Ich musste sie kaputtmachen

von Stephan Harbort 
4,4 Sterne bei21 Bewertungen
Ich musste sie kaputtmachen
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Bis zu seinem Lebensende erlebte Joachim Kroll nichts als Verschmähungen und Verleumdungen. Von allem hatte er nur eine Vorstellung.

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Erschreckend

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Inhaltsangabe zu "Ich musste sie kaputtmachen"

Der Name Joachim Georg Kroll steht für das düsterste Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach seiner Festnahme im Juli 1976 stellte sich nach und nach heraus, wer der Kriminalpolizei damit ins Netz gegangen war. Der "Triebtäter" Kroll gestand eine Vielzahl von Morden, die er in mehr als zwei Jahrzehnten am Niederrhein und im nördlichen Ruhrgebiet begangen hatte. Die Opfer: Kinder, Frauen, Männer. Eine ganze Nation stand unter Schock. Die Gräueltaten des unscheinbaren Waschkauenwärters überforderten den Verstand, das Gefühl und die Sprache. Die Presse brandmarkte ihn als "Kannibale vom Rhein". Stephan Harbort beschreibt und analysiert dieses Kriminaldrama, dessen Hintergründe bisher nebulös geblieben sind. Er wirft einen vertiefenden Blick auf die Entstehung und Entwicklung der Ereignisse und legt dar, wie sich der "nette Nachbar" zu einem der erbarmungslosesten und grausamsten Serienmörder Deutschlands entwickeln konnte und wie es ihm gelungen ist, der Polizei immer wieder zu entkommen. Zudem erörtert der Kriminalhauptkommissar, ob in vergleichbaren Fällen eine tatsächlich lebenslang vollstreckte Freiheitsstrafe angemessen erscheint.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783770011742
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Droste Vlg
Erscheinungsdatum:19.02.2004

Rezensionen und Bewertungen

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    Hakavor 2 Monaten
    was für ein erschreckender Tatsachenroman

    Stephan Harbort gibt mit diesem Buch einen Einblick über das Leben eines Serienmörders.
    Vieles ist schockierend, abstoßend und unfassbar.
    Manches Mal musste ich es aus der Hand legen, so nahe ging mir das Buch.
    Zumal es ja keine fiktive Story, sondern die Wirklichkeit darstellt.
    Das Buch ist sehr gut strukturiert und die Recherche umfassend.
    Es lässt sich gut und flüssig lesen.
    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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    RalfEbersoldts avatar
    RalfEbersoldtvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Bis zu seinem Lebensende erlebte Joachim Kroll nichts als Verschmähungen und Verleumdungen. Von allem hatte er nur eine Vorstellung.
    "Der Wolf im Schafspelz" - Rezension des Buches "Ich musste sie kaputt machen" von Stephan Harbort.

    Nach “Killerinstinkt“, “Killerfrauen“, “Aus reiner Mordlust“, “Das HANNiBAL-Syndrom“ und “Die Maske des Mörders“ ist dieses Buch, nämlich “Ich musste sie kaputt machen!“ für mich sowohl zum Lesen als auch zum Rezensieren die größte Herausforderung gewesen. In den anderen genannten Büchern erläutert Stephan Harbort anhand mehrerer SerientäterINNEN jeweils ein Thema. In diesem Buch definiert er anhand mehrerer Morde den als “Jahrhundertmörder“ in die Kriminalgeschichte eingegangene Joachim Georg Kroll.

         Der Düsseldorfer Kriminalhauptkommissar und Sachbuchautor Stephan Harbort untersuchte alle deutschen Serienmörderprofile seit 1945, außerdem hat er die Bezeichnung “Serienmörder“ auch international mitgeprägt. Deshalb ist ihm auch der Fall Kroll bestens bekannt. Man kennt Harbort als Gastredner in verschiedenen Fernsehsendungen mit kriminalistischen Themen und als Gast in verschiedenen Talk-Shows.

     

     

     

    Niemand im Gerichtsaal vernahm Joachim Kroll als ein Mann, der mehr als 20 Jahre lang mordete, die deutsche Justiz an der Nase herumführte. Insgesamt konnte man ihm 8 von 11 Morden sowie einen versuchten Mord nachweisen, die er auch alle gestand.

     

    Das Opfer Krolls versuchten Mordes, eine zum Tatzeitpunkt  20-jährige Frau, beschrieb ihn während der polizeilichen Vernehmung als klein, schmächtig, abstehende Ohren, stechender Blick, Stirnglatze, 3-Tage-Bart, insgesamt eine ungepflegte Erscheinung. Außerdem sprach er laut Aussagen anderer Zeugen und Nachbarn außer einem >>Morjen<< oder >>Tach<< stets sehr wenig, und wenn, dann in unvollendeten Sätzen, außerdem leise und unverständlich, manchmal nuschelte er.

