In einer kleinen Stadt

von Stephen King 
4,2 Sterne bei541 Bewertungen
In einer kleinen Stadt
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Neue Kurzmeinungen

el_lorenes avatar

Jaheshighlight!!!!!!!

Teewursts avatar

Teuflisch gut - nur das Ende kommt etwas holterdipolter

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Inhaltsangabe zu "In einer kleinen Stadt"

Eine Kleinstadt gerät außer Kontrolle

Der Zugereiste Leland Gaunt eröffnet den Laden „Needful Things“. Die Kunden finden dort Raritäten, mit denen sie ihre geheimen Sehnsüchte und Wünsche erfüllen. Aber alles hat seinen Preis: Neben einer symbolischen Bezahlung verlangt Leland von ihnen, anderen Einwohnern harmlose Streiche zu spielen. Bald schon eskaliert der Spaß, und in Castle Rock herrscht das blanke Chaos .

• Vierter Roman des „Castle-Rock“-Zyklus
• Verfilmt mit Max von Sydow und Ed Harris

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453433991
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:880 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:01.09.2009
Das aktuelle Hörbuch ist am 16.12.2011 bei Audible GmbH erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    NiWas avatar
    NiWavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: King zeigt, dass er der absolute Meister seiner Zunft ist, und als Schicksalsfee in Castle Rock die Puppen tanzen lässt.
    Needful Things

    Es ist ein neuer Laden in der Stadt! "Needful Things" öffnet seine Türen und lädt seine Kunden zur Erfüllung innigster Wünsche und Sehnsüchte ein. Der Preis ist verhandelbar, jedoch darf man die Rechnung nicht ohne das Grauen machen!

    Mit "In einer kleinen Stadt" heißt Stephen King seine Leser erneut in Castle Rock willkommen - und das, im wahrsten Sinne des Wortes! Gleich auf den ersten Seiten wird man als alter Bekannter in Castle Rock begrüßt, und freut sich, dass man sofort wieder erkannt wurde.

    Thematisch hat sich King voll und ganz auf das Geschehen in der Stadt fokussiert. Hierzu ist der Laden "Needful Things" zentral, wo es schreckliche Albträume zu Schleuderpreisen gibt.

    Leland Gaunt hat diesen bizarren Laden nach Castle Rock gebracht. Als Geschäftsführer hat er sich auf Raritäten spezialisiert, die nicht immer greifbar sind. Denn er erfüllt intimste Wünsche und stillt heimliche Sehnsüchte, indem er seine Ware zu einem guten Preis an die Damen und Herren von Castle Rock bringt.

    " ... weil jeder gern ein Schnäppchen machen möchte. Jeder möchte etwas umsonst haben - selbst wenn es ihn alles kostet." (S. 629)

    Der Clou an der Geschichte ist, dass der wahre Preis im Verborgenen liegt, und an eine harmlose Tat gebunden ist.

    Allein der Charakter von Leland Gaunt bringt das Horror-Herz zum Schlagen. Ich habe ihn als unheimlichen Mann empfunden, der in seinem Geschäft sitzt, und auf Kundschaft wartet. Besonders gut ist King die mysteriöse Aura des Ladenbesitzers gelungen, weil ich mich bis zum Ende hin gefragt habe, wer oder was dieser Gaunt eigentlich ist.

    Weitere Charaktere dirigieren durch das Geschehen, wobei ich Sheriff Alan und seine Freundin Polly eher als Protagonisten empfunden habe.

    Alan ist als Sheriff der Stadt um das Wohlergehen seiner Bürger besorgt und spürt, dass "Needful Things" wohl nur Unannehmlichkeiten bringen wird. Er ist ein Mann, der seinem Bauchgefühl traut, und dabei meistens auf der richtigen Fährte ist. Doch Gaunt weiß schon, wie er ihn von sich ablenken kann ...

    Alans Freundin Polly besitzt selbst ein Geschäft in der Stadt, wird aber von einer boshaften Arthritis geplagt. Ihre sympathische Art hat sofort mein Mitleid mit ihr und ihrer Krankheit geweckt, und außerdem hat ihre geheimnisvolle Vergangenheit das Interesse an ihr entfacht. Es gab eine Zeit, in der Polly in San Francisco gelebt hat, und die für ganz Castle Rock im Dunkeln liegt.

