Stephan Kleiner

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Lebenslauf

Stephan Kleiner, geboren 1975, lebt als literarischer Übersetzer in München. Neben Hanya Yanagihara übertrug er u. a. Geoff Dyer, Nick Hornby, Michel Houellebecq, Marlon James und Charlie Kaufman ins Deutsche.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Murdle Mystery (ISBN: 9783446284395)

Murdle Mystery

Erscheint am 17.02.2026 als Taschenbuch bei hanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG.
Cover des Buches Der letzte Leuchtturm (ISBN: 9783755800620)

Der letzte Leuchtturm

Erscheint am 14.04.2026 als Gebundenes Buch bei DuMont Buchverlag.

Alle Bücher von Stephan Kleiner

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Neue Rezensionen zu Stephan Kleiner

Cover des Buches Murdle Volume 1 (ISBN: 9783446281554)
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Rezension zu "Murdle Volume 1" von G. T. Karber

Svenjas_BookChallenges
Unterhaltsam, knifflig und süchtig machend

Nachdem ich mich dank des Schmoekerbox Adventskalenders in die „Murdle-Reihe“ von G. T. Karber verliebt habe, wollte ich unbedingt schnellstmöglich weiterrätseln und habe mir deshalb zum Geburtstag „Murdle Volume 1“ gewünscht (und die beiden weiteren Titel direkt auch gekauft). Diese Ausgabe ist dabei wesentlich umfangreicher als „Merry Murdle“ und enthält ganze 100 Krimi-Rätsel in unterschiedlichen Schweregraden, die gleichzeitig unterhalten und die kleinen grauen Zellen so richtig fordern. Ich jedenfalls habe auch „Murdle Volume 1“ in wenigen Tagen durchgerätselt und bin einmal mehr begeistert von den absurd komischen Fällen und der spannenden Kniffelei, die mir einfach riesigen Spaß gemacht hat.

Einziger Kritikpunkt meinerseits: Für meinen Geschmack könnten die Rätsel noch ein wenig abwechslungsreicher und, ja auch das, schwieriger sein. Gerade die ersten 50 Rätsel waren mir doch einen Ticken zu leicht und ich kam ziemlich schnell durch. Die Schwierigkeit steigert sich zwar, was ich richtig gut finde, aber hintenraus hätte mich „Murdle Volume 1“ ruhig noch mehr fordern können. Das ist aber natürlich eine ganz subjektive Einschätzung, denn jede und jeder hat ja andere Anforderungen an Rätsel. Grundsätzlich liebe ich „Murdle“ jetzt noch mehr und freue mich schon riesig auf Volume 2 und 3.

Cover des Buches Eine Geschichte der Wölfe (ISBN: 9783492238557)
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Rezension zu "Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Fridlund

Trishen77
Unter die Haut

Direkt vorweg: "Eine Geschichte der Wölfe" ist ein sehr, sehr bemerkenswertes Buch. Nicht primär wegen dem Plot oder der Sprache, sondern weil es schlicht und einfach unter die Haut geht. Wurde ich bisher nach einem umfangreicheren Roman von einer zeitgenössischen Autorin, der unter die Haut geht gefragt, nannte ich meist Marisha Pessls "Die amerikanische Nacht", manchmal auch "Die Vegetarierin" von Han Kang (wobei nicht so umfangreich). Jetzt kann ich auch noch "Eine Geschichte der Wölfe" nennen.

Linda (oder Madeleine, Linda scheint ihr selbstgewählter Name zu sein) lebt mit ihren Eltern in einer kleinen Hütte im amerikanischen Middlewest-Nordstaat Minnesota, in der Nähe eines Sees. Das Verhältnis zu ihren Eltern (ehemalige Hippies) und ihre Lebensumstände sind trostlos, in der Schule ist sie eine Außenseiterin. Ein neuer Lehrer verspricht für sie und die andere Außenseiterin Lily ein Hoffnungsstreif zu werden, aber sehr schnell offenbaren sich unheimliche Züge in dessen Persönlichkeit.

Linda erzählt die Ereignisse um ihn und ihre Kindheit rückblickend. Inzwischen ist sie 14 und freundet sich mit einer jungen Mutter an, die ein Sommerhaus am See bezogen hat; ab und zu babysittet sie ihren kleinen Sohn. Bald tun sich aber auch in dieser Familie Abgründe auf und Linda sieht sich mit der Frage konfrontiert, inwieweit Erziehung und Lebenswelt Privatsache sind und wann sie problematische Züge annehmen.

Eine Geschichte der Wölfe ist fast durchgehend eine ungemütliche Angelegenheit. Es gibt Augenblicke der Wärme, aber die Grundstimmung hat etwas Herbes, etwas Sinisteres beizeiten. In Linda ballt sich immer wieder die gesammelte Ratlosigkeit des Individuums, das nicht tatenlos sein will, aber auch nicht weiß, was in seiner Macht steht und was nicht; daran zweifelt, dass es etwas erreichen kann in diesem Fall.

Wie verhält man sich zu jenen Erscheinungen des "Gefährlichen", die sich am Rande des Verbrechens bewegen? Die Erkenntnis ist schon vorhanden, aber für eine eigene Tat dagegen sind sie nicht greifbar genug ... Ein Dilemma, vor das sich jeder Mensch irgendwann einmal gestellt sieht. Emily Fridlund führt es vor, eindrücklich, intensiv, nachhaltig.

Cover des Buches Das Volk der Bäume (ISBN: 9783446262027)
L

Rezension zu "Das Volk der Bäume" von Hanya Yanagihara

leniisbooks
Das Monster hinter dem Genie

Mit Das Volk der Bäume legt Hanya Yanagihara einen zutiefst verstörenden, intellektuell herausfordernden Roman vor, der sich jeder einfachen Einordnung entzieht. Inspiriert von realen historischen Vorbildern erzählt sie die Geschichte des Arztes Norton Perina, dessen sensationelle Entdeckung ihn zu einem gefeierten Wissenschaftler macht – und zugleich zu einer der moralisch abgründigsten Figuren der modernen Literatur.

 

Perina kehrt von der abgelegenen Insel Ivu’ivu mit einer bahnbrechenden Erkenntnis zurück: Eine uralte Schildkrötenart scheint der Schlüssel zur drastischen Verlängerung des menschlichen Lebens zu sein. Was folgt, ist ein rasanter wissenschaftlicher Aufstieg, begleitet von Ruhm, Anerkennung und Macht. Parallel dazu schildert der Roman jedoch die zunehmende Kolonisierung der Insel, die Ausbeutung ihrer Ressourcen und die Zerstörung einer jahrhundertealten Kultur. Yanagihara verknüpft diese Ebenen geschickt miteinander und macht deutlich, dass wissenschaftlicher Fortschritt in diesem Kontext niemals neutral ist.

 

Besonders eindrucksvoll ist die Erzählweise. Der Roman ist in Form von Berichten, Tagebucheinträgen und späteren Kommentaren aufgebaut, was ihm einen beinahe dokumentarischen Charakter verleiht. Diese distanzierte, sachliche Sprache verstärkt die Beklemmung der Handlung erheblich. Emotionen werden nicht offen ausgestellt, sondern ergeben sich aus dem, was zwischen den Zeilen steht – und genau darin liegt die große erzählerische Kraft des Buches.

 

Norton Perina ist eine Figur, die bewusst keine Sympathie erzeugt. Er ist brillant, ehrgeizig, selbstgerecht – und zutiefst unmoralisch. Die Enthüllung seiner sexuellen Gewalt gegenüber Kindern ist schockierend, wird jedoch nicht effekthascherisch dargestellt. Yanagihara zwingt ihre Leser*innen, sich mit einer der schwierigsten Fragen auseinanderzusetzen: Wie gehen wir mit einer Lebensleistung um, wenn sich das gefeierte Genie als Monster entpuppt? Der Roman verweigert eine klare Antwort und überlässt die moralische Bewertung konsequent dem Publikum.

 

Zentrale Themen wie Machtmissbrauch, koloniale Gewalt, wissenschaftliche Hybris und moralische Verantwortung ziehen sich durch den gesamten Text. Die Insel Ivu’ivu fungiert dabei nicht nur als exotischer Schauplatz, sondern als Symbol für all jene Orte und Kulturen, die im Namen des Fortschritts geopfert werden. Die Parallelen zwischen der Ausbeutung der Insel und Perinas persönlicher Tätergeschichte sind dabei erschreckend deutlich.

 

Das Volk der Bäume ist kein Buch, das man „gern“ liest. Es ist unbequem, stellenweise kaum auszuhalten und emotional herausfordernd. Gleichzeitig ist es literarisch präzise, klug konstruiert und von gnadenloser Konsequenz. Yanagihara zwingt ihre Leser*innen, die eigene moralische Komfortzone zu verlassen und sich mit Fragen auseinanderzusetzen, die keine einfachen Antworten zulassen.

 

Fazit:

Das Volk der Bäume ist ein verstörender, kompromissloser Roman über Genie und Schuld, über Fortschritt und Zerstörung, über Macht und Verantwortung. Hanya Yanagihara zeigt, dass große Erkenntnisse nicht automatisch mit moralischer Größe einhergehen – und dass manche Fragen uns auch nach der letzten Seite nicht mehr loslassen. Ein literarisch anspruchsvolles, zutiefst beunruhigendes Werk, das lange nachhallt.

Gespräche aus der Community

Im Rahmen dieser Aktion suchen wir 40 Leser*innen, die Lust haben Curtis Sittenfelds Roman »Romantic Comedy« zu lesen und bis zum 24. Juli 2024 zu rezensieren (sowohl hier als auch auf mindestens drei weiteren Plattformen). 
Das Buch erscheint am 15.07.2024 und soll bitte nicht vor diesem Datum besprochen werden. 

194 BeiträgeVerlosung beendet
DORFMUTTIs avatar
Letzter Beitrag von  DORFMUTTI

Hallo, ich habe leider vergessen hier zu schreiben. Danke für die Buchverlosung, ich mochte das Buch sehr. Meine Bewertung findet sich neben lovelybooks auch auf Amazon, Thalia, Hugendubel und bücher.de. Schöne Sommertage!

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