Stephanie Quitterer Hausbesuche

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Inhaltsangabe zu „Hausbesuche“ von Stephanie Quitterer

Kennen Sie eigentlich Ihre Nachbarn?
Stephanie Quitterer backt Tag für Tag Kuchen und klingelt an fremden Wohnungstüren. Sie wettet, dass sie endlich ihre Nachbarn kennenlernt. Ein ansteckendes Experiment mit 200 Kuchen und eine charmante Geschichte über Fremdwohnungssehnsucht, Nachbarschaft und Freundschaft.

bewunderswert, wie man sich in seine Nachbarschaft einleben kann

— Engelmel

Einfach mit Kaffee und Kuchen bei den Nachbarn klingeln und sich selbst einladen. Eine völlig verrückte Idee, aber liebevoll beschrieben.

— ShalimaMoon

Bin zufällig an dieses Buch gekommen. Es hat sich gelohnt, zu kaufen. Sehr schöne Erlebnisse.

— LillyMunster

Ein schönes Buch! Interessante Nachbarn und tolle Rezepte :-)

— Bambisusuu

Stephanie Quitterers Humor und ihre Art, ihre Mitmenschen / Nachbarn zu beschreiben, haben mir sehr gefallen. Könnte noch ewig weiterlesen.

— Daniliesing

Ein bißchen Neugierde, ein bißchen Sozialstudie und ganz viel Kuchen! So lernt man seine Nachbarn kennen!

— sommerlese

Für alle, die gerne einen Blick in fremde Wohnungen wagen... und als Bonus gibt es noch haufenweise Rezepte dazu

— Lesefeuer

Einfach nur toll! Unbedingt lesen!

— jasbr

Ein Must-have im Regal!

— fraeulein_lovingbooks

Ein wunderbares Buch über (oder besser gegen) Vorurteile und Schubladendenken. Mit leckeren Rezepten und einer gewaltigen Portion Mut!

— Sternenstaub_Buchblog

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  • Hausbesuche // shalimasfilmweltenkritik.wordpress.com

    Hausbesuche

    ShalimaMoon

    24. October 2016 um 16:38

    Beim Stöbern auf dem Blog meiner lieben Inkunabel-Mädels fiel mir Carmens Beitrag über „Hausbesuche – Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte“ ins Auge und konnte nichts anders, als es mir sofort selbst zuzulegen. Stephanie Quitterer ist Regieassistentin in Berlin und nach der Geburt ihrer Tochter in Elternzeit. Diese will sie nutzen, um endlich einmal ihre Nachbarschaft näher kennenzulernen. Also backt sie Kuchen und alle anderen wichtigen Sachen für einen Kaffeeklatsch ein und klingelt einfach bei ihren Nachbarn.  Jetzt einmal Hand aufs Herz an alle Menschen, die in der Großstadt wohnen: Wie viele eurer Nachbarn kennt ihr denn wirklich? Also nicht nur vom aneinander vorbeidrängeln im Treppenhaus, sondern wirklich mit Namen? Selbst in der Kleinstadt kennt man nicht immer seine Nachbarn. Nur auf dem Dorf scheint noch jeder von jedem alles zu wissen. Aber wann genau ist es denn aus der Mode gekommen, sich beim Einzug bei seinen Nachbarn vorzustellen? Ähnliche Fragen stellte sich auch Stephanie Quitterer, die Autorin von Hausbesuche. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann Tom und ihrer neugeborenen Tochter Marie in Berlin. Doch in ihrem Viertel scheint sie das Feindbild zu sein, schließlich ist sie Mutter. Auch sie trägt viele Vorurteile und Ängste mit sich herum, aber auch einen großen Traum. Sie wüsste gerne, was auf der anderen Seite der geschlossenen Türen in der Nachbarschaft ist. Wie gut, dass sie in ihrer Elternzeit endlich einmal Zeit hat (und ihr Partner Tom Musiker ist und von zu Hause arbeitet und daher auch auf Marie aufpassen kann). Doch zunächst muss noch der innere Schweinehund überwunden werden. Denn die Angst vor der Reaktion der Nachbarn ist allgegenwärtig. Doch eines Tages nimmt Stephanie all ihren Mut zusammen und klingelt an den ersten Wohnungen. Ihre Erfahrungen, ihre Kuchenrezepte und ihre Statistiken sind in ihrem Buch Hausbesuche zusammengefasst. Hausbesuche ist ein Buch, das sich herrlich leicht und locker an zwei Tagen verschlingen lässt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und teilweise herrlich selbstironisch. Am Anfang jedes Kapitels gibt es ein Kuchenrezept, das vor allem für Backanfänger geschrieben ist – Frau Quitterer ist auch noch Backneuling – und mit nützlichen Tipps, was man nicht machen sollte beim backen, versehen. Darauf folgt dann wieder eine neue Begegnung, die der Autorin nachträglich im Kopf blieb und ihre Gedanken zu ihrem Viertel, den Abbau ihrer Vorurteile und ihre aufkeimende Weltoffenheit. So wird in jedem Kapitel nicht nur stupide ein Treffen beschrieben, sondern das Buch trumpft auch mit einem Funken sozialkritischer Philosophie. Diese ist aber in keinem Fall aufdringlich oder dominiert in irgendeiner Weise. Es sind lediglich die Gedanken, die bei so einem Projekt einen durch den Kopf schwirren können. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine kleine Statistik über die besuchten Nachbarn, sei es wie sie ihren Kaffee trinken, oder welche Ausreden am häufigsten benutzt wurden, um Stephanie nicht herein zu lassen. Das Buch macht einfach nur Spaß zu lesen und regt dabei zum nachdenken an. Schon wünscht man sich, die Türklingel würde klingeln und ein Nachbar würde sich selbst zum Kaffeeklatsch einladen. Oder man ertappt sich dabei, wie man in der Küche steht und überlegt, was man selbst für so ein projekt mitnehmen und backen würde. Gegen Ende des Buches nehmen leider die tatsächlich beschriebenen Begegnungen immer mehr ab und wird immer mehr Stephanies eigene Wandlung beschrieben. Das ist etwas schade, denn man brennt auf noch mehr „Abenteuer“ aus der Nachbarschaftsfront, andererseits ist auch diese Entwicklung interessant zu beobachten. Am Ende des Buches bleibt eine Menge positiver Input gepaart mit einer Leere – wie nach jedem guten Buch/Film/Serie – und große Lust in die Welt hinauszurennen und die eigenen Nachbarn kennenzulernen. Aber wer hat schon so viel Mut, wie Stephanie Quitterer? „Hausbesuche“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