    Andere Figuren sind zum Beispiel der kleine Brian, der mir sofort ans Herz gewachsen ist, und den ich mit seiner kindlichen Jungenart auf der Stelle lieb gewonnen habe. Außerdem ist die alte Nettie erwähnenswert, die sich dezent unter der Oberfläche hält, dennoch äußerst brutal werden kann.

    Die Handlung an sich ist ein Meisterstreich, weil King hier Gigantisches geleistet hat. Gefühlt hat er jedem Bewohner von Castle Rock einen Handlungsverlauf geschenkt, der sich um „Needful Things“ dreht, und nach und nach im Gesamtwerk zusammenläuft. Meiner Meinung nach hat er damit wieder gezeigt, dass er der absolute Meister seiner Zunft ist, und als Schicksalsfee in Castle Rock die Puppen tanzen lässt.

    "Was ist das eigentlich für eine Stadt, die sie hier haben, Deputy? Sämtliche Einwohner sind verrückt geworden." (S. 652)

    Kritik von meiner Seite aus gibt es kaum, und wenn, dann ist sie nicht dem Autor geschuldet. Ich habe festgestellt, dass mir Kings „Stadt-Geschichten“ weniger Spaß als andere Romane von ihm machen, obwohl das Wirbelstrom-Phänomen exzellent zu lesen ist.

    "Es hat einen Ausverkauf gegeben. Den größten Total-Ausverkauf, den Sie je erlebt haben ..." (S. 685)

    Alles in allem ist „In einer kleinen Stadt“ ein großartiger Roman von einem meisterlichen Autor, den man bei Interesse oder als Horror-Leser beim besten Willen nicht umgehen darf.

    Kommentare: 9
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    MellisBuchlebens avatar
    MellisBuchlebenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Horror vom Feinsten
    Horror vom Feinsten

    Mit der Einleitung befindet sich der Leser sofort mitten in Castle Rock, einem kleinen Ort. Es gibt das ganze Buch über Anspielungen auf andere Werke von Stephen King, was mich immer begeistert, weil ja alle Romane in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen und Bezüge untereinander immer wieder vom Autoren eingeflochten werden. Dies war auch hier der Fall und wurde in unserer Leserunde thematisiert und diskutiert. Gelesen habe ich das Buch gemeinsam mit anderen Bloggerinnen, die ich Euch am Ende dieser Rezension ebenso wie unsere Leserunde benenne und verlinke.

     
    Die Grundthematik des Buches - ein neuer Laden eröffnet in einer kleinen Stadt - ist so alltäglich, dass es Ideenreichtum und besondere Kreativität erfordert, hieraus eine solche Horrorgeschichte zu kreieren. Doch genau das gelingt Stephen King mit Bravour.
     
    Es gibt zahlreiche Protagonisten (eben sämtliche Einwohner des Städtchens), die allesamt in die Geschichte eingeführt und typisch für King detailliert charakterisiert werden. Normalerweise empfinde ich genau das in seinen Werken als etwas Besonderes und liebe es, weil jede Figur quasi zur eigenständigen Persönlichkeit herausgebildet wird. Es gibt mir immer das Gefühl, die Charaktere ewig zu kennen und ich leide in Kings Werken dadurch besonders mit ihnen mit. Hier war das auch so, allerdings gibt es so viele Personen, dass ich vor allem zum Ende hin zunehmend durcheinander gekommen bin. Ich musste immer kurz innehalten, um in Gedanken die Figurenkonstellation entlangzugehen und die jeweilige Figur zuordnen zu können. Trotzdem haben manche Protagonisten so herausgestochen, dass ich sie ganz besonders in mein Herz geschlossen habe. Hierzu gehören Brian und Polly mit ihren jeweiligen Familien/Freunden.
     
    Manche Leseabschnitte waren intensiv und ich musste beim Lesen viele verschiedene Gefühle wie Trauer, Mitgefühl, Spannung, Angst, Wut, Unsicherheit und Ungerechtigkeit kurz hintereinander aushalten.
     
