Stephanie Strauch

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Stephanie StrauchMein zweites Ich
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Mein zweites Ich
Mein zweites Ich
 (1)
Erschienen am 25.03.2014
Stephanie StrauchLila Gedanken auf grüner Wiese
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Lila Gedanken auf grüner Wiese
Lila Gedanken auf grüner Wiese
 (0)
Erschienen am 16.03.2016

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Rezension zu "Mein zweites Ich" von Stephanie Strauch

Einblicke in eine geschundene Seele - Tief ergriffen und nachdenklich nach jedem Lesen
TimeIsAHealervor 3 Jahren

Ich habe dieses Buch vor Monaten zum ersten Mal gelesen und war tief getroffen.
Nachdem ich es vor geraumer Zeit erneut gelesen habe, muss ich sagen, dass die Wirkung noch intensiver war als zuvor.
Schön, wenn man trotz des Wissens um den Inhalt einer Geschichte Neues entdeckt, oder sich die eigenen Gedanken nochmals andere Wege suchen. Für mich macht genau das den Reiz an gutem Lesestoff aus – das Ausbleiben des Langeweile-Gefühls beim zweiten oder dritten Lesen.

Die Kurzbeschreibung der Geschichte hat damals irgendetwas in mir angekratzt, dass ich dachte, dieses Buch ist (m)ein Muss.

Man trifft von Beginn an auf einen Schreibstil, der sehr flüssig daher kommt und sich gut lesen lässt. Nicht die schlechteste Wahl, weil er einem die Möglichkeit gibt, sich voll auf den Inhalt zu konzentrieren, statt auf komplizierte Ausdrucksweise. Vielleicht auch ein Grund, weshalb die Story so greifbar erscheint.

‚Mein zweites Ich‘ ist eine sagenhaft intensive Geschichte, die nahezu zu 100% aus dem realen Leben „abgeschrieben“ sein könnte.
Lediglich die Vorstellung, wie echt eine digital kreierte Welt, genannt World2, sein kann, birgt ein erhöhtes Maß an Fiktion. Doch könnte ich als wenig technikaffiner Mensch nicht beurteilen, was hier mittlerweile machbar ist auf Ebene der VR – dies nur ganz am Rande erwähnt, weil es sicher Leser geben wir, die die Geschichte als realitätsfern und abgehoben ansehen, schon wegen der Passagen „Ingame“.

Die Erzählung um Dana, einer vom Leben und Schicksal scheinbar in Stich gelassenen junge Frau, entführt den/die Leser/in eine Welt voller Melancholie und Zweifel „am Sinn des Weitermachens“, wenn das Leben zu- und einen ERschlägt.

Der Prolog ist eine Einstimmung, die jegliche Leichtigkeit, welche beim Lesen von manch anderem Lesben(liebes)roman aufkommt, schier auf dem Boden hält. Dieses Gefühl hielt für mich durch alle Kapitel an, selbst in den romantischen Passagen, wenn einem eigentlich als Leser dieses seufzerische „Schöööön“ rausrutscht. Die Handlung hat mich komplett überzeugt, ja sogar teilweise innerlich gelähmt durch ihre Dramatik.
Ich hatte zwar die Hoffnung, dass sich klassisch „alles zum Guten wendet“, schließlich schimmert ja deutlich eine Liebesgeschichte durch…
Doch die Frage, die sich nach dem Lesen bei mir aufgeworfen hat – was heißt eigentlich „alles wird gut“? Liegt das nicht bei jedem selbst, sein „Happy End“ zu bewerten? Bei ‚Mein zweites Ich‘ kommt es diesbezüglich absolut auf die eigene Sichtweise an!

Ich wusste von Beginn an, dass es keine einfache Geschichte ist, die man sich als kleines Nebenbei zum Feierabend gönnt. Und doch war der Blick als stumme Beobachterin das Lesen jeder Zeile wert.
Viele Gedanken und Entscheidungen der Protagonistinnen Dana und Diane stimmen einen nachdenklich, ergeben aber nach reiflichem Kopfchaos ein „Vielleicht würde ich auch so handeln“. Wer kann schon sagen, was passiert, wenn Herz und Seele zu lange leiden?

Wer wissen will, was genau damit gemeint ist, muss sich mit diesem Buch befassen – und somit auch mit einer Aussage und einem klaren Standing.

Es werden zwischenmenschliche Beziehungen und Reaktionen auf (gleichgeschlechtliche) Lebensweisen auf eine Art beleuchtet, die sich mancher zu Gemüte führen sollte.
Das Buch kommt in seiner Thematisierung lesbischer Liebe nicht als aufdringlich daher – jedenfalls empfinde ich es nicht so.
Es wird vielmehr sehr anschaulich vermittelt, dass wir Lesben/Schwule/Bi-Sexuelle… alle die gleiche Macke haben, wie sicher die meisten Heteros auch – wir wollen lieben und geliebt werden um unserer selbst willen. Wir wollen beurteilt werden wegen dem, der wir sind und nicht verurteil wegen dem, was wir sexuell bevorzugen.

Ich habe mitgelitten, mich gefreut und vor mich hingestarrt, weil für mich alles nachvollziehbar, fast greifbar war.
Und mein persönlicher Paukenschlag war und ist der Epilog – Zwar hatte ich bisher das Glück, in einem phantastischen Umfeld aus Familie und Freunden zu leben, in dem es um mich als Menschen geht, nicht um mich als „DIE Lesbe“.
‚Akzeptieren, was das Herz begehrt… Fehler machen uns aus… ich lasse mich nicht mehr durch die Gesellschaft prägen, das macht jetzt mein Herz…‘ – Frau Strauch, danke für ein wahnsinnig geniales Buch mit mehr als nur EINER großen Message!!!

Ich bin froh und auch dankbar, dieses Buch gefunden zu haben, denn es erdet einen und bringt das Bewusstsein, stets ein Auge auf seine eigene Einstellung zu Toleranz und Akzeptanz zu haben und dieses nicht nur zu fordern...

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