Ist Fat Bob schon tot?

von Stephen Dobyns 
3,7 Sterne bei9 Bewertungen
Ist Fat Bob schon tot?
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

L

Ein total abgedrehter Krimi

Stuffed-Shelvess avatar

Sympathische Charaktere, abgefahrener Erzählstil. Leider kommt der vorgebliche Humor zu kurz,

Alle 9 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Ist Fat Bob schon tot?"

Connor Raposo wird zufällig Zeuge eines grässlichen Unfalls: Ein Motorradfahrer ist gegen einen Laster geprallt, die Identifizierung gestaltet sich schwierig. Ist der Tote tatsächlich Robert »Fat Bob« Rossi? Und war es tatsächlich ein tragischer Unfall? Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse, Morde geschehen, Leute verschwinden, die Polizei tritt auf den Plan – und mittendrin Connor, der von einer aberwitzigen Situation in die nächste stolpert, bis ihm dämmert, dass man auch hinter ihm her ist. Mit umwerfender Situationskomik und lakonischen Dialogen jagt Stephen Dobyns seine Helden durch eine höchst raffinierte Krimigeschichte, die in einem so furiosen wie unerwarteten Showdown mündet. Ein Lesevergnügen für alle Freunde des schrägen Humors.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783570102305
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:C. Bertelsmann
Erscheinungsdatum:17.04.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,7 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne2
  • 4 Sterne3
  • 3 Sterne3
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Krimisofa_coms avatar
    Krimisofa_comvor 10 Monaten
    Erzähltempo einer sterbenden Katze

    Stephen Dobyns hat schon so einiges geschrieben, denn er ist schon lange auf dieser Welt. Früher hat er studiert, bis er mit dem Master of Fine Arts abgeschlossen hat. Er hat also einen Uniabschluss für schöne Künste. Damit hat er unter anderem Lyrik und auch Sachbücher publiziert. Aber auch etliche Krimis – so wie sein aktuelles Buch „Ist Fat Bob schon tot?“. Die Schönheit kann man diesem Buch objektiv nicht absprechen – subjektiv aber sehr wohl.

    Wie oben beschrieben wohnt Connor Raposo einem Unfall bei. Connor war früher Lehrer, dann im Casino als Automatenbeaufsichtiger tätig und heute ist er Mitte 20 und „auf der Schattenseite der Legalität“, wie es im Buch schön beschrieben wird, beschäftigt – denn er treibt gemeinsam mit seinem Onkel Didi, dem sonderbaren Vaughn und Eartha, die ständig oben ohne herumrennt, Spenden für diverse Hilfsorganisationen ein. Diese Hilfsorganisationen nennen sich „Waisenkinder im Weltall“ oder „Rettet Beagles vor der Nikotinsucht“ – und ja, diese Organisationen existieren natürlich nicht wirklich, wie man an den Namen erahnen kann. Allerdings gefällt mir dieser Aspekt tatsächlich ziemlich gut, denn das Geschäftsmodell könnte bei Leuten, die an Chemtrails, die Lügenpresse und Reptiloiden glauben, tatsächlich funktionieren – reich wird man damit allerdings vermutlich nicht ... naja, vielleicht doch.

    Dann gibt es noch die zwei Detektives Benny Vikström und Manny Streeter. Der eine ist vom Leben, aber insbesondere von Vikström, enttäuscht, und Vikström wird ständig gefragt, ob er einer dieser skandinavischen Ermittler sei. Doch eines haben beide gemeinsam – sie hassen sich und gönnen sich nichts. Streeter weiß, dass Vikström Höhenangst hat und gängelt ihn damit – und Vikström isst gerne mal ein Eis vor Streeters Augen, weil er weiß, dass Streeter mit seiner Figur keines Essen sollte, es aber doch gerne würde. Beide fahren also eher die subtile Schiene. Das ist eine Zeit lang witzig, irgendwann nervt es aber. Genau wie die Tatsache, dass sich Streeter den Namen eines Zeugen nicht merken kann und ihn ständig Poppaloppa statt Papalardo nennt. Der Humor ist irrsinnig repetitiv, obwohl wir alle wissen, dass ein Scherz höchstens zwei mal funktioniert.

