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Starbucks

vor 3 Jahren

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Stephan Klemann, der selbst homosexuell ist, hat sich in „Lavat – Gefährliche Liebe“ eines Themas angenommen, das bisher eher wenig beachtet wird: die Gefahr einer homosexuellen Liebe im Iran. Schlägt man das Buch auf, so blickt man auf ein grausames Bild einer Exekution von zwei sehr jungen homosexuellen Männern, die wegen ihrer Liebe sterben mussten. So ist von Anfang an klar: Dieser rein fiktionale Roman erinnert an so viele Iraner, die das gleiche Schicksal ereilt hat. Von reiner Fiktion ist damit für mich nicht mehr viel übrig.

Zum Inhalt: Rashno und Hamit lieben einander, müssen dies aber im Iran geheim halten. Doch Rashno soll verheiratet werden, ein Schicksal, eine Lüge, mit der er nicht leben kann. Die Offenbarung seiner Homosexualität ist wie ein Todesurteil…

Klemann hat damit ein Thema angesprochen, das mehr Öffentlichkeit braucht. Es ist daher gut, dass er mit seinem Roman auf diese Missstände aufmerksam macht. Der Autor hat es aber auch geschafft, nicht nur einen zutiefst erschütternden und schockierenden Roman zu schreiben, sondern den Leser auch emotional mitzureißen und eine spannende Geschichte zu liefern.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil spielt im Iran, der zweite in Deutschland. Nach der Brutalität im Iran ist es schön, sich dann ein wenig ‚erholen‘ zu dürfen. Obwohl das Buch nur 167 Seiten hat, hat man das Gefühl, dass sehr viel passiert. Einziger Kritikpunkt für mich: Ich hätte gern auch mehr Seiten gelesen, wenn man die Zeilenabstände etwas vergrößert und den Rand etwas breiter gelassen hätte. Ganz leserfreundlich finde ich den Schriftsatz so nicht.

Alles in allem ist „Lavat – Gefährliche Liebe“ durchaus nicht nur ein Buch für homosexuelle Leser – zu diesen zähle ich mich auch nicht. Der Verlag ‚Homolittera‘ schreckt hoffentlich andere Leser nicht ab, denn das Thema geht wirklich jeden an. Absolute Leseempfehlung und volle Sternzahl!

Autor: Stephan Klemann
Buch: LAVAT
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