Stephan Leenen Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

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Inhaltsangabe zu „Blutroter Wahn (Spreenebel 1)“ von Stephan Leenen

Über das Buch Die rote Sonne flutete das Wasser. Ihr Licht färbte einen breiten Streifen rot, blutrot. Das Wasser war so warm, dass es dampfte. Dickflüssig klebte es an ihm und zog ihn hinab. So hatte sich Hauptkommissar Ralf Ziether seine Rückkehr ins Berliner Morddezernat auch nicht vorgestellt. Seine neue Kollegin, KHK Britt Bredehorst, übt Zurückhaltung, weil sie lieber selbst Leiterin der Mord 1 geworden wäre. Und schon ihr erster Fall konfrontiert ihn mit einer nicht bekannten Brutalität. Dazu ist die Leiche auch noch die Tochter des Berliner Kultursenators; die politische Brisanz legt ihnen unerwartet Steine in den Weg. Gemeinsam mit dem Leiter der Kriminaltechnik, Piet Wieczorek, irren die Kommissare auf der Suche nach der Wahrheit durch ein Labyrinth aus Drogen, Prostitution und brutalen Morden. Doch mit jedem neuen Puzzleteilchen scheint die Lösung in immer weitere Ferne zu rücken. Und mit jedem Schritt wächst die Gefahr, in den Strudel der Ereignisse hineingezogen zu werden. Mit 'Blutroter Wahn', dem ersten 'Spreenebel'-Fall, ist Stephan Leenen ein Krimi gelungen, der die Brutalität des Verbrechens nicht als Mittel zum Zweck einsetzt, sondern zur steten und gleichzeitig subtilen Spannungssteigerung. So zieht die Handlung den Leser durch die packende Beschreibung in seinen Bann und lässt ihn die Arbeit der Polizei auf Augenhöhe des Ermittlerteams erleben. Über den Autor Stephan Leenen, Jahrgang 1958, ist Germanist und promovierter Historiker. Sein beruflicher Lebensweg ist wohl so vielschichtig wie sein Roman: Leiter eines Windmühlenmuseums, freiberuflicher Dozent oder Geschäftsführer einer Stadtmarketinggesellschaft. Sein geisteswissenschaftliches Studium schloss er mit einer Magisterarbeit über das Liedgut der SA ab und promovierte in Bremen über die Untergrundarbeit der KPD in der Weimarer Schutzpolizei. Die dafür erforderlichen Quellenstudien führten ihn just in der Wendezeit nach Berlin, wo er täglich zwischen einer Kreuzberger WG, die ihn aufgenommen hatte, und Berlin-Ost pendelte, da sämtliche Akten zur Geschichte der KPD im Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED am Rosa-Luxemburg-Platz zusammengetragen waren. Damals muss seine Liebe zu Berlin geweckt worden sein, zu einer Stadt, die sich in ihren Umbrüchen wohl immer wieder neu erfindet. Heute stellt er sich den vielfältigen Herausforderungen bei der Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten im Sektor der 'freiwilligen Leistungen' in einer Kleinstadt in Norddeutschland. Das Schreiben begleitet ihn seit zehn Jahren, ein Prozess, der aus seinem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Mit 'Blutroter Wahn' hebt er erstmals eins seiner Bücher aus dem Kreis privater und halböffentlicher Lesungen heraus. 'Blutroter Wahn' ist der erste Band, der in der neuen Krimireihe 'Spreenebel – Krimis entlang des Blauen Bandes' im Pax et Bonum Verlag erscheint. Da ihn seine beruflichen Aufgaben immer wieder mal nach Berlin führen, nutzt er zwangsläufig jede Gelegenheit zu Recherchen vor Ort. Mit U- und S-Bahn durch Berlin zu rattern, den Leuten aufs Maul zu schauen und nach ungewöhnlichen Ecken für seine Romanszenen zu suchen, ist ihm dabei ein besonderes Vergnügen. Stephan Leenen ist glücklich verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt mit seiner Familie in Bremen.
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  • Ein Debüt, das es in sich hat ...

    Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

    MissNorge

    28. July 2016 um 14:06

    Kurz zur Geschichte:Hildegard, die Tochter des Berliner Kultursenators Terner, wird brutal ermordet aufgefunden. Zuerst gerät ihr Freund, Jan Wehrmann ins Visier von Kommissar Ziether und seinem Team, doch irgendwie ahnen alle bald, das was viel Größeres dahinterstecken muss. Sie sollten mit ihrer Vorahnung Recht behalten.Meine Meinung:Mit diesem Krimi ist Stephan Leenen ein spannender Auftakt zu seiner "Spreenebel"-Reihe gelungen.Ich habe lange keinen Krimi gelesen in dem so viele Leichen und vor allem so viele verschiedene Mordmethoden eingebaut wurden, das es schon fast an ein Wunder grenzt, das kein Blut aus dem Buch fließt. Neben den erwähnten Morden dreht sich die Story auch um Menschenhandel, um die russische Mafia, um den Drogensumpf in Berlin, um Geldwäsche, Prostitution und um die Stasi-Vergangenheit. Also von allem ist irgendwie etwas vertreten. Zum Glück ist alles so in die Geschichte eingebaut, das es mir beim Lesen nicht so vorkam, als wolle der Autor unbedingt diese ganzen Themen mit reinpacken, sondern alles ergibt seinen Sinn.Hervorheben möchte ich den Rückblendenteil von Hildegard, als sie immer mehr den Drogen verfällt und ein richtiges Wrack wird. Beklemmend und eindringlich wird beschrieben, wie ihr Freund, Jan Wehrmann versucht, sie da wieder heraus zu bekommen. Doch vergeblich. Ich habe beim Lesen richtig mitleiden müssen. Neben als dem Bösen spürt man aber auch so ein kleines wachsendes Pflänzchen der Liebe zu spüren, zwischen Ziether und seiner Kollegin Bredehorst. Gefallen hätte mir noch, wenn man etwas mehr aus dem Privatleben der Ermittler erfahren hätte, denn diese kamen mir (vielleicht deswegen) nicht richtig nah.Dies ist kein Krimi, den man "einfach so weglesen" sollte, denn es steckt mehr dahinter und man sollte sich schon die Zeit dafür nehmen um nichts zu "überlesen". 

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  • Angst und Schrecken in Berlin

    Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

    TeleTabi1

    24. July 2016 um 15:25

    "Blutroter Wahn“ ist Stephan Leenens erster Kriminalroman aus der spannenden neuen „Spreenebel“-Reihe des Pax eT Bonum-Verlags, in der Hauptkommissar Ralf Ziether gemeinsam mit seiner Kollegin Britt Bredehorst und dem gemeinsamen Team des Berliner Morddezernats brisante Fälle zu lösen hat. Gleich bei ihrem ersten Fall geht es ganz schön zur Sache: Hildegard Terner, die heroinabhängige Tochter des angesehenen Berliner Kultursenators, wird auf grausame Weise hingerichtet und in der Wohnung ihres Freundes zur Schau gestellt aufgefunden. Die brutalen Morde gehen Hauptkommissar Ziether ziemlich an die Nieren und ziehen weitere Kreise als das Ermittlungsteam anfangs angenommen hatte. Plötzlich geht es nicht mehr nur um überschaubare Beziehungsgeflechte und Drogen, sondern zusätzlich um Prostitution und andere höchst heikle Themen. Zeugen werden entführt oder verschwinden, Verdächtige tauchen unter, Beteiligte schweigen, immer mysteriösere Dinge passieren und ein Mordopfer folgt auf das nächste... Die Mordserie in Berlin scheint kein Ende zu nehmen und die Ermittler sind der Verzweiflung nahe. Auch Ziether selbst ist nicht mehr sicher. Zudem ist das öffentliche Interesse enorm groß und der Medienrummel sowie die internationalen Verbindungen und Verstrickungen hochrangiger Leute machen das Ganze nicht leichter. Doch Ziether und sein Team geben nicht auf und geben alles dafür, die Fälle endlich aufzuklären...Mit seiner ganz eigenen Sprache, die die Geschehnisse sehr bildhaft darstellt und detailliert beschreibt ohne langatmig zu werden, gelingt es dem Autor, den Leser mitten ins Zentrum des Geschehens zu katapultieren. Als wäre man live als Zuschauer dabei, verfolgt man die Ereignisse und erwischt sich hin und wieder dabei, wie man gerne eingreifen und „Stopp!“ oder „Vorsicht!“ rufen möchte, um letztendlich doch nur machtlos mit anschauen zu müssen, wie die Handlungen ihren Lauf nehmen und die Grausamkeiten der Story unaufhaltsam voranschreiten. Mit „Blutroter Wahn“ ist Leenen ein erschreckend realistischer, tiefgründiger und packender Roman gelungen, der durch das Aufgreifen verschiedener thematischer Bezüge gleichzeitig fesselt, aufrüttelt und betroffen macht. Die vielschichtigen Themen regen zum Nachdenken an und führen einem mal wieder vor Augen, in was für einer Welt wir eigentlich leben - in der es wirklich nichts gibt, das es nicht gibt. Leenen spricht Tabu-Themen an, die gerne verdrängt werden und schreckt auch nicht davor zurück, vermeintlich hochrangige und ehrenwerte Vertreter und Mitglieder der Gesellschaft in den Strudel der Kriminalität mit hineinzuziehen. Denn sie haben oft die nötige Macht und die erforderlichen Mittel, Kontakte und Möglichkeiten, um ungesühnt Verbrechen begehen zu können. Außerdem genießen sie den Schutz von Staat und Justiz, weshalb sie oft unantastbar sind und ein leichtes Spiel haben. Die ermittelnden Beamten in diesem Krimi gehen jedoch auch diesen unantastbaren Persönlichkeiten auf den Grund, ohne wie oft üblich einfach zu kuschen und klein beizugeben. Dass der Autor diese Schwierigkeit um die Täter aus den obersten Reihen in seinem Buch thematisiert hat, fand ich besonders reizvoll. Sein Kriminalroman ist alles andere als gewöhnlich, man möchte ihn gar nicht mehr aus der Hand legen und muss sich beim Lesen zügeln, um nicht vor lauter Neugierde viel zu schnell und unaufmerksam zu lesen. Fazit: Meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Krimi-Debüt - wie ein Film, der einen bis zur letzten Sekunde nicht mehr loslässt und auch nach den 389 Seiten gedanklich noch eine ganze Weile beschäftigt und nachdenklich stimmt. Obwohl „Blutroter Wahn“ zu einer Buchreihe gehört, ist er ein in sich abgeschlossener Roman, der durchaus auch unabhängig von den anderen Bänden als einzelnes Buch gelesen werden kann – und sollte!! ;-) Weil: Sehr empfehlenswert! 

