Stephan Naumann Das Werk der Bücher

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Inhaltsangabe zu „Das Werk der Bücher“ von Stephan Naumann

Mitte des 15. Jahrhunderts. Der menschenverachtende Richter Tanner ist bis ins hohe Alter kinderlos geblieben. Sein Unmut darüber treibt ihn zu einem schicksalhaften Pakt mit dem Teufel. Der Bastard Nathan, den er mit einer Dirne zeugt, wird jedoch nicht nur ihm sehr schnell unheimlich. Während eines Feuers, das ihm durch seine Verbindung mit der Hölle nichts anhaben kann, erhält der hinterhältige Junge seine wahre Bestimmung: Er soll die bedeutendste Erfindung seiner Epoche, Gutenbergs Buchdruck, zu Gunsten des Teufels missbrauchen. Nathan macht sich auf den Weg nach Mainz …

Unterdurchschnittlicher Mittelalterroman mit schlechten Reimen aber gutem Ansatz. Hätte was werden können.

— Xirxe
Xirxe

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    Das Werk der Bücher
    Xirxe

    Xirxe

    20. November 2014 um 19:31

    You Can’t Judge a Book by the Cover - das hat Bo Diddley schon vor über 40 Jahren gesungen und es trifft noch immer zu. Leider! Der Totenkopf inmitten der antiquarischen Folianten, das Ganze aufgemacht wie ein altes Gemälde, all das hat mich dazu verleitet, dieses Buch zu kaufen von dem ich zuvor noch nie gehört hatte. Auch der Inhalt klang interessant: Der Sohn des Teufels sollte Gutenbergs Buchdruck dazu nutzen, Satans Botschaft in die Welt zu bringen. Doch statt eines spannenden Mittelalterkrimis mit mysthischen Elementen entsprach die erste Hälfte eher einer historischen Vorlesung zur Entwicklung mittelalterlicher Städte und Gebiete. Über vier bis fünf Seiten hinweg werden immer wieder detailliert geschichtliche Entwicklungen nicht nur von Gebäuden aufgezeigt, sodass ich irgendwann anfing, nur noch diagonal darüber hinwegzulesen. Keine Frage, in einem Sachbuch wäre das sicherlich alles sehr gut angebracht gewesen, aber in einem historischen Roman? Die Geschichte an sich ist schnell erzählt: Ein widerlicher Richter, grausam und ohne Mitleid, geht mit dem Teufel einen Pakt ein, um einen Sohn zu bekommen. Doch es ist des Teufels Sohn, Nathan, den der Richter unwissentlich groß zieht. Als er stirbt, zieht der siebenjährige Nathan, über allerlei dunkle Mächte verfügend, allein in die Welt, um den Auftrag seines Vaters zu erfüllen - siehe oben. Das entspricht circa der ersten Hälfte des Buches. Im zweiten Teil dreht sich alles um diese Aufgabe, wobei Nathan sich diversen Widrigkeiten entgegenstemmen muss. Auffallend ist die Sprache der Lektüre, die durchweg in einer altertümlichen Form daherkommt, die man aber recht schnell annimmt. Woran ich mich jedoch überhaupt nicht gewöhnen konnte, war die 'Marotte' des Autors, wörtliche Rede in Reimform darzustellen. Der tiefere Sinn hierfür? Keine Ahnung. Leider sind die Reime nur minderer Qualität ('Lass dich gewarnt sein, vor der Gefahr von dem Krankheitskeim'), sodass ich recht glücklich war, dass nur wenige direkte Gespräche wiedergegeben wurden. Schade - denn der Ansatz der Geschichte ist nicht schlecht und die Aufmachung hätte wirklich einen besseren Inhalt verdient.

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  • Rezension zu "Das Werk der Bücher" von Stephan Naumann

    Das Werk der Bücher
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. May 2011 um 15:01

    Richter Tanner ist ein schlechter Mensch, er nutzt seine Position oft schamlos auf, kein Wunder also, dass die Leute ihn nicht mögen. Doch wie bösartig der Mensch eigentlich ist, zeigt sich erst in seinem Herzenswunsch: er möchte einen Sohn haben, der seine bösartigkeit weiterlebt, einen weiten Tanner, der vielleicht sogar viel schlimmer sein könnte, als er es ist. Und zum "Glück" trifft Tanner auf den Teufel, der ihm diesem Wunsch, dank einer Dirne, erfüllt. Tanner bekommt Nathan, der aber mehr oder weniger auch der Sohn des Teufels ist und damit sogar noch bösartiger wird, als Tanner es je zu "hoffen" gewagt hätte. Auch Gianna Maria, eine mutige Nonne und ihre beiden Schwestern vermögen die Teufelsbrut kaum aufhalten zu können, erst Recht nicht, als Nathan erfährt, wer er ist und einen finsteren Plan schmiedet, die die Bibel von Grundauf verändern könnte... Stephan Naumann hat hier einen historischen Roman geschrieben, der sehr gut recherchiert ist. Die Abläufe um die Inquisition, die Gesellschaft zu der Zeit, der Irrglaube und die Ängste vor dem Fremden. das alles fängt er auf seinen 321 Seiten sehr gut ein. Das man die Geschehnisse durch die Nonnenerfährt und nicht durch Nathan selber sit ebenfalls eine gute Wahl. Dadurch bleibt man immer noch auf Distanz zu diesem Wesen, dass ja nun auch wirklich fies, manipulierend und Brutal gezeichnet wird. Nicht jeder möchte da noch in den Gedanken dieser Person versinken. Das Nathan die Welt verschlechtern will und die Geschichte, die der Autor um Gutenberg kreiert hat, ist sehr spannend. Blutig, böse, aber spannend. Man erliest sich eigentlich alles mehr oder weniger durch einen Bericht, was ebenfalls nicht stört. Einzig dieses Gereime ist wirklich nervig gewesen. Statt der wörtlichen Rede im normalen Sinne, wird hier ständig gereimt. Gerade in einem authentisch recherchierten Roman fällt das unschön auf. Darum wird in der Endnote leider ein wenig abgezogen. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und auch das Lesezeichen, dass sich in meinem Buch versteckt hat, ist sehr schön gestaltet. Hier muss man den Verlag wirklich loben. Alles in allem ein wirklich packendes Buch, mit einer spannenden Geschichte: Wir der Sohn des Teufels die Bibel in die Fänge kriegen, oder kann irgendjemand diesem manipulierenden Wesen widerstehen? Um diese Frage beantwortet zu bekommen, kann ich nur zu einem raten: Lesen, lesen, lesen...

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  • Rezension zu "Das Werk der Bücher" von Stephan Naumann

    Das Werk der Bücher
    Regina-Neumann

    Regina-Neumann

    28. March 2011 um 14:30

    Richter Tanner, vom englischen Volk nur der „Tannerlump“ genannt, ist wahrlich kein Menschenfreund und nutzt sein Amt gnadenlos aus, die Menschen, die ihm in die Finger geraten, zu foltern, zu drangsalieren und zu töten. Deswegen versteht auch niemand seinen Kinderwunsch. Dieser entspringt aber nicht dem Wunsch nach einer Familie sondern eher dem, seine Bosheit weiterleben zu lassen. Durch einen Pakt mit dem Teufel wird ihm sein Wunsch gewährt, aber auch er muß teuer dafür bezahlen. Das Kind Nathan entwickelt sich geradezu prächtig, es ist äußerlich entzückend anzusehen, kann bereits im Alter von nur einem Jahr sprechen und lesen, dank höllischer Intervention, ist aber äußerst bosartig und gefährlich. Das bekommt nicht nur sein irdischer „Vater“ zu spüren… Das Buch nimmt einen schnell mit ins tiefste Mittelalter, eine Zeit der Bigotterie, der Inquisition und des Aberglaubens. Atmosphärisch dicht und mit großem geschichtlichen Wissen wird die Geschichte um Nathans finsteren Plan spannend erzählt. Allerdings ließ sich der Autor ein wenig zu deutlich von den Klassikern „Der Exorzist“ und „Das Omen“ beeinflussen. Es war ein „Pater Merrin“, der die afrikanische Dämonenstatue in „Der Exorzist“ ausgrub – und es ist ein „Pater Merrin“, der versucht, Nathan die Stirn zu bieten. Jedenfalls einer davon. Und Nathan ließ mich mehr als einmal an den „Damien“ der Omen-Trilogie denken. Das stört aber die Geschichte nicht, schlieslich IST Nathan der Sohn des Teufels. Was mich aber ganz massiv gestört hat, im Lesefluß wie auch im geschichtlichen Kontext, die gesamte wörtliche Rede ist in Reimform geschrieben. Der Autor legt großen Wert auf geschichtliche Hintergründe, die nach meinem Ermessen sehr gut recherchiert sind. Daher passt die Reimform leider gar nicht, denn niemand sprach im Mittelalter so. Schon gar nicht das einfache Volk, arme Leute und Räuberbanden, selbst Gutenberg, der als sehr gebildet angesehen werden kann, sprach sicherlich nicht so. Trotzdem ist das Buch unterhaltsam und spannend, es wird jedem Mittelalter-Fan gefallen. :)

