Stephanie Rapp Die Gehilfin des Buchdruckers

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Inhaltsangabe zu „Die Gehilfin des Buchdruckers“ von Stephanie Rapp

Deutschland um 1500: Martin Luther, ein einfacher Mönch, erzählt von Vergebung und stellt alles, woran die Menschen bisher glaubten, auf den Kopf. Tödliche Geheimnisse, ewige Verdammnis und unbeirrbare Liebe verflechten die Lebenswege von Mägden und Herren, von Kirchenmännern und Laien. Mitten in den Unruhen versuchen Lisbeth und Lucas Strom, ihre Familie zu retten, und riskieren dafür alles. Ihre Tochter Lena, Gehilfin des Buchdruckers Peter Schöffer, trägt unfassbare Schuld. Doch sie zu beichten, würde ihr Leben für immer zerstören. In ihrer Saga um die Familie Strom zeichnet Stephanie Rapp das großartige Porträt einer Epoche, die unsere Welt bis heute prägt.

Dank diesem Roman wird die Zeit um 1500 lebendig. Viel Liebe, Leid und Hoffnung durchleben die Hauptfiguren ...

— Buchperlentaucher

Ein spannendes, mitreißendes Buch, das die Wirren der Reformation sehr gut verdeutlicht! Von der Autorin möchte ich unbedingt mehr lesen!

— Smilla507

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  • Familiensaga in der Reformationszeit

    Die Gehilfin des Buchdruckers

    SeilerSeite

    01. November 2016 um 17:06

     Unter den vielen Büchern, die aktuell zum Reformationsjubiläum erscheinen und Luther und andere wichtige Persönlichkeiten in den Blick nehmen, erzählt dieser Roman die Geschehnisse aus einer etwas anderen Perspektive. Der Leser nimmt die Auswirkungen der neuen Lehre Luthers aus den Augen der einfachen Bauern wahr. Im Vordergrund steht dabei das Schicksal der Familie von Lisbeth und Lucas Strom, die als Leibeigene im fiktiven Laubenheim in der Pfalz leben.Beginnend im Jahr 1496, wird zunächst die Beziehung von Lisbeth und Lucas geschildert. Erst im dritten Teil, nach gut 300 Seiten, beginnt der Handlungsstrang, den der Titel verheißt. Die Tochter von Lisbeth und Lucas, Lena, wird die Magd des Buchdruckers Peter Schöffer. Nun folgt die Geschichte Lenas Verbleib an ihrer neuen Arbeitsstelle in Worms. Dabei kreuzen sich immer wieder die Wege der Familie Strom und ihrer adeligen Grundherren. Im Jahr 1525 eskaliert die angespannte Lage von Altgläubigen und Anhängern der neuen Lehre und die Bauernaufstände beginnen. Detailreich wird das Mitwirken von Lenas Vater und Bruder in den Kämpfen beschrieben. Doch Lena trägt selbst ein großes Geheimnis mit sich herum, das ihr als unverzeihliche Sünde erscheint. Schließlich kommen Vater und Sohn gesund zur Familie zurück, Lena beichtet ihr Vergehen und erfährt Vergebung und sie leben, so könnte man überspitzt sagen, glücklich bis an ihr Lebensende.Wie bereits gesagt, befasst sich der Roman aus einer spannenden und nicht allzu häufig anzutreffenden Perspektive mit den Ereignissen der Reformation. Wie erfuhren die einfachen Bauern von der neuen Lehre und wie wurde dadurch ihr Weltbild beeinflusst? Man erfährt viel über den Glauben der damaligen Zeit, die allgegenwärtige Angst vor dem Tod und der Hölle und wie diese Furcht das Alltagsleben beeinflusste. Auch das Handwerk des Druckens wird mit vielen Fakten beschrieben.Doch hat man von Beginn an den Eindruck, dass den Protagonisten eigentlich nicht wirklich etwas Schlimmes geschehen kann. Sie entkommen stets größerem Unglück und am Ende ist die ganze Familie glücklich vereint. Die Gehilfin des Buchdruckers erscheint erst im letzten Drittel des Buches und erfährt nach ausführlicher, über mehrere Kapitel reichender Beschreibung ihrer großen Schuld, in wenigen Worten Absolution. Damit werden die Spannungsfäden in einem etwas seichten Happy End aufgelöst.Seitenzahl: 544Format: 13,8 x 19,2 cm, gebundenVerlag: SCM Hänssler

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  • Zeitreise ins abenteuerliche Mittelalter

    Die Gehilfin des Buchdruckers

    Buchperlentaucher

    28. May 2016 um 16:01

    " ...Tödliche Geheimnisse, ewige Verdammnis und unbeirrbare Liebe verflechten die Lebenswege von Mägden und Herrn, von Kirchenmännern und Laien. Mitten in den Unruhen versuchen Lisbeth und Lucas Strom, ihre Familie zu retten und riskieren dafür alles. Ihre Tochter Lena, Gehilfin des Buchdruckers Peter Schöffer, trägt eine unfassbare Schuld. Doch sie zu beichten, würde ihr Leben für immer zerstören." (Buchzusammenfassung Verlag) Wenn im Titel nicht der Begriff "Buchdrucker" vorgekommen wäre, hätte ich den Band kaum aus dem Regal genommen. Zu wenig einladend war für mich das Cover. Das Cover passte dann auch gar nicht zum Buchinhalt. Die gut geschminkten Frau mit dem schön frisierten Jungen hätte ich eher in eine andere Verbindung gebracht z. B. Dienstmädchen Ruth gesteht, dass Robin der Sohn des CEOs vom ABC-Verlag ist. Doch darum geht es bei diesem Buch nicht. Schade, denn die Zeit um 1500 hätte viele Möglichkeiten zu einem attraktiven Cover geboten. Martin Luther, ein einfacher Mönch, stellt die damalige Welt in Deutschland "auf den Kopf".Mitten drin die Bauernfamilie Strom eng verwoben mit dem Rittergeschlecht der von Laubenstein. Lukas, ein geheimnisvoller Mann, kommt in das Dorf Laubenheim in der Pfalz. Dort wohnt die gut aussehende Lisbeth. Diese wird auch umworben vom Ritter Gerold von Laubenstein. Trotz aller Gerüchte und Widerstände heiratet Lisbeth Lukas Strom. Aus reinem Kalkül und über einen fingierten Ueberfall bekommt Ritter Gerold die adlige Ottilia. Deren Tochter Sibilla heiratet aus finanziellen Gründen den Buchdrucker Peter Schöffer. Bei der Geburt ihres Sohnes stirbt Sibilla. Lena, die Tochter von Lukas und Lisbeth, die zur gleichen Zeit einen Sohn bekommt und Sibilla unter Zwang betreut , vertauscht heimlich ihr Kind, das die Geburt nicht überlebt hat, mit dem Kind von Sibilla. In der Zusammenfassung klingt die Geschichte zwar überaus spannend, aber auch recht kompliziert. Dies ist zum Glück nicht so. Es braucht kein Personenregister oder einen Stammbaum damit man gut mitkommt. Wenn der Roman keine 5 Sterne bekommt, hat das mit den etwas gar vielen Zufällen zu tun. Der geheimnisvolle Lukas und die Tochter Lena treten für mich etwas zu selbstbewusst und gar nicht standesgemäß auf. Man merkt, dass die Autorin sehr viele wissenschaftliche Fakten über die damalige Zeit zusammen getragen hat. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie diesen Schatz an Wissen etwas gar großzügig im Buch wiedergibt. Leserinnen und Leser die an einem historischen Roman um die Zeit von Martin Luther interessiert sind, werden begeistert sein. Fakten über den Alltag auf den Burgen, in den Städten und den Bauerndörfern der damaligen Zeit gibt es reichlich. Ebenso Details zum Ablasshandel und dem Reliquienkult. Dazu kommen schöne Liebesgeschichten und viel abenteuerliche Szenen.

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  • Rezension | Die Gehilfin des Buchdruckers – Stephanie Rapp