     

    Sein  Lebens- und Leidensweg begann bereits in frühester Kindheit. Im Jahr 1933 geboren, wuchs er mit seinen Eltern, sein Vater war Bergmann, seine Mutter Hausfrau, und mit mehreren Geschwistern auf. Seine Eltern waren auch für die damaligen Verhältnisse arm, obwohl sein Vater berufstätig war, in einer der vielen Wohnungen, in denen sie wohnten, teilten sich mehrere Kinder ein Zimmer, Joachim Kroll schlief gemeinsam mit manchen seiner Geschwister in der Küche.

         Zu dieser Zeit (Mitte des 20. Jahrhunderts) war es noch üblich, dass der Mann Alleinverdiener war, und somit gleichzeitig auch das Familienoberhaupt. Eine alleinstehende und/oder geschiedene Frau mit Kindern wurde gesellschaftlich verpöhnt, weshalb so manche Ehefrau, Hausfrau und zugleich Mutter es missbilligend duldete, wenn der Vater die Kinder mit Gewalt für ihre (Un-)Taten bestrafte. Manche Väter gebrauchten dabei auch Gegenstände, und manche Kinder lernten dabei mehr als nur den Ledergürtel kennen. So auch Joachim Kroll.

         Manchmal hörte seine Mutter ihm ein paar Minuten lang zu, was allerdings sehr selten der Fall war, schließlich war sie Hausfrau und hatte noch mehrere Kinder zu versorgen. Außerdem wurden seine Geschwister üblicherweise vorgezogen bzw. sie hatten sich vorgedrängt, und er hatte hinten anzustehen.

     

    Dem Schulunterricht konnte er nie wirklich folgen, und er nässte bis spät ins Erwachsenenalter öfter ins Bett, weshalb sein Vater ihm bereits im Kindesalter prognostizierte, ein Versager, ein Taugenichts zu werden. Seine Geschwister ordneten sich dieser Meinung unter, die ihn folglich entweder mobbten, auch musste er die Fehler seiner Geschwister ausbaden, oder sie beachteten ihn gar nicht erst.

         Ohne Schulabschluss zog es ihn in die Welt hinaus, er wollte seinen Peinigern entfliehen. Nur hatte er ohne erlernten Beruf auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance – das Arbeitsamt gab es damals nicht, höchstens die “Stütze“, wie man sie damals mundartlich nannte.

          Zwar entwickelte er bereits in seiner Kindheit Interesse an elektronischen Geräten wie Radios und Fernseher, die er auch reparieren konnte und somit immer mal wieder jemandem einen Gefallen tat. Nur blieb ihm seine ersehnte Lehre zum Radio- und Fernsehtechniker ohne Schulabschluss erspart. Auch hatte er ein Händchen für Motoren, konnte also auch Motorräder reparieren, nur konnte er auch damit beruflich nichts anfangen. Zeit seines Lebens schlug er sich also als Hilfsarbeiter mit Gelegenheitsjobs durch.  Immer wieder landete er als Hilfsarbeiter bei Bauern, wo er auch das Töten und das Ausweiden von Tieren gelernt hatte. Doch auch während seiner etlichen Arbeitsstellen hätte man ihn, wenn er nicht als >>faul!<< gegolten hätte, überhaupt nicht beachtet, konnte nirgendwo Anschluss finden.

     

    Da man ihn im Elternhaus auch als Mensch nicht wahrgenommen hatte, wurde er logischerweise auch zu Hause nicht sexuell aufgeklärt. Egal um was es ging: er hatte nur eine Vorstellung von allem. Somit war sein Sexualleben ebenso primitiv wie sein Lebenswandel. Sexualität kannte er nämlich aus Erotik-Zeitschriften wie den “St. Pauli Nachrichten“ und dergleichen. Seine ersten sexuellen Erfahrungen mit Mädchen und mit Frauen sollten auf sich warten lassen, deshalb probierte er sich selbst zunächst an Kühen, um herauszufinden, wie sich eine Vagina überhaupt anfühlt, was anderen Menschen an Sex überhaupt so wichtig ist - er wollte dazugehören.

         Seine erste sexuelle Erfahrung mit einem Mädchen hatte er kurz vor seinem 21. Geburtstag – und er hatte sich im Nachhinein gewünscht, diese Erfahrung nicht gemacht zu haben. Sie war damals 17 Jahre alt, nicht hässlich und im Umgang mit Jungs und mit Männern nicht unerfahren. Kroll ging mit ihr aus, von ihr erfuhr er Zuneigung, er verliebte sich sofort in sie. Vor lauter Angst, dass der Traum zerplatzen könnte, bevor er überhaupt richtig angefangen hatte, kam er bereits beim Petting zum Orgasmus. Drei Tage später versuchten sie es erneut, aber wieder dasselbe Malheur. Das bereits erfahrene Mädchen konnte damit überhaupt nicht umgehen. >>Was soll das denn!<<, so ihr Kommentar. Und als es beim dritten Mal nicht besser wurde, war er nur noch die >>Pulle<<, die >>Lusche<<. Sie hatte genug: >>Jetzt reicht´s aber, du bringst es ja eh nicht. Hau ab!<<

    So erging es ihm nicht nur mit diesem Mädchen, sondern auch mit anderen Mädchen, und auch mit Frauen, auch mit denjenigen, die sich nicht ihm freiwillig hingegeben hatten. im Laufe der Jahre redete er sich immer öfter ein, dass es mit den Frauen nie klappen wird, weshalb seine Opfer mit den Jahren immer jünger waren.

