, schrie er, als er wieder realisierte, dass er abermals in seiner Küche stand und den umgefallenen Mülleimer sah. Erstaunlicherweise war er diesmal nicht umgefallen, sondern stand noch. Er war entsetzt von dem, was er erlebt hatte. Natürlich war es nur ein Traum gewesen, aber etwas war merkwürdig gewesen. Das erlebte Leid und die Kaltblütigkeit, die er hatte fühlen müssen, waren grausam gewesen. „Das Leben ist hinterhältig“, murmelte er, räumte den Müll zusammen, stellte den Eimer wieder auf und setzte sich erst einmal. Dann fiel ihm die Uhr ein, die er mit der neuen Batterie versehen wollte. Das ließ sich leicht erledigen, und nach Abgleich mit seinem Handy tickte die Uhr wieder artig an der Küchenwand und zeigte die aktuelle Zeit an. Der Gedanke an die Familie Koschel und ihr Schicksal ließ ihn nicht los, ebenso wenig seine Kopfschmerzen. Ob es sie vielleicht gegeben hat, fragte er sich und beschloss bei einem weiteren Becher Kaffee, seinen Rechner zu aktivieren. Vielleicht gab ihm das Internet eine Antwort. Wenn nicht, war das nicht weiter schlimm, denn es war ja nur ein merkwürdiger Traum gewesen. Ein paar Minuten später hockte er vor seinem Computer, wartete, bis er hochgefahren war und meldete sich an. Ein paar Klicks und Tastatureingaben später schaute er gebannt auf den Bildschirm. „Es gab Levi Koschel und seine Familie im Warschauer Ghetto, und sie wurden deportiert und sind im KZ gestorben“, sagte er laut, als er die Namenslisten im Internet durchging. Die anderen Personen, von denen er geträumt hatte, hatten ebenfalls tatsächlich gelebt. Die Erinnerungen an seinen Traum schossen förmlich in sein Bewusstsein, und er begann heftig zu zittern. Er fragte sich erneut, wie es sein konnte, dass er etwas im Traum erlebt hatte, was wirklich passiert war, er aber nichts davon gewusst hatte. Nun folgte der Gedanke, ob es diesen abscheulichen Offizier auch gegeben hatte. Er war neugierig, was aus dem Monster geworden war und hoffte im Netz auch dazu einige Informationen zu finden. Doch bevor er loslegte, fiel ihm ein, dass er dessen Namen gar nicht wusste, denn in seinem Traum war er nur mit seinem Rang bezeichnet worden. „Mist, Mist, Mist!“, sagte er zu sich, beruhigte sich aber schnell wieder, als ihm einfiel, dass etwas Merkwürdiges passiert war, während er dieser Offizier gewesen war. Hatte er sich nicht, als er den Namen auf dem Türschild gesehen hatte, komisch gefühlt? Diese Frage ging ihm nun nicht mehr aus dem Kopf, und er beschloss, seine Träume aufzuzeichnen, damit sie nicht in seinen Erinnerungen verblassen würden. Unter großem Druck begann er zu tippen, denn in ihm wuchs die Angst, dass ein erneuter und unerwarteter Traum ihn aus der Realität reißen könnte. Mittlerweile stellte er sich die Frage, was überhaupt noch real war und was nicht. Diese elende Unsicherheit und die verdammten Kopfschmerzen! Eine knappe Stunde später und ohne einen weiteren Aussetzer beendete er die Aufzeichnung seiner Erinnerungen. Ob ich einfach mal eine Anfrage an ein Archiv senden sollte? Vielleicht bekomme ich dort mehr, fragte er sich, verwarf aber vorerst den Gedanken, weil er keine Ahnung hatte, wo er hätte anfragen können. Außerdem brauchte er nicht die Rückmeldung, dass das alles zu verrückt klinge und er womöglich Besuch von der Polizei bekäme, die ihn die Klapse bringen würde. Aber loslassen konnte er nicht. Er war wie besessen von dem Wunsch, dieses Rätsel zu lösen. In seinem Bewusstsein machten sich heftige Zweifel breit, ob er nicht lieber erst einmal den Träumen selbst auf den Grund gehen und einen Arzt aufsuchen sollte. Es klingelte an der Tür. Er schreckte auf, wurde aus seinen Gedanken gerissen und fragte sich, wer das sein konnte. Erst dachte er an die Polizei, aber dann beruhigte er sich wieder, weil er ja noch keine Anfrage versendet hatte. Erleichtert stand er auf und schaute durch den Türspion, dann öffnete er die Tür. „Mensch, Flocke, was treibt dich denn her?“ sagte er und umarmte den Besucher zur Begrüßung. „Hey Michael, wollte mal vorbeischauen, weil ich neugierig bin, wie es gestern Nacht noch gelaufen ist.