    Die "kleinen" Streiche, die der wahre Preis für die Dinge sind, die die Einwohner bei "Needful Things" kaufen, werden im Laufe der Geschichte immer brutaler und heftiger, was den Spannungsbogen aufbaut und bis zum Schluss hochhält.
     
    Stephen King baut zum Finale hin jede Menge "Spezialeffekte" ein, die in meinen Augen besonders hervorzuheben sind.
     
    Insgesamt ist es mit seinen zahlreichen Protagonisten und der Detailliertheit meiner Meinung nach ein typisches Werk für Stephen King, das allerdings leider für mich persönlich einige Längen aufwies. Zum Ende hin hatte ich dann ein paar Probleme mit den vielen Figuren und bin leicht durcheinandergekommen. Trotzdem gehört dieses Buch für mich zu den Werken von Stephen King, die ich definitiv noch einmal lesen werde und in positiver Erinnerung behalte.

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    Unzertrennlichs avatar
    Unzertrennlichvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Kleinkrieg in einer Kleinstadt, der mal wieder die menschlichen Schwächen aufzeigt!
    Ein neuer Laden ...

    Ein neuer Laden eröffnet in der kleinen Stadt "Castle Rock" und die Bewohner der kleinen Stadt sind vollkommen aus dem Häuschen. Der kleine Brian wird schließlich der erste Kunde und hier wird bereits deutlich, dass die Baseballkarte, die er sich schon immer gewünscht hat, einen hohen Preis hat.



    Nach und nach strömt die halbe Stadt in den Laden. Leland Gaunt hat alles, was die Leute schon immer haben wollen, doch seine Waren sind nicht einfach zu bekommen. Die Menschen müssen einiges tun und schon bald versinkt die kleine Stadt im Chaos ...



    Als Leser lernen wir gefühlt die Hälfte der Bewohner von Castle Rock kennen. In anderen Büchern hätte mich diese Vielzahl von Charakteren wohl erschlagen, doch hier bekommt jede Person eine eigene Geschichte. Sei es die schüchterne Nettie, der zwielichtige Stadtratsvorsitzende Buster oder aber der Alkoholiker Hugh, der sein Leben endlich ändern will. Ich habe mich schnell gefühlt, als wäre ich selbst Teil von Castle Rock und würde die Personen ewig kennen.



    Auf fast 800 Seiten beschreibt King hier die unheimliche Geschichte eines Ladenbesitzers, der die Menschen gegeneinander ausspielt. Es passieren einige sehr erschreckende Dinge, die mich beim Lesen echt mitgenommen haben und es gab auch viele Momente, die mir regelrecht eine Gänsehaut verursacht haben.



    "In einer kleinen Stadt" ist hierbei wahrlich eine Gefühlsachterbahn. Einige Dinge fand ich sehr schlimm zu ertragen (Besonders die Sache mit Nettie, aber auch die mit Brian). An einigen Stellen musste ich tatsächlich weinen, an wiederum anderen lachen, da die Bilder, die hier stellenweise im Kopf entstehen schon voller Ironie und Humor sind.



    Stephen King hat hier mit Leland Gaunt einen ganz besonderen Bösewicht geschaffen. Ein Bösewicht, der die Schwächen der Menschen aufzeigt und eine Kleinstadt so ins Chaos stürzt ohne selbst Hand anlegen zu müssen. Für mich ist Gaunt damit einer der genialsten Charaktere, die ich in einem von Kings Werken jemals treffen durfte!



    Im übrigen treffen wir im Verlauf der Geschichte hier noch einige bekannte Personen. Obwohl mir ein Handlungsstrang nicht zu 100% Prozent zugesagt hat, muss ich doch sagen, dass durch die verschiedenen Perspektiven doch eine stetige Spannung vorhanden war. Als Leser hatte man das Gefühl, das gesamte Ausmaß betrachten zu dürfen. Jede Person wurde beleuchtet, jeder kleine und große Krieg miterlebt. Kein Horror im herkömmlichen Sinne, aber für mich war das Ende furchtbar erschreckend und unheimlich!