    Apropos „Wir“, denn die Erzählweise ist tatsächlich interessant: Der Autor nimmt den Leser an die Hand und schreibt Dinge wie „Wenn wir X sehen, dann erkennen wir, dass Y zu der Zeit gar nicht an Ort A war, aber das weiß X natürlich nicht“. Das ist auch subjektiv gesehen schön geschrieben, wenn die Schreibweise nicht so langatmig und das Erzähltempo nicht das einer sterbenden Katz wäre. Ich habe irgendwann angefangen, Absätze zu überspringen, weil ich sie aufgrund diverser ausschweifender Beschreibungen einfach nicht relevant fand; Dobyns verliert sich viel zu sehr in unwichtige Details. Ich verstehe, dass das durchaus einen literarischen Mehrwert hat und ich habe auch Dobyns' Weltgewandtheit erkannt, die zwischendurch aufblitzt, aber – ach, es ist einfach nicht meine Vorstellung eines guten Buches. Und jetzt werde ich mich einem anderen, hoffentlich unterhaltsameren, Buch widmen.

    Tl;dr: „Ist Fat Bob schon tot?“ hat eine kuriose Story mit teilweise spannenden Charakteren, brilliert aber großteils mit einer langweiligen und zu ausufernden Erzählweise. Humor ist zwar vorhanden, wiederholt sich aber immer wieder, so dass die Scherze irgendwann zu nerven beginnen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Kleine8310s avatar
    Kleine8310vor einem Jahr
    Ist Fat Bob schon tot?

    Lesegrund: 

    Dieses Buch klang für mich, vom Inhalt her, nach einer humorvollen, aber auch spannenden Geschichte und daher wollte ich es gerne lesen.

     

    Handlung: 

    In dieser Geschichte geht es um den Protagonisten Connor Raposo. Connor ist durch Zufall Zeuge eines fürchterlichen Unfalls geworden, bei dem ein Motorradfahrer und ein Laster kollidiert sind. Die Identifizierung ist nicht leicht und es ist nicht ganz sicher, dass der Tote tatsächlich Robert "Fat Bob" Rossi ist. Zudem kommt die Frage, ob es wirklich nur ein tragischer Unfall war, oder ob doch mehr dahinter steckt, als zunächst vermutet wird. Kurze Zeit später überschlagen sich die Ereignisse, es gibt Tote, die Polizei ermittelt und Connor dämmert langsam aber sicher, dass man auch hinter ihm her ist ...

     

    Schreibstil: 

    Der Schreibstil von Stephen Dobyns hat mir sehr gut gefallen. Der Autor erzählt die Geschichte aus Sicht eines allwissenden Erzählers, der aber selbst nicht alle Antworten kennt, sondern auch miträtselt und Ahnungen äußert. Besonders gut fand ich den Humor, und ich habe mehr als einmal lachen müssen. Manches war mir zwar ein bisschen zu überzogen, aber dennoch konnte mich die Story unterhalten.

    Charaktere: 

    Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir ebenfalls gut gefallen. Ich mochte das teilweise absurde und die bunte Mischung an verschiedenen Personen, die sich wirklich gut ergänzt haben. Besonders gelungen, wenn auch ab und an etwas klischeehaft ( Missgeschicke ), habe ich den Protagonisten empfunden. Er hat mich durch seine Art und durch die Situationen, in die er gerät mehrmals zum Lachen gebracht.

     

    Spannung:

    Die Spannung, blieb, für meinen Geschmack, leider oftmals zu niedrig. Die Geschichte war zwar unterhaltsam und auch gut aufgebaut, aber Nervenkitzel oder große Spannung kamen dagegen leider nicht auf, was ich etwas schade fand.

     

    Emotionen:   

    Mit den Emotionen war es ähnlich wie mit der Spannung. Ich hatte mir aber vom Inhalt auch keine großartig emotionale Geschichte versprochen, sondern eine humorvolle Unterhaltung, die ich auch bekommen habe. Insgesamt gebe ich diesem Buch 3,4 Rosen, die ich auf 3 abrunde. 

     

    "Ist Fat Bob schon tot?" ist ein Buch, mit dem ich tolle und witzige Lesestunden hatte. In Sachen Spannung gab es hingegen einiges an Luft nach oben, was etwas schade war. Besonders empfehlenswert für Leser/Leserinnen, die eine humorvolle und etwas skurille Geschichte suchen!



    Kommentieren0
    5
    Teilen
    L
    lila-lunavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein total abgedrehter Krimi
    Dobnys erfindet das Krimischreiben neu

    Ein Motorradfahrer prallt mit voller Wucht gegen eine Laster, der quer zur Straße aus einer Einfahrt kommt. Von dem Harleyfahrer bleibt nicht viel übrig und die Identifizierung gestaltet sich schwierig. Ist der Tote der Besitzer der Maschine Robert Rossi, genannt "Fat Bob"? Connor Raposo wollte doch nur seine Schuhe beim Schuhmacher abholen, den Unfall vor der Schuhmacherwerkstatt hat er nicht gesehen, jetzt kommt er aber mit seinem am Geschäft geparkten Wagen nicht weg, die Polizei hat alles abgeriegelt. Da bleibt nur ein Smalltalk mit einem anderen Wartenden. Kennt er den nicht von irgendwoher? Scheinbar völlig unzusammenhängende Personen und Ereignisse verknüpfen sich im Laufe der Geschichte immer mehr. Und Protagonist Connor Raposo stolper immer tiefer in die Geschehnisse, bis ihm klar wird, dass man auch hinter ihm her ist. Mit umwerfender Situationskomik und lakonischen Dialogen jagt Stephen Dobyns seine Helden durch eine höchst raffinierte Krimigeschichte, die in einem furiosen wie unerwarteten Showdown mündet. Ein Lesevergnügen für alle Freunde des schrägen Humors.

    Ja, schräg ist der Humor in diesem ungewöhnlichen Krimi tatsächlich. Connor Raposo ist jung und naiv. Er arbeitet in einem "Familienunternehmen" "Bounty Inc.", das Geld von gutgläubigen Bürgern erschwindelt, unter anderem für Aktionen wie "Rettet Beagle vor der Nikotinsucht". (Da hätte ein Beagle besser aufs Buchcover gepasst als eine Katze.) Solche Machenschaften scheinen wohl nur in den USA möglich. Connors Aufgabe in diesem Unternehmen ist es, die Spendenschecks aus dem Postfach abzuholen, so bleibt ihm viel Zeit sich auch mit anderen Dingen zu beschäftigen. Dadurch gerät er immer tiefer in eine Geschichte, die ihn nichts angeht, hat aber ohne es zu bemerken, mehr Einblick in die Geschehnisse als die beiden schrägen Polizeiermittler Manny und Vikstöm. Überall prallen die Interessen von Möchtegern-Gangsterbossen, Kleinganoven, Obdachlosen, Poizisten und  Ehefrauen aufeinander, das löst zweifellos viele Konflikte aus, die der Story immer neue Wendungen geben.

    Wer sind denn in diesem Krimi die Guten, wer die Bösen? Eigentlich werden einem beinahe alle Personen nicht zuletzt aufgrund der äußerst detailreichen Skizzierung der Charaktere irgendwie sympathisch. Wo anderer Autoren ein grobes Bild ihrer Protagonisten zeichnen, erfahren Dobyns Lesen scheinbar alles über die Romanfiguren, vom Aussehen her über Gewohnheiten und Marotten bis hin zu ihren Gedankengängen. Einen wesentlichen Teil trägt der allwissende Erzähler bei, der sich direkt an den Leser wendet. Mal gibt er humorvolle Charaktereigenschaften preis, mal bestimmt er, wo die Geschichte weiter geht.

    Lassen sie sich nicht verwirren, denn bis zum fulminanten Ende bleibt die Frage offen: "Ist Fat Bob schon tot?"

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Tintenweltens avatar
    Tintenweltenvor einem Jahr
    Konnte mich trotz grandiosem Schreibstil nicht vollends überzeugen

    Connor wird Zeuge eines Unfalls, bei dem ein LKW und ein Motorrad aufeinander treffen. Der Motorradfahrer zieht den Kürzeren. Im Verlauf des Buches versuchen die Polizisten Manny und Vikström die Frage zu klären, wie es zu dem Unfall kam, beziehungsweise, ob es überhaupt ein Unfall war. Derweil stolpert Connor von einer aberwitzigen Situation in die nächste und merkt bald, dass er verfolgt wird.

    Im Buch begegnen uns einige Charaktere, die vielseitig, unterschiedlich, skurril und interessant sind. Conner, der mit seinen Partnern ein dubioses Spendenunternehmen aufbaut. Die beiden Ermittler Manny und Vikström, die eine Hass-Liebe verbindet und die mit Situationskomik und humorvollen Dialogen aufwarten. Bei denen sich zeigt, dass sie gar nicht so unterschiedlich sind, wie sie denken und sich doch ständig gegenseitig aufziehen. Es treten noch andere Personen auf den Plan: der ein oder andere Kleinkriminelle oder auch ein etwas größerer Fisch aus der Ganovenszene.

    Herausragend ist der allwissende Erzähler. Er erlaubt einen Rundumblick über Ereignisse und in die Gedankenwelt der Protagonisten. Er weiß nicht alles, stellt daher auch Vermutungen an und spekuliert. Er spricht den Leser direkt an. Dadurch, dass er immer wieder Parallelen und Zusammenhänge erklärt, Personen zusammen führt, wird ein sehr spannender und lesenswerter Plot kreiert.

    Einziges Manko für mich war, dass ich sehr lange für das Lesen gebraucht habe, weil das Buch doch irgendwie langatmig daher kam. Es gab einige Erzählungen und Details, die eher unwichtig waren und die Story nicht voran getrieben haben, so dass ich oft das Gefühl hatte ewig zu lesen, um dann fest zustellen, dass es grade mal zehn Seiten gewesen sind. Woran genau es lag, kann ich gar nicht fest machen. Es lag NICHT daran, dass das Buch langweilig war oder dass nichts passiert ist, denn so war es ganz und gar nicht. Es ist tatsächliche sehr viel passiert, es gab viele tolle Charaktere, hatte einen grandiosen Schreibstil. Dennoch hat es mich leider nicht vollends fesseln und flashen können. Schade!

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Stuffed-Shelvess avatar
    Stuffed-Shelvesvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sympathische Charaktere, abgefahrener Erzählstil. Leider kommt der vorgebliche Humor zu kurz,
    Ausbaufähig

    [...] »Ist Fat Bob schon tot?“ hätte das Zeug dazu gehabt, es in meiner Favoritenliste ganz weit nach vorn zu bringen. Die abgefahrenen Figuren und die wendungsreiche Geschichte wären jedenfalls dazu angetan gewesen. Auch die mitunter fast schon bizarre Atmosphäre hat mir eigentlich gut gefallen. Aber, und das fehlt mir nach dem Klappentext auf jeden Fall, den schrägen Humor habe ich doch sehr vermisst. Auch die ständig wiederkehrenden Erzählelemente hätte man sicherlich noch einmal etwas minimieren können. Aber man kann ja nicht alles haben. Würde man mich fragen, würde ich Stephen Dobyns sicherlich noch eine zweite Chance geben.


    Die vollständige Rezension wie immer auf stuffed-shelves.de

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    kassandra1010s avatar
    kassandra1010vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein durchaus komischer Krimi, bepackt mit kuriosen Dialogen, aussergewöhnlichen Charakteren und einem durchaus liebenswürdigen Kleinganoven.
    Ein Kuriositätenkabinett erster Klasse!

    Ein in Stücke gerissener Harley Davidson Fahrer beschäftigt die beiden Polizisten Manny und Vikström. Die beiden Ermittler verbindet eine deratige Hassliebe, das man auf jeder nächsten Seite darauf wartet, dass die beiden sich gegenseitig erschießen.
    Verdächtige gibt es am laufenden Band auf vorbeibretternden Harleys, die alle mal dem scheinbaren Opfer gehörten. Ausgerechnet eine Gruppe von Charitybetrügern stößt mit ihrem Teilhaber Connor auf die wahre Identität des toten Motorradfahrers und löst dabei eine Lawine von irrwitzigen Zufällen, konfusen Racheakten und naja, auch den ein oder anderen Toten aus.
    Während der Tote noch fleißig mit seiner Fat Bob durch die Gegend knattert, ist der Rest dieser zusammengewürfelten kuriosen Truppe damit beschäftigt, Morde zu beauftragen, Morde zu verhindern, am Telefon Spenden für die anonymen Ballköniginnen zu sammeln und denn Sinn des eigenen Lebens zu ergründen.
    Ein durchaus komischer Krimi, bepackt mit kuriosen Dialogen, aussergewöhnlichen Charakteren und einem durchaus liebenswürdigen Kleinganoven.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    M
    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Sprachlich und inhaltlich eine Wucht!

    Sprachlich und inhaltlich eine Wucht!

    „Was ist das für ein Geschäft, auf das Connor Raposo sich eingelassen hat? Ist es legal? „Es ist ein Familienunternehmen seit vier Generationen“, sagt Didi it dem wegwerfenden Lachen eines Mannes, der das strahlende Licht seines Stolzes unter den Scheffel der Bescheidenheit stellt“.

    Solche Sätze reiht Dobyns mit traumwandlerischer Sicherheit aneinander, immer mit leichter bis „fetter“ Ironie versehen, immer mit einem gnadenlosen, humorvollen und auf den Punkt kommenden Blick für die Eigenarten, Marotten, die Substanz und den Kern seiner Figuren.

    Sei es, dass „Manny“, Detektive, seinen Partner „Vikström“ aus ganzer Tiefe seines Herzens verachtet und dessen „intuitive Art“ konsequent zum Scheitern bringen will (was nicht immer so war, aber dann hat er, in einem schwachen Moment seinem Partner von seinem liebsten Hobby erzählt. Seitdem ist der Wurm drin).

    Sei es, dass „Fat Bob Fat Bob´s verkauft“. Beziehungsweise verkauft hat, denn „Fat Bob“ scheint aktuell ziemlich „zerstreut“ zu sein. Auf dem Asphalt der kleinen Stadt, in der oben erwähnter Connor eigentlich nur ein Paar Schuhe vom Schuster holen wollte. Als „Fat Bob“ mit seiner „Fat Bob“ ungebremst in einen Tieflader fuhr. Da sein Kopf noch nicht gefunden wurde (Connor aber sehr wohl seine Motorradkappe mit einigem But daran „gesichert“ hat (und weiter verschenkt)) ist die Identifizierung aber nicht ganz so einfach.

    Wobei auch der Hergang des Unfalls Fragen aufwirft. Zumindest bei Vikströms „Bauchgefühl“, was Manny sofort auf den Plan ruft, alles an Ermittlungen in die Gänge zu setzen, was Vikström lächerlich machen könnte.

    Während Connor außerhalb der Stadt in einem „Winnepago“ Wohnwagen mit einigen eigenartigen Individuen „an etwas dran ist“.

    Was das ist? Ob er dazu überhaupt dazu kommt? Warum ihn die „gemachten“ Brüste einer Mitbewohnerin eher klinisch interessieren und andererseits der kurze Eindruck einer ihm fremden Frau, deren Mann er hilfreich war, nicht aus dem Sinn geht? All das sind Fragen, die im zunächst im Hintergrund mitlaufen werden, um dann, zum genau richtigen Zeitpunkt, ihre zentrale Rolle zeigen können.

    Während Connor in der Zwischenzeit alle Hände voll zu tun hat, dem zunehmenden Gewirr von ermittelnden Behörden, sich merkwürdig verhaltenden Kipplastern und den Allüren seines vermeintlichen „Onkels“ Didi Herr zu werden.

    Was sich erschwert durch Connors Unvermögen , mit der Wahrheit hinter dem Berg zu halten. Jede Frage aufrecht zu beantworten ist unter bestimmen Umständen (was „Geschäfte“ angeht und einen zerfetzen Biker betrifft) nicht unbedingt immer von Vorteil.

    Gut aber für den Leser, dass dieser Connor nicht anders kann, den so strotzt das Buch, neben einer gehörigen Grundspannung und der lässig-legeren Sprache Dobyns, auch an manchen Stellen mit herrlicher Situationskomik. Die allerdings nie in den Slapstick abgleitet, sondern immer genau den passenden Grat der Beförderung der Geschichte einhält.

    Mit Überraschungen, die auf den Leser nur zu warten scheinen, mit hartnäckigen Ermittlern, die mal nicht ein „Buddy-Team“ bilden, sondern eigene Probleme in sich tragen und mit der Notwendigkeit, auch auf Nebensätze zu achten, denn wer weiß, wo die Lösung all dessen verborgen sein könnte und welche Spuren dahinführen?

    Eine anregende Lektüre mit einer ganz eigenen Atmosphäre und der „Dobyns-besonderen“ Sprache.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    thenights avatar
    thenightvor 2 Jahren
    Ist Fat Bob schon tot?

    Inhalt: Connor wird Zeuge eines grässlichen Unfalls, dessen Opfer schwer zu identifizieren ist durch den Aufprall auf einen LKW wird einem Motorradfahrer der Kopf abgetrennt und der ist erst mal nicht zu finden. Erste Ermittlungen deuten auf Robert Rossi, genannt Fat Bob, hin. Doch bald schon stellt sich die Frage: War es wirklich ein Unfall oder Mord und ist Fat Boy schon tot?
    Als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, gerät Connor zwischen die Polizei und das organisierte Verbrechen.

    Meine Meinung:
    Als ich den Klappentext las, wollte ich das Buch unbedingt lesen, endlich mal einen anderen Krimi, nicht immer so todernst und doch nicht albern, humorvoll aber ohne Schenkelklopfer.
    Lakonisch schien mir da passend, schräger Humor auch.
    Es dauerte bis ich mich mit dem für mich ungewöhnlichen Schreibstil arrangiert hatte, der Autor lässt eine nicht vorgestellte Person erzählen. Diese beschreibt die Örtlichkeiten und Personen, führt unsere Blicke über die Landschaft hält kurz inne um unser Augenmerk auf bestimmte Personen zu richten, die nicht zwingend etwas mit der Handlung zu tun haben müssen, ihm aber interessant erscheinen oder auch nicht, vielleicht will er auch nur unseren Blick für scheinbar unbedeutende Kleinigkeiten schärfen, die sich im Laufe der Handlung als wichtig entpuppen.
    Leider verliert er sich teilweise, wie auch bei den Dialogen, in häufige Wiederholungen, ich gehöre doch eher zu den Menschen, die die meisten Dinge beim ersten, spätestens beim zweiten Mal begreifen, als Beispiel sei da der Zwist zwischen den beiden ermittelnden Beamten Vikström und Streeter genannt, die sich wegen einer lächerlichen, privaten Differenz absolut nicht ausstehen können, deren Dialoge und Gedanken, waren beim ersten Mal amüsant, später nur noch ermüdend, fast wäre ich versucht gewesen die eine oder andere Seite zu überblättern, doch da war ja noch der Erzähler, der gleich zu Beginn versuchte unseren Blick für die Kleinigkeiten zu schärfen, also ließ ich das mit dem Überblättern lieber bleiben und habe versucht mich nicht ablenken zu lassen.
    Die Krimihandlung an sich war spannend, sie hatte alles was einen guten Krimi ausmacht, unverhoffte Wendungen, interessante, eigentlich recht clevere Ermittler und ein Ende ganz nach meinem Geschmack. Die Hauptperson Connor Raposo, wurde mir im Laufe des Buches immer sympathischer, so das ich ihm ein gutes Ende wünschte.Ob es wirklich gut für ihn ausging? Das müsst ihr selber lesen.
    Ich muss leider ein paar Abstriche zu meiner Leseempfehlung machen,vielleicht ging bei der Übersetzung einiges von dem von mir erwarteten schrägen Humors verloren, vielleicht verstehe ich etwas anderes darunter als der Autor, ich weiß es nicht, auch das ist etwas das jeder für sich selber herausfinden muss.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    PrinceXLs avatar
    PrinceXLvor 2 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks