Der Talisman

von Stephen King und Peter Straub
4,2 Sterne bei346 Bewertungen
Der Talisman
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

B

Sehr schöne Geschichte , spannend erzählt , jedoch anstrengend geschrieben. Außerdem das Wolf stirbt , hätte man nicht schreiben müssen 😭

Tippfeders avatar

Ein Märchen. :-)

Alle 346 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Der Talisman"

Die perfekte Mischung aus Fantasy und Horror. Im Vorläufer zu King/Straubs Bestseller "Das Schwarze Haus" begibt sich der zwölfjährige Jack Sawyer auf eine weite, abenteuerliche Reise, in der Idylle und Entsetzen nahe beieinander liegen. Meisterregisseur Steven Spielberg hat sich die Verfilmungsrechte an "Der Talisman" für "DreamWorks" gesichert.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453877603
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:960 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:01.07.2004
Das aktuelle Hörbuch ist am 22.06.2012 bei Audible Studios erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,2 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne160
  • 4 Sterne120
  • 3 Sterne45
  • 2 Sterne16
  • 1 Stern5
  • Sortieren:
    marion_galluss avatar
    marion_gallusvor 8 Monaten
    Nach leichten Startschwierigkeiten gefiel es mir sehr gut :)

    Jack Sawyer ist 12 Jahre alt und lebt allein mit seiner sterbenskranken Mutter Lily mehr oder weniger auf der Flucht. Jacks Vater ist von einigen Jahren verstorben und Jacks Mom, schwer an Krebs erkrankt, reist mit Jack von Ort zu Ort, um „Onkel Morgan“ zu entkommen. Morgen Sloat ist der ehemalige Partner von Jacks Vater und Freund der Familie. Er will Jacks Mom ständig dazu nötigen, irgendwelche Geschäftspapiere zu unterzeichnen, die ihm von Nutzen sind.

    Nun sind sie angekommen im fast leeren Hotel Alhambra Inn and Gardens (die Saison ist vorbei, das Hotel gleicht einer Gruft) in New Hampshire. In diesem Hotel hat Lily, einst gefeierter Filmstar der B-Movies, wundervolle Zeiten verbracht. Und offensichtlich möchte sie hier nun sterben.

    Jack lernt im nahegelegenen Freizeitpark am Arcadia Beach den alten Mann Speedy Parker kennen. Er ist ein schwarzer, ehemaliger Musiker, der Jack ein wahrer Freund wird. Und Speedy ist es, der Jack auf eine weite, abenteuerliche und gefährliche Reise schickt.

    Er schickt ihn nach Westen, um den Talisman zu holen. Denn der würde seine Mom Lily vor dem Tod retten. Doch dazu muss sich Jack auch in die Welt begeben, von der er immer glaubte, es handele sich um Tagträume, die ihn seit seiner frühen Kindheit begleiten. Doch von Speedy erfährt er, dass es sich nicht um Tagträume handelt. Es gibt sie wirklich: die Welt der Territorien …

    +++
    Spoilergefahr ist eventuell vorhanden!


    Stephen King und Peter Straub haben hier gemeinsam ein sehr umfangreiches Fantasy/Horror Abenteuer geliefert, das die Geschichte des Jungen Jack in bunten Farben und sogar Gerüchen schildert. Es ist dramatisch, gefährlich, sehr brutal und grob, teilweise aber auch sehr leise, absolut emotional und mitfühlend. Es werden sehr viele Themen in dieser Geschichte berührt: Liebe, Familie, Mut, Vertrauen, Freundschaft, Machthunger und Neid, Gier und Angst vor dem Versagen, nicht aufgeben und bedingungsloser Zusammenhalt unter Freunden. Ich könnte noch unzählige weitere Worte finden.

    Anfangs zog sich alles etwas in die Länge und ich hatte leichte Anlaufschwierigkeiten, auch wenn die Geschichte mich von Anfang an gefesselt hat (das geht mir übrigens bei Teil 2 gerade genau so: die ersten 100 Seiten sind noch anstrengender). Doch ab dem Moment, in dem Wolf in die Handlung tritt, war ich völlig in den Bann gezogen.