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    la_vies avatar
    la_vievor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Kleine Stadt - tiefe Abgründe.
    Mr. Gaunt weiß es am besten

    In einer kleinen Stadt, die auf den ersten Blick sehr friedlich zu sein scheint, lauern dunkle Abgründe.
    Mr. Leland Gaunt eröffnet einen neuen Laden, „Needful Things“,  in Castle Rock. In der kleinen verschlafenen Stadt eine absolute Sensation. Mr. Gaunt ist ein äußerst interessanter Mann, der für jedes Bedürfnis genau das richtige im Angebot zu haben scheint. Jedoch ist die Bezahlung mit Geld nur ein Teil des Handels, jeder Käufer verpflichtet sich dazu, seinen erworbenen Gegenstand auch noch mit einem Streich zu bezahlen, den er einem seiner Mitbürger spielen muss. Mit der Zeit kochen die Emotionen hoch und die Bürger der kleinen Stadt gehen – getrieben von Wut und der Angst, ihre neu erworbenen Schätze zu verlieren – aufeinander los, bis das absolute Chaos ausbricht.
    Ich bin kein großer Stephen King-Leser. Bisher haben mich seine Geschichten wenig überzeugt. Allerdings hat mir „In einer kleinen Stadt“ recht gut gefallen. Nach der Einleitung, bei der man sich immer wieder gefragt hat, wer oder was Mr. Gaunt eigentlich ist, kam ein wirklich interessanter Teil, wo die ersten Folgen der Bemühungen von Mr. Gaunt zu Tage traten.  Es war fast komisch zu lesen, welche kleinen Streiche eine solch enorme Wirkung auf die Opfer haben kann und wer wen hinter den Streichen vermutet. Natürlich steckt hinter der ganzen Sache etwas mehr als die natürliche menschliche Emotion, die man in einer solchen Situation empfinden würde. Mr. Gaunt scheint immer genau zu wissen, was die Menschen denken und was sie brauchen, um die nötige Motivation für ihre Taten aufzubringen. Beeindruckend fand ich die Vielfalt an Charakteren, die in der Geschichte vorkamen, die alle mehr oder weniger detailreich beschrieben wurden.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Monaten
    Eines seiner besten Bücher

    „In einer kleinen Stadt“ habe ich als Teenager das erste Mal gelesen und ich erinnere mich, dass ich schon damals arg geschockt war. Aber erst jetzt habe ich das Gefühl, das volle Ausmaß dieses Buches zu verstehen. Wie sehr Castle Rock außer Kontrolle gerät ist schon fast purer Wahnsinn. King spielt hier sehr mit der Dynamik, die es in jeder Kleinstadt oder in Stadtteilen von größeren Städten gibt. Nicht jeder mag jeden. Hinter dem Rücken wird getuschelt. Teilweise gibt es auch unverholene Feindseeligkeiten zwischen den Leuten aufgrund von Kleinigkeiten in der Vergangenheit. Wir alle kennen es in irgendeiner Form. Es ist einfach nur menschlich. Und King beweist hier erneut sein Talent dafür, Menschen zu verstehen und sie realistisch zu Papier zu bringen. Es ist einfach nur beeindruckend. Der Horror geht auch hier erneut von den Menschen selbst aus. Ihre Unberechenbarkeit, ihr Egoismus, ihre Fähigkeit so abgrundtief zu hassen, dass sie dabei jegliches Wissen um richtig und falsch ablegen, das alles sind Dinge, die mir persönlich mehr Angst machen als übernatürliche Monster und Dämonen.
    Was mir im Buch wirklich sehr gefallen hat war der Bezug zu einigen seiner anderen Werke. So ist Sheriff Alan Pangborn dabei, der dem Leser schon in Stark – The Dark Half begegnet ist. Auch „flogen die Sperlinge wieder“ und wir erfahren, was aus Thad Beaumont geworden war. Auch Hinweise auf Sheriff Bannerman in Cujo gab es, und ja, auf sowas stehe ich total.
    Für mich gehört In einer kleinen Stadt zu Kings besten Werken. Alan Pangborn ist ein wahnsinnig sympathischer Charakter und auch sonst sind einige Figuren dabei, denen man eigentlich nur gutes wünscht. Ich habe zum Lesen parallel das Hörbuch gehört, wenn mir die Zeit fehlte, mich mit dem Buch hinzusetzen. Es wird von David Nathan gelesen und er hat mir wieder einmal bewiesen, warum er für mich zu meinen deutschen Lieblingshörbuchvorlesern gehört. Grad Leland Gaunt trifft er absolut brilliant und bei den Szenen zwischen Alan und Sean musste ich aufpassen, dass ich nicht losweine.
    FazitIn einer kleinen Stadt ist ein beeindruckendes Buch, das man kaum noch aus der Hand legen möchte. Der reale Horror kommt hier erneut von den Menschen und nicht so sehr von Leland Gaunt. Besonders beim Showdown am Ende habe ich einiges mal vor lauter Spannung den Atem angehalten. Absolute Lese-Empfehlung und für King-Neulinge ein guter Einstiegsroman.

