Couchsurfing in Russland

von Stephan Orth 
4,4 Sterne bei30 Bewertungen
Couchsurfing in Russland
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K

Sehr interessanter Reisebericht. Unterhaltsam, aber auch lehrreich, ein echter Pageturner! Unbedingt zu empfehlen.

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Unglaublich interessant, klug und lehrreich, was man in diesem Buch über ein spannendes Land und seine Bewohner erfährt.

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Inhaltsangabe zu "Couchsurfing in Russland"

Oligarchen und Kartoffelbauern, Kalaschnikows und eingemachte Gurken, orthodoxe Christen und Hippies – Stephan Orth, seit über zehn Jahren als Couchsurfer unterwegs, begibt sich auf die Suche nach dem wahren Russland, jenseits von dem, was Nachrichten und Propaganda daraus machen. Er fährt von Moskau über Wolgograd bis Grosny im Süden, von Jekaterinburg über Irkutsk und den Baikalsee nach Wladiwostok im Osten. Dabei stößt er nicht nur auf Putinanhänger, Waffennarren und wodkabeseelte Machos, sondern auch auf viel Herzlichkeit, unentdeckte Attraktionen und großartige Landschaften. Von Couch zu Couch, von Gastgeber zu Gastgeber ergibt sich ein differenzierteres und persönlicheres Bild. Mitreißend erzählt Stephan Orth von haarsträubenden Abenteuern und überraschenden Begegnungen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783890294759
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:MALIK
Erscheinungsdatum:20.03.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.03.2017 bei Der Hörverlag erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Galladans avatar
    Galladanvor 4 Monaten
    Ich hatte mir etwas Anderes darunter vorgestellt

    Couchsurfing in Russland: Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde von Stephan Orth, erschienen im Malik Verlag am 20. März 2017

    Der Autor nutzt das Gastfreundschaftsnetzwerk CouchSurfing. Gastgeber und Gast finden sich über dieses Internetportal. Die Übernachtungen sind kostenlos. Stephan Orth nutzt diesen Dienst um sich dieses Russland zwischen Moskau und Wladiwostok an zu sehen und die Menschen in Russland näher kennen zu lernen.

    Ich wollte etwas von der russischen Seele einfangen und mir Russland ohne Touristenmeile ansehen. Leider bin ich für das System Couchsurfing wohl schon zu alt und für den arrogant „wir im Westen können das alles besser“ Stil des Autors noch nicht alt genug. Ich habe das Buch abgebrochen, da ich Urlaubserinnerungen wie „Am nächsten Tag bleibe ich einfach in meinem Gartenhäuschen und schaue grünen, gelben und roten Tomaten beim Wachsen zu.“ nicht unbedingt als so wirklich prickelnd empfinde. Wie schon gesagt, ich bin offensichtlich nicht das Zielpublikum für dieses Buch.
    Ich habe sicher auch einige Informationen mitgenommen die ich so nicht im nächsten Reiseführer aufgelistet bekommen hätte, es reichte aber nicht um mich bis über die Hälfte des Buches zu bringen.
    Die Idee Leute dazu zu bringen kostengünstig durch Länder zu reisen und Menschen einander näher zu bringen wird sehr schön in diesem Buch beschrieben. Solltest Du also einen Trip mit Rucksack und ohne Hotel planen und möchtest Du Dich von fremden Menschen auf einen Schnaps oder zwei einladen lassen, ist es sicher nicht falsch dieses Buch im Gepäck zu haben. 

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    solveigs avatar
    solveigvor 6 Monaten
    Mehr als nur Reisebericht

    Putin  -  ein Präsident von enormer Beliebtheit bei seinem Volk? Was steckt dahinter, was denken die Leute?

    Information durch Medien ist gut, sagt sich Stephan Orth, aber sich selbst ein Bild machen ist besser. Und so macht er sich auf den Weg in den Osten, um zehn Wochen lang durch das riesige Russland zu reisen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Als „Couchsurfer“ ist er unterwegs; er steigt nicht in Hotels ab, sondern ist zu Gast bei Leuten, die ihm für einige Tage eine Couch, ein Bett oder auch nur eine Matratze zum Übernachten anbieten. Auf diese Weise kommt er mit einer Vielzahl unterschiedlicher Menschen in Kontakt, die  -  mehr oder weniger hilfsbereit, doch stets aufgeschlossen -  ihm Eindrücke in ihre Heimat vermitteln und Einsichten in ihre Lebensart und -ansichten gewähren. Auf einer Landkarte kann der Leser verfolgen, welche unglaubliche Strecke von mehr als 21.000 Kilometern Orth per Flugzeug, Bahn und Bus zurücklegt; von Moskau ausgehend über Tschetschenien und Sibirien gelangt er bis in den Fernen Osten des Landes und beendet seine Reise in Wladiwostock. Zahlreiche Fotos illustrieren seine Begegnungen und halten Landschaft und Stimmung fest.

    Ohne eine gute Portion an Optimismus und Humor ist eine solch beschwerliche Reise kaum vorstellbar; denn ein Erholungsurlaub ist das wahrlich nicht. Und so ist Orths Reisebericht, den er in flottem Schreibstil verfasst, auch mit reichlich Humor und (Selbst-)Ironie gewürzt. Mit viel Empathie schildert er seine Gastgeber und ihre Eigenheiten. Es sind „normale“ wie auch recht skurrile Typen darunter; die meisten sind neugierig auf andere Länder und offen für neue Erkenntnisse. Doch es gibt auch Menschen wie Igor, der sich seine Meinung über die Welt vom Wohnzimmer aus „ergoogelt“ und auf die Berichterstattung der Medien verlässt -  solche kann man in jedem Land der Erde finden. Vielleicht wäre es nicht die schlechteste Idee, wenn sich mehr Menschen auf der ganzen Welt aufmachten, um andere Nationen tatsächlich aus „erster Hand“ kennenzulernen und so Vorurteile abzubauen.

    Eine informative, launig geschriebene Reiselektüre!

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    MilaWs avatar
    MilaWvor 6 Monaten
    Wahrheit Nummer 21: Man sollte mehr reisen, statt am Computer zu sitzen

    In den letzten Jahren gab es selten so viel Streit um angeblich ungenaue Medienberichterstattung, wie im Fall von Russland. Stephan Orth, der schon ein ähnliches Buch über eine Reise in den Iran geschrieben hat, fährt los, um sich selbst ein Bild zu machen.

    Zehn Wochen lang fährt (und fliegt) er unter anderem nach Moskau, Wolgograd, Grosny, auf die Krim, nach St. Petersburg, nach Jekaterinburg, Irkutsk und Wladiwostok. Er trifft passionierte Reisende, Putinkritiker und -befürworter, eine verrückte Autofahrerin, Träumer, Säufer, harte Kerle mit weichem Kern, die selbsternannte Wiedergeburt Jesu und viele mehr...

     

    Die schiere Größe Russlands und die teilweise schlechten Reisemöglichkeiten, machen eine Auswahl der Reiseziele nötig. Auch trifft man als Couchsurfer nur eine bestimmte Schicht von Menschen. Es sind also sehr individuelle Erfahrungen, die Orth präsentiert. Manche Orte werden ausführlich besprochen, andere werden nur kurz und anekdotenhaft erwähnt. Ab und an werden auch historisch/politische Informationen eingestreut.

    Orth plädiert für mehr Verständnis, Offenheit und dafür, die Angst mal beiseite zu schieben und sich auf den anderen einzulassen. Ein sehr löbliches Unterfangen. Oft kommentiert er seine Erlebnisse mit angenehmer Selbstironie. Als Journalist beschäftigen ihn vor allem Fragen zu Propaganda, Fake-News und dem deutsch-russischen Verhältnis. Sein Versuch, möglichst offen zu sein, hat mir gut gefallen, auch wenn seine Meinung durchscheint, was ich aber bei einem so individuellen Reisebericht nicht als störend empfinde. Seine Grundhaltung ist kritisch, aber freundlich und er erzählt auch von negativen Ereignissen, ohne die Vielzahl der freundlichen Menschen zu verschweigen, die ihn herzlich empfangen.

    Abgerundet wird das Ganze durch viele Fotos und die obligatorische Landkarte. Empfehlenswert, um die Reiselust für ein, nach westlichen Maßstäben, eher sperriges Reiseziel zu wecken. Auch das Hörbuch macht Spaß, man hat dankenswerterweise einen Sprecher gewählt, der die russischen Begriffe authentisch aussprechen kann. Dann muss man natürlich auf die Fotos verzichten, aber gerade als Reisebegleiter natürlich praktisch.

    Kommentare: 1
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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor einem Jahr
    >Besuche die Sowjetunion, bevor sie dich besucht.<

    ‚Ebenfalls ein harter Brocken: Russland. Im Spätsommer 2016 fühlt sich eine Reise dorthin an wie ein Besuch im Feindesland. Als lebten wir wieder in Zeiten, in denen das Sprichwort kursierte: >Besuche die Sowjetunion, bevor sie dich besucht.<.‘

    Stephan Orth will sich auf Suche nach der Wahrheit über Russland machen, kündigt seinen Job bei Spiegel Online und reist zehn Wochen lang durch das Land.

    Orths Reise führt ihn u.a. nach Moskau, in den Nordkaukasus, nach Südrussland, auf die Krim, nach Sankt Petersburg, Jekaterinburg, Nowosibirsk, in die Republik Altai, nach Jakutsk und Wladiwostok.

    Ich kenne bereits ‚Couchsurfing im Iran‘ von Orth, und obwohl mir sein Reisebericht über den Iran ausgesprochen gut gefallen hat, finde ich ‚Couchsurfing in Russland‘ sogar noch besser.

    Orth erzählt mit viel Humor von seiner Reise und von Begegnungen mit unglaublich skurrilen Menschen auf seinem Couchsurfing-Trip. Dabei beschreibt er die besuchten Orte und die unterwegs getroffenen Personen so detailliert, dass man sich fast mit ihm auf der Reise wähnt. Aufgrund der Tatsache, dass Orth Couchsurfing nutzt, d.h. bei Privatpersonen unterkommt, hat er Zugang zum echten Russland, hat am Alltag der Menschen teil, erfährt, was sie wirklich bewegt und beschäftigt.

    Orth reist quer durch Russland, lernt so unterschiedliche Facetten des Landes kennen und offeriert dem Leser so ein breites Spektrum an Themen: Kaukasus und Tschetschenienkriege, Putin und Krimkrise, Jelzin und Europa, Stalin und Zweiter Weltkrieg, Propaganda und Religion, Geschichte und Politik, Mentalität und Eigenheiten.

    Besonders begeistern konnte mich Orths kreativer und kluger Umgang mit Sprache sowie sein phantastischer Humor. Seine Art und Weise, wie er Situationen beschreibt und Menschen charakterisiert, wie er Dinge beobachtet und dann in Worte fasst, hat mich oft zum Lachen gebracht und mich durchweg perfekt unterhalten.

    Ich wünsche mir sehr, dass sich Orth bald wieder auf eine Reise begibt und den Leser an neuen Abenteuern teilhaben lässt.

    ‚Blin bedeutet >Pfannkuchen<, ist aber auch ein universal einsetzbarer und irgendwie niedlicher Fluch. Ich glaube, wenn mehr Leute auf der Welt wüssten, dass Russen >Pfannkuchen!< rufen, wenn ihnen etwas gegen den Strich geht, würden sie dieses Land geopolitisch nur noch als halb so bedrohlich empfinden.‘

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    lesefreude_books avatar
    lesefreude_bookvor einem Jahr
    Von Couch zu Couch durch Russland

    In 10 Wochen legt Stephan Orth über 21.000 km in Russland zurück. Von Moskau bis Wladiwostok surft er von einer Couch zur nächsten. Stephan Orth ist auf der Suche nach dem wahren Russland.

    “Couchsurfing in Russland – Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde“ macht Lust sich sofort in den Flieger zu setzen und sich ein eigenes Bild von diesem riesigen Land zu machen. Die Informationslage bezüglich Russland ist oftmals sehr verwirrend. Lediglich Bruchstücke gelangen bis zu uns nach Mitteleuropa. Doch wie das Leben in Russland wirklich ist, erschließt sich daraus nicht.

    Besonders gut hat mir Stephans Reise nach Grosny, der Hauptstadt von Tschetschenien, gefallen. Seit 2009 ist der Krieg in Tschetschenien bereits vorbei. Die Spuren davon sind noch allgegenwärtig. Informationen über Tschetschenien sind in Medien spärlich gesät und meist negativ behaftet. Dabei gibt es dort viel Schönes zu sehen und der Tourismus ist den meisten Menschen willkommen.

    Schnell stellt Stephan Orth fest, dass Russland viel mehr als wodkatrinkende Waffennarren zu bieten hat. So trifft er auf eine Weltuntergangs Sekte die gänzlich abgeschieden lebt und Verbindungen zu der “Welt“ auf ein Minimum reduziert. Er berichtet von grünen Männchen auf der Krimi und trifft die schönste Frau des Landes.

    “Couchsurfing in Russland“ besticht durch einen informativen und gleichzeitig unterhaltsamen Schreibstil. Der Leser erhält intensive Einblicke abseits der alltäglichen Propaganda in das größte Land der Erde.  Eine Landkarte zu Beginn jedes Kapitels ist hilfreich, um den Überblick nicht zu verlieren.

    Neben Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten und des Landes an sich, legt Stephan Orth wert darauf ein Bild seiner Gastgeber zu zeichnen. Dabei hatte er das Glück nur zu netten, wenn auch teilweise etwas skurrilen, Menschen zu kommen. Dies kann eine sehr gründliche Auswahl seiner Couchsurfing-Partner bedeuten, oder aber dass die Russen viel viel netter sind als in unserer klischeehaften Vorstellung.

    “Couchsurfing in Russland“ zeichnet ein Bild, das sehr authentisch wirkt. Ich hatte sofort Lust den nächsten Flieger nach Moskau, Sankt Petersburg oder Grosny zu nehmen. Denn wie Stefan Ort richtig bemerkt, können Vorurteile und Klischees am besten vor Ort überprüft und richtig gestellt werden. “Couchsurfing in Russland“ macht Lust darauf dieses riesige Land auf eigene Faust zu erkunden.

    Der Piper Verlag und NetGalley haben mir das ebook zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! 

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    seschatvor einem Jahr
    Diese Lektüre kann man nur empfehlen

    Stephan Orth ist ein Abenteurer, ja, Weltenbummler, der es liebt, als gefährlich eingestufte Länder zu bereisen. 
    Dabei liegt sein Fokus auf den Menschen und nicht auf den großen Sehenswürdigkeiten. Denn um ein Land richtig zu kennen, sollte man sich seine Bewohner anschauen. Gesagt, getan. So reist der Reisereporter und Buchautor Orth im Spätsommer 2016 nach Russland. Keine einfache Mission, denkt man nur an den anhaltenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Aber Orth ist zuversichtlich und hat sich ein ganz besonders Ziel gesetzt. Er will in 10 Wochen das größte Land Asiens einmal von West nach Ost zu bereisen und dabei Stätten mit "Anti-Ästhetik" aufzusuchen, die jenseits der bekannten Touristenpfade liegen. Hierfür nächtigt der unkomplizierte Zeitgenosse bei insgesamt 24 fremden Gastgebern auf der Couch. Denn Couchsurfing ist seine Passion und der eindeutig beste Weg, um die russische Seele aufzuspüren. Ob Moskau, Wladiwostok, Grosny, Simferopol oder St. Petersburg, für Orths Entdeckergeist gibt es keine Grenzen. Dabei stört es nicht, dass er spontan vom Auto aufs Pferd oder ins Flugzeug wechseln muss. Die Menschen, die er auf seiner Entdeckungsreise kennenlernt, sind allesamt interessante, z. T. recht spleenige Typen mit spannenden Lebensläufen und Ansichten. Fakt ist - hier kann der Russlandlaie noch einiges dazulernen. Auch Präsident Wladimir Putin und dessen Macht bzw. Einfluss wird allseitig betrachtet. Das Schöne hierbei ist, dass Orth nicht in Schubladendenken verfällt, sondern den subjektiven Einschätzungen der Einheimischen Raum gibt und auch einmal die tendenziöse Berichterstattung der öffentlichen-rechtlichen Fernsehanstalten über Russland hinterfragt. Der dabei verwendete informative wie unterhaltsame Erzählstil, der sehr leichtfüßig daherkommt, macht Laune und befeuert die Lektüre. 
    Mich haben besonders die Beschreibungen der mondänen U-Bahn-Stationen, Blumenautomaten im Moskauer Flughafen sowie der Wissarion-Jünger in Sibirien überrascht.

    FAZIT
    Ein spannender Reisebericht über Russland und seine Menschen. Hier kann der Leser einiges dazulernen und sich weiterbilden. Absolute Leseempfehlung! Cпаcибо, Stephan Orth. 

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    LillySjs avatar
    LillySjvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Für jeden, der Russland besser verstehen will.
    Für jeden, der Russland verstehen will

    Inhalt:
    "10 Wochen
    24 Gastgeber
    Gesamt: 21.583 km
    Flugzeug: 11.416 km
    Bus + Auto: 6.229 km
    Zug: 3.898 km
    Pferd: 40 km"

    Stephan Orth ist Journalist und reist seit 2004 als Couchsurfer durch die Welt.
    Auf couchsurfing.com kann man Menschen in aller Welt für ein paar Tage sein Sofa als Unterkunft anbieten. So lernt man wirklich die Menschen und die Kultur des jeweiligen Landes kennen.

    "Über kein Land der Erde ist die Informationslage derzeit verwirrender. Für mich heißt das: Es gibt kein Reiseziel, dessen Besuch gerade jetzt dringlicher erscheint."

    Er macht sich auf, von Moskau runter nach Tschetschenien im Kaukasus, weiter nach Wolograd, dem früherem Stalingrad. Er fliegt auf die Krim, nach St. Petersburg und von da weiter nach Jekaterinburg im Ural. Die Stadt Jelzins liegt mehr als 1400 km östlich von Moskau. Geographisch gesehen endet Europa 40 km vor Jekaterinburg.
    Es geht mit Auto und Bahn weiter Richtung Osten. In Scharowsk lebt der wiedergeborene Jesus. Das behauptet jedenfalls der Sektenführer der Sonnenstadt.

    "In Tibet umrunden Pilger 108-mal den Kailash, in Japan läuft man auf der Insel Shikoku zu 88 Tempeln, In Europa stapft man mit der Jakobsmuschel am Rucksack nach Santiago de Comostela.
    In Sibirien nehme ich den Zug 097C bis Krasnojarsk (neun Stunden, 42 Minuten), anschließend Bus 210 nach Tscheremschanka (zwei Stunden). Von dort sind es noch zwanzig Kilometer mit dem Auto nach Scharowsk, wo mein nächster Gastgeber wohnt. Von ihm aus will ich die fehlenden neunzehn Kilometer zur "Sonnenstadt" zu Fuß zurücklegen. Hat ja niemand behauptet, der Weg der Erleuchtung sei einfach."

    Vorbei am Balkansee, hoch nach Jakutsk, wo Putin jedem 1 Hektar Land schenkt, wenn er es nachweißlich bewirtschaftet.
    In Mirny, wo Diamanten gefördert werden, gibt es einen gigantischen Krater, den die Einheimischen selbst den Spitznamen "Das Arschloch der Welt" gegeben haben.
    Seine Reise endet in Wladiwostok, Nahe China und Nordkorea.

    Meine Meinung:
    Wie auch schon mit seinem ersten Buch "Couchsurfing im Iran" erzählt Stephan Orth kurzweilig von Land und Leuten. Er nimmt uns mit in ein Land, das wir nicht verstehen und wo wir auch unsere eigenen Presse nicht mehr trauen können, dass sie auch objektiv schreibt.
    Er fragt nach, warum 56 % der Russen den Untergang der UdSSR bedauern und warum Putin so beliebt ist. Er lässt sich erzählen, warum die Krimtataren im Referendum für Russland gestimmt haben und will wissen, was für Vor- und Nachteile es nun hat.

    "Viele Russen verstehen nicht, warum die Krim-Übernahme international für so viel Aufregung sorgte. Schließlich habe es doch ein Referendum gegeben, bei dem die Mehrheit für einen Anschluss an Russland war. Tatsächlich kamen in deutschen Medienberichten manche Details zu kurz, zum Beispiel die Ängste, die nach der Absetzung des ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch im Februar 2014 aufkamen. Als die Majadan-Protestierenden ihren Erfolg feierten, befürchteten viele, dass dies der Anfang einer extrem antirussischen Politik sei."

    Ein Russe ist nicht gleich ein Russe, erfahre ich. Da gibt es die slawisch-aussehenden Russen, die Tschechenen, die unter Moskau echt gelitten haben und jene, die weit im Osten leben. Da hat man es mancherorts nicht so gerne, wenn eine russische Frau zu sehr asiatisch aussieht.
    Natürlich ist nichts schwarz oder weiß, schon gar nicht in dem riesigen Russland.
    Vorurteile gibt es hier wie dort. Aber Stephan Orth schafft es, mich über meinen Tellerrand hinaus blicken zu lassen und so manches verstehe ich nun besser. Auch werde ich wieder erinnert, dass man die Geschichte eines Landes nicht vergessen darf, um das Land verstehen zu können.

    Ein Zitat noch, was ich ganz witzig fand und welches deutlich macht, wie unterschiedlich die Denkweisen sind.
    Ein Gastgeber erzählt: "Aber eine Sache war lustig: Die Eltern der Deutschen hatten panische Angst, als sie ihnen mitteilte, dass sie nach Russland reisen will. Die Leute haben echt komische Vorstellungen, weil sie Russland nur aus dem Fernsehen kennen."
    "Manche Russen haben auch komische Vorstellungen von Europa, weil sie es nur aus dem Fernsehen kennen", sage ich.
    "Mal ehrlich, wenn du die Wahl hättest, von wem sollte Europa lieber erobert werden, von Russland oder von den radikalen Muslimen?"
    "Ich würde es vorziehen, überhaupt nicht erobert zu werden."
    "In Russland leben ganz verschiedene Menschen und Kulturen zusammen, man respektiert sich. Es gibt keinen Grund, vor solch einem Land Angst zu haben."
    "Wie weit sind denn die Europ-Eroberungspläne?"
    "Ach Quatsch, war doch nur so ein Gedanke."

    Ein sehr interessantes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der Russland besser verstehen will.

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    Antika18s avatar
    Antika18vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein hoch interessanter " Reisebericht " ....humorvoll und ehrlich geschrieben
    Couchsurfing in Russland

    Klappentext:

    Was ist Propaganda, was ist echt? Über keinen Teil der Erde ist die Informationslage verwirrender als über Russland. Da hilft nur: hinfahren und sich sein eigenes Bild machen. Zehn Wochen lang sucht Bestsellerautor Stephan Orth zwischen Moskau und Wladiwostok nach kleinen und großen Wahrheiten. Und entdeckt auf seiner Reise von Couch zu Couch ein Land, in dem sich hinter einer schroffen Fassade unendliche Herzlichkeit verbirgt.


    Meine Meinung:

    Während seiner 10-wöchigen Reise durch Russland hat der Autor viele unterschiedliche Eindrücke erlebt und in diesem Buch veröffentlicht.
    Humorvoll und leicht verständlich bringt er den Leser näher an die russische Landschaft sowie deren Kultur und vor allem den Menschen heran.
    Untermauert werden seine Berichte von individuellen Fotos und Bildern, die er während seiner Reise gemacht.
    Ebenso gibt es aufschlussreiche Russland-Karte, in der die Reiseroute sowie Aufenthaltssstationen eingezeichnet sind.
     

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    Curinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wunderbares Buch, welches ein großes und gastfreundliches Land auf eine besondere Weise zeigt
    Russland hautnah

    Zehn Wochen lang ist Stephan Orth durch ganz Russland gereist und hat, statt in Hotels und Pensionen, bei verschiedenen Menschen zu Hause übernachtet. Dabei hat er nicht nur viele spannende und außergewöhnliche Orte besucht, sondern auch aufschlussreiche Gespräche mit der Bevölkerung geführt und so ein vielfältiges Bild von einem besonderen Land bekommen. 
    Stephan Orth hat hier einen sehr spannenden Reisebericht geschrieben, indem er seinen Lesern ein Land näher bringt, über das man häufig nur wenig weiß und es dementsprechend auch nur schwer einschätzen kann. Mir hat besonders gefallen, dass der Autor neben den tollen Landschaften und Sehenswürdigkeiten den Fokus seiner Beschreibungen auch auf die Menschen legt, die ihm einen Schlafplatz zur Verfügung gestellt haben.
    Man bekommt so einen Einblick in das Leben der Leute in den verschiedenen Förderationskreisen und vor allem in ihre politischen Ansichten. Besonders interessant fand ich dabei, dass die Bewohner der Krim durchaus geteilter Meinung zu Annexion und zu Putin sind.
    Gut fand ich auch, dass man zwischen den Texten immer wieder kleine Kästchen findet, in denen russische Begriffe und Besonderheiten erklärt werden. So erfährt man zum Beispiel, warum es in russischen Städten Blumenläden gibt, die rund um die Uhr geöffnet sind und was es mit dem altrussischen Buch namens ,,Domostroj" auf sich hat.
    Wenn man den Reisebericht liest, merkt man natürlich schon, dass Stephan Orth Journalist ist und so aus diesem Blickwinkel die Gespräche führt. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass bei ihm eine gewisse Scheu vorhanden war, gerade bei schwierigen Themen auch kritische Fragen zu stellen. Ansonsten lässt er allerdings auch negative Erlebnisse nicht aus, welche es durchaus auch gab.
    Generell gelingt es ihm aber, seinen Lesern ein wunderschönes und auch gastfreundliches Land näher zu bringen, welches nicht immer den gängigen Klischees entspricht. Ich persönlich war beim lesen immer wieder erstaunt, wie viele freundliche Menschen er trifft, die ihn ganz selbstverständlich an ihrem Alltag teilhaben lassen und oft mehr wie einen Freund der Familie, als wie einen fremden Übernachtungsgast behandeln.
    Insgesamt habe ich ,,Couchsurfing in Russland" sehr gerne gelesen und musste dabei oft staunen, lachen und habe mich bestens unterhalten gefühlt. Man erhält hier ein wunderbares hochaktuelles Buch, welches ich gerne hier weiterempfehle.

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    buecherkompasss avatar
    buecherkompassvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Stephan Orth macht sich auf die Reise, um zu verstehen und öffnet uns mit seinem Buch ein Stück weit die Augen.
    COUCHSURFING IN RUSSLAND. STEPHAN ORTH.

    ZUM AUTOR

    Stephan Orth, Jahrgang 1979, studierte Anglistik, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Journalismus. Von 2008 bis 2016 arbeitete er als Redakteur im Reiseressort von SPIEGEL ONLINE, bevor er sich als Autor selbstständig machte. Für seine Reportagen wurde Orth mehrfach mit dem Columbus-Preis ausgezeichnet. Er ist Autor des Nr.1-Bestsellers »Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt«. Bei Malik erschienen seine Bücher »Opas Eisberg« und »Couchsurfing im Iran: Meine Reise hinter verschlossene Türen«, das Platz 4 der SPIEGEL-Bestsellerliste erreichte und dort mehr als 70 Wochen lang vertreten war. Seit März 2017 ist der Nachfolger »Couchsurfing in Russland« erhältlich.

    Quelle: Piper

    INHALT

    Zehn Wochen lang reist Stephan Orth durch Russland, übernachtet in unzähligen Betten und macht Bekanntschaft mit den Bewohnern des größten Landes der Erde. Munter reist der Couchsurfer von Moskau bis St Petersburg, von Yekaterinburg bis Nowosibirsk und ist dabei (beinahe) nicht aufzuhalten.

    Während seiner Reise trifft er auf Putin-Versteher und Gläubige, auf Wissenschaftler und Musiker, auf die schönste Frau des Landes und auf Verschwörungstheoretiker. Nicht selten eint sie nur ihr Herkunftsland.

    MEINUNG

    Bereits Couchsurfing im Iran habe ich mit Begeisterung verschlungen und so waren meine Erwartungen an den Folgeband entsprechend hoch, doch tatsächlich hat Couchsurfing in Russland es geschafft, seinen Vorgängerband zu übertrumpfen.

    Gewohnt ehrlich und frei von Vorurteil schildert Stephan Orth seine zehnwöchige Couchsurfing-Odysee durch das größte Land der Erde. Dabei macht er dem Leser Land und Leute so schmackhaft wie es eben nur geht. Gekonnt setzt der ehemalige Spiegel-Redakteur die skurrilsten Persönlichkeiten durch seine Schilderungen in Szene, ohne dabei wertend zu werden. Dank zahlreicher Konversationen zwischen Orth und seinen Gastgebern lernt man auch als Leser Menschen kennen, denen man so (vermutlich) nie begegnet wäre. Und es zeigt sich: Wer offen auf andere zugeht, wird (zumeist) auch mit offenen Armen empfangen.


    Russland ist ebenso vielfältig wie weit, das wird beim Lesen nur allzu deutlich. Vom Fastenbrechen im Nordkaukasus, über die Zeitcafés in Sankt Petersburg, bis hin zum Besuch einer Endzeit-Sekte in Sibirien, Stephan Orth kennt kein Halten.

    Und wieder einmal zeigt sich, dass nicht alle Bewohner eines Landes über einen Kamm zu scheren sind. Ein jeder hier hat einen eigenen Glauben, eigene Sorgen und Probleme und vor allem ganz eigenen Träume.

    Wie viel (positives) könnten wir in unserer Welt erschaffen, indem wir uns alle selbst ein Bild machten von anderen Ländern und Kulturen, ohne übereilt zu urteilen. Stephan Orth macht sich auf die Reise, um zu verstehen und öffnet uns mit seinem Buch ein Stück weit die Augen.

    Eine absolute Buchempfehlung also von mir.

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