Zorn - Tod und Regen

von Stephan Ludwig 
4,2 Sterne bei339 Bewertungen
Zorn - Tod und Regen
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Positiv (284):
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Ein spannender und humorvoller Thriller, der neben seinem dramatischen Handlungsverlauf vor allem von seinen charismatischen Ermittlern lebt

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Leider gar nicht meins...

Alle 339 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Zorn - Tod und Regen"

Der packende Auftakt zur neuen Reihe mit Kommissar Claudius Zorn! Zwei Morde in einer Stadt, die seit Jahren nur natürliche Todesfälle kannte. Blutig, brutal, unerklärlich: Warum gibt ein Killer seinem Opfer Schmerzmittel, bevor er es quält? Hauptkommissar Claudius Zorn soll die Ermittlungen leiten: Er hat Kopfschmerzen, er hat keine Lust, er hat keine heiße Spur. Als er dann noch merkt, dass ihn bei den Ermittlungen irgendjemand austricksen will, bekommt Zorn richtig schlechte Laune. Und der Mörder hat noch nicht genug …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596193059
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:26.04.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 24.05.2012 bei Argon Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Krimines avatar
    Kriminevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spannender und humorvoller Thriller, der neben seinem dramatischen Handlungsverlauf vor allem von seinen charismatischen Ermittlern lebt
    Der spannende erste Fall eines griesgrämigen Kommissars

    Eine ganz alltägliche Ruhestörung bildet den Auftakt zu einem Fall, der ohne Leiche beginnt, dafür aber mit einer riesigen Menge Blut. 5,4 Liter sind es insgesamt und Grund genug für den leitenden Staatsanwalt mit den Ermittlungen zu beginnen. Dass er dafür ausgerechnet Claudius Zorn ins Auge fasst, ist schon etwas verwunderlich. Denn schließlich ist der griesgrämige Kommissar dafür bekannt, dass er am Liebsten seine Ruhe hat und lieber auf die Macht von Zufällen vertraut, als auf akribische Recherchetätigkeit. Deshalb wundert es auch nicht, dass er die Hauptlast der Ermittlungen seinem eifrigen Kollegen Schröder überhilft, der Zorn zwar optisch nicht das Wasser reichen kann, dafür aber mit guten geistigen Fähigkeiten ausgestattet ist. Und erst als der Staatsanwalt plötzlich selbst zum Mordopfer wird, sieht sich Zorn in der Pflicht, einen Zahn zuzulegen.

    "Zorn - Tod und Regen" ist das Debüt des deutschen Autors Stephan Ludwig, der mit zwei sehr unterschiedlichen Kommissaren ein Ermittlerduo ins Rennen schickt, das neben einem hohen Unterhaltungswert auch erfolgreich zu ermitteln versteht. Zwar dauert es einige Zeit, bis der oft schlecht gelaunte und phlegmatische Claudius Zorn in die Gänge kommt und seinen übergewichtigen Kollegen Schröder ausreichend unterstützt. Doch gerade in der ausgiebig geschilderten Gegensätzlichkeit der beiden Kommissare steckt eine Menge Potenzial, die Stephan Ludwig ausgiebig nutzt. Deshalb tritt zunächst einmal die gut erdachte und außergewöhnlich grausame Mordserie in den Hintergrund, um Platz für die Vorstellung zweier Kommissare zu lassen, die aufgrund ihrer Gegensätzlichkeit nicht so schnell vergessen sind.

    Stephan Ludwig versteht es, seine Leser an einer Mörderjagd teilhaben zu lassen, die zwar ungewöhnlich, aber glaubhaft ist. So taucht er tief in ein Dickicht von Lügen ein, die fatale Folgen haben, wird durch häufige Wendungen auf falsche Fährten gesetzt und ist dabei, wenn ein dramatisches Finale die Lösung offenbart. Doch bevor er erfährt, was hinter dem Verschwinden einer Lehrerin steckt und warum ein Staatsanwalt sterben musste, wird er Zeuge einer regelrechten Schnitzeljagd, die brutal und blutig vonstattengeht. Und obwohl der leitende Kommissar Claudius Zorn lieber ein Bier trinken geht, als die Ermittlungen voranzutreiben, ist in dem ersten Fall von Zorn und Schröder eine durchgängige Spannung garantiert.