“ Sie drückten sich kurz, und Michael stellte sich die Frage, was sein Kumpel da meinte. „Äh, komm‘ erstmal rein. Willst du einen Kaffee?“ „Na klar!“ Sie gingen in die Küche, und Flocke nahm Platz. „Was ist denn hier los?“ fragte er und betrachtete die Reste Müll, die noch neben der Tonne lagen. „Oh, ich habe den Eimer umgeworfen und dachte, ich hätte alles wieder eingeräumt!“, antwortete Michael, machte jedoch erst einmal Kaffeewasser heiß. „Hat dich dein Date so fertiggemacht?“, lachte Flocke und machte eine obszöne Handbewegung, während sein Freund den restlichen Müll auflas und wieder in die Tonne warf. „Ich weiß nicht, was du meinst“, stammelte er und er versuchte sich zu erinnern. Aber da waren nur die Kopfschmerzen, die Erinnerung an seine vier Träume und sonst gar nichts. „Ach, komm. Erzähl von dem Treffen und vergiss keine Einzelheiten.“ „Treffen? Gestern?“ schaute er Flocke verwirrt an. „Alter, nun mach hinne.“ Flocke griff sich einen heißen Becher Kaffee und nahm einen Schluck, danach umschloss er den Becher, als wolle er seine Hände wärmen. „Ja, äh, nein. Es gab kein Treffen, hatte kein Date. Kann mich nicht erinnern! Kann mich nur an Träume erinnern, nicht an ein reales Treffen“, erwiderte Michael und nahm sich ebenfalls einen Becher mit dem leckeren Getränk. „Also Michi, wie jetzt? Habt ihr oder nicht?“ Er lachte. „Nein, nichts. Ich kann mich nur an ein Treffen mit ihr in meinen Träumen erinnern.“ Und das war nicht einmal gelogen. Er wusste nicht, wie er es erzählen sollte, aber ihm war nun definitiv bewusst, dass es kein reales Treffen gegeben hatte. „Okay, und du hast nur geträumt, dass ihr euch treffen wolltet? Du hast mir doch gestern spät nachts noch eine Nachricht geschrieben, dass sie da sei und ihr euch unterhaltet. Das finde ich etwas merkwürdig!“ „Wie jetzt?“ Er griff zum Handy. Es stimmte, er hatte um 23:40 Uhr seinem Kumpel geschrieben, dass er sich mit ihr unterhalte und alles prima sei. „Und? Hast du oder nicht?“ „Nein, sie war nicht da, wirklich nicht! Ich habe keine Ahnung, denn ich bin gestern schon sehr früh ins Bett.“ „Also, während du schliefst hast du eine Nachricht an mich gesendet?“ „Keine Ahnung!“ Michael überlegte, ob er von den anderen Träumen erzählen sollte. Vor allem, weil er währenddessen den Mülleimer umgetreten hatte. „In letzter Zeit bin ich scheinbar etwas neben der Spur.“ „Das kann man wohl sagen, denn, wenn du mir schon Nachrichten schreibst, obwohl du schläfst, scheint etwas nicht zu stimmen, oder du flunkerst mich an“, lachte sein Freund und stupste Michael an. „Ich habe dich nicht angeflunkert“, antwortete dieser etwas beleidigt. Sie saßen noch ein wenig beisammen, tranken Kaffee und unterhielten sich über Dates, Frauen und allerlei. Michael erzählte aber nicht von den anderen Erlebnissen, die ihn immer stärker beschäftigten. Ein paar Stunden später lungerte er alleine auf dem Sofa und sah zur Ablenkung fern. Dank der Schmerzmittel waren die Kopfschmerzen verschwunden, und langsam kam er zur Ruhe. Jedoch überlegte er noch immer, ob er nicht weiter recherchieren sollte, denn das Schicksal der Personen im Traum ließ ihn nicht los. Ein fürchterlicher Gestank kroch ihm in die Nase. Als er die Augen aufschlug, schaute er in das Gesicht einer Frau, deren Augen mit Tränen gefüllt waren. „Levi! Was ist mit dir?“. Sie blickte nun noch besorgter. „Nichts ist mit mir, aber ich hatte mir die Fahrt anders vorgestellt“, erwiderte er, während er sich im Viehwaggon umschaute. Es war laut, sie standen zusammengepfercht, und es roch nach allen möglichen menschlichen Ausscheidungen. „Wenn ich wenigstens noch Vaters Uhr hätte. Dann wüssten wir, wie lange wir bereits unterwegs sind.“ „Das würde dir nicht helfen, denn unser Ziel ist nicht bekannt. Wie würdest du also die Zeit ermitteln wollen?“, antwortete sie und strich ihm über die Wange.

Zusätzliche Informationen

Stephan Fölske wurde am 31. Januar 1973 in Delmenhorst (Deutschland) geboren.

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