Stephanie Danler Sweetbitter

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Lovelybooks Bewertung

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  • 4 Leser
  • 62 Rezensionen
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Inhaltsangabe zu „Sweetbitter“ von Stephanie Danler

Eigentlich wollte Tess nicht Kellnerin werden. Sie wollte ihrer provinziellen Herkunft entkommen, in die Großstadt eintauchen und endlich herausfinden, wofür sie geschaffen ist. Doch dann landet sie in einem edlen New Yorker Restaurant und es ist wie der Eintritt in ein neues Universum, in dem ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen, in dem der falsche Wein im falschen Moment zum Verhängnis werden kann. Oder die Ignoranz gegenüber der Einzigartigkeit einer Auster. Sweetbitter ist ein großer Roman über den Genuss und die Obsession – darüber, dass man manchmal besessen sein muss, um wirklich genießen zu können.

Kaum Handlung, dafür Drogen, Alkohol und Genuss

— Jashrin
Jashrin

Von Genuss ist hier wohl keine Rede

— Anneja
Anneja

SWEET ... die Sehnsüchte, das Leben und die Liebe ... BITTER die Abstürze und Exzesse ... was für ein Wahnsinnsbuch!!!

— 19angelika63
19angelika63

Leider kann ich den Hype nicht nachvollziehen. Emotionslos, verwirrend und ohne Tiefgang.

— BonnieParker
BonnieParker

Nicht meine Welt, ein Roman mit Längen, ungewöhnlich, anders, intensiv, exzessiv

— vielleser18
vielleser18

Intensiv! Hier muss man sich unbedingt seine eigene Meinung bilden und nicht abschrecken lassen!

— MrsAmy
MrsAmy

Bitter im Abgang und enttäuschend

— Areti
Areti

Eine schöne Idee und gut recherchiert, aber mir fehlte die versprochenen Genussfreuden.

— Buchina
Buchina

Ein brillantes Lesevernügen, dass uns in die Welt des NYer Servicepersonals zieht. Volles Leben, coming of age mit sex, drugs & service!

— Nil
Nil

Oberflächlich. Eine Handlung bestehend aus Alkohol, Drogen, Sex und ein bisschen Gastro. Eine nichtssagende Protagonistin. Der Jahres-Flop!

— PrinzessinAurora
PrinzessinAurora

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  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Genuss- und Geschmackserlebnisse literarisch verarbeitet - leider mit zu wenig Substanz

    Sweetbitter
    smayrhofer

    smayrhofer

    27. June 2017 um 11:43

    Tess will endlich mehr vom Leben erfahren und zieht aus einer provinziellen Kleinstadt nach New York. Um ihre Miete und ihren Lebensunterhalt zu verdienen, heuert sie in einem feinen Restaurant als Hilfskellnerin an. Schon bald taucht sie in eine ganz andere Welt ein; ein Paralleluniversum, in dem Genuss in jeder Hinsicht an erster Stelle steht…„Sweetbitter“ ist irgendwie der passende Name für diesen Roman, denn er lässt mich mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Das Buch ist mit der Orientierung an die vier Jahreszeiten durchaus interessant aufgebaut, man kann die Hitze- und Kälteperioden gut nachvollziehen. Leider gilt das für die Handlung – wenn man überhaupt davon sprechen kann - nicht unbedingt. Es geht eigentlich gar nicht richtig voran, denn außer den gut gelungenen Beschreibungen von kulinarischen Genuss- und Geschmackserlebnissen geht es vor allen Dingen um die immer wiederkehrenden Sex-, Drogen- und Alkoholexzesse im New Yorker Nachtleben. Das sind zwar in gewisser Weise auch Genusserlebnisse, aber bringen die Geschichte nicht richtig weiter. Den durchaus interessanten Charakteren fehlt die Tiefe, obwohl es sich offensichtlich um vielschichtige Persönlichkeiten handelt (z.B. die erfahrene Kellnerin Simone). Diese Gelegenheit zur Vertiefung verpasst die Autorin leider. Die ganze Geschichte wird aus der Perspektive von Tess geschrieben, die von ihren Kollegen aber nur „die Neue“ oder „Fluff“ genannt wird. Der im New Yorker Restaurantgewerbe offensichtlich übliche rüde Umgangston zieht sich durch das ganze Buch und wirkt teilweise befremdend. Aber offensichtlich weiß die Autorin, wovon sie schreibt, denn sie hat selbst in diesem Metier gearbeitet und kennt sich mit der Arbeit einer New Yorker Kellnerin sowie mit den Beziehungen zwischen Kollegen, Chefs und Untergebenen bestens aus. Das kann man ihr zugutehalten, macht die Sache für den Leser aber nicht unbedingt erträglicher. „Sweetbitter“ punktet vor allen Dingen dann, wenn es um dezidierte Beschreibungen der kulinarischen Genüsse bzw. die dabei entstehenden Gefühle geht. In diesen Momenten ist man als Leser regelrecht mittendrin. Für ein mehr als 400 Seiten starkes Buch ist das meines Erachtens aber zu wenig, und deshalb gibt’s auch nur 3 Sterne.

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  • Leider enttäuschend

    Sweetbitter
    Maddinliest

    Maddinliest

    25. June 2017 um 23:13

    Tess flieht aus ihrer kleinbürgerlichen Heimat und sucht wie so viele ihr Heil in einer glamourösen und verlockenden Großstadt, nämlich New York. Mehr aus einer Verlegenheit um einen Job und somit um einen guten Start in ihrem neuen Leben nimmt sie die Anstellung in einem angesehen Restaurant an. Sie beginnt hier als Neuanfängerin und somit im untersten Glied der Hierachiekette. Mit der Zeit muss sie sich ihren Platz in dieser eigenen Welt suchen und um die Anerkennung ihrer Kollegen kämpfen.Ich bin mit hohen Erwartungen in dieses Buch gestartet, da es im Ausland viele gute Bewertungen erhalten hat und es mit der Kombination aus Gourmetküche und New York einen großen Reiz auf mich ausgelöst hat. Zudem finde ich die Covergestaltung sehr gelungen. Desto größer war für mich die Enttäuschung, als sich die anfänglich noch völlig offene Story zu einer Aneinanderkettung ausschweifender Partys und Exzesse entwickelte. Ich wartete leider vergeblich auf den Ansatz einer tiefergehenden Handlung und musste mich so tapfer durch das Buch kämpfen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Autorin Stephanie Danler mit ihrem Buch die sicherlich das besondere und exzessive Leben in einer solchen Weltstadt charakterisieren wollte, aber da ich zu keiner Zeit einen Zugang zu den aus meiner Sicht sehr blassen Protagonisten finden konnte, bekam ich auch keinen Bezug zum Buch. Die Schreibweise der Autorin ist dabei durchaus erfrischend anders und konnte mich zu Beginn des Buches noch wirklich begeistern, aber im Verlaufe des Buches lies dies leider immer mehr nach.Das Buch ist sehr speziell und bei den bisherigen Bewertungen kann man feststellen, dass es stark polarisiert. Mich hat es leider auf die negative Seite verschlagen, so dass ich "Sweetbitter" nicht wirklich weiterempfehlen kann und nur mit zwei von fünf Sternen bewerte.

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  • Geschmackssache

    Sweetbitter
    Jashrin

    Jashrin

    13. June 2017 um 12:21

    New York. Die Stadt verspricht Aufregung, Glitzer und Abenteuer. Auch Tess zieht es aus der Provinz in die schillernde Großstadt. Eigentlich hatte sie andere Pläne, doch um ihre Miete aufbringen zu können, beginnt sie in einem edlen und legendären Restaurant, dessen Ruhm so langsam verblasst, als Aushilfe. Schnell merkt sie, dass das Restaurant seinen ganz eigenen Regeln folgt und mit seinen unzähligen verborgenen Ritualen eine unglaubliche Sogwirkung auf sie ausübt. Freundschaften, Affären und Intrigen gehören ebenso dazu wie die Kenntnisse über den richtigen Wein, den salzigen Geschmack von Austern und die Fähigkeit alles von Kaviar über Schweinefüße und Anchovis bis hin zu Seeigeln genießen zu können. „Sweetbitter“ erzählt, wie Tess sich in dem Paralleluniversum, dass das Restaurant zu sein scheint, immer mehr verliert, doch vielmehr noch geht es um den Genuss, um die Wirkung, die zum Beispiel ein Stück Schokolade oder auch das Lichtspiel in den Bäumen auf die Sinne haben kann. Immer wieder werden Sinneseindrücke und Gefühle beschrieben, häufig ausgelöst von bestimmten Nahrungs- oder Genussmitteln. Diese Beschreibungen sind so eindringlich, dass man als Leser direkt mitempfinden kann. Während ich diese Beschreibungen sehr mochte, so hatte ich dennoch mit dem Buch meine Probleme. Allzu ausufernd sind mir die Exzesse, an denen große Teile der Belegschaft beinahe allabendlich- oder nächtlich teilnehmen, wenn sie völlig aufgeputscht vom Abend das Restaurant geschlossen haben. Viel zu leichtfertig ist mir der Umgang mit Drogen, Alkohol und Sex. Die Selbstverständlichkeit, mit der Tess und die anderen eine Line ziehen oder Aufputschmittel nehmen, behagt mir gar nicht, denn es wirkt so, als sei das ganz normal und keine große Sache. Auch die derbe, teils vulgäre Sprache, die immer wieder aufkommt mag ich in keiner Weise. Sie steht in völligem Gegensatz zu den sinnlichen Beschreibungen des Genusses und des Schmeckens. Ebenso hatte ich mit den Charakteren meine Schwierigkeiten, da mir eine Bezugsperson, jemand mit dem ich mich zumindest in Teilen identifizieren kann, fehlte. Die Protagonistin Tess lässt sich treiben und es scheint für sie nichts mehr zu existieren außer dem Restaurant, einer eher obsessiven Verbindung mit Simone und Jack, ebenfalls Angestellte des Restaurants, und den ausschweifenden Abenden. Simone und Jack scheinen nochmals in einem völlig eigenen, eher krankhaften, Universum zu leben und auch die übrige Belegschaft war für mich nicht greifbar. Daher stehe ich dem Roman eher zwiespältig gegenüber. Es passiert nicht allzu viel, wodurch einige Längen entstanden und das Buch zog eher wie im Nebel an mir vorbei. Auf Seite 251, 1. Auflage heißt es: „Manchmal verdichteten sich alle Schichten zu einer einzigen.“ Für mich trifft das die Sache sehr gut. Von der ersten bis zur letzten Seite ist alles wie ein Rausch. Ereignisse, Emotionen, Beschreibungen. Alles überlagert sich und etwas konkret zu benennen ist schwierig. Ich weiß nicht, wie viel von dem Roman mir im Gedächtnis bleiben wird. Mein Fazit: „Sweetbitter“ ist ein ungewöhnlicher Roman, der mit seiner Eindringlichkeit punkten kann, aber mich dennoch nicht erreicht hat. Mir fehlte schlichtweg eine voranschreitende Handlung und etwas, das ich besser nachempfinden kann. Eigentlich ist der Titel des Buches Programm: das Buch ist süß und bitter zugleich und ob man es mag, ist in diesem Fall mehr denn je Geschmackssache.

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  • Geschmackssache

    Sweetbitter
    Jashrin

    Jashrin

    13. June 2017 um 12:21

    New York. Die Stadt verspricht Aufregung, Glitzer und Abenteuer. Auch Tess zieht es aus der Provinz in die schillernde Großstadt. Eigentlich hatte sie andere Pläne, doch um ihre Miete aufbringen zu können, beginnt sie in einem edlen und legendären Restaurant, dessen Ruhm so langsam verblasst, als Aushilfe. Schnell merkt sie, dass das Restaurant seinen ganz eigenen Regeln folgt und mit seinen unzähligen verborgenen Ritualen eine unglaubliche Sogwirkung auf sie ausübt. Freundschaften, Affären und Intrigen gehören ebenso dazu wie die Kenntnisse über den richtigen Wein, den salzigen Geschmack von Austern und die Fähigkeit alles von Kaviar über Schweinefüße und Anchovis bis hin zu Seeigeln genießen zu können. „Sweetbitter“ erzählt, wie Tess sich in dem Paralleluniversum, dass das Restaurant zu sein scheint, immer mehr verliert, doch vielmehr noch geht es um den Genuss, um die Wirkung, die zum Beispiel ein Stück Schokolade oder auch das Lichtspiel in den Bäumen auf die Sinne haben kann. Immer wieder werden Sinneseindrücke und Gefühle beschrieben, häufig ausgelöst von bestimmten Nahrungs- oder Genussmitteln. Diese Beschreibungen sind so eindringlich, dass man als Leser direkt mitempfinden kann. Während ich diese Beschreibungen sehr mochte, so hatte ich dennoch mit dem Buch meine Probleme. Allzu ausufernd sind mir die Exzesse, an denen große Teile der Belegschaft beinahe allabendlich- oder nächtlich teilnehmen, wenn sie völlig aufgeputscht vom Abend das Restaurant geschlossen haben. Viel zu leichtfertig ist mir der Umgang mit Drogen, Alkohol und Sex. Die Selbstverständlichkeit, mit der Tess und die anderen eine Line ziehen oder Aufputschmittel nehmen, behagt mir gar nicht, denn es wirkt so, als sei das ganz normal und keine große Sache. Auch die derbe, teils vulgäre Sprache, die immer wieder aufkommt mag ich in keiner Weise. Sie steht in völligem Gegensatz zu den sinnlichen Beschreibungen des Genusses und des Schmeckens. Ebenso hatte ich mit den Charakteren meine Schwierigkeiten, da mir eine Bezugsperson, jemand mit dem ich mich zumindest in Teilen identifizieren kann, fehlte. Die Protagonistin Tess lässt sich treiben und es scheint für sie nichts mehr zu existieren außer dem Restaurant, einer eher obsessiven Verbindung mit Simone und Jack, ebenfalls Angestellte des Restaurants, und den ausschweifenden Abenden. Simone und Jack scheinen nochmals in einem völlig eigenen, eher krankhaften, Universum zu leben und auch die übrige Belegschaft war für mich nicht greifbar. Daher stehe ich dem Roman eher zwiespältig gegenüber. Es passiert nicht allzu viel, wodurch einige Längen entstanden und das Buch zog eher wie im Nebel an mir vorbei. Auf Seite 251, 1. Auflage heißt es: „Manchmal verdichteten sich alle Schichten zu einer einzigen.“ Für mich trifft das die Sache sehr gut. Von der ersten bis zur letzten Seite ist alles wie ein Rausch. Ereignisse, Emotionen, Beschreibungen. Alles überlagert sich und etwas konkret zu benennen ist schwierig. Ich weiß nicht, wie viel von dem Roman mir im Gedächtnis bleiben wird. Mein Fazit: „Sweetbitter“ ist ein ungewöhnlicher Roman, der mit seiner Eindringlichkeit punkten kann, aber mich dennoch nicht erreicht hat. Mir fehlte schlichtweg eine voranschreitende Handlung und etwas, das ich besser nachempfinden kann. Eigentlich ist der Titel des Buches Programm: das Buch ist süß und bitter zugleich und ob man es mag, ist in diesem Fall mehr denn je Geschmackssache.

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  • Nicht mein Fall

    Sweetbitter
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    12. June 2017 um 08:09

    Nach ihrem Studium hat Tess genug von ihrem langweiligen Kleinstadtleben und zieht kurzerhand in die Stadt, die niemals schläft, um herauszufinden, zu was sie fähig ist. Eigentlich hatte sie vorgehabt, dort zu sich selbst zu finden, und der Job als Kellnerin in einem edlen Restaurant sollte nur eine Notlösung sein, bis sie einen richtigen Job gefunden hat. Doch irgendwie bleibt sie in dem Lokal hängen und taucht immer tiefer in die Strukturen des Restaurants ein. "Du wirst Geschmack entwickeln. Den Ort auf deiner Zunge entdecken, wo die Erinnerung wohnt. Hier versiehst du jeden Geschmack mit einem Namen. Essen wird zu einer Wissenschaft, definiert durch Sprache. Nie wieder wirst du einfachNahrung zu dir nehmen." (Seite 9) Der Anfang von Sweetbitter ist eigentlich ganz interessant, obwohl die einzelnen Geschmacksbeschreibungen etwas unelegant und unbeholfen einfach mitten in den Fließtext gesetzt wurden. Wobei, ein richtiger Fließtext ist es anfangs eigentlich auch nicht, es sind vielmehr nur Gedankenfragmente, die geauso plötzlich enden, wie sie begonnen haben. Jedenfalls erfahren wir, wie Tess ganz unten in der Hierarchie des edlen Restaurants startet und wie sie nach und nach lernt, wie man gute Weine erkennt und wie man Austern zu schätzen weiß. Im weiteren Verlauf des Buches passiert aber leider nicht viel mehr als das. Tess lernt immer neue Geschmäcker kennen und arbeitet sich langsam aber sicher hoch. Wir tauchen als Leser sehr tief in das Leben einer Hilfskellnerin ein, wenn auch nicht sonderlich tief in Tess' Gedankenwelt. Und während Tess ganz allmählich Fuß fasst in diesem Restaurant, entdeckt sie auch die wilden Seiten des New Yorker Lebens für sich: Sex, Drogen und Alkohol in all seinen Varianten. Gegen Ende verschiebt sich das Gleichgewicht und es geht immer weniger um Essen und Genuss als vielmehr um die Eskapaden einer jungen Frau, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Was mich letztendlich so gestört hat, ist, dass die Handlung einfach nicht richtig vorankommt. Die ständigen, immer gleichen Wiederholungen dessen, was Tess tut, werden auf Dauer einfach langweilig und die Handlung plätschert nur noch vor sich hin. Auch die Figuren sind mir nicht ans Herz gewachsen. Tess war mir von Anfang an fremd und diese Distanz zu ihr ist bis zum Ende erhalten geblieben. Andere Figuren wie Chef, Jake oder Simone sind ebenso blass geblieben wie die Ich-Erzählerin. SweetBitter wird als Roman über Genuss angepriesen, aber irgendwie ist es mehr ein recht eintöniger Roman über das ausartende Nachtleben einer jungen Kellnerin. Anfangs fand ich den Erzählstil noch erfrischend anders, spätestens ab der Hälfte wurde mir der Roman aber zu einseitig und langweilig. (c) Books and Biscuit

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  • Sweetbitter – Der große Hunger auf das Leben

    Sweetbitter
    LibriHolly

    LibriHolly

    11. June 2017 um 21:46

    „Sagen wir, dass ich Ende Juni 2006, beim Überqueren der Georg-Washington-Brücke, geboren wurde. Es war sieben Uhr morgens, die Sonne begann gerade ihre Wanderung, der Himmel war voll scharfkantiger Lichtstrahlen, noch unberührt von den aufsteigenden Abgasen. Die Luft war beweglich, erst später würde die Hitze sie erstarren lassen. Die Fenster hatte ich heruntergelassen, und aus dem Radio kam ein absurd hoffnungsvoller Popsong. Alles offen, offen, offen.“ (S. 11) Dies lässt uns gleich zu Beginn die Protagonistin in Stephanie Danlers jüngst erschienen Debütroman „Sweetbitter“ wissen. Ein Buch, das im vergangenen Herbst gefühlt halb Hollywood verrücktmachte. Von Rosie Huntington-Whiteley über Eva Longoria bis hin zu Emma Roberts. Jeder schien dieses Buch gelesen zu haben, ja, geradezu verschlungen. Derart gehypte Bücher stimmen mich ja zunächst immer kritisch. Was steckt also hinter dem so in den Himmel gelobten Buch? Ist es tatsächlich so faszinierend, so spannend, so über alle Maßen lesenswert? Zunächst einmal, vergessen sie den Klappentext! Am besten lesen sie ihn einfach gar nicht und wenn sie es schon getan haben, verdrängen sie ihn einfach ganz schnell wieder. Zum einen verrät er zu viel (z.B. den Namen der Protagonistin, den erfährt der Leser nämlich erst viel, viel später im Verlauf der Handlung) und zum anderen suggeriert er ein völlig falsches Bild des Buches. Es ist kein Genussbuch, zumindest nicht vordergründig und schon gar kein Buch, das Hunger macht. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die noch auf der Suche nach ihrem Platz im Leben ist. Die mit ihren gerade einmal zweiundzwanzig Jahren mutig alles hinter sich lässt – Freunde, Vater, Probleme, den provinziellen Kleinstadtmief – kurz, ihr ganzes bisheriges Leben. Und wo könnte sie in den USA anders ihr Glück suchen als in der Stadt der Städte – New York City. Die Stadt der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Und so scheint auch schnell ein Platz gefunden: Ausgerechnet in einem der angesagtesten Restaurants der Stadt heuert die junge Frau als Kellnerin an. Ein Kosmos im Kosmos. Eine wilde, faszinierende, ganz eigene Welt. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich immer auch Schatten. Der Job ist stressig, anstrengend, schnelllebig und äußerst fordernd. Er verlangt den Menschen die ihn ausüben alles ab. Die Arbeitszeiten sind lang, unregelmäßig und der Druck, die Anforderungen hoch. Ein Umstand der nur allzu gerne und bereitwillig mit Alkohol, Kokain und wilden, ausschweifenden nächtlichen Partys nach Ladenschluss kompensiert wird. Nach und nach muss die junge Frau erkennen, dass das Leben nicht nur schwarz oder weiß ist und dass es schon gar nicht auf einen wartet, sondern passiert während sie selbst wie ein Hamster im selbstgebauten Käfig unermüdlich ihre Runden dreht. „Sweetbitter“ ist in meinen Augen ein absolut bemerkenswertes Buch, einer noch am Anfang ihrer Karriere stehenden Autorin. Geschrieben in der Form eines Tagebuches mutet es beinahe schon wie eine kleine Biographie an. Sicherlich sind auch eigene Erfahrungen der Autorin, die selbst jahrelang ihr Geld neben dem Studium her als Kellnerin im edlen Union Square Café verdiente, miteingeflossen und dieses Wissen merkt man dem Buch auch an. Dennoch darf man bei all dieser Authentizität nicht vergessen: Es handelt sich hier dennoch um Fiktion. Mutig spielt Danler dabei auf der gesamten Klaviatur der ihr zur Verfügung stehenden Stilmittel, das ist einerseits interessant zu beobachten, macht den Roman aber andererseits zu keiner ganz einfachen Lektüre und manches Mal ist es vielleicht auch ein wenig zu viel des Guten, blitzt die kreative Schreibschule etwas zu sehr durch. Weniger ist doch manchmal mehr. Nichtsdestotrotz habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen. Wer Anthony Bourdains „Geständnisse eines Küchenchefs“ liebte, wird dieses Buch mögen.

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  • Genuss vs. Drogen&Alkohol

    Sweetbitter
    Anneja

    Anneja

    09. June 2017 um 10:59

    Auf dieses Buch war ich sehr gespannt als ich es endlich in den Händen hielt, um es zu lesen. Ich hatte vorab sehr viel schlechtes darüber gehört und wollte mich nun vergewissern ob an der Sache etwas dran wäre. Leider traf alles was ich las vollkommen zu, da das Buch nicht ansatzweise der Kurzbeschreibung entspricht. Tess, macht sich auf den Weg nach New York, ungeplant, frei und mit viel Hoffnung. Sie möchte unbedingt in einem Restaurant arbeiten und geht daher von Restaurant zu Restaurant. Eines davon hat Interesse an ihr und stellt sie erstmal zur Probe ein. Schon allein da heißt es für sie, viel lernen. Weine, exklusive Speisen und die Hierarchie im Restaurant, es ist nicht leicht, doch dies hat auch keiner gesagt. Nach und nach arbeitet sie sich immer mehr ein, wobei sie einige Tiefschläge erleiden muss. Das Buch ist in die 4 Jahreszeiten aufgeteilt und unter jeder durchlesen wir 6 Kapitel. Das Cover gefällt mir eigentlich sehr gut. Die Farben harmonieren und auch wenn es sehr schlicht wirkt, fällt es trotzdem auf.Kommen wir zu den Charakteren, von welchen man nicht so wirklich ein Bild bekommen hat. Gerade Tess, deren Name wir nach etwa der Hälfte des Romanserfahren, bleibt mir als Hauptcharakter trotzdem ein Rätsel. Bruchstückchenweise erfahren wir zwar immer mehr von ihr, aber dies reicht nicht ansatzweise aus um aus ihr eine Person zu machen, die man sich vorstellen kann. Sie blieb mir auch nach beenden des Buches nicht wirklich im Kopf haften, was bei mir selten vorkommt, da ich immer nachträglich über die Personen im Buch nachdenke.Die anderen Kallner, Barista oder Köche sind ein wildes Durcheinander verschiedenster Charaktere. Teilweise verlor ich die Übersicht über jene, was auch schwieriger machte der Geschichte zu folgen. Wirklich sympatisch war mir aber keiner im Restaurant.Kommen wir zum großen Knackpunkt der Geschichte, die Monologe. Diesen zu folgen und deren Sinn zu verstehen gestaltete sich nicht immer ganz leicht. Stellenweise gab es Gesprächsfetzen wo man nicht wusste was diese zu bedeuten haben und ob nun eine oder mehrere Personen diese führten. Da an der Geschichte dran zu bleiben und weiterzulesen, erforderte daher manchmal sehr viel Willenskraft. Genuss, das ist wohl das Hauptthema des Buches, doch dies wurde leider sehr stark verfehlt. Denn der Hauptgenuss von Tess und ihren Kollegen sind Drogen und Alkohol. Wir erfahren mehr darüber wie sie sich betrunken oder high fühlt, als das wir über die Delikatessen im Restaurant etwas erfahren. Schade dass das Wort "Leckereien" in diesem Sinne mehr für die Drogen benutzt wurde, als für kulinarische Köstlichkeiten. Dieser Umstand nervte zudem sehr schnell, da man so Tess keinesfalls ernst nehmen konnte. Eigentlich haben Geschichten, egal wie kurz oder lang sie sind, einen roten Faden dem man sicher durch das Buch folgen kann. Diesen hier zu finden und auch halten zu können erwies sich als äußerst schwierig da man innerhalb kürzester Zeit zwischen den Zeiten herumgeworfen wurde. Wir springen förmlich von einem Erlebnis zum nächsten, wobei man schnell die Übersicht verliert. Dieser Umstand führte auch dazu, das man große Leseschwierigkeiten bekam, da Monologe plötzlich endeten obwohl man sie selbst noch überhaupt nicht als abgeschlossen hielt. Auch die Jahreszeiten änderten nicht all zu viel, da außer ein paar Nahrungsmitteln und den Tischgedecken, sich kaum etwas ändert. Als absolut unkulinarischer Mensch gab es dann doch zwischendurch kleine Highlights, die mich dann auch sehr interessierten. Der Geschmack von Muscheln, Pilzen oder verschiedenen Weinen wurde teils sehr toll beschrieben. Gerade als Nicht-Weintrinker war es spannend zu erlesen, wie man jene auseinander halten kann und welche Merkmale sie haben. Dies waren dann leider schon die Highlight´s des Buches, denn mehr kann es leider nicht bieten. Vom Genuss zum Gaumengraus in nur einem Gang. Das Buch hätte soviel mehr bieten können, bot am Ende aber nur eine zerstückelte und wirre Geschichte, der einzige Leckereien Drogen und sehr viel Alkohol waren. 

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  • Umgang formt den Menschen

    Sweetbitter
    BonnieParker

    BonnieParker

    06. June 2017 um 12:16

    Dieses Buch ist mir auf vielen englischen Plattformen ins Auge gefallen und weckte meine Neugier. Ich schaue gerne Kochsendungen und Dokumentationen, die sich rund um das Thema Essen drehen. Da es im englischsprachigen Raum solch einen Anklang fand war ich natürlich sehr neugierig. Das Cover der deutschen Ausgabe finde ich sehr geschmackvoll und passend. Die Leseprobe verriet noch nicht allzu viel, aber meine Lust auf dieses Buch war erwacht. Allerdings fällt es mir nach Beenden des Buches nun gar nicht so leicht es einzuordnen. Die Hauptprotagonistin bleibt im Buch selbst ziemlich lang anonym. Wir erfahren ihren Namen erst ziemlich spät, lediglich durch den Klappentext wusste ich ihn. Sie selbst ist unnahbar und für mich nicht greifbar gewesen. Wahrscheinlich trug auch der Erzählstil dazu bei, denn dieser ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Es wirkt eher wie eine Berichterstattung und es erfolgen Sprünge zwischen den Personen und Zeiten, die es mir manches Mal erschwerten der Handlung zu folgen. Es wirkte so unpersönlich und wie Aufzählungen verstreichen Tage, manchmal erschien es mir zusammenhanglos, wie hingeworfene Gedanken. Tess ihre Wohnsituation und ihr Leben außerhalb des Restaurants wurden fast völlig außer Acht gelassen und man erfährt ziemlich wenig über ihre private Umgebung. Zeitweise scheint es gar kein Leben ohne die Menschen ihrer Arbeitsstelle zu geben. Auch das Kulinarische rückt immer mehr in den Hintergrund mit dem Verlauf der Handlung. Ist es zu Beginn noch im Mittelpunkt werden die Ausführungen zu Essen und Wein immer weniger. Die Charakter haben insgesamt alle etwas spezielles und ganz normale Personen scheint es nicht zu geben. Dies ist eigentlich ganz schön, allerdings wird es alles ziemlich emotionslos geschildert und wirkte auf mich sogar zeitweise plump. Von Romantik und Gefühlen war keine Spur, auch wenn sich zwischenmenschlich so einiges ereignete. Ich hatte mir da mehr erhofft und hätte gerne mehr mit den Protagonisten mitfühlen wollen. Das Thema Drogen und Alkohol spielt hingegen eine starke, zentrale Rolle und schockierte mich sehr. Wie leichtsinnig und selbstverständlich konsumiert wurde und das zum guten Ton zu gehören schien. Nichts geht ohne diverse Hilfsmittel und dieses Thema stieß mich eher ab. Als ich das Buch beendet hatte saß ich dann ziemlich ratlos da. Im letzten Teil legte die Autorin zwar die Emotionalität hinein, die ich mir gerne für das ganze Buch gewünscht hätte, aber so ganz war mir nicht klar, was mir die Autorin mit diesem Werk sagen wollte. Spontan vielen mir nur zwei Redewendungen ein, die dieses Buch verdeutlichte:"Liebe macht blind" und "Umgang formt den Menschen". Trotz der vielen Hürden konnte ich doch das Buch nicht abbrechen und irgendwas zog mich weiter. Vielleicht war es doch der außergewöhnliche Erzählstil und die Hoffnung auf ein gutes Ende. Letztlich bin ich ein wenig enttäuscht und verwirrt. dass ich nach einem Jahr mit Tess mit so vielen Ungewissheiten zurück bleibe. Dieses Buch war definitiv eine neue Erfahrung und den Hype kann ich nicht nachvollziehen.   

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  • Intensiv, exzessiv, anders - aber auch mit einigen Längen

    Sweetbitter
    vielleser18

    vielleser18

    06. June 2017 um 06:18

    "Wir nannten sie die "Geregelten". Sie arbeiteten täglich von neun bis siebzehn Uhr. Geregelte Arbeitszeiten. Sie lebten mit dem Einklang der Natur, wachten und schliefen mit der Sonne...Sie dinierten, sie gingen einkaufen, sie konsumierten und entspannten  sich. Sie breiteten sich aus, während wir arbeiteten, verblassten und Teil der Kulisse wurden, in der sie sich bewegten. Deshalb waren wir - die Gastro-Leute, so gierig, wenn die "Geregelten" ins Bett gingen". (Zitat S. 194/195)Tess ist Mitte zwanzig, als sie vom ländlichen Heimatort nach New York entflieht um ihr Glück zu suchen. Sie kann einen Job als Hilfskellnerin in einem gehobenen und angesagtem altem Restaurant ergattern.  Es geht um die Anfänge, ihre Lehrstunden über Essen, Wein und Gäste. Gerade am Anfang geht es darum, die Geschmackssinne zu schärfen. Aber es geht auch und gerade um das Leben der Angestellten, während und nach der Arbeitszeit. Ihre Beziehungen unter einander, das Arbeiten zu der Zeit, wenn andere Feierabend haben und ausgehen - der Zusammenhalt, aber auch die Intrigen, die Drogen, der schnelle Sex und die interne Hierarchie, die nach der Arbeit teilweise aufgelöst wird.  Ein Beziehungsgeflecht. Vier Jahreszeiten lang berichtet die Protagonisten von ihren Anfängen, ihren Einstieg und Aufstieg, vom Ende. Von dem was sie lernt, was sie falsch versteht, was sie hofft, von ihren Enttäuschungen, von dem was hinter den Kulissen für die Gäste abläuft, von teilweise erschreckenden Zuständen und vor allem von den Exzessen nach der Arbeit.Es ist für mich eine andere Welt. Eine, die mich teilweise abgestoßen hat, die für mich völlig fremd war. Dazu kommt, dass ich lange gebraucht habe um einigermaßen in diese Geschichte hinein zu kommen, erst nach gut einem Drittel kamen für mich auch fesselndere Abschnitte. In vier Abschnitten erzählt uns die Protagonistin von ihren Erfahrungen und Erlebnissen in New York. Anfangs sind es kurze Sequenzen, teilweise werden Geschmackssinne beschrieben, kurze Erlebnisse, es sind Gedankensplitter - nahtlos, willkürlich scheint es, aneinander gereiht. Es gibt anfangs keinen - wie mir scheint- richtigen Erzählstrang. Und das hat mir das Lesen sehr erschwert, weil ich keine Spannung, keinen Faden gefunden hatte.Im mittleren Teil wird es besser - es kommt eine Art Handlung, eine kleine, intensive, kuriose Liebesgeschichte/Dreiecksgeschichte dazu. Interessant ist der Blickwinkel hinter die Kulissen eines Restaurants, die Empfindlichkeiten, die Welt der Nacht mit all seinen Schattenseiten.Es ist auf die eine spezielle Art eine ganz andere Art der Erzählung, ich muss zugeben, die Autorin schafft es eine ganze Bandbreite an Gefühlen und Sinneserlebnissen in Worte zu fassen. Nicht alle gefallen, viele schrecken ab. Vielleicht ist das auch die Intension gewesen, wie das von mir anfangs angestellte Zitat beschreibt - die andere Seite, die dunkle Seite, die der "Gastro-Leute" darzustellen. "Sweet" - manchmal  - "bitter" - zu viel.Von mir leider nur 2,5 Sterne - die ich leider nicht aufrunden kann auf 3.

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  • Das Leben in allen Geschmacksrichtungen

    Sweetbitter
    LimitLess

    LimitLess

    02. June 2017 um 13:03

    3,5 Sterne Alles, was du dir von dieser Geschichte erwartest, kannst du gleich wieder über Bord werfen. Es ist nämlich ganz anders und das hat für mich auch immer einen besonderen Reiz. Sweetbitter wird aus der Ich-Perspektive von Tess erzählt, wobei ihr Name erst in der zweiten Hälfte des Buches vermehrt auftritt. Davor war sie einfach nur "Ich". Das Bild von ihr konnte so irgendwie nie richtig vervollständigt werden. Die Figuren an sich blieben alle sehr oberflächlich und blass, teilweise auch sehr unsympathisch. Das ist sehr frustrierend mit der Zeit. Im Restaurant sind auch ziemlich viele Menschen und sich alle zu merken war gar nicht so einfach. Das Restaurant ist der Hauptschauplatz. Ganz selten wird die Handlung an einen anderen Ort verlegt und alles hat mit dem Restaurant zu tun.  Danler hat selbst einige Jahre als Kellnerin gearbeitet und ihre Erfahrungen hier verarbeitet. Sie macht scharfe Beobachtungen und beschreibt das ganze Treiben im Restaurant aus der Sicht des Personals. Es ist sehr wirr manchmal und einseitig, aber doch auch interessant. Viel dreht sich um Alkohol, Drogen, Sex, aber auch zwischenmenschliche Beziehungen spielen eine Rolle. Es ist eine Geschichte über das Sich-selbst-finden, übers Erwachsenwerden und auf eigenen Beinen stehen, über Liebe, Anerkennung und Obsessionen. Die Handlung ist Geschmackssache. Es gibt nicht so wirklich eine und doch kommt eine Faszination für das Erzählte auf. Danlers Schreibstil ist irgendwie speziell. Sie schreibt in kurzen Sätzen, nicht immer spannend, aber doch sehr angenehm zu lesen. Sie hat einen besonderen Blick für das Treiben im Restaurant und das hat sich auf den Schreibstil übertragen. Das Essen, der Wein, die Gäste, die Kollegen und Kolleginnen, alles wird analysiert und auseinandergenommen.  Fazit Eine Geschichte, die anders ist, als es der Klappentext vermuten lässt. Danler verarbeitet eigene Erfahrungen im Gastgewerbe und führt ihre Leser hinter die Bars und die vielen Türen eines Restaurants. Sie stellt scharfe Beobachtungen an und zeigt das Leben eines Kellners von allen Lebensseiten. Die Handlung ist nebensächlich, der Schreibstil dem Restaurant angepasst. Ein spezielles Lesevergnügen. 

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  • Eine wahrlich wahre Katastrophe

    Sweetbitter
    lovelyliciousme

    lovelyliciousme

    31. May 2017 um 09:55

    Worum geht es in dem Buch?Tess hatte nie vor, als Kellnerin zu arbeiten. Ihr eigentliches Ziel war, raus aus der Provinz, rein ins wahre Leben, rein in die Großstadt. Dafür schien New York genau das richtige zu sein.Relativ schnell landet Tess dort in einem New Yorker Restaurant, dem Besten. Für sie ist dieser Job, wie die Eintrittskarte ins Universum. Dort lernt sie wie die Gesetze der Küche lauten, welche Regeln sie als Kellnerin zu beachten hat, was manche Kunden für Menschen sind und wie diese ganz eigene Welt tickt.Ein Wein ist nicht bloß ein Wein. Er kann dafür sorgen, dass der falsche Wein im falschen Moment zu einem wahren Desaster werden kann. Das ein Wein ein Menü unterstreicht, es streichelt, es umgarnt und es diesem ganz neue Geschmacksknospen offeriert.Und eine Auster, ist nicht bloß eine Auster. Eine Auster ist eine Auster, eine Auster, eine Auster! Eine Laune der Natur, mit einer wahren Einzigartigkeit im Geschmack.Ein Buch voller Genüsse und Obsessionen!Wer ist Stephanie Danler?Stephanie Danler fing im Alter von 15 Jahren an, in Restaurants zu arbeiten. Als sie 2006 nach New York kam, um dort kreatives Schreiben zu studieren, begann sie im edlen Union Square Café zu kellnern. Sie verliebte sich in die Arbeit, das Essen, die Leute und die Stadt. Inspiriert durch ihre Erfahrungen aus dieser Zeit, schrieb sie ihr Debüt „Sweetbitter“. Stephanie Danler lebt in Brooklyn, New York. Wie hat mir das Buch gefallen?Ich glaube es ist noch nie vorgekommen seitdem ich als Buchblogger tätig bin, dass ich ein Buch einfach nicht zu Ende lesen konnte.Ja, ihr habt ganz richtig gehört, ich habe es nicht zu Ende gelesen. Ich habe auf Seite 110 kapituliert.Wieso das Ganze?! In dem Buch, geht es um Tess. Eine junge Frau, die auf der Suche ist. Auf der Suche nach einer neuen Perspektive in New York. Deswegen bewirbt sie sich als Kellnerin in dem besten Restaurant der Stadt und wird genommen. Der Leser wird entführt in eine Welt, voller Genüsse, cholerischer Chefs, gutaussehender Kollegen und viel Alkohol. Und ab genau diesem Punkt, habe ich gestreikt.Ich habe lange versucht Tess als Protagonisten zu greifen, habe versucht zu verstehen was sie dort für Erfahrungen sammelt und habe versucht zu verstehen, was für eine Person Tess ist. Doch all dies kann ich nicht beantworten, denn ich habe keinerlei Zugang zu ihr gefunden. Ehrlich gesagt, kann ich sie weder beschreiben von ihrem Wesen her, noch von ihrem äußeren. Sie ist mir ein wahres Rätsel. In meinen Augen steigt und fällt gerade die Geschichte mit den Protagonisten. Aber nicht nur das, der Hauptprotagonist erweckt diese zum Leben und füllt das Buch mit seinen Worten und seinem Wesen.Da Tess als Hauptprotagonistin ausscheidet, wer bleibt da noch übrig? Leider viele andere, die ich alle noch viel weniger greifen kann. Keiner von diesen ist mir in Erinnerung geblieben, keiner von diesen, war so markant, dass ich ihn sympathisch fand und eine Leser-Protagonisten Beziehung aufbauen konnte.Das Ganze hat sich für mich dann als wahrlich schwer erwiesen, weiter zu lesen und dem Buch eine wirkliche Chance zu geben. Denn, das Thema welches der Klappentext offeriert, mich schon sehr angesprochen hat. Auf den ersten Seiten des Buches, wird Stephanie Danler sehr poetisch. Nein, anders… sie versucht poetisch zu sein. Denn sie versucht mit Phrasen die unterschiedlichen Geschmäcker zu fixieren und dem Leser näher zu bringen. Das gelingt ihr in meinen Augen nicht wirklich, denn das was sie versucht ist zu all dem anderen, ein mehr als markanter Stilbruch, der einfach nicht zum Rest des Buches passt.Dennoch, war die Story dahinter eigentlich der Anreiz es zu lesen. Aber auch die Story konnte mich einfach nicht überzeugen und auch nicht packen. Sie war sehr lahm, ohne einen wirklich roten Faden und ohne wirklich jeden Hintergrund. Ja, es geht um das Schmecken. Um das Schmecken von Speisen und dem Wein. Doch in meinen Augen ging es eher darum, was passiert wenn das Restaurant zu macht und die Angestellten sich maßlos an der Theke besaufen! Dieses Szenario wird in epischer Breite erzählt. Und mir ist immer noch nicht klar, was Tess eigentlich dort im Restaurant für eine Funktion bekleidet. Ist sie Kellnerin, Barfrau, Mädchen für alles? Und was bitte hat es mit den ominösen Handtüchern auf sich?! Also, im Großen und Ganzen war es einfach so, dass ich bei Seite 110 kapituliert habe. Für mich war es einfach kein Vergnügen in dieses Buch einzutauchen, mich treiben zu lassen und mich in New York wiederzufinden. Es war eher so, dass ich ständig das Gefühl hatte, mich ermüdet was ich lese, mich macht es nicht glücklich und ich mag den Schreibstil nicht.Der Stil von Stephanie Danler ist sehr holprig. Er ist ohne Ecken und Kanten und er ist langweilig und monoton. Auch gut zu beschreiben mit kalt und emotionslos. Mir hat einfach die Hitze, die Schnelligkeit, das Laute und Raue gefehlt, was für mich den Job in einem Restaurant ausmacht. Der Umgangston untereinander und dann gegensätzlich dazu, das schöne Bild, welches für den Gast gemalt wird. Etwas, dass mir total fehlt!Lange dachte ich, ich sei mit meinem Problem alleine und habe es dann tatsächlich gewagt andere Rezensionen zu diesem Buch zu lesen. Die meisten davon gehen in meine Richtung, was mich sehr gewundert hat. Andere haben das Buch als „polarisierend“ bezeichnet. Dazu kann ich nur sagen: Niemals… dieses Buch hat keinen Ausgangspunkt, was zum Polarisieren einlädt. Es ist eher ein Buch, welches eine ganz bestimmte Klientel von Leser benötigt. Eine, die es nüchtern mag, die es liebt unverschnörkelt Dinge zu lesen und der stupide Stories mit nicht greifbaren Protagonisten nichts ausmacht. Daher kann ich kein wirkliches Fazit geben außer, dass es mich persönlich nicht angesprochen hat und das es leider kein Buch ist, welches ich so ohne weiteres weiterempfehlen würde. Dennoch glaube ich, dass es bestimmt Leser dafür gibt. Die genau das lieben, was mich zur Verzweiflung gebracht hat. Die nach dem lechzen, was ich nicht wirklich mag und was mein Lesevergnügen sehr stark beeinträchtigt hat. Daher glaube ich muss jeder diese Erfahrung mit sich selber ausmachen, ob er dem Buch eine Chance geben möchte oder nicht. Ob er mit aufspringen will auf den Zug, der kontroversen Diskussionen, was dieses Buch nun verkörpert und was nicht.Daher vergebe ich nur 1 von 5 Herzen.In diesem Sinne, lasse ich euch mit euren Gedanken und Tess, der nicht greifbaren Protagonisten alleine und schaue mal, ob sich einer an dieses Buch heranwagt und vielleicht einen besseren Draht zu diesem findet als ich.

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  • Ein wahrhaft intensiver Roman

    Sweetbitter
    MrsAmy

    MrsAmy

    31. May 2017 um 07:26

    Es ist eine Flucht. Das alte Leben, das Studium, die Bücher, den Vater – alles lässt sie hinter sich, als sie die George-Washington-Brücke überquert und eintaucht in die pulsierende Metropole New York. Sie weiß nicht, was sie hier tun wird, hat nur ein kleines Zimmer. Schließlich sucht sie sich einen Übergangsjob – wird durch Glück Kellnerin in einem edlen New Yorker Restaurant. Schnell ist sie gefangen in diesem Mikrokosmos mit seinen ganz eigenen Regeln und Gesetzmäßigkeiten. „Sweetbitter“ – so der Titel des Debütromans von Stephanie Danler. Kurz bevor ich das Buch zur Hand genommen hatte, hatte ich mir ein paar Rezensionen angeschaut: Drogensumpf, Vergleiche zu Fithy Shads of Grey, verlorene Lesezeit … Ich war entsetzt und überlegte, ob ich das Buch nicht gleich in die Papiertonne verfrachten sollte. Letztlich habe ich es dann doch gelesen und wurde positiv überrascht. Stephanie Danlers Roman kann leicht verkannt werden, dabei ist er große und gute Literatur. Die Protagonistin wird leider im Klappentext benannt, im Buch erfährt man ihren Namen erst nach gut der Hälfte. Und das macht durchaus Sinn, denn sie verliert sich in der Anonymität der Großstadt, ist nur eine von vielen und nimmt sich selbst nicht mehr als wirkliches Individuum war. Der Großteil der Handlung spielt im Restaurant und in der Park Bar, in der sich die Belegschaft der Hilfskellner nach Schichtende einfindet. Dort wird getrunken und gekokst. Keine harten Drogen, und es geht der Autorin auch sicherlich nicht darum zu sagen, dass die Protagonistin völlig abgleitet in ein düsteres, nicht-lebenswertes Leben oder dies irgendwie zu verharmlosen. Es ist New York, die Menschen ersticken ihr Leben, weil zu viel Leben da ist, zu viel Empfindsamkeit, zu viel Sex – aber zu wenig Liebe, zu wenig Nähe, zu wenig Freundschaft. Da ist keine Ehrlichkeit und wenn die Kellnerin Simone, die heimliche Herrscherin des Restaurants, die Protagonistin unter ihre Fittiche nimmt, so geschieht auch das nicht aus Nächstenliebe. Die Hauptperson entwickelt sich in zwei völlig verschiedene Richtungen, zum einen entdeckt sie die Liebe zu ihrem Beruf, geht völlig auf in der Kellnertätigkeit und sammelt Wissen rund um das große Thema Wein. Zum anderen stürzt sie nach Feierabend ab, noch eine Line, noch ein bisschen mehr Alkohol. Ohne Sinn und Verstand, so wie auch das Leben eigentlich nicht wirklich Sinn hat. Ihre Gefühlswelt wird von dem Bar-Mann Jack dominiert, sie begehrt ihn und ja, sie wird ihn bekommen. Hier dann auch der Hinweis auf Fithy Shads of Grey, weil das wenige, was vom Sex beschrieben wird, nicht blümchenmäßig ist. Der Grund aber liegt darin, dass unsere Protagonistin Sex mit Liebe verwechselt, Begehren mit Zuneigung. Sie braucht Jack, aber Jack hängt mit Simone, die so viel älter ist als er, zusammen. Es ist eine Geschichte, die von Macht und Abhängigkeit erzählt, von der Einsamkeit, die man empfindet, auch wenn man einer von Tausenden ist. Es ist eine Geschichte, die davon erzählt, wie sehr man sich verlieren kann. Stephanie Danler wertet in ihrem Roman nicht, die Abgründe der Menschen werden nach und nach offen gelegt, aber ohne moralischen Zeigefinger, es wird nicht klar, was schwarz und was weiß ist, weil nur die Zwischentöne existieren. Auch ich hatte mich zeitweilig gefragt, welche Handlung, dem Roman eigentlich zugrunde liegt. Die Antwort ist das Leben, zäh und unerbittlich, ohne Rücksicht auf den Einzelnen. Sweetbitter ist keiner dieser gewöhnlichen „Essensromane“, man bekommt hier keine Lust, sich gleich in das nächste Restaurant zu begeben und endlich mal wieder gut essen zu gehen, und doch ist er in seiner Intensität schwer zu übertreffen.

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  • Bitter im Abgang

    Sweetbitter
    Areti

    Areti

    29. May 2017 um 14:34

    Inhalt:Eigentlich wollte Tess nicht Kellnerin werden. Sie wollte ihrer provinziellen Herkunft entkommen, in die Großstadt eintauchen und endlich herausfinden, wofür sie geschaffen ist. Doch dann landet sie in einem edlen New Yorker Restaurant und es ist wie der Eintritt in ein neues Universum, in dem ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen, in dem der falsche Wein im falschen Moment zum Verhängnis werden kann. Oder die Ignoranz gegenüber der Einzigartigkeit einer Auster. Sweetbitter ist ein großer Roman über den Genuss und die Obsession – darüber, dass man manchmal besessen sein muss, um wirklich genießen zu können.Meine Meinung:"Sweetbitter" von Stephanie Danler konnte meine Erwartungen leider keineswegs erfüllen und hat mich sehr enttäuscht.Das Buch ist in vier große Abschnitte (Sommer, Herbst, Winter, Frühling) gegliedert, die jeweils in sechs Kapitel unterteilt sind. Soweit hört es sich eigentlich sehr übersichtlich und angenehm an. Allerdings werden diese Kapitel jeweils von kurzen, aneinander gereihten Abschnitten dominiert, die teilweise sehr zusammenhanglos erscheinen. Ein Gedanke wird aufgenommen und zack endet er wieder und etwas Neues kommt, was gar nichts mit dem davor zu tun hat. Der Schreibstil ist somit sehr unangenehm zu lesen, sehr bruchstückhaft und absolut nicht flüssig. In der zweiten Hälfte des Buches wird das etwas angenehmer. Es ist nicht mehr ganz so zerstückelt, die Erzählungen hängen mehr miteinander zusammen und man erkennt zumindest ein wenig einen roten Faden.Die Geschichte wird in Ich-Erzählung aus der Sicht von Tess geschildert, deren Namen ich zwischendurch sogar vergessen habe, weil sie von den anderen Kellnern meist nur "die Neue" genannt wird. Tess ist ein Charakter mit dem ich absolut nicht mitfühlen und mitfiebern konnte, da ich weder ihre Handlungen noch ihre Art nachvollziehbar finde. Sie ist eine typische Mitläuferin, die als kleines Mäuschen in die Großstadt kommt und von den anderen mit in ein berauschtes Leben gezogen wird. Viele Abschnitte des Buches handeln von Essen und Wein, welcher die richtige Wahl ist, welche Trauben welchen Geschmack haben, welche Auster man woran erkennt und ähnliches. Das ist an sich zwar interessant, hat aber einen sehr großen Raum eingenommen. Am Ende stellte ich mir bloß eine Frage: Was wollte die Autorin mir bloß mit diesem Buch sagen?Sollte es ein kulinarisches Erlebnis sein? Oder ein Einblick in die Drogenszene der Kellnerwelt in New York?Ich kann es wirklich nicht beantworten. Fazit:Für mich war das Buch leider eine große Enttäuschung und ich kann es definitiv nicht weiter empfehlen. Da es allerdings zum Schluss hin etwas angenehmer zu lesen wurde, weil es nicht mehr so zerstückelt und ohne roten Faden war, kann ich insgesamt noch gerade so 2 Sterne geben.

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  • Blieb hinter meinen Erwartungen zurück

    Sweetbitter
    Buchina

    Buchina

    27. May 2017 um 13:22

    Ein Roman, der mich schon von seinem Cover angesprochen hat. Dreifarbig schwarz/weiß/rot. Im ersten Moment dachte ich an Japan, was aber gleich durch die filigrane Zeichnung der bekannten New York Brücke relativiert wurde. Dazu die Languste: ein New York Roman, der sich mit Essen beschäftigt oder besser mit Genuss und Sinnlichkeit. So wird er jedenfalls von den ganzen positiven Kritiken, die auch auf dem Buch zitiert sind, beschrieben. Erzählt wird die Geschichte von Tess, die irgendwo aus der amerikanischen Provinz nach New York kommt, um ihrem bisherigen Leben zu entfliehen. Sie sucht das Abenteuer, das „wahre“ Leben und beginnt in einem Luxusrestaurant als Aushilfe. Von ihrer Kollegin, die schon seit Jahren im Restaurant arbeitet, wird sie besonders in die Kunst des Weines herangeführt. Simone versteht es den Geschmack des Weines genau und auch sehr sinnlich zu beschreiben. Auch das besondere Essen  eröffnet neue Welten für Tess, besonders der Geschmack von Austern fand ich treffend beschrieben. Neben diesen Geschmacksgenüssen, werden bei Tess noch ganz andere Sinne angesprochen, denn das Leben der Kellner und Co. dreht sich vor allem um Sex und Drogen. Tess hat keine Probleme sich anzupassen. Insgesamt dreht sich ihr Leben in New York eigentlich nur um ihren Job im Restaurant und ihre KollegInnen. Andere soziale Kontakte oder Interessen werden im Buch kaum beschrieben, auch über Tess Vergangenheit erfährt man wenig. Für mich blieb Tess im ganzen Buch etwas blass, so richtig habe ich sie nicht verstanden. Für mich eindeutig interessanter fand ich den Charakter Simone und ihren Freund (wie sie wirklich zueinander stehen, bleibt lange im Dunkeln) Jack. Für mich war Simone auch der Charakter, der die Story am Laufen hielt, denn ich war sehr gespannt mehr über sie zu erfahren, über ihre Vergangenheit, aber auch was sie wirklich denkt. Insgesamt hat das Buch für mich nicht das gehalten, was es versprochen hat. Mir waren die wenigen Textpassagen, wo es wirklich um Geschmack und Sinnlichkeit ging einfach zu wenig. Diese Textpassagen waren zwar wirklich schriftstellerisch sehr gut beschrieben, aber sie waren nur kurze Highlights. Der Rest des Romans war wenig sinnlich, die Sexpassagen waren nicht sehr fantasievoll oder einnehmend. Viel wurde durch den großen Drogenkonsum überschattet. Interessant war der Ablauf oder das Leben im Restaurant. Die internen Freundschaften und Streitigkeiten oder wie die Gäste wahrgenommen werden. Es ist ein eigener kleiner Kosmos, den die Autorin durch eigene Erfahrungen treffend beschreiben konnte. Aber insgesamt blieb besonders die Protagonistin für mich sehr blass und sie ließ mich am Ende ratlos zurück. Was mich aber am meisten störte, es fehlte ein wirklicher Spannungsbogen. Die Geschichte plättschert so vor sich hin, ohne wirkliche Höhen. Die Idee des Romans hat mir gefallen, aber an der Story und den Charakteren fehlte für mich einiges.

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  • Wenn der Klappentext zuviel verspricht

    Sweetbitter
    Simi159

    Simi159

    27. May 2017 um 12:04

    Wie ist das, wenn man sich in der Gastronomie hocharbeitete? Nicht als Koch oder in der Küche, sondern im Service. Welche Regeln gibt es da? Nach welchem System funktioniert diese spezielle Welt? Tiefe Einblicke und noch mehr gibt es dazu in dem Roman „Sweetbitter“ von Stephanie Danler. In ihm geht es um Tess, und ihrem ersten Jahr als Servicekraft in einem gehobenen Restaurant in Manhattan New York. Durch vier Jahreszeiten folgt man ihr, in die harte Welt, die dort für das Personal  im Service herrscht. Von einer Art Mädchen für alles, zur Hilfskellerin und weiter inklusive privater Verwicklungen und Liebeleien….. Fazit: Das Buch spaltet. Denn der Klappentext läßt auf eine spannende wie interessante Geschichte hoffen, den der Inhalt leider nicht erfüllt. Dafür ist Tess die Hauptperson, die lange für den Leser  namenlos bleibt, zu spröde unnahbar- einfach unsympathisch. Man kann weder sie als Person noch ihr Handeln nachvollziehen. Und auch die Geschichte drumherum, das Restaurant, die anderen Charaktere aus der Crew bleiben blas oder sind zu stereotyp , als dass sie die Geschichte richtig mit Leben füllen könnten. Einziger Lichtblick sind die Beschreibungen der Zutaten, Weine und Gerichte. Die die Autorin so gekonnt in Worte fasst, dass man sie, beim Lesen, fast riechen und schmecken kann.  Wenn man mal in der Gastronomie gearbeitet hat, im Service oder in der Küche, dann kennt man diese spezielle, kleine Welt. Versteht wahrscheinlich etwas besser, was die Autorin über Tess beschrieben hat.  Doch die meisten Leser kennen diese Welt nur aus den Augen des Gastes, und os tut man sich schwer mit den Figuren und der teilweise zusammenhanglosen Erzählung. Stephanie Danler kennt sich aus, hat vieles über das sie schreibt, selbst erlebt, hat sie doch auch solch einen Job wie ihre Hauptfigur. Sie hat zudem ein gutes Auge für Beziehungen und die ungeschrieben-teils unsichtbaren Gesetze, die dort gelten.  Auch Essen und Wein kann, Geschmacksrichtungen kann sie gut in Worte fassen. Das war für mich das was mir am Besten gefallen hat und was mich hat weiter lesen lassen. Denn egal ob man das kenn, worum es geht und schon mal gegessen hat nicht, man bekommt ein Bild - eine Geschmacksidee-..sei es von Austern oder Sancerre…. Das ist für mich das einzig tolle an der Geschichte, dem Buch…da ich mit Tess, trotz Gastronomieerfahrung nicht warm geworden bin. Sie läßt mich ratlos zurück, denn ihrer Geschichte passiert nichts ausser ganz normales, langweiliges Leben…. Von mir gibt es 3 STERNE.

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