    Fazit:
    "Zorn - Tod und Regen" ist ein gleichermaßen spannender und humorvoller Thriller, der neben seinem dramatischen Handlungsverlauf vor allem von seinen charismatischen Ermittlern lebt.

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    simonfuns avatar
    simonfunvor 5 Monaten
    Zorn kann gut sein!

    Zugegeben, der Held ist ein Arsch, sein Helferlein etwas nervig, aber das Ganze samt Nebendarsteller stimmig, gut, chronolog und aufbauend. Auch wenn mich Zorn mehr nervte als die Handlung wird ab dem letzten Drittel alles wieder gut. So konfus meine Rezi ist, so konfus ist zunächst auch die Handlung. Dennoch konnte ich das Buch nur schwer beiseite legen und freute mich über das überraschende Ende. Lediglich ein paar offene Fäden waren etwas fragwürdig, aber sie werden womöglich im zweiten Band aufgelöst. Schreibstil ist sehr angenehm, die Protagonisten gut erfasst und die Stimmung sehr gut beschrieben.
    Wie auch immer - ausnahmsweise freue ich mich auf die Fortsetzung!

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    Buecherspiegels avatar
    Buecherspiegelvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Gute Ideen, Hausmannskost, Kultkommissare, der erste Band von bisher sieben, hat mich nicht überzeugt
    Die Stadt säuft ab, während die Kommissare Morde aufklären müssen

    Auf dem Rückentitel des Krimis „Zorn – Tod und Regen“ von Stephan Ludwig werden die Ermittler Claudius Zorn und „der dicke Schröder“ als Kult-Ermittler aus Ostdeutschland dargestellt. Dass der Krimi im Osten Deutschlands spielen soll, merkt man nicht, wird so gut wie nicht erwähnt und daher im Grunde bedeutungslos. Außerdem, Kult, bereits im ersten Band? So dachte ich. Bis ich bei der Recherche herausfand, dass es sich um den ersten von bereits sieben Bänden handelt, die wohl in Halle spielen sollen. Und die ARD bereits fünf der Bücher verfilmt und dort sowie beim MDR ausgestrahlt wurden. Allerdings ist die Serie erst kürzlich eingestellt worden.

    Zum Inhalt daher nur kurz: Eine Frau wird durch unendlich viele Schnitte zu Tode gefoltert. Der Staatsanwalt Philipp Sauer beauftragt Hauptkommissar Zorn damit, die Tat so schnell es irgend geht, aufzuklären. Doch so rechte Lust hat Claudius Zorn nicht. Der Autor stellt den Kommissar als recht faul, unwillig, selbstverliebt aber auch voller Selbstzweifel dar. Dabei ist er für sein Alter gut gebaut, der Figur nach sportlich durchtrainiert, ansehnlich, Kettenraucher und sehr Kurzsichtig. Er hat Probleme mit Frauen, Beziehungen sind ihm nicht fremd aber nach einer gescheiterten Ehe suspekt. Schlampig ist er obendrein. Schröder hingegen, klein, dick, belesen, intelligent, alleinstehend, voller Kraft, sportlich, scheint der wahre Ermittler in diesem Team zu sein. Er scheut sich nie, seine Meinung kund zu tun, ist außerordentlich engagiert, die neuesten Techniken sind ihm nicht fremd. Zorn hingegen weiß absolut nicht, was er in diesem Job noch zu tun hat und lässt sich nur sehr schwer motivieren. Nun aber haben es die beiden in kürzester Zeit mit mehreren Mordfällen zu tun, die sie schwer auf Trab bringen. Unglaubwürdig ist dabei, dass es in einer Stadt mit mehr als 200 000 Einwohnern ewig keine schweren Verbrechen gegeben haben soll. Ein Wunschtraum des Autoren?