         Während seiner späteren Streifzüge in den verschiedensten Orten und Städten hatte er einmal auf einer Wiese einem Pärchen beim Sex beobachten können, das erregte ihn.  Außerdem fand er noch viel später zufällig einen Parkplatz, in dem ein Paar den Beischlaf im Auto vollzog, wieder war er erregt. Diesmal schlich er sich sogar ganz nah heran. Der muskulöse junge Mann bemerkte den Spanner und stieg aus dem Auto, um ihn zu vermöbeln. Es kam zum Tumult, in dem Kroll irgendwann sein Messer, das er bei sich trug, zückte und es dem Mann in die Brust stieß, der letztlich innerlich verblutete. Dieser Mann war Krolls einziges männliches Opfer.

         Alle anderen Opfer reichten altersgemäß vom Grundschulkind bis hin zur 60-jährigen Frau. Kroll hatte kein bestimmtes Beuteschema, auch hatte er keine “Unterschrift“, seine Tötungen unterschieden sich im Detail, wenngleich all seine Opfer Rötungen am Hals aufwiesen, die der jeweiligen Obduktion nach durch erwürgen herbeigebracht worden waren.

         In seinen späteren “Wohnungen“ (es waren meist nur möblierte Appartements) befriedigte er sich mittels aufblasbaren Puppen. Er würgte sie, strangulierte sie, hängte sie auf, das erregte ihn. Er gierte förmlich danach, zu sehen, wie jemand stirbt, wie er die Macht über Leben und Tod haben kann – anstatt dass jemand Macht über ihn hat. Ein anderes seiner Opfer, ein Mädchen im Vorschulalter, hatte er gewürgt und in einem Bach ertrinken lassen, und dabei zugesehen, wie es, bereits im Bach liegend, noch zappelte. Beim letzten Opfer, einer 8-jährigen aus der umliegenden Nachbarschaft, fand er letztlich seinen “Höhepunkt“: er lockte sie in seine Wohnung, schmuste mit ihr, drückte sie, bis sie tot war, nahm sie auseinander, und “vernaschte“ sie sprichwörtlich. Nachbarn hatten die Polizei alarmiert, weil das Toilettenabflussrohr durch Eingeweide verstopft war.

     

     

     

     

    Stephan Harbort schreibt im Nachwort (Zitat):

     

    >>Es fällt schwer, sich für das Schicksal dieser gefühlskalten und hoffnungslos überforderten Menschen zu erwärmen. Schließlich sind sie selbst und alleine schuld – jedenfalls juristisch. Aber hinter jedem `Monster` steckt auch ein Mensch. Und die Strafen, die wir verhängen und vollstrecken, sagen nicht nur etwas über die Gesinnung und das Wesen der Täter aus. Können wir es uns unter dem verfassungsmäßig garantierten und alles überstrahlenden Aspekt der Menschenwürde leisten, an diesem unbestreitbaren elend vorbeizuschauen, es zu ignorieren, bis der Tod des Delinquenten die (Er-)Lösung bringt?

    Wenn wir nicht selbst zu Tätern werden wollen, müssen wir uns der Diskussion stellen. Also: wohin mit ihnen?<<

     

    Joachim Georg Kroll, der einstige Sexualmörder, verstarb im Jahr 1991 einsam im Gefängnis. Ihm wurde nie die Möglichkeit gegeben, ein fertiger Mensch zu werden.  Manche/r würde mundartlich etwa urteilen "Doch: mit den Nerven und mit sich selbst!" - wohl würde aber sicher niemand sagen, dass dieser Mann sprichwörtlich “eine arme Sau“ gewesen ist, sondern, wie etwa  einige aufgebrachte Bürger damals, ein “perverses Schwein!“, dem man den Tod wünscht.

         Die Schnelllebigkeit scheint nicht zuzulassen, dass wir anderen zuhören – es sei denn, es geht um Sensationslust, und manchen anscheinend darum, andere “fertig zu machen“. Wir haben keine Zeit, manche noch nicht mal für sich selbst. Was wäre wohl aus Menschen wie Joachim Kroll geworden, wenn es den letzten Weltkrieg nicht gegeben hätte? In welcher Welt wäre Joachim Kroll aufgewachsen, wie wäre er geworden?

         Während die Kriminalistik und die Kriminalpsychologie durch neue Kenntnisse weiterentwickelt worden sind, scheint die Menschheit stehengeblieben zu sein: Wir (alle) machen es uns im Einschätzen anderer Menschen sehr einfach, wir urteilen und verurteilen. Als möglichen Selbstschutz? Die vielen heutigen Möglichkeiten, sich mitzuteilen, verleiten manche sogar dazu, möglichst viel aus ihrem Leben und möglichst viel aus ihrer Emotionswelt von und über sich preis zu geben. Stellt sich doch automatisch die Frage: Wie hätte Joachim Kroll agiert und gelebt, hätte er unsere heutigen Möglichkeiten gehabt? Vermutlich hätte er – wie andere es heutzutage auch tun – seine Opfer bereits im Internet auserkoren, vielleicht aber auch nicht, weil er sich hätte jemandem anvertrauen können, er also diese Dämonen, die ihn jahrzehntelang begleiteten und mit denen er klar kommen musste, nie kennengelernt hätte.