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    Livricieuxs avatar
    Livricieuxvor einem Jahr
    Man braucht einen langen Atem

    »Die Zeiten änderten sich, ebenso die Methoden; auch die Gesichter. Aber wenn die Gesichter ein Bedürfnis hatten, dann waren es immer die gleichen, die Gesichter von Schafen, die ihren Hirten verloren haben, und es war diese Art des Geschäftemachens, die ihm am meisten lag, bei der er sich vorkam wie der wandernde Hausierer von einst, nicht hinter einem eleganten Tresen mit einer Sweda-Registrierkasse, sondern hinter einem schlichten Holztisch, wo er das Wechselgeld aus einer Zigarrenkiste herausgab und ihnen immer wieder denselben Gegenstand verkaufte.« (S. 684)

    Kurz zum Inhalt
    In Castle Rock, einer verschlafenen Kleinstadt, die eingefleischte King Leser*innen bereits in und auswendig kennen dürften, eröffnet ein merkwürdiges Geschäft. Es trägt den Namen „Needful Things“ und keiner kann sich etwas darunter vorstellen. Trotzdem – oder gerade deswegen – wird der Laden rege besucht und jeder scheint das Ding seiner Träume zu finden. Doch in diesem Geschäft wird nicht nur mit Geld bezahlt, der Inhaber Mr. Leland Gaunt scheint die Sehnsüchte und Schwächen jedes Einzelnen genau zu kennen und so werden die begehrten Dinge mit Streichen bezahlt. Langsam aber sicher hetzt Mr. Gaunt die Einwohner von Castle Rock gegeneinander auf bis hin zum Supergau. Nur wenige scheinen gegen seinen Zauber immun zu sein…

    Wie war es denn nun?
    Nun, ich muss gestehen, dass ich ganz lange nicht so recht wusste, was ich von dieser Geschichte halten soll. Ehrlich gesagt, weiss ich es noch immer nicht so genau und so ganz an etwas fest machen, kann ich dieses Gefühl auch nicht. Aber beginnen wir mal mit einigen Dingen, die ich sehr gerne mochte.

    Und dazu zählen mit Sicherheit Stephen King’s Schreibstil. Ich mag es manchmal ganz gerne, wenn zur eigentlichen Geschichte auch noch ein wenig Hintergrund geboten wird. Gut das „ein wenig“ ist in diesem Buch auf ein „ein bisschen arg viel“ angewachsen, aber nichts desto trotz vermag es King durch diese Hintergrundinformation ein sehr lebendiges und atmendes Bild von dieser verschlafenen Kleinstadt zu zeichnen. Und das ist mir allemal lieber, als wenn einfach alles blass bleibt. Dann quäle ich mich auch einmal durch über 330 Seiten Vorgeschichte und eine Unmenge an Charaktere. Ja, bis der gute Herr dann mal zur Sache kommt, ist beinahe die Hälfte des Buches um. Und ja, irgendwie hat mich das auch genervt. Aber nur bis ich die zweite äusserst rasante und spannende Hälfte gelesen hatte und verstand, warum all dieses Vorgeplänkel nötig war. Denn eines muss man Stephen King wirklich lassen, er versteht es zu (be)schreiben, ein kleines, feines Netz aus Andeutungen und Ungereimtheiten zu weben und den/die Leser*in so immer wieder den Atem anhalten und denken zu lassen: „Jetzt, auf der nächsten Seite geht es los.“ Was es dann natürlich nicht tut, aber ihr versteht, was ich meine.

