Stephan Werhahn

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Lebenslauf

Stephan Werhahn (*1953) machte zwei juristische Staatsexamina in Göttingen und in Hamburg, er erwarb 1979 einen Master of Science an der School of Foreign Service (MSFS) an der Georgetown University Washington. Dort hörte er u. a. Vorlesungen von Prof. Henry Kissinger und promovierte über ein Weltbank-Thema. Seine Rechtsanwaltszulassung erhielt er 1983 in Hamburg. Werhahn führte lange Jahre leitende Positionen in deutschen Top-Unternehmen aus: Bei Siemens als Leiter des Geschäftsbereichs »Planung und Strategie« und anschließend als CFO des Geschäftsbereichs »High Speed Train Systems«. Er war CFO sowohl bei der Hamburger Reedereigruppe Bernhard Schulte, als auch bei der GSW Immobilien AG in Berlin und CEO bei der Conti-Reederei in München. Politisch engagierte sich der Enkel von Konrad Adenauer und Wilhelm Werhahn über viele Jahre in der CDU. Er war sechs Jahre Mitglied im Bundesvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT) und in deren Bundesfachkommissionen Energie und Umwelt, Steuern und Haushalt sowie in der Bundesfachkommission Europa. 2012 wechselte er zu den Freien Wählern, die er als Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2013 im Wahlkampf vertrat. Seit 2021 ist Werhahn Lehrbeauftragter an der Business School der IESE in Barcelona und der WFI in Ingolstadt. Daneben ist er Co-Autor mehrerer Bücher, Vortragsredner und Gründer des Institute Europe of Marketeconomy (www.iem-europe.com), das sich für die Zukunft Europas einsetzt. Er ist Vater von vier Kindern und sieben Enkelkindern

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Stephan Werhahn

Cover des Buches SOS Europa (ISBN: 9783898799843)

SOS Europa

(1)
Erschienen am 11.07.2016

Neue Rezensionen zu Stephan Werhahn

Cover des Buches SOS Europa (ISBN: 9783898799843)
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Rezension zu "SOS Europa" von Stephan Werhahn

WinfriedStanzick
Hat Europa noch eine Chance?



Schon 2014 hatte  der ehemalige Straßenkämpfer, Taxifahrer und Bundesaußenminister Joschka Fischer sich mit einem leidenschaftlichen und engagierten Plädoyer für die Zukunft Europas in seinem Buch “Scheitert Europa?“ eingesetzt. Trotz aller Probleme und Krisen seit dem großen Knall der Finanzkrise 2009 war für ihn, sich auf Winston Churchill berufend, klar:

Der Weg zu dem Ziel der Vereinigten Staaten von Europa muss konsequent weitergegangen werden, wobei ein ganz besonderer Wert gelegt werden muss auf die Herausbildung einer europäischen Demokratie. Deutschland und Frankreich macht er dabei als entscheidende Faktoren dafür aus, ob dieser Prozess gelingt.
Ich war in einer Rezension damals skeptisch:

„Ich muss gestehen, dass ich bei aller Würdigung des Buches, sehr skeptisch bin, ob dieser Prozess gelingen kann. Zu schnell, zu unüberlegt ist die EUR in den letzten zehn Jahren durch Ländern erweitert worden, die weder ökonomisch noch rechtsstaatlich in diesen Kreis passten. Zu eigennützig und nationalistisch agieren viele Länder, als dass man sich ernsthaft vorstellen könnte, sie wären bereit, noch mehr nationalstaatliche Kompetenzen an eine zentrale europäische Regierung abzugeben. Die vielen eurokritischen und -feindlichen Parteien in den meisten Mitgliedsstaaten kommen ja nicht von ungefähr. Sie drücken eine Stimmung in der Bevölkerung aus, die für die Zukunft Europas in Fischers Sinne wenig Gutes erhoffen lässt.“

Über zwei Jahre später hat sich die Situation in Europa noch weiter zugespitzt. Die unbewältigte Flüchtlingsfrage, Terroranschläge in großen Hauptstädten und der Provinz, der Brexit, mit dem niemand ernsthaft rechnete und eine völlig unverständliche und ruinöse Politik der Europäischen Zentralbankhaben die Idee eines geeinten Europa in noch weitere Ferne rücken lassen.

Die Beiträge in dem hier vorliegenden Buch SOS Europa greifen in mehreren Ansätzen und Zugängen diese Thematik auf und zeigen aus unterschiedlichen Perspektiven „Wege aus der Krise“ auf.
Am ehesten fassen die Stichworte Ulrich Horstmanns am Ende des Buches die neue Weichenstellung zusammen:
•    Mehr Föderalismus (statt planwirtschaftlichem Zentralismus)
•    Handeln im Einklang mit christlich-freiheitlichen Werten
•    Wettbewerb um neue Ideen
•    Stärkung der Eigenverantwortung der Bürger
•    Sicherung des demokratischen Ringens um die besten Lösungen

Ich muss zugeben, dass sich meine Skepsis aus 2014 auch nach der Lektüre dieses Buches nicht verändert hat. Klar ist aber auch: es gibt keine realistische Alternative eines reformiertem, konföderalen Europas, das gemeinsam seine inneren Krisen löst und auch gemeinsam in der Welt seine Stimme erhebt und handelt. Zu wichtig sind die von außen (aber auch von innen durch die vielen Populisten) kommenden Bedrohungen, als dass man nicht alles tun müsste, um an Europa nicht nur festzuhalten, sondern es auch weiter zu entwickeln.



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