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  • Und so klappts bestimmt auch mit den Nachbarn!

    Hausbesuche

    gsimak

    11. October 2016 um 18:13

    Meine MeinungUnd so klappts bestimmt auch mit den Nachbarn!Als ich bei einer anderen Bloggerin von diesem Buch gelesen habe, wurde ich neugierig. Erstmal dachte ich, es handelt sich hier um einen Roman. Aber ne .... es ist ein Erfahrungsbericht!!! Das ist ja ein Ding. Auf humorvolle Weise erzählt uns die Autorin, wie  sie der Langeweile ihres Mutterschaftsurlaub ein Schnippchen schlägt. Die gebürtige Bayerin hat eine zündende Idee. Sie nimmt sich vor, 200 Tage lang jeden Tag einen Kuchen zu backen und bei fremden Nachbarn zu klingeln. Und dad in Berlin! So nach dem Motto: Ich möchte mehr über unsere Straße erfahren. Darf ich zu ihnen rein? Kaffee und Kuchen hab ich dabei! Eigentlich ist die Stephanie zu schüchtern, um bei Fremden zu klingeln. Ihr Freund glaubt anfangs nicht daran, dass sie es schafft. Doch die Schauspielerin im Mutterschaftsurlaub nimmt sich selber bei der Hand und auf gehts! Klingelingeling ... hier kommt die Kuchenfrau!Ich habe dieses Buch im Fitnesscenter gelesen. Habe meinen Pfunden den Kampf angesagt. War mir stellenweise nicht mehr sicher, ob ich das richtige Buch gewählt habe. Die Rezepte im Buch lesen sich superköstlich. Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Entschuldige liebe Stehanie ... manchmal habe ich die Rezepte übersprungen. (Auf dem Crosstrainer als seelische Grausamkeit empfunden!)Ich habe die Hausbesuche sehr gerne mitgemacht. Im Osten Berlins durfte ich in die Wohnungen gucken und die skurrilsten Menschen kennen lernen. FazitWas hier auf den ersten Blick wie ein seichter Frauenroman anmutet, entpuppt sich beim Lesen schnell als eine warmherzige Geschichte. Der Wortwitz der Autorun schmiert einem nicht nur Sahne um den Mund. Nein, ein Dauerlächeln kommt da schon eher hin. Sie zeigt uns sämtliche Schicksale, die sich in fremden Wohnungen abspielen. Sie führt einen Blog, in dem sie ihre Erfahrungen festhält.Wenn ich Abends spazieren gehe, denke ich mir immer: >>Was spielt sich hinter diesem Fenster ab?  Welche Menschen wohnen in diesem Haus?<< Danke Stephanie. Jetzt hast du meine Phantasie noch mehr beflügelt!Ein Szene im Buch hat mich sehr berührt. Da weint Stephanie mit einer Frau zusammen. Ich gleich mit! Beim Lesen hatte ich oft den Gedanken, dass es mehr Frauen wie Stephanie geben sollte. Es gehört wahnsinnig viel Mut dazu, einfach an fremden Türen zu klingeln. Man weiß ja schließlich nie, wer sich dahinter verbirgt. Diese Geschichte zeigt uns, wie sehr sich Menschen nach Kontakten sehnen. Danke Stephanie Quiterer. (Nicht böse sein ... ich esse im Moment keinen Kuchen ... seufz!)Mein Dank geht an den KNAUS-VERLAG

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  • Lesenswert

    Hausbesuche

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. September 2016 um 13:19

    Mit 200 Besuchen ist sie etwas übers Ziel hinausgeschossen. Wird sie all diese Menschen auf der Straße überhaupt wiedererkennen? Der Sinn der Sache war doch nicht, eine Beschäftigung zu finden, sondern Menschen kennenzulernen. Auch kann sie eventuelle Freundschaften nicht vertiefen, weil sie keine Zeit für zweite Treffen hat. Ich verstehe ihre Botschaft und das ist eine sehr wichtige und sehr schöne: Interessiere dich für deine Mitmenschen und geh auf sie zu. Doch mit einem dermaßen utopischen Ziel ist sie - meiner Meinung nach - darüber hinausgeschossen. 50 wären genug gewesen und hätten ihre Welt langfristig vermutlich mehr bereichert.