    Ein paar Ungereimtheiten beziehungsweise weitere merkwürdige Schreibweisen sind ebenso auffällig. Einer der Protagonisten beschreibt den zeitlichen Abstand, wann er seine Frau das letzte Mal angefasst haben soll, mit x-Jahren, x-Monaten und 43 Tagen. Hm, da lässt sich doch rein rechnerisch noch ein Monat zu den Monaten hinzuaddieren? Wer so penibel ist … Am Anfang liest es sich schwer ein, als reine Hausmannskost würde ich den Krimi bezeichnen. Die Ideen, die dann sichtbar werden, sind nicht schlecht, doch für meinen Geschmack zu dürftig ausgearbeitet, das ist sehr schade. Erst spät im Buch erfährt man, in welcher Jahreszeit beziehungsweise in welchem Monat die Morde geschehen sein sollen. Es ist auf jeden Fall kalt, es regnet unaufhörlich, die Stadt säuft regelrecht ab.

    Da es sich nicht um eine erste Auflage handelt, die ich in den Händen halte, sondern um eine lizenzierte Neuauflage, wundert es um so mehr, dass hier scheinbar am Schlusspunkt gespart werden sollte. So oft wie in diesem Buch, ist mir das noch nicht untergekommen. Auch ein falsch getrennter Name fällt sofort auf und stört im Lesefluss. An einer Stelle wird von einem Abstand von 70 Metern gesprochen, an anderen Stellen beim selben Sachverhalt von mehr als 50 Metern. Zu durchschaubar für den Leser sind die einzelnen Protagonisten, ihre Handlungsweisen und Erkenntnisse, und man glaubt nicht im Ernst an den angeblichen Mörder.

    Vielleicht liegt es an der Leichtigkeit und Überschaubarkeit, mit Sicherheit aber an den beiden Hauptdarstellern, dass diese Kult geworden sind, in fünf Teilen verfilmt und bei ARD und MDR ausgestrahlt wurden. Angeblich dürftige Zuschauerzahlen sollen für die Einstellung gesorgt haben.
    Mehr über den Autor, den Inhalt dieser Serie und den Filmen zum Beispiel unter: http://www.krimi-couch.de/krimis/stephan-ludwig.html

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    lielo99vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein kurzweiliger Schmöker, der für mich nicht das letzte Buch des Autors war.
    Nicht schlecht

    Es gibt immer wieder Bücher und Autoren, die von vielen Lesern hochgelobt werden. Der Hype ist groß und nicht nur auf FB überschlagen sich die guten Rezensionen. Leider wurde ich dabei häufig enttäuscht. Nicht so bei Stephan Ludwig und seinem Ermittlerduo Zorn und Schröder. Hier wird nicht besonders blutig gemordet, wie etwa bei Carter oder utopisch geschrieben, wie bei Fitzek. Nein, ich mag den Stil der Sprache und konnte beim ersten Einsatz Zorns sehr gut abtauchen. Und das, ja und nur das, macht für mich ein gutes Buch aus. 

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    MellisBuchlebenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unglaublich spannend
    Unglaublich spannend

    Stephan Ludwigs Debütroman konnte mich in seinen Bann ziehen, so dass ich mit den Augen nur so über die Seiten flog. Er ist unglaublich spannend geschrieben und die Handlung entwickelt sich kontinuierlich weiter. Hierbei fand ich es sehr schön, dass die Kriminalfälle nicht nur stupide aufgeklärt werden, sondern auch das Privatleben und insbesondere das Zusammenspiel der beiden Kommissare eine Rolle spielt.
    Die Charaktere der Protagonisten sind detailliert ausgearbeitet und ich konnte mir Zorn und Schröder richtig gut vorstellen, wie der eine immer gut gelaunt den etwas miesepetrigen anderen auf die Palme bringt :-). Ferner gibt es ganz am Ende noch einen kleinen Steckbrief zu beiden, was auch amüsant zu lesen war. Die Dialoge dienen immer wieder als Mittel der Veranschaulichung der Beziehung.
    Insgesamt ist es ein sehr gelungener Thriller auf hoher Sprachebene, der vier Herzen verdient. Ich werde die Reihe um Zorn und Schröder in jedem Fall weiter verfolgen und weiterlesen.

