Stephan Harbort Killerfrauen

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Inhaltsangabe zu „Killerfrauen“ von Stephan Harbort

Stephan Harbort erzählt packend beispielhafte Fälle von Serienmörderinnen, analysiert ihre Motive, Hintergründe und Persönlichkeitsprofile: Eine Krankenschwester, die im Namen Gottes Patienten ermordet. Zwei junge Frauen, die ihre Untergebenen in der Drückerkolonne mit Baseballschlägern prügeln und foltern. Eine Eis-Verkäuferin, die ihre Exmänner erschießt.
Deutschlands führender Serienmordexperte gibt beklemmende Einblicke in die Abgründe der Seele. Denn Frauen töten anders.

Sind Frauen nur oft genug gekränkt worden (auch während ihrer Kindheit), kann auch aus jeder Frau eine Serienmörderin werden.

— RalfEbersoldt

ein Sachbuch, größtenteils so packend geschrieben wie ein Thriller

— DanielaN

Informatives, spannendes Buch!

— hrafnaklukka

Spannend, informativ und gut verständlich

— spezii

Flirten? Kann ich. Nicht! Vor allem nicht, wenn ich in der Öffentlichkeit einen Tatsachenbericht wie "Killerfrauen" lese!

— Sidney

Spannend und interessant, aber das Erschreckende ist, alles ist real.

— Buchdaisy

Absolutes Highlight!

— Claudia_Jacobs

Ein unbedingtes Muss für Fans von True-Crime-Büchern. Für mich ein Buch, welches auch in die Psyche von Serienmörderinnen dringt

— Kruemel2512

"Killerfrauen" packt, fesselt, wühlt auf... und nach jeder Geschichte kann man sich nicht damit trösten, das alles nur ein Film war...

— Caesia

Wer denkt, dass Frauen zu solch grausamen Taten nicht in der Lage sind, wird mit dem Buch eines Besseren belehrt.