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  • Rezension zu "Das Werk der Bücher" von Stephan Naumann

    Das Werk der Bücher
    Bellexr

    Bellexr

    18. March 2011 um 17:20

    Der Sohn des Teufels . In London zeugt der alternde Richter Tanner mit einer Dirne einen Sohn. Bereits vorher hatte er dessen Seele dem Teufel versprochen. Nathan, der Bastard, zeigt bereits im frühesten Kindesalter menschenverachtende Züge, entwickelt sich bei weiten schneller als andere Kinder und ist hochintelligent. In die erzieherischen Hände eines Klosters gegeben, stellt dort die Nonne Gianna Maria schon bald fest, dass der kleine Bastard mit dem Teufel im Bunde stehen muss. Ihre Versuche, ihn zu töten, scheitern und bewirken das genaue Gegenteil. Nathan erfährt seine wahre Bestimmung, die ihn von London nach Mainz führt. Dort soll er die Gutenberg-Bibel zu Gunsten des Teufels manipulieren. . In seinem Debütroman geht Stephan Naumann einen eher ungewöhnlichen Weg und erzählt die Geschichte von Nathan aus Sicht zweier Nonnen. Die Schwestern sind der Nonne Gianna Maria treu ergeben und erzählen deren verzweifelten Kampf, die Menschheit vor dem Sohn des Teufels zu befreien. . So ist seine Sprache an die damalige Zeit angelehnt und die wenige wörtliche Rede, die während der Erzählung Platz findet, ist in Reimen wiedergegeben. Dies führt zwar zum einen dazu, dass der Roman etwas distanziert und sachlich wirkt, auf der anderen Seite ist dies aber auch so atmosphärisch dicht umgesetzt, dass man eine hervorragende Vorstellung der damaligen Lebens- und Glaubensweise erhält. . Das 15. Jahrhundert war bekanntlich durchsetzt von Aberglauben und dies wird in dem historischen Roman sehr gut vermittelt. Allein Nathans Ausflug auf den Brocken, um die Walpurgisnacht mitzuerleben oder eine vermeintliche Hexenverbrennung zeigen dies überdeutlich auf. Und auch viele Informationen über das Leben und die großen Städte des Mittelalters wie Köln, Mainz oder auch Aachen erhält man in dem Buch. Diese sind wie selbstverständlich hineingearbeitet und gut dosiert. So zeigt der Autor seinen Lesern eine ungeschönte, aber auch faszinierende Welt des Mittelalters auf. . Die Geschichte aus Sicht der beiden Nonnen zu erzählen empfand ich als einen sehr geschickten Schachzug, da man so eine gewisse Distanz zu Nathan erhält, trotzdem aber den Erzählungen begeistert folgen kann. Und diese Distanz zu dem Protagonisten benötigt man auch. Stephan Naumann zeichnet die Figur des Nathan hervorragend. Dieser ist von Grund auf böse, hinterhältig, manipuliert seine Mitmenschen nach Gutdünken, geht im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen und kennt kaum menschliche Regungen. So kann er fast alle Menschen in seiner Umgebung entsprechend blenden, zum Glück jedoch nicht alle.

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