    »Er blickte mit zärtlich liebenden Augen auf die Stadt hinaus. Noch war es nicht seine Stadt, aber sie würde es bald sein. Er hatte bereits ein Pfandrecht auf sie. Sie wussten es noch nicht – aber sie würden es erfahren. Sie würden es erfahren.« (S. 403)

    Wie gesagt, über gewisse Längen und endloses Vorgeplänkel kann ich auch mal grosszügig hinwegsehen, wenn ich dafür am Ende mit ganz viel Spannung und unerwarteten Wendungen belohnt werde. Was mich aber wirklich gestört hat an diesem Buch war das diffuse Thema. Mal hatte ich das Gefühl es ging um Habgier, mal um Rache und wieder ein andermal um die tiefsten Sehnsüchte und Ängste der Charaktere. Wahrscheinlich ging es um all diese Themen gleichermassen, aber da ich es nicht so recht zufassen bekam, machten die einzelnen Geschichten für mich lange einen sehr unzusammenhängenden Eindruck.
    Überhaupt hatte ich manchmal etwas das Gefühl, dass Stephen King unglaublich viele Ideen hatte, die er auch noch irgendwie in dieses Buch packen wollte. Besonders die Geschichte um Frank Jewett und George T. Nelson empfand ich als absolut überflüssig, sie trug weder etwas zur Gesamthandlung bei noch wäre sie nötig gewesen. Die beiden Männer kamen auch nur gerade in ihren wenigen Szenen vor. Da hätte man gut und gerne 30 Seiten einsparen können. Und ich könnte noch ein paar weitere aufzählen.


    Meine vollständige Rezension gibt es auf meinem Blog livricieux.wordpress.com zu lesen.

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    Insomnia1106s avatar
    Insomnia1106vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Pures Lesevergnügen. Kann man mit oder ohne die restlichen Castle-Rock Bücher lesen.
    Würdest du etwas kaufen?

    Eine etwas andere Kleinstadt mit einem sehr mysteriösen Laden. Mal wieder ein ganz toller King. Ich habe das Buch gelesen ohne Vorkenntisse der anderen Castle-Rock Bücher und es ging einwandfrei. Lasst euch nicht von der Seitenzahl abschrecken, es ist ein spektakuläres Buch und die Story baut sich Seite um Seite immer mehr auf. Was für eine Geschichte!

    Worum geht es?
    Eine Kleinstadt gerät außer Kontrolle

    Der Zugereiste Leland Gaunt eröffnet den Laden „Needful Things“. Die Kunden finden dort Raritäten, mit denen sie ihre geheimen Sehnsüchte und Wünsche erfüllen. Aber alles hat seinen Preis: Neben einer symbolischen Bezahlung verlangt Leland von ihnen, anderen Einwohnern harmlose Streiche zu spielen. Bald schon eskaliert der Spaß, und in Castle Rock herrscht das blanke Chaos ...

    Das Buch kann definitiv überzeugen. Es zeigt, wie schnell sich eine kleine Stadt verändern kann. Wie leicht sich Leute manipulieren lassen und wie Trickreich ein einzelner Mann doch sein kann.

    Pures Lesevergnügen!

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    PaulaAbigails avatar
    PaulaAbigailvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das Leben in der Kleinstadt Castle Rock und Streiche mit tödlichem Ausmass. Ein unglaublich guter (und umfangreicher) Stephen King.
    Mr.Gaunt weiss es am besten

    Mal wieder einen Stephen King; das konnte ich nach den letzten paar Büchern gut gebrauchen, die dann irgendwie doch ein bissi schwer im Magen lagen. Also habe ich beschlossen ein weiteres Buch aus dem Castle Rock-Zyklus zu lesen, da mir die bisherigen immer gut gefallen haben.

    "Wenn du mit mir Geschäfte machst", sagte Gaunt und hob den Arm zum Wurf, "dann darfst du zweierlei nicht vergessen: Mr. Gaunt weiss es am besten - und der Handel ist erst abgeschlossen, wenn Mr. Gaunt sagt, dass der Handel abgeschlossen ist." (S.310)

    In der kleinen Stadt eröffnet ein suspektes neues Geschäft: Needful Things. Die Anwohner sind neugierig und wagen sich langsam vor, sind dann auch alle entzückt von Mr. Gaunt und seinen Waren. Doch bei Mr. Gaunt wird nicht mit Geld bezahlt, denn viel zu oft ersteigert jemand ein Schmuckstück für wenig Geld; sei es eine Original-Sonnenbrille von Elvis, eine wertvolle Angel oder eine schwarze Perlenkette. Bei Mr. Gaunt wird mit Streichen Geschäfte gemacht; und so hetzt der Ladenbesitzer von Needful Things, Mr. Gaunt, die Leute gegeneinander auf bis zum Supergau.

    Er blickte mit zärtlich liebenden Augen auf die Stadt hinaus. Noch war es nicht seine Stadt, aber sie würde es bald sein. Er hatte bereits ein Pfandrecht auf sie. Sie wussten es noch nicht - aber sie würden es erfahren. Sie würden es erfahren. (S.403)

    Lange Zeit hatte ich Vorurteile; ich dachte mir Stephen King wäre Schrott, weil wie kann es denn möglich sein, dass ein Mensch so viele Ideen hat und die dann in eine richtig gute Story umsetzen kann? (Paulo Coelho beispielsweise kann das ja nicht; um es in Denis Schecks Worten aus einer druckfrisch -Sendung zu sagen "Doof bleibt doof. ") Wie dem auch sei: Stephen King kann es tatsächlich! Ich habe angefangen seine Bücher zu lesen als ich wegen einer schlimmen Nierenbeckenentzündung für mehrere Wochen ans Bett gefesselt war und ich war noch jedes Mal begeistert, mal mehr, mal weniger. Aber das hier, das ist wirklich eines der ganz Guten! Einen Stern Abzug hat es bekommen, weil ich mal wieder Kings unglaublich dicke Schinken verflucht habe. 880 Seiten, geht's noch? Aber der Inhalt war dafür richtig gut und lesenswert (und meine Schulter schmerzt noch, weil ich das Buch den ganzen Tag in Salzburg mit mir rumgeschleppt habe). Stephen King ist und bleibt der Meister.

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    Hamlets_Erbins avatar
    Hamlets_Erbinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Beeindruckende Darstellung einer Kleinstadt und ihrer Menschen, sowie eine Reflexion über die menschliche Gier.
    Anspruch & Unterhaltung

    "Ärger und Zwistigkeiten entstehen zumeist aus ganz gewöhnlichen Umständen,..." (S.12)

    Man tut Stephen King unrecht, wenn man ihn allein auf seine Fähigkeit, Horrorgeschichten zu ersinnen, reduziert. Dieser Mann ist ein Chronist des amerikanischen Kleinstadtlebens und was wäre das amerikanische Kleinstadtleben anderes als die Quintessenz jeden menschlichen Zusammenlebens?

    In diesem Roman kommt nun also der Teufel in die Stadt und eröffnet ein Geschäft. Und schon kurz nach der Eröffnung stehen die braven Bürger Schlange, um das zu kaufen, was sie schon immer haben wollten. Der Preis ist dabei völlig egal, solange nur das Bedürfnis befriedigt wird.

    King nutzt seine Geschichte, die gewohnt spannend gestaltet ist (die Übersetzung weist allerdings einige Schwächen auf), um die typisch menschlichen Schwächen wie Neid, Gier, Eifersucht, Schadenfreude und Streitlust darzustellen. Außerdem zeigt er auf, wie leicht sich der Mensch verführen lässt, wie schnell aus Wünschen Obsessionen werden können und wie dünn die Decke der Zivilisation letzten Endes ist.

    Fazit: Eine perfekte Mischung aus Anspruch und Unterhaltung. 

    "