    Die Welten der Handlung wechseln und die Ideen sind einfach toll. Ich fühlte mich von der Stimmung und Umgebung oft an den Dunklen Turm erinnert, manches verursachte bei mir sogar ein gewisses „Potter-Feeling“.

    Unterm Strich ein absolut gelungener Fantasy Roman, der durch seine krassen und teilweise sehr brutalen und heftigen Szenen durchaus Horror-Charakter hat. Teilweise meine ich zu erkennen, welche Passagen von King und welche von Straub geschrieben wurden, jedoch nicht immer.

    Mein Fazit: ein ausführliches und umfangreiches Fantasy/Horror-Abenteuer mit Road-Movie-Charakter, das sicher nichts für schwache Nerven ist, aber immer wieder auch mit sehr ruhigen und intensiven Momenten belohnt.

    © Buchwelten 2018

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    C
    cu2n8vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Diese Buch habe ich 12 Mal gelesen. Und ich werde es wieder tun.
    Der 12-jährige Jack rettet seine Mutter und damit zwei Welten

    Was dieser kleine Mann auf sich nimmt um die zu retten, die er liebt, ist bewundernswert. Ein modernes Märchen mit einer Königin (Lily C. Sawyer), einem Helden (Jack), einer guten Fee (Speedy Parker), einem Bösewicht (Morgan Sloat) und vielen anderen. Und (fast) alle in doppelter Ausführung!

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    MellisBuchlebens avatar
    MellisBuchlebenvor einem Jahr
    Erst Fantasy, dann Horror

    Bis zur Hälfte des Buches würde ich es ins Genre Fantasy einordnen, dann eher in die Sparte Horror. Das Buch zeichnet sich durch eine bildhafte Sprache und bizarre Gestalten und Wesen aus, denen Jack auf seiner Reise begegnet.
    Jack ist mir als Charakter sehr sympathisch. Die beiden Welten, in denen die Geschichte spielt, sind extrem gegensätzlich, was die Autoren gut dargestellt haben.
    Die vielen kurzen Kapitel haben mir die Lektüre erleichtert, so dass ich das doch ziemlich dicke Buch relativ schnell innerhalb von sechs Tagen durchgelesen hatte. Es ist spannend geschrieben und weist kaum Längen auf. Mich konnte das Buch begeistern, trotzdem hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Deshalb gibt es von mir für dieses Werk vier Herzen.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    Soerens avatar
    Soerenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannend, düster, packend
    Spannend, düster, packend

    Zu Beginn des Buches ist es noch deutlich(er) zu merken, dass da zwei Autoren am Werk waren. Doch im Laufe der Geschichte verschmelzen beide Schreibweisen zu einer einzigen zusammen. Dies macht das ohnehin schon sehr spannende Buch noch interessanter und lesenswerter.

    Die Reise, die Jack und sein Freund in "Der Talisman" unternehmen, ist enorm abwechslungsreich. Schon allein dadurch, dass sie in zwei Welten spielt.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Annemarie_Rupps avatar
    Annemarie_Ruppvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein guter Fantasyroman vom Meister der Horrorgeschichten. Sehr zu empfehlen.
    Sehr guter Fantasyroman mit Gruselanteilen

    Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich „Der Talisman“ von Stephen King und Peter Straub zuerst gelesen habe. Mittlerweile habe ich diesen sehr guten Roman schon das fünfte Mal verschlungen und jedes Mal bin ich wieder davon fasziniert, wie spannend die Geschichte geschrieben ist. Es geht um einen zwölfjährigen Jungen, der die Vereinigten Staaten durchquert, um das Leben seiner todkranken Mutter zu retten. Dazu muss er Teilstücke seines Weges in einer Parallelwelt „Der Region“ bewältigen. Und sowohl in der unsrigen Welt als auch in der Gegenwelt warten teils fantastische, teils reale, aber immer bösartige Gegner auf ihn. Sehr zu empfehlen. Ein Superbuch.

    Kommentare: 1
    106
    Teilen
    Darius_Dreiblums avatar
    Darius_Dreiblumvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eines der besten Bücher von Stephen King.
    Immer wieder spannend zu lesen

    Der Talismann handelt von einem zwölfjährigen Jungen, der die Vereinigten Staaten durchquert, um das Leben seiner krebskranken Mutter zu retten. Dazu muss er Teilstücke seines Weges in einer Parallelwelt „Der Region“ bewältigen. Und sowohl in der unsrigen Welt als auch in der Gegenwelt warten teils fantastische, teils reale, aber immer bösartige Gegner auf ihn.

    Ich  habe „Der Talisman“ von Stephen King und Peter Straub schon mehrfach gelesen. Jedes Mal bin ich wieder davon fasziniert, wie spannend die Geschichte geschrieben ist und was für fantastische Ideen dort enthalten sind. NIcht nur für Horrorfans.

    Sehr zu empfehlen.

    Kommentieren0
    89
    Teilen
    S
    Selaynvor 3 Jahren
    Ein Buch, dass Fantasy und Schrecken vermischt

    "Der Talisman" von Stephen King und Peter Straub ist ein Buch, dass besonders Jugendliche, die gerne etwas Schreck erleben möchten, anspricht. 
    Jack Sawyer/Jason DeLoessian erlebt auf der Reise zwischen den Welten Abenteuer, die ihm zeigen lassen, dass man manchmal über seine Grenzen hinauswachsen muss, um sein Ziel zu erreichen. Sein Ziel: Das Leben seiner Mutter und das der Königin aus der Region zu retten. 

    Meine Meinung: Ein großartiges Buch, dass -auch wenn es in den 1900ern geschrieben wurde- für Jugendliche perfekt zum lesen ist. Wenn sie ein bisschen was vertragen können ;). Mir hat es richtig gut gefallen und würde es auch weiterempfehlen.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    dasPepperchens avatar
    dasPepperchenvor 4 Jahren
    Travelin' Jack

    Um seine sterbenskranke Mutter zu retten nimmt sich der Junge Jack  einer sehr wichtigen Aufgabe an: Er soll den Talisman finden und ihn aus den Gefilden des schwarzen Hotels befreien. Um diese Aufgabe zu meistern, muss er nicht nur einen sehr langen Weg durch diese Welt beschreiten, sondern auch durch die Territorien, einer Art Zwischenwelt, reisen. In beiden Welten gibt es Feinde, die ihm die Suche zur Hölle machen und nur wenige Freunde, die ihm versuchen zu helfen. Bald schon ist "Travelin' Jack" gezwungen von einer Welt in die andere zu flippen, nur um von einer Gefahr in die nächste zu gelangen, denn das Grauen scheint überall zu warten.  

     Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, ist es mir anfangs, ehrlich gesagt, ziemlich schwer gefallen mich auf diese komplexe Geschichte einzulassen. Es schien alles so verwirrend und fremd. Und aufeinmal war ich mitten drin. Der Junge ist mir so richtig ans Herz gewachsen. Wolf auch. Dann gab es Stellen, die mich sehr traurig und nachdenklich gestimmt, aber auch so einige, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Dem Ende habe ich bis zum Schluss entgegengefiebert, da bei King nicht immer alles ein gutes Ende hat. (Wer schonmal einen King gelesen hat, weiß sicher genau was ich meine.)   

    Der Schreibstil ist, wie beschrieben, sehr komplex. Oder eher gesagt die Handlung. Doch wer sich auf diese Geschichte einlassen will, wird sich schnell einfinden und dann liest es sich einfach weg. Auch Figuren und Orte sind liebenswert, beziehungsweise schaurig schön. Die Twinner, die Territorien, das schwarze Hotel.   

    Fazit: Wer komplexe Handlungen liebt und sich darauf einlassen will, für den ist der Talisman perfekt. King und Straub haben hier ein Meisterwerk vollbracht.   
    Der Talisman ist nicht nur eines meiner Lieblingsbücher, es ist DAS Lieblingsbuch. Ein Buch, das ich immer wieder lesen möchte.

    Kommentieren0
    13
    Teilen
    Dirk_Arnickes avatar
    Dirk_Arnickevor 5 Jahren
    Großartig !

