Stephen Donaldson

 4 Sterne bei 215 Bewertungen
Autor von Der Fluch des Verächters, Die Macht des Rings und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Stephen Donaldson

Stephen R. Donaldson wurde am 13. Mai 1947 in Cleveland, Ohio geboren. Den Großteil seiner Kindheit verbrachte er aufgrund der Missionarstätigkeit seiner Eltern in Indien. 1968 machte er seinen Abschluss am Wooster College, Ohio um anschließend als Kriegsdienstverweigerer zwei Jahre in einem Krankenhaus zu arbeiten. Danach setzte er sein Studium an der Kent State University fort und brach das darauffolgende Promotionsstudium ab, um sich vollständig auf das Schreiben zu konzentrieren. 1977 veröffentlichte Donaldson sein Debüt »Lord Fouls Fluch« der zum Überraschungsbestseller aufstieg. Das Werk stellte den ersten Teil seiner »Chroniken von Thomas Covenant« dar. 1993 promovierte er dann doch noch zum Doktor der Literatur. Er lebt heute in New Mexico und schreibt am mittlerweile achten Band seiner Chroniken, die auf deutsch bei Heyne erscheinen.

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Rezension zu "Die Pfade des Schicksals" von Stephen Donaldson

Düsterer Fantasy Roman mit Längen
P_Gandalfvor 3 Monaten

Wenn (fast) alle Romane um Thomas Covenant, den Zweifler, etwas gemeinsam haben, dann, dass alle Bücher ihre Längen haben, Donaldson schafft es auf den ersten knapp 150 Seiten die Gespräche und Gedanken der Protagonisten in einem Zeitraum von vielleicht 90 Minuten darzustellen - oder anders ausgedrückt, es tut sich erstmal nicht viel. 

Und wenn wie bei mir das Lesen des vorherigen Bandes einige Zeit zurückliegt, kann man die Positionen und Ziele der Personen nur schwer einordnen.

Danach gewinnt das Buch etwas an Fahrt und es entwickeln sich einige sehr spannende Passagen, die jedoch immer wieder von den Selbstzweifeln von Linden Avery und Thomas Covenant abgelöst werden.  Bereits zur Mitte des Buches ist klar, an welchem Punkt Donaldson diesen Roman enden lassen wird und tatsächlich so geschieht es dann auch (Spoiler!  -- Jeremias gerettet, Joan tot --).

Als ich vor vielen Jahren mit der Geschichte um Thomas Covenant begonnen habe, hat mich die magische Welt, in die er versetzt wird, fasziniert. Magische Gegenstände und verschiedene magisch begabte Wesen erzeugten eine bunte, schillernde Fantasy und Abenteuerwelt.
Inzwischen frage ich mich, ob Herr Donaldson viele Fantasy-Rollenspiele spielt. So manches erscheint mir - und ich spiele wirklich nur wenig PC Spiele - sehr bekannt oder liegen die Bücher unter dem Kopfkissen der Spieleentwickler?

Sei es drum - das war nun der vorletzte Band und den letzten werde ich irgendwann auch noch lesen. Obwohl das Ende doch schon ziemlich klar ist, oder?

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Rezension zu "Heut sterben alle Götter" von Stephen Donaldson

Rezension zu "Heut sterben alle Götter" von Stephen R. Donaldson
rallusvor 6 Jahren

Götterdämmerung - letzter Akt der All-Nibelungen
Im letzten Akt seines Wagnerschen Opus, läßt Donaldson seine Protagonisten an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Kräfte gehen.
Anfangs bringt uns der Autor noch in die Wirrungen der Erd-Politik.
Während Morn Hyland im fernen All mit ihrer zusammengewürfelten Besatzung um ihr Leben kämpft, lesen wir auf der Erde um Politik, Intrigen und Verhandlungen.
Wichtig ist, die Zusammenhänge zu verstehen, welcher Plan im Hintergrund steht, wer welche Fäden zieht.
Nach den anfänglichen politischen Verwicklungen nimmt das Buch Fahrt auf, die Ereignisse überschlagen sich, hier macht sich die gewissenhafte Vorarbeit Donaldson bezahlt.
Die Masse von Daten und Ereignissen erschlägt den Leser nicht, es ist indessen ein höchster Genuss im spannenden Labyrinth verwoben zu sein.
Dass die Geschichte immer noch einem Kammerspiel ähnelt ist eine der hohen Weihen der Schriftstellerkunst.
Dabei bedient sich Donaldson eines Kniffs um die Sichtweisen der verschiedenen Personen darzustellen.
Es wird zwischen vielen Haupt-und Nebenfiguren kapitelweise gewechselt, dabei überlappen sich die Übergänge öfters und die Darstellung wird intensiviert.
Und noch etwas fällt auf: die Protagonisten rezitieren immer wieder Aussagen, die ihnen gegenüber im Verlauf des Buches gemacht wurden.
Besonders häufig ist Angus Gedanke, die innerliche Hoffnung, seine Flucht vor den Grauen die passiert sind und noch folgen werden, die Aussage Warden Dios: "Damit muss Schluss sein"
Schluss mit seiner Unifiziertheit, das Leben als Cyborg, dem einprogrammiert wurde wie er sich zu verhalten hat, dem Aufpassser zur Seite gestellt wurden, die ihn quälen, misshandeln, genau wie in seiner Kindheit.
Dieses Beispiel gibt wieder wie sehr sich Donaldson doch um seine Protagonisten kümmert, ihre Innenansichten preisgibt, ihre Gefühle, Hoffnungen.
Andererseits sind sie nur Schachfiguren in einem minuziös geplanten großen Spiel.
Doch gerade dieser Haufen von Piraten, Illegalen, zusammengestoßen mit dem VKMP Raumschiff und Min Donner befreien sich aus ihrer Rolle und spielen das Zünglein an der Waage.
Die Menschheit muss sich zwei Krisen im Verlauf stellen, einer inneren und einer äußeren Gefahr; einerseits die Amnion mit ihrem Schlachtschiff, andererseits auf der Erde zwischen dem Regierungsrat und einem vollkommen machtbesessenen Holt Fasner (der Drache).
Hier ist jetzt Planung bis auf das letzte I-Tüpfelchen gefragt und der kleine Trupp kann allein der Retter der Menschheit sein.
Doch darum geht es schon längst nicht mehr, Morn und ihre Mitstreiter möchten mehr:
"Ob heute Millionen von Menschen umkommen oder nicht, die Polizei bleibt korrupt. Und ihnen das Leben zu retten, ist auf lange Sicht kein Ausweg.
Das einzige, was wir der Menschheit zu bieten haben, das zu einer Änderung führen kann, ist die Wahrheit.”
Die Wahrheit ist das was Angus verändern läßt, die Verläßlichkeit zu dem was ihm gesagt wird, läßt ihn letztendlich die Qualen seines im Kinderbett erlittenden Unrechts überwinden.
Auch die anderen beziehen daraus die Stärke. Ohne die Wahrheit wäre aller Aufwand umsonst, wäre das Scheitern nahe.
Und es wird bis zum Schluss unmenschliches verlangt und jeder geht bis an, oder über seine Grenzen.
Am Ende erkenne ich, dass hier von Anfang bis Ende alles durchdacht war, Donaldson bringt auch seine Leser an ihre Grenzen, hat aber mit dem Amnion Zyklus ein so nicht mehr dagewesenen Science Fiction Serie geschrieben, die für sich einzigartig steht.
Im Original heißt die Serie der Gap-Zyklus, weil "das Gap" das Hyperspatium ist, das Morn in die Katastrophe geführt hat.
Die Leser wird es sicherlich spalten, da die Art zu schreiben seit dem Band 3 ungewöhnlich ist und sicherlich nicht jedermans(fraus) Sache,
aber hier hat der Autor nicht nur hohes Drama verwirklicht, sondern auch die niedrigsten wie die besten Kräfte im Menschen in Extremsituationen sichtbar und erlebbar gemacht.
Wahrheit und Verläßlichkeit sind das höchste Gut des Menschen, mit ihnen benötigen wir keine Götter.
Die Götterdämmerung verdichtet das Buch buchstäblich auf Stecknadelgröße und vielleicht überlebt die Menschheit ohne ihre Götter.
Volle Punktzahl!

