Stephan Klemann LAVAT

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Inhaltsangabe zu „LAVAT“ von Stephan Klemann

Die Studenten Rashno und Hamid gestehen sich an einem Nachmittag ihr Interesse an Männern. Beide wissen, dass in ihrem Land, im Iran, auf gleichgeschlechtliche Liebe die Todesstrafe steht. Als Rashno auf einer Familienfeier seiner zukünftigen Braut vorgestellt wird, bricht er das Tabu. Eine wilde Hetzjagd beginnt. Rashno und Hamid sind sich sicher: Auf sie wartet der Strang ..

Ein wirklich gutes Buch über ein sehr ernstes und aktuelles Thema, das leider viel zu oft totgeschwiegen wird.

— SmilingKatinka

...eine erschütternde Geschichte...

— Danny

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  • Leserunde zu "LAVAT" von Stephan Klemann

    LAVAT

    HOMOLittera_Verlag

    Hallo ihr Lieben!   Soeben ist der neue Roman „Lavat – Gefährliche Liebe“ von Stephan Klemann erschienen. Da viele seiner Leser hier auf Lovelybooks unterwegs sind, würden wir euch gerne den Roman vorstellen und euch zu einer Leserunde einladen: Lavat - Gefährliche Liebe: Die Studenten Rashno und Hamid lernen sich an der Shahid Beheshti Universität kennen. An einem Nachmittag gestehen sie sich ihr Interesse an Männern. Doch im Iran steht auf gleichgeschlechtliche Liebe die Todesstrafe. Als Rashno auf einer Familienfeier seiner zukünftigen Braut vorgestellt wird, bricht er das Tabu und gesteht seinen Eltern die Wahrheit. Sein Vater und seine Brüder reagieren mit Unverständnis und Abneigung ihm gegenüber. Eine wilde Hetzjagd beginnt, bis eines Tages die iranische Religionspolizei in Hamids Apartment auftaucht. Sowohl Rahsno als auch Hamid sind sich sicher: Auf sie wartet der Strang … "Lavat" erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der für das Recht auf Liebe kämpft.   Wir stellen 12 Exemplare des Buches zur Verfügung, die wir gemeinsam mit Stephan verlosen. Wir freuen uns selbstverständlich, wenn weitere Teilnehmer dazukommen und mit uns über das Buch diskutieren. Stephan wird selbst an der Diskussion teilnehmen und freut sich auf eure Fragen, die ihr ihm jederzeit stellen könnt. Er wird täglich die Beiträge abrufen und sich bemühen, alle Fragen so schnell wie möglich zu beantworten. Bewerbt euch für die Bücher bis einschließlich Sonntag, 17. August 2014, 24.00 Uhr per PN bei unserem Autor Stephan Klemann und beantwortet folgende Gewinnfrage:   Um welche „Endstation“ geht es in Stephans erstem Buch: Wahrheit oder, Wirklichkeit Ein Blick auf Stephans Homepage http://www.stephanklemann.de wird euch bei der Auflösung helfen.   Die Gewinner werden von Stephan selbst ausgewählt und in der Rubrik „Die Gewinner“ veröffentlicht. Stephan wird die Bücher gerne für euch signieren. Natürlich dürfen auch persönliche Wünsche für die Signatur geäußert werden.   Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme mit zahlreichen Beiträgen und wünschen euch angenehme Lesestunden.   Herzlichst, euer Verlagsteam von HOMO Littera

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    • 136
  • Grausam und erschütternd

