Stephan Waldscheidt Bessere! Romane! Schreiben! 1 & 2

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Inhaltsangabe zu „Bessere! Romane! Schreiben! 1 & 2“ von Stephan Waldscheidt

Viel Nützlichkeit und praktische Anwendbarkeit komprimiert in einem humorvollen, kompetenten Rahmen

— bibliophilist1985
bibliophilist1985
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  • Rezension zu "Bessere Romane Schreiben 1 & 2" von Stephan Waldscheidt

    Bessere! Romane! Schreiben! 1 & 2
    bibliophilist1985

    bibliophilist1985

    01. February 2015 um 22:46

    Dem Hinweis des Autors, die Nutzbarkeit der Ratschläge eher auf ein fortgeschrittenes und erfahrenes Publikum zu beschränken, ist Beachtung zu schenken. Nicht nur, dass unerfahrene und gerade erst an die Materie kreativer Schaffensprozesse herantretende Zeitgenossen aufgrund der Fülle an Ratschlägen leicht den Überblick verlieren können. Ohne ein Spektrum von zumindest ein paar begonnenen oder abgeschlossenen Arbeiten gibt es kein Übungsfeld, in dem man die Kniffe anwenden und daraus lernen kann. Auch gibt es keine grundlegenden und als Aufbauhilfe von Schreibfähigkeiten zu verstehende Erklärungen, sondern spezifische Hilfestellungen zu ebensolchen Problemen. Wo andere Schreibratgeber sich auf ein oder wenige Themen fokussieren und diese detailliert und ausufernd schildern, wird man als Laie in diesem Werk vor vollendete Tatsachen gestellt. Man sollte sich der Komplexität des Werkes bewusst sein, da es schade und für die eigene Entwicklung hinderlich wäre, aus zu früh begonnener Lektüre heraus in Frustration samt Leseabbruch zu verfallen und sich der vielfältigen Möglichkeiten, die sich auftun, zu verschließen. Nach überstandenen Feuertaufen und dem Aufstieg in die Riege der fortgeschritteneren Kreativköpfe hingegen kann man Waldscheidts Werk vorbehaltlos empfehlen. Egal ob es um Dialoge, Plot, Prämisse, Charakterisierung oder organische Gesamtheit des Werks geht, jedes Themenfeld findet prägnant und unausschweifend Erwähnung. Die Beispiele vermitteln die Wirkung von Kunstgriffen und Techniken und animieren dazu, bei der Lektüre den Stil und die Dramaturgie von Autoren zu hinterfragen und die Mechanismen hinter deren Wirksamkeit zu erforschen. Gerade den exponierten Stellen eines Romans wie Beginn, Übergängen, Dialogabschlüssen, Kapitelenden und Sprüngen zwischen den Protagonisten und Erzählperspektiven widmet Waldscheidt verstärkte Aufmerksamkeit. An den dramaturgisch essentiellsten Punkten kann ein Schriftsteller alles gewinnen oder verlieren, indem er die erwarteten Wendungen und Spannungsbögen virtuos vermischt und mitreißende Emotionen in den Lesern weckt oder durch Inkompetenz oder Faulheit die Hoffnungen des Bucheigentümers bitter enttäuscht. Schon allein der Humor und die Art, wie er Fehler teils anhand unterhaltsamer Einbindung selbiger in die kurzen Abschnitte packt, sucht in dieser Form seinesgleichen. Von, mit dem Thema Schreibtheorie leider häufig unweigerlich als Kollateralschaden einhergehender, Trockenheit ist trotz des beträchtlichen Umfangs des Bandes nichts zu spüren. Im Gegenteil reihen sich Pointe um anschauliches Beispiel um wertvollen Tipp um ehrliche, zu Realitätsbezogenheit aufrufende Worte. Sicher könnte man die Verwertung von Blogeinträgen zu einem Buch mokieren, nur wenn die Qualität der Beiträge von so großer Nützlichkeit ist, dass sie manch anderes Buch zu dem Thema locker in den Schatten stellen kann, ist die Doppelverwendung durchaus legitim. Auch weil die Möglichkeit, sich jederzeit Notizen, Zeichnungen, Mind-Maps und Anmerkungen machen zu können, nur bei gedrucktem Format schnell und praktisch möglich ist. Speziell darauf zugeschnitten wurden zwischen den Absätzen breitere Abstände und freie Zeilen gelassen. Ein simpler, aber leider oft vermisster, Kunstgriff der breite Anwendung in Ratgebern finden sollte. Denn leider ist die Möglichkeit, lesbare und nicht durch Platzmangel in winziger Schriftgröße angefertigte, Anmerkungen verfassen zu können, bei nahezu allen Werken nicht gegeben. Schade und kontraproduktiv, da sich dadurch ein beträchtlicher Mehrwert dem Leser aufgrund einer unvorteilhaften Formatierung verschließt. Weitere Auflagen des Werkes werden sicher auch mit einem Stichwortverzeichnis und einer noch besseren Gliederung nach Themen punkten können, die bei einem so umfassenden und aus Blogbeiträgen zusammengesetzten Buch schwer übersichtlich zu gestalten sind. Pädagogisch wertvoll auch, wie Waldscheidt zwischen Mut machenden Appellen und dem Aufzeigen von Fehlern samt Lösungsansätzen pendelt und damit für eine stete Motivationssteigerung sorgt. Er betont auch die Stärken von als Beispiel angeführten Werken, die Defizite häufig nicht nur aufwiegen, sondern im besten Fall vollständig kaschieren. Damit entfernt er sich angenehm von dem leidigen Usus, allzu auf gewisse Schreibdogmen und Binsenweisheiten zu beharren, die die individuellen Stärken eines Autors mitunter mehr einschränken als Nutzen stiften zu können. Ein von einem, dem Leser auf Augenhöhe begegnenden und mit der Materie bestens vertrauten, Autor geschaffenes Werk, dessen wiederholte Lektüre zum eigenen Nutzen nur uneingeschränkt empfohlen werden kann.