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    Tapsi0709s avatar
    Tapsi0709vor einem Jahr
    Tod & Regen

    Ein toller Auftakt zu einer hoffentlich so spannend weitergehenden Reihe.
    Der Autor beschreibt die Szenen sehr bildlich und gut vorstellbar. Die Spannung ist von Anfang an da und zieht sich durch das gesamte Buch, man hat nie das Gefühl, das es langweilig wird.
    Ich habe während des Lesens immer wieder geschwankt, wer nun der Täter ist und wurde am Ende total überrascht. Irgendwie lag ich mit meiner Vermutung richtig, aber irgendwie auch nicht ...  
    Ich hoffe die anderen Bücher werden genauso spannend und interessant, wie der erste Fall von Hauptkommissar Claudius Zorn und seinem Kollegen Kommissar Schröder.

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    NicolePs avatar
    NicolePvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der Roman ist der erste in der Reihe um Zorn und Schröder. Ein guter Auftakt.
    Zorn - Tod und Regen

    Hauptkommissar Claudius Zorn muss sich nach vielen Jahren wieder um ein Kapitalverbrechen kümmern. Ihm zur Seite steht Hauptkommissar Schröder. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein, aber genau das macht ihr Team aus. In diesem Fall geht es um eine zu Tode gequälte Frau. Das Merkwürdige daran ist, dass der Mörder ihr ein Schmerzmittel gab. Warum? Dies ist eine von vielen Fragen, die sich durch das Buch ziehen. Dann geschieht ein weiterer Mord – steckt der selbe Täter dahinter oder sind gleich zwei Mordfälle aufzuklären?

    Die von Autor Stephan Ludwig geschaffenen Charaktere Zorn und „der dicke“ Schröder scheinen auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen. Der kettenrauchende Zorn möchte am liebsten nur seine Ruhe haben und überlässt Schröder die Hauptarbeit. Was jedoch Schröder nichts ausmacht. Er ermittelt sehr genau und prüft jede noch so kleine Spur besonders gründlich. So entgeht dem Team kein noch so kleines Detail.

    Die Geschichte ist stimmig und auch durchweg spannend. Durch den Einblick in die Gedankenwelt von Zorn erklärt sich so manches Verhalten Schröder gegenüber. Wie ein Leser es von einem guten Autor erwarten kann, werden einem Gefühle und Protagonisten nahe gebracht. So kann sich der Leser in alle Personen hineinversetzen. Vor allem Zorn und Schröder sind einem so – jeder auf seine spezielle Art – sympathisch.

    Der Roman ist der erste in der Reihe um Zorn und Schröder. Ein guter Auftakt und mit Sicherheit nicht mein letztes Buch, auch wenn ich die Filme bereits kenne. Hierzu kann ich auch sagen, dass die Verfilmung mich ebenso gefesselt hat, auch wenn man Buch und Film als eigenständige Werke betrachten sollte.

    Hier gibt es von mir eindeutig eine Leseempfehlung.

    Besuch mich auf www.nicole-plath.de

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    KruemelGizmos avatar
    KruemelGizmovor 2 Jahren
    Rezension zu Zorn - Tod und Regen

    Inhalt: »Es dauerte drei Stunden, bis sie den Verstand verlor, und weitere zwei, bis sie endlich sterben durfte.« 
    Hauptkommissar Claudius Zorn und sein Kollege, der dicke Schröder, haben seit Jahren in keinem Mordfall mehr ermittelt. Aber nun überstürzen sich die Ereignisse: zwei Morde in kürzester Zeit – blutig, brutal, unerklärlich. Warum gibt ein Killer seinem Opfer Schmerzmittel, bevor er es quält? Zorn ist ratlos, Schröder schon mitten drin in den Ermittlungen. Und der Mörder hat noch nicht genug…

    Zorn – Tod und Regen ist der erste Teil der Zorn-Reihe aus der Feder von Stephan Ludwig.

    Der Auftakt dieser Reihe hat es mir beim Lesen nicht immer einfach gemacht. Die Geschichte beginnt erstmal spannend und ich freute mich schon, aber dann flaute es für mich erstmal ziemlich ab. Der Blickwinkel verschiebt sich vom Fall auf Kommissar Claudius Zorn, dem ich persönlich als Charakter nichts abgewinnen kann, was nicht schlimm ist, wenn die Geschichte Drumherum spannend erzählt ist. Zorn hat absolut kein Interesse am Job, keine Beziehung, keine Freunde und gammelt am liebsten den ganzen Tag rauchend rum, sei es im Büro oder zu Hause bei seiner Plattensammlung, dabei lässt er die eigentliche Arbeit seinen langjährigen Assistenten Schröder machen, von dem er aber nichts weiß, weil es ihn anscheinend schlichtweg nicht interessiert. Zorn stümpert während der ganzen Geschichte mehr durch die Ermittlungen und ist mit seinen Frauengeschichten beschäftig was mich persönlich doch manchmal echt nervte. Ein Lichtblick war für mich Schröder, von dem man sehr viel weniger erfährt, aber das was alles dabei zum Vorschein kommt und seinen Witz, macht mich doch ziemlich neugierig auf diesen Protagonisten.

    Nach anfänglicher Flaute nimmt der eigentliche Fall aber wieder an Fahrt auf und es entwickelte sich eine spannende Geschichte, der ich gerne folgte. Leider waren für mein Empfinden der Schluss und die Auflösung etwas zu konstruiert und in der Darstellung etwas sehr weit hergeholt um mich wirklich zu begeistern.

     

    Mein Fazit:

    Ein Krimi, der einige Zeit braucht um wirklich in Fahrt zu kommen, und deren Ermittlerduo nicht unterschiedlicher auf mich hätte wirken können.

    Kommentare: 8
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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 2 Jahren
    Klasse, dachte Zorn. Wir haben einen Fall.


    »Du musst die 'Zorn'-Reihe lesen!«, erzählen SIE mir seit Monaten mit schöner Regelmäßigkeit.
    »...muss ich?«
    »Unbedingt!«

    Dann folgen für gewöhnlich kleine Anekdoten über Stephan Ludwig, seine tollen Lesungen oder die amüsanten FB-Beiträge seines fiktiven Hauptkommissars. Der ist übrigens Kettenraucher, faul und mürrisch, und trotzdem ein Hit bei den Frauen.

    Klasse.

    Bei mürrischen, faulen Kettenrauchern bin ich ja immer erstmal skeptisch. So rein aus Prinzip, weil mir von Zigarettenrauch schlecht wird. Aber SIE bestehen darauf, dass die Zorn-Krimis einfach verdammt guter Stoff sind, Zigaretten hin oder her. Wer SIE sind? Die Teilnehmerinnen des illustren Krimi-Lesekreises, den die Buchhandlung zwei Orte weiter einmal im Monat ausrichtet. Krimi-Expertinnen, sozusagen.

    Jaja.

    Schon gut. Ihr hattet ja recht.

    In meinen Augen ist das Buch eine gelungene Mischung aus Spannung, unerwarteten Wendungen, lebendigen Charakteren und einem trockenen, ein bisschen bösen Humor. Keines dieser Elemente alleine würde mehr als einen passablen Krimi abgeben, aber in der originellen Kombination ist die Geschichte unschlagbar und macht eine Menge Spaß, ist aber trotzdem was zum Miträtseln und Mitfiebern. 

    Es gibt für einen Krimileser einerseits nichts Enttäuschenderes, als auf Seite 100 schon zu wissen, wer gemordet hat und warum, andererseits will man aber auch nicht das Gefühl haben, dass die Lösung vom Himmel gefallen ist. Insofern ist "Zorn" für mich ein gut konstruierter Krimi, denn im Rückblick sind die Hinweise alle da, beim Lesen konnte ich die Puzzleteilchen* jedoch bis zum Schluss nicht zu einem vollständigen Bild zusammensetzen.

    * Die Autokorrektur wollte gerade 'Leichenteilchen' daraus machen, ohne Scherz!

    Also: Spannend? Ja. Logisch? Auch. Und so nach und nach stellt sich die Geschichte als vielschichtiger heraus, als man am Anfang vermutet hätte. 

    Die Gewalt ist brutaler, als ich erwartet hatte, bleibt aber meist (nicht immer!) eher angedeutet und wird nicht detailliert beschrieben. Das macht sie jedoch nicht weniger erschreckend und nimmt ihr auch nichts ihrer Bedeutung, und deswegen finde ich das auch verdammt gut geschrieben. 

    Bei Formulierungen wie "kurz darauf barsten die Wände, der Wahnsinn stand brüllend im Raum, öffnete dem Horror die Tür" läuft es mir schon kalt den Rücken runter. Danach brauche ich keine detailliertere Beschreibung mehr als diese: 

    "Und er hatte nicht nur das Messer, sondern andere, ebenso spitze, chromglänzende Werkzeuge. 
    Und er benutzte sie alle. Es dauerte drei Stunden, bis sie den Verstand verlor, und weitere zwei, bis sie endlich sterben durfte." 

    (Leichenteilchen? Als hätte die Autokorrektur es geahnt.) 

    Der Schreibstil ist großartig, denn der Autor beherrscht die verschiedensten Tonarten. Eine Szene kann erschreckend und grausam sein, mit Beschreibungen voller Atmosphäre, und trotzdem irgendwie auch witzig - wobei einem das Lachen dann doch oft im Halse stecken bleibt. Was der Schreibstil jedenfalls nie ist, ist abgedroschen oder langweilig.

    Das Großartigste an diesem Buch sind für mich der Humor und die liebevoll beschriebenen Charaktere, allen voran der mürrische Zorn und sein fröhlicher Kollege Schröder. Zorn würde sich ja lieber ins Bein beißen als es zuzugeben, aber er hegt tatsächlich viel Zuneigung und später auch Bewunderung für den kleinen Mann. Während Zorn seine Arbeit hasst und faul seiner Rente entgegensicht, ist Schröder einer, der anpackt und den man niemals unterschätzen sollte, und das erkennt Zorn insgeheim widerwillig an. Die Zwei sind ein witziges, aber auch erstaunlich gut funktionierendes Ermittlerteam.

    Auch die anderen Charaktere fand ich gut und glaubhaft geschrieben, und der ein oder andere enthüllt im Laufe des Buches unerwartete Seiten.

    Zitat:
    "»Keine Leiche?«, fragte er über die Schulter, betrat den Fahrstuhl und drückte, ohne auf Schröder zu warten, den Knopf für die oberste Etage.
    »Nichts, Chef.«
    Zorn schwieg. Leise surrend fuhr der Fahrstuhl nach oben, und da Schröder die Stille in dem engen Raum zunehmend unangenehm wurde, meinte er nach kurzem Überlegen: »Keine Spur. Nix.«
    Zorn schwieg noch immer. 
    »Niente!«, sagte Schröder. Ab und zu verspürte er das unerklärliche Bedürfnis, mit seinen Fremdsprachenkenntnissen zu protzen, und fügte deshalb hinzu: »Nothing, Chef!«
    Zorn hob die Augenbraue.
    »Nada!«, ergänzte Schröder. 
    »Pling!«, erwiderte der Fahrstuhl. 
    »Nitschewo!«, sagte Schröder. 
    Die Türen öffneten sich. »Ein einfaches Nein hätte genügt«, brummte Zorn und wappnete sich innerlich gegen seinen ersten Gegner."

    Was ich übrigens erfrischend fand: in vielen Krimi-Reihen könnte man den Eindruck gewinnen, die Stadt, in der sie spielen, müsse bestimmt bald aussterben, weil die Ermittler am laufenden Band Mordfälle bearbeiten. Dabei gab es im Jahr 2015 in ganz Deutschland 296 Mordfälle - da kann man sich ja ausrechnen, dass nicht auf jeden Ermittler in jeder Stadt eine Leiche pro Woche kommt. Und so denkt Claudius Zorn hier auch ganz realistisch darüber nach, dass er seit drei Jahren keinen Mordfall mehr bearbeitet hat!

    Fazit:
    Die Mitglieder unseres Krimi-Lesekreises empfehlen mir die "Zorn"-Reihe seit Monaten. 

    Immer wieder. Unermüdlich. 

    Und jetzt weiß ich auch, warum: Hauptkommissar Zorn ist mürrisch, faul, Kettenraucher, eitel, angeberisch - und auf skurrile Art sympathisch und witzig. Dazu gesellt sich sein Kollege, der kleine, dicke, immer gut gelaunte Schröder, der in einigen Szenen zeigt, dass auch die Schröders dieser Welt wahre Helden sein können. Zusammen ermittelt das ungleiche Team in einem Mordfall, der sich als zunehmend verschachtelt und kompliziert erweist, und das kann in einem Satz noch zum Schreien komisch sein und im nächsten gruselig und spannend.

    Gut geschrieben, gut konstruiert und definitiv was ganz Eigenes, von dem ich jetzt alle Bände lesen will. Ich kann mich meinen "Kolleginnen" vom Krimi-Lesekreis nur anschließen: Daumen hoch!

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    mamenus avatar
    mamenuvor 2 Jahren
    Zorn - Tod und Regen

    Klapptext
    Polizeibeamte finden Spuren eines brutalen Verbrechens,aber keine Leiche.Hauptkommissar Claudius Zorn wird vom Staatsanwalt mit den Ermittlungen betraut-in senem Zuständigkeitsbereich das erste Kapitalverbrechen seit Jahren.Zorn und sein kauziger Assistent Schröder entdecken schließlich die Leiche einer Frau:Ihr Mörder hat sie zu Tode gequält,ihr aber offenbar vorher Schmerzmittel verabreicht-warum?Wer hat den Beamten ein Video als Beweismittel gemailt?Und wer will gleichzeitig unbedingt verhindern dass die Ermittler die Identität der Toten klären?Zorn und Schröder haben noch immer keinen Verdächtigen,als plötzlich ein weiterer Mord geschieht.

    Meine Meinung
    Zuerst möchte ich mich zu den beiden Kommissaren Zorn und Schröder äußern. Die beiden sind so unterschiedlich in Ihren Charakteren wie Tag und Nacht.Zorn beschreibt sich selber als faul, was ich nur bestätigen kann. Zudem ist er für mich auch sehr muffelig. Alles was er an Arbeit an jemanden anderen abgeben kann, gibt er dann auch ab und zwar an Schröder. Auch bei Frauen lässt er nichts anbrennen.Schröder ist genau das Gegenteil von Zorn, er ist ein fleißiger und Energie geladener Mensch.Man kann sich sehr gut auf ihn verlassen und er unterstützt Zorn wo er nur kann.Doch ich muss sagen so unterschiedlich die beiden auch sind, umso mehr passen sie irgendwie zusammen.Zum Schreibstil kann ich sagen, er hat mir gut gefallen. Zum einen konnte ich bis zum ende flüssig und leicht durchlesen.Auch wurde ich hier immer auf eine falsche Fährte gelockt, wer denn der Täter sein könnte, aber das ist es, was mir gut gefallen hat.Die Spannung fand ich auch sehr gut und nicht zu blutig. Zudem war es auch nicht zu brutal, was ich doch sehr angenehm beim lesen empfand.
    Also ich habe von Anfang bis Ende mit den beiden mitgefiebert. Mir hat dieses Buch doch ganz gut gefallen. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil, der bereits in meinem Regal steht.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Alina-Ks avatar
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    Im Rahmen der Lesechallenge erwartet dich im Mai der Krimi "Zorn - Tod und Regen" von Stephan Ludwig, erschienen im Fischer Verlag.

    Zwei Morde in einer Stadt, die seit Jahren nur natürliche Todesfälle kannte. Blutig, brutal, unerklärlich: Warum gibt ein Killer seinem Opfer Schmerzmittel, bevor er es quält? Hauptkommissar Claudius Zorn soll die Ermittlungen leiten: Er hat Kopfschmerzen, er hat keine Lust, er hat keine heiße Spur. Als er dann noch merkt, dass ihn bei den Ermittlungen irgendjemand austricksen will, bekommt Zorn richtig schlechte Laune. Und der Mörder hat noch nicht genug …

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