    Die Gehilfin des Buchdruckers

    Buchbloggerin

    09. September 2015 um 17:11

    Deutschland um 1500: Martin Luther, ein einfacher Mönch, erzählt von Vergebung und stellt alles, woran die Menschen bisher glaubten, auf den Kopf. Tödliche Geheimnisse, ewige Verdammnis und unbeirrbare Liebe verflechten die Lebenswege von Mägden und Herren, von Kirchenmännern und Laien. Mitten in den Unruhen versuchen Lisbeth und Lucas Strom, ihre Familie zu retten, und riskieren dafür alles. Ihre Tochter Lena, Gehilfin des Buchdruckers Peter Schöffer, trägt unfassbare Schuld. Doch sie zu beichten, würde ihr Leben für immer zerstören. In ihrer Saga um die Familie Strom zeichnet Stephanie Rapp das großartige Porträt einer Epoche, die unsere Welt bis heute prägt. Als ich dieses Buch zum ersten Mal gesehen habe, hat es mich gleich angesprochen, da ich gerne historische Romane lese. Und ich freue mich sehr, dass dieses Buch keine Enttäuschung gewesen ist! Die Handlung spielt sich in der Zeit um 1500 ab. Da dies schon einige Jahrhunderte her ist, finde ich es sehr lobenswert, wie Stephanie Rapp sich über die damalige Zeit informiert und schließlich einen Roman dazu verfasst hat. Mir waren die Charaktere von Anfang an sympathisch und es fiel mir nicht schwer, mit ihnen mitzufühlen, weil sie kein leichtes Leben geführt haben. Je weiter man mit dem Lesen kam, umso mehr stieg auch die Spannung und umso vertrauter wurde man mit den Charakteren. Mir haben die Entwicklungen, die die Handlung immer wieder ,,durchlebte”, ganz gut gefallen. Ich fand es außerdem sehr gut, dass die Handlung meist nicht vorhersehbar war. Die Protagonistin Lena wird religiös erzogen. Doch es kommt die Zeit, in der Luther eine neue Lehre aufdeckt, die auch Lena viel zum Nachdenken bringt. In diesem Buch konnte man sehr gut vergleichen, wie unterschiedlich der strenge Glauben, mit dem Lena aufgewachsen ist, und die Lehre Luthers doch sind. Was ich auch sehr interessant fand, war, dass Rapp in ihrem Roman auch bekannte und schon längst verstorbene Personen wie Martin Luther oder Peter Schöffer miteinband. Insgesamt finde ich, dass Stephanie Rapp hier ein sehr schönes und realistisches Buch gelungen ist! Es hat mir sehr gefallen und ich empfehle es unbedingt weiter!

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  • Leserunde zu "Die Gehilfin des Buchdruckers" von Stephanie Rapp

    Die Gehilfin des Buchdruckers

    LEXI

    Zu dieser Leserunde gibt es keine Verlosung, hier wird mit eigenem Exemplar gelesen. Die Gehilfin des Buchdruckers - ein Buch von Stephanie Rapp Deutschland um 1500: Martin Luther, ein einfacher Mönch, erzählt von Vergebung und stellt alles, woran die Menschen bisher glaubten, auf den Kopf. Tödliche Geheimnisse, ewige Verdammnis und unbeirrbare Liebe verflechten die Lebenswege von Mägden und Herren, von Kirchenmännern und Laien. Mitten in den Unruhen versuchen Lisbeth und Lucas Strom, ihre Familie zu retten, und riskieren dafür alles. Ihre Tochter Lena, Gehilfin des Buchdruckers Peter Schöffer, trägt unfassbare Schuld. Doch sie zu beichten, würde ihr Leben für immer zerstören. In ihrer Saga um die Familie Strom zeichnet Stephanie Rapp das großartige Porträt einer Epoche, die unsere Welt bis heute prägt. Falls sich jemand anschließen möchte und sich das Buch ebenfalls besorgt, ist er ganz herzlich dazu eingeladen. Bitte in diesem Fall ein kurzes posting in der LR schreiben, damit ihr euch untereinander bezüglich des Lesebeginns absprechen könnt.

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  • Eine Familiengeschichte in den Wirren der Reformation