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  • Bessere Romane Schreiben 1& 2 von Stephan Waldscheidt ist ein wahrer Augenöffner

    Bessere! Romane! Schreiben! 1 & 2
    LaurenceHorn

    LaurenceHorn

    02. October 2013 um 21:29

    Zum Inhalt Die Inhaltsangabe ist ganze fünfeinhalb Seiten lang. Von der Planung, der Prämisse, von Geschichte und Plot, Erzählperspektive, über Infodumping und Klischees bis hin zu den Charakteren, Spannung, Szenenaufbau und, und, und. Alles ist vertreten und noch viel mehr. Der Fehler oder besser gesagt ein schlecht geschriebener Roman lauert überall. Ich konnte das Buch Bessere! Romane! Schreiben! 1 & 2" wirklich nicht aus der Hand legen, da es für mich als Neuling oder werdender Autor immer neue Fragen beantwortet, die für einen guten Roman (oder sonstiges Buch) zwingend erforderlich sind. `SicherŽ, werden viele von ihnen sagen, `Sicher kann ich auch ohne diesen oder ähnliche Schreibratgeber ein Buch schreiben.Ž Ja das kann sein. Aber ich behaupte: Sie müssen ein verdammtes Genie sein, um keine sogenannten Schriftstellerfehler zu begehen. Und davon gibt es wahrlich viele. Dieses Buch erklärt anhand von Beispielen aus der zeitnahen Film- und Bestsellerwelt diese Schriftstellerfehler, die ein junger unerfahrener Schreiber alle begehen kann. (Und ich persönlich habe bestimmt 85 % davon begangen.) Gut & Schlecht Ich persönlich fand: Das einzig Schlechte an diesem Buch ist gleichzeitig das Beste, was einem Jungen Schreiber passieren kann. Nämlich, dass er seinen ganzen Roman überarbeiten darf. Aber gerade das ist wieder ein großer Fortschritt für den eigenen Roman. Durch dieses Buch kann man (frau) nur besser werden. Fazit Das Buch ist gut strukturiert aufgebaut und es erklärt mit viel Witz und Charme die Grundfehler des Schreibens auf eine sehr anschauliche Weise. Ich habe ein völlig neues Leseverständnis und lese Bücher nun viel Aufmerksamer. Ich erkenne hier und da Fehler bei anderen Autoren aber was noch viel besser ist: Ich erkenne meine eigenen Fehler. Und das wird jeder andere auch, der dieses Buch liest. Aus diesem Grunde sollte dieses Buch in keinem Regal (oder in keiner Tasche) fehlen. Selbst für Nicht-Schriftsteller ist das Buch aus diesem oben genannten Grunde interessant. Vielen Dank für dieses wunderbare Werk. PS: Ich will mehr! Bitte!

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  • Rezension zu "Bessere! Romane! Schreiben! 1 & 2" von Stephan Waldscheidt

    Bessere! Romane! Schreiben! 1 & 2
    janett_marposnel

    janett_marposnel

    07. February 2013 um 20:25

    Egal ob man in seinem eigenen Roman gerade steckt oder sogar feststeckt oder auf der Suche nach weiteren Inspirationen ist, man sollte auf jeden Fall seinen Kopf mal in dieses Buch stecken. Es lohnt sich. Der Schreibratgeber ist durch und durch praxisbezogen. Alle Tipps, Techniken und Hinweise werden grundsätzlich mit Werken aus der Literatur bekannter und weniger bekannter Autoren und manchmal auch mit Beispielen aus der Filmbranche auf witzige Art und Weise erläutert. Dem Autor, Stephan Waldscheidt, liegt der Humor sehr am Herzen. Das zeigt sich nicht nur in seiner Schreibweise, sondern auch darin, dass er dem Thema allein fünf Kapitel gewidmet hat. Die riesigen Überschriften der einzelnen Kapitel wirken auf den ersten Blick ungewöhnlich, immerhin erstreckt sich das Inhaltsverzeichnis des Buches über ganze fünfeinhalb Seiten, aber sie sind ebenfalls für die Praxis gemacht, denn sie ermöglichen nicht nur ein schnelles Nachschlagen, sondern manchmal auch ein konkretes Abrufen aus dem Gedächtnis. Das schnelle Nachschlagen und die Orientierung in diesem Ratgeber sind durch das in der Überschrift vorangestellte Stichwort gesichert. Damit weiß der Leser sofort, worum es in dem Kapitel geht. Einige Stichworte sind unter anderem: Struktur, Erzählen, Charaktere oder Spannung. An das Schlagwort reiht sich ein origineller Satz, der sich auf ein in dem Kapitel angeführtes Beispiel bezieht und das Abrufen aus dem Gedächtnis in Gang setzt. Denn durch diesen anschaulichen Satz entsteht ein Bild im Kopf des Lesers, wie bei mir, als ich las: „Ein Glas Sauerkirsch-Konfitüre, und der Leser weint.“ Seit ich dieses Kapitel gelesen habe, denke ich beim Schreiben oft: „Vergiss die Sauerkirch-Konfitüre nicht.“ Oder mit dem Wissen aus einem anderen Kapitel überlege ich manchmal, ob ich in meinem Schreibprojekt an einer konkreten Stelle vielleicht besser den aufgeschlitzten Teddy zum Einsatz bringen sollte. Nun ist es möglich, dass dieser originelle Satz nach dem Schlagwort bei Ihnen kein so großes Bild auslöst, aber auch dafür ist gesorgt, denn es folgt noch eine knappe Erläuterung zum Inhalt des Kapitels. Im Fall der Sauerkirsch-Konfitüre lautet die komplette Überschrift: „Struktur: Ein Glas Sauerkirsch-Konfitüre, und der Leser weint - Warum Sie Geschichten weben und nicht bloß spinnen sollten.“ Dieser Schreibratgeber ist ein Buch für die Praxis. Er ist von einem Praktiker für Praktiker geschrieben, wie der Verfasser bereits in seinem Vorwort mitteilt, aber er verfügt weiterhin über praktische Überschriften und durch den sarkastischen Humor liest es sich praktisch so weg und was auch praktisch ist, es bleibt unglaublich viel Nützliches im Gedächtnis hängen. Da fällt einem das Schreiben des eigenen Romans gleich viel leichter. PS: Und falls sich die Heldin Ihres Romans, aus welchen Gründen auch immer, in einen Esstisch verlieben sollte, selbst dann hat Herr Waldscheidt einen Tipp für den Autor parat. Aber lesen Sie selbst.

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