— TinaPeitisch

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    Killerfrauen

    RalfEbersoldt

    08. October 2017 um 23:02

    Geht es um Serienmorde, um Killer, um Soziopathen und Psychopathen, denken die meisten Menschen automatisch an Krieger, an Rebellen, an Krawallmacher, an Paratmacher, an Rechthaberer - stereotypisch also an Männer. Und wenn an eine Killerfrau, dann entweder an eine, die im Keller oder im Wald verwildert, ungebildet und ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt aufgewachsen ist oder an eine hübsche, sexsüchtige Psychopathin, die ihre Mitmenschen um den Finger zu wickeln weiß…, um sie anschließend wie eine Zigarette danach wegzuwerfen.   Wir werden im aktuellen Buch Stephan Harborts, nämlich “Killerfrauen“ aus dem Jahr 2017, erfahren, warum die Protagonistinnen und Protagonisten in Harborts Büchern nicht als Suppenkasper und nicht als Romanhelden, sondern als real  existierende Menschen zu verstehen sind.       Auch ein erfahrener Kriminalist wie Stephan Harbort musste im Rahmen seiner jahrelangen Studien für seine Bücher erst mehrere tausend Seiten Akten lesen bzw. studieren sowie zigtausende Stunden Interviews mit dutzenden weiblichen wie männlichen rechtlich Verurteilten der letzten Jahrzehnte führen, um darüber schreiben zu können. Im Jahr 1964 in Düsseldorf geboren, schloss er ein Studium als Diplom-Verwaltungswirt an der Fachhochschule ab, wo er von 1996 bis 2000 auch Dozent gewesen ist, und lehrt seit 2012 als Dozent an der BTU in Cottbus. Man kennt ihn bundesweit aus diversen Fernsehserien, die mit Kriminalistik zu tun haben. Er ist Deutschlands bekanntester und international anerkannter Profiler, und er hat auch den Begriff Serienmord entscheidend mitgeprägt.       Gleich aus dem Vorwort des Buches zitiere ich Harborts folgende drei Absätze: >>Tötungsdelinquenz ist anerkanntermaßen eine Männerdomäne, es gibt beispielsweise keine bzw. kaum Amokläuferinnen, Sexual-, Raub- oder Massenmörderinnen. Die aktuelle >Polizeiliche Kriminalstatistik< des Bundeskriminalamts weist für >Mord und Totschlag< lediglich 12 Prozent >weibliche Tatverdächtige< aus. Und auch beim Serienmord ist das Geschlechterverhältnis nach meinen Untersuchungen unausgewogen – nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnten hierzulande mindestens 212 Mordserien aufgeklärt werden, allerdings beträgt der Frauenanteil bei den Verurteilten nur 18 Prozent.<< (Zitatende)   >>Aus diesen Gründen habe ich zu Beginn meiner Untersuchungen vor 20 Jahren eine eigene Definition entwickelt und im Laufe der Zeit erfahrungsbedingt modifiziert. Danach liegt ein Serienmord vor, wenn der/die voll oder vermindert schuldfähige TäterIN alleinverantwortlich oder gemeinschaftlich mindestens zwei versuchte bzw. vollendete Tötungsdelikte begeht (…), die jeweils von einem neuen Tatentschluss getragen werden und in keinem inneren Zusammenhang entstehen.<< (Zitatende) >>Ich behandele im vorliegenden Buch nur solche Verbrechen, die sich in der jüngeren Vergangenheit im deutschsprachigen Raum ereignet haben und sämtliche Facetten dieses spektakulären und außergewöhnlichen Deliktbereichs abbilden. Weil bisher zu Serienmörderinnen in Deutschland (zu) wenig geforscht wurde und die vorliegenden Untersuchungsergebnisse sich lediglich auf hochselektive Stichproben beschränken, habe ich alle Tötungen weiblicher Serientäter betrachtet, die sich hierzulande seit Ende des Zweiten Weltkriegs ereignet haben (Ergebnisse der Studie siehe Anhang >Kriminologie der Serienmörderin< und Nachwort).<< (Zitatende)       Aufgrund unseres rationalen Denkens, unseres Schubladendenkens (auch im Sinne der Abschottung) kennen wir nur wenige Stereotypen. Wir lassen also wenig zu, obwohl wir alle wissen, dass jeder Mensch ein Unikat ist. Da wäre zum Beispiel das altmodische und  klassische Heimchen am Herd, das sich unterordnet und die Kinder hütet. Wir kennen auch das “Bonobo-Weibchen“, das zwar ebenfalls die Kinder hütet und den Haushalt erledigt, allerdings – im Gegensatz zum sich unterordnenden Heimchen am Herd - auch die Familie zusammenhält, und dabei die Fäden aus dem Hintergrund heraus zieht, also subtil und leise.   (Liebe Frauen, ich weiß, der indirekte Vergleich mit Affen kommt nicht gut an, aber Bonobos sind nun mal schimpansenähnliche Affen, die sich allerdings von Schimpansen im Wesentlichen unterscheiden: Während Schimpansen nämlich ab Beginn der Geschlechtsreife äußerst aggressiv werden können, gibt es im Bonobo-Rudel keinen Chef, sondern eine ChefIN, außerdem erziehen ausnahmslos die Weibchen die Kinder, und Anspannungen werden nicht mit Streit beseitigt, sondern Anspannungen werden mittels Sex präventiert, also verhindert, bevor überhaupt Streit entsteht. Deswegen aber zu behaupten, dass alle Männer Schimpansen sind und alle Frauen Bonobos, wäre wieder ein Produkt des rationalen Denkens).   Außerdem sind die meisten Frauen sozialer eingestellt als die meisten Männer. Hinter so mancher bzw. manchem vermeintlichen “Ja“-SagerIN (also Menschen, die nach außen hin immer nur “Ja“ sagen) verbirgt sich eine hinterlistige Persönlichkeit. Auch sind die meisten Frauen im Lügen und im Verdrängen besser als die meisten Männer, und auch Mobbing zum Beispiel geht statistisch gesehen mehr von Frauen aus. Aber auch Männer können Tratschweiber sein, sogar auf sehr ähnliche Weise wie Frauen, auch bei gleichen Themen, nur eben in anderen Zusammenhängen. Und auch Rechthaberei ist eine Eigenschaft beiderlei Geschlechter – aber ebenfalls nicht bei jedem Menschen gleichermaßen vorhanden. Auch sind (völlig geschlechtsunabhängig!) die meisten Menschen sehr einfach, glauben nur das, was sie sehen (typisches rationales Denken!). Manche sind sogar noch viel einfacher, sehen nur das, was sie sehen wollen.       Im ersten Kapitel des Buches geht es um die 29-jährige Jennifer Hartmann, die drei Kinder verloren hat, bei einem davon ist ein angeborener Herzfehler diagnostiziert worden, zwei weitere sind laut Diagnose und laut Obduktionsbericht am SIDS (Sudden Infant Death Syndrome, kennen wir in Deutschland auch als Plötzlicher Kindstod) verstorben. Jennifer ist geschieden und sucht in Facebook unter ihrem Nicknamen “Betty Fly“ (daher heißt dieses Kapitel auch “Die Schmetterlingsfrau“) regelmäßig nach männlichen Sexualpartnern. Irgendwann lernt sie in Facebook einen Lektor und angehenden Buchautor kennen, der sie für seine Bücher interviewen möchte. Er bezahlt ihr 50 EUR pro Interview, zum Essen lädt er sie selbstverständlich ein, wie es sich für einen Gentleman gehört. Obwohl Roland ihr mit seinen 54 Lenzen zu alt ist, treffen die beiden sich nach einigen Mails. Im Verlaufe der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden eine Art väterliche Freundschaft, die Gespräche werden vertraulicher. Sie klagt ihm ihr Leid, nämlich, dass ihr Ex-Mann viel auf Montage gewesen ist und sie mit den Kindern viel allein. Außerdem hatte sie nach eigenen Angaben (Zitat): >>Eine freudlose Kindheit, Jugendsünden, Schulversäumnisse und missglückte Männerbeziehungen.>> (Ziatende) Außerdem sei sie als kleines Mädchen über Jahre hinweg von ihrem Onkel, der später wegen Mordes an einer jungen Frau verurteilt wurde, sexuell missbraucht worden, erzählt sie. Anlässlich ihres 30. Geburtstags verabreden sich die beiden in einem Biergarten. Dort erzählt sie ihm, was sie schon länger frustriert (Zitat): >>Diese Fuzzis glauben doch immer noch, ich hätte nicht nur Luca umgebracht. Kevin und Laura auch!<< Das sei aber nicht wahr, versichert sie, außerdem könne man ihr nichts beweisen, weil die Todesursachen doch feststehen würden, zumindest bei Kevin und bei Laura. Sie habe den Verdacht, dass Luca, als er bei den Großeltern zu Besuch gewesen ist, im Bad vermutlich eine herunter gefallene Herztablette geschluckt hat, ihr Vater sei nämlich herzkrank. Roland kommt die Schilderungsweise seiner Interviewpartnerin über ihre Schicksale äußerst spanisch vor, denn sie spricht viel weniger emotionslos, eher sachlich und kontrolliert, eher neutral und abstrakt.   Nach einer Weile wird das beiderseitige Vertrauensverhältnis immer enger. Sie besuchen gemeinsam die Gräber ihrer Kinder, dort starrt sie minutenlang vor sich hin, immer wieder von kurzen Weinkrämpfen überrumpelt. Es kommt zu gegenseitigen Geständnissen. Nach Wochen, Monaten Jahren, gesteht sie Roland, dass ein Bekannter Luca in ihrem Auftrag getötet habe, dass müsse sie ihm, Roland, dringend erzählen. Sie müsse aber mit Racheaktionen rechnen, wenn der Bekannte wisse, dass sie jemandem davon erzählt. Kurz darauf berichtet Roland, er widerum habe als 21-jähriger seine Schwester im Streit erwürgt und im Wald vergraben, niemand wisse bis heute davon, aber es würde ihn belasten, weshalb er es ihr beichte. Irgendwann in einem späteren Treffen erzählt sie Roland, sie selbst habe Kevin, ihren Sohn mit dem angeborenen Herzfehler, mit einem Kissen erstickt. Ihr Kommentar darüber zu Roland (Zitat): >>Der arme Kerl wäre daran doch sowieso gestorben. Ich habe ihn doch nur erlöst!<< (Zitatende) Am nächsten Tag schreibt sie ihm in Facebook (Zitat): >>Danke für dein Vertrauen! Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass da jemand ist!<< (Zitatende) Roland jedoch will mehr von ihr wissen. Viel mehr. Das volle Programm. Das nächste Treffen findet bei ihr zu Hause statt. >>Was ist mit Luca? Warst du das auch?<<, will er von ihr wissen. >>NEIN!<<, ist ihre Antwort. Nur einen Augenblick später sagt sie aber >>Ich werde einen Teufel tun und zur Polizei gehen, denen sage, dass ich es war!<< Außerdem sagt sie: >>Und wenn die Bullen mich noch 30 Jahre lang verfolgen zu müssen, dann sollen sie doch tun, dann sollen sie mich halt irgendwann holen kommen, ist mir scheißegal Die wissen genau, dass ich es war, aber die können mir nichts, beweisen! Und das liegt daran, dass ich so clever war, dass ich so geschickt gewesen bin!<< Des Weiteren brüstet sie sich damit, zu wissen, dass die roten Pünktchen in den Augen ihres Kindes (das sie selbst ermordet hat!) gefehlt haben, und warum das im Normalfall nach einem Erstickungstod so ist. Darauf hat Roland kommentarlos die Wohnung verlassen und Jennifer Hartmann nie mehr wieder ersucht. Roland, der angebliche Lektor, stellt sich allerdings während der kriminalpolizeilichen Ermittlungen als verdeckten Ermittler heraus, und Jennifer Hartmann wird nach fünf Jahren Ermittlungen wegen dreifachen Kindsmordes verhaftet. Im Rahmen der Ermittlungen kommt ihr Profil zum Vorschein. Ihr Vater, ein Gerüstbauer, war selten für sie da, weil durch zahlreiche Einbrüche und andere Delikte meist im Gefängnis. Anhaltspunkt für sie war ihre Mutter, die sie mehr verwöhnt als erzogen hat. Eine konsequente Erziehung hat sie nie kennen gelernt. Jennifer hatte brüchige, meist kurzweilige Beziehungen mit verschiedenen Männern, obwohl sie verheiratet gewesen ist, war auch mehrfach schwanger, hat eine Fehlgeburt erlebt und selbst zweimal einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Ihrer Sichtweise nach sei sie durch oder wegen ihrer Kinder gezwungen gewesen, sich mit dem jeweiligen Vater ihrer Kinder arrangieren zu müssen. Viel lieber wollte sie ein freies unbeschwertes Leben mit häufig wechselnden Sexualpartner leben. Dabei hätten ihrer Meinung nach die eigenen Kinder im Weg gestanden. Jennifer Hartmann kann frühestens nach 20 Jahren Gefängnis eine Bewährung beantragen, mit der Voraussetzung, dass sie an sich arbeitet und ein anderer Mensch geworden ist. Den letzten Absatz des ersten Kapitels, einen Kommentar Harborts, zitiere ich komplett:   >>Nach alldem besitzt Jennifer Hartmann kein Alleinstellungsmerkmal, das sie von anderen Frauen mit ähnlich negativen Lebenserfahrungen und vergleichbar poröser Persönlichkeit signifikant unterscheidet. Allerdings sind alle zuvor beschriebenen Aspekte, die aus ursächlicher Sicht relevant erscheinen, im vorliegenden Fall besonders stark ausgeprägt, auf verhängnisvolle Weise miteinander verknüpft, und über Jahrzehnte hinweg unbeeinflusst geblieben. Hätte man dieser fatalen Fehlentwicklung rechtzeitig entgegenwirken können und wäre es Jennifer gelungen, eine eigene soziale Identität zu entwickeln, diese Frau würde heute unabhängig mitten unter uns leben und niemanden gefährden.<< (Zitatende)   Medien definieren die Täterin bereits im Titel, und geben den Täterinnen Kosenamen wie zum Beispiel “Racheengel“, “Todesengel“ oder auch “Engel mit den Eisaugen“ (letztere saß übrigens mehr als vier Jahre lang in Haft, wurde nach mehreren Instanzen freigesprochen, dann erneut angeklagt, lebt aber wieder in ihrem Geburtsland). Würden Medien mit (fiktiv) “Die Todesschlitzerin vom Dingsbumssee“ betiteln, würden solche Meldungen sicher entweder von den wenigsten oder gar nicht gelesen oder gar für fake-news gehalten werden, weil sie unserem Frauenbild nicht entsprechen (nicht wollen und nicht sollen).       Wir sehen gleich im ersten Kapitel des Buches, dass es nicht immer die eingangs erwähnte verwilderte “Waldfee ohne jeglichen Kontakt zur Menschheit“ sein muss, die in Serie mordet. Jennifer Hartmann, “Die Schmetterlingsfrau“, hatte sogar mehrere menschliche und zwischenmenschliche Kontakte. Nur konnte sie diese aufgrund ihrer eigenen gestörten Persönlichkeit nicht lange aufrechterhalten, sie hat ihre Mitmenschen manipuliert und für eigene Zwecke missbraucht. In einem weiteren Kapitel geht es um eine 65-jährige Frau, die nach zwei gescheiterten Ehen, die eine mit einem Säufer, die andere mit einem Schläger, nur noch ältere, vermögende Herren bevorzugt, ohne diese sexuell zu begehren. Ein anderes Kapitel handelt von einer 32-jährigen, bildhübschen (so die Aussagen vieler) Mexikanerin, die in einem strengen, biederen Elternhaus aufgewachsen ist, ihr Vater ein Psychologe, ihre Mutter eine Dolmetscherin. Bereits während ihrer Kindheit wurde sie unterdrückt und kontrolliert, sogar ihre Berufswahl wurde ihr von ihren Eltern vorgegeben, und sie habe sich zu fügen (die Eltern haben es ihrer Sichtweise nach sicher nur gut mit ihrem Kind gemeint…). Zwei Ehen sind eben genau aus diesen Gründen, nur auf ähnliche Weise, gescheitert: von einem ihrer Ex-Männer wurde sie unterdrückt und erniedrigt, sogar als “Schlampe“ bezeichnet. Einfach so.   Um sich selbst abzuschotten, und aus Diskretionsgründen, anonymisiert Harbort seine Interviewpartner in all seinen Büchern, gibt ihnen Pseudonyme, und auch Daten, welche die Taten beschreiben sowie Orte und Umgebungen sind verfremdet.   Im Verlauf der Jahre hat Stephan Harbort seinen Schreibstil vereinfacht. Die Kapitel des hiesigen Buches wirken eher wie Geschichten, die Protagonistinnen wirken realer. Wissenschaftliche Aspekte hat er ans Ende des Buches verschoben. Gerne einen kleinen Auszug aus “Kriminologie der Serienmörderin“ am Ende des Buches: Den niedrigsten Prozentsatz der rechtlich verurteilten Serienmörderinnen im gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz), und zwar seit Ende des Zweiten Weltkriegs, liegt bei den 41 bis 50-jährigen, der Prozentsatz beträgt 7,9 Prozent. Der Prozentsatz der 51 bis 60-jährigen rechtlich verurteilten Serienmörderinnen beträgt 10,4 Prozent. Den “zweiten Platz“ sozusagen, nämlich mit jeweils 15,8 Prozent, liegt bei den 14 bis 20-jährigen (also bei den Heranwachsenden!) und bei den 31 bis 40-jährigen Frauen. Der Prozentsätze der 0 bis 13-jährigen und der ab 61-jährigen Frauen beträgt jeweils NULL.       Selbstverständlich hätte man die Geschichte von und über “Die Schmetterlingsfrau“ aus dem ersten Kapitel viel weiter umschreiben, sogar einen Roman über sie schreiben können. Man könnte eigentlich allen Protagonistinnen und Protagonisten in Harbots Büchern einen eigenen Roman widmen. Der Tenor war für mich als Rezensent allerdings, dass man nicht als Soziopath und auch nicht als Psychopath geboren wird, sondern man wird durch vielerlei Umstände und über vielerlei Umwege dazu gemacht. Meist beginnt das im Elternhaus, entwickelt sich über das engere Umfeld weiter bis hin zur Intoleranz der Gesellschaft. In ähnlicher Form sagt dies übrigens auch Stephan Harbort in einem seiner Bücher.   Der älteste Mord der Menschheitsgeschichte war, ist und wird übrigens der Brudermord in der Bibel sein: nämlich der von Kain an seinen Bruder Abel. In jedem von uns steckt auch nach wie vor ein Tier, das auch jederzeit abgerufen werden kann (unabhängig vom Geschlecht!) – nur eben bei dem einen Menschen nicht so leicht und bei anderen Menschen eventuell viel leichter. Jeder Mensch ist also zum Töten fähig. Wobei eine Tötung auch fahrlässig ausgeübt werden kann, ein Mord dagegen nicht. Denn ein Mord sagt so viel aus wie “Nach dir wird sowieso niemand suchen“ oder “Du, speziell du, bist es nicht wert, auf dieser Welt zu sein“ oder auch “Dich, speziell dich, hat die Menschheit nicht verdient“. In Serie zu morden, also nach Harbort einen oder mehrere Menschen in mindestens zwei unabhängigen Fällen zu ermorden, ist dagegen eine ganz andere Hausnummer. Mehrere Menschen mit einem Mal zu ermorden, beispielsweise bei einem Anschlag oder bei einer Hinrichtung, ist kein Serienmord(!).       “Kennste eine(n), kennste alle“, heißt es doch so schön im Volksmund. Aber ja doch: wir kennen sie alle, die Giftmischerin! Wird zum Beispiel in Medien über Sexismus und/oder über Feminismus diskutiert, fällt hier und da als Gegenargument auch mal das Wörtchen “Männerhasserin“. Was vermag eine Frau wie einen – mit Verlaub - “echten Mann“ zum Töten bringen, und was mögen die Motive für Frauen mit Mord(s)lust sein? Und gibt es dabei tatsächlich Parallelen zu Männern?   Ich versuche mal, ein großes Rätsel der Menschheitsgeschichte zu entschlüsseln: Frauen und Männer sind sich im Großen und Ganzen sehr ähnlich, unterscheiden sich allerdings in den Details (…). Eifersucht, Neid, Habgier, Hass und Rache sind jedenfalls sowohl bei Frauen als auch bei Männern die häufigsten Tötungs- bzw. Mordmotive. Wer das Buch “Killerfrauen“ gelesen hat, ist aber selbstverständlich nicht zum Frauenversteher geworden, dafür ist grundsätzlich jeder Mensch viel zu individuell.     Mit besten Empfehlungen Ralf Ebersoldt