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  • Mehr Kuchen - mehr Nachbarn

    Hausbesuche

    kris006

    25. September 2016 um 20:34

    Die Autorin Stephanie Quitterer erzählt ihre persönliche Geschichte, wie sie ihre Nachbarn kennenlernte. Während ihrer Mutterzeit beschließt sie jeden Tag Kuchen zu backen und mit diesem einen ihrer Nachbarn zu besuchen. So läuft sie ihre Straße ab und klingelt an fremden Türen, in der Hoffnung nicht abgewiesen zu werden. Mit 200 Kuchen lernt sie nette, skurrile und gutherzige Menschen, Nachbarn und Freunde kennen. Die Autorin schreibt sehr sympathisch mit viel Witz. Das Buch ließ sich super lesen und ich kam in einem Rutsch durch. Stephanie erzählt detailliert und mit vielen Emotionen über ihre Hausbesuche die sie erlebt hat. Dabei finde ich sie wirklich toll, sie ist nicht perfekt, arbeitet aber im Laufe des Buches immer mehr an sich. Auch ihre Tochter ist schön im Buch eingebaut und bereitet Spaß beim lesen. Lediglich der Freund wird mir im Buch bis zum Schluss nicht sympathisch, so richtig gut kommt er allerdings auch nicht immer weg. Besonders toll finde ich das das Buch so authentisch ist und man das als Leser auch merkt. Die Hausbesuche waren ein wahres Herzensprojekt. Jedes der Kapitel enthält vorweg ein Kuchen- oder Gebäckrezept, welches jedoch mit dem typischen Steph-Witz geschrieben ist - also keine klassische Rezeptbeschreibung wie aus einem Backbuch - das macht die Autorin noch ein wenig mehr sympathisch. Der Titel sowie der Untertitel "Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarn eroberte" ist Programm - man erfährt also gleich was man vom Buch erwarten kann. Auch Das Cover, wo man Stephanie mit ihrem Korb klingeln sieht, passt zum Gesamtbuch. Insgesamt hat mir das Buch aus dem KNAUS-Verlag sehr gut gefallen. Außerdem erhält man 32 tolle Rezepte zum nachbacken. Es ist sehr authentisch und witzig. Eine klare Kaufempfehlung von mir.

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  • Führt die Anonymität der Großstadt an der Nase herum - bis zum Kuchen

    Hausbesuche

    Eva-Maria_Obermann

    15. August 2016 um 23:08

    Stephanie ist in Elternzeit und lebt in Berlin. Als Mutter gehört sie plötzlich zum Feindbild. Als eine alte Freundin ihres Mannes sie als „auch eine von denen“ beschimpft, plant sie, Vorurteilen den Kampf anzusagen. Bewaffnet mit Kuchen, Kaffeepulver und Teesortimenten klingelt sie sich die Finger wund. Und wird tatsächlich eingelassen. Neben vielen Muttersein-wasnun-Büchern ist dieses erholsam. Denn Stephanie Quitterer kommt nicht nur mit einer eigentlich traditionellen und darum so innovativen Idee daher, sie hat auch auf vieles einen anderen Blickwinkel. Erstens lebt sie eben nicht in einem jener Berliner Viertel, in denen der Kinderwagen zum guten Ton gehört. Vielmehr begegnet ihr als Mutter Argwohn. Und dann auch noch eine Zugezogene. Zweitens ist sie gerade nicht der extrovertierte Typ, der leicht auf fremde Menschen zugeht. An Türen klingeln ist für sie nicht Selbsterfüllung, sondern Überwindung. Herrlich ehrlich, bisweilen ironisch, oft aber einfach nur nachdenklich und erfrischen klar ist ihr Blick. Die Angst vor der Festung, dem Nobel-Wohnhaus der Straße. Die Überraschung, eingelassen zu werden. Das Kennenlernen – oder auch nur flüchtiger Erhaschen eines Blicks. Mit Neugier für Mensch und Wohnraum geht die junge Mutter ans Werk. Und ist vieles, aber keine Freizeit-Bäckerin. Dabei geht die Autorin nicht nur auf die Frage nach der Gentrifizierung Berlins ein, sondern lässt Raum für persönliche Schicksale. Wie den Mann, in dessen Wohnung nicht mehr als eine Matratze ist. Oder die Frau, deren Sohn mit 12 tödlich verunglückte, und die einfach nicht wegziehen kann. Aber auch das schwule Pärchen mit den zwei Töchtern oder der betriebsame Arzt. Alle wohnen sie in einem Viertel, manchmal Tür an Tür. Ohne den anderen zu kennen. Sinnbild dieser Frage nach dem Nachbarn ist Astrid, bei der Stephanie mit Kuchen am Tisch saß, die ihrerseits Neugierig auf den eigenen Nachbarn ist. Die Anonymität der Großstadt wird auf skurrile Weise zur Schau gestellt und an der Nase herumgeführt. Bis sie vor einem Kuchen anlangt, der gegessen werden soll. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Bisweilen ist dann auch die Tochter dabei, begeistert über fremde Menschen, neue Gesichter, Eindrücke und Ablenkung. Doch natürlich ist nicht alles Friede Freude Eierkuchen. Viele Türen bleiben geschlossen. Stephanie muss mit Ablehnung und Zurückweisungen umgehen. Sie wird angeschrien und nicht zuletzt ausgelacht – vom eigenen Mann. Der schwankt zwischen Spott und extremer Besorgnis. Nicht nur die Faszination des Fremden hinter der nächsten Tür ist da, auch die Angst davor. Und selbst Stephanie kennt sie, will die Fremden, die nun auch sie besuchen, gar nicht reinlassen. Ein Paradox der Selbsterkenntnis. Das entstandene Buch ist nicht etwa eine Sammlung von Blogbeiträgen, sondern sorgfältig ausgewählt und mit einem roten Faden versehen. Jedem Kapitel ist ein Rezept vorangestellt, dass es mich in den Fingern juckt, den Backofen anzuschmeißen. Vom Entstehen der Wette mit sich selbst, bis zum letzten Hausbesuch, denkwürdig, vollkommen vielleicht. Dazwischen aber auch Mußetage, innere Überlegungen und die Entwicklung des Blogs parallel zu dem der Kuchenwette. So wird Hausbesuche auch zu einem Buch über das Bloggen, über das Leben an sich. Über Streitereien, lange Nächte, neue Dinge. Mit einem denkwürdigen Ergebnis. Eine Nachbarschaft ist entstanden.

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  • Du öffnest eine Tür und sie öffnet dir eine Welt

    Hausbesuche

    Stehlblueten

    11. August 2016 um 00:14

    Hausbesuche habe ich während meines Praktikums bei der Leipziger Buchmesse entdeckt und war fasziniert von der Autorin und ihrem Vorhaben, endlich einmal die Nachbarschaft kennenzulernen. Ich komme selbst aus einem kleinen Dorf und war damals so froh, endlich in die Großstadt und ihre Anonymität ziehen zu können. Ähnlich ging es auch der Autorin. Doch wenn man dann mal ein paar Jahre in der großen Stadt wohnt, fällt einem irgendwann auf, wie merkwürdig es ist, dass man keinen der Nachbarn mit Vornamen kennt. Man fragt sich, wie diese Menschen wohl ticken, wie ihre Wohnungen aussehen. Was für Geschichten sich hinter den Türen verbergen. Zumindest male ich mir so etwas immer aus und da ich selbst – zugegeben – viel zu feige bin, einfach an einer fremden Tür zu klingeln, ist das Buch die optimale Lösung, diese Neugierde zu befriedigen. "Wie viele Gesichter hat man, ohne es zu merken? Und welches von diesen Gesichtern ist das wahrste?" Stephanie Quitterer wagt es also und schreibt während ihres Projekts einen Blog, in dem sie ihre Erfahrungen für alle Welt offen legt. Das Buch erinnert stellenweise auch an einen Blogbeitrag – im positiven Sinne. Es liest sich leicht und die Autorin zaubert einem ständig ein Lächeln ins Gesicht. Neben ihren Berichten finden sich Rezepte der Kuchen, die sie für die Nachbarschaft gebacken hat – und selbst diese Rezepte haben ihren ganz eigenen Charme. Am Spannendsten fand ich es allerdings, mit der Autorin gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen. Während ich erwartet habe, verschiedene Geschichten zu den unterschiedlichsten Menschen zu entdecken, erfährt man darüber hinaus auch einiges über sich selbst. Über sich und die Vorurteile, die man bewusst und unbewusst gegenüber anderen Menschen hat. Meist erhaschen wir auf unsere Mitmenschen nur einen kurzen Blick und in wenigen Millisekunden haben wir ihn, oft ohne es zu wissen, schon kategorisiert und in Schubladen eingeordnet. Das ist normal und erleichtert uns in gewisser Weise den Alltag. Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob man dieses Denken überhaupt völlig ausstellen kann, aber man kann daran arbeiten und sich bewusst machen, dass man Vorurteile hat. "Wenn ich will, dass andere von mir nichts denken, sollte ich vielleicht als Erstes anfangen, von ihnen nichts zu denken." So wird auch die Autorin häufig überrascht beim Blick hinter die Fassade. Manche der Geschichten sind unglaublich lustig, andere hingegen treiben einem beim Lesen die Tränen in die Augen. Wieso vergessen wir im Alltag so oft, dass jeder Mensch von persönlichen Geschichten geformt wird? Mir persönlich hat das Buch genau das wieder in Erinnerung gerufen. Mir gezeigt, dass man, so tolerant man auch ist, irgendwo in seinem Kopf doch noch die Schubladen stehen hat, die heimlich weiterarbeiten. Zu guter Letzt möchte ich dem Buch und der Autorin noch Danke sagen. Ich habe die Geschichte in einem Rutsch gelesen und konnte mich gar nicht mehr loslösen von den Worten. Von dem Wissen, dass da draußen so viele Menschen mit so vielen spannenden Geschichten stecken. An einem Tag, der von schlechten Nachrichten nur so erfüllt war. Nachrichten, die einen den Glauben an die Menschheit verlieren lassen. Das Buch gibt sie einem wieder. Menschen können wundervoll sein. Vielseitig. Liebenswürdig. Manche vielleicht erst auf den zweiten Blick, aber deswegen soll man ja genauer hinschauen. "Ich will üben, jeden Menschen erst kennenzulernen, bevor ich ihn einteile. Nicht umgekehrt. Und irgendwann, in weiter Ferne, wenn ich den Schwarzen Gürtel in 'Menschen' hab, dann fang ich vielleicht sogar an, das Einteilen wegzulassen." FazitEine absolute Leseempfehlung. Mehr gibt es eigentlich nicht mehr zu sagen.

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  • Hausbesuche der besonderen Art

    Hausbesuche

    Bambisusuu

    25. July 2016 um 12:44

    Das Buch "Hausbesuche" wurde von der Autorin "Stephanie Quitterer" geschrieben und ist im "Knaus-Verlag" erschienen. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Sachbuch und einer amüsanten Lektüre.Stephanie möchte ein Experiment in die Tat umsetzen. Denn Stephanie wird Mutter und ihr Leben stellt sich komplett um. Ihren stressigen Alltag vermisst sie und somit überlegt sich Stephanie ein neues Projekt, um ihre Nachbarn in der Umgebung besser kennenzulernen. Mit dem perfekten Kuchen und Kaffee möchte Stephanie ihre Nachbarn überzeugen. Doch mit 200 Kuchen hat sich Stephanie ein hohes Ziel gesetzt...Dieses Buch stellt eine Geschichte der besonderen Art dar. Zum einen ist man als Leser Schritt für Schritt an Stephanies Seite, lernt ihre Nachbarn kennen und entdeckt tolle Kuchenrezepte. Außerdem greift das Buch sachliche Themen auf, wie soziale Ungleichheit innerhalb einer Gesellschaft.Die Hauptprotagonistin ist alles andere als laut und selbstbewusst. Stephanie plagt die Angst vor fremden Menschen und ist schüchtern. Mithilfe des Experimentes möchte auch Stephanie ihre Ängste überwinden und einen Schritt nach vorne gehen. Doch zu Anfang hat auch sie ihre Schwierigkeiten. Nicht jeder Nachbar scheint von ihrer Idee begeistert zu sein und auch ihr Ehemann überzeugt ihre Idee nicht. Anstatt sie zu unterstützen, versucht er Stephanie zu hindern.Die verschiedenen Begegnungen werden interessant und realistisch geschildert. Stephanie lebt mitten in Berlin und trifft somit auf ganz unterschiedliche Menschen. Als Leser ist man von Stephanies Mut begeistert und wartet spannend auf die nächsten Nachbarn. Mit der Zeit hat Stephanie eine Menge Freude an ihrer Idee und auch die Vorurteile zu manchen Nachbarn werden beiseite gelegt.Außerdem wird man durch die Handlung mit köstlichen Rezeptideen begleitet und auch die Wahrnehmung von Stephanies Nachbarn hält Stephanie in ihrem Blog fest. Dadurch findet man von den Charakteren bis hin zu den Berufen, Familien und Hobbys alles über die Nachbarschaft heraus.Ein Buch voller Inspirationen, das einen nicht nur mit Rezepten lockt, sondern auch interessante Themen der heutigen Zeit analysiert. Ein grandioses Experiment!

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  • Rezension: "Hausbesuche" von S. Quitterer

    Hausbesuche

    Anchesenamun

    01. July 2016 um 21:04

    Zum Inhalt: Als Stephanie Quitterer 2011 zum ersten Mal Mutter wird und ein Jahr von ihrem Job als Regieassistentin pausiert, ist ihr doch ein bisschen langweilig. Deshalb beschließt sie, ein Projekt in Angriff zu nehmen, welches sie schon länger im Auge hatte: Ab sofort will sie jeden Tag bei einem ihrer Nachbarn klingeln und sich selbst zum Kaffeekränzchen einladen.Fortan zieht sie wie Rotkäppchen mit ihrem Korb durch ihr Berliner Wohnviertel und lernt endlich nach Jahren der Anonymität einen Teil ihrer riesigen Nachbarschaft kennen. Hierbei benötigt sie viel Geduld, Durchhaltevermögen, Toleranz - erhält aber auch wahnsinnig viel zurück. Meine Meinung: In 200 Tagen 200 Nachbarn mit 200 Kuchen zu beglücken ist ein sportliches Ziel und klingt nach einer sehr schönen Idee. Allerdings dachte ich mir beim Lesen des Klappentextes, dass Stephanie Quitterer bestimmt eine dieser hochambitionierten Hausfrauen ist, die den ganzen Tag wunderschöne Desserts und Kuchen zaubern und furchtbar gesellig einen riesigen Freundes- und Bekanntenkreis bedienen. Solch einer Frau dürfte es ja nicht allzu schwer fallen, in ihrer bestimmt besser betuchten ländlichen Nachbarschaft zu klingeln und sich in Vorstadtvillen zum Kaffee im gepflegten Garten einzuladen.Wie angenehm überrascht wurde ich, dass ich völlig falsch lag. Die Autorin ist nämlich ganz furchtbar schüchtern und hat regelrecht Angst vor dem Kontakt mit Fremden. Bei ihren zahlreichen ihr unbekannten, teils griesgrämigen Berliner Nachbarn zu klingeln kostet sie viel Überwindung, weshalb sie das Projekt auch erst monatelang vor sich herschiebt. Dass ihr Mann sie auch noch mit ihrem Projekt aufzieht, statt sie zu motivieren, tut natürlich sein Übriges.Zudem wohnt sie in der anonymen Großstadt Berlin in einem "Problemviertel" mit mehreren 100 Nachbarn und klingelt sich sowohl durch Luxus-Penthousewohnungen als auch durch windschiefe Altbauten. Zu guter Letzt kommt noch erschwerend hinzu, dass Stephanie Quitterer eigentlich gar nicht so richtig backen kann. Was da den Nachbarn manchmal angeboten wird, ist nicht immer uneingeschränkt genießbar - aber immer mit viel Liebe hergestellt (oder auch mal gekauft).Das Buch enthält zahlreiche Episoden über die verschiedenen Besuche bei ganz verschiedenen Menschen. Singles, Familien, Einheimische, Zugereiste, Arme, Reiche,... Die Autorin trifft wirklich Gott und die Welt. Manche Begegnungen sind ganz lustig, manche herzerwärmend oder auch mal ein wenig verstörend. Aber die anfängliche Angst, in unangenehme oder gar gefährliche Situationen zu kommen, stellt sich zum Glück als unbegründet heraus. Im Gegenteil: Mit jedem Besuch scheint das Viertel einen Farbtupfer mehr zu erhalten, der aus der grauen anonymen Masse auftaucht.Jedem Kapitel ist ein Backrezept vorangestellt - ob ich davon mal etwas nachbacken werde, weiß ich nicht. Gerade am Anfang ist es eher ein "Gemansche", bei dem das Ergebnis dem Zufallsprinzip überlassen wird, aber die Autorin steigert ihre Backfähigkeiten mit der Anzahl ihrer Besuche. Die Beschreibungen ihrer oft missglückten Backaktionen sind wirklich zum Schmunzeln und machen sie gleich nochmal sympathischer.Das Projekt wurde damals "live" in Quitterers Blog vorgestellt und hatte bald zahlreiche Fans. So wurde sie nach einiger Zeit sogar aktiv in Haushalte - nicht nur in ihrer direkten Nachbarschaft - eingeladen. Was natürlich nicht heißt, dass sie nicht trotzdem noch weiterhin versuchte, die Nachbarn zu knacken, die ihr nur widerwillig oder gar nicht die Türe öffnen wollten.Quitterers Buch ist unterhaltsam und erfrischend. Sie schreibt sehr bildlich mit vielen Metaphern und Vergleichen, mal humorvoll, mal nachdenklich. Die verschiedenen Episoden sind mal mehr, mal weniger interessant, aber auf jeden Fall abwechslungsreich. Es ist auch schön zu sehen, wie die Autorin, die anfänglich ja noch sehr schüchtern ist und eine regelrechte Sozialphobie hat, immer mutiger wird, sich von Klischees verabschiedet und immer mehr Menschen in ihr Leben lässt. Nebenbei beschäfigt sie sich noch mit ihrer Rolle als frischgebackene Mutter, was vielleicht für Gleichgesinnte ebenfalls interessant sein dürfte.Am Ende besteht Quitterers Nachbarschaft nicht mehr aus anonym hinter Gardinen lebenden Schatten, sondern aus einem kunterbunten Haufen liebenswerter Menschen, die auf der Straße stets für ein spontantes Pläuschchen innehalten.Ein unterhaltsames und amüsantes Plädoyer für das Einreißen von Mauern und das Beenden des Schubladendenkens.

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  • Toller Erfahrungsbericht einer gelungenen Nachbarschafts-Aktion

    Hausbesuche

    sommerlese

    29. May 2016 um 20:33

    "*Hausbesuche Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte*" ist ein Sachbuch von "*Stephanie Quitterer*" und erscheint im "*Knaus Verlag*". Stephanie Quitterer wohnt in Berlin, ist nach der Geburt ihrer Tochter Marie in Elternzeit und kommt auf die Idee, ihre vielen "annonymen" Nachbarn kennen zu lernen. Dazu kreuzt sie bei den Nachbarn mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen im Gepäck unangemeldet auf und lädt sich zum Klönschnack und Schmausen ein. So entstehen neue Kontakte, sie erfährt Interessantes über ihr Viertel und kommt vielen unbekannten Mitmenschen näher. Wer ihr alles die Tür öffnet und wen sie alles mit ihren Kuchen begeistern kann, kann man hier in ihrem Buch auf liebenswürdige Art und Weise erfahren. Dieses Buch ist in gewisser Weise eine Auseinandersetzung mit dem modernen Thema "Gentrifizierung", dem aktuellen sozioökonomischen Strukturwandel, der sich in den Städten vollzieht und Alteingesessene und Zugezogene am Beispiel Berlins näher beleuchtet. Stephanie Quitterer ist Zugezogene in ihrem neuen Wohnviertel und wird häufig komisch beäugt. Dabei möchte sie doch gern neue Kontakte schliessen und ihr Projekt: "200 Kuchen in 200 Tagen" soll ihr Türen und Herzen der Mitbewohner öffnen. Sie klingelt und lädt sich mit Selbstgebackenem bei den Nachbarn ein. Die Ergebnisse hält sie schriftlich auf ihrem Blog fest und lernt auch darüber neue Leute kennen. Eine tolle Idee, bei der sie nicht nur Vorurteile ablegt, sondern den Mitmenschen in ihre Wohnungen schaut und Freunde gewinnt. Was anfangs nach einer abgedrehten Idee klingt, wird mit der Zeit ein fabelhaftes Projekt. Als ich dieses Buch gelesen habe, fragte ich mich, ob ich Stephanie wohl ebenfalls herein gebeten hätte, wenn sie mit ihrem Kuchen vor meiner Tür gestanden hätte. Ja, hätte ich und das mit großem Interesse! Denn es ist ein mutiger Schritt, bei Unbekannten zu klingeln. Sie hat bei dieser Aktion viele Leute kennen gelernt und Vorurteile abgebaut. Dadurch gewinnt sie ein offeneres Verhältnis zu ihren Mitmenschen und erhält ein ganz anderes selbstbewusstes Auftreten. Man könnte sagen, ihr Projekt ist Lebenserfahrung und Sozialstudie in einem und ermöglicht neue Kontakte! Das ist ein echter Gewinn im Leben eines Menschen, der sich lohnt! Dieses Buch hat mich erfreut, gut unterhalten und mit humorvollen Szenen erheitert. Der Erzählstil ist locker und frech und gefällt mir prima, die beigefügten Rezepte klingen gut und nicht zu schwer nachzubacken und scheinen geschmeckt zu haben. Besonders ihre selbstironische Art gefällt mir gut, sie hat einen Humor, dem man sich nicht entziehen kann und den sie sogar in ihre Rezepte einbringt. Interessant sind auch die eingefügten Informationen zu allerlei Themen wie: - die am meisten gebackenen Kuchen, - die häufigsten Ausreden/Gründe der Nichteinlassenden, - die Anzahl der Türen mit Aufkleber usw. Stephanie stellt sich den Unbekannten, ob einzeln lebender Herr mit unbekannten Absichten oder Jungschnöselbande, sie behauptet sich und traut sich einzutreten in die heimischen Gefilde fremder Menschen. Die Autorin baut Vorurteile ab, wird offener und geht schliesslich viel selbstbewusster auf ihre Mitmenschen zu, sie lernt verschiedene Lebensarten und Charaktere kennen und sieht die Wohnungen fremder Menschen mit offenen Augen. Man muss auf seine Mitmenschen zugehen, dann öffnen sie sich einem und nur so lernt man neue Leute kennen. Eine interessantes Buch über eine ungewöhnliche Nachbarschafts-Aktion, die ich mit Freude gelesen habe und gern weiter empfehle. So charmant kann man die Herzen der Mitbewohner gewinnen!

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  • [Rezension] „Hausbesuche“ von Stephanie Quitterer

    Hausbesuche

    Lesefeuer

    26. May 2016 um 17:21

    „Hausbesuche – Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte“ ist ein Sachbuch von Stephanie Quitterer und erschien 2016 im Albrecht Knaus Verlag.Stephanie Quitterer backt fast täglich Kuchen und klingelt damit an fremden Wohnungstüren. Sie wettet, dass sie endlich ihre Nachbarn kennenlernt. Meine Meinung:Stephanie Quitterer wettet mit ihrem Mann, dass sie endlich ihre Nachbarn kennenlernt und lädt sich somit Tag für Tag bei ihnen zu Kaffee und Kuchen ein. Ich finde das mutig! Ich mag auch gerne meine Nachbarn kennen, wenn auch nur vom Begrüßen auf der Straße, aber würde ich mich gleich in jede x-beliebige Wohnung einladen? Vermutlich nicht. Ich hätte wohl doch Angst. Aber auch ich schaue gerne wie andere Menschen leben. Stephanie Quitterer beschreibt ihren Lesern auf humorvolle Art und Weise wie die Leute in ihrem Kiez in unserer Hauptstadt wohnen. Für alle, die gerne einen Blick in fremde Wohnungen wagen, sei dieses Buch einfach nur sehr zu empfehlen. Also Bonus gibt es dann auch noch Rezepte in jedem Kapitel. Ein tolles Buch, in moderner und offener Schreib- und Sprachweise. Das Cover gefällt mir gut. Es ist einfach gehalten, zeigt aber offensichtlich Stephanie Quitterer, wie sie mit ihrem Kuchen und Kaffee bei einem ihrer Nachbarn klingelt. Stephanie Quitterer wurde 1982in Niederbayern geboren. Sie lebte in Rio de Janeiro, studierte in Berlin, Kairo und München und war Regieassistentin am Deutschen Theater in Berlin. Das Projekt „Nachbarn kennenlernen“ führte sie 2011 während ihrer Elternzeit durch. Fazit: 5 Sterne. Ich möchte mich recht herzlich bei der Randomhouse Verlagsgruppe bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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  • Weg mit den Vorurteilen - Lernt die Nachbarschaft kennen!

    Hausbesuche

    jasbr

    25. May 2016 um 15:05

    Das ist die Hauptaussage des Buches, die ich zu 100% unterschreibe. Wer kennt es nicht? Man zieht in eine neue Wohnung, weiß aber gar nicht, wer seine Nachbarn sind. Man sieht sie mal im Treppenhaus, den gepiercten jungen Mann oder die alte griesgrämig dreinschauende Dame, und schon hat man sie in eine bestimmte Schublade gesteckt.Stephanie Quitterer hatte auch dieses Schubladendenken. In ihrer Elternzeit kommt ihr - zuerst mehr aus Jux - die Idee, einfach mit einem Kuchen und allen anderen Zutaten, die man so für ein Kaffekränzchen braucht, bei ihren Nachbarn zu klingeln und sich selbst einzuladen. 200 Tage lag - 200 Besuche. Die Autorin beschreibt erfrischend ihre positiven und negativen Erfahrungen während dieses Experiments. Nicht immer wird sie hereingelassen und klingelt sich an manchen Tagen einen Wolf - aber wenn sie erstmal drin ist, entdeckt sie, wie wunderbar verschieden und einzigartig die Menschen sind. Und wir herzlich sie aufgenommen wird. Ich fand es einfach wunderbar, wie ehrlich Stephanie Quitterer auch sich selbst und ihre Reaktionen beschreibt. Dabei regt sie sehr zum nachdenken an, auch über sein eigenes Verhalten. Trotzdem schreibt sie mit so viel Witz und Humor, dass ich mehr als einmal schmunzeln musste. Während ihres Projekts beginnt sie einen Blog, indem sie über ihre täglichen Hausbesuche berichtet. Dieser existiert noch, ihr könnt gerne mal hier einen Blick drauf werfen :)Das Buch beinhaltet aber nicht nur die Beschreibungen von den Hausbesuchen. Die Autorin führt beispielsweise witzige Statistiken, in denen sie aufzählt, an wie vielen Türen sie geklingelt hat, wie viele Ossis, Wessis bzw. Menschen mit Migrationshintergrund die Tür aufgemacht haben, in welchem Stock ihr wie viele Türen geöffnet wurden etc. Das ist immer ein interessanter Einschub. Außerdem hebt sie Highlights wie die schönsten Wohnungen oder die schönsten Kommentare auf ihrem Blog hervor.Außerdem gibt sie herrlich selbstironisch einige Rezepte ihrer Kuchen an, die sie in der Zeit gebacken habt. Aber nicht wie in einem Backbuch, sondern herrlich ehrlich. Ich habe zwar noch keins ausprobiert, die Lust aufs Backen ist aber auf jeden Fall gestiegen.Obwohl ich das Buch in zwei Tagen durchgelesen habe (ich konnte es nicht mehr weglegen), eignet es sich auch super aufgrund seines Aufbaus für das Lesen in kleinen Häppchen. Man ist - auch nach einer Pause - wieder schnell in der Geschichte drin.Fazit: Ein tolles Buch, das auf eine charmante Weise deutlich macht, dass man doch auch mal seinen Nachbarn kennenlernen sollte - weg mit dem Schubladendenken und den Vorurteilen. Von mir gibt es 5 Sterne!

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  • Hausbesuche: Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte

    Hausbesuche

    fraeulein_lovingbooks

    25. March 2016 um 23:28

    Inhalt Stephanie Quitterer backt Tag für Tag Kuchen und klingelt an fremden Wohnungstüren. Sie wettet, dass sie endlich ihre Nachbarn kennenlernt.Ein ansteckendes Experiment mit 200 Kuchen und eine charmante Geschichte über Fremdwohnungssehnsucht, Nachbarschaft und Freundschaft.(Quelle: Bloggerportal )Meine Meinung Stephanie Quitterer lebt mit ihrem Freund und der gemeinsamen Tochter im “Kiez” von Berlin. Sie ist nur der Liebe wegen in diese Gegend gezogen – der Freund ist Musiker und hat endlich eine Wohnung gefunden, in dem Wohnkomplex sich keiner über seine Musik beschwert. Die Autorin ist nicht sehr begeistert – sie selbst ist junge Mutter und junge Mütter sind in diesem Viertel sind sie so beliebt wie die Pest. Außerdem gibt es eine unterschwellige Feinbild-Stimmung auf den Straßen. Jeder der hier nicht geboren ist, ist ein Feind, somit auch Stephanie.Doch sie schmiedet einen Plan: sie möchte in fremde Wohnungen und mit den Bewohnern einen Kuchen essen. Sie möchte hinter die Kulissen schauen und erfahren, wer wirklich in den Häuser lebt und welche Geschichte die einzelnen Personen haben.Anfangs ist eine Wette mit sich selbst, doch schnell wird die Autorin süchtig und eröffnet einen Blog, auf dem sie ihre Erlebnisse wiedergibt.Mit jedem Besuch vergrößert sich ihr Horizont und mit jedem Kuchen werden ihre Backfähigkeiten besser. Auch die Tochter, die bei einigen Besuchen mit dabei ist, verändert sich. Das Fremdeln, das bei vielen kleinen Kindern vorkommt, hat sie übersprungen und begegnet jeden aufgeschlossen und freundlich. Manchmal tat mir die Autorin wirklich leid, denn ihr Freund schien meistens von der Idee überhaupt nicht angetan und man hatte oft das Gefühl, das er ihr ein paar kleine Steinchen in den Weg legt. Doch zum Glück hat sie sich nicht beirren lassen und ist ihren Weg in die verschiedenen Wohnungen gegangen.Es war auch schön zu lesen, das auch Stephanie Quitterer ein paar Vorurteile hat und diese auch im Buch aufgreift und sie widerlegt. Klasse. Ich habe mich so sehr auf dieses Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht, nein, es hat sogar meine Erwartungen übertroffen! Ein klasse Buch, das jeder einmal gelesen haben muss, was natürlich auch an den Rezepten liegt, mit denen jedes Kapitel beginnt :) Klare Lese- und Kaufempfehlung!!!Schönstes Zitat “Probier es aus! Und wenn Du auf die Schnauze fliegst, stehst Du wieder auf und probierst es nochmal! Und wenn Du wieder auf die Schnauze fällst, stehst Du eben wieder auf und probierst es noch einmal! Und das machst Du so lange, bis zu entweder stirbst, oder keine Lust mehr fast – oder den unwiderlegbaren Beweis dafür, dass das, was Du dir ausgedacht hast, nicht funktioniert!”(Stephanie, S. 192)  Sterne

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  • Plädoyer gegen Vorurteile

    Hausbesuche

    melli_2897

    20. March 2016 um 12:38

    Die kurze Beschreibung, die für dieses Buch zur Verfügung stand, hat sofort meine Neugierde geweckt und ich hatte das Glück, ein Exemplar vor dem Erscheinungstermin lesen und rezensieren zu dürfen. "Hausbesuche" ist mehr als eine Sammlung von Kaffeekränzchen und ich freue mich, es genauer vorstellen zu dürfen. Die Autorin, Stephanie Quitterer, zieht nach der Geburt der ersten Tochter zusammen mit ihrem Mann in ein berliner Viertel, das schon seit langem von der Gentrifizierung geprägt ist. Von den "Vollblut-Berlinern" wird die Veränderung ihrer geliebten Straßen und das Zuziehen von Wahlberlinern verächtlich beäugt. Besonders junge Mütter haben mit kritischen Blicken zu kämpfen. Um den eigenen Wänden mal entfliehen zu können, fasst Stephanie den Entschluss, eine Wette abzuschließen: In 200 Tagen will sie sich selbst in 200 Wohnungen zum Kaffeekränzchen einladen und dabei Vorurteile bekämpfen - die der Wohnungsbesitzer, aber auch ihre eigenen. Aus dieser leicht verrückten Idee wird schließlich ein großartiges Projekt. Das Buch beinhaltet nicht nur einige der besten Hausbesuche, sondern auch viel behind-the-scenes-content. Der Leser begleitet die junge, sympathische Frau auf ihrem Weg der Umsetzung einer Idee. Mit jedem Kapitel kann man die Entwicklung der Wette, aber auch ihrer Persönlichkeit mitverfolgen. Auch ihre back-technischen Fähigkeiten steigern sich im Verlauf des Buches, was durch die Rezepte, die den Anfang jedes Kapitels schmücken, deutlich wird. Mit jeder neuen Wohnung, jedem neuen Gastgeber und jeder neuen Erfahrung schafft Stephanie es, Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen und gewinnt nicht nur neue Freunde hinzu, sondern ändert auch ihre eigene Einstellung gegenüber allen Mitmenschen und dem Leben selbst. Der Gentrifizierung steht nur eine untergeordnete Rolle zu, sie wird aber immer wieder in den Gesprächen mit den Bewohnern der Straße thematisiert. "Hausbesuche" ist keine Fachliteratur zu diesem Thema, sondern ein realer Einblick in das Leben der Menschen, das sich hinter der Wohnungstür abspielt. Die Autorin hat ihre Erlebnisse interessant und unglaublich humorvoll zu einem tollen Buch verschnürt und teilt ihre Gedanken und ihr Privatleben mit jedem, der bereit ist, sich mit ihr auf die Reise in fremde Küchen zu wagen.

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