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  • Rezension zu Blutroter Wahn

    Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

    KruemelGizmo

    21. July 2016 um 17:43

    Hauptkommissar Ralf Ziether kehrt nach Jahren zur Mordkommission zurück. Mit seiner Kollegin Britt Bredehorst, die selbst gerne die Leiterin von Mord 1 geworden wäre, wird er an seinem ersten Tag mit einem äußerst brutalen und blutigen Mord konfrontiert. Das Opfer ist die Tochter des Berliner Kultursenators, was dem Fall auch eine politische Brisanz verleiht. Aber dies ist erst die erste Leiche in diesem Fall, mit dem Leiter der Kriminaltechnik Piet Wieczorek versuchen sie in diesem Sumpf aus brutalem Mord, Drogen und Prostitution eine Spur zu finden, um den Fall zu lösen und kommen dabei der Gefahr immer näher... Blutroter Wahn ist der erste Teil der Spreenebel-Reihe von Stephan Leenen. Wer hier einen Regionalkrimi erwartet, wie ich zuerst, wird mit einem einfallsreichen, komplexen, brutalen und blutigen Krimi überrascht. Denn mit immer neuen und völlig anderen Tötungsarten schafft es der Autor mich immer wieder zu verblüffen und gelegentlich auch zu schockieren. Bei dem Fall bekommen es die Ermittler nicht nur mit immer mehr Leichen zu tun, sondern sie stoßen auch auf Drogen- und Menschenhandel, Prostitution, Wirtschaftskriminalität, Geldwäsche und einer gut verborgenen Stasivergangenheit. Das Ermittlerteam besteht aus sehr unterschiedlichen Charakteren mit Ecken und Kanten. Was mir aber besonders gut gefallen hat ist dass die Ermittler hier nicht über den Dingen stehen. Ihr Inneres kann betroffen sein von den Geschehnissen und müssen kämpfen bei der Verarbeitung der Morde. Dadurch wirken die Ermittler sehr menschlich auf mich und machen mich neugierig auf ihre weitere, persönliche Entwicklung und auf die weitere Dynamik innerhalb des Teams. Blutroter Wahn ist ein gelungenes Krimi-Debüt, das mich wirklich überraschen konnte und das ich in kurzer Zeit verschlungen habe, aber mir aufgrund der Komplexität des Falles auch viel Aufmerksamkeit als Leser abforderte. Mein Fazit: Ein gelungenes Krimi-Debüt, das mich mit brutalen und auch blutigen Morden, einer einfallsreichen und vielseitigen Geschichte und einem sympathischen Ermittlerteam begeistern konnte. Klare Leseempfehlung an die Freunde des etwas blutigeren Krimis.

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    • 10
  • Blutroter Wahn – Ein überzeugendes Krimi-Debüt in dem Verbrechen als Spannungswerkzeug agieren

    Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

    Nisnis

    Als Hauptkommissar Ralf Ziether die Leitung des Berliner Morddezernats "Mord 1" übertragen wird, löst das bei Hauptkommissarin Britt Bredehorst zunächst gemischte Gefühle aus, denn sie hätte diese Stellung ebenso gern angenommen. Ziehther und Bredehorst sind jedoch gezwungen, sich umgehend als ein Team zusammen zu finden, als ein unsagbar brutaler Mord an der Tochter des Berliner Kultursenators geschieht. Die politische Brisanz dieses Verbrechens und die angewandte Gewalt stellt die Kommissare und den Leiter der Kriminaltechnik, Piet Wieczorek, vor eine enorme Herausforderung, denn nach jedem Fortschritt bei den Ermittlungen erfolgt auf dem Fuße ein Ermittlungsrückschritt in Form eines erneuten, grausamen Verbrechens.ZitatEin frostig-kalter Schnellzug meldete sich in seiner linken Armlehne an, ein Eiskristalle tragender Hokkaido-Express, der mit Höchstgeschwindigkeit, Wagen um Wagen, auf sein vor Angst zuckendes, warmes Herz zuraste. Eine Qual, als die Eisflut in seiner Brust explodiert. Messer stachen in seinen Schädel und schleuderten grell-weiße Funkenstürme in seine Augenhöhlen. Ein unfassbarer Schmerz, der keinen Atemzug mehr zuließ. Ein nicht enden wollender Hammerschlag brachte sein Bewusstsein zum Beben und schleuderte Jan hinab, unfassbar tief in eine undurchdringliche schwarze Leere.Der Autor:Stephan Leenen, Jahrgang 1958, ist Germanist und promovierter Historiker. Sein beruflicher Lebensweg ist wohl so vielschichtig wie sein Roman: Leiter eines Windmühlenmuseums, freiberuflicher Dozent oder Geschäftsführer einer Stadtmarketinggesellschaft. Sein geisteswissenschaftliches Studium schloss er mit einer Magisterarbeit über das Liedgut der SA ab und promovierte in Bremen über die Untergrundarbeit der KPD in der Weimarer Schutzpolizei. Die dafür erforderlichen Quellenstudien führten ihn just in der Wendezeit nach Berlin, wo er täglich zwischen einer Kreuzberger WG, die ihn aufgenommen hatte, und Berlin-Ost pendelte, da sämtliche Akten zur Geschichte der KPD im Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED am Rosa-Luxemburg-Platz zusammengetragen waren. Das Schreiben begleitet ihn seit zehn Jahren, ein Prozess, der aus seinem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Mit »Blutroter Wahn« hebt er erstmals eins seiner Bücher aus dem Kreis privater und halböffentlicher Lesungen heraus. »Blutroter Wahn« ist der erste Band, der in der neuen Krimireihe »Spreenebel – Krimis entlang des Blauen Bandes« im Pax et Bonum Verlag erscheint. Stephan Leenen ist glücklich verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt mit seiner Familie in Bremen.Reflektionen:Dieser Kriminalroman beginnt mit einem Mord, ganz so wie ich es erwartet habe und da „Blutroter Wahn“ als „Spreenebel-Fall“ angekündigt ist, nahm ich an, einen Regional-Krimi in meinen Händen zu halten. Falsch! „Blutroter Wahn“ ist kein typischer Regional-Krimi und kein Kriminalroman der im Mainstream mitschwimmt. Blutroter Wahn ist außergewöhnlich. Autor Stephan Leenen schreibt wie auf mich zugeschnitten. Bereits nach 50 Seiten war ich mir sicher, dass mich dieser Kriminalroman begeistern wird. Stephan Leenen schreibt klar und gradlinig, niveauvoll und anspruchsvoll, so dass ich federleicht durch die Seiten lesen kann. Blumige Sprache oder gar Umgangssprachliches sind in dieser Story nicht zu finden. Einzig bei einer Figur, einem Obdachlosen, erlaubt er sich den Berliner Dialekt auf perfekte Weise anzuwenden.Diese hoch spannende Geschichte ist komplex, aber für jeden verständlich. Sie ist ganz nach meinem Geschmack und doch rate ich jedem von diesem Buch ab, der es mal eben nebenbei lesen möchte. Erstens wäre es zu schade und zweitens würde man die Story nicht voll umfänglich genießen und erfassen können. Auch zart besaitete Leser sollten von diesem Werk Abstand nehmen. Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass mir eine Geschichte den Atem raubte, das war sicher auch so, doch Blutroter Wahn hat mich nicht nur den Atem anhalten lassen, sondern mich ständig dazu veranlasst das Buch heftig schnaufend in den Schoß zu legen und den Leseschock in Form eines unglaublichen Kopfschüttelns zum Ausdruck zu bringen. Nein, nicht weil aus diesem Roman en masse Blut tropfen würde, sondern weil Autor Stephan Leenen mit einer meisterhaften Schreibkunst beseelt die Verbrechen zu seinem Spannungswerkzeug macht. Ich habe wohl noch nie ein Buch gelesen, in dem so viele Verbrechen geschehen, die in ihrer Art und Weise nicht unterschiedlicher sein konnten, und die dennoch harmonisch integriert in die Handlung hineingeschrieben worden sind. Von Mord, Menschenhandel, Prostitution und Folter war zu lesen, von Wirtschaftskriminalität, Geldwäsche, Drogenhandel und Stasi-Vergangenheit. Aber nicht nur das, denn Stephan Leenen hat auch top recherchiert. Er geht zum Beispiel in gutem und interessantem Maß darauf ein wie Gift wirkt, wie sich ein Brandsatz entzündet und was Drogen im menschlichen Körper anrichten. Und das ist immer noch nicht alles. Stephan Leenens Figuren, auf der guten Seite, sind für mich Sympathieträger. Ganz besonders ist mir Kommissar Ralf Ziether ans Herz gewachsen, der professionell und empathisch agiert. Seine Empathie gegenüber seinen Mitmenschen ist von Feingefühl geprägt, während er selbst im Laufe der Ermittlungen immer wieder von Albträumen heimgesucht wird. Auch von diesen Träumen zu lesen bereichert den Leser, denn die schriftstellerische Umsetzung ist auch hier einzigartig gelungen. Es fällt Ziether nicht leicht sich zu öffnen, doch am Ende der Story gibt es manch knisternde Szene, die ihm gut tut. Es ist nur ein Hauch von Zuneigung erkennbar, durchzogen von Zweifeln, so zart wie ein Blütenblatt, und nach all den Gewaltverbrechen hat Stephan Leenen hier ebenso bewiesen, wie vielschichtig er schreiben kann.Die Figuren, die für die Verbrechen verantwortlich sind, sind charakterstark in Szene gesetzt und wandeln sich im Laufe der Handlung. Oberflächliches liegt dem Autoren augenscheinlich fern. Er trifft immer ein gutes Maß, um Hintergründe zu beleuchten und Absichten der Protagonisten darzustellen, was bei dieser komplexen Handlung auch unabdingbar ist. Schauplätze sind gut sichtbar vor meinem inneren Auge und ich folge den Ermittlern anschaulich quer durch Berlin. Auch Historische und Zeitgenössisches verarbeitet der Autor in seiner Story und so erlebe ich eine abgerundete Geschichte.„Blutroter Wahn“ lebt durch ein kaltblütiges Netz aus Verbrechen, in dem die authentischen Ermittler eine anschauliche und kompetente Polizeiarbeit leisten, aber scheinbar immer einen Schritt zu spät kommen. Als Leser befinde ich mich auf Augenhöhe mit den Ermittlern.Nach der einen und anderen erlesenen, durchaus recht blutigen Gewalttat hatte ich fälschlicherweise angenommen, dass der Autor diese explosionsartigen Überraschungen und zahlreichen Spannungshöhepunkte nicht erneut toppen könnte. Doch er konnte!Mein Fazit:Ein komplexer, sehr spannender Debüt-Kriminalroman, der den Leser auf Augenhöhe der Ermittler eine Geschichte erleben lässt, in der der Autor zahlreiche Verbrechen als Spannungswerkzeug nutzt.Ich freue mich schon auf Stephan Leenens zweiten Kriminalroman „Missbrauchte Seelen“, ebenso erschienen im Pax et Bonum Verlag, in dem Kommissar Ziehter erneut ermitteln wird.

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    • 5
  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2015

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2015 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2015 und endet am 31.12.2015. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2014 bis 31.12.2015 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2015 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2015, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2015-1112868118/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1. dorli 2. buchraettin 3. Mercado 4. wildpony 5. ChrischiD 6. mabuerele 7. chatty86 8. Matzbach 9. Postbote (ab April) 10. janaka 11. angi_stumpf 12. Sternenstaubfee 13. pelznase 14. Smberge 15. LibriHolly 16. danzlmoidl 17. Sweetiie 18. Antek 19. bieberbruda 20. roterrabe 21. Pelikanchen 22. Wolf-Eyes 23. Xanaka 24. Athene100776 25. Bellis-Perennis 26. lesebiene27 27. mira20 28. Claddy 29. glanzente 30. Nele75 31. xxxxxx 32. hasirasi2 33. Caroas 34. Schalkefan 35. Katjuschka 36. danielamariaursula 37. yari 38. Lesestunde_mit_Marie 39. Filzblume (40. Igelmanu66) 41. Talitha 42. tweedledee 43.krimielse 44. sommerlese 45. Bibliomarie 46. Barbara62 47. Maddinliest 48. Louisdor 49.TheRavenking (50. Lesezeichen16) 51. Leserin71 (52. heidi59) 53. buecherwurm1310 54. clary999 55. mrs-lucky Gelesene Bücher Januar: 28 Gelesene Bücher Februar: 48 Gelesene Bücher März: 58 Gelesene Bücher April: 76 Gelesene Bücher Mai: 83 Gelesene Bücher Juni: 75 Gelesene Bücher Juli: 79 Gelesene Bücher August: 106 Gelesene Bücher September: 86 Gelesene Bücher Oktober: 103 Gelesene Bücher November: 196 Gelesene Bücher Dezember: 209 Zwischenstand: 1147 Team Thriller: 1. Samy86 2. Igela 3. seelensplitter 4. Janosch79 5. Nenatie 6. eskimo81 7.MelE 8. Mone80 9. Kirschbluetensommer 10. Curin 11. SchwarzeRose 12. kvel 13.dieFlo 14. Huschdegutzel 15. Buchgeborene 16. Simi159 17. Kasin 18. Inibini 19. parden 20. Fluse 21. crumb 22. rokat 23.bookworm61 24. lord-byron 25. Patno 26. felicitas26 27. trollchen 28. Nisnis 29. MissRichardParker 30. Anne4007 31. sabrinchen 32. BookfantasyXY 33. MrsLinton 34. Floh 35. Meteorit 36. hannelore259 37. Leseratz_8 38. Krimiwurm 39. DerMichel 40. AberRush 41. Schaefche85 42. Naden 43. DieNatalie 44. Thrillerlady 45. heike_herrmann 46. MeiLingArt 47. KruemelGizmo Gelesene Bücher Januar: 33 Gelesene Bücher Februar: 36 Gelesene Bücher März: 59 Gelesene Bücher April: 64 Gelesene Bücher Mai: 80 Gelesene Bücher Juni: 115 Gelesene Bücher Juli: 112 Gelesene Bücher August: 107 Gelesene Bücher September: 98 Gelesene Bücher Oktober: 109 Gelesene Bücher November: 134 Gelesene Bücher Dezember: 140 Zwischenstand: 1087

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    • 6213

    kubine

    01. December 2015 um 16:48
  • Ein sehr gelungenes und zugleich spannendes Krimidebüt

    Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

    Lesezeichen16

    Klapptext: Die rote Sonne flutete das Wasser. Ihr Licht färbte einen breiten Streifen rot, blutrot. Das Wasser war so warm, dass es dampfte. Dickflüssig klebte es an ihm und zog ihn hinab. So hatte sich Hauptkommissar Ralf Ziether seine Rückkehr ins Berliner Morddezernat auch nicht vorgestellt. Seine neue Kollegin, KHK Britt Bredehorst, übt Zurückhaltung, weil sie lieber selbst Leiterin der Mord 1 geworden wäre. Und schon ihr erster Fall konfrontiert ihn mit einer nicht bekannten Brutalität. Dazu ist die Leiche auch noch die Tochter des Berliner Kultursenators; die politische Brisanz legt ihnen unerwartet Steine in den Weg. Gemeinsam mit dem Leiter der Kriminaltechnik, Piet Wieczorek, irren die Kommissare auf der Suche nach der Wahrheit durch ein Labyrinth aus Drogen, Prostitution und brutalen Morden. Doch mit jedem neuen Puzzleteilchen scheint die Lösung in immer weitere Ferne zu rücken. Und mit jedem Schritt wächst die Gefahr, in den Strudel der Ereignisse hineingezogen zu werden.   Blutroter Wahn ist nicht nur der erste Spreenebel-Fall von Stephan Leenen, sondern auch sein Krimidebüt. Der Schreibstil ist sehr flüssig, aber auch zugleich sehr spannend und packend. Ich konnte dieses Buch kaum aus den Händen legen, so sehr zog es mich immer mehr in seinem Bann. Die Geschichte spielt in Berlin und wer sich ein wenig in der Stadt auskennt, wird das ein oder andere wieder erkennen. Die Charaktere waren sehr authentisch gezeichnet worden, aber hier und da fehlten mir noch ein paar Hintergrundinformationen über sie. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass die „fehlenden“ Details in den nächsten Fällen von Ziether und Co kommen werden. Die Handlung war exzellent durchdacht und teilweise nicht für schwache Nerven. Einige Beschreibungen waren schon sehr grenzwertig, aber mich es störte nicht. Der Spannungsbogen wird noch durch die grandiose Alptraumbeschreibung des R. Ziethers verstärkt. Wenn sie nicht gekennzeichnet wäre, würde man meinen, dass sie sich so ereignet hätten. So realitätsnah wurde diese beschrieben. Was mir besonders gut gefallen hat, waren die vielen Tatverdächtigen und dadurch wusste man überhaupt nicht, wer den letztendlich der Täter war. Spannung bis zur letzten Seite!   Fazit: Auf den knapp 400 Seiten findet ein gelungenes und zugleich spannendes Krimidebüt statt und ich würde mich sehr über einen neuen Fall von Ralf Ziether und seinem Team freuen. Leseempfehlung, aber nur für nervenstarke Krimifans.

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    • 3

    Lesezeichen16

    08. November 2015 um 19:17
    heidi_59 schreibt Tolle Rezi ♡

    Dankeschön! :-)

  • Leserunde zu "Blutroter Wahn" von Stephan Leenen

    Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Pax et Bonum Verlag Berlin lädt herzlich zur Leserunde ein. Wir freuen uns über rege Diskussionsbeiträge. Teilnahmebedingung an der Leserunde ist eine anschließende Rezension des Buches. Krimireihe »Spreenebel« KRIMIS ENTLANG DES BLAUEN BANDES Krimireihe »Spreenebel« startet mit Bremer Autor. Die rote Sonne flutete das Wasser. Ihr Licht färbte einen breiten Streifen rot, blutrot. Das Wasser war so warm, dass es dampfte. Dickflüssig klebte es an ihm und zog ihn hinab. So hatte sich Hauptkommissar Ralf Ziether seine Rückkehr ins Berliner Morddezernat auch nicht vorgestellt. Seine neue Kollegin, KHK Britt Bredehorst, übt Zurückhaltung, weil sie lieber selbst Leiterin der Mord 1 geworden wäre. Und schon ihr erster Fall konfrontiert ihn mit einer nicht bekannten Brutalität. Dazu ist die Leiche auch noch die Tochter des Berliner Kultursenators; die politische Brisanz legt ihnen unerwartet Steine in den Weg. Gemeinsam mit dem Leiter der Kriminaltechnik, Piet Wieczorek, irren die Kommissare auf der Suche nach der Wahrheit durch ein Labyrinth aus Drogen, Prostitution und brutalen Morden. Doch mit jedem neuen Puzzleteilchen scheint die Lösung in immer weitere Ferne zu rücken. Und mit jedem Schritt wächst die Gefahr, in den Strudel der Ereignisse hineingezogen zu werden. Mit »Blutroter Wahn«, dem ersten »Spreenebel«-Fall, ist Stephan Leenen ein Krimi gelungen, der die Brutalität des Verbrechens nicht als Mittel zum Zweck einsetzt, sondern zur steten und gleichzeitig subtilen Spannungssteigerung. So zieht die Handlung den Leser durch die packende Beschreibung in seinen Bann und lässt ihn die Arbeit der Polizei auf Augenhöhe des Ermittlerteams erleben.  Autor: Stephan Leenen Vorwort:     Leseprobe:   392 Seiten Erschienen am 11.08.2015   Gedruckt Einband Paperback Breite 135mm Höhe 215mm Dicke 27mm Gewicht 525g ISBN 978-3-943650-73-0 Preis 16.99€   Epub Dateigröße 516KB Format epub ISBN 978-3-943650-74-7 Preis 5.99€   Kindle Dateigröße 2580.48KB Format mobi ASIN B014NJNSIE Preis 5.99€

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    • 36
  • Blutroter Wahn

    Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

    buecherwurm1310

    Ein Frau soll zum Reden gebracht werden, doch sie redet nicht. Am Ende ist sie tot. Hauptkommissar Ralf Ziether ist gerade erst als Leiter der Mordkommission in Berlin angekommen, als er auch schon zu einem Mordfall gerufen wird. Vor dem Haus begegnet er der Hauptkommissarin Britt Bredehorst, die man noch nicht über den neuen Vorgesetzen informiert hatte. Der Tatort bietet ein grausiges Bild. Das Buch liest sich angenehm flüssig, auch wenn es sehr brutale Szenen gibt, die den Leser schockieren. Der Fall ist brisant, denn die Tote ist die Tochter des Berliner Kultursenators. Das trägt dazu bei, dass die Ermittlungen sehr schwierig werden. Staatsanwalt Röper hätte gerne eine schnelle Klärung, für ihn sieht die Lösung sehr einfach aus. Ziether und Bredehorst geraten bei ihren Ermittlungen in ein Umfeld, in dem Mord, Prostitution und Drogen gang und gäbe sind. Bredehorst hat sich Hoffnung auf die Position als Leiter der Mordkommission gemacht. Daher ist sie am Anfang ziemlich verschlossen. Aber nur als Team zusammen mit dem Leiter der Kriminaltechnik Piet Wieczorek gelingt es den beiden Licht ins Dunkel zu bringen. Doch so einfach ist das nicht, es gibt Rückschläge, neue Opfer und Erkenntnisse, die sich erst so nach und nach zu einem Bild zusammenfügen. Die Ermittler sind mir ein wenig fremd geblieben, da ich nicht allzu viel über sie erfahren habe. Wahrscheinlich lag es an der anfänglichen Zurückhaltung, denn es dauert ja seine Zeit, bis sich ein Team zusammen gefunden hat. Dennoch hat mich das Buch sehr gut gefallen, es ist durchgängig spannend.

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    • 2

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. November 2015 um 01:24
  • Blutroter Wahn

    Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

    noita

    Ein Krimi in und um Berlin mit vielen Opfern. Das Buch liest sich flüssig und leicht weg. Die richtige Spannung konnte mich nicht packen, da mir auch irgendwie die Ermittlerarbeit fehlte. Immer wieder neue Opfer und die Ermittler schauen mehr oder weniger zu. Auch bin ich mit den Protagonisten nicht warm geworden. Sie werden kaum beschrieben, wenig privates, keine Gedankengänge und wenig Gespräche. So konnte man sie irgendwie nicht kennenlernen. Für mich ein Krimi mit drei Sternen.

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    • 2

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. November 2015 um 01:23
  • 1. Band der Spreenebel-Reihe

    Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

    Kerry

    Vor acht Jahren verließ Kriminalhauptkommissar Ralf Ziether die Mordkommission und ging zur Abteilung für Wirtschaftskriminalität, weil ihn die Verbrechen und die Opfer nicht mehr losgelassen haben. Nun ist der 45-jährige zurück bei der Mordkommission Mord 1, jedoch nicht als "normaler" Beamter, sondern als Leiter der Abteilung. Doch so hatte er sich seine Rückkehr definitiv nicht vorgestellt. Noch bevor er offiziell seinen neuen Posten antreten kann, wird er zu einem Tatort gerufen. In der Wohnung des Journalisten Jan Wehrmann wird die Leiche seiner brutal ermordeten Lebensgefährtin, der 26-jährigen Hildegard Terner, aufgefunden - von Wehrmann selbst fehlt zu diesem Zeitpunkt jede Spur. Der Fall besitzt eine gewisse Brisanz, denn Hilde Terner ist niemand geringeres als die Tochter von Magnus Terner, dem Berliner Kultursenator und Bauunternehmer. Zwar hatte sich dieser, auf Grund der Drogenabhängigkeit seiner Tochter, bereits vor einiger Zeit von ihr losgesagt, dennoch war sie sein einziges Kind. Kurz darauf wird Jan Wehrmann komatös aufgefunden - was war nach der Ermordung seiner Freundin geschehen? Schnell scheint klar, dass Wehrmann seine Freundin ermordet hat, doch ein klares Motiv fehlt noch. Der Fall scheint schon fast gelöst - doch Ziether glaubt nicht so recht an die Schuld Wehrmanns. Auf der Beerdigung von Hildegard machen Ziether und seine Kollegin, die 42-jährige Kriminalhauptkommissarin Britt Bredehorst, auch "Mord-Bibi" genannt, eine interessante Entdeckung, denn Paul Czerny und Adrian Nicolescu sind vor Ort, um den Senator ihr Beileid auszusprechen. Ziether ahnt, dass da mehr hinter steckt, wird doch schon länger gegen Czerny ermittelt. Ihm gehören einige Spielhallen und Amüsierbetriebe in der Hauptstadt und auch im Menschen- sowie Drogenhandel soll er mitmischen. Was hat ein Senator mit so einem Menschen zu schaffen? Nur kurze Zeit später wird die Leiche des Dealers Robert "Robby" Steinholz aufgefunden - er wurde auf bestialische Art und Weise ermordet und Ziether weiß: es gibt einen Zusammenhang zu der toten Hildegard. Doch noch ehe es sich die ermittelnden Beamten versehen, haben sie es mit einer weiteren Leiche zu tun ... 1. Band der Spreenebel-Reihe! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Gefallen hat mir, dass auf den ersten Blick nicht zu erahnen ist, inwieweit sich der Tod des ersten Opfers auf eine ganze Reihe von weiteren Morden erstreckt und dass alles mit der Vergangenheit des Senators zusammenhängt. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders beeindruckt hat mich die Figur der Britt Bredehorst, die bereit ist, zu Gunsten der Ermittlungen ihren Stolz und ihren Ärger hinten anzustellen, um dem Täter auf die Spur zu kommen und ehrlich, die Frau ist echt tough, mit ihr würde ich mich nicht anlegen wollen. Den Schreibstil empfand ich als sehr spannend erarbeitet, gewürzt mit einigen blutig-brutalen Szenen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

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    • 3

    KruemelGizmo

    04. November 2015 um 17:58
    Floh schreibt Hat was von Krimi und Thriller zusammen. Klingt spannend und gut.

    Finde ich auch.

  • Ziether ermittelt ...

    Blutroter Wahn (Spreenebel 1)

    juergen_schmidt

    01. November 2015 um 08:51

    „Blutroter Wahn“ ist ein optisch ansprechend gemachtes Buch, das mit fast 400 Seiten und über 500g gut in der Hand liegt. Auch das Cover auf genarbtem Umschlagkarton macht einen sehr edlen Eindruck, dem der Kriminalroman dann weitestgehend gerecht wird. Hauptkommissar Ziether hat die Leitung von „Mord 1“ in Berlin übernommen, als die Tochter des Kultursenators bestialisch ermordet wird. Die Tat ist der Startschuss zu weiteren Morden, die das kleine Ermittlerteam ratlos und den ungeduldigen und geradezu unverschämten Staatsanwalt Röper immer nervöser machen. Das Buch enthält sehr brutale Szenen, die nicht jedermanns Geschmack sind. Andererseits kann man sich den Tod nicht aussuchen, schon gar nicht, wenn die Opfer in zwielichtigen bis hochkriminellen Kreisen verkehren. Diese „Kreise“ treiben dann auch ihre scheinbar überlegenen Spielchen mit dem Staatswalt und dem Kommissar, was den Druck auf die Ermittler erhöht und die Spannung steigert. Das macht der Autor sehr geschickt. Die Personen des Romans bleiben einem dagegen ziemlich fremd. Beim Lesen kann die Distanz zu den Protagonisten kaum verkleinert werden, dazu sind sie zu dürftig beschrieben. Als Nicht-Berliner hätte ich mir ebenfalls mehr Informationen über die pulsierende Stadt gewünscht, leider bleibt es meist nur bei der Erwähnung von Stadtteilen. Auch die Verständnislosigkeit des Staatsanwaltes und sein Getue scheinen mir vorübergehend übertrieben dargestellt. Unterm Strich bleibt aber dennoch ein solider Krimi, den man flott wegliest. Vor allem, nachdem die Handlung nach zähem Beginn ordentlich Fahrt aufnimmt.

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