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  • Sie wollen Spannung, Kriminalistik und Psychologie und etwas über sich selbst erfahren? Dann lesen!

    Killerfrauen

    KerstinHabermann63

    26. September 2017 um 22:17

    Aus meiner Sicht werden sogar drei Bereiche bedient. Dem Leser wird aufgezeigt, wo die Schwierigkeiten der ermittelnden Behörden liegen, womit der Bereich Kriminalistik abgedeckt wird und das geschieht sachlich. Vielleicht sogar ernüchternd, da wir erfahren wie mühselig die Arbeit der Polizei ist. Aber was wahr ist, muss wahr bleiben.   Für (die uralten) Krimifans (wie mich) waren doch auch immer die Columbofolgen interessant. Man wusste bereits zu Beginn, wer der Täter ist und schaute dennoch weiter zu. Und so ist es hier auch.   Für den wissenschaftlich arbeitenden Psychologen sind die im Anhang befindlichen Tabellen interessant. Der tiefenpsychologisch Interessierte will wissen, wie es "dazu" kommen konnte, erforscht dies aber vielleicht seltsam distanziert, eben statistisch.   Zum Schluss möchte ich zum für mich wichtigsten Aspekt kommen: der Faszination des Bösen und der daraus resultierenden Lehre über uns selbst. Ich bin da ganz ehrlich, es fasziniert mich. Bekannt sind Täterin und Opfer. Die Waffe liegt schussbereit in der Wohnung. Das Opfer kommt nach Hause, legt sich ins Bett und schläft ein. Die Delinquentin klebt die Wände ab. Ich interessiere mich für Kriminalistik, Krimi und Psychologie und weiß genau, was gleich passieren wird. Ich könnte das Buch nun zur Seite legen. Tu ich aber nicht. Ich glaube, es liegt daran, dass ich tief drinnen spüre, dass ich - wie sicher viele (wenn nicht gar alle) von uns - merke, dass in mir etwas angesprochen wird. Hätte ich nicht auch schon einmal vor Wut am liebsten jemanden umgebracht? Und da kommt jemand daher und tut es einfach; lebt aus, was ich mich nicht traue (und mich auch gar nicht trauen will), was aber dennoch in mir ist. Der wichtigste Satz des Buches ist für mich daher: "Dieser Mensch könnte ich selbst sein!" Hier zeigt sich, dass Stephan Harbort mehr ist als der reine Kriminalist.

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  • Blick hinter die Kulissen

    Killerfrauen

    hrafnaklukka

    13. September 2017 um 09:11

    Normalerweise lese ich eher Thriller, Psychothriller oder Krimis. „Killerfrauen“ von Stephan Harbort  ist eher ein Sachbuch mit Fällen aus der Praxis, aber  in Sachen „Spannung“ muss es sich ganz sicher nicht hinter den erfundenen Geschichten verstecken.  Es heißt ja, die besten Geschichten schreibt das Leben – in diesem Fall lassen die Geschichten den Leser teilweise sprachlos und betroffen zurück. Es geht um sieben verschiedene Frauen, die aus unterschiedlichsten Motivationen getötet haben. Am Ende jeder Geschichte wird die Psyche und die Entwicklung  der Mörderinnen beleuchtet – ein Punkt, der in   herkömmlichen Büchern natürlich nicht vorkommt, mir aber umso interessanter erschien. So konnte ich als Laie einen guten Einblick bekommen die einzelnen Schicksale blieben niccht oberflächlich auf die Tat beschränkt, sonder haben mehr Tiefe bekommen. Was bewegt einen Menschen, einen anderen zu töten? Ab wann ist es schief gelaufen?  Begleitet wird das ganze von einem Vor- und Nachwort, ganz hinten im Buch sind noch verschiedenen Statistiken zu finden.  Anfangs war ich eher skeptisch, nach den ersten Seiten hat mich dann die Lese-Wut gepackt und ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Die einzelnen Fälle sind gut ausgewählt und abwechslungsreich, und es bleibt durchgehend spannend. Der Autor hat auf komplizierte Fachausdrücke verzichtet, alles war gut  und verständlich beschrieben. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, und es hat dazu geführt, das ich zukünftig nicht nur weitere Bücher des Autors lesen möchte, sondern auch meinen Lese-Horizont um diese Art Sachbücher erweiter.

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  • Killerfrauen

    Killerfrauen

    Shorty2017

    17. July 2017 um 14:54

    Mit "Killerfrauen" beschreibt er professionell, wie Frauen in Serie morden. Es liest sich so gut, dass man es nicht aus der Hand legen möchte. Wer sich für Serientäter interessiert, in diesem Fall speziell für weibliche, über die noch recht wenig berichtet wird, ist bei diesem Buch auf jeden Fall richtig!

  • Spannend, informativ und gut verständlich (4,5)

    Killerfrauen

    spezii

    07. July 2017 um 18:29

    Darum geht es: In dem Buch “Killerfrauen - Deutschlands bekanntester Serienmordexperte klärt auf” von Stephan Harbort, befasst sich der Autor und Kriminologe mit sieben verschiedenen Fällen von Serienmörderinnen. Stephan Harbort setzt sich mit dem Thema auseinander und schildert dem Leser, wie es zu den jeweiligen Taten kam und gibt uns einen Blick auf die Psyche der Täterinnen. Darunter ist zum Beispiel eine Mutter die ihre drei Neugeborenen getötet hat. Nach außen führt sie ein scheinbar normales Familienleben mit ihrem Mann und ihren Kindern, bis eines Tages ihre beiden Kinder eine schreckliche Entdeckung in der Gefriertruhe machen. Auch geht es um eine Krankenschwester, die angeblich im Autrag von Gott Patienten selbst im Beisein der Angehörigen unbemerkt tötet. Es geht unter anderem auch noch um eine Eisfielenbesitzerin, die ihre Männer tötet oder um zwei Frauen einer Drückerkolonne die auf ihr Opfer solange mit Baseballschläger einschlagenIn “Killerfrauen - Deutschlands bekanntester Serienmordexperte klärt auf” wird jedoch auch über die Täterinnen und ihre Opfer gesprochen. Der Leser bekommt jedoch auch den psychlogischen Aspekt aufgezeigt, Stephan Harbort lässt uns in die seelischen Abgründe der “Killerfrauen” blicken und noch vieles mehr. Ich möchte nun eigentlich ungern mehr vom Buch verraten, denn ihr solltet es wirklich lieber selber lesen. Meine Meinung: Ich muss zugeben, ich kannte den Autor Stephan Harbort bisher nur durch diverse TV Sendungen, in denen es um die verschiedensten Morde und ihre Täter- und Täterinnen geht. Als ich dann die Chance und Gelegenheit bekam ein Buch von Stephan Harbort selbst zu lesen, gab es für mich nix zu überlegen. Ihr könnt euch ja bestimmt vorstellen wie ich mich gefreut habe, denn schließlich kenne ich jede dieser Sendungen. Der Schreibstil von Stephan Harbort ist durchweg flüssig und lässt sich durch seine verständliche Erklärung und Schreibweise auch fließend lesen. Ich konnte mir auch durch die ebenso gut beschrieben Personen mir diese gut vorstellen, egal ob Täterin, Opfer oder eine der anderen Personen. Was mir auch sehr gut an dem Buch gefallen hat war, dass die Erzählungen nicht so trocken sind, hier finde ich, hat sich der Autor wirklich Mühe gegeben damit man sich ein Bild davon machen kann. Jeder einzelne der sieben verschiedenen Fälle hat der Autor voller Spannung aus seiner Feder zu Papier gebracht. Die psychische Einschätzung der einzelnen Täterinnen werden vom Autor, mir als Leser mit verständlichen Worten erklärt. Ich muss auch sagen, die Statistiken am Ende des Buchen sind schon recht informativ und ich war ziemlich überrascht. Fazit: “Killerfrauen - Deutschlands bekanntester Serienmordexperte klärt auf” ist das etwas andere Buch. Oder besser gesagt, spannend, informativ und gut verständlich geschrieben bekommt der Leser Einblicke in sieben verschiedene Fälle von Frauen die mehrfach getötet haben. Von mir bekommt “Killerfrauen” von Stephan Harbort 4,5 von 5 Bücher Kauf- und Leseempfehlung: Ganz klare Empfehlung

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  • Killerfrauen als Eheringersatz?

    Killerfrauen

    Sidney

    25. June 2017 um 20:08

    Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass ... ja, wovon bin ich eigentlich ausgegangen? Von einem fiktiven Thriller, mit psychoanalytischen Bestandteilen? Von einem hochspannenden Tatsachenbericht, der mich in die Abgründe der weiblichen Seele führt? Wovon ich jedoch nicht ausgegangen bin, war ein unglaublich interessantes Fachbuch, indem Harbort verschiedene Fälle von Serienmörderinnen auseinandernimmt und dem Leser einen irrwitzigen Einblick in die Psyche der wohl grausamsten Mörder der Welt zu geben - Frauen. Wenn man in den Nachrichten oder in Zeitungen von Serienmördern hört oder liest, dann sind das immer Männer. Männer, die andere Männer töteten, Männer die Frauen töteten, Männer die Kinder töteten. Diese Taten sind oft widerwärtig, niederträchtig, meistens jedoch auf absurde Weise absehbar. Bei Frauen ist das anders. Frauen töten anders, Frauen haben andere Beweggründe. Und was ihre Taten noch unvergleichlich grausamer werden lässt, ist die Abgebrühtheit, die sie an den Tag legen, wenn sie als Mütter ihre eigenen Kinder töten, die sie neun Monat in ihrem Leib getragen und genährt haben, wenn sie als Vertrauensperson alte Männer um ihr Hab und Gut bringen um sie dann zu töten oder wenn sie Patienten umbringen - aus Mitleid? Als Sterbehilfe? Oder weil ihnen selbst alles zuviel wurde? Frauen als Serienkillerinnen - Killerfrauen Das Erschreckende an diesem Buch war nicht, dass Frauen morden, sondern wie sie morden. Die Perfidität in ihren Taten haben mich mehr als einmal zusammenzucken lassen. Stephan Harbort hat sich im Vorfeld zu diesem Buch mit einigen der Frauen, die er thematisiert, in Verbindung gesetzt, hat ihre Sicht der Dinge beleuchtet - zumindest in den Fällen, in denen es möglich war. Was alle Frauen gemein haben: nach außen hin wirken die meisten von ihnen, als würden sie ihre Taten bereuen. Aber wenn man der Analyse im Nachgang der jeweiligen Geschichten Glauben schenkt, dann sind diese Frauen eiskalt. Die Taten geschahen nicht im Affekt, weil sie eifersüchtig auf eine Kontrahentin waren, weil sie überfordert waren oder aus welchem "mildernden" Grund auch immer. Sie geschahen meist mit vorhergehender Planung. Anstatt dass die Frauen nach der ersten Tat Hilfe suchten oder vor der nächsten Tat zurückzuckten, sanken ihre Hemmschwellen und sie mordeten wieder und wieder. Es ist sehr interessant, wie Harbort die Fälle beleuchtet, ohne von seiner Position als Wissenschaftler (BEOBACHTEN!) abzuweichen. Er untersucht die Fälle, bezieht aber weder Position für noch gegen die Frauen. Auch spricht er ihnen das Mensch sein nicht ab, was in meinen Augen die Taten vermutlich noch grausamer erscheinen lässt. Killerfrauen als Eheringersatz? - eine Anekdote Vor allem wir Frauen kennen das Problem zur Genüge: Da sitzt man nichts ahnenden ohne Begleitung in Bus oder Bahn und liest ein Buch. Leider gibt es dann immer wieder solche Herren der Schöpfung, die uns Damen dann gerne als Freiwild betrachten. Man kann sie ja mal anbaggern. Ich sitze also in der Bahn von Backnang zurück nach Hause. Vor einigen Minuten noch war ich beim Augenarzt gesessen und habe eine sehr schmerzhafte Untersuchung über mich ergehen lassen. Die Kopfschmerzen wurden mit jeder Station, an der die Bahn hielt, schlimmer und ich wusste, ich würde es nicht bis nach Hause schaffen, bevor die Migräne ausbrechen würde. Passende Medikamente? Fehlanzeige. Somit war meine Laune schon im Keller, als ich das Buch auspackte und mich wieder mit den psychischen Abgründen meiner Geschlechtsgenossinnen befasste. Die Sitzsituation war wie folgt: normale S-Bahn, ich saß in einem Vierer-Abteil unmittelbar vor einer Tür in Fahrtrichtung. Irgendwann fiel mir ein junger Kerl auf; er war vermutlich Anfang 20. Der junge Mann stand an der Tür und behielt mich im Blick. Das ist etwas, was ich noch nicht mal bei Mister X brauchen kann - wenn man mich beim Lesen beobachtet. Der Mann stand da also und betrachtete mich, während ich in mein Buch vertieft dasaß. Nach drei weiteren Stationen starrte er mich immer noch an. Hatte der noch nie eine Frau gesehen? Oder hatte er womöglich noch nie eine Frau mit Buch gesehen? Ich warf verstohlene Blicke durch die Bahn: Die wenigen Menschen, die mit mir den Waggon teilten, starrten in ihre Handys oder Löcher in die Luft. Ich war die Einzige mit Buch. Vermutlich hatte er tatsächlich noch nie eine Frau in der Öffentlichkeit ein Buch lesen sehen.Flirten? Kann ich. Nicht. Ich dachte mir, dass ich ja eigentlich kein schlechter Mensch sei, also könnte ich seinen Blick ja mal erwidern. Ich hob meine Augen, sah ihm entgegen und er begann über das ganze Gesicht zu strahlen. Dann deutete er auf mein Buch, reckte anerkennend beide Daumen nach oben und grinste. Offenbar fand er gut, dass ich in der Bahn saß und las. Ich konnte nicht anders und richtete mein Buch so auf, dass er den Titel lesen konnte - Killerfrauen. Er las den Titel, starrte ihn regelrecht an. Dann sah ich, wie es in ihm zu arbeiten begann. Er schluckte heftig, wurde kreidebleich und trat dann die Flucht nach vorn an. Nämlich in den vorderen Teil des Zuges. Weg war er. Flirten? Kann ich. Nicht. Fazit Das Buch fand ich super. Es war kein klassischer Pageturner, aber durchaus sehr lesenswert und informativ. Es hat Spaß gemacht zu lesen und ich war sehr fasziniert davon, welche Fälle Harbort für sein Werk gewählt hat. Von der Patientenmörderin über die Kindsmörderin bis hin zur schwarzen Witwe war alles dabei. Den Aufbau des Buches fand ich sehr gut. Zuerst der Fall, dann die Analyse. Einmal sogar mit einem textlichen Interview. Hinten im Buch gibt es dann noch Falltabellen, aus denen ersichtlich wird, welche Soziale Gruppen eher dazu neigen, zur Serienkillerin zu werden. Das war definitiv nicht der letzte Harbort, den ich gelesen habe! Killerfrauen? Eine klare Kaufempfehlung von mir!Diese Rezension erschien zuerst auf Occupatio.

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    Claudia_Jacobs

    28. May 2017 um 14:23

    Die beiden schlimmsten und unvorstellbarsten Formen von Mord, der Mord am eigenen Kind, und der Mord an Patienten, beides absolut hilflose und vertrauende Gruppen, werden von Frauen praktiziert.Einige dieser Taten sind hier beschrieben.Kein Mensch kann sich vorstellen, einem Kind etwas anzutun, und schon garnicht dem eigenen. Also verabscheuen wir diese Menschen. Die Mütter und die Pflegerin oder Krankenschwester. Wem vertraut man mehr als der eigenen Mutter, oder muss man mehr vertrauen als der Krankenschwester? Und ausgerechnet die geliebte Mutter, die scheinbar so empathische Schwester, nehmen einem das Leben? Ich bin Mutter UND Krankenschwester. Jemandem das Leben zu nehmen, liegt mir ferner als die Sonne. Also was macht diese Frauen zu Mörderinnen, zu Serientätern? Warum tötet Jennifer ihre 3 Kinder? Warum tötet Christine mindestens 5 ihrer Patienten? Jener Teil Gehirn, der sich das vorstellen kann, scheint mir zu fehlen, und so versuche ich es anhand der Fakten und psychologischen Verstrickungen zu verstehen, die uns Stephan Harbort, in mühseliger Arbeit zusammengetragen, anbietet.Wie kann es sein, das 3 Schwangerschaften mit dem Tod des Neugeborenen enden, und der Vater nichts mitbekommt? Weder Schwangerschaft, noch Geburt, noch Tötung?Harbort räumt hier auf, mit den gängigen Thesen, das Serienmörderinnen auffällig sind. Sie sind weder besonders intelligent, noch besonders dumm, selten jung, fast nie alt, haben "normale" Berufe oder sind Hausfrauen etc. Besonders das Schlusswort mit den anschliessenden Statistiken über Täterinnen und Opfer, ist sehr aufschlussreich. Es räumt auf, mit Vorurteilen gegenüber einzelnen Bevölkerungsgruppen. Es ist nicht "die" Alkoholikerin, "die" Aussenseiterin, "die" sozial auffällige Person... nein! Es ist eine Frau wie du und ich. Keine Person wie Kroll, der durch seine auffällige Unauffälligkeit auffiel. Ich könnte es sein, genauso wie meine Mutter, meine Schwester, und würde nicht auffallen, solange die Gesellschaft ebenso uninteressiert an ihren Gegenüber bleibt, wie sie es immer mehr wird.Wieder habe ich etwas dazugelernt, und mein Verstehen wird grösser, nicht mein Verständniss, nur mein Verstehen!Und ich bin mir ziemlich sicher, das die meisten unaufgeklärten oder unentdeckten Morde, auf das Konto von Frauen gehen. Das Opfer, dem der männliche Sexualtäter die Kehle durchschnitt, wird erkannt, das Kind, dessen Geburt niemand bemerkt, wird nie vermisst. Der Mann, der aus Rache erschossen wird, wird gefunden, aber der Kranke, dem die Schwester Insulin spritzt, wird als natürlicher Tod hingenommen und unerkannt bestattet.Fazit: Diese Buch räumt auf, mit dem Glauben an die Frau, die immer nur Liebe oder Fürsorge, aber niemals Hass oder Gleichgültigkeit empfindet. Und ich weiss, was ich als begeisterter Leser als nächstes Buch auf meine Leseliste setze:"Der klare Blick" Mit dem Wissen des Profilers Lügen entlarven und richtige Entscheidungen treffen wird es sein. Harbort macht süchtig!

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  • Killerfrauen

    Killerfrauen

    Kruemel2512

    07. May 2017 um 20:31

    Rezension Stephan Harbort - Killerfrauen Die harten Fakten: Autor: Stephan Harbort Er ist einer von den bekanntesten, nennen wir sie mal Profiler Deutschlands. Wenn nicht sogar der Bekannteste. Er ist Kriminalhauptkommissar und der führende Serienmordexperte der Nation. Er hat schon mehrere Real-, Truecrime- Bücher geschrieben unter anderem "Das Hannibal-Syndrom", "Ich musste sie töten", "Killerinstinkte" und noch einige mehr. Auch kann man ihn immer wieder in den Serien "Medical Detektives" und "Die spektakulärsten Kriminalfälle". Auch in diversen Zeitschriften und auch Zeitungen konnte man Artikel von ihm schon lesen. Z Zum Buch: - verlegt im Knaur- Verlag - ISBN 978-3-426-78866-0 - Preis: EUR 9,99 in Deutschland, EUR 10,30 in Österreich Klappentext: Warum Frauen anders morden Eine Krankenschwester, die im Namen Gottes kaltblütig ihre Patienten tötet. 2 junge Frauen, die auf ihre Opfer mit Baseballschlägern einprügeln und sie zu Tode foltern. Eine Eisverkäuferin, die systematisch ihre Ex-Männer ermordet. Der Kriminalist Stephan Harbort erzählt packend Fälle von Serienmörderinnen, analysiert Motive und Hintergründe der Taten und die Profile der Täterinnen. Es gibt beklemmende Einblicke in die Abgründe der weiblichen Seele. Inhaltsverzeichnis: 1. Vorwort 2. Die Schmetterlingsfrau 3. Gefangene Prinzessin 4. Die Venusfalle 5. Gemeingefährlich 6. Interview mit einer Patientenmörderin 7. Geboren, um zu sterben 8. Jutta zwei 9. Nachwort 10. Kriminologie der Serienmörderin 11. Literatur (Nachweise) So, und nun geht es endlich mit mir los. Erwartungsvoll fieberte ich dem Erhalt des Buches entgegen. Es ist das Erste von Herrn Harbort und so war ich mehr als gespannt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Manche würden sagen, ich habe das Buch verschlungen, denn es war nach nur einem Tag geschafft. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Zu sehr fesselte es mich, was wohl auch daran liegt, das mich gerade die Psyche der Menschen sehr interessiert. Er beschreibt in seinem Buch nicht nur die Taten, die zweifelsohne wichtig sind, sondern es werden auch die Hintergründe aufgezeigt. Warum und wie wird man so. Was muss passieren, das man jemanden umbringt? Man lernt, das es nicht viel braucht. Es geht eigentlich hauptsächlich um die Hintergründe und das ist auch gut so. Denn es ist wichtig, auch die Person hinter den Taten zu erkennen und vielleicht auch zu verstehen. Sicher, das mit dem Verstehen ist schwierig, denn unser Vorstellungsvermögen will sich so etwas nicht vorstellen. Und doch müssen wir damit leben, das es solche Taten immer wieder gibt. Und zwar überall. Er beschreibt nüchtern die Taten (was ach wichtig ist, denn man darf so etwas nicht an sich ranlassen, sonst frisst es einen innerlich sicher auf) und analysiert anschließend die Täterinnen. Wie wuchs sie auf. Was passierte, damit die Frauen zu Mörderinnen wurden. Was war der ausschlaggebende Moment, der die erste Tat auslöste. Auch zeigt er, in den anschließenden Recherchen den weiteren Verlauf. Stellte sich die Täterin selbst oder wurde sie anhand einer Fahndung gesucht. Was sagt die Täterin selbst zu Ihren Taten? Ist sie sich dessen bewusst, was sehr getan hat oder leugnet sie noch immer. Das ist zum Beispiel eine Sache die ich wichtig und gut finde, da es für eine Beurteilung vor Gericht ausschlaggebend sein kann. In den Fällen lese ich auch, das es schwierig ist solche Frauen zu erkennen. Und so werde ich definitv mit offeneren Augen durchs Leben gehen. Nicht das ich jedem in meinem Umfeld nun zutraue eine Mörderin zu sein, aber sind wir doch mal ehrlich. Was wissen wir wirklich von unseren Bekannten, Freunden oder Verwandten?? Nichts, eben. Alles in allem muss ich gestehen, ein sehr lesenswertes Buch und ss wird sicher nicht das letzte sein, welches ich von Herrn Harbort gelesen habe und rezensieren werde. Prädikat: für Menschen, die sich nicht nur für Serienmörderinnen sondern generell für forensiche Psychologie (so wie ich) interessiert, unbedingt lesen!!

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  • Vergesst den Tatort, Krimis oder Thriller

    Killerfrauen

    Leseherz

    02. May 2017 um 20:12

    In diesem Buch vergessen wir sämtliche Krimis, Thriller und den einen oder anderen Tatort. Wer mal hinter die Kulissen einer Serienmörderin schauen will, sollte das neue Buch von Stephan Harbort „Killerfrauen“ lesen. Es zeigt sieben schwerwiegende Fälle von Frauen, die regelrecht zu Killerinnen werden. Das erschreckende dabei ist: es ist die blanke Wahrheit. Besonders der sechste Fall wo eine, eigentliche 5-fache Mutter, drei ihrer Säuglinge tötet. Vielleicht nicht mit Absicht, aber doch nahm sie fahrlässig den Tod ihrer Babys in Kauf, geht mir persönlich als Mutter an die Nieren. Ich musste erstmals ein Buch weglegen! Aber es zeigt, wozu (kranke) Frauen fähig sind. Die Hemmschwelle ist derweil nicht mehr vorhanden. Stephan Harbort schreibt objektiv und sachlich darüber und das ist es, was mir an diesem Buch gefällt. Für viele zukünftige Autoren bestimmt eine gute Inspiration. Interessant sind die Tabellen am Ende des Buches, die zeigen wie hoch die Merkmalshäufigkeiten sind. Definitiv zu empfehlen und sage DANKE, dass ich dieses lesen und auch rezensieren durfte (und danke fürs signieren! Halte ich in Ehren!)

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  • 7 reale geschichten über die Serienmörderin mitten unter uns...

    Killerfrauen

    Caesia

    19. April 2017 um 18:01

    Klingt der Titel "Killerfrauen" ein wenig provokant und reißerisch, berichtet Stephan Harbort jedoch sehr nüchtern und sachlich über Fakten, ungünstige Einflüsse und Entwicklungen, verheerende Umstände und Konflikte oder Probleme, die den Grundstein legen oder den Stein in´s Rollen bringen, was letztendlich zu Taten oder Szenarien führt, die ein gesunder Menschenverstand sich nicht vorzustellen vermag. Man erfährt aus dem Leben der Serienmörderinnen. Über ihre Kindheit, ihr Familienleben, ihre Persönlichkeitsmerkmale und wird so an die ungünstigen Faktoren herangeführt (fehlende Sozialkompetenz, mangelndes Selbstwertgefühl, Konfliktunfähigkeit, die Unfähigkeit zur Problembewältigung), die dann für die Täterinnen nur noch in einen Ausweg führen - den Serienmord.Wer sich gern mit Tabu - Themen und der Frage "Warum" beschäftigt, dabei aber gern auf Schlagzeilen und BILD - Zeitungsniveau verzichtet, ist bei diesem Buch genau richtig.Sachlich und emotionslos, aber dennoch packend und spannend, werden von Stephan Harbort die Lebens- und Tatumstände der Serienmörderinnen erzählt. Man bekommt sehr verständlich Analysen, Ausführungen und Erklärungen.Die Ausnahme gestaltete sich für mich (gelernte Krankenschwester) in der Geschichte von Christine Brückner (ebenfalls Krankenschwester), die mehrfach Patienten tötete. Die Geschichte wühlte mich unvermutet so sehr auf, daß ich das Buch immer wieder zur Seite legen mußte. Ich glaube ihr ihre Aussagen und ihre Sicht der Dinge nicht. Auch ihre berufliche Professionalität spreche ich ihr ab. Denn wenn sie diese gehabt hätte, wäre sie in der Lage gewesen, sich zeitgerecht selbst "aus dem Verkehr zu ziehen". Außerdem wundert mich, das niemand den Kollegen und Vorgesetzten eine Mitschuld anlastet (so geschehen bei dem Fall des Krankenpflegers in Delmenhorst / Oldenburg). Denn spätestens, als diese bei Christine Brückner ein inakzeptables Verhalten (beleidigend, ruppig, aggressiv, rabiat, ...) gegenüber den Patienten feststellten, hätte sie gestoppt werden müssen! Egal, wie man zu jeder einzelnen dieser Geschichten steht... das Buch wühlt auf, fesselt und regt zum Nachdenken an.

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  • Unbedingt empfehlenswert!

    Killerfrauen

    TinaPeitisch

    19. April 2017 um 11:38

    In seinem neuesten Werk nimmt Stephan Harbort sieben echte Fälle weiblicher Serienmörderinnen unter die Lupe. Jeder widmet er ein eigenes Kapitel. Aufgeteilt sind diese in eine Zusammenfassung, in gut lesbaren Stil, und Schlussfolgerungen zur jeweiligen Täterin. Stephan Harbort ist es mit diesem Buch wieder einmal gelungen, uns die menschlichen Abgründe vor Augen zu führen und diese nicht nur in der männlichen Seele schlummern. Trotz, dass es sich um ein Fachbuch handelt, strotzt es nicht vor Fachbegriffen. Ganz im Gegenteil, es liest sich fast wie ein guter Roman. Im Anhang kommen Zahlenfans auf ihre Kosten in Form der bei der Recherche entstandenen Tabellen. Natürlich fehlt auch nicht das Literaturverzeichnis, für Fachbücher unabdingbar.Also, wer Frauen von einer ganz anderen Seite kennenlernen will, sollte dieses Buch unbedingt in seinem Regal haben!!!

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  • Das Phänomen Serienkillerin

    Killerfrauen

    Krimine

    10. April 2017 um 20:40

    Eine Krankenschwester, die Patienten tötet, eine Mutter, die ihre Babys umbringt und eine Frau, die aus Habgier zur Mörderin wird. Verbrechen, die zwar selten sind, dafür aber umso mehr schockieren. Doch warum geschieht es, dass Frauen Gewalt anwenden und anstatt fremde Leben zu achten, diese zerstören? Eine Frage, der Kriminalhauptkommissar Stephan Harbort in seinem Buch “Killerfrauen“ nachgeht und dabei die Verbrechen von sieben Frauen beleuchtet, die in der jüngeren Vergangenheit im deutschsprachigen Raum begangen wurden.Wer kennt es nicht das Sprichwort, das besagt: „Die schönsten Geschichten schreibt das Leben selbst.“ Aber leider schreibt das Leben nicht nur die schönsten Geschichten, sondern auch die grausamsten. So berichtet der Serienmordexperte Stephan Harbort, der mit mehr als 50 Serienmördern und Serienmörderinnen gesprochen hat von einer Frau, deren schweren Persönlichkeitsstörung dazu führte, dass sie Lust am Töten und Erschrecken empfand. Ihre Opfer sind drei Frauen, die sie wahllos wählte und niederstach, weil sie diese für schwach und verachtenswert hielt. Hinzu kommen mehr als 40 Brandstiftungen, die sie in der Schweiz beging und das alles ohne Reue zu empfinden. Eine hochgefährliche Frau, die bereits mit 18 Jahren zur Mörderin wurde.Mit einem Schreibstil, der nüchtern und sachlich ist, präsentiert Stephan Harbort dem Leser die notwendigen Fakten, erzählt von der Kindheit und Jugend der Mörderinnen, von ihren Wünschen und Träumen und von ihrem Leben, das nicht so verlaufen ist, wie sie es wollten. Dazu wirft er einen prüfenden Blick in ihre Familien, rollt ungünstige Einflüsse und Entwicklungen auf und benennt verheerende Umstände, die zum Aufbau von unbeherrschbaren Konflikten führten. Und dabei wird allmählich klar. Eine fehlende soziale Kompetenz, ein schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl und die Unfähigkeit, mit Problemen umzugehen, bilden den Grundstein für die Taten der an sich unscheinbaren „Killerfrauen“.Fazit:“Killerfrauen“ ist ein Buch, das sich mit den Taten von sieben Serienmörderinnen beschäftigt, mit Hintergründen und Motiven, mit Persönlichkeitsprofilen und Lebensumständen und mit wissenswerten Details, die am Ende des Buches tabellarisch zusammengefasst worden sind. Eine ernüchternde und erschreckende Lektüre weitab von medienträchtiger Effekthascherei.

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  • Menschliche Abgründe und die Geschichten dahinter

    Killerfrauen

    Melody73

    09. April 2017 um 16:22

    Klappentext:Stephan Harbort erzählt packend beispielhafte Fälle von Serienmörderinnen, analysiert ihre Motive, Hintergründe und Persönlichkeitsprofile: Eine Krankenschwester, die im Namen Gottes Patienten ermordet. Zwei junge Frauen, die ihre Untergebenen in der Drückerkolonne mit Baseballschlägern prügeln und foltern. Eine Eis-Verkäuferin, die ihre Exmänner erschießt. Deutschlands führender Serienmordexperte gibt beklemmende Einblicke in die Abgründe der Seele. Denn Frauen töten andersDer KHK Stephan Habort schreibt in seinem authentischen Buch das mit 240 Seiten im Knaur Verlag erschienen ist über Serienmörderinnen und was sie zu dieser Tat bewogen hat.Mein Fazit:Da mich der Titel des Buches angesprochen hat hab ich mich auf für mich neues Terrain was das Genre angeht begeben. Den Autor selbst hab ich vorher nicht gekannt aber nach kurzen persönlichen Sätzen kommt er sehr sympathisch rüber. Auf diesem Weg vielen Dank für das Buch :-)Die Geschichten, wenn man es so nennen kann, beruhen auf realen Fällen die Stephan Harbort als KHK recherchiert und aufgeschrieben hat. Schon im Vorwort wird klar mit welchen Schwierigkeiten er seitens des Staates teilweise zu kämpfen hatte. Umso erleichterter bin ich dass er es doch geschafft hat dieses Buch mithilfe der Täterinnen zu vollenden.Die Hintergründe der Taten sind erschreckend und teilweise muss ich gestehen hab ich mich in manchen Gedankengängen wiedererkannt. Was aber bringt einen Menschen dazu so zu handeln? Wie tief muss der Abgrund sein dass man nur noch den Weg des Tötens sieht?.In Fall Nr. 1 der Kindstötungen wurde mir mal wieder klar wie allein sich manche Menschen fühlen bzw wie sie denken ihr Leben oder Beziehungen zu retten. Ichhatte zeitweise echt Tränen in den Augen und das wieterlesen fiel etwas schwer.Im Fall Nr. 5 war mir die Täterin sogar auf unheimliche Weise sympathisch.Dass ich mich auf dieses Buch eingelassen habe war eine sehr gute Entscheidung. Für mich absolut empfehlenswert, wenn man  authetische Geschichten mag. Ich persönlich finde die Psyche des menschen sowieso interessant und dann eben die Frage was treibt einen Menschen zu bestimmten Taten.Was mich am meisten, auch im realen Leben  erschreckt ist die Tatsache dass die Menschen nur ihren Vorteil bzw. Weg sehen. Nur ihrer ist der richtige und sie lassen keinen anderen zu oder versuchen einen anderen zu finden. Dass das meist mit mangelndem Selbstbewußtsein zusammenhängt lass ich mal so dahingestellt.Tatsache ist und bleibt dass jeder von uns in so eine Situation als Opfer kommen kann und somit der Willkür des Täters ausgesetzt ist. Schrecklicher Gedanke.Wer das Buch gelesen hat wird (ich zumindest) sein Umfeld vlt. noch etwas mehr beachten.Ein Satz der mit auch nach Beendigung des Buches im Ohr klingelt und an den ich mit Sicherheit noch lange lange denken werde ist dieser:" sie habe aus Intoleranz gegenüber dem Tod gehand elt und gottgleich über Würde, Wert und Unwert des Lebens anderer entschieden."

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  • Auch Frauen töten

    Killerfrauen

    Buecherseele79

    06. April 2017 um 18:10

    Auch in der heutigen Zeit ist es ein Schock, ein Kopfschütteln, ein schockiertes Aufschreien, Unverständnis wenn aus einem gedachten Serienmörder eine tatsächliche Serienmörderin wird.Warum töten Frauen?Können Frauen wirklich so kaltblütig sein und anderen Schmerzen zufügen, geschweige denn den Tod?Ja sie können und Stephan Harbort beschreibt dies sehr genau, leicht leserlich in seinem Buch "Killerfrauen".Frauen die Männer wegen Habgier umbringen, sie von ihrem Leid erlösen wollen, die Schwangerschaften plus Geburt weiterhin vertuschen wollen- um nur einige Beispiele zu nennen.Ebenso wie bei den männlichen Tätern erschreckt auch hier das Bild was die Frauen zu einem Mord bzw. Morden antreibt, wie sie ihr Weltbild sehen, wie sie sich selbst in der Gesellschaft erleben/sehen und was sie antreibt.Wie sie über diesen letzten, schwarzen Schatten springen um den ersten Mord begehen zu können.Namen, Orte und andere Begebenheiten wurden wissentlich abgeändert und doch weiss man dass man den ein oder anderen Mord in den Medien verfolgt hat, kopfschüttelnd und fassungslos.Auch wie die Gesellschaft sich erstmal weigert(für mich perfekt dargestellt bei dem Fall aus der Schweiz) dass es auch eine Frau gewesen sein könnte!Das Buch ist weder langweilig noch mit irgendwelchen, reinen wissenschaftlichen Daten zugeblättert sondern leicht und verständlich zu lesen, was die Frauen zur Tat antrieb, wie sie sich sehen, wie sie ihre Taten sehen, wie die Gesellschaft reagiert aber auch wo die Probleme bei Frauen liegen die zu Serienmörderinnen werden.Denn eines wird in diesem Buch klar- Frauen morden aus anderen Motiven als Männer, sie gehen eher "weichere" Wege und kommen doch oft mit dem sozialen Stellenwert in der Gesellschaft nicht klar.Für mich ein Buch welches aufzeigt wie Serienmörderinnen denken aber auch dass es sie gibt dass sie keinenfalls zu unterschätzen sind.Ohne Effekhascherei, mit klaren Aussagen gefriert einem oft das Blut in den Adern und man fragt sich dann selbst als Frau- wie sieht meine Seite aus die im Dunklen liegt?Ein Buch welches mit nachdenklich zurücklässt aber ich für jedermann und jederfrau eine klare Leseempfehlung aussprechen kann.

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  • Kriminologie der Serienmörderin

    Killerfrauen

    evafl

    06. April 2017 um 09:25

    Im Buch schildert Stephan Harbort die unterschiedlichsten Fälle von Serienmörderinnen, analysiert Motive und Hintergründe der Taten und die Profile der Täterinnen. Dabei gibt er beklemmende Einblicke in die Abgründe der weiblichen Seele, es ist wirklich erschreckend zu sehen zu welchen Taten hier Frauen fähig waren. So gibt es den Fall einer Krankenschwester, die im Namen Gottes ihre Patienten kaltblütig tötete. Mal wieder von Fällen aus dem echten Leben lesen, ja, ich hab mich echt drauf gefreut, wenngleich das Thema Serienmörderinnen natürlich auch heftig ist, keine Frage. Dennoch interessiert mich das Thema sehr und vor allem die Schilderungen tatsächlich passierter Tötungen und deren Hintergründe. Der Schreibstil gefällt mir recht gut, es kommen natürlich hin und wieder mal gewisse Fachbegriffe vor bzw. es ist keine einfache, leichte Sprache, aber das geht bei diesem Thema auch nicht unbedingt. Wobei die Fachbegriffe meiner Ansicht nach auch keine sind, es ist eher so, dass es sich oftmals um Beschreibungen handelt bzw. eben tiefer in die menschliche Psyche geht, wo man eben viel um- und beschreiben kann. Es ist eben keine Lektüre für so „nebenbei“, man sollte da schon Aufmerksamkeit schenken. Dennoch liest es sich recht gut und auch schnell, wie ich finde. Natürlich wurden hier Namen und Orte immer wieder etwas „verfälscht“, damit man nicht direkt weiß um welchen Fall es sich hier konkret handelt. Macht man sich jedoch im Internet ein bißchen auf die Suche so kommt man auf die Spur der „Eislady“ (so nennt „Die Welt“ sie) bzw. der „Eis-Killerin“ (Bild-Zeitung). Hier war es für mich so, dass ich den Fall noch weiter verfolgen wollte, was ich dann durch das Internet eben auch konnte – und den erstgenannten Artikel. Sowas finde ich dann auch immer wieder einfach spannend. Dennoch hat mir das Buch auch gut gefallen, lediglich bei der ausführlicheren Beleuchtung der Hintergründe der Tat war es mir manchmal ein bißchen zu langwierig. Ich bin dann vielleicht einfach nicht so der Fan davon, alles noch ganz genau aus psychologischer Sicht auseinander zu nehmen und zu erfahren, aber das war auch nicht bei jeder Fallschilderung so. Was dann aber noch wirklich interessant war, war die statistische Auflistung hinten im Buch über das Lebensalter bei der ersten Tat, den jeweiligen Familienstand, Sozialverhalten, Ausbildung sowie Vorstrafen etc. Beides jeweils in verschiedene „Gruppen“ eingeteilt (Altersgruppen, versch. Familienstände aufgeführt) und daneben mit Prozentangaben eingeteilt. Diese Statistiken werden hier für die Täterinnen und die Opfer aufgeführt. Fand ich zum Abschluß des Buches nochmal sehr interessant. Alles in allem war es spannend mal etwas von Stephan Harbort zu lesen, von diesem Autor hatte ich bislang noch kein Buch gelesen – und ich lese ja doch hin und wieder Bücher aus diesem Genre. Das Buch und die Schilderungen haben mir gut gefallen, es war unterhaltsam, wenngleich hinsichtlich der Taten natürlich auch grausam. Hinsichtlich der weiteren psychologischen Erläuterungen war es mir teilweise einfach ein bißchen zu ausführlich, manchmal weiß ich lieber nicht so viel über die Hintergründe bzw. manches Sozialverhalten etc. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. Von mir gibt es für dieses Buch eine Empfehlung und 4 von 5 Sternen. 

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