    LAVAT

    Starbucks

    28. September 2014 um 17:40

    Stephan Klemann, der selbst homosexuell ist, hat sich in „Lavat – Gefährliche Liebe“ eines Themas angenommen, das bisher eher wenig beachtet wird: die Gefahr einer homosexuellen Liebe im Iran. Schlägt man das Buch auf, so blickt man auf ein grausames Bild einer Exekution von zwei sehr jungen homosexuellen Männern, die wegen ihrer Liebe sterben mussten. So ist von Anfang an klar: Dieser rein fiktionale Roman erinnert an so viele Iraner, die das gleiche Schicksal ereilt hat. Von reiner Fiktion ist damit für mich nicht mehr viel übrig. Zum Inhalt: Rashno und Hamit lieben einander, müssen dies aber im Iran geheim halten. Doch Rashno soll verheiratet werden, ein Schicksal, eine Lüge, mit der er nicht leben kann. Die Offenbarung seiner Homosexualität ist wie ein Todesurteil… Klemann hat damit ein Thema angesprochen, das mehr Öffentlichkeit braucht. Es ist daher gut, dass er mit seinem Roman auf diese Missstände aufmerksam macht. Der Autor hat es aber auch geschafft, nicht nur einen zutiefst erschütternden und schockierenden Roman zu schreiben, sondern den Leser auch emotional mitzureißen und eine spannende Geschichte zu liefern. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil spielt im Iran, der zweite in Deutschland. Nach der Brutalität im Iran ist es schön, sich dann ein wenig ‚erholen‘ zu dürfen. Obwohl das Buch nur 167 Seiten hat, hat man das Gefühl, dass sehr viel passiert. Einziger Kritikpunkt für mich: Ich hätte gern auch mehr Seiten gelesen, wenn man die Zeilenabstände etwas vergrößert und den Rand etwas breiter gelassen hätte. Ganz leserfreundlich finde ich den Schriftsatz so nicht. Alles in allem ist „Lavat – Gefährliche Liebe“ durchaus nicht nur ein Buch für homosexuelle Leser – zu diesen zähle ich mich auch nicht. Der Verlag ‚Homolittera‘ schreckt hoffentlich andere Leser nicht ab, denn das Thema geht wirklich jeden an. Absolute Leseempfehlung und volle Sternzahl!

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  • Lavat

    LAVAT

    aftersunblau

    02. September 2014 um 10:36

    Rashno braucht lange bis er sich eingesteht das er homosexuell ist. Erst als sein Freund Hamid ihn darauf anspricht und seine Eltern ihn zwangsverheiraten wollen, gesteht er sich sein schwul sein ein und erklärt sich seinen Eltern. Da gleichgeschlechtliche Liebe im Iran verboten ist und darauf die Todesstrafe steht, ist sein Vater in seiner Ehre verletzt und misshandelt Rashno auf schlimmste. Rashno flieht zu seinem Freund Hamid um mit ihm zusammen zu leben. Sie haben eine schöne Zeit bis die Religionspolizei vor der Tür steht und beide verhaftet. Im Gefängnis werden sie gefoltert und gequält……. mehr möchte ich nicht verraten. Es ist eine fiktive Geschichte, die aber im Iran tausendfach so geschieht., daher ist das Buch auch zwei jungen Männern gewidmet die auf Grund ihrer Homosexualität hingerichtet wurden. Die Geschichte hat mich, sehr betroffen gemacht, Stephan Klemann ist es gelungen alles so realistisch zu schildern das es mir eine Gänsehaut bereitet hat. Zu Beginn hat man sehr deutlich die Zerrissenheit von Rashno gespürt. Welche Ängste muss er ausgehalten haben sich zu Offenbahren? Von den Misshandlungen zu lesen, war nur schwer zu ertragen. Man sollte nicht denken dass so etwas in diesem Jahrtausend noch möglich ist. Wer dieses Buch liest, sollte sich darauf einstellen dass es sich nicht um eine Liebesgeschichte mit ein paar Hindernissen handelt, der Schreibstil des Autors zieht einen tief in die Geschichte hinein und lässt den Leser mitleiden. Am Ende gelingt Rashno die Flucht nach Deutschland und dieser Teil war mir dann ein wenig zu glatt, da hätte ich gerne von ein paar Schwierigkeiten gelesen. Aus diesem Grund ziehe ich einen Stern ab, auch wenn man das Buch ansonsten nicht besser hätte schreiben können.