     

    Wenn ein Joachim Kroll fragte >>Willste poppen?<<, dann genügte ihm hinsichtlich seiner primitiven und geistig unterbelichteten Art zum einen das Vokabular vollkommen, um alles auszudrücken, das Kind beim Namen zu nennen, und zum anderen war es aus seiner Sichtweise vollkommen korrekt und ehrlich, dass er vorher fragte. Allerdings war er aufgrund seiner Lebenserfahrungen nicht in der Lage, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Zwar konnte er bereits als Kind beurteilen, dass ihm die Art, wie er von allen behandelt wurde, nicht gefallen hat, allerdings wurde er von allen immer nach demselben Muster behandelt – nämlich negativ, und das hatte ihn geprägt. Und eben wegen seiner Kindheitserfahrungen kamen Wörter wie positiv und bzw. oder negativ in seinem Wortschatz erst gar nicht vor, die Kriminalbeamten mussten ihm erläutern, was gemeint ist.

        

    Der Maslow-Pyramide entsprechend von unten begonnen, nämlich physiologische Bedürfnisse (Grundbedürfnisse, dazu zählt neben Essen, Trinken und Schlafen auch der Sex), Sicherheitsbedürfnisse, und soziale Bedürfnisse  hatte Joachim Kroll nie kennengelernt, ganz zu schweigen von den Individualbedürfnissen und der Selbstverwirklichung an der Spitze der Maslow`schen Pyramide. Empathie für andere, also sich auch emotional in andere Menschen hineinversetzen zu können, konnte er nie entwickeln, weil selbst nie kennen gelernt. Je älter man wird, desto immer schwieriger wird es, jemanden in die sprichwörtlich “richtige Spur“ zu bringen, denn Empathie ist kein Brettspiel, sondern Empathie entwickelt man bestenfalls zu Hause, nämlich während der prägendsten Jahre, also während der eigenen Kindheit.

         Übrigens entspricht das Profil des mundartlich “typischen Psychopathen“ eher in selteneren Fällen dem seelisch, geistig und körperlich verkümmerten Einzelgänger, auch wenngleich Joachim Kroll zu dieser Gruppe zählte. Nicht wenige Psychopathen, egal welchen Geschlechts, sind berufstätig und führen nach außen hin ein scheinbar unbeschwertes (Familien-)Leben.

         Und eben die Spur von Kroll war genau in diesem Stadium, in dem er bis zum Ende lebte, und in das er auch seine Opfer brachte: kaputt! Denn aus seiner primitiven, unterentwickelten Sichtweise hatte er nicht getötet oder gemordet, sondern, wie er sagte “kaputt gemacht.“


    Mit besten Empfehlungen
    Ralf Ebersoldt

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    K
    KerstinHabermann63vor 6 Monaten
    Ein Appell mehr auf Mitmenschen zu achten, ohne Taten zu entschuldigen!

    Bei Ansicht des Buchdeckels habe ich mich gefragt, wie Joachim Kroll auf mich gewirkt hätte, hätte ich nicht gewusst, wer er war. Ich bin dann zu dem Schluss gekommen, dass er - dächte ich mir seine ungepflegte, weil unrasierte Erscheinung weg - jeden Beruf hätte ausüben können, weil man ihm eben nichts "ansieht". Weder die Höhe seines IQ´s noch seine inneren emotionalen Vorgänge. Dies ist im direkten Umgang aber sicher eher möglich. Dazu müsste man sich aber mit ihm befassen. Und genau das ist in seinem Leben zu selten passiert. Und ihm fehlten selbst die intellektuellen Mittel dieses "komische Gefühl"  zu reflektieren. Schon die Wortwahl "kaputt machen" zeigt wie wenig ausgeprägt sein verbales Vermögen war. Gleichzeitig belegt es die Unreife des Täters, der - gleich einem kleinen Kind - wütend etwas "kaputt macht" anstatt sich auseinanderzusetzen.

    Wenn man eines aus dem Buch lernen kann, dann hinzuschauen. Hinschauen auf vermeintlich uninteressante Menschen. Hinschauen auf verwahrloste Kinder und ihnen frühzeitig helfen. Nachher die Nase zu rümpfen ist aber sicher einfacher.

    Aber auch das Verständnis für die Polizeiarbeit wird gestärkt. Als Leser des Buches ist es einfach vorzuwerfen, dass "die" das nicht erkennen. Der ermittelnde Polizist hält erst einmal jeden im Umkreis befindlichen für einen möglichen Täter. Aber nicht nur das; es kommen auch Fremde in Frage, also ungezählt viele Menschen und nicht wie für den Leser nur einer. Wenn selbst den mit dem Täter zusammenlebenden Nachbarn nichts auffällt, wie soll dann der Ermittler einen völlig Fremden als Täter überführen können und das auch noch ganz ohne Anhaltspunkte und ohne DNA-Analyse?

