Gott der Barbaren

von Stephan Thome 
4,5 Sterne bei12 Bewertungen
Gott der Barbaren
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Schön und fachkundig zugleich.

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"zwei Sorten Barbaren: jene von hinter dem Ozean und jene, die sich irrtümlich für Chinesen halten" (S. 662) - ein lesenswertes Buch!

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Inhaltsangabe zu "Gott der Barbaren"

China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.In seinem packenden neuen Buch erzählt Stephan Thome eine Vorgeschichte unserer krisengeschüttelten Gegenwart. Angeführt von einem christlichen Konvertiten, der sich für Gottes zweiten Sohn hält, errichten Rebellen in China einen Gottesstaat, der in verstörender Weise auf die Terrorbewegungen unserer Zeit vorausdeutet. Ein großer und weitblickender Roman über religiösen Fanatismus, über unsere Verführbarkeit und den Verlust an Orientierung in einer sich radikal verändernden Welt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518428252
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:719 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:10.09.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 20.09.2018 bei GRIOT HÖRBUCH erschienen.

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    Beusts avatar
    Beustvor 4 Tagen
    Kurzmeinung: "zwei Sorten Barbaren: jene von hinter dem Ozean und jene, die sich irrtümlich für Chinesen halten" (S. 662) - ein lesenswertes Buch!
    Der Gott der Barbaren ist der Gott des Krieges

    „Gott der Barbaren“ von Stefan Thome wurde im letzten Literarischen Quartett von der Frankfurter Buchmesse besprochen und als schwieriger Text und anspruchsvolle Lektüre vorgestellt. Das hat mich ehrlich gewundert, denn ich fand die Lektüre dieses dicken Wälzers ausgesprochen unterhaltsam, geradezu schmökerhaft. 

    Natürlich steckt viel Anspruch drin: mehr als 700 Seiten, zig chinesische Namen mit X und Y, fingierte historische Quellen zwischen den Kapiteln und nicht zuletzt das Thema, nämlich ein religiös motivierter Bürgerkrieg in China an der Schwelle zur Moderne und der „Clash of Zivilisations“ zwischen dem chinesischen Kaiserreich und den europäischen Mächten unter der Führung des Britischen Königreichs.

    Das ist schon ein Berg, aber diesen zu erklimmen war für mich genauso anstrengend und gleichzeitig vergnüglich wie die abenteuerliche Besteigung eines Voralpengipfels: Macht man nicht alle Tage, ist auch schweißtreibend, aber bringt einen nicht an die Grenze zur Überforderung.

    Was die Namen betrifft: Die Namensvielfalt schwindet nach den ersten Kapiteln rasch dahin, weil eta die Hälfte der Personen aus dem Namensregister bis dahin das Zeitliche segnet.

    Gefallen hat mir der dreifache Blickwinkel: Einmal erlebt der Leser das Geschehen aus der Sicht des britischen Campagnenführers Lord Elgin, zum zweiten aus dem Blickwinkel des kaiserlich-chinesischen Heerführers Zeng Guofan und zum dritten in Gestalt des geflüchteten deutschen Ex-Revolutionärs Philipp Johann Neukamp, der als Missionar kläglich scheitert.

    Dass die Kritik den Roman als so überladen, überfrachtet, überambitioniert und dergleichen findet, liegt meines Erachtens darin, dass die Kritiker dem Text mehr Fracht aufladen wollen, als die Geschichte selbst tragen will. Stefan Thome ist Sinologe und erzählt bildreich von einem der schlimmsten Bürgerkriege, den die Welt je gesehen hat, auch um davor zu warnen, wie schnell der Gott des Krieges alle zu Barbaren werden lässt.

    Mehr als dies – und dass mir die Lektüre sehr gefallen hat, braucht es nicht für meine 4,5 Sterne.

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    sursulapitschis avatar
    sursulapitschivor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Unterhaltsam, höchst informativ und wunderbar lebendig erzählt. Ich habe viel gelernt.
    Geschichte live

    Stephan Thome hat sich ein komplexes Thema vorgenommen. Wie kam es zum Opiumkrieg in China und was genau passierte in der Zeit von ca. 1850-1860, das Millionen von Chinesen das Leben kostete?
    Während in China ein erbitterter Bürgerkrieg tobt, dringen die Engländer dort auf Handelsrechte. Sie wollen Niederlassungen, Botschaften und die Erlaubnis, indisches Opium zu verkaufen. Kaiser Hsienfeng möchte nichts mit den Barbaren zu tun haben und legt ihnen Steine in den Weg, wo er nur kann.

    Das ist die Grundsituation, was sich daraus ergibt ist blanker Wahnsinn.
    Feinfühlig und nachvollziehbar werden die unterschiedlichen Positionen dargelegt. Hier kommt jeder zu Wort. 


