Stephan Orth Couchsurfing in Russland

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Inhaltsangabe zu „Couchsurfing in Russland“ von Stephan Orth

Das erste Russland-Buch ohne Bären und Balalaikas!
Was ist Propaganda, was ist echt? Über keinen Teil der Erde ist die Informationslage verwirrender als über Russland. Da hilft nur: hinfahren und sich sein eigenes Bild machen. Zehn Wochen lang sucht Bestsellerautor Stephan Orth zwischen Moskau und Wladiwostok nach kleinen und großen Wahrheiten. Und entdeckt auf seiner Reise von Couch zu Couch ein Land, in dem sich hinter einer schroffen Fassade unendliche Herzlichkeit verbirgt.
»Stephan Orth versteht es hervorragend, Land und Leute für den Leser lebendig werden zu lassen.« Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Eine Diamantenmine in Jakutien, eine Datscha mitten in der Großstadt, das Dorf einer Weltuntergangssekte in Sibirien: Es sind Orte wie diese, an denen Stephan Orth nach dem wahren Russland sucht. Zwischen Moskau und Grosny, zwischen Sankt Petersburg und Wladiwostok lebt er zu Hause bei Einheimischen, diskutiert mit ihnen über Politik, Propaganda und Pelmeni und lässt sich von ihnen ihre Welt zeigen. Dabei trifft er nicht nur Putin-Versteher, Wodkatrinker und Waffennarren, sondern auch herzliche Musiker, einen intellektuellen Pedanten und die schönste Frau des Landes. Er erfährt, was Pfannkuchen mit dem Gefühlsleben der Russen zu tun haben, wie grüne Männchen auf der Krim landeten – und entdeckt sogar das Geheimversteck der sagenumwobenen russischen Seele. Von Gastgeber zu Gastgeber ergibt sich ein persönliches Bild dieses riesigen Landes, das derzeit ein zweifelhaftes Comeback auf der weltpolitischen Bühne feiert. Und gleichzeitig auf der Suche nach sich selbst ist.

Für jeden, der Russland besser verstehen will.

— LillySj

Ein hoch interessanter " Reisebericht " ....humorvoll und ehrlich geschrieben

— Antika18

Ein wunderbares Buch, welches ein großes und gastfreundliches Land auf eine besondere Weise zeigt

— Curin

Stephan Orth macht sich auf die Reise, um zu verstehen und öffnet uns mit seinem Buch ein Stück weit die Augen.

— buecherkompass

Ein faszinierender Einblick in ein riesiges und vielfältiges Land. Erzählt mit Witz, Humor und trotzdem einer wichtigen Ernsthaftigkeit.

— TanjaMaFi

Mit viel Humor geschrieben und sehr interessant. Lässt sich super lesen!

— an_drea91

Ein Meisterwerk, das einem Augen und Herz öffnet

— Tasmetu

Erneut gelingt Orth ein wunderbarer und nachdenklicher Einblick in die Leben ganz normaler Menschen in einem riesigen Land.

— Red_Dandelion

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  • >Besuche die Sowjetunion, bevor sie dich besucht.<

    Couchsurfing in Russland

    sabatayn76

    30. October 2017 um 22:18

    ‚Ebenfalls ein harter Brocken: Russland. Im Spätsommer 2016 fühlt sich eine Reise dorthin an wie ein Besuch im Feindesland. Als lebten wir wieder in Zeiten, in denen das Sprichwort kursierte: >Besuche die Sowjetunion, bevor sie dich besucht.<.‘Stephan Orth will sich auf Suche nach der Wahrheit über Russland machen, kündigt seinen Job bei Spiegel Online und reist zehn Wochen lang durch das Land. Orths Reise führt ihn u.a. nach Moskau, in den Nordkaukasus, nach Südrussland, auf die Krim, nach Sankt Petersburg, Jekaterinburg, Nowosibirsk, in die Republik Altai, nach Jakutsk und Wladiwostok. Ich kenne bereits ‚Couchsurfing im Iran‘ von Orth, und obwohl mir sein Reisebericht über den Iran ausgesprochen gut gefallen hat, finde ich ‚Couchsurfing in Russland‘ sogar noch besser. Orth erzählt mit viel Humor von seiner Reise und von Begegnungen mit unglaublich skurrilen Menschen auf seinem Couchsurfing-Trip. Dabei beschreibt er die besuchten Orte und die unterwegs getroffenen Personen so detailliert, dass man sich fast mit ihm auf der Reise wähnt. Aufgrund der Tatsache, dass Orth Couchsurfing nutzt, d.h. bei Privatpersonen unterkommt, hat er Zugang zum echten Russland, hat am Alltag der Menschen teil, erfährt, was sie wirklich bewegt und beschäftigt. Orth reist quer durch Russland, lernt so unterschiedliche Facetten des Landes kennen und offeriert dem Leser so ein breites Spektrum an Themen: Kaukasus und Tschetschenienkriege, Putin und Krimkrise, Jelzin und Europa, Stalin und Zweiter Weltkrieg, Propaganda und Religion, Geschichte und Politik, Mentalität und Eigenheiten. Besonders begeistern konnte mich Orths kreativer und kluger Umgang mit Sprache sowie sein phantastischer Humor. Seine Art und Weise, wie er Situationen beschreibt und Menschen charakterisiert, wie er Dinge beobachtet und dann in Worte fasst, hat mich oft zum Lachen gebracht und mich durchweg perfekt unterhalten. Ich wünsche mir sehr, dass sich Orth bald wieder auf eine Reise begibt und den Leser an neuen Abenteuern teilhaben lässt. ‚Blin bedeutet >Pfannkuchen<, ist aber auch ein universal einsetzbarer und irgendwie niedlicher Fluch. Ich glaube, wenn mehr Leute auf der Welt wüssten, dass Russen >Pfannkuchen!< rufen, wenn ihnen etwas gegen den Strich geht, würden sie dieses Land geopolitisch nur noch als halb so bedrohlich empfinden.‘

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  • Von Couch zu Couch durch Russland

    Couchsurfing in Russland

    lesefreude_book

    17. August 2017 um 20:20

    In 10 Wochen legt Stephan Orth über 21.000 km in Russland zurück. Von Moskau bis Wladiwostok surft er von einer Couch zur nächsten. Stephan Orth ist auf der Suche nach dem wahren Russland. “Couchsurfing in Russland – Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde“ macht Lust sich sofort in den Flieger zu setzen und sich ein eigenes Bild von diesem riesigen Land zu machen. Die Informationslage bezüglich Russland ist oftmals sehr verwirrend. Lediglich Bruchstücke gelangen bis zu uns nach Mitteleuropa. Doch wie das Leben in Russland wirklich ist, erschließt sich daraus nicht. Besonders gut hat mir Stephans Reise nach Grosny, der Hauptstadt von Tschetschenien, gefallen. Seit 2009 ist der Krieg in Tschetschenien bereits vorbei. Die Spuren davon sind noch allgegenwärtig. Informationen über Tschetschenien sind in Medien spärlich gesät und meist negativ behaftet. Dabei gibt es dort viel Schönes zu sehen und der Tourismus ist den meisten Menschen willkommen. Schnell stellt Stephan Orth fest, dass Russland viel mehr als wodkatrinkende Waffennarren zu bieten hat. So trifft er auf eine Weltuntergangs Sekte die gänzlich abgeschieden lebt und Verbindungen zu der “Welt“ auf ein Minimum reduziert. Er berichtet von grünen Männchen auf der Krimi und trifft die schönste Frau des Landes. “Couchsurfing in Russland“ besticht durch einen informativen und gleichzeitig unterhaltsamen Schreibstil. Der Leser erhält intensive Einblicke abseits der alltäglichen Propaganda in das größte Land der Erde.  Eine Landkarte zu Beginn jedes Kapitels ist hilfreich, um den Überblick nicht zu verlieren. Neben Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten und des Landes an sich, legt Stephan Orth wert darauf ein Bild seiner Gastgeber zu zeichnen. Dabei hatte er das Glück nur zu netten, wenn auch teilweise etwas skurrilen, Menschen zu kommen. Dies kann eine sehr gründliche Auswahl seiner Couchsurfing-Partner bedeuten, oder aber dass die Russen viel viel netter sind als in unserer klischeehaften Vorstellung. “Couchsurfing in Russland“ zeichnet ein Bild, das sehr authentisch wirkt. Ich hatte sofort Lust den nächsten Flieger nach Moskau, Sankt Petersburg oder Grosny zu nehmen. Denn wie Stefan Ort richtig bemerkt, können Vorurteile und Klischees am besten vor Ort überprüft und richtig gestellt werden. “Couchsurfing in Russland“ macht Lust darauf dieses riesige Land auf eigene Faust zu erkunden. Der Piper Verlag und NetGalley haben mir das ebook zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! 

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  • Diese Lektüre kann man nur empfehlen

    Couchsurfing in Russland

    seschat

    10. August 2017 um 08:00

    Stephan Orth ist ein Abenteurer, ja, Weltenbummler, der es liebt, als gefährlich eingestufte Länder zu bereisen. Dabei liegt sein Fokus auf den Menschen und nicht auf den großen Sehenswürdigkeiten. Denn um ein Land richtig zu kennen, sollte man sich seine Bewohner anschauen. Gesagt, getan. So reist der Reisereporter und Buchautor Orth im Spätsommer 2016 nach Russland. Keine einfache Mission, denkt man nur an den anhaltenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Aber Orth ist zuversichtlich und hat sich ein ganz besonders Ziel gesetzt. Er will in 10 Wochen das größte Land Asiens einmal von West nach Ost zu bereisen und dabei Stätten mit "Anti-Ästhetik" aufzusuchen, die jenseits der bekannten Touristenpfade liegen. Hierfür nächtigt der unkomplizierte Zeitgenosse bei insgesamt 24 fremden Gastgebern auf der Couch. Denn Couchsurfing ist seine Passion und der eindeutig beste Weg, um die russische Seele aufzuspüren. Ob Moskau, Wladiwostok, Grosny, Simferopol oder St. Petersburg, für Orths Entdeckergeist gibt es keine Grenzen. Dabei stört es nicht, dass er spontan vom Auto aufs Pferd oder ins Flugzeug wechseln muss. Die Menschen, die er auf seiner Entdeckungsreise kennenlernt, sind allesamt interessante, z. T. recht spleenige Typen mit spannenden Lebensläufen und Ansichten. Fakt ist - hier kann der Russlandlaie noch einiges dazulernen. Auch Präsident Wladimir Putin und dessen Macht bzw. Einfluss wird allseitig betrachtet. Das Schöne hierbei ist, dass Orth nicht in Schubladendenken verfällt, sondern den subjektiven Einschätzungen der Einheimischen Raum gibt und auch einmal die tendenziöse Berichterstattung der öffentlichen-rechtlichen Fernsehanstalten über Russland hinterfragt. Der dabei verwendete informative wie unterhaltsame Erzählstil, der sehr leichtfüßig daherkommt, macht Laune und befeuert die Lektüre. Mich haben besonders die Beschreibungen der mondänen U-Bahn-Stationen, Blumenautomaten im Moskauer Flughafen sowie der Wissarion-Jünger in Sibirien überrascht.FAZITEin spannender Reisebericht über Russland und seine Menschen. Hier kann der Leser einiges dazulernen und sich weiterbilden. Absolute Leseempfehlung! Cпаcибо, Stephan Orth. 

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  • Couchsurfing in Russland

    Couchsurfing in Russland

    Antika18

    02. August 2017 um 11:19

    Klappentext: Was ist Propaganda, was ist echt? Über keinen Teil der Erde ist die Informationslage verwirrender als über Russland. Da hilft nur: hinfahren und sich sein eigenes Bild machen. Zehn Wochen lang sucht Bestsellerautor Stephan Orth zwischen Moskau und Wladiwostok nach kleinen und großen Wahrheiten. Und entdeckt auf seiner Reise von Couch zu Couch ein Land, in dem sich hinter einer schroffen Fassade unendliche Herzlichkeit verbirgt.Meine Meinung: Während seiner 10-wöchigen Reise durch Russland hat der Autor viele unterschiedliche Eindrücke erlebt und in diesem Buch veröffentlicht. Humorvoll und leicht verständlich bringt er den Leser näher an die russische Landschaft sowie deren Kultur und vor allem den Menschen heran. Untermauert werden seine Berichte von individuellen Fotos und Bildern, die er während seiner Reise gemacht. Ebenso gibt es aufschlussreiche Russland-Karte, in der die Reiseroute sowie Aufenthaltssstationen eingezeichnet sind.  

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  • Russland hautnah

    Couchsurfing in Russland

    Curin

    25. June 2017 um 13:21

    Zehn Wochen lang ist Stephan Orth durch ganz Russland gereist und hat, statt in Hotels und Pensionen, bei verschiedenen Menschen zu Hause übernachtet. Dabei hat er nicht nur viele spannende und außergewöhnliche Orte besucht, sondern auch aufschlussreiche Gespräche mit der Bevölkerung geführt und so ein vielfältiges Bild von einem besonderen Land bekommen. Stephan Orth hat hier einen sehr spannenden Reisebericht geschrieben, indem er seinen Lesern ein Land näher bringt, über das man häufig nur wenig weiß und es dementsprechend auch nur schwer einschätzen kann. Mir hat besonders gefallen, dass der Autor neben den tollen Landschaften und Sehenswürdigkeiten den Fokus seiner Beschreibungen auch auf die Menschen legt, die ihm einen Schlafplatz zur Verfügung gestellt haben.Man bekommt so einen Einblick in das Leben der Leute in den verschiedenen Förderationskreisen und vor allem in ihre politischen Ansichten. Besonders interessant fand ich dabei, dass die Bewohner der Krim durchaus geteilter Meinung zu Annexion und zu Putin sind.Gut fand ich auch, dass man zwischen den Texten immer wieder kleine Kästchen findet, in denen russische Begriffe und Besonderheiten erklärt werden. So erfährt man zum Beispiel, warum es in russischen Städten Blumenläden gibt, die rund um die Uhr geöffnet sind und was es mit dem altrussischen Buch namens ,,Domostroj" auf sich hat.Wenn man den Reisebericht liest, merkt man natürlich schon, dass Stephan Orth Journalist ist und so aus diesem Blickwinkel die Gespräche führt. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass bei ihm eine gewisse Scheu vorhanden war, gerade bei schwierigen Themen auch kritische Fragen zu stellen. Ansonsten lässt er allerdings auch negative Erlebnisse nicht aus, welche es durchaus auch gab.Generell gelingt es ihm aber, seinen Lesern ein wunderschönes und auch gastfreundliches Land näher zu bringen, welches nicht immer den gängigen Klischees entspricht. Ich persönlich war beim lesen immer wieder erstaunt, wie viele freundliche Menschen er trifft, die ihn ganz selbstverständlich an ihrem Alltag teilhaben lassen und oft mehr wie einen Freund der Familie, als wie einen fremden Übernachtungsgast behandeln.Insgesamt habe ich ,,Couchsurfing in Russland" sehr gerne gelesen und musste dabei oft staunen, lachen und habe mich bestens unterhalten gefühlt. Man erhält hier ein wunderbares hochaktuelles Buch, welches ich gerne hier weiterempfehle.

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  • COUCHSURFING IN RUSSLAND. STEPHAN ORTH.

    Couchsurfing in Russland

    buecherkompass

    04. June 2017 um 13:06

    ZUM AUTORStephan Orth, Jahrgang 1979, studierte Anglistik, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Journalismus. Von 2008 bis 2016 arbeitete er als Redakteur im Reiseressort von SPIEGEL ONLINE, bevor er sich als Autor selbstständig machte. Für seine Reportagen wurde Orth mehrfach mit dem Columbus-Preis ausgezeichnet. Er ist Autor des Nr.1-Bestsellers »Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt«. Bei Malik erschienen seine Bücher »Opas Eisberg« und »Couchsurfing im Iran: Meine Reise hinter verschlossene Türen«, das Platz 4 der SPIEGEL-Bestsellerliste erreichte und dort mehr als 70 Wochen lang vertreten war. Seit März 2017 ist der Nachfolger »Couchsurfing in Russland« erhältlich.Quelle: PiperINHALTZehn Wochen lang reist Stephan Orth durch Russland, übernachtet in unzähligen Betten und macht Bekanntschaft mit den Bewohnern des größten Landes der Erde. Munter reist der Couchsurfer von Moskau bis St Petersburg, von Yekaterinburg bis Nowosibirsk und ist dabei (beinahe) nicht aufzuhalten.Während seiner Reise trifft er auf Putin-Versteher und Gläubige, auf Wissenschaftler und Musiker, auf die schönste Frau des Landes und auf Verschwörungstheoretiker. Nicht selten eint sie nur ihr Herkunftsland.MEINUNGBereits Couchsurfing im Iran habe ich mit Begeisterung verschlungen und so waren meine Erwartungen an den Folgeband entsprechend hoch, doch tatsächlich hat Couchsurfing in Russland es geschafft, seinen Vorgängerband zu übertrumpfen.Gewohnt ehrlich und frei von Vorurteil schildert Stephan Orth seine zehnwöchige Couchsurfing-Odysee durch das größte Land der Erde. Dabei macht er dem Leser Land und Leute so schmackhaft wie es eben nur geht. Gekonnt setzt der ehemalige Spiegel-Redakteur die skurrilsten Persönlichkeiten durch seine Schilderungen in Szene, ohne dabei wertend zu werden. Dank zahlreicher Konversationen zwischen Orth und seinen Gastgebern lernt man auch als Leser Menschen kennen, denen man so (vermutlich) nie begegnet wäre. Und es zeigt sich: Wer offen auf andere zugeht, wird (zumeist) auch mit offenen Armen empfangen.Russland ist ebenso vielfältig wie weit, das wird beim Lesen nur allzu deutlich. Vom Fastenbrechen im Nordkaukasus, über die Zeitcafés in Sankt Petersburg, bis hin zum Besuch einer Endzeit-Sekte in Sibirien, Stephan Orth kennt kein Halten.Und wieder einmal zeigt sich, dass nicht alle Bewohner eines Landes über einen Kamm zu scheren sind. Ein jeder hier hat einen eigenen Glauben, eigene Sorgen und Probleme und vor allem ganz eigenen Träume.Wie viel (positives) könnten wir in unserer Welt erschaffen, indem wir uns alle selbst ein Bild machten von anderen Ländern und Kulturen, ohne übereilt zu urteilen. Stephan Orth macht sich auf die Reise, um zu verstehen und öffnet uns mit seinem Buch ein Stück weit die Augen.Eine absolute Buchempfehlung also von mir.

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  • Der etwas andere Reisebericht

    Couchsurfing in Russland

    himbeerbel

    29. April 2017 um 09:31

    Zehn Wochen lang reist Stephan Orth von Couch zu Couch, von Moskau bis Wladiwostok, besucht unter anderem eine Diamantenmine in Jakutien, eine Datscha mitten in der Großstadt und das Dorf einer Weltuntergangssekte in Sibirien. Dabei trifft er nicht nur Putin-Versteher, Wodkatrinker und Waffennarren, sondern auch herzliche Musiker, einen intellektuellen Pedanten und die schönste Frau des Landes. Er erfährt, wie grüne Männchen auf der Krim landeten und entdeckt sogar das Geheimversteck der sagenumwobenen russischen Seele.Neben farbigen Abbildungen ergänzen zahlreiche schwarz-weiß Fotos den Text. Jede Station hat im Buch ein eigenes Kapitel, das mit dem Ortsnamen in kyrillischer und lateinischer Schrift, der Einwohnerzahl, der Angabe des Föderationskreises und der eingezeichneten Lage auf der Russland-Karte eingeleitet wird. Besonders letzteres ist bei der Orientierung sehr hilfreich. Auf den Innenseiten der Klappenbroschur lässt sich die Reiseroute anhand der Karte in der Gesamtübersicht nachverfolgen – eine imposante Strecke, die der Autor zurückgelegt hat und von der er nachfolgend auf unterhaltsame informative Weise berichtet.Dabei entdeckt er für sich Wahrheiten, die es immer wieder zwischendurch kurz und knapp auf den Punkt bringen:„Wahrheit Nummer 6: Mit dem Satz ‚Das ist Russland‘ lassen sich viele Sachverhalte erklären, für die es ansonsten keine vernünftige Erklärung gibt.“ (S. 76)Stephan Orth findet Unterschiede, entdeckt Ungewöhnliches und Kurioses. Darüber schreibt er in humorvoller Weise, oft auch mit einem Augenzwinkern, zieht aber nichts ins Lächerliche. Er lebt zu Hause bei Einheimischen, diskutiert mit ihnen über Politik, Propaganda und Pelmeni und lässt sich von ihnen ihre Welt zeigen. Von Gastgeber zu Gastgeber ergibt sich ein persönliches Bild dieses riesigen Landes. Es werden immer auch brisante Themen angesprochen und teilweise in knapper Form auch kritisch hinsichtlich der Weltpolitik beleuchtet.Durchs Couchsurfing hat Stephan Orth die Gelegenheit mit dem ‚Mann von der Straße‘ zu sprechen und ihn in seinem unmittelbaren Umfeld zu erfahren. Hier wird zwar auch über Politik gesprochen, aber nicht politisch gehandelt. Das macht die Menschen sympathisch und ich hatte das Gefühl einen kleinen authentischen Einblick in das Land mit seinen liebenswerten Seiten und seinen Eigenheiten zu bekommen. Allerdings hätte ich an einigen Stellen gern mehr erfahren, manchmal bleibt mir der Autor zu oberflächlich.Interessant sind auch die im Buch verteilten Info-Kästen, in denen man allerlei Zusatzinformationen finden kann, wie beispielsweise, dass es ein Waschmittel mit dem Namen „Frau Schmidt“ gibt, das zwar in Russland hergestellt wird, aber den Kunden Qualität „Made in Germany“ vorgaukeln soll. Wen wundert’s, dass auch in Russland der Verbraucher verschaukelt wird. Reizend fand ich hingegen folgendes:„Blin bedeutet Pfannkuchen, ist aber auch ein universal einsetzbarer und irgendwie niedlicher Fluch. Ich glaube, wenn mehr Leute auf der Welt wüssten, dass Russen „Pfannkuchen!“ rufen, wenn ihnen etwas gegen den Strich geht, würden sie dieses Land geopolitisch nur noch als halb so bedrohlich empfinden.“ (S. 152)Mir hat das Lesen dieses Buches viel Freude bereitet und ich bin Stephan Orth gerne als Leser durch dieses große Land gefolgt. Ich konnte viel Neues erfahren und möchte das Buch jedem empfehlen, der daran interessiert ist einen vorsichtigen Blick hinter den eisernen Vorhang zu wagen. Abschließend möchte ich noch folgendes zitieren:„In verschiedener Intensität hat jeder Vorurteile über andere Länder, weil die Informationen, die wir zusätzlich zu unserem Grundwissen bekommen, meistens das Außergewöhnliche beschreiben und nicht das Alltägliche.“ (S. 246)Dem kann jedoch wie folgt abgeholfen werden... ;)„Wahrheit Nummer 21: Man sollte mehr reisen, statt am Computer zu sitzen.“ (S. 245)

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  • Buchtipp: "Couchsurfing in Russland" von Stephan Orth

    Couchsurfing in Russland

    an_drea91

    14. April 2017 um 14:27


  • Ein Meisterwerk, das einem Augen und Herz öffnet

    Couchsurfing in Russland

    Tasmetu

    11. April 2017 um 12:04

    Diese Rezension ist eine Kopie des Originals auf tasmetu.deEs ist ziemlich genau zwei Jahre her, dass ich „Couchsurfing im Iran“ gelesen und geliebt habe. Deshalb waren meine Erwartungen an Stephan Orths zweites Couchsurfing Buch besonders hoch. Und obwohl ich es nicht für möglich gehalten habe, hat er diese Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen.Russland. Ein riesiges Land, von dem wir ziemlich wenig wissen. Wir kennen DashCam Videos, Fotos vom ‚coolen‘ Putin, über die wir lachen, wir kennen die Sprache. Und sonst? Bei fast allen dürfte das Russland-Bild stark von den Medien geprägt sein. Viele schlechte Nachrichten, fast alles dreht sich um Politik. Das diese nicht immer richtig läuft (z.B. wenn es um LGBTQ+ Fragen geht), ist wohl nicht von der Hand zu weisen. Stephan Orth macht es sich jedoch mit seinen Couchsurfing Projekten immer zur Aufgabe, hinter die Fassade zu blicken. Er verleugnet dabei nicht die Probleme des Landes, seien sie nun politisch oder anderweitig, aber er rückt die Menschen in den Vordergrund. Und zeichnet so ein ganz neues, sehr buntes, nicht immer fehlerfreies, aber doch wundervolles Bild dieses Landes.Sein Schreibstil zeugt von seiner Erfahrung als Journalist und seinem puren Können, die perfekte Balance zwischen Humor, Sarkasmus, detaillierter Recherchearbeit und den ernsten Themen des Lebens zu schaffen. Er spart die schlechte Momente nicht aus, das Buch verliert aber nie seine Leichtigkeit. Man versinkt im Reiseflair dieser Seiten und lernt dabei trotzdem unglaublich viel dazu. Ich wusste zum Beispiel herzlich wenig über die verschiedenen Regionen und Religionen und Kulturen, die innerhalb Russlands vereint sind. Ich wusste nicht, dass in Russland die größte Buddhastatue Europas steht und auch nicht, dass viele Gebiete komplett eigenständige (aber trotzdem abhängige) ethnische Gruppen sind. Ich wusste nicht, dass in Russland oft nur Slawen als „Russen“ bezeichnet werden und ich wusste auch nicht, dass es dort eine Diamantenmiene gibt, deren Fotos mich bereits unruhig werden lassen. Ich wusste nicht, warum Russen so wenig lachen und auch nicht, wie viel Deutsche und Russen eigentlich gemeinsam haben. Im Endeffekt wusste ich sehr wenig, das wurde mir beim Lesen immer wieder bewusst. Orth schafft es aber, dass man sich dafür nicht schämt, sondern nur seine Wissenslücken füllen möchte. Denn Russland ist ein unglaublich spannendes und vielfältiges Land, das aus weit mehr besteht als aus Putin, Bären und Schnee.Auf seiner Reise gibt er uns Einblicke in das Alltagsleben der Menschen. Er beschreibt sie mit so viel Fingerspitzengefühl und Ehrlichkeit, dass man sie einfach lieben muss. Zudem ist das Buch dank kurzer Kapitel, Infokästchen und Fotos sehr kurzweilig. Man möchte immer weiter lesen und ist dann am Ende enttäuscht, wenn man plötzlich schon am Ende angekommen ist. Danach bleiben einem nur zwei Möglichkeiten: Entweder Stephan Orth zu bitten noch unzählige weitere Bücher zu schreiben, oder selbst nach Russland zu reisen und die Menschen dort kennen und lieben zu lernen.Diese wenigen Seiten haben mir Augen und Herz für ein Land geöffnet, von dem ich nichts wusste und in dem es unglaublich viel zu entdecken gibt. Trotz seiner Probleme. Diese spricht Orth übrigens auch an. „Couchsurfing in Russland“ ist sehr aktuell und in meinen Augen auch sehr relevant, da er mit seiner Erfahrung als deutscher Journalist und Russland-Reisender eine interessante Perspektive einnehmen kann. Auf den letzten Seiten bespricht er sogar noch kurz über die derzeitige Situation mit Trump und sein Verhältnis zu Russland. Mehr muss ich zur Aktualität des Buches nicht mehr sagen, oder? Also, lest es. Es wird euren Horizont um ein vielfaches erweitern.

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