    Dieses Gemeinschaftswerk von King und Straub gehört zu meinen liebsten Büchern. Die Reise des 12-jährigen Jack auf der Suche nach einem magischen Talisman, während der er permanent zwischen unserer Welt und einer Parallelwelt - den sogenannten Territorien - hin- und herwechselt, hat mich damals völlig in ihren Bann gezogen.
    Ich hatte damals und habe bis heute kein vergleichbares Buch gelesen.
    Ein Jugendroman, ein Märchen, ein Fantasybuch ?
    Ja, ja und ja.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    ShadowOfBlues avatar
    ShadowOfBluevor 5 Jahren
    ~ Weltenreise ~

    Es gibt Bücher, die verblassen im Laufe der Jahre, manche aber verfolgen einen das ganze Leben lang. Gerade in meiner Jugend habe ich viele Bücher gelesen, die in die zweite Kategorie fallen, dennoch habe ich oftmals nur Fragmente im Kopf, einzelne Bilder die sich in die Tiefen meiner Erinnerung gegraben haben. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Man liest die betreffenden Bücher erneut um die Erinnerung aufzufrischen oder man gibt sich mit den Brocken zufrieden, die einem geblieben sind. Einmal erst habe ich zu einem Roman ein zweites Mal gegriffen, da mir dieser bei einem Umzug in die Hände gefallen ist - eine Enttäuschung war es nicht, aber die Spannung geht ein wenig verloren weil man eben manche Hintergründe direkt kennt und eben weiß, was an manchen Stellen geschehen wird. Auch wenn ich mich nicht restlos für die Idee des Zweitlesens begeistern konnte, so habe ich es dennoch erneut versucht, denn die Bilder von dem Jungen, der zwischen den Welten hin- und herflippt, kamen mir über die Jahre immer wieder in den Sinn, jedoch blieb die restliche Story weiterhin verschleiert für mich. In einem schwachen Moment leistete ich mir dann also eine neuere Ausgabe von der Gemeinschaftsproduktion


    Der Talisman


    von Stephen King und Peter Straub. Beide Autoren sind Fachmänner in Sachen Horrorromane, Der Talisman hingegen ist eher in der Fantasy-Schiene einzuordnen. Ähnlich wie in Kings Reihe um den Dunklen Turm wird auch hier das Motiv von mehreren miteinander verknüpften Welten aufgegriffen, mit dem Unterschied, dass Der Talisman immer wieder zwischen diesen Welten hin- und herspringt. Ausgangspunkt der

    Geschichte


    ist der Teenager Jack Sawyer, 12 Jahre alt und mit seiner Mutter auf der Flucht vor dem ehemaligen Geschäftspartner seines verstorbenen Vaters. Seine Mutter ist krank, das merkt Jack, und Onkel Morgan möchte die Geschäfte ganz an sich reißen und verhindern, dass Jack sein Erbteil zufallen könnte. Die Flucht verschlägt Jack und seine Mutter an die Küste New Hampshires, wo Jacks Befürchtungen immer konkreter werden. Diese werden noch verstärkt durch zunehmende Tagträume, die immer mehr mit der Realität verschmelzen.

    In einem angrenzenden Vergnügungspark macht Jack Bekanntschaft mit Speedy Parker, dem dortigen Hausmeister. Sofort kommt er ihm seltsam vertraut vor, in seiner Gegenwart fühlt Jack sich plötzlich von seinen Problemen und Sorgen befreit. Schnell entsteht eine besondere Verbindung zwischen den Beiden und Speedy eröffnet Jack, dass es mehr als nur diese Welt gibt und zeigt ihm, wie er die Welt wechseln kann und in die "Territorien" gelangt. Doch damit verbunden ist auch eine Aufgabe für Jack - er muss die dortige Königin retten, die im Sterben liegt - eine Doppelbelastung, denn sie ist der Twinner seiner Mutter. Nur, wenn er den Talisman, der in Point Venuti an der Westküste der USA zu finden ist holt, kann er seine Mutter und die Königin retten. So macht sich ein 12-jähriger Junge alleine auf den Weg quer durch die USA und wieder zurück auf eine gefährliche Reise zwischen den Welten, bei der er nicht nur auf ihm gut gesinnte Menschen und Gestalten trifft.