    Lord Elgin, Sonderbotschafter der britischen Krone, will nur friedlich verhandeln, aber wenn die verstockten Chinesen nicht reagieren, muss er sie wohl mit Waffengewalt wachrütteln.
    Der erhabene Kaiser ist krank und muss sich mit den langhaarigen Rebellen herumschlagen. Merkwürdige Drohbriefe der Engländer liest er gar nicht erst.
    Die Rebellen beflügelt ein hehres Ziel. China muss befreit werden von der dekadenten Mongolenherrschaft. Allerdings verschwimmt das Anliegen durch den Größenwahn und die religiöse Verblendung ihres Anführers. Der Himmlische König hat sich aus missionarischen christlichen Texten eine ganz eigene Weltanschauung gebaut, in der er Jesus jüngerer Bruder ist und ein neues Gottesreich errichten will.
    Dagegen geht Zeng Guofan erbittert vor. Eigentlich ist er ein Gelehrter, aber die läppischen Verteidigungsversuche des Kaisers erfordern Eigeninitiative. Seine Hunan Armee ist die schlagkräftigste Truppe im Reich.
    Phillipp Johann Neukamp, ein deutscher Abenteurer, der zufällig als Missionar nach China kam, treibt die missionarische Borniertheit seiner Kollegen ins chinesische Lager.
    Zwischendurch liest man noch im Tagebuch des Mädchens Shuhua, was das Volk dabei zu erleiden hat.

    Jede dieser Perspektiven ist ein eigenes Buch wert, hier bekommt man sie alle auf einmal, was das Buch vielschichtig macht, leichte Kost ist es nicht. Obwohl es wunderbar erzählt ist, habe ich lange gebraucht, um in diesem Buch anzukommen. Bisweilen ist man fast erschlagen von der Informationsflut, erschauert gleichzeitig vor Ehrfurcht vor dieser unglaublichen Rechercheleistung.
    Es hätte durchaus Kürzungen vertragen. Lord Elgins Monologe sind amüsant, aber unendlich weitschweifig. Die ein oder andere Truppenbewegung hätte man auch vernachlässigen können.

    Am Ende fragt man sich, wer denn nun wohl die Barbaren sind. Hier wird sinnloses Massenschlachten dokumentiert. Es prallen Welten aufeinander, die unvereinbar sind und doch eins gemeinsam haben. Westliche Arroganz trifft auf fernöstliche Ignoranz, niemand schaut über den Tellerrand, hat nur die eigenen Interessen im Blick. Es rollen Köpfe bei Freund und Feind.

    Auch wenn ich gelegentlich etwas beißen musste, bin ich beeindruckt von diesem Buch. Es ist unterhaltsam, höchst informativ und wunderbar lebendig erzählt. Ich habe viel gelernt.
    Wenn man auf der Suche nach dem perfekten historischen Roman ist, dann sollte man dieses Buch unbedingt auf die Liste setzen. „Gott der Barbaren“ ist Geschichte live.

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    Tantejus avatar
    Tantejuvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Interessant geschrieben, hochaktuell - ein würdiger Anwärter für den Buchpreis
    Geschichte ganz aktuell

    Der erste Kontakt fasziniert – ein chinesisches Gesicht in Kontrastfarben blickt mich an und es stellt sich die Frage, welche Geschichte verbirgt sich hinter dem Cover?
    Die Story führt ins China des 19. Jahrhunderts, als die Briten versuchten, ihren wirtschaftlichen Einflusskreis zu vergrößern. Von Hongkong aus sollte der Handel ausgedehnt werden, dies führte zum zweiten Opiumkrieg. Mehrere Erzählstränge verflechten die Entwicklungen im Konflikt zwischen den chinesischen Kaisertreuen, den chinesischen, christlich orientierten Rebellen und den Briten.
    Stephen Thome beschreibt detailgenau historische Begebenheiten zwischen Hongkong, Nanking und Peking und kombiniert sie mit fiktiven Szenen zu einem großen Roman. Der Spannungsbogen steigt bis zum Ende an und fesselt, so dass die Seiten nur so dahin fliegen.
    Dieser historische Roman spiegelt das Hier und Heute. Wie verändert ein fanatischer Glaube die Menschen in ihrem Tun? Wie achtet man andere Kulturen oder verachtet man sie? Wie werden Menschen dazu bewegt, anderen zu folgen? Fragen, die zwischen den Zeilen thematisiert werden.
    In diesem Spannungsfeld bewegt sich „Gott der Barbaren“ und die Lektüre enthält einige bedenkenswerte Szenen, die nachklingen und den Bogen in unsere Zeit schlagen.
    Gott der Barbaren ist eine sehr lohnenswerte Lektüre, die intellektuell anregt und als Abenteuerroman unterhält.
    Ein sehr verdienter Anwärter auf den Deutschen Buchpreis 2018!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 21 Tagen
    Stephan Thome | GOTT DER BARBAREN

    Um 1860 lag das Chinesische Kaiserreich in Schutt und Asche. Jahrelange Auseinandersetzungen mit Großbritannien und Frankreich hatten China an den politischen und wirtschaftlichen Rand gedrängt. Hinzu kam eine inländische Revolution christlicher Rebellen, die mit dem Taiping-Aufstand den Kaiser stürzen wollten. Diese ganze Reihe herber Schläge, die das Reich der Mitte einstecken musste, kostete zig Millionen Menschen das Leben und ging als Zweiter Opiumkrieg in die Geschichte ein – Thema des neuen und lang erwarteten Romans von Stephan Thome.