    Die Gehilfin des Buchdruckers

    kubine

    28. February 2015 um 19:59

    Deutschland, Pfalz, 16. Jahrhundert: Lisbeth, eine junge Frau lernt bei der Fronarbeit Lucas Strom kennen und verliebt sich in ihn. Die beiden heiraten, obwohl Lucas ein schwerwiegendes Geheimnis mit sich rum trägt, das ihn die Dorfgemeinschaft meiden lässt. Das kann ihr Glück aber nicht trüben und wird mit den Geburten von Lena und Phillip perfekt. Durch Zufall lernt Lena später die Tochter des Leibherren, Sibilla, kennen und die beiden Mädchen werden Freundinnen. Sie nimmt eine Stellung als Küchenmagd an, verliebt sich in den Koch und beide heiraten. Das Glück scheint perfekt, als Lena schwanger wird, doch es ist nur von kurzer Dauer. Als Horst, ihr Mann stirbt, geht die hochschwangere Lena zurück zu ihren Eltern. Auch Sibilla ist inzwischen verheiratet und schwanger. Aus Angst, dass sie sich mit der Pest anstecken könnte, schickt ihr Mann Peter Schöffer, ein Buchdrucker aus Worms, sie zurück zu ihren Eltern. Als die Wehen einsetzen, befiehlt der Burgherr Lena auf die Burg, um seiner Tochter beizustehen. Doch die Nacht der Geburt wird das Leben beider junger Frauen für immer verändern. Mit die „Gehilfin des Buchdruckers“ hat Stephanie Rapp einen gut recherchierten Roman geschaffen, der den Leser mitnimmt in die Zeit der Reformation. Aus dem Blickwinkel der kleinen Leute lässt sie uns an den Gründen und Auswirkungen dieser prägenden Zeit teilhaben. Sehr geschickt wird dabei die Alltagssituation aufgezeigt. Die Leute, voralllem auf dem Land waren Leibeigene. Mit den Abgaben für den Lehnsherren und die Kirche waren sie schon in guten Zeiten überfordert, kamen Missernten oder persönliche Schicksalsschläge dazu, war guter Rat teuer. Die Kirche war dabei keine Hilfe, auch sie verlangte Geld und unzählige Gebete, um sich von etwaigen Sünden frei zu kaufen. Die Autorin vermittelt sehr gut, was für Schauermärchen man den Menschen damals erzählte. Das brachte eine explosive Stimmung hervor. Bauernaufstände, die überall ausbrachen, waren eine Folge, Luthers Thesen eine andere. Für die sehr gläubige Bevölkerung war das nicht immer leicht zu verstehen. Selbst Glaubensbrüder befanden sich plötzlich im Zwiespalt. In Gestalt von Heinrich, dem Bruder des Lehnsherren, wird das besonders deutlich. Als Zweitgeborener Sohn, der vom väterlichen Erbe nicht viel zu erwarten hatte, zieht es ihn zur Kirche. Mit den Auslegungen der Bibel kann er sich aber nicht recht anfreunden. Er legt seine kirchlichen Aufgaben nieder und schlägt sich auf die Seite der Reformer. Auch in den Städten war es nicht einfacher. Sie wurden belagert und ausgeraubt, manchmal auch komplett zerstört. Für die Handwerker war das auch nicht einfach. Der Buchdruck, wenige Jahre erst alt, erlebte seine Blütezeit. Die Drucker befanden sich aber mit Anbruch des neuen Zeitalters auch immer in Gewissenskonflikten. Nur das drucken, was erlaubt war, oder lukrativere Aufträge annehmen, die sie an den Galgen bringen konnten? Stephanie Rapp vermittelt ein sehr genaues Bild dieser Zeit. Der Mix aus fiktiven und historisch verbürgten Personen macht den Roman lesenswert. Kleine Geheimnisse, sorgen für zusätzliche Spannung. Allerdings bleiben manche Personen für mich etwas blass, manche Anekdote aus dem Leben der Protagonisten wird zu schnell abgehandelt. Der Roman erstreckt sich über 30 Jahre, die recht turbulent waren, auch ohne die fiktive Familiengeschichte. Das alles in 500 Seiten zu pressen, ist eigentlich kaum möglich. Ich hatte zumindest hin und wieder das Gefühl, als fehlte etwas. Für eine Familiensaga wäre eine Di- oder besser Trilogie besser gewesen, die dem Leser die Möglichkeit gegeben hätten, den Entwicklungen der Protagonisten zu folgen. Auch ein Glossar für mittelalterliche Ausdrücke habe ich vermisst. Trotzdem war es angenehm zu lesen. Der Schreibstil ist recht flüssig, ein kontinuierlich gehaltener Spannungsbogen hält den Leser bei der Stange. Fans historischer Romane, die einen ersten Überblick der Zeit der Reformation und das Alltagsleben der Menschen damals verschaffen möchten, werden ihre Freude daran haben.

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  • Was Martin Luther für uns getan hat

    Die Gehilfin des Buchdruckers

    Sonnenblume1988

    21. February 2015 um 22:11

    Die Geschichte beginnt 1496 in Laubenheim in Deutschland, als die junge Liesbeth sich aus der Not heraus als Mann verkleidet, um bei ihrem Leibherrn den geforderten Frondienst ihres bereits verstorbenen Bruders zu verrichten. Sie möchte dessen Tod verheimlichen, um die Todfallabgaben zu umgehen und sich vor dem großen Hungern zu retten. Als ihre Tarnung auffliegt, kommt ihr ein Fremder zu Hilfe, den sie wenig später auf ihrem Nachbarhof wiedersieht und der sich ihr als Lucas Strom vorstellt. Obwohl Lucas eigentlich ein geächteter Mann ist und voller Geheimnisse steckt, verlieben sich Lucas und Liesbeth und heiraten. Dies sind nur die ersten Seiten der Geschichte. Das Buch erzählt die Geschichte von Lucas, Liesbeth und ihren Nachkommen bis ins Jahr 1526. Vor allem Lena, die Tochter der beiden, wird eine wichtige Hauptperson im Buch. Der Titel „Die Gehilfin des Buchdruckers“ weckt jedoch den Eindruck, dass es überwiegend um Lena und ihre Arbeit bei einem Buchdrucker geht. Das stimmt nicht ganz, da es neben Lena viele andere wichtige Personen und viele Nebenstränge in der Geschichte gibt. Mir hat das Lesen viel Spaß gemacht. Ich habe viele Strukturen der Beginnenden Neuzeit noch einmal eindrücklicher kennengelernt als früher im Geschichtsunterricht. Das Buch hat mich angeregt, mich über manche Bräuche und Rituale zu informieren. Allerdings haben mir bereits direkt beim Lesen Erklärungen als Fußnote oder im Anhang gefehlt. Das Buch spielt zu der Zeit, als Martin Luther von der Gnade und Vergebung Gottes erzählt. Für Menschen wie Liesbeth scheint der Glaube an Gott eine Herausforderung. Sie kann nicht sicher wissen, ob sie von Gott gerettet ist, kann jedoch durch Strafen wie „täglich zweihundert Ave Marias beten, dazu fünfzehn Psalter, unterbrochen durch jeweils ein Vaterunser“ versuchen, Gott durch ihre Leistungen zu beeindrucken. Was vor Luthers Reformation aus der Bibel herausgelesen und interpretiert wurde, ist schockierend. Das Buch schärft das Verständnis dafür, dass die heutige Freiheit, die der Glaube mit sich bringt, nicht immer selbstverständlich war. Über das Buch könnte man noch viel mehr schreiben. Es liefert so viel an geschichtlichen Informationen, an Gedanken und Anregungen zum christlichen Glauben und an guter Unterhaltung, dass man dies nicht in einer kurzen Rezension deutlich machen kann. Es ist ein Buch, das man sicher mehrmals lesen kann und in dem man immer wieder neues entdecken wird. Eine echte Leseempfehlung!

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  • Mitreißender Roman aus der Zeit Luthers und Gutenbergs

    Die Gehilfin des Buchdruckers

    Sonnenwind

    12. February 2015 um 16:42

    „Die Gehilfin des Buchdruckers“ ist ein historischer Roman, der in der Zeit Gutenbergs und Luthers spielt, eine abgerundete Familiengeschichte über drei Generationen, die den Leser gefangennimmt und so fesselt, daß er alles andere vergißt und in einer fremden Welt versinkt. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, die Zeit vor und während der Reformation lebendig zu beschreiben, Bilder vor Augen zu stellen und den Leser mitten ins Geschehen zu werfen. Spannend wird der katholische Aberglaube geschildert, die Ängste der Menschen vor Ideen wie dem Fegefeuer, die sie dazu bringen, wörtlich alles dafür zu geben, sich ihren Lebensunterhalt abschwatzen zu lassen, um in letzter Konsequenz vergoldete Kirchen zu bauen. Der Leser taucht ein in eine Welt der Leibeigenschaft und der Feudalherren, wo jedem per Geburt sein Leben vorgezeichnet ist. Lisbeth ist Leibeigene, hat im Frühling schon ihren Bruder beerdigen müssen, und jetzt ist ihr Vater schwerkrank. Für jeden Toten muß eine Sonderabgabe geleistet werden, denn der Leibherr verliert ja eine Arbeitskraft! Die Witwen und Waisen spielen in dieser Gesellschaft keine Rolle – eine Perversion der Aussagen der Bibel! Die Knechte und Mägde sind den Herren hilflos ausgeliefert und werden vom übermächtigen Klerus geistlich in Knechtschaft gehalten. Erst Luther macht dem ein Ende: Er übersetzt die Bibel in die deutsche Umgangssprache, so daß die Menschen das Wort Gottes lesen können und erfahren, was Gott den Menschen wirklich sagen will. Er selbst hat im Buch zwar nur einen Sekunden-Auftritt, aber sein Einfluß reicht weit und krempelt die gesamte Gesellschaft um, was man durch die beteiligten Personen auf ganz persönlicher Ebene miterlebt. Auf historische Fakten gegründet und in romanhafter Form berührend geschildert, versteht der moderne Mensch die Umstände, unter denen die Menschen des Mittelalters litten. Lisbeths Tochter wird die Gehilfin des Buchdruckers, eines Schülers von Meister Gutenberg. Durch die Erfindung des Buchdrucks kommt die Reformation zum Durchbruch, verbreiten sich Luthers Gedanken über ganz Europa, blüht neues geistliches Leben und bläst die Botschaft der Bibel den Staub von den verkrusteten Irrlehren. Jetzt können auch arme Leute lesen lernen, die Bildung ergreift auch die unteren Schichten: die ganze Welt wird verändert. Faszinierend, das mitzuerleben! Ein sehr gutes Buch: Spannend, unterhaltsam, informativ, gut recherchiert und in einer der interessantesten Zeiten der Geschichte spielend – aber christlich ist es nicht. Gerade im Zusammenhang mit Luther hätte ich mir mehr geistliche Hintergründe und eine deutliche Botschaft gewünscht.

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  • Ein Meisterwerk!

    Die Gehilfin des Buchdruckers

    Smilla507

    05. February 2015 um 14:30

    Gemeinsam mit Lisbeth und Lucas Strom, deren Kindern Lena und Phillip, dem Mönch Heinrich und vielen weiteren Personen bin ich eingetaucht in die Wirren der Reformation. Schon zu Beginn fühlte ich mich sehr mit Lisbeth und dem geheimnisvollen Lucas verbunden, der so plötzlich in dem fiktiven Ort Laubenheim auftaucht. Welches Geheimnis verbirgt der große, starke und gutaussehende Mann? Beide fühlen sich zueinander hingezogen, heiraten und bekommen Kinder. Doch sie führen kein leichtes Leben. Als Leibeigene sind sie der Willkür ihres Leibherrn Gerold von Laubenstein ausgeliefert, der ausgerechnet die Familie Strom „auf dem Kieker“ hat. Ab der Hälfte des Buches verschiebt sich der Focus der Geschichte vermehrt auf Lena und ihr Leben auf der Burg – ausgerechnet beim Leibherrn! Auch den Mönch Heinrich begleitet der Leser, der sich mit der Lehre Luthers konfrontiert sieht. Wie geht er mit diesen Umwälzungen um? Eines Tages trifft Lena eine folgenschwere Entscheidung, die sie viele Jahre umtreiben wird. Sie führt sie zu Peter Schöffer nach Worms, der dort als Buchdrucker arbeitet. Ausgerechnet in Worms laufen immer wieder alle Fäden zusammen. Es ist wirklich schwierig, bei solch einem Buch den Inhalt so wiederzugeben, ohne zu viel zu verraten, da es von so vielen Geheimnissen durchwoben ist. Diese Geheimnisse fesseln den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Leider hatte ich nicht die Möglichkeit das Buch in einem Rutsch durchzulesen, aber es fiel mir immer extrem schwer mich davon loszureißen, um es aus der Hand zu legen. Mit jedem geschriebenen Wort ist erkennbar, wie viel Recherche hinter diesem Werk steckt. Und trotz aller Fakten, die sich mühelos an die Handlung schmiegen, wird es nie langatmig oder langweilig. Obwohl Luther eine ungemein wichtigen Rolle während der Reformation hatte, hat er eher eine kleine Nebenrolle in Stephanie Rapps Roman. Das Hauptaugenmerk liegt hier beim Volk, bei den Bauern, und macht deutlich, welche Konsequenzen und Folgen der Wegfall des Ablasshandels hatte, welche Verunsicherungen dies mit sich brachte, bis hin zu Aufständen gegen die Unterdrückung, weil die Bauern feststellen mussten, dass sie von Gott mehr Rechte bekommen hatten, als Ritter, Adel und Herrscher ihnen zugedacht hatten. Peter Schöffer - den es tatsächlich gegeben hat - hat als Buchdrucker eine nicht unerhebliche Rolle, die aber eher später zum Tragen kommt... Fazit: Ein unglaublich spannender, mitreißender Roman über die Zeit der Reformation. Stephanie Rapp ist ein wahres Meisterwerk gelungen!

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  • Absolutes Lesehightlight!

    Die Gehilfin des Buchdruckers

    heaven4u

    02. February 2015 um 21:15

    Deutschland um 1500: Mitten in der Provinz taucht Lucas Storm auf. Lisbeth Mergel kommt es komisch vor, dass plötzlich ein Fremder auftaucht und der Knecht vom Nachbarn Joest ist. Als sie ihn nach dem Tod von Joest näher kennenlernt, merkt sie da stimmt was nicht mit ihm. Er hat von Landwirtschaft keine Ahnung, will aberr den Hof des Nachbarn übernehmen. Welches Geheimnis hat Lucas? Warum begibt er sich in Leibeigenschaft obwohl er doch frei zu sein scheint? Und wer ist dieser Luther, der die Welt des Klerus und ganz Deutschland auf den Kopf stellt in dem er sagt, dass Ablässe, Strafen und das Fegefeuer eine Erfindung des Papstes sind und Gott nur den erettet der wirklich an ihn glaubt? Dieses Buch inhaltlich zusammenzufassen ist unmöglich. Es umfasst so viele verschiedenen Handlungsstränge und Geschichten, die erst am Ende wieder gänzlich zusammenfinden. Selten habe ich Geschichte so lebend über die Seiten tanzen sehen. Schon auf der ersten Seite kommt das Kopfkino ins Rollen und verfolgt den Leser bis zum Schluss. Man folgt Lisbeth auf die Burg, kann fast die Farbe von Peter Schöffers Druckerei riechen und fiebert mit, wenn der Burgherr Gerold von Laubenstein wieder mal erbarmungslos mit seinen Leibeigenen umgeht. Schon auf den ersten Seiten war ich echt erschrocken, wie sehr das einfache Volk unterdrückt wurde und wie der Klerus den armen Menschen das Geld aus der Tasche zieht, nur damit sie ihr Seelenheil erlangen können. Noch schnell einen Ablass bezahlen, damit der verstorbene Verwandte nicht im Fegefeuer landet? Kein Problem. Die Messe war auf Latein, so dass normale Bürger es meist nicht verstanden und auf die Übersetzung der Geistlichen angewiesen waren. Das ist ja echt reiner Aberglaube, der da betrieben wurde. Sehr verständlich, dass vor allem die Bauern der neuen Lehre von Martin Luther sehr aufgeschlossen waren. Viele Ereignisse und Personen im Roman ermuntern den Leser, durch weitere Literatur dem genauer auf den Grund zu gehen. „Die Gehilfin des Buchdruckers“ ist zwar ein weitgehend erfundener Roman, die historischen Ereignisse rundherum fanden aber wirklich so statt und wurden von der Autorin akribisch recheriert. Alle Abweichungen werden im Nachwort erwähnt. Ein wirklich gelungener historischer Roman, für den man sich viel Lesezeit am Stück nehmen sollte, weil man das Buch sowieso nicht aus der Hand legen kann bis man die letzte Seite gelesen hat.

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  • Ich werde etwas tun, das die Welt verändert. Etwas Bedeutendes.