    Der Autor hat sich zur besseren Lesbarkeit auch literarische Freiheiten herausgenommen, dieses aber auch im Vorwort angekündigt. Ich glaube aber, dass mir als Leserin zu jeder Zeit klar war, wann es sich um diese Freiheiten gehandelt hatte und wann um Fakten. Dass der Täter beim Verhör z. B. nicht mehr jedes einzelne Umrühren im Topf erinnern konnte, dürfte nachvollziehbar und damit als "Zugabe" einzuordnen sein.

    Es gelingt dem Autor den Leser dazu zu bringen für den Täter ein gewisses Verständnis aufzubringen und für das in der Kindheit erlebte sogar Mitgefühl, jedoch wird dies nie dazu benutzt die Taten zu rechtfertigen oder den Täterbedürfnissen vor denen der Opfer Vorrang zu geben.


    Gegen Ende des Buches werden die Ansichten des Staatsanwalts und des Verteidigers kurz gegenüber gestellt. Der Staatsanwalt führt aus: " Die Gesellschaft hat ein gesetzliches Recht darauf vor Kroll geschützt zu werden." Und bei allem Mitgefühl für Kroll und seine Vorgeschichte, sollte der Schutz der Gesellschaft tatsächlich im Vordergrund stehen und nicht die evtl. dritte, vierte oder weitere Chance eines Täters auf Rehabilitation. Das Risiko für einen Rückfall trägt nämlich nicht der Täter, sondern die Gesellschaft.

    Der Verteidiger erwiderte u. a. der Staatsanwalt verwechsele Einsichtsfähigkeit und Schuldfähigkeit. Mir stellt sich eher die Frage nach Einsichtsfähigkeit im Bezug auf die Steuerungsfähigkeit.

    Bei mir hat auch dieses Buch von Stephan Harbort wieder sehr viel ausgelöst und zwar nicht nur analytisch, sondern auch in meiner Selbstreflexion. Aus diesem und den zuvor genannten Gründen kann ich das Buch nur weiterempfehlen.

     

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    Melody73s avatar
    Melody73vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Erschreckend
    Erschreckend ehrlich

    Der Name Joachim Georg Kroll steht für das düsterste Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach seiner Festnahme im Juli 1976 stellte sich nach und nach heraus, wer der Kriminalpolizei damit ins Netz gegangen war. Der "Triebtäter" Kroll gestand eine Vielzahl von Morden, die er in mehr als zwei Jahrzehnten am Niederrhein und im nördlichen Ruhrgebiet begangen hatte. Die Opfer: Kinder, Frauen, Männer. Eine ganze Nation stand unter Schock. Die Gräueltaten des unscheinbaren Waschkauenwärters überforderten den Verstand, das Gefühl und die Sprache. Die Presse brandmarkte ihn als "Kannibale vom Rhein". Stephan Harbort beschreibt und analysiert dieses Kriminaldrama, dessen Hintergründe bisher nebulös geblieben sind. Er wirft einen vertiefenden Blick auf die Entstehung und Entwicklung der Ereignisse und legt dar, wie sich der "nette Nachbar" zu einem der erbarmungslosesten und grausamsten Serienmörder Deutschlands entwickeln konnte und wie es ihm gelungen ist, der Polizei immer wieder zu entkommen. Zudem erörtert der Kriminalhauptkommissar, ob in vergleichbaren Fällen eine tatsächlich lebenslang vollstreckte Freiheitsstrafe angemessen erscheint.


    Ein Buch über Serienmörder von Steephan Harbort.

    Mittlerweile ist das mein 3. Buch von diesem Autor. Immer noch bin ich überrascht, erschüttert und erschrocken, wie manchem Menschen ticken.

    Stephan Harbort schreibt ohne Beschönigung wie es zu den taten kam und beleuchtet den Hintergrund. Man lernt nicht nur die Täter kennen, sondern durch die Erzählungen dieser Menschen lernt man auch die Beweggründe kennen. Für mich nicht immer nachvollziehbar. Egal ob Erfahrungen in der Kindheit, pure Neugier oder einfach nur der Spass. Alle taten haben einen Ursprung und denen geht der Autor bis ins kleinste nach. Um die Bücher so authentisch wie möglich zu schreiben setzt er sich mit den Tätern in Verbindung. Mal mit mehr mal mit weniger Erfolg. Aber doch immer so dass man die Geschehnisse vollständig versteht. Im Anhang sind dann noch Statistiken die eigentlich fast genauso interessant sind wie die Geschichten davor.

    Man weiss dass es viele Verbrechen auf der Welt gibt. Dass es aber soviele sind und man in die ein oder andere Sparte sogar selbst passen könnte ist erschreckend.


    Ich für meinen Teil werde die anderen Bücher auch noch lesen, denn Stephan Harbort weiss nicht nur wovon er schreibt, sondern er erklärt innerhalb des Buches auch sehr viel.

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    TinaPeitischs avatar
    TinaPeitischvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein weiteres gut geschriebenes Fachbuch von Stephan Harbort, einem der besten deutschen Profilern.
    Grausame Realität

    Mehrmals musste ich das Buch beiseite legen, so schockiert war ich während des Lesens und bin es jetzt noch. Stephan Harbort schreibt sehr umfassend und bildlich vorstellbar über die Taten und den Mensch Hans Joachim Kroll. Dabei lässt er aber auch die andere Seite nicht außer Acht, die der Opfer, Angehörigen und der Ermittler. Man wird hin- und hergerissen zwischen Verstehen und Abneigung dem Täter gegenüber. Stephan Harbort gelingt es, sachlich zu bleiben, so dass sich der Leser sein eigenes Bild machen kann. Zum Schluss gibt er uns noch den Anstoß über geeignete Bestrafungen nachzudenken, mit auf den Weg. Ich habe die Antwort für mich noch nicht gefunden.

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    NiliBine70s avatar
    NiliBine70vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Teilweise kaum zu ertragen, aber die Faszination des Grauens lässt einen nicht aufhören mit lesen!
    Kindheitserinnerungen

    Inhalt:

    Über 20 Jahre hat Joachim Georg Kroll ganz Deutschland mit seinen grausamen Morden in Atem gehalten. Stephan Harbort zeichnet seine Geschichte minutiös nach und versucht, Erklärungen auch dem Leser nahe zu bringen, warum sich ein unscheinbarer Mann derartig zu einem Monster entwickeln konnte und musste. Ein schonungsloses Psychogramm.

    Meine Meinung:

    Kindheitserinnerungen

    Als das Buch zu mir kam und ich in diese Augen auf dem Cover sah, da bekam ich eine Gänsehaut. Diese sollte mich 384 Seiten lang nicht mehr verlassen und noch begleitet von Entsetzen und echten Erinnerungen bis zum Schluss bleiben.

    Meine Intention, mich für eins der Rezensionsexemplare zu bewerben war klar. Ich verfolge die Arbeit des Autoren schon geraume Zeit und bin generell an der Aufklärung, wenn es um Serienmorde geht, sehr interessiert. Und dann habe ich schon häufiger die Erfahrung gemacht, wenn es eine Sendung im TV war, dass ich die Augen der Mörder sehen will. Sie reden hören will, warum sie etwas tun, wie sie es tun etc. Ich suche nach dem menschlichen Funken, den ich immer noch irgendwo erhoffe.

    Auch hier war es so. Wo ist der Mensch, der all das getan hat. Der hauptsächlich Kinder und Frauen brutalst ermordet hat. Sich an ihnen verging.

    Er war offenbar ein Suchender. Er suchte nach Erlösung, so unvorstellbar das klingen mag, aber das ist für mich die Kernaussage. Er war fehlgeleitet, schon ganz früh wurde er offenbar im Stich gelassen, auch von seinen Eltern, seinem Vater, dort erfuhr er auch nur Ablehnung...

    Und schwups finde ich mich wieder, selbst analysieren zu wollen. Doch das überlasse ich besser dem Autor.

    Mir bleiben beim Lesen Erinnerungsfetzen, die hoch kommen. 1976, als Kroll gefasst wurde, war ich 6 Jahre. Ich kann mich natürlich nicht mehr ganz explizit an ihn erinnern. Aber der Name und was er getan hatte, das war hier in Duisburg immer ein Thema. Und damals ganz besonders in der Zeit vor seiner Ergreifung. Da wurde hier verstärkt darauf geachtet, dass wir Kinder nie allein irgendwo rumliefen, nie allein spielten und es war ein ständig latentes Misstrauen allen Fremden gegenüber zu spüren.

    Wenn ich das dann jetzt in Einklang mit dem Gelesenen bringe, dann gruselts mich besonders. Nun bin ich ja schon ein paar Tage älter, nehme das ganze bewusster wahr und bin über die ganzen Vorgänge, über das, was Kroll getan hat und wie er trotzdem so lange Zeit durch die Netze der Behörden schlüpfen konnte, mehr als schockiert! Wie nah das ganze meinem persönlichen Umfeld tatsächlich war, wird mir erst jetzt bewusst und erschreckt mich!

    Der Titel ist meiner Meinung nach sehr aussagekräftig. Stephan Harbort seziert wirklich die Vorkommnisse und man ist als Leser sehr sehr nah bei allem Geschehen dabei. Für manchen vielleicht zu nah. Man muss sich von vorneherein darüber im Klaren sein, dass es sich um einen Triebtäter handelt, für den die Grenzen des „normalen“ nicht gegolten haben!

    Aber es ist auch interessant, die Verstrickungen innerhalb der Ermittlungsbehörden einmal von einem Insider dargestellt zu bekommen. Gerüchte sind ja immer da, aber tatsächliches Wissen ist ja doch noch eine ganz andere Hausnummer!

    Kann ich das Buch empfehlen? Sollte ich es? Ich weiß es nicht! Ich habe es verschlungen, weil ich keine rosarote Brille aufhatte und mir irgendwie klar war, dass nicht ganz so leichter Stoff auf mich zu kommt, weil ich interessiert bin an der Aufklärung solcher Fälle. Und natürlich ein Interesse an der Arbeit von Stephan Harbort besteht.

    Fazit:

    Die sehr fundierte Chronologie der Untaten eines deutschen Serienmörders, nichts für zarte Gemüter.

    Bewertung:

    5 von 5 Nilpferden

    Danke an Stephan Harbort für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

    © Sabine Kettschau/Niliversum

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    C
    Claudia_Jacobsvor einem Jahr
    Ich musste sie kaputtmachen!

    Ich musste sie kaputtmachen!

    Nicht umbringen, töten, erwürgen oder was auch immer, nein "kaputtmachen" wie ein altes, nicht mehr gebrauchtes oder betrauertes Spielzeug. 
    Harbort signalisiert mit diesem Wort schon zu Anfang, das Kroll empathielos tötete. Sein ganzes Leben hindurch, gab es für ihn nur seine eigenen Gefühle, die fast durchweg destruktiv waren.Schon als kleines Kind bekam Kroll seine Bedeutungslosigkeit von der Familie vor Augen geführt. Sein ganzes Fühlen war bald geprägt von jenem "komischen" Gefühl, das letztendlich und konsequent zu seinen Taten führte.
    Wie es dazu kam, vermittelt Harbort so anschaulich, das man bald mitfiebert, ob er ein Opfer findet oder nicht. Erst wenn er es findet, kommt der Schauer, der am Anfang noch fehlte. Zu sehr kann man sich in die Seele dieses Menschen versetzen, als das man ihm nicht einen Erfolg gönnen würde. Bis man begreift, welches Resultat ein solcher Erfolg haben würde. Dann erst kommen Ekel und Abscheu, dafür aber umso heftiger.

    Hier wird wieder einmal klar, wie wichtig es ist, das man selbst dem uninteressantesten Menschen, ein wenig Beachtung schenkt, damit er nicht, wie hier beschrieben, fast zwangsläufig auf abwegige Art seine Beachtung holt. Ein winziges Gefühl der Schuld keimt dennoch auf in Kroll. Es gelingt ihm aber, dieses Gefühl immer wieder auszuschalten.

    Diese Zeit der massenhaften Sexualmorde, korrespondiert auf unglaubliche Weise mit dem noch mangelhaften Wissen, sowie den unzulänglichen Untersuchungsmethoden dieser Zeit. So entkommt er immer wieder, weil andere verdächtigt, weil andere für seine Taten verurteilt werden. 
    Heute wäre es bedeutend leichter, ihn zu fassen. Darum auch meine Hochachtung vor den Kriminalisten jener Zeit. Auch das hat Harbort sehr gut beschrieben, und es wird für den Leser verständlich, das die Ergreifung so spät erst erfolgte. Man möchte in das Buch hinein um Hinweise zu geben, die man als Leser den Kriminalisten im Buch vorraus hat.

    Die Gefühle der beteiligten Menschen, ob Eltern, Nachbarn oder Ermittlern, werden hier mit wenigen, ausdrucksstarken Worten geschildert. Die Eltern, deren Leben aus allen Fugen gerät, die Arbeitskollegen, die Ihren Abscheu und ihre Gewaltphantasien gegenüber dem Täter aussprechen, der Ermittler, der selber Kinder hat und den Gedanken an die toten Kinder nicht los wird.... allen verleiht Harbort Platz und lässt uns, als Gesellschaft, mitschuldig werden.

    Mein Fazit?
    Ein Muss für jeden, der sich auch nur im geringsten für Kriminalfälle interessiert und gleichzeitig ein Werk, das unser eigenes Handeln so manchesmal in Frage stellt.

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    Nanniswelts avatar
    Nannisweltvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Einblick in die Abgründe der menschlichen Seelen.
    Ein Einblick in die Abgründe menschlicher Grausamkeiten!


    Inhalt: Der Name Joachim Georg Kroll steht für eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte. In mehr als zwei Jahrzehnten tötete der Serienmörder mehrere Frauen und Mädchen, bevor er von der Polizei gefasst wurde. Mit analytischer Schärfe untersucht der bekannte Kriminalist Stephan Harbort den Fall des »Jahrhundertmörders«. Dabei entsteht das beeindruckende Psychogramm eines Mannes, der zeit seines Lebens von seinen Trieben gesteuert wurde.


    Stephan Harbort, Kriminalist, Autor und Spezialist für Serienmörder und Täterprofile beschreibt in seinem Buch die Chronologie um den Serienmörder Joachim Kroll, der im Zeitraum von 1955 – 1976 von Duisburg aus zwischen 8 und 14 Menschen vergewaltigt, ermordet und teilweise verzehrt hat. Der Autor schreibt dabei außerordentlich authentisch denn er nutzt als Quelle für die Rekonstruktion der Ereignisse die 781 Seiten starke Urteilsschrift des Landgerichts Duisburg (Aktenzeichen 14 Js 549/76) sowie die polizeilichen Vernehmungsprotokolle, Tatortberichte, Obduktionsprotokolle, forensische Gutachten, glaubwürdige Presseberichte und persönlich geführte Interviews. Stephan Harbort hat mit nahezu 70 Serienmördern Interviews geführt, sie analysiert und seine Erfahrungen zu Papier gebracht.

    Er schafft dabei eine Atmosphäre, die den Leser auch mal inne halten und überlegen lässt über den Tellerrand der gewohnten Gesellschaft hinaus zu blicken. Der Versuch, die Chronologie deutlich zu schildern und somit nahe zu bringen, WARUM ein Mensch wie Joachim Kroll zu solch grausamen Taten fähig war, gelingt dem Kriminalisten sehr gut. Er appelliert dabei keinesfalls an eine Art Verständnis für den Menschen, den die Leute gerne auch „Bestie“ oder „Monster“ nennen. Vielmehr schildert er sachlich, authentisch und mit viel Fachwissen, welche gesellschaftlichen Situationen, familiäre Dispositionen und Auslöser wie Triebe im Wesen und Charakter Joachim Krolls zu den vorgefallenen Eskalationen führten.

    Wer sich mit Kriminalfällen beschäftigt und sich mit der Dynamik und den psychologischen und genetischen Auslösern solcher Menschen wie dem „Kannibalen von Duisburg“ wie er auch durch die Presse genannt wurde befassen möchte, ist mit diesem Buch genau richtig. Das geführte Interview und auch die Auszüge aus den Vernehmungsprotokollen zusammen mit dem Lebenslauf Joachim Krolls, schaffen ein detailliertes Gesamtbild und bringen dem Leser auch die Abgründe der menschlichen Seele näher.

    Ich musste dieses Buch auch des Öfteren aus der Hand legen und mich erstmal sammeln, bevor ich den durchaus steinigen und oftmals wirren Weg Joachim Krolls weiter gegangen bin. Stephan Harbort hilft aber auch mit seiner großen empathischen Art durch dieses Buch zu führen und schenkt auch den Opfern die Aufmerksamkeit und Respekt, den sie verdient haben. Es passiert leider schnell, dass die Opfer in Vergessenheit geraten und dem Täter die ganze mediale Aufmerksamkeit zu Teil werden lässt!

    Auf diesen Umstand weist der Autor in seinen Büchern immer wieder hin und baut so eine standhafte Brücke zu den Opfern und auch deren Angehörigen auf, die unendliches Leid durchleben müssen. Man darf diese niemals vergessen und sollte Anteil und Mitgefühl gegenüber den Opfern und Familien aufbringen, die mit solchen Taten ihr Leben lang zu kämpfen haben.


    Die Bücher von Stephan Harbort kann ich euch sehr ans Herz legen wenn ihr euch für Kriminalfälle, Serienmörder und wie sie dazu werden interessiert und authentische Tatsachenberichte ohne große reißerischen Szenerien haben möchtet denn, das ist ebenfalls eine angenehme Eigenschaft des Autors – Hollywood bleibt draußen!

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    Marie78vor 10 Jahren
    Rezension zu "Ich musste sie kaputtmachen" von Stephan Harbort

    Ein sehr spannendes Buch, das nicht nur an der Oberfläche bleibt, sondern authentisch und nachvollziehbar erzählt und erklärt, wie ein unscheinbarer Typ wie Kroll zu einem der schlimmsten Serienmörder Deutschlands werden konnte. Absolut zu empfehlen!

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    Tweetywoman76vor 10 Jahren
    Rezension zu "Ich musste sie kaputtmachen" von Stephan Harbort

    Stephan Harbort hat mich mit seinem Bericht über den Serienmörder Joachim Kroll sehr beeindruckt. Die Darstellungen sind sachlich, ohne zu be- oder verurteilen.

    Erschüttert war ich darüber, wie lange Kroll sein Unwesen treiben konnte. Sicherlich lag dies z.T. auch darin begründet, dass die damaligen kriminaltechnischen Ermittlungsmethoden noch nicht so weit fortgeschritten waren - zwar konnte seine Blutgruppe an einigen Tatorten sichergestellt werden, doch die DNS als Fingerabdruck spielte damals noch keine Rolle.

    Den damals ermittelnden Beamten gebührt mein Respekt: sie versuchten im Sinne der Ermittlungen ein, nach außen hin, freundschaftliches Verhältnis zu Kroll aufzubauen, um ihn zum Sprechen zu bringen. Wie viel Überwindung muss dies gekostet haben!?
    Es war erschreckend, zu lesen, wie Kroll die ermittelnden Beamten an die Tatorte führte, wie nüchtern er die Taten schilderte und dabei keinerlei Reue zeigte. Ich weiß nicht, ob man dies wirklich auf seinen IQ und seine Entwicklung zurückführen kann...

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