    Vier Menschen sind es, denen wir Leser in GOTT DER BARBAREN durch die wirre Kriegszeit hauptsächlich folgen. Da sind zum einen die Europäer Philipp Johann Neukamp, ein deutscher Missionar, sprachbegabt und von anderen Kulturen fasziniert, und Lord Elgin, Sonderbotschafter der britischen Krone, der die am Boden liegenden chinesischen Machthaber in die wirtschaftliche Abhängigkeit führen soll. Auf der anderen Seite Zeng Guofan, Oberbefehlshaber der Hunan Armee, die dem Kaiser verpflichtet ist, und Hong Xiuquan, der sich nach intensiver Bibelschule für den zweiten Sohn des christlichen Gottes hält, und den Aufstand von Taiping anführt.

    Auf über siebenhundert Seiten führt uns Stephan Thome (*1972) mit sicherer Hand durch das komplexe Geschehen. Thome, der neben Philosophie auch Sinologie studiert hat, derweil in Taipeh lebt und fließend chinesisch spricht, kennt sich aus mit der Materie, das ist unumstritten. Auch ein enormer Rechercheaufwand ist ihm zuzutrauen und die Fähigkeit, in all dem Gewirr aus Handlungssträngen die Übersicht zu behalten. Auf alle Fälle wirkt der Roman äußerst glaubhaft und realistisch. Sehr interessant und eine ganz große Stärke des Buches ist, dass Thome sich nicht mit einem schlichten Historiendrama zufrieden gibt und einfach den Krieg Schlacht für Schlacht herunterschreibt, sondern tief in seine Figuren blickt, ohne Stellung zu beziehen.

    Damit charakterisiert er zugleich die beteiligten Völker, die trotz aller Unterschiede – die Chinesen sind in sich gekehrt, vertrauen auf Ruhe und Geist und sind eher mit ihrer Vergangenheit verbunden; die Engländer dagegen schreiten geradlinig und ohne Umschweife zur Tat und sind Fortschritt und Zukunft zugewandt – auch vieles gemeinsam haben, zuvorderst das Überlegenheitsgefühl dem jeweils anderen gegenüber. Besonders deutlich wird das bei den Szenen, in denen beide Seiten im Dialog stehen – ganz großes Kino!

    Und wie es sich für einen Philosophen gehört, bleibt Thome auch beim eigentlichen Thema nicht an der Oberfläche, gräbt sich im Laufe des Romans immer weiter der Frage entgegen, was Krieg eigentlich ist und entblättert nach und nach sein inneres Wesen. Hierfür lässt er seine Figuren sprechen und gibt ihnen genügend Raum, der Sache auf den Grund zu gehen.

    Jeder Krieg endete mit einem Vertrag, der den nächsten Kriegsgrund enthielt. (S. 476)

    Leider kann Thome trotz seiner schriftstellerischen Fertigkeiten die Spannung über so viele Seiten nicht halten. All die Schlachten, das ganze Philosophieren und die schiere Menge an Charakteren und Handlungen lassen den Roman gerade im letzten Drittel einfach zu überladen wirken. Ich habe Hochachtung vor Thomes Schreibkunst und halte ihn für einen der besten Schriftsteller seiner Generation, hier aber hat er sich am Ende doch etwas verhoben. (Dennoch ein würdiger Buchpreis-Kandidat, ich wünsche viel Erfolg!)

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    Buecherschmauss avatar
    Buecherschmausvor 25 Tagen
    Taiping Revolte

    Bis zu 30 Millionen Opfer forderte die Taiping-Rebellion in China zwischen 1851 und 1864 und ist damit der opferreichste Bürgerkrieg der ganzen Menschheitsgeschichte.
    „Taiping?“ mag sich da so mancher fragen, und tatsächlich ist es verblüffend, wie wenig man hierzulande über diese Revolte im Fernen Osten, über die Geschichte generell in diesen Regionen der Welt, weiß. Ein einigermaßen beschämendes Zeugnis der eurozentrischen Geschichtsschreibung, die immer noch vorherrscht und die in einer derart globalisierten Welt wie der unsrigen, gerade auch mit dem rasanten Erstarken Chinas auf dem Weltmarkt, eigentlich nicht mehr vertretbar ist.
    Der Philosoph, Sinologe und Autor Stephan Thome hat die Taiping-Revolution zum Stoff seines neuen, umfangreichen Romans gemacht und ist damit auf der Shortlist zum diesjährigen Deutschen Literaturpreis gelandet. Für Thome ist es bereits die dritte Shortlist-Nominierung.
    Wie alle guten historischen Romane erzählt „Der Gott der Barbaren“ aber nicht nur von längst vergangenen Zeiten, sondern unweigerlich blitzt immer wieder der Bezug zur Gegenwart auf, ohne dass dies konkret thematisiert wird. Das Unverständnis, mit dem der Westen so manches Mal China gegenübersteht, die Missverständnisse, die daraus erwachsen, das Streben der Chinesen auf den Weltmarkt, ihre Haltung der eigenen Regierung und dem Westen gegenüber haben ihre Wurzel, nicht nur, aber auch, in den Ereignissen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Und so wird Stephan Thomes Buch nicht nur zu einem bunten, spannenden Abenteuer- und Geschichtsroman, sondern auch zu einem Versuch in Ideengeschichte.
    Getragen wird die Erzählung von drei Protagonisten, denen der Autor unterschiedliche, sich unregelmäßig abwechselnde Abschnitte widmet, die er durch gelegentliche Briefe, Tagebuchaufzeichnungen, Gesprächsprotokolle oder andere, zum Teil erfundene Dokumente ergänzt. Dem fiktiven jungen Missionar Philipp Johann Neukamp fällt dabei als einzigem die Ich-Perspektive zu. Er als Deutscher, der als Sozialreformer nach der gescheiterten 1848-Revolution mehr oder weniger in den Missionsdienst nach China flieht und dem Land nach stümperhaftem Vorbereitungsdienst zu Beginn auch völlig fremd gegenüber steht, bietet uns Lesern am meisten Identifikationspotential.
    „Über China lernte ich in den kommenden Monaten nichts, selbst die Sprache fehlte im Curriculum, das aus Bibelkunde, Predigtlehre und Geschichte des Christentums bestand.“
    Und so ist der junge Mann nach anstrengender Überfahrt auf sich allein gestellt, zunächst in der britischen Enklave Viktoria auf Honkong Island, später dann bei der Baseler Missionsgesellschaft in dem kleinen ärmlichen Dorf Tongfu auf dem Festland. Hier kommt er auch mit den Ideen der Taiping-Rebellen in Kontakt.
    In den südlichen Provinzen Guangxi und Guangdong, die durch Piratenüberfälle, die schon damals agierenden mafiösen Triaden, unfähige Bürokratie und etliche Naturkatastrophen besonders belastet waren, fielen die rebellischen Gedanken eines Hong Xiuquan bei der verarmten Bevölkerung auf besonders fruchtbaren Boden. Dieser war wie viele von ihnen Angehöriger der Volksgruppe der Hakka und versuchte vergeblich, Beamter der Mandschu-Regierung, die China regierte (Qing-Dynastie), zu werden. Die äußerst schwierigen Prüfungen ließen ihn mehrmals scheitern, was ihn in eine schwere (wohl psychische) Krankheit trieb. In den Halluzinationen, die er dabei hatte, erschien ihm der christliche Gott, den er kurz zuvor durch einen Missionar und seine Traktate kennenlernte, und ernannte ihn zu seinem Sohn. Folglich nannte er sich nach seiner Genesung „zweiter Sohn Gottes“ und verband in seiner Sekte, die er bald danach um sich scharte, christliches Bekenntnis ganz eigener Prägung mit sozialreformerischen Ideen, selbst eine Art Gleichberechtigung der Frau stand auf dem Programm. Viele der uns völlig abstrus erscheinenden Bibelauslegungen beruhten dabei wohl auch auf der schwierigen Übertragung des Textes in chinesische Schriftzeichen. Die Bewegung hatte gerade unter der armen ländlichen Bevölkerung einen enormen Zulauf, militarisierte sich rasch und kämpfte überraschend erfolgreich und mit unglaublicher Brutalität gegen die chinesische Zentralmacht. 1853 gelang es der mittlerweile auf über 500.000 Mann angewachsenen Armee, die bedeutende einstige Hauptstadt Nangking zu erobern. Sie wurde zur „Himmlischen Hauptstadt“ des „himmlischen Königs“ Hong Xiuquan. Anfangs wurden die Rebellen von England und Frankreich, die infolge der Opiumkriege in China engagiert waren, auch wegen ihres christlichen Glaubens, besonders durch Waffenlieferungen unterstützt. Später solidarisierten sich die westlichen Mächte, im eigenen Interesse, mit der Qing-Regierung.
    Die westliche, britische Perspektive wird vom zweiten Hauptprotagonisten Thomes, James Bruce, dem 8. Lord Elgin, eingenommen. Er ist Sonderkommissar Englands in China und eher unfreiwillig im diplomatischen Dienst. Nachdem sein Vater Thomas Bruce, der 7. Lord Elgin, bekannt geworden als „Kunsträuber“ der Akropolis in Athen, das nicht unbeträchtliche Familienerbe durchgebracht hatte, blieb ihm kaum etwas anderes übrig als in dessen diplomatische Fußstapfen zu treten. Dabei war er eher ein Feingeist, ein in Selbstreflexion und gelegentlich Selbstzweifel versunkener Mensch.
    „Gekommen, um Handel zu treiben, fand man sich plötzlich in der Rolle der Eroberer wieder, und je länger er darüber nachdachte, desto besser verstand er, was er den Chinesen am meisten verübelte: dass ihre Starrköpfigkeit ihm nicht erlaubte, nachsichtig zu sein und damit nicht nur ihnen, sondern auch seinen Landsleuten eine Lektion zu erteilen.“
    Zugleich verkörpert Elgin die unglaubliche Arroganz, mit der die westlichen Nationen, gerade auch die Briten, gegenüber anderen Zivilisationen auftraten und ihre Interessen, vornehmlich die Handelsinteressen, über alles andere stellten. So wurde zur Rettung des Staatshaushalts der chinesische Markt mit Opium aus Indien überschwemmt, große Teile der Bevölkerung abhängig gemacht, die chinesische Wirtschaft in Schieflage gebracht und deren Regeln und Verbote einfach übergangen. Die Opiumkriege wurden geführt auch unter dem Motto
    „Wir werden China öffnen, ob die Chinesen es wollen oder nicht.“
    Solch rücksichtsloses Vorgehen mussten sich die Christenmenschen dann rechtfertigen, gerne indem die, tatsächlich vorhandene, Brutalität des Gegners beschworen, ihnen gar jede Menschlichkeit abgesprochen wurde, man sie gar zu „Nicht-Wesen“ oder „Halbwilden“ degradierte. Man kennt dieses Muster.
    „Abend für Abend redeten sich die Gäste in Rage, Gentlemen mit Orden an der Brust bekundeten ihre Bereitschaft, den Aufständischen eigenhändig die Genitalien abzuschneiden, und aus dem Mund eines Geistlichen hörte er, es wäre eine Verhöhnung der Bergpredigt, solchen Bestien gegenüber Gnade walten zu lassen.“
    Dabei galten auch die Europäer (die Franzosen waren später mit eigenen Interessen mit an Bord) selbst den Chinesen, ebenso wie die „Langhaarigen“ Rebellen, als Barbaren. Da ist der Titel des Romans durchaus doppelsinnig. Aufgeführt haben sich tatsächlich alle Seiten als solche.
    Die andere Seite, die der chinesischen Dynastie, wird im Roman durch Zeng Guofan vertreten. Auch er, wie Lord Elgin, eine historische Figur und eigentlich ein Feingeist, der nicht nur ein 156 Bände umfassendes literarisches Werk hinterließ, sondern selbst in der Schlacht von seinen Offizieren das Verfassen von Aufsätze zu Gedichtzeilen forderte. Was ihn aber nicht von unglaublich brutalem Vorgehen gegenüber seinen Gegnern und Massakern an der Bevölkerung während der Kriegszeiten abhielt. Mit den entsprechenden philosophischen Skrupeln versteht sich.
    Ein Pluspunkt von Stephan Thomes Roman ist generell die überaus ambivalente Personenschilderung. Zwar finden Schlachten statt, es wird gekämpft und gelitten, abenteuerliche Reisen werden unternommen, aber noch viel ausführlicher wird geschildert, was in den Köpfen der Figuren, die allesamt irgendwie zerrissen sind, vor sich geht.
    Mit Lord Elgin und Zeng Guofan treffen zudem zwei völlig unterschiedliche Denk- und Handlungsweisen aufeinander – Westen und Osten. Arroganz und Überheblichkeit des Westens und der Beharrungswille des Ostens, der dem Zerplatzen von jahrtausendalten Selbstverständlichkeiten, dem Ende des Supremats der chinesischen Zivilisation und damit einer Epochenwende gegenübersteht. Die krasse militärische Unterlegenheit der chinesischen Zentralregierung, ihre unfähige Verwaltung, Korruption und Nepotismus führten überraschend schnell zum Untergang eines als ewig verstandenen Reichs. Die jahrtausendealte Abschottung nach außen wurde durch die massiven Handelsinteressen des Westens aufgebrochen. Der Verlauf der Taiping Revolution war nur der Beginn einer Anzahl von Demütigungen des einst machtvollen Reichs. Eine Verfasstheit, die viel zum Verständnis der weiteren Entwicklung Chinas beitragen kann.
    Stephan Thome entfaltet diese nicht gerade übersichtliche Geschichtsentwicklung und Ideengeschichte überraschend klar und nachvollziehbar, indem er vornehmlich drei Protagonisten in den Mittelpunkt stellt. Dass dabei etliche Perspektiven weitgehend unberücksichtigt bleiben, liegt auf der Hand und kann auch nur wenig durch die Einbeziehung von „Gedanken eines Unbekannten“ oder den Tagebuchaufzeichnungen eines einfachen chinesischen Mädchens aufgefangen werden. Das wiegt aber nicht weiter schwer, da dadurch, wie gesagt, die Entwicklung deutlicher, die riesige Stofffülle überschaubarer wird. Auch so ist der Roman ungemein facettenreich und spannend. Er erzählt ein Kapitel aus der Geschichte, das zumindest mir bisher völlig unbekannt war. Und schlägt Verbindungen in unsere Gegenwart, ohne dabei in irgendeiner Form belehrend zu wirken.
    Beanstandet wurde, dass die Gedanken der Protagonisten, besonders auch der fernöstlichen, durch die heutige Sicht-, Denk- und Sprechweise gefiltert werden, praktisch nicht mehr authentisch sind. Das als Manko anzuerkennen würde aber nahezu jeden historischen Roman diskreditieren, nur noch historische Monographien und Quellen zulassen. Stephan Thome ist die Perspektive seiner Figuren meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Zudem lässt er den Bezug zur Gegenwart zu und bietet großartigen Stoff zum Vertiefen und Überdenken.
    Am Schluss steht eine Meldung aus der China Post vom 19. Dezember 2012. Darin wird über das harte Vorgehen der Volksrepublik China gegen Mitglieder der religiösen Sekte „Allmächtiger Gott“ berichtet, das zu über 400 Verhaftungen führte. Eine Meldung, die man nach der Lektüre von „Der Gott der Barbaren“ vielleicht auch mit anderen Augen betrachtet.

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    Giselle74vor einem Monat
    Glaube und Macht

    Ich muss gestehen, auf der Landkarte meiner Bildung ist China weitestgehend Terra incognita. Ich weiß sträflich wenig über Geschichte und Kultur dieses an Geschichte und Kultur ja so reichen Landes. Umso dankbarer bin ich für die Einblicke, die Stephan Thomes großartiger Roman dem Leser gewährt. "Gott der Barbaren" spielt Mitte des 19.Jahrhunderts. Die Qing-Dynastie wankt;  Europäer, vor allem Engländer haben sich in den Hafenstädten angesiedelt; der Opiumhandel blüht; Missionare strömen aus auf Seelenfang. Kulturen prallen aufeinander.
    Philipp Johann Neukamp, ein junger Deutscher, empfänglich für Visionen von einem gerechteren Leben, die ihn auf die Barrikaden der März-Revolution in Deutschland geführt haben, gerät auf der Flucht an einen Scharlatan, der ihn mehr schlecht als recht ausgebildet auf einen Missionarsposten nach China schickt. Angekommen, muss er relativ schnell erkennen, dass er weitestgehend auf sich selbst gestellt ist. Zunächst kommt er bei einer anderen Missionsgesellschaft unter und dort in Kontakt mit einem jungen Chinesen, der von einem besseren China und dem Sturz des Kaisers träumt.
    Dieser Hong Jin ist Cousin eines Mannes, der meint, der zweite Sohn Gottes und ein Bruder Jesu zu sein. In Visionen sieht dieser sich als Gründer eines neuen Reiches. Bei den ärmlich lebenden Hakka-Nomaden findet er schnell Anhänger, die Bewegung wächst und weitet sich zu einem Aufstand aus. In relativ kurzer Zeit erobern die Rebellen große Gebiete. Hong Jin wird einer der strategischen Köpfe der Rebellion.
    Um den Aufstand niederzuschlagen, beruft der Kaiser Zeng Guofan, einen seiner besten Feldherren, der mit der sogenannten Hunan- Armee gegen die Rebellen vorgeht. Gleichzeitig wird der mächtige Oberbefehlshaber aber auch zu einer theoretischen Gefahr für den Thron, der durch die Opiumkriege mit den Briten arg ins Wanken geraten ist. Denn die Briten wollen, gemäß ihrer üblichen Kolonialpolitik, eine Öffnung des Landes für den Handel erzwingen und setzen dafür auch ihre überlegene Militärgewalt ein. James Bruce, Earl of Elgin and Kincardine, wird dafür als Sonderbotschafter einberufen.
    Philipp Johann Neukamp, Hong Jin, Zeng Guofan, Lord Elgin. Um diese vier Menschen und ihre unterschiedlichen Sichtweisen dreht sich der Roman. Neukamp und Hong Jin sind die junge Generation, die Verbesserungen einführen möchte, empfänglich für Ideologien, die genau das versprechen, und die ihren Weg verlieren in einem Strudel scheinbar notwendiger Grausamkeiten, die aber, so ihr Glaube, zu einem guten Ziel führen. Selten wurde der Weg in blinden Fanatismus besser beschrieben. Das Gute, das mit dem Schwert erkämpft werden muss, geleitet von einem "Propheten" mit einem direkten Draht zu Gott - Thome zeigt, wie aus eigentlich friedlichen Menschen "Gotteskämpfer" werden, bar jeder Gnade und Menschlichkeit. Und wie ein Aufstand außer Kontrolle gerät durch innere Machtkämpfe und Realitätsverlust.
    Im Gegensatz dazu stehen zwei altgediente Befehlshaber: Elgin, der von der englischen Krone von Brandherd zu Brandherd um die Welt geschickt wird und doch eigentlich lieber bei seiner Familie weilen möchte und Zeng Guofan, dessen ganzes Leben aus Kriegsführung besteht und der doch eigentlich lieber Gelehrter geblieben wäre. Im Grunde sind sich die beiden müden, aber disziplinierten Kämpen sehr ähnlich, auch wenn sie kulturell Welten trennen. Beide müssen in ihrer herausragenden Stellung einsame Entscheidungen treffen und vor sich selbst vertreten, beide sehnen sich nach Frieden und Ruhe.
    Thome gelingt es hervorragend, die doch recht verworrenen politischen Fäden zu entwirren und die verschiedenen Positionen und Beweggründe darzulegen. Die Handlungen der einzelnen Beteiligten werden so nachvollziehbar, die Abläufe verständlich. Und gleichwohl bleibt das Ganze trotz der immensen Informationen über Geschichte, Kultur, Lebensweisen im damaligen China ein überaus spannender Abenteuerroman. Die Einbettung der Handlung in die historisch verbürgten Fakten gelingt mühelos, der Lesefluss ebenso.
    Selten hat mich ein historischer Roman so begeistert. Die ruhige Erzählweise, die vielen Einblicke in das Denken der Protagonisten und die im Gegensatz dazu sich überschlagenden Ereignisse und handlungsbedürftigen Brennpunkte ergeben eine perfekte Komposition. Die Nominierung für die Shortlist des Deutschen Buchpreises ist daher mehr als verdient. Und wäre meine Meinung ausschlaggebend, würde Thome diesen Preis für seinen herausragenden Roman auch bekommen.

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    Wedmas avatar
    Wedmavor einem Monat
    Kurzmeinung: Kopfkino von der ersten bis zur letzten Seite. Hier stimmt alles: Figuren, Handlung, etc. Feinhumorigkeit kommt noch dazu. Unbedingt lesen!
    Ein großartiger Roman! Spannend und toll geschrieben!

    „Gott der Barbaren“ von Stephan Thome habe ich sehr gern gelesen. Wenn es nach mir ginge, wäre dieser Roman der Gewinner des dt Buchpreises 2018.

    Das Lesen machte richtig Spaß. Schön süffig, charismatisch, sehr gekonnt, mit viel Kenntnis der Materie das Ganze erzählt. Ich genoss jede Seite. Das Buch mochte ich gar nicht aus der Hand legen.

    Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend.

    Es ist ein opulenter historischer Roman vom Feinsten, mit Niveau und Tiefgang, der seinen Lesern paar erfüllte Lesestunden bereitet.

    Das Kopfkino startete sofort auf der ersten Seite. Die Figuren, es gibt jede Menge schräge und schrullige dabei, denn man besucht auch entsprechende Schauplätze, wurden wunderbar authentisch gezeichnet. Die Figuren agierten wie lebendige Menschen mit ihren Ecken und Kanten, ihrem Größenwahnsinn, Zweifeln, religiösem und anderem Fanatismus usw. vor meinem inneren Auge.

    Es gibt im Wesentlichen zwei Erzählstränge:

    Die Auseinandersetzungen der Engländer und Chinesen in China des 19 Jh. Authentisch, spannend und aufschlussreich dargestellt. Weltmachtgehabe der Engländer, die in China einen Krieg vom Stapel brechen, da sie der Meinung sind, dass sie die „chinesischen Barbaren“, wie sie die lokale Bevölkerung nennen, u.a. zivilisieren müssen, ist sehr plastisch, bildhaft, zum Greifen nah dargestellt worden. Auch die chinesische Seite steht in der Hinsicht, auf ihre eigene Art, im Nichts nach. Auch für die Chinesen sind die europäischen Endringlinge Barbaren, denn sie kamen in ihr Land und waren dabei, ihre Art von Ordnung aufzuzwingen.

    Im Wechsel wurde das Schicksal eines jungen Mannes namens Philipp Johann Neukamp, des Sohnes eines Zimmermeisters aus dem Märkischen, erzählt. Er ging als Mitarbeiter der Basler Missionsgesellschaft nach China. Dort freundete er sich mit einigen vor Ort lebenden Engländern und Chinesen an, und wollte eines Tages, da es mit dem Missionieren nicht so rund lief, seinen chinesischen Bekannten, der nach eigenen Angaben nun einen hohen Posten bekleidete, in Nanking besuchen. Das bedeutete, dass er ein gutes Stück vom Süden nach Norden zurücklegen musste. Der Vorhaben wurde zu einem atemberaubenden und beinah das Leben raubenden Abenteuer, der seinesgleichen suchte.

    Bis S. 305 wurde im Wesentlichen die Vorgeschichte erzählt, die auch sehr gut und spannend ist. In Shanghai im Sommer 1860 geht das Ganze dann richtig los.

