Stephanie Quitterer

 4.6 Sterne bei 28 Bewertungen
Autor von Hausbesuche.

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Hausbesuche

Hausbesuche

 (28)
Erschienen am 21.03.2016

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Rezension zu "Hausbesuche" von Stephanie Quitterer

Tausche Kuchen gegen Wohnungsbesichtigung
MissTalchenvor einem Monat

In einer Umgebung, in der man Blickkontakt vermeidet, in der man einen Unberührbar-Modus finden muss, um unbehelligt, eingequetscht neben hundert anderen in einer U-Bahn stehen zu können, ist jemand, der sich annähern will, grundverdächtig.

Nachdem Anabelle alias stehlblueten so von diesem Buch geschwärmt hat und ich es per Zufall in der Bibliothek entdeckte, wollte ich mir selbst eine Meinung darüber bilden.

Zur Story: Stephanie Quitterer ist in ein neues Viertel gezogen und hat genug von der Anonymität der Großstadt. Sie nutzt ihre Elternzeit und startet ein ungewöhnliches Projekt: Bewaffnet mit selbstgebackenen Kuchen lädt sie sich bei 200 ihrer Nachbarn ein, um sie kennen zu lernen. 200 Geschichten und Schicksale erwarten sie und am Ende findet sie die ein oder andere Freundschaft.

Meine Meinung: Dieses Buch basiert auf dem Blog „Rotkapi“ der Autorin, wo die Idee der 200 Wohnungen in 200 Tagen geboren und in die Tat umgesetzt wurde. Nun ist daraus ein ganzes Buch geworden.
Es thematisiert auf sehr verständliche Weise eine Art Sozialstudie im Selbstversuch, aber auch soziale Ängste.

Die Protagonistin und ihre Geschichte sind nicht nur real, sondern so auch sehr nahbar. Nicht selten erinnerten mich ihre Beobachtungen an meine eigenen Erfahrungen in der Großstadt. Ich verspürte sogar selbst das plötzliche Verlangen, zu backen, und meine Nachbarn ebenfalls aus ihren Wohnungen zu klingeln. Auch wenn diesen Gedanken keine Taten folgten, inspirierte mich das Buch mindestens zu mehr Offenheit.

Es unterhält mit einem leichten Humor und bietet gleichzeitig die ein oder andere brillante Formulierung. Die unbekannten Wörter hingegen, mit denen der Text teilweise gespickt war, bereiteten mir leichte Schwierigkeiten. Auch steigerte sich die Autorin in manche Szenen so sehr hinein, dass sie am Ende etwas zu dick aufgetragen wirkten.

Nichts desto trotz ist das Buch insgesamt aber rundum stimmig. Nur warum aus einem Text auf einem Blog noch ein Buch werden musste, erschließt sich mir nicht ganz.

Mein Fazit: Durch einen leichten Humor, gepaart mit gut formulierten Beobachtungen ist das Buch für Zwischendurch angenehm und inspirierend, hätte mir als Blog allerdings ausgereicht.

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Rezension zu "Hausbesuche" von Stephanie Quitterer

Wenn es plötzlich an der Tür klingelt ...
Daniliesingvor einem Jahr

Das Leben in der Großstadt kann ganz schön anonym sein.
In "Hausbesuche" begibt sich Stephanie Quitterer deshalb in ein spannendes Experiment. Sie möchte mehr über die Menschen in ihrer Nachbarschaft erfahren und so backt sie bis zum Ende ihrer Elternzeit jeden Tag einen Kuchen, klingelt an irgendeiner Tür und hofft hereingelassen zu werden.

Das ganze Unternehmen beschreibt sie mit viel Humor und Ehrlichkeit, sodass man selbst schon bald Lust bekommt, auch einfach mal bei den unbekannten Nachbarn zu klingeln und fremde Wohnungen sowie Menschen kennen lernen zu dürfen.

Ein Buch voller interessanter Menschen und Begegnungen, das Mut macht, sich aus seiner eigenen Komfortzone zu wagen und zeigt, wie unbegründet unsere Vorurteile gegenüber unseren Mitmenschen oft sind.

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Rezension zu "Hausbesuche" von Stephanie Quitterer

Hausbesuche // shalimasfilmweltenkritik.wordpress.com
ShalimaMoonvor 2 Jahren

Beim Stöbern auf dem Blog meiner lieben Inkunabel-Mädels fiel mir Carmens Beitrag über „Hausbesuche – Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte“ ins Auge und konnte nichts anders, als es mir sofort selbst zuzulegen.

Stephanie Quitterer ist Regieassistentin in Berlin und nach der Geburt ihrer Tochter in Elternzeit. Diese will sie nutzen, um endlich einmal ihre Nachbarschaft näher kennenzulernen. Also backt sie Kuchen und alle anderen wichtigen Sachen für einen Kaffeeklatsch ein und klingelt einfach bei ihren Nachbarn.

 Jetzt einmal Hand aufs Herz an alle Menschen, die in der Großstadt wohnen: Wie viele eurer Nachbarn kennt ihr denn wirklich? Also nicht nur vom aneinander vorbeidrängeln im Treppenhaus, sondern wirklich mit Namen? Selbst in der Kleinstadt kennt man nicht immer seine Nachbarn. Nur auf dem Dorf scheint noch jeder von jedem alles zu wissen. Aber wann genau ist es denn aus der Mode gekommen, sich beim Einzug bei seinen Nachbarn vorzustellen? Ähnliche Fragen stellte sich auch Stephanie Quitterer, die Autorin von Hausbesuche. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann Tom und ihrer neugeborenen Tochter Marie in Berlin. Doch in ihrem Viertel scheint sie das Feindbild zu sein, schließlich ist sie Mutter. Auch sie trägt viele Vorurteile und Ängste mit sich herum, aber auch einen großen Traum. Sie wüsste gerne, was auf der anderen Seite der geschlossenen Türen in der Nachbarschaft ist. Wie gut, dass sie in ihrer Elternzeit endlich einmal Zeit hat (und ihr Partner Tom Musiker ist und von zu Hause arbeitet und daher auch auf Marie aufpassen kann). Doch zunächst muss noch der innere Schweinehund überwunden werden. Denn die Angst vor der Reaktion der Nachbarn ist allgegenwärtig. Doch eines Tages nimmt Stephanie all ihren Mut zusammen und klingelt an den ersten Wohnungen. Ihre Erfahrungen, ihre Kuchenrezepte und ihre Statistiken sind in ihrem Buch Hausbesuche zusammengefasst.
Hausbesuche ist ein Buch, das sich herrlich leicht und locker an zwei Tagen verschlingen lässt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und teilweise herrlich selbstironisch. Am Anfang jedes Kapitels gibt es ein Kuchenrezept, das vor allem für Backanfänger geschrieben ist – Frau Quitterer ist auch noch Backneuling – und mit nützlichen Tipps, was man nicht machen sollte beim backen, versehen. Darauf folgt dann wieder eine neue Begegnung, die der Autorin nachträglich im Kopf blieb und ihre Gedanken zu ihrem Viertel, den Abbau ihrer Vorurteile und ihre aufkeimende Weltoffenheit. So wird in jedem Kapitel nicht nur stupide ein Treffen beschrieben, sondern das Buch trumpft auch mit einem Funken sozialkritischer Philosophie. Diese ist aber in keinem Fall aufdringlich oder dominiert in irgendeiner Weise. Es sind lediglich die Gedanken, die bei so einem Projekt einen durch den Kopf schwirren können. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine kleine Statistik über die besuchten Nachbarn, sei es wie sie ihren Kaffee trinken, oder welche Ausreden am häufigsten benutzt wurden, um Stephanie nicht herein zu lassen.
Das Buch macht einfach nur Spaß zu lesen und regt dabei zum nachdenken an. Schon wünscht man sich, die Türklingel würde klingeln und ein Nachbar würde sich selbst zum Kaffeeklatsch einladen. Oder man ertappt sich dabei, wie man in der Küche steht und überlegt, was man selbst für so ein projekt mitnehmen und backen würde. Gegen Ende des Buches nehmen leider die tatsächlich beschriebenen Begegnungen immer mehr ab und wird immer mehr Stephanies eigene Wandlung beschrieben. Das ist etwas schade, denn man brennt auf noch mehr „Abenteuer“ aus der Nachbarschaftsfront, andererseits ist auch diese Entwicklung interessant zu beobachten. Am Ende des Buches bleibt eine Menge positiver Input gepaart mit einer Leere – wie nach jedem guten Buch/Film/Serie – und große Lust in die Welt hinauszurennen und die eigenen Nachbarn kennenzulernen. Aber wer hat schon so viel Mut, wie Stephanie Quitterer?

„Hausbesuche“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

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