    Die Gehilfin des Buchdruckers

    LEXI

    02. February 2015 um 17:33

    „Ich werde etwas tun, das die Welt verändert. Etwas Bedeutendes. Gib deine Träume nie auf. Dies Buch gibt Zeugnis.“ Peter Schöffer Im Prolog wird von der Entdeckung eines Achtbriefes in einer sehr alten, englischen Bibel aus dem Jahre 1495 berichtet, ausgestellt auf einen gewissen Lucas Heller, der die Neugierde einer Mitarbeiterin des Archivs der Landesbibliothek Stuttgart weckt. Die junge Frau ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, welch außerordentliche Rarität sie entdeckt hatte, dessen Wert sich auf etwa eine Million Pfund beziffert. In Laubenheim in der Pfalz taucht im September des Jahres 1496 ein breitschultriger Fremder mit ungewöhnlichen blaugrünen Augen auf, der sich als Lucas Strom vorstellt und fortan als Knecht für den Bauern Joest Wirt arbeitet. Gleich nebenan wohnt Lisbeth Mergel, eine junge Leibeigene des Grundherren Ritter Gerold von Laubenstein, deren einziger Bruder gestorben ist und deren Vater schwer krank dahin siecht. Als eine der ärmsten Bauerntöchter im Dorf erfuhr Lisbeth keine Bildung, musste ihr ganzes Leben lang schwer arbeiten und die Armut und Ausweglosigkeit ihrer Situation werden ihr schonungslos vor Augen geführt, als ihr Vater schließlich stirbt. In Mainz begehrt Peter Schöffer Senior gegen die wirtschaftliche und persönliche Vereinnahmung seiner Druckerei durch die Zunft auf, dies vor allen Dingen, um seinem Sohn Peter Schöffer Junior eine sorgenfreie Zukunft als selbständiger Drucker zu ermöglichen. Als ehemaliger Geselle des berühmten Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, liegt Peter Schöffer dieser Beruf im Blut, druckte er doch die berühmten Bibeln in Latein. Auf der Burg Laubenstein führt der Burg Erbe Ritter Gerold von Laubenstein ein strenges Regiment, während sein Bruder Heinrich erwägt, sein Studium in Heidelberg aufzugeben, um Mönch zu werden. Heinrichs Ziel ist das Augustiner-Eremiten-Kloster in Worms, in das er mit dem Segen seines Bruders schließlich eintritt. Doch der stille, bedachte und kluge Heinrich begehrt gegen die Arroganz Roms auf… Stephanie Rapp erzählt in diesem beinahe 550 Seiten füllenden Roman ein wunderschönes Familienepos vor dem Hintergrund der Reformation. Inhalt und Schreibstil vermochten es, mich zu fesseln, in den Bann zu ziehen und vollständig ins Geschehen eintauchen zu lassen. Auf diese Weise ermöglichte sie es mir, historische Begebenheiten mitzuerleben, Geschichte wirklich zu „fühlen“. Die Autorin hat die Geschicke der Familie Strom eng mit weltbewegenden Veränderungen in Deutschland um 1500 verwoben, wo ein mutiger Mönch namens Martin Luther Weltgeschichte schrieb. Anhand der genannten Protagonisten und vieler, höchst lebhaft gezeichneten Nebenfiguren durfte ich die schwierigen Lebensbedingungen der Menschen am Ende des Mittelalters nachempfinden, erhielt kleine Einblicke in das Raubrittertum, erfuhr schreckliche Details über die Bedeutung der Leibeigenschaft für den Bauernstand, erahnte ansatzweise die fürchterliche Angst der Menschen vor dem Fegefeuer, das vom Klerus noch geschürt wurde und wo durch den Ablasshandel Menschen oft um das Wenige gebracht wurden, das sie noch besaßen. Die vorherrschende Ordnung „Klerus – Adel – Bauern“ zu hinterfragen war gefährlich, stetes gegenseitiges Beobachten und Denunzierung sollte die Moral der Bevölkerung erhalten, gerichtliche Willkür und Folter waren an der Tagesordnung. „Die Gehilfin des Buchdruckers“ zu lesen war für mich nicht nur eine Bereicherung in Form einer berührenden Familien- und Liebesgeschichte, es war vielmehr auch ein tiefes Eintauchen in längst vergangene Zeiten, die wir uns kaum noch vorstellen können. Man liest von mutigen Männern dieser Zeit wie beispielsweise Dr. Martinus Luther, der durch seine Reformation Weltgeschichte schrieb. Oder aber von William Tyndale, einem Engländer, der sein Leben aufs Spiel setzte, um die Bibel drucken zu lassen und auf diese Weise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Tyndales Bestreben war es, dass „in seinem Lande jeder Bauer am Pflug das Wort Gottes kennen möge“. Sein „Werkzeug“ war dabei der Drucker Peter Schöffer, dessen Lebensgeschichte die Autorin mit ihrer Familiensaga verwob. Ich durfte fesselnde Stunden mit der Lektüre dieses beeindruckenden Buches erleben, das ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann. Nach dem Umblättern der letzten Seite verspürte ich einen neuen, großen Respekt vor längst vergangenen Kämpfen der Vergangenheit, die es jedem Einzelnen von uns möglich machte, Zugang zur Bibel zu erhalten und die Heilige Schrift selber lesen zu dürfen.

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