    Es hat echt viel Spaß gemacht, dieses Feinhumorige und Tiefgründige des Romans! Man versinkt in diesen Geschehnissen, folgt den Überlegungen des englischen Lords Elgin, der es mit den Chinesen aufgenommen hat und das Ganze von seiner Warte aus betrachtet. Er denkt über vieles nach: über die chinesische Sprache, über ihre Art zu denken, zu leben, über ihren Charakter usw. Man lauscht auch gern den Antworten seines chinesischen Sekretärs, der schon länger in China lebt und sich dort viel besser auskennt. Man hört aber auch gern von Philipp und folgt ihm auf seinen spannenden Abenteuern.

    Nach und nach entsteht ein üppiges, farbenprächtiges Gemälde der damaligen Zeit mit all den hist. Ereignissen, Besonderheiten und Tücken, ob es um die gebunden Füße der chinesischen Frauen, sowie ihrer Stellung in der Gesellschaft insg., geht oder auch um die Rebellen und ihr Streben nach Macht usw. Bei all dem ist man auf den Seiten dieses Romans hautnah dabei und erlebt das Ganze unmittelbar mit. Es gibt da auch paar gruselige Ereignisse, Opium wird reichlich konsumiert, Köpfe abgehackt, dies ist aber nie ein Selbstzweck, wird eher nüchtern und kurz erwähnt.

    Bin gern abends zum Roman zurückgekehrt, sich schon tagsüber darauf gefreut, da weiter lesen zu können.

    Wer oder was nun Gott der Barbaren ist, soll jeder selbst für sich entscheiden. Genug Stoff zum Nachdenken bekommt man auf jeden Fall. Spätestens in der Mitte des Buches kommt man drauf. Paar gute Tipps sind hier und dort im Text verstreut.

    Man kann noch viel über diesen großartigen Roman erzählen, besser, man liest den selbst.

    Das Buch ist hochwertig gestaltet:

    Zwei geographische Karten von China: vorn die Ostküste und hinten am Einband die Gegend um Peking, runter zur Küste bei Beitang, helfen, die beschriebenen Ereignisse zu verbildlichen.

    Die Schrift ist von angenehmer Größe, es gibt genug Text auf jeder Seite. 

    Festeinband in kräftigem Rot, Lesebändchen in Bordeaux, Umschlagblatt aus glattem, festem Papier. Toll als Geschenk.

     

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    lectorvor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Schön und fachkundig zugleich.
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    KirstenWilczekvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Süffig zu lesen. Sehr lehrreich, aber auch für die "Abenteurer von zuhause aus" unter den Lesern eine sehr gute Wahl!
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    Contressevor 8 Tagen

    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Marina_Nordbrezes avatar
    Deutscher Buchpreis

    Wir freuen uns sehr, den Deutschen Buchpreis 2018 bei LovelyBooks begleiten zu dürfen!  Nachdem wir die Leseproben der zwanzig Longlist-Titel diskutiert haben, stellen wir euch nun die sechs Titel der Shortlist vor. 

    Heute habt ihr die Gelegenheit Stephan Thome Fragen zu stellen und mit etwas Glück eins von zwei Exemplaren von "Gott der Barbaren" zu gewinnen!

    Stellt eure Fragen an den Autor heute am 24.09.2018 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und landet damit automatisch im Lostopf für unsere Verlosung.

    Unter allen Usern, die an mindestens 3 Aktionen zu den Shortlist-Autoren teilnehmen, verlosen wir außerdem ein signiertes Exemplar des Deutschen Buchpreis-Gewinners! 

    Da sich Stephan Thome derzeit auf Lesereise befindet, werden wir ihm einige ausgewählte Fragen von euch zukommen lassen und seine Antworten nachreichen. 

    Mehr zum Buch
    China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.In seinem packenden neuen Buch erzählt Stephan Thome eine Vorgeschichte unserer krisengeschüttelten Gegenwart. Angeführt von einem christlichen Konvertiten, der sich für Gottes zweiten Sohn hält, errichten Rebellen in China einen Gottesstaat, der in verstörender Weise auf die Terrorbewegungen unserer Zeit vorausdeutet. Ein großer und weitblickender Roman über religiösen Fanatismus, über unsere Verführbarkeit und den Verlust an Orientierung in einer sich radikal verändernden Welt.


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    Letzter Beitrag von  Buchraettinvor 20 Tagen
    Vielen Dank nochmal, das Buch ist heute angekommen:)
    Zur Buchverlosung

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    krimielses avatar
    krimielsevor 2 Monaten
    Ich bin sehr neugierig, weil ich kluge historische Romane mit Gegenwartsbezug sehr liebe und weil Stefan Thome einfach großartig schreibt.
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    KirstenWilczeks avatar
    KirstenWilczekvor 4 Monaten
    Die Inhaltsangabe klingt sehr vielversprechend. Außerdem kann Thome schreiben - Grenzgang, Gegenspiel und nun der dritte Titel beginnend mit "G". Muss "g"ut sein. ;-)
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