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Rezension zu "Chaos und Ordnung" von Stephen Donaldson

Rezension zu "Chaos und Ordnung" von Stephen R. Donaldson
rallusvor 6 Jahren

Siegfried - dritter Akt der All-Nibelungen
Morn, Davies, Nick, Angus und einem Teil der alten Besatzung gelingt die Flucht von Thanatos Minor.
Verfolgt werden sie allerdings von Nicks alter Feindin Sorus Chatelaine.
Und auch die Amnion haben immer noch Interesse an dem schnellgeborenen Davies und Morn. Dazu kommt hinzu, dass das Nibelungen-Gold in Form des Anti-Mutagenserums noch in Nicks Händen ist.
Auf der Erde zieht der Drache in Form von Holt Fasner seine Fäden, er ist im direkten Gegenspiel zu Warden Dios zu sehen.
Aber auch hier verkompliziert sich die Situation. Die VKMP soll sich von der VKM ablösen.
Die Situation eskaliert im Weltraum bis zum spannenden Showdown.
Müßig wäre es hier eine Inhaltsangabe der knapp 1000 Seiten zu geben - das geht beim besten Willen nicht.
Wichtig zu erwähnen ist die Art von Donaldson zu schreiben und die Nähe zu der Nibelungensage.
Er widmet jeder Figur - und teils auch den Nebenfiguren - ein Kapitel.
Dabei fängt er in den ersten 200 Seiten an, Teile des vorherigen Buches zu wiederholen, seine Helden das Vergangene zu durchdenken.
Angus durchlebt die Worte von Warden Dios "Damit muss Schluss sein.".
Er ruft sich dieses Zitat immer wieder ins Gedächtnis und vergleicht es mit dem Erlebten, sucht eine Lösung für sich.
So wird jeder Charakter bis ins Kleinste durchleuchtet, trotzdem behält Donaldson den Spannungsbogen.
Durch die überlappenden Szenen und Situationen, gerade am actionreichen Ende - die an Operanarien erinnern, die versetzt gesungen - zerreibt uns der Autor in einer teils unerträglichen, fiebrigen Spannung.
Die grundlegende Situation und Beziehung von Angus zu Nick und auch gerade zu Morn erhält eine neue Bedeutung, ja verändert sich unmerklich.
Wer vorher der abgrundtiefe, schwarze und böse Mensch war, bekommt Charakter, eine Geschichte, eine unentrinnbares Schicksal.
Donaldson geht brutal mit seinen Figuren um, er erspart ihnen nichts, keinen blauen Fleck, keinen Knochenbruch, keine Seelenqual.
Noch immer ist dies ein Kammerspiel auf höchstem Niveau - auch die Szenen im All sind minuziös beschrieben, die physikalischen Hausaufgaben hat er gemacht.
Vergleiche mit Wagner sind erlaubt: Siegfrieds Mutter starb bei der Geburt - Donaldson verwendet hier einen faszinierenden Trick beim Schnellwachstum und Kopie des Individuum - seinen Vater mag er nicht (Angus).
Im Kampf ist er gegen Wotan (Warden Dios), der dem Drachen trotzen muss (Fasner)
Davies (Siegfried) ist die eigentliche Hauptfigur des Romans, sein innerer Kampf, seine Ablösung gegen Mutter und Vater, sein viel zu schnelles Erwachsen-werden.
Im Original heißt das Buch "A Gap into Madness", durch die unerwarteten vielen Wendungen und inneren Kämpfe, habe ich mich öfters wie "Madness" gefühlt, gesehnt haben sich alle Protagonisten nach Ordnung: bekommen haben sie Chaos.
Volle Punktzahl!

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Stephen Donaldson wurde am 12. Mai 1947 in Cleveland (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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