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  • aufrüttelnd und schonungslos

    LAVAT

    SmilingKatinka

    27. August 2014 um 15:56

    Wer verliebt ist, möchte das am Liebsten laut in die Welt hinausschreien. Wer zum ersten mal so richtig verliebt ist, tut dies auch meist.  Was aber, wenn einem die eigenen Gefühle das Leben kosten können? Was, wenn einem die Religion und die Gesellschaft vorschreiben, wie geliebt werden darf und das Entdecken der eigenen Homosexualität nicht nur Unsicherheit weckt, sondern sogar das Leben kosten kann? Wenn nicht nur die Religion, sondern auch die Familie zur Gefahr für das eigene Leben wird? Wenn man Schweigen muss, um leben und lieben zu dürfen?   „Lavat“ handelt genau von diesem Problem. Rashno, ein junger Iraner in Teheran, entdeckt, dass er schwul ist und weiß, dass allein diese Tatsache sein Todesurteil sein kann. Seine einzige Unterstützung ist Hamid, sein bester Freund, ebenfalls schwul, der ihm nicht nur hilft, seine Homosexualität zu akzeptieren, sondern mit dem ihn auch bald ein zartes Band der Liebe verbindet. Alles könnte so schön sein, wäre da nicht Rashnos religionsfanatische Familie und die ständige Angst vor dem Strang. Die Situation spitzt sich zu, als Rashno auf einer Familienfeier seiner zukünftigen Frau vorgestellt wird.   Stephan Klemann behandelt in „Lavat“ ein oft verschwiegenes doch höchst aktuelles Thema. Homosexuelle Beziehungen sind im Iran unter Todesstrafe verboten. Eine Tatsache, die man sich hier kaum vorstellen kann, weshalb sie nur zu gern unter den Tisch gekehrt wird. Stephan Klemann möchte dies mit „Lavat“ ändern. Einfühlsam und doch schonungslos führt er den Leser in die Welt Rashnos. Gerade in den Gewaltszenen wird zwar detailliert beschrieben, aber auf bluttriefende Szenen verzichtet, was den Leser davor bewahrt, vor der ganzen Grausamkeit sein Innerstes zu verschließen. Man leidet mit Rashno und ab einem gewissen Punkt lässt einen das beklemmende Gefühl nicht los.   Nach dem sehr brutalen Teil im Iran folgt ein weitaus harmonischerer Teil in Deutschland.  Auch wenn es nicht an Gewalt fehlt, so ging es mir hier doch ein wenig zu harmonisch, zu glatt und hindernislos. Doch das sei nach dem Martyrium im ersten Teil des Buches verziehen. Außerdem entschädigt einen dafür der schöne Schreibstil des Autors, der einen wirklich von der ersten Seite an fesselt.   Ein wirklich gutes Buch über ein sehr ernstes und aktuelles Thema, das leider viel zu oft totgeschwiegen wird.

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  • Eine sehr berührende Geschichte

    LAVAT

    michaela_sanders

    27. August 2014 um 13:54

    Es geht darum, dass ein junger iranischer Student sich in einen jungen Mann verliebt, und welch Schwierigkeiten das schwulsein in diesem Land mit sich bringt. Die Geschichte der beiden Männer berührt und macht wütend. Unfassbar, zu welchen extremen Reaktionen die Familie und der Staat, bzw.. Die religiospolizei fähig ist. Mir hat das Thema das Buchs sehr gut gefallen und es hat mich berührt und entsetzt, das solche Dinge tatsächlich in der jetzt zeit in einem Land, das gar nicht so weit weg ist, passieren können, und das glaube ich tatsächlich auch wenn die Geschichte der beiden jungen Männer Fiktion ist. Ich bin mit dem Schreibstift nicht ganz so gut klar gekommen. Für meinen Geschmack hat der Autor zu viel schwarz- weiß denken und plakative und aufrüttelnde Szene dargestellte. Man merkt dem Buch an, dass es die Verhältnisse im Iran anprangert und das ist in meinem Augen das Manko. Ich finde Bücher am besten die Missstände anprangern ohne dabei moralisch zu wirken und das ist in dem Buch, in meinem Augen nicht gelungen. Mir ist zu wenig innerschau und gefühlsbeschreibung vorhanden, weder wurde erläutert,w as in den Eltern vorgeht, denn auch diese haben Beweggründe, die aus ihrer inneren Einstellung sicher in sich logisch wirken, auch wenn sie abartig und brutal sind, noch was in rashno vorsich geht, sein ängste, träume, wünsche, Zweifel, ...als das wir zu wenig beleuchtet. Für mich ist es zu plakativ, der böse Iran und das gute Deutschland, all die Schwierigkeiten die Schwule oder Migranten auch in Deutschland haben können, werden nicht thematisiert. Und ich denke es liegt daran um den Unterschied noch klarer rauszustellen, also für mich schon nachvollziehbar, aber es nimmt für mich etwas an Glaubwürdigkeit and Authentizität. Leider kann ich das Buch nicht besser bewerten, obwohl ich es gerne getan hätte, weil ich es ein wichtiges Thema finde und denke, das sollten ganz viel Leute lesen

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  • Eine sehr berührende Geschichte

    LAVAT

    michaela_sanders

    27. August 2014 um 13:54

    Es geht darum, dass ein junger iranischer Student sich in einen jungen Mann verliebt, und welch Schwierigkeiten das schwulsein in diesem Land mit sich bringt. Die Geschichte der beiden Männer berührt und macht wütend. Unfassbar, zu welchen extremen Reaktionen die Familie und der Staat, bzw.. Die religiospolizei fähig ist. Mir hat das Thema das Buchs sehr gut gefallen und es hat mich berührt und entsetzt, das solche Dinge tatsächlich in der jetzt zeit in einem Land, das gar nicht so weit weg ist, passieren können, und das glaube ich tatsächlich auch wenn die Geschichte der beiden jungen Männer Fiktion ist. Ich bin mit dem Schreibstift nicht ganz so gut klar gekommen. Für meinen Geschmack hat der Autor zu viel schwarz- weiß denken und plakative und aufrüttelnde Szene dargestellte. Man merkt dem Buch an, dass es die Verhältnisse im Iran anprangert und das ist in meinem Augen das Manko. Ich finde Bücher am besten die Missstände anprangern ohne dabei moralisch zu wirken und das ist in dem Buch, in meinem Augen nicht gelungen. Mir ist zu wenig innerschau und gefühlsbeschreibung vorhanden, weder wurde erläutert,w as in den Eltern vorgeht, denn auch diese haben Beweggründe, die aus ihrer inneren Einstellung sicher in sich logisch wirken, auch wenn sie abartig und brutal sind, noch was in rashno vorsich geht, sein ängste, träume, wünsche, Zweifel, ...als das wir zu wenig beleuchtet. Für mich ist es zu plakativ, der böse Iran und das gute Deutschland, all die Schwierigkeiten die Schwule oder Migranten auch in Deutschland haben können, werden nicht thematisiert. Und ich denke es liegt daran um den Unterschied noch klarer rauszustellen, also für mich schon nachvollziehbar, aber es nimmt für mich etwas an Glaubwürdigkeit and Authentizität. Leider kann ich das Buch nicht besser bewerten, obwohl ich es gerne getan hätte, weil ich es ein wichtiges Thema finde und denke, das sollten ganz viel Leute lesen

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  • Ernstes Thema, gefühlvoll umgesetzt

    LAVAT

    Koriko

    27. August 2014 um 12:36

    Inhalt: Als sich der 18-jährige Student Rashno eingesteht, homosexuell zu sein und sich seinem besten Freund Hamid offenbart, ahnt er nicht, welch schwerwiegende Folgen dieses Geständnis mit sich bringt. Dass Hamid ebenfalls schwul und sogar in ihn verliebt ist, ändert wenig an der Gefahr, die die brutale, religionsfanatische Regierung des Irans verkörpert. Folterung und Hinrichtung drohen Homosexuellen, die vom Staat erwischt werden. Ein Versteckspiel beginnt, dass schon bald endet, als Rashnos Familie ihm seine zukünftige Ehefrau präsentiert. Rashnos Weigerung und sein ungewolltes Outing bringen nicht nur ihn ins Gefängnis, sondern auch Hamid, dem man wesentlich schlimmer mitspielt. Als Rashno gebrochen und gedemütigt freigelassen wird, steht für ihn fest, dass er im Iran nicht bleiben kann … Eigene Meinung: Mit „Lavat“ (Begriff aus dem iranischen Gesetzbuch: Geschlechtsverkehr zwischen Männern))von Stephan Klemann legt der Homo Literra Verlag ein sehr düsteres, mitunter auch brutales Werk vor, das in vielen Punkten anders ist, als die üblichen Gay Romane. Das ist durchaus positiv zu sehen, wagt sich der Autor doch an ein brisantes, oftmals vergessenes Thema – der Verfolgung und Hinrichtung von Homosexuellen in anderen Ländern. Inhaltlich ist der Roman in zwei Teile untergliedert: Iran und Deutschland. Der erste Part ist wesentlich umfangreicher und schildert Rashnos Erlebnisse im Iran, seine geheime Beziehung zu Hamid und die brutal-fanatischen Reaktionen seiner Familie auf Rashnos ungewolltes Coming-Out. In diesem Abschnitt wird dem Leser einiges abverlangt, denn der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit brachialer Genauigkeit schildert er, wie Rashno von seinem Vater und Brüdern verprügelt wird, wie es ihm im Gefängnis ergeht und was mit seinem Freund Hamid passiert. Dieser Teil von „Lavat“ ist nichts für zarte Gemüter, wenngleich sich hier einige kleinere Ungenauigkeiten bei den Beschreibungen einschleichen. Doch darüber kann man durchaus hinwegsehen, da der Rest spannend, packend und sehr realistisch beschrieben ist. Der zweite Teil der Geschichte spielt in Deutschland und begleitet Rashno auf seinem Weg in ein neues Leben. Hierbei geht Stephan Klemann erneut ins Detail – Rashnos Asylantrag, seine ersten Tag in einer vollkommen neuen Welt und die Ängste, dass seine Familie doch noch auftaucht, um ihn zurück zu bringen. Auch findet er in Jan eine neue Liebe, wenngleich dies dem Leser fast ein wenig schnell geht. Es wäre schön gewesen, wenn sich der Autor auch mit diesem Teil mehr Zeit gelassen hätte – es läuft fast zu glatt für Rashno. Man hätte mehr in die Tiefe gehen können – auch psychisch (immerhin hinterlässt solch ein schreckliches Erlebnis garantiert ein Trauma)– um Rashno besser zu beleuchten. Leider wird hier deutlich gespart, was schade ist. Die Charaktere sind gut umgesetzt und wachsen dem Leser mit jeder Seite ans Herz. Insbesondere Rashno, Hamid und später auch Jan sind sympathische Figuren, mit denen man mitfiebert- und leidet. Allerdings mangelt es doch immer wieder an emotionalem Tiefgang –man erlebt die tragischen Ereignisse mit, doch es fällt ein wenig schwer, sich richtig in Rashno hineinzudenken. Stephan Klemann beschreibt durchaus Rashnos Empfindungen, seine Ängste und Sorgen, doch nicht immer kommen diese Punkte auch beim Leser an. Das fällt besonders stark beim Part in Deutschland auf, wo alles ein wenig zu schnell geht, wenngleich man Rashno natürlich sein Glück gönnt. Trotz des kleinen Kritikpunktes sind die Figuren gut ausgearbeitet, handeln logisch und sind in sich stimmig. Dafür kann „Lavat“ stilistisch punkten. Stephan Klemann hat einen sehr schönen, flüssigen, detailreichen Schreibstil. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, beschreibt sehr genau, was mit Hamid und Rashno passiert und wie extrem die Regierung des Iran gegen Homosexuelle vorgeht. Hierbei ist offensichtlich, dass der Autor genau recherchiert und sich mit der Materie beschäftigt hat. So lässt er immer wieder sprachliche Begriffe einfließen und beschreibt die Stadt Teheran sehr bildhaft. Auch die Tatsache, dass sich Stephan Klemann mit erotischen Szenen zurückhält und diese bestenfalls andeutet, wirken sich positiv auf das Gesamtbild aus – in einem solchen Buch würde zu viel Erotik nicht passen. Es ist gut, dass der Autor seinen Schwerpunkt auf die Handlung legt und die Liebesgeschichte nur am Rand vorantreibt. Fazit: „Lavat“ ist ein schön geschriebener, fesselnder, aber auch brutaler Roman, der vor Augen führt, was oftmals vergessen wird. Stephan Klemann hat sich an ein schwieriges Thema gewagt und es überzeugend und sensibel umgesetzt. Über kleinere Schwächen kann man hinwegsehen, da die Gesamtheit stimmt und den Leser nachdenklich zurücklässt. Wer ernste Gay Lektüre sucht, die ohne viel Erotik auskommt, dafür aber mit einem ernsten, teils erschreckenden Thema aufwartet und kein Problem mit der (im Iran gängigen) Brutalität hat, ist bei „Lavat“ an der richtigen Adresse – es hätte zwar tiefgründiger sein können, doch insgesamt liefert Stephan Klemann ein beachtliches Werk. Zu empfehlen.

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  • Rezension zu "LAVAT - Gefährliche Liebe" von Stephan Klemann

    LAVAT

    Danny

    "Warum wollen Sie Asyl beantragen?" Rashno schluckte unruhig. Es war das erste Mal in seinem Leben, dass er mit einem Fremden über seine Homosexualität sprechen sollte. Etwas Undenkbares, wo er herkam. (...) "Ich bin homosexuell", antwortete er schließlich. "Im letzten Jahr war ich im Gefängnis und wurde wegen meiner sexuellen Orientierung gefoltert. Mein Freund wurde öffentlich hingerichtet. Wenn man mich noch mal deswegen verhaftet, droht mir das Gleiche. Ich habe Angst um mein Leben." Tränen standen in seinen Augen. Im Iran sind homosexuelle Beziehung zwischen Männern nicht nur unerwünscht, sie können auch mit dem Tode bestraft werden. Dennoch können die beiden Studenten Rashno und Hamid ihre Gefühle füreinander nicht länger verbergen. Doch sie sind gezwungen ihre Liebe zueinander geheim zu halten, dürfen ihre Zuneigung nicht öffentlich zeigen. Rashno, der aus einer sehr religiösen und traditionsverliebten Familie kommt, erfährt auf einer Familienferier, dass er mit einer jungen Frau verheiratet werden soll. Er entscheidet sich das Unfassbare zu tun - er weigert sich und gesteht schließlich seiner Familie, dass er einen Mann liebt. Damit beginnt für ihn ein unsagbares Martyrium... *** Wer mit "LAVAT - Gefährliche Liebe" einen leichten , unterhaltsamen und erotischen Gay-Roman erwartet, dem sollte bewusst sein, dass es sich bei diesem außergewöhnlichen Roman um durchaus schwere Kost handelt. Ungeschönt berichtet Stephan Klemann die (fiktive) Geschichte eines jungen Iraners, der aufgrund seiner Homosexualität unsagbar Grausames erleben muss. Es mag eine fiktive Geschichte sein, doch allein schon die Widmung des Buches beweist, dass dies durchaus dem Alltag im Iran entspricht. Klemann widmet dieses Buch zwei iranischen jungen Männern, die 2005 öffentlich hingerichtet wurden weil sie gestanden homosexuell zu sein. Es ist also nicht alles so ganz fiktiv. Was als eine schöne Liebesgeschichte zwischen Rashno und seinem Kommilitonen Hamid beginnt, entwickelt sich bald zu einem Martyrium für die beiden Männer, an dessen Ende eine grausame Exekution steht. Es ist nicht ganz leicht von so viel Grausamkeit zu lesen, wenn einem bewusst ist, dass dies grausame Realität für viele Männer im Iran ist. Sehr gut recherchiert, einfühlsam geschrieben und informativ erzählt Klemann eine tragische, dramatische, aber auch romantische Geschichte eines bewundernswerten Protagonisten, die mir lange im Gedächtnis bleiben wird und von der ich hoffe, dass viele Menschen sie lesen werden. Es ist ein außergewöhnliches Buch, dass ein wichtiges Thema behandelt, dass noch immer stärkerer Thematisierung bedarf.

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    • 3
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