    Tiefer ins Detail möchte ich vorerst nicht gehen, doch in Zusammenhang mit meinen Erinnerungen und Eindrücken werde ich sicherlich noch den einen oder anderen Handlungsstrang aufgreifen ohne zu viel verraten zu wollen.


    Eindrücke


    Es ist schon erstaunlich, wie sehr einen die Erinnerung teils trügen kann und wie klar man manches im Gegenzug noch vor Augen hat. Während mir der Anfang des Buches noch sehr vertraut war, so wirkte mir der Aufbruch von Jack auf seine Reise quer durchs Land äußerst fremd. Ein 12-jähriger Junge, der fast ohne mit der Wimper zu zucken ein solches Abenteuer auf sich nimmt, ist allerdings so oder so extrem beeindruckend. In Jack zeigen King und Straub zugleich Stärke als auch Schwäche, sie haben also keinen Übermenschen erschaffen, sondern das Kind bewahrt - wenn auch ein wirklich besonderes Kind, was auch seinen Reisebekanntschaften nicht unerkannt bleibt. Mal in unserer Welt, mal in den Territorien trifft Jack auf viele Menschen und Kreaturen, die für uns zwar abstrakt wirken mögen, aber von King und Straub äußerst klar beschrieben sind. So fällt es dem Leser leicht, ein klares Bild sowohl der Umgebung als auch der Charaktere zu entwickeln.

    Man lernt nicht nur Jack zu mögen, sondern auch seine zwischenzeitlichen Begleiter, man entwickelt Abneigungen, gar Hass, gegen seine Widersacher, die mit allen Wegen versuchen seine Mission zum Scheitern zu bringen. Ganz besonders ins Herz wird man die Figur von "Wolf" schließen, einer Art Werwolf, der durch seine naive Gutmütigkeit begeistern kann. An ihm sieht man als Leser nur zu deutlich die Unterschiede zwischen den Welten, die Nachteile unserer modernen und technisch entwickelten Welt gegenüber den primitiven Territorien. Während für uns alltägliche Dinge wie z.B. Autos auf Wolf bedrohlich wirken, so zeigen sich die Territorien zwar als eher rückständig, aber glücklich. Ein kleiner Seitenhieb von Kritik an der Industrialisierung? Falls ja, dezent genug um nicht politisch zu wirken. Die dunklen Seiten dafür fallen in den Territorien um so beängstigender aus, Gewalt wirkt subtiler, Bösewichte und deren Handlanger gehen oft einher mit Mutationen. Die Unterschiede zwischen Gut und Böse sind in den Territorien einfach wesentlich deutlicher erkennbar als in unserer Welt, wo man rein äußerlich keine Schlüsse auf die Gesinnung der Menschen ziehen kann.

    Während die ersten Seiten für mich noch etwas beschwerlich daherkamen, möglicherweise aber auch bedingt durch mein Vorwissen, so wird man darauf doch schnell mit in die Geschichte reingerissen, man hofft und bangt mit Jack und seinen Gefährten und mag das Buch kaum mehr aus den Händen legen. Eine Pause einzulegen wird sicherlich durch die nicht all zu langen Kapitel mit reichlich Absätzen begünstigt, die einzelnen Kapitel bieten jedoch oftmals einen extremen Spannungsbogen, der einen wissen lassen möchte, wie es denn nun weitergeht. Trotz der annähernd 1000 Seiten im Taschenbuchformat nähert man sich mit schnellen Schritten dem Ende, welches man je näher man ihm kommt immer weiter wegwünscht. Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen manch tragischer Wendung in der Geschichte bleibt nicht nur die Lesefreude erhalten, sondern auch die Hoffnung auf ein gutes Ende.

    Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt. An der Geschichte an sich kann ich auch bei genauem Hinschauen nichts finden, was ich kritisieren möchte, das Buch an sich bzw. die Übersetzung lässt allerdings stark zu wünschen übrig. Nicht nur, dass man sich grammatikalisch nicht einigen konnte, ob man nun "Die Territorien" als Eigenname nutzt, oder ob man den Artikel im Zusammenhang anpasst. Gerade über diesen Punkt stolpert man immer wieder im Buch, kommt ins Stocken und muss ab und an ein zweites Mal drüberlesen, aber auch hin und wieder andere Grammatikfehler oder gar fehlende Wörter hemmen des Lesefluss. In diesem Fall hat sich der Heyne-Verlag leider nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Dass Fehler passieren können und im Einzelfall auch dürfen will ich nicht in Frage stellen, aber in der vorliegenden Menge und Häufung ist es schon peinlich. Leider fallen mir solche Sachen aber auch immer wieder ins Auge und gerade bei wiederholt auftretenden Fehlern wird man dafür natürlich noch mehr sensibilisiert. Dies wird auch dadurch noch forciert, dass sprachlich die eine oder andere Herausforderung auf den Leser wartet. Bandwurmsätze, wie sie manch einer eher aus Anwaltsschreiben oder meinen Niederschriften kennen wird, sind keine Seltenheit - wenn man nicht aufpasst hat man am Ende des Satzes bereits wieder den Anfang vergessen - und wenn in einem solchen Satzkonstrukt noch ein Fehler ins Auge springt, dann hat man als Leser schon verloren und kann von vorne beginnen...

    Wie weiter oben schon geschrieben vermitteln King und Straub ein sehr klares Bild von den Romanfiguren als auch den Schauplätzen, aber auch von der Brutalität und Grausamkeit, die im Laufe der Geschichte aufkommt. So muss ich doch sagen, dass zartbesaitete Leser besser nicht zu dem Buch greifen sollten, zählen diese wohl aber auch eher weniger zur Zielgruppe der beiden Autoren. Ich selber bin schon recht hart im Nehmen, meine Ekelschwelle liegt doch relativ hoch, doch auch ich musste bei mancher Schilderung ein leicht angewidertes Gesicht ziehen. Neben Ekel werden aber auch eine Vielzahl anderer Gefühle geweckt, von Symphatie über Mitleid bis hin zu echter Trauer, aber auch Erstaunen, Entsetzen und vieles mehr. King und Straub schaffen es, dass der Leser auf eine ganz besondere Weise nicht nur mitgerissen, sondern auch berührt wird. Trotz alledem schaffen die beiden es auch, eine gewisse Portion Humor mit einzuarbeiten. Keine richtigen Lacher, aber gerade durch die Unterschiede der Welten, die verschiedenen Sichtweisen und Kenntnisse der Figuren, kommen immer wieder Situationen zu Stande, die dem Leser zumindest ein herzliches Lächeln abgewinnen.

    Fazit


    Man kann es sich schon fast denken, es bleibt nichts anderes übrig als 5 Sterne zu vergeben. Zwar mindern die Grammatik- und Rechtschreibfehler ein wenig das Lesevergnügen, aber daran ist die Vorlage von King und Straub nun wirklich nicht schuld. Wer kann, sollte also nicht unbedingt zu der mir vorliegenden Version greifen und hat damit vielleicht ein wenig mehr Glück. Eine Leseempfehlung kann ich für alle Freunde von spannenden, abwechslungsreichen und phantastischen Geschichten aussprechen, die vor deutlich geschilderter Brutalität nicht zurückschrecken. Es ist, trotz des Genres, sicherlich keine leichte Kost, aber auch nicht besonders tiefgründig. Eine Geschichte, die fasziniert, mit rundum gelungenen Charakteren, großen Gefühlen aller Art, die trotz ihrer 1000 Seiten viel zu schnell vorbei ist. Eine Geschichte voller Mut, Leid, Freundschaft, Verzweiflung, Kampfgeist, die Geschichte eines Jungen, der zum Mann wird und trotzdem Kind bleibt. Nicht umsonst gibt es, wie ich jetzt erst erfahren habe, eine Fortsetzung von Jacks Geschichte. Diese jedoch spielt wesentlich später, so dass ich nicht sicher bin, ob ich auch dazu greifen werden. Für mich bleibt klar - ich habe das Buch zumindest früher schonmal begonnen, habe es nun mindestens zum ersten Mal zu Ende gebracht und würde auch zukünftig nicht davor scheuen es ein drittes Mal in die Hand zu nehmen und das will etwas bedeuten. Wer sich von der Geschichte angesprochen fühlt, dem kann ich nur raten: Lesen!

    Kommentieren0
    2
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks