Stephanie Parris Ketzer

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Inhaltsangabe zu „Ketzer“ von Stephanie Parris

Drei göttliche Gebote, drei tödliche Gedanken, drei grausame Verbrechen Oxford 1583. An seinem ersten Morgen im Lincoln College wird Giordano Bruno Zeuge eines entsetzlichen Kampfes: Ein Hund stürzt sich auf einen Mann und tötet ihn. Handelte das Tier auf Geheiß? Der Rektor des Colleges schweigt. Als ein weiterer brutaler Mord geschieht, fürchtet Bruno, er könnte der Nächste sein – denn der Mörder scheint es auf Glaubensverräter abgesehen zu haben. Holt Bruno seine Vergangenheit wieder ein? Und welche Rolle spielt dabei die Tochter des Rektors, die sich verdächtig stark für Alchemie interessiert, und für die Bruno verbotene Gefühle hegt?

Der Mönch Giordano Bruno flüchtet 1583 vor der römischen Inquisition nach England, um Schutz innerhalb der anglikanischen Kirche zu ...

— Splashbooks
Splashbooks

Fazit: Auch wenn es dem Roman ein wenig an atmosphärischer Dichte fehlt, die Geschichte zeitweise etwas unspannend erzählt wird und manche Charaktere nicht recht greifbar werden, ist „Ketzer“ dennoch ein sehr unterhaltsamer und auch informativer Historischer Kriminalroman, der gut die Konflikte zwischen dem Katholischen und Anglikanischen Glauben der damaligen Zeit widerspiegelt.

— Bellexr
Bellexr

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  • Ketzer!

    Ketzer
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    10. January 2016 um 12:33

    Schön, dass jetzt auch eine Frau mal zu Wort kommen darf. Mir liegt da nämlich so einiges auf der Seele. Auch wenn Männer denken, wir Frauen hätten nichts im Hirn außer den neusten Stickmustern. Dass uns das, was außerhalb unserer vier Mauern passiert, nicht interessiert – oder dass wir dafür zu schwach sind. Für einige von uns mag das ja zutreffen – für meine Mutter zum Beispiel. Die zieht sich lieber mit Migräne in ihr abgedunkeltes Kämmerchen zurück als mal ihr Gehirn einzuschalten. Ich habe glatt vergessen, mich vorzustellen. Entschuldigung, aber ich bin wirklich sehr aufgeregt! Mein Name ist Sophia Underhill und ich bin die Tochter des Rektors der Universität von Oxford. Und warum ich mich so aufrege? Das kann ich euch erzählen. Alles begann im Mai. Eines Tages kamen da zwei Männer angeritten, der eine war Philip Sidney, der andere Giordano Bruno. Philip Sidney können wir jetzt wieder vergessen, was der wollte, weiß ich sowieso nicht. Wichtig ist nur dieser Giordano. Angeblich war er früher mal ein Mönch und wurde wegen Ketzerei angeklagt. Er ist dann geflohen – aber mehr weiß man davon nicht. Er will auch nicht darüber reden – wahrscheinlich hat er irgendwas angestellt, dass er am liebsten für immer vergessen will. Wegen eines verloren gegangenen Buches ist er jetzt hier in Oxford, aber auch dazu habe ich nicht viel aus ihm herausbekommen. Natürlich habe ich ihn bei einem Abendessen danach gefragt – ich halte nichts davon, dass Frauen nur stumm dabei sitzen. Ich bin doch keine Blumenvase! Nein, ich will alles genau wissen, denn mein Name bedeutet schließlich Weisheit – ein gutes Omen wie ich finde. Also habe ich ihn mal schön ausgefragt, was der Kerl in seiner Erzählung natürlich auch nicht erwähnt. Sieben Jahre war er unterwegs – und was hat er da bitteschön gemacht? Ich wette, da gibt es noch mehr, die das brennend interessieren würde. Eigentlich war dieser Giordano trotz seiner Geheimnistuerei um seine Vergangenheit und den Grund seines Besuches ja ganz nett. Man konnte sich auch wirklich gut mit ihm unterhalten – er hat mich nicht wie eine dumme Gans behandelt, sondern sich auf Augenhöhe mit mir unterhalten. Und er sah ja auch nicht schlecht aus. Wobei da ja sofort wieder das Gerede anfing. Kann man sich denn nicht mal mit einem Mann unterhalten, ohne das gleich gemunkelt wird, man hätte etwas miteinander? Außerdem gibt es da schon jemanden in meinem Leben – aber psst! – das muss vorerst geheim bleiben. Dann wurde es ja doch noch richtig spannend – ansonsten passiert hier ja nichts. Ein Mann wurde ermordet. Von einem Hund zu Tode gehetzt – das habe ich gerade noch so mitbekommen, denn mir erzählt ja nie einer was! Die glauben wohl, ich würde beim Anblick einer Leiche direkt in Ohnmacht fallen. Natürlich tat es mir leid für den Mann, war bestimmt kein schöner Tod, aber endlich hatten wir mal Leben in der Bude. Natürlich musste sich Bruno einmischen – genau so hatte ich ihn eingeschätzt, immer an vorderster Front sein. Und das Einmischen hat ihm in diesem Fall gar nicht gut getan. Denn das war nicht der letzte Tote. Vielleicht hatte er ja selbst seine Finger im Spiel, wer weiß das schon. Die Suche nach diesem mysteriösen Buch ist ja auch reichlich verdächtig. Finde ich. Interessiert bloß niemanden. Warum die Sache für Giordano dann noch richtig gefährlich wurde, kann ich euch leider nicht sagen – lest einfach seinen kleinen Bericht. Aber glaubt ihm bloß nicht alles, was er euch erzählt! Vor allem, was er über mich erzählt. Alles gelogen! Ich könnte euch erzählen, wie es wirklich war. Besucht mich einfach in der kleinen Taverne am Marktplatz und setzt euch zu mir. Das Bier ist übrigens wirklich gut!

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  • Ketzer, rezensiert von Henriette Kreimeyer

    Ketzer
    Splashbooks

    Splashbooks

    05. August 2015 um 15:05

    Stephanie Parris ist das Pseudonym der Autorin Stephanie Merritt. Unter ihrem richtigen Namen veröffentlicht sie Literaturkritiken im " Guardian" oder im "Observer". Als Stephanie Parris veröffentlicht sie Romane. Während ihres Studiums in Cambridge wurde sie vom elisabethanischen Zeitalter fasziniert, was sie schließlich zu mittlerweile 4 Romanen über den freidenkenden Mönch Giordano Bruno inspirierte. (Der vierte Roman "Treasure" ist in Deutschland noch nicht erschienen). Giordano Bruno und auch viele weitere Figuren in diesem Roman gab es wirklich. Das fällt dem Leser leider ohne Internetsuche nur auf, wenn er sich nicht mit der Renaissance und den Glaubenskriegen in Europa auseinander gesetzt hat. Der Mönch lebte von 1548 und 1600, er wurde in Italien geboren und später verbrannt, dazwischen bereiste er aber ganz Europa, immer auf der Flucht vor denen, denen seine revolutionären Theorien nicht gefielen. Er war mit der erste, der behauptete, die Sonne sei nicht nur der Mittelpunkt unseres Sonnensystems und drumherum wäre eine göttliche Sphäre. Seiner Ansicht nach, war das Universum unendlich und es gab unendlich viele Sonnen, Planeten und die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwo noch einmal intelligentes Leben gibt war zumindest da. In diesem Buch wird aus dem Gelehrten Bruno ein Ermittler. Es ist fraglich ob diese Verwandlung sinnvoll ist. Giordano ist ein unbeugsamer, eingebildeter und teilweise auch naiver Hauptcharakter. Dem Leser fällt es oft schwer, seine Handlungen nachzuvollziehen und mit seinen Taten mitzufiebern. Dadurch wirken das Buch und die Hauptfigur häufig etwas hölzern. Vielleicht wäre es besser gewesen, als Hauptcharakter eine fiktive Figur zu wählen, welche sich freier zwischen den historischen Charakteren bewegen kann. So ist zwar überliefert, dass Sir Phillip Sidney und der Mönch sich kannten, eine enge Freundschaft entspringt hingegen alleine der Fantasie der Autorin. Es wäre schön, wenn von der Autorin, die sich sehr gut auf ihrem Gebiet auskennt, ein paar Worte bezüglich des Wahrheitsgehalts des Buches, zum Beispiel den Aufbau von Oxford mit seinen verschiedensten Colleges, mit eingefügt worden wären.Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/22251/ketzer

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  • Rezension zu "Ketzer" von Stephanie Parris

    Ketzer
    Kittyzer

    Kittyzer

    Was hatte William Bernard an meinem ersten Abend hier so treffend bemerkt? Kein Mann in Oxford war das, was er zu sein schien. -- INHALT: England, 1583: Auf der Flucht vor der Inquisition und auf der Suche nach einem geheimnisvollen, als verschollen geltendem Buch, verschlägt es Gìordano Bruno nach Oxford. Dort kommt er im Lincoln College unter, wo er als Philosoph zu einer Disputation vorgeladen ist. Doch schon an seinem ersten Morgen in der Universität wecken ihn lautes Hundegebell und menschliche Schreie. Eines der Ehrenmitglieder des College wurde offenbar vorsätzlich mit dem Hund in den Garten gesperrt. Doch niemand will Brunos Theorie glauben. Erst als ein weiterer Mann ums Leben kommt, kommt Bewegung in die Menschen. Bruno stellt auf eigene Faust Nachforschungen an und erfährt dabei, dass die Toten einer verbotenen Glaubensrichtung angehörten und demnach Ketzer waren. Er kommt immer mehr Geheimnissen auf die Spur und muss sich schließlich fragen: Was ist, wenn er der Nächste ist? BUCHAUFMACHUNG: Das Cover wirkt durch den sandfarbenen Hintergrund mit dem roten, einnehmenden Kreuz sehr auffällig und interessant. Allerdings ist eben dieses Kreuz jenes der Tempelritter, was zu einiger Verwirrung führen könnte und bei mir die Frage aufwirft, warum gerade dieses verwendet wurde. Trotzdem komme ich nicht umhin, zu sagen, dass das Buch klasse gestaltet wurde. MEINE MEINUNG: Historische Bücher fanden zwar bereits ihren Weg zu mir, aber einen Thriller, der in einer lang vergangenen Zeit spielt, habe ich bisher noch nicht gelesen. "Ketzer" klang da sehr interessant - und hielt auch in weiten Teilen, was es versprach. Gìordano Bruno berichtet dem Leser aus der Ich-Perspektive seine Geschichte, wodurch besonders seine sehr interessanten Gedankengänge und philosophischen Weltansichten, die heute weitestgehend bestätigt sind, sehr gut zur Geltung kommen. Besonders seine Flucht aus dem Kloster nach dem Auffliegen seiner "Ketzerei" gefiel mir, weil vor allem dort die Umstände klar wurden, in denen er lebte. Der Schreibstil ist passend zur Zeit und oft mit schönen Beschreibungen durchsetzt, die das Geschehen lebendiger erscheinen lassen. Nach dem Prolog allerdings plätschert die Geschichte gut 100-150 Seiten nur so vor sich hin, Bruno kommt nach Oxford, quartiert sich dort ein, nimmt an einem Essen teil, unterhält sich mit einigen Menschen und findet die Tochter des Rektors anziehend. Zwar blieb ich am Ball ob der authentischen Umgebung, den guten Dialogen und toll recherchierten Aspekte, die die Autorin immer wieder einfließen lässt, dennoch könnte hier bei anderen Lesern leicht größere Langeweile aufkommen. Als dann allerdings endlich etwas passiert, geht es richtig los. Der Tod eines der Fellows wird insbesondere vom Rektor als Unfall abgetan, doch Bruno ist sich schnell sicher, dass es Mord war. Von da an fieberte ich richtig mit, denn auf der Suche nach dem Täter werden so einige spannende Geheimnisse gelüftet, die in Atem halten. Ich war kontinuierlich gefesselt, während ich mich auf niemanden als potenziellen Mörder festlegen konnte, was mir sonst selten geschieht. Auch die Figuren hat Stephanie Parris gut ausgearbeitet, insbesondere den undurchschaubaren, feindseligen Slythurst, den auf seine Ehre bedachten und dabei alles in den Hintergrund stellenden Rektor Underhill und auch Bruno selbst, wenngleich dieser mir einige Male zu waghalsig und auch in gewisser Weise gutgläubig war. Einzig mit der Tochter Underhills wurde ich nicht warm, sie wird als intelligent und schön dargestellt, benimmt sich aber insbesondere zum Ende hin äußerst töricht und geradezu liebeskrank, weshalb ich auch Gìordanos Vernarrtheit nicht verstehen konnte. Die Spannung wird durch einige Irrungen und Verwirrungen am Ende großartig gesteigert, viele Personen entpuppen sich als anders als erwartet, was mir sehr gefiel. Die Aufklärung ist ebenso schlüssig wie glaubhaft, aber zwischendurch doch auch ein wenig verwirrend; es geht alles so schnell. Die gesamte Lösung wird hier in einem Gespräch aufgedeckt, in dem der Täter sich selbst verrät, was ich doch recht schade fand. Brunos Hingabe für Sophia konnte ich auch hier nicht verstehen, dennoch war ich vom Schluss positiv beeindruckt ob der Ausarbeitung und des Realismus'. FAZIT: "Ketzer" ist ein sehr interessanter historischer Thriller mit weitestgehend gut ausgearbeiteten Charakteren und einer schlüssigen Geschichte. Durch ein paar Längen besonders am Anfang, einige unglaubwürdige Taten seitens der Hauptperson und des nervigen Charakters der Sophia ziehe ich zwar einen Punkt ab - dennoch empfehle ich den Roman allen, die gern historisch und glaubwürdig unterhalten werden möchten!

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    Arun

    Arun

    23. July 2014 um 23:48
  • Rezension zu "Ketzer" von Stephanie Parris

    Ketzer
    Bellexr

    Bellexr

    06. February 2013 um 11:08

    Der Lincoln-Mörder . Im Jahr 1576 flieht der Mönch Giordano Bruno vor der Inquisition aus dem Kloster, in dem er die letzten 11 Jahre seines Lebens verbracht hatte. Während seiner Flucht bildet Bruno sich weiter, gilt schon bald als Philosoph und schließt Freundschaft mit Sir Philip Sidney. Mit ihm zusammen reist er im Jahr 1583 nach Oxford. Im Auftrag von Sir Walsingham soll er am Lincoln-College verbotene Machenschaften der Papisten aufdecken. . Nach einer kurzen Nacht im Lincoln-College wird Bruno von fürchterlichen Schmerzensschreien geweckt. Ein Mann wird von einem hungrigen Hund bestialisch getötet. Bruno kommt hierbei einiges merkwürdig vor, doch der Rektor des Colleges schweigt. Als kurze Zeit später wieder ein Mitglied des Colleges auf brutale Weise ermordet wird, vermutet der Philosoph, dass es der Mörder auf Gelehrte abgesehen hat, die dem katholischen Glauben abgeschworen haben. Heimlich ermittelt Bruno auf eigene Faust und gerät hierbei selbst bald schon in Lebensgefahr. . Nach einem äußerst fesselnden Prolog, in dem Stephanie Parris die Flucht von Giordano Bruno aus dem Kloster erzählt, nimmt sie anschließend für längere Zeit erst einmal das Tempo aus ihrem Roman. Zwar passieren ziemlich schnell hintereinander zwei grausame Morde, Bruno beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, doch richtig spannend wird es erst wieder, als ein dritter Mord passiert. Allerdings ist die Geschichte bis dahin äußerst unterhaltsam und durchaus auch sehr informativ von Stephanie Parris erzählt, sodass keine Langeweile aufkommt. . Anschaulich erzählt sie von dem Leben der Menschen in England, die dem alten Glauben zwar abgeschworen haben, diesen aber immer noch heimlich praktizieren. So kann man deren Angst vor Verfolgung und Tod gut nachvollziehen und sich durchaus auch in diese gefährliche Zeit für Katholiken hineinversetzen. Allerdings fehlte mir während des kompletten Buches ein wenig die atmosphärische Dichte. Nur schwer bekommt eine Vorstellung von der Stadt Oxford und dem Lincoln-College. So könnte die Geschichte durchaus auch problemlos an jedem anderen englischen Ort der damaligen Zeit spielen. . Sehr gut gelungen sind Stephanie Parris zumeist ihre Charaktere, auch wenn einige etwas unscheinbar bleiben. Im Fokus steht natürlich der Mönch und Philosoph Bruno. Ein junger Mann, der schon einiges in seinem Leben erlebt hat, auf der Suche nach einem geheimnisvollen Buch ist, dies in Oxford hofft zu finden und den sein Gerechtigkeitsinn und seine Neugier keine Ruhe lassen, immer tiefer in diese geheimnisvolle Verschwörung einzutauchen. Teilweise recht naiv begibt Bruno sich in Lebensgefahr, für die Tochter des Rektors hegt er zarte Gefühle und spürt zudem deutlich, dass Sophia einiges vor ihm verbirgt. . Sophia ist von Anfang an ein Rätsel. Eine gebildete junge Frau, die immer wieder gegen die Enge des Colleges und den gesellschaftlichen Zwängen rebelliert, sich nicht in die für sie vorgesehene Rolle zwängen lassen will. Aber auch alle anderen College-Bewohner geben Rätsel auf, scheinen nicht die Rolle inne zu haben, die sie nach außen hin tragen. Somit gestaltet sich die Suche nach dem Mörder äußerst verzwickt. . Fazit: Auch wenn es dem Roman ein wenig an atmosphärischer Dichte fehlt, die Geschichte zeitweise etwas unspannend erzählt wird und manche Charaktere nicht recht greifbar werden, ist „Ketzer“ dennoch ein sehr unterhaltsamer und auch informativer Historischer Kriminalroman, der gut die Konflikte zwischen dem Katholischen und Anglikanischen Glauben der damaligen Zeit widerspiegelt.

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  • Rezension zu "Ketzer" von Stephanie Parris

    Ketzer
    Bücherfee1979

    Bücherfee1979

    24. January 2012 um 10:07

    Eine unterhaltsame Geschichte über den freigeistlichen Pater Bruno, der in Italien von der Inquisition verfolgt wird, und schliesslich nach Oxford zu einer Disputation eingeladen wird (Der Name der Rose lässt grüßen). Leider passiert dort ein grausamer Mord, und fortan setzt Bruno alles daran das Rätsel und die HIntergründe des Mordes zu lösen, bevor der Täter erneut zuschlägt. Unterhaltsamer historischer Krimi. Kein ganz großer, aber doch besser wie der Durchschnitt wie ich finde.

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  • Rezension zu "Ketzer" von Stephanie Parris

    Ketzer
    CharlySunrise

    CharlySunrise

    13. December 2011 um 14:11

    Meine Meinung Die Spannung scheint von Anfang an da zu sein, aber ich leider das Buch abgebrochen habe, kann ich nicht sagen, ob diese Spannung sich hält. Bis zu dem Punkt, wo ich gelesen habe, war es recht spannend gewesen. Der Schreibstil ist zwar einfach, aber an einigen Stellen schwieriger, da oftmals lateinische Begriffe oder sätze nicht erklärt werden. Das hat mich sehr gestört. Da zur damaligen Zeit die Mönche viel Latein gesprochen haben. Die Dialoge passen zu den Charakteren und verstärken ihre Glaubhaftigkeit. Zu de Charakterausbau kann ich leider nicht viel sagen, nur dass sie zu Anfang noch recht oberflächlich sind, aber man merken kann, dass bei einigen eine gewisse Tiefe herrscht. Bruno scheint ein gläubiger Mensch zu sein, der aber nicht den Glaube der Kirche vertritt, sondern an mehr glaubt, was die Kirche damals erzählt hat. Die Idee wird einige bestimmt interessieren, mich leider lässt es völlig kalt. Da ich Bücher, wo es um Gott geht, egal welches Genre nicht so prickelnd finde. Außerdem kommt noch hinzu, dass die Zeit der Handlung mich auch nicht sonderlich reizt. Cover Das Cover zeigt ein rotes Kreuz auf einem beigenem Hintergrund. Es passt wohl zu dem Buch, da es auch um Gott geht. Titel Der Titel passt hervorragend zu dem Buch, bei dem, was ich mitbekommen habe. Fazit Ich habe wirklich versucht, dieses Buch zu lesen, aber ich habe zu oft bemerkt, dass ich einfach über die Seiten geflogen bin, ohne ein Wort zu lesen. Es hat mich einfach nicht interessiert. Dazu kommt noch, dass viele Dinge , Sätze insbesondere einfach nicht erklärt wurden. Sicherlich erfreuen sich Historik und Gottesthriller Fans mehr an diesem Buch, als ich es getan habe.

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  • Rezension zu "Ketzer" von Stephanie Parris

    Ketzer
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. November 2011 um 15:39

    Ewig sollst du leiden für deine Sünden … * 1583: Der ehemaliger Mönch Giordano Bruno, der aufgrund seines Wissensdurstes und seiner, von der katholischen Kirche als "ketzerisch" angesehenen, Einstellungen, wird exkommuniziert und aus Italien verbannt. Auf der Flucht vor der Inquisition durch halb Europa, gerät er in die erbarmungslosen Auseinandersetzungen zwischen englischer Staatsmacht und zu allem entschlossenen papsttreuen Fanatikern. Auf seiner Flucht kommt Giordano Bruno nach Oxfort und findet Unterschlupf im Lincoln College. Dort wird er mehr oder weniger freundlich empfangen und merkt, dass einige der Fellows sich verstellen müssen, um ihren gesellschaftlichen Status nicht zu verlieren. Schon an seinem ersten Morgen wird er von einem wild bellenden Hund und den entsetzlichen Schmerzensschreien eines Mannes geweckt. Der ausgehungerte und blutrünstige Hund wurde ganz offensichtlich absichtlich auf da Opfer gehetzt. Doch einige ranghohe Professoren vertuschen den geschickt eingefädelten Mord, um den Ruf des Colleges nicht zu gefährden. Als jedoch ein weiterer Geistlicher, der dem katholischen Glauben abgeschworen hat, brutal ermordet wird, fürchtet Bruno, dass er der Nächste sein könnte - denn der Mörder hat es ganz offensichtlich auf Glaubensverräter abgesehen. Die Morden sind alle so inszeniert, dass sie an grausame Morde erinnern, die einst Märtyrern wiederfahren sind. Bruno merkt, dass einige Männer am College nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Und welche Rolle spielt dabei die geheimnisvolle Tochter des Rektors, die sich viel zu sehr für Alchemie interessiert und für die Bruno anfängt, verbotene Gefühle zu hegen? * Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Roman zum Teil auf wahren Tatsachen beruht. Giordano Bruno war ein italienischer Priester, Dichter und Philosoph. Er propagierte die Unendlichkeit des Universums und dessen ewige Dauer. Da diese These von einer unendlichen materiellen Welt keinen Raum für das Jenseits lies, ist es nicht weiter verwunderlich, dass Giordano Bruno der Ketzerei und Magie schuldig befunden wurde und letztendlich zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde. * Nun zum Roman an sich: Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Der Prolog macht den Leser gespannt auf den Rest der Geschichte, indem er die damalige Situation sehr gut zusammenfasst. Die Grausamkeit der damaligen Zeit wird hervorragen herausgehoben und zugleich wird dem Leser verständlich gemacht, mit welcher Willkür Menschen, die sich nur das Lesen von sogenannten "verbotenen" Büchern zuschulden kommen ließen, grausam getötet wurden. Der Leser wird auf die gefährliche Situation aufmerksam, in der sich Bruno als Ketzer befindet und ihm wird zugleich bewusst, aus welchen "nichtigen" Gründen man exkommuniziert und der Ketzerei beschuldigt werden konnte. * Desweiteren gibt der Prolog dem Leser schon einen recht detaillierten Eindruck über die Person Giordano Bruno an sich. Seine ausgeprägten Charakterzüge werden schon in den ersten paar Seiten deutlich und machen Bruno dem Leser sehr schnell sympathisch. Diese Sympathie kann die Autorin recht gut aufrecht erhalten. Bruno scheint ein äußert intelligenter aber zugleich stolzer und mutiger Mann zu sein, der seine Auffassung von Religion und seine, für die damalige Zeit äußert fremden, Einstellungen nicht unterschlägt sondern voll und ganz dahinter steht. Das macht ihn in den Augen des Leser sofort zum Sympathieträger. Einzig und alleine die Schwärmerei, als die ich seine Gefühle zu Sophia nun bezeichne, passt in meinen Augen so gar nicht zu dem sonst so standhaften und keinesfalls manipulierbar wirkenden Mann. Leider ließ ihn dieses blinde Vertauen in Sophia und seine Verwirrtheit angesichts seiner Gefühle für sie in meiner Anerkennung sinken. * Generell konnte ich mit Sophia nie so recht warm werden. Für meinen Geschmack war sie zu hitzköpfig und zu durchtrieben und hinterlistig, als dass sie auf mich hätte sympathisch wirken können. Außerdem ist auch sie an einige Stellen zu leicht durch ihre Gefühle beeinflussbar, was sich wiederum nicht mit ihrem sonst so wenig damenhaften und gezierten Verhalten verträgt. * Allerdings muss ich durchaus sagen, dass der Roman nicht nur historisch fundiert ist, sondern auch einige spannende Elemente aufweist. Diese Spannung wird vorallem durch die überraschende Wendepunkte erzeugt, die über die Geschichte hinweg gekonnte verstreut sind und die den Leser dazu veranlassen, die Ermittlungen aus einem vollkommen anderen Licht zu betrachten. Allerdings zeugten nicht nur die Ermittlungen in den Mordfällen für ausreichend Spannung, sondern auch die tiefen Einblicke, die man in den ausartenden Glaubenskrieg zwischen Katholiken und Protestanten erhält. Da mich diese Auseinandersetzung zwischen beiden Glaubensgemeinschaften sehr interessiert, fand ich diese Einblicke ausgesprochen spannend. Dieser Aspekt gerät zunehmend ins Rollen, als Bruno herausfindet, dass einige Fellows sich tatsächlich unter einer Maske verstecken, um ihre wahre Gesinnung nicht Preis zugeben. Dennoch muss ich sagen, dass der Roman einige Längen aufweist, die dem Leser das Lesen erschweren, da die Handlung zu stagnieren scheint. * Bis zu dieser Stelle wäre ich durchaus noch gewillt gewesen, dem Roman vier Sterne zu geben. Er weist zwar einige Schwächen auf, dennoch überzeugt er sowohl durch die facettenreich gezeichneten Charaktere der Fellows, als auch durch die umfassende Recherche bezüglich des Glaubenskrieges. Doch der Schluss machte all diese positiven Aspekte recht schnell zunichte! * Zum einen ist er schrecklich vorhersehbar. Es werden viel zu viele Indizien gestreut, die es dem Leser recht einfach machen, Vermutungen anzustellen, die sich letztendlich als wahr erweisen. Dennoch wirkt der Schluss sehr konstruiert, sodass der Roman in meinen Augen ins Lächerliche abdriftet. Die Verworrenheit der Erklärungsversuche und deren nicht vorhandene Logik ließ mich verwirrt und zugleich von so wenig Authentizität belustigt, den Kopf schütteln. Die Art und Weise, auf die die Ereignisse der letzten hundert Seiten ihren Verlauf nehmen, ist mehr als einmal so unglaubwürdig, dass die Erklärungen der Hauptakteure einfach krank und durchtrieben wirken. * Dennoch hätte ich dem Roman durchaus drei Sterne geben können, wäre der Schluss nicht so unendlich grausam gewesen. Das hätte man tatsächlich anders lösen können! Auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass mit derartigen "Störenfrieden" zur damaligen Zeit genauso verfahren wurde, hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin nicht so sehr ins blutige Detail gegangen wäre. Dadurch driftet der sonst so klug geschriebene Roman ins Vulgäre und unnötig Makabere ab. * Daher kann ich leider nicht mehr als 2 1/2 Sterne vergeben. Ich kann "Ketzer" leider nur denjenigen empfehlen, die sich sehr für die damalige Zeit und vorallem den Glaubenskrieg interessieren und denen die Auflösung der Morde daher mehr oder weniger gleichgültig ist. Denn das Versteckspiel, dass Katholiken in England spielen mussten, um ihre Identität zu wahren, wird in "Ketzer" sehr gut herausgearbeitet.

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  • Rezension zu "Ketzer" von Stephanie Parris

    Ketzer
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    25. October 2011 um 19:33

    Ich stelle mir einen Marktplatz vor. Einen mittelalterlichen Markt – gut besucht und aus allen Richtungen duftet es nach deftigen Speisen. Händler buhlen um die betuchtesten Kunden und Geschichtenerzähler unterhalten die Menschen mit ihren Abenteuern und Erlebnissen. Man hat die Wahl, welcher Legende man zuhören möchte – man kann stehenbleiben oder weitergehen, ganz wie es beliebt. Ich verweile sehr lange bei einem Erzähler namens Umberto Eco, versuche seinem Erzählstrang zu folgen und die Menschen in meiner Umgebung um Rat zu fragen, wenn ich etwas nicht verstehe oder werde in die Bibliothek des nahen Klosters wandern, um zu recherchieren. Das verlangt Eco von mir. Seine Geschichten muss man sich aktiv erarbeiten – gut zuhören. Ich mag das sehr. Jedermanns Geschmack ist dies jedoch nicht und ich sehe, dass am anderen Ende des Marktplatzes eine Frau ihr Lesezelt aufgeschlagen hat und von einem KETZER erzählt. Nicht ungefährlich dieses Thema in unseren Zeiten – gar nicht ungefährlich. Zu meiner Überraschung stehen viele Menschen vor jener Stephanie Parris. Andächtig zuhörend und sich dann und wann angeregt unterhaltend, leise murrend zuweilen, aber insgesamt sehr gebannt lauschend… Sie muss etwas Gutes zu erzählen haben. Nicht erfunden scheint die Geschichte – zumindest was die Hauptperson betrifft. Schillernd und geheimnisumwittert steht ein einfacher Mönch im Mittelpunkt turbulenter Ereignisse. Ein zugegeben wissbegieriger Mönch – auch nicht ungefährlich in unserer Zeit. Giordano Bruno ist auf der Suche nach der Wahrheit. Nicht der von seinem Kloster vorgegebenen, sondern seiner eigenen. Er liest und besitzt Bücher, die er besser nicht hätte besitzen sollen. Dies wird ihm zum Verhängnis – selbst schuld, sage ich. Kennt man doch den langen Arm der Inquisition nur zu gut. Als Ketzer angeklagt gelingt ihm in letzter Sekunde die Flucht aus den klösterlichen Mauern und wir verlieren seine Spur durch halb Europa, weil die Erzählerin nur in kurzen Sequenzen auf diesen sieben Jahre dauernden Weg eingeht. Sie streut nur Brotkrumen aus, die wir als leisen Hauch einer Fährte wahrnehmen um zu begreifen, welch besondere Fügung das Schicksal für Giordano Bruno bereitgehalten hat. Als Berater der Könige, als graue Eminenz im Hintergrund und als Gelehrter und Weiser taucht er schließlich am Ende seiner Flucht am englischen Königshof auf und wird aufgrund seiner vielfältigen Eigenschaften von Lord Walsingham als Berater gewonnen…. Spion könnte man auch sagen – oder zumindest Zuträger von Nachrichten, die sich dem einfachen Geist nicht erschließen würden. Als Schatten hinter den Herrschenden gelingt ihm nun, das zu tun, worauf er sein ganzes Leben gewartet hat. Er forscht weiter, sucht nach dem geheimnisvollen Buch der Bücher und wird verstrickt in ein Abenteuer, das aufregender nicht sein könnte. Die Menschen hören zu. Die Sprache gefällt…. Nicht kompliziert, nicht verwoben… einfach und zielstrebig kommt sie daher und umschmeichelt des Zuhörers Ohr. Gefesselt und gespannt lauscht die Menge der Geschichte. Ich bleibe länger stehen, als ich es vorhatte… wie gesagt, dieser Eco hat vieles davon bereits erzählt. Nur eben tiefer und wissenschaftlicher, gehaltvoller und intensiver – aber eben auch komplizierter und nicht so leicht verständlich. Hier scheint die Magie der Erzählerin zu liegen und gleichzeitig auch eine Schwäche. Sie kündigt an, dass die Geschichte weitergeht und dass die Menschen sich auf viele neue Abenteuer des Mönchs freuen können. Und genau da beginnen einige in der Menge zu murren… „Die ersten sieben Jahre wären interessant gewesen… wir hätten gerne den ganzen Weg verfolgt, der einen einfachen Mönch vom Flüchtling zum Berater des Königs macht…. Ja – das wäre spannend gewesen…. Das ist doch unglaublich – das müsste man mir erklären…“ Und so weiter…. Andere Zuhörer antworten auf diese Einwürfe nur kopfschüttelnd und verweisen darauf, dass dieses Abenteuer doch einfach nur so spannend sei, weil die Erzählerin nicht bei Jesus Anlauf genommen hat, um dann mit kurzen Sätzen den eigentlichen Inhalt an den Mann zu bringen. Fürwahr. Das hat sie nicht getan. Einer sagt sogar…* „Geht doch zu diesem Eco… der redet wochenlang kompliziert um den Brei herum, vergiftet ein paar Mönche und löst das große Rätsel im Vorübergehen… Und ich weiß bis heute nicht, was oder wer die Rose ist, von der er sprach! Ich rätsle lieber ausgiebig und ohne die Geschichte der westlichen Welt dabei erklärt zu bekommen!“* Wo er Recht hat, hat er Recht… unterhalten wird man hier. Sehr gut sogar. Nicht gestelzt, nicht ausschweifend in Erläuterungen und schon gar nicht in Form einer Geschichtsstunde. Mein Ding ist das nicht – ich gehe zurück zu diesem Eco…. Das gefällt mir viel besser… aber ich verstehe wohl, dass sehr viele Menschen vor dem Zelt der Erzählerin verharren um zu erfahren, wie es dem flüchtigen Gelehrtenmönch weiter ergeht. Ich weiß, dass man ihn schließlich am Ende aller Abenteuer verbrannt hat… als Ketzer…. Nicht in dieser Geschichte – aber später eben. Und ein wenig würde ich schon gerne wissen, wie das passiert ist. Ob er unvorsichtig wurde oder Opfer eines Verrates…. Ich weiß es nicht. Vielleicht stelle ich mich wieder zu den Leuten, wenn dieser Eco abgereist ist… vielleicht… Einige sind ja noch da… ich habe Stephanie Parris wirklich nicht alleine gelauscht – vielleicht treffen wir uns später in der Taverne zum „Lustigen Reisetagebuch„ (in einer fernen Zukunft wird man dies wohl Blogtour nennen) und reden ein wenig über die Ereignisse des Tages… ich werde da sein! Zu Bildern und zur Blogtour: http://literatwo.wordpress.com/2011/10/25/ketzer-die-blogtour-etappe-auf-literatwo/

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  • Rezension zu "Ketzer" von Stephanie Parris

    Ketzer
    robbylesegern

    robbylesegern

    14. October 2011 um 17:06

    spannender Roman aus dem Elisabethanischen Zeitalter 'Ketzer' von Stephanie Parris, ist ein spannender, atmosphärisch dichter Roman, der in Oxford zur Zeit Elisabeth der I. spielt. Hauptperson dieses Buches ist Giordano Bruno (1548-1600), ein ehemaliger Priester, Freigeist und bekannter Philosoph und Dichter,der aus Italien floh, weil er dort wegen seiner Theorie der Unendlichkeit des Weltraum als Ketzer angeklagt war und auf dem Scheiterhaufen sterben sollte. Giordano besucht im Auftrag Sir Francis Walsinghams, dem Begünder des britischen Geheimdienstes,Oxford, um versteckt lebende Katholiken aufzuspüren, die nach dem Leben der Königin trachten, die durch die päpstliche Bulle 'Regnans in Exelsis' von Pius V. exkommuniziert wurde und durch Maria Stuart ersetzt werden sollte.(Ridolfi-Verschwörung).Dieses darf natürlich nicht öffentlich werden und so wird er als Gast aufgenommen, um mit dem Rektor der Universität seine Theorie zu disputieren. Sein eigentliches Anliegen ist es aber ein längst als verschollen geltendes Buch zu finden, das seine Theorie von der Unendlichkeit des Weltraums unterstreicht. Gleich in seiner ersten Nacht in den kalten, schaurigen Mauern der Universität Oxford geschieht ein Mord, der als Unfall getarnt wird.Ein Angehöriger der Universität wird von einem Hund zu Tode gebissen. Giordano glaubt nicht an einen Unfall und bemerkt, dass dem Rektor viel daran liegt den Ruf dieses ehrwürdigen Gemäuers unbefleckt zu lassen.Als dann ein zweiter Mord geschieht, versucht Giordano hinter das Geheimnis dieser grausamen Taten zu kommen.Als Ausländer und zudem Italiener und ehemaliger Papist, wird er von vielen Angehörigen der Universität angefeindet, da man ihm nicht glaubt dem alten Glauben abgeschworen zu haben.Die Suche nach dem Mörder wird für Giordano mehr als gefährlich . Dieser Roman von Stephanie Parris lässt den Leser abtauchen in das England Ende des 16.Jahrhunderts. Die Atmosphäre dieses Romans ist düster und spannend und der Leser erhält Einblick , wie es zu dieser Zeit in den Straßen Oxfords und in der berühmten Universität ausgesehen hat. Es liegt eine beständige Bedrohung über diesem Roman, die die Zeit gut widerspiegelt, in der die Katholiken , die im Verborgenen lebten , um ihr Leben fürchten mussten wenn sie entdeckt wurden.Die Idee, Giordano als Hauptprotagonist dieses Buches fungieren zu lassen, finde ich ausgesprochen gelungen, war er doch eine Figur der Renaissance, dessen Gedanken für die damalige Zeit sehr fortschrittlich, aber auch sehr umstritten waren. Allgemein wurden die Figuren dieses Buches sehr gelungen beschrieben. Vom fiesen Slythurst, bis zum Rektor Underhill, dem sein Ruf und der der Universität wichtiger ist, als der Leben seiner Tochter.Allgemein hat mich die Atmosphäre dieses Buches ein bisschen an 'Der Name der Rose' erinnert.Der Roman ist in einer flüssigen und sehr spannenden Schreibart gehalten, die es einem unmöglich macht, da Buch aus den Händen zu legen. Dass das zweite Buch um Giordano Bruno in England schon erschienen ist hat mich sehr gefreut, denn eine Fortsetzung dieses gelungenen Buches werde ich mir bestimmt nicht entgehen lassen.

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  • Rezension zu "Ketzer" von Stephanie Parris

    Ketzer
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. September 2011 um 20:04

    Giordano Bruno, der vor der Inquisition aus Italien geflohen ist, folgt nach einem längeren Aufenthalt am Hof des französischen Königs der Spur eines verbotenen Buches, das sich möglicherweise in England befindet. Er reist mit seinem Freund Sidney nach England und gerät über diesen in London ins nähere Umfeld Francis Walsinghams. Walsingham, damit beschäftigt, die englische Königin vor vermeintlichen Mordanschlägen durch Katholiken zu schützen und den katholischen Glauben im Lande vollends auszurotten, beauftragt den exkommunizierten Doktor Bruno mit einer heiklen Aufgabe. Er soll in Oxford nach Katholiken suchen, die den verbotenen Glauben unter dem Deckmantel der Staatskirche weiter praktizieren. Giordano Bruno nimmt die Aufgabe mit dem Hintergedanken an, dort zeitgleich nach dem verbotenen Buch zu suchen. Kurz nach seiner Ankunft kommt es im Lincoln College zu einem Mord. Einer der Professoren wird von einem Hund getötet. Der Mord gleich einer Inszenierung, deren Ursprung Giordano Bruno schon bald klar wird. Er ahnt, dass sich der Mörder im College aufhalten muss und befürchtet, dass es zu weiteren Todesfällen kommen könnte. Stephanie Parris nimmt sich in ihrem ersten Roman um Giordano Bruno viel Zeit, die Protagonisten einzuführen. Giordanos Flucht aus Italien wird zwar nur kurz beschrieben, der Aufenthalt in Frankreich nur erwähnt, der Part um das Gespräch mit Walsingham, die Reise nach Oxford und Bruno erster Tag dort ziehen sich aber leider ziemlich hin. Bis der erste Mord geschieht und die Geschichte wirklich in Fahrt kommt, vergehen mehr als 100 Seiten. Danach baut die Autorin den Spannungsbogen aber kontinuierlich aus und zieht das Tempo der Geschichte merklich an. Als Leser wartet man förmlich auf weitere Morde und rätselt, wen es als nächstes treffen könnte. Neben den Ermittlungen um die tödlichen Ereignisse in Oxford begibt man sich mit Giordano Bruno auf die Suche nach dem verbotenen Buch, das der Protagonist in Oxford zu finden glaubt. Zwei Handlungsstränge also, die aber sehr gut harmonieren und sich im letzten Drittes des Buches an einigen Punkten kreuzen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass die Autorin etwas mehr auf Giordano Bruno eingeht. Leider kamen seine Gedanken und Thesen insgesamt etwas zu kurz. Ich hoffe, dass sich das im nächsten Buch ändert. Der Autorin gelingt es hingegen sehr gut, die religiöse Unsicherheit und Zerrissenheit darzustellen, unter der die Engländer im 16. Jahrhundert gelitten haben: die Lossagung von der Katholischen Kirche unter Henry VIII. die Rückkehr zum katholischen Glauben unter "Blody Mary" und die erneute Abkehr vom Katholizismus unter Elisabeth I. Die Angst der Protagonisten vor Repressalien, weil sie einem falschen Glauben angehören, ist auf fast jeder Seite spürbar und zieht sich als roter Faden durch die Geschichte. Stephanie Parris Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Sie schreibt bildhaft, lebendig und sehr häufig mit einem Augenzwinkern, sodass trotz der Tragik und der Spannung auch der Humor nicht zu kurz kommt. Sowohl der Plot und der Stil als auch Giordano Bruno haben mich oft an die Bücher von C. J. Sansom erinnert. Vom Wesen her hat Giordano Bruno ein bisschen was von Matthew Shardlake. Die Autorin macht aber nicht den Fehler, die großartige Reihe von C. J. Sansom kopieren zu wollen, sondern gibt ihrem Helden eine ganz eigene persönliche Note. Dennoch dürften sich die Leser, die sich an Sansom erfreuen, auch ihren Spaß an Parris Büchern haben. Ich freue mich auf das nächste Buch um Giordano Bruno, das in England bereits erschienen ist. Ich hoffe, dass wir hier nicht allzu lange auf die Deutsche Übersetzung warten müssen.

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  • Rezension zu "Ketzer" von Stephanie Parris

    Ketzer
    hundertwasser

    hundertwasser

    20. September 2011 um 21:08

    Mitten hinein in die Auseinandersetzung zwischen Evangelikalen und geheimen Papisten im England des 16. Jahrhunderts entführt uns das Buch "Ketzer" von Stephanie Parris, das im Limes-Verlag erschienen ist. Giordano Bruno, Ex-Mönch, Weltenbummler und Ketzer avanciert in diesem historischen Roman zum Ermittler in einer mysteriösen Mordserie, die die Universität von Oxford in Aufregung versetzt. 1583 kommt Giordano Bruno nach der Flucht aus seinem Kloster über Frankreich nach England, wo er im königlichen Gefolge mit dem Palatin Laski und seinem guten Freund Philip Sidney nach Oxford reist, um dort der Jagd zu frönen, Bereits kurz nach der Ankunft ereignet sich ein schauriger Mord, da ein örtlicher Universitätsangehöriger von einem Hund zerfleischt sein Ende im örtlichen Garten findet. Geheimnisvoller wird das ganze noch dadurch, dass der Garten, in welcher der Mord stattfand, die ganze Zeit abgeschlossen war und der Mörder somit unter der Universitätsangehörigen zu finden sein muss. Rätselhafte Botschaften, zwielichtige Gestalten und eine handfeste Verschwörung um ein paar papsttreue Papisten, die sich trotz dem Verbot ihres Glaubens durch die Königin Elisabeth nicht von der Ausübung ihres Glaubens abhalten lassen wollen, kreuzen schon bald Brunos Weg und es wird nicht bei einer Leiche bleiben ... Stephanie Parris hat sich eine spannende Periode englischer Geschichte für ihr Werk "Ketzer" ausgesucht. Bereits Friedrich Schiller thematisierte den tödlichen Kampf um die Identität und den Glauben Englands in seinem Drama "Maria Stuart", in dem sich papsttreue Katholiken in Form von Maria Stuart und anglikanische Christen in Gestalt ihrer Kusine Elisabeth gegenüberstehen. Ähnlich tödlich wie Schillers klassisches Drama verhält es sich mit dem Buch von Stephanie Parris. Die Fronten sind eigentlich geklärt, die Papisten sind auf dem Papier ausgerottet und die von Henry VIII. begründete anglikanische Kirche herrscht über die Insel. Doch ganz so einfach ist das alles natürlich nicht, wie der zwischen den Fronten stehende Giordano Bruno bald bemerkt. Diese Schilderung rund um den religiösen Machtkampf sind spannend gelungen und interessant zu lesen. Allerdings gilt das nicht für das restliche Buch! Stellenweise wirkt "Ketzer" arg uninspiriert und der geneigte Leser wird nach der Lektüre des Klappentextes vielleicht auf Gemeinsamkeiten zu einem anderen Buch stoßen und ja: Parallelen zum Mittelalter-Bestseller "Der Name der Rose" von Umberto Eco sind freilich nicht zu leugnen, spielen doch ein (ehemaliger) Mönch als Ermittler in beiden Büchern eine wichtige Rolle. Auch die Idee einer mysteriösen Mordserie, die biblische Anspielungen enthält, und ein relativ abgeschlossener Schauplatz in akademischem Milieu sind die Zutaten, die beiden Werken gemein sind. Leider ist die Schreibe Stephanie Parris etwas zäh und die ganze Lektüre zog sich bei mir hin. Auch ist der Autorin vorzuwerfen, dass im Charakter Giordano Brunos deutlich mehr drin gewesen wäre. Zwar benutzt die Autorin die Ich-Perspektive, doch vertut sie die Chance, die sich dadurch bietet, da sie die inneren Monologe und Reflexionen des Hauptprotagonisten nicht genug in die Tiefe führt. Die Gedanken Giordano Brunos kreisen nur um die Mordserie und kratzen nur an der Oberfläche; hätte doch gerade der Charakter Giordano Brunos deutlich mehr Raum für Reflexionen über Gott und die Welt gegeben. Auch die übrigen Charaktere bleiben etwas blass und hätte mehr Tiefe vertragen. So wäre meiner Meinung nach in Parris Geschichte etwas mehr drin gewesen, wenngleich der geschichtliche Rahmen zu "Ketzer" höchst interessant ist!

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  • Rezension zu "Ketzer" von Stephanie Parris

    Ketzer
    Träumerin

    Träumerin

    08. June 2011 um 18:40

    Giordano Bruno ist ein Flüchtling vor der Inquisition weil er in seinem alten Kloster verbotene Bücher studiert hat. Nach Jahren des Versteckspiels, gelangt er nach England. Dort soll er in Oxford herausfinden ob die Collegestadt tatsächlich frei von Katholiken ist. An seinem ersten Morgen im Lincoln College findet er eine, von einem Hund zerfleischte, Leiche und wird misstrauisch. Wenn der Getötete wirklich Opfer eines Überfalls wäre, würde dann nicht sein Geld fehlen sein? Damit beginnt eine Mordserie die Doktor Bruno versucht zu klären, doch er verstrickt sich selbst immer tiefer in das Gewirr aus Lügen und Intrigen. Und irgendjemand am College sendet ihm verschlüsselte Botschaften, die den Täter enttarnen sollen. Doch warum schickt man diese Botschaften an ihn? Kann er das Geheimnis um die Morde aufklären oder ist er das nächste Opfer? Ein atemberaubender Historienthriller, der mich sofort in den Bann gezogen hat. Sowohl Giordano also auch alle anderen Charaktere handeln schlüssig und sind leicht vorstellbar. Mich hat sofort die Dynamik und Athmosphäre dieses Schmöckers gepackt und ich habe ihn nicht aus der Hand legen können, ehe ich zum Ende kam.

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