Stephanie von Hayek

 3,6 Sterne bei 57 Bewertungen

Lebenslauf

Stephanie von Hayek wurde 1971 in Wolfratshausen als Tochter einer finnlandschwedischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren. Nach einer Lehre als Buchhändlerin studierte sie Politische Wissenschaften in München und Paris. Sie arbeitete als Referentin in internationalen Organisationen, unter anderem für die Weltbank in Washington D.C. und die europäischen Regionen in Straßburg. Sie schreibt Literaturrezensionen, leitet Schreibkurse und arbeitet im Feld der internationalen Beziehungen und Völkerverständigung. »Als die Tage ihr Licht verloren« ist ihr erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Stephanie von Hayek

Cover des Buches Als die Tage ihr Licht verloren (ISBN: 9783866124660)

Als die Tage ihr Licht verloren

 (57)
Erschienen am 01.03.2019

Neue Rezensionen zu Stephanie von Hayek

Cover des Buches Als die Tage ihr Licht verloren (ISBN: 9783866124660)
Lesehoernchen99s avatar

Rezension zu "Als die Tage ihr Licht verloren" von Stephanie von Hayek

Debütroman
Lesehoernchen99vor 5 Jahren

Bewertet mit 4 Sternen

Linda und Gitte, Töchter einer liberalen, gut bürgerlichen Berliner Familie, genießen ihre Jugend. Gitte, die als Sekretärin im Reichsinnenministerium arbeitet, hofft, einst als Juristin Karriere zu machen, Linda, die ungestüme Träumerin, schlägt den künstlerischen Weg ein und heiratet den sensiblen Erich, die Liebe ihres Lebens. Als seine Nachrichten von der Front ausbleiben und sein Schicksal ungewiss ist, fällt sie in tiefe Melancholie – gefährlich in einer Zeit, in der psychische Krankheiten zum Todesurteil werden können. Denn die Nationalsozialisten planen bereits, was sie verharmlosend »Euthanasie«, den guten Tod, nennen …

Da ich mich sehr für den geschichtlichen Hintergrund des dritten Reiches interessiere, wollte ich auch dieses Buch sehr gerne lesen. Ich bin jetzt nicht so bewandert in historischen Romanen, aber bei diesem hatte ich stellenweise das Gefühl, die Autorin wollte zuviel und alles zur gleichen Zeit. Dennoch konnte mich das Buch unterhalten, wenn man bei der schlimmsten Geschichte, die Deutschland je passierte überhaupt von Unterhaltung sprechen kann.
Mir kam es aber ganz gut recherchiert vor und trotz des überaus ernsten Thema ist das Buch sehr lesenswert. Ich hoffe die Autorin schreibt noch mehr

Cover des Buches Als die Tage ihr Licht verloren (ISBN: 9783866124660)
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Rezension zu "Als die Tage ihr Licht verloren" von Stephanie von Hayek

Meine Rezension zu "Als die Tage ihr Licht verloren"
Belladonnavor 5 Jahren

Beschreibung

1930, Berlin. Die Schwestern Linda und Gitte wachsen in einer gut bürgerlichen Familie mit liberalen Eltern heran. Gitte arbeitet als Sekretärin und möchte eines Tages Jura studieren, um Anwältin zu werden. In Linda hingegen schlägt ein sensibles Künstlerherz, dass sie an den Schuhmacher Erich verschenkt. Das Glück der jungen Liebe wird, als Erich in den Krieg einberufen wird, jäh getrennt. Als Linda plötzlich keine Nachrichten mehr von der Front erhält und vom schlimmsten ausgeht, verfällt sie in eine tiefe Depression. Dieser psychisch labile Zustand bringt Linda in der Zeit der »Euthanasie« in eine schreckliche Gefahr.

Meine Meinung

Stephanie von Hayek befasst sich in ihrem Debütroman “Als die Tage ihr Licht verloren” mit einem Thema das mir wahrlich die Haare zu Berge stehen lässt. Die Rede ist von »Euthanasie« im Dritten Reich.

Erschreckend und nüchtern zugleich erzählt Stephanie von Hayek die Geschichte einer Berliner Familie zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Dabei verwebt die Autorin fiktive Persönlichkeiten und Geschehnisse mit realer Vorkommnisse in der Geschichte auf welche sie im Nachwort auch noch einmal näher eingeht. Stefanie von Hayek kleidet ihren Roman in einem gewöhnungsbedürftigen Erzählstil ein. Dabei greift sie auf eine recht abgehackte Sprache zurück, die mir persönlich nicht sonderlich lag und es mir sehr schwer machte, richtig in die Story eintauchen zu können.


Der Roman ist in drei Abschnitte unterteilt, im ersten Teil »Schmetterlinge« lernt der Leser die Berliner Familie, vor allen Dingen die Schwestern Linda und Gitte und ihr soziales Umfeld in einer Zeitspanne von 1932 bis 1938 näher kennen. Der nächste Abschnitt trägt den passenden Titel »Mitten unter uns« und zeichnet die haarsträubende Realität des nationalsozialistischen Regimes zwischen 1939 und 1940 auf. Der letzte Teil »Pusteln« spielt ebenfalls in dem Jahr 1940, hier möchte ich allerdings nicht zu viel von der Geschichte verraten.

Die Grundzüge des Plots haben mir tatsächlich sehr gut gefallen aber durch den ungewöhnlichen Stil wurde ich bis zuletzt mit den agierenden Charakteren einfach nicht warm. Dies mag wohl zusätzlich an der auktorialen Erzählerstimme gelegen haben die von vorneherein eine gewisse Distanz zu den Protagonisten erweckt und bis zum Schluss die Kluft zwischen Leser und Protagonist nicht zu überbrücken vermag.


Im Gegensatz zu den agierenden Persönlichkeiten ist Stephanie von Hayek das Setting ihres Debüts umso eindrucksvoller gelungen. Wie in Schockstarre erlebt man die (kranke) ideologische Vorstellungen des Nazi-Regimes mit ihren unfassbaren Moralvorstellungen, mit denen sich die Täter versuchen weiß zu machen, dass der sogenannte Gnadentod eine Erlösung für die betreffenden Personen sei. Nur allzu leicht war es möglich in diesem System vollkommen unschuldige Personen zum Tode zu verurteilen. Bei diesem grauenerregenden Gedanken bekomme ich glatt Gänsehaut. Genau aus diesem Grund möchte ich euch “Als die Tage ihr Licht verloren” ans Herz legen, auch wenn mich die Geschichte nicht vollkommen überzeugen konnte – denn diese Gräueltaten dürfen nicht in Vergessenheit geraten!

Fazit

Ein Debüt mit Schwachstellen, aber dennoch ein ganz wichtiger Roman #GegendasVergessen! Deshalb absolut lesenswert!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 21.05.2019

Cover des Buches Als die Tage ihr Licht verloren (ISBN: 9783866124660)
SillyTs avatar

Rezension zu "Als die Tage ihr Licht verloren" von Stephanie von Hayek

Leider nicht meine Geschichte
SillyTvor 5 Jahren

Deutschland in den dreißiger Jahren: die beiden Schwestern Linda und Gitte wachsen gemeinsam bei ihren Eltern in Berlin auf. Beide genießen ihr Leben und ihre Freiheiten und arbeiten als Sekretärinnen, auch wenn Gitte sich lieber dem Jurastudium und Linda der Kunst gewidmet hätten. Dann lernt Linda den ruhigen Erich kennen und verliebt sich bis über beide Ohren. Als die beiden heiraten, scheint für Linda das Leben perfekt, doch dann kommt der Krieg und auch Erich wird einberufen. Als die Briefe von der Front ausbleiben, verfällt Linda in tiefste Depressionen und wird in ein Sanatorium eingeliefert. Doch das Sanatorium ist alles andere als sicher, denn psychisch kranke Menschen werden von den Nazis zum Tode verurteilt.
Meine Meinung
Das Cover gefiel mir gleich auf den ersten Blick, denn hier passt es wirklich wunderbar zum Inhalt. Romane aus dieser Zeit, bzw. die aus dieser Zeit erzählen, haben auf mich immer eine besondere Faszination, erzählen sie doch von etwas, was man sich wünscht, dass es nie geschehen wäre. Gerade das Thema der psychischen Erkrankungen in der Zeit des zweiten Weltkriegs gibt es nur wenige und so war ich sehr gespannt auf die Umsetzung des Debüts.
Der Einstieg beginnt noch recht langsam und es fiel mir leider sehr schwer, mich an den Schreibstil der Autorin zu gewöhnen. Stephanie von Heyek erzählt eher abgehackt und lässt vieles unausgesprochen zwischen den Zeilen ruhen. Das machte es mir hier auch schwer, von der Geschichte wirklich berührt zu werden, da ich einfach nicht in den gewohnten Lesefluss gefunden habe.
Dadurch, dass mir der Stil nicht so leicht fiel, war es auch schwer, hier richtig tief mitempfinden zu können. Die Handlung, die ja zu einem großen Teil während des zweiten Weltkrieges spielt, konnte mich trotz des erschreckenden Themas und der bekannten realen Geschichte nicht richtig fesseln. Dazu kommen die wechselnden Perspektiven, die ich zwar für gewöhnlich mag, die mir aber hier sehr schwer fielen, da ich oft den Faden verlor und dann erstmal wieder schauen musste, welche Person gerade im Mittelpunkt steht. Mir fehlte hier eine klare Linie, zu oft hatte ich den Eindruck, dass hier Ereignisse einfach nacheinander aufgezählt wurden, ohne die für diese Zeit schwere und tiefe melancholische Stimmung einzufangen.
Liest man die Charaktereigenschaften der beiden Schwestern, so müsste man ja meinen, dass man sie wirklich auf den ersten Blick auseinanderhalten könnte. Doch beide blieben, ebenso wie weitere Charaktere, eher blass. Genau wie bei der Handlung fehlte es mir hier, mit den Schwestern mitzuleiden oder mitzuzittern. Distanz blieb bei diesem Roman auch bei den Personen für mich gewahrt.
Mein Fazit
Gerade Bücher aus der Zeit des zweiten Weltkrieges können mich mit ihren Schrecken immer tief bewegen. Doch dieses Gefühl blieb mir hier leider fern. Ich war der teilnahmslose Beobachter, dem es oft schwer fiel, den Faden nicht zu verlieren. Sehr schade, aber richtig mitnehmen konnte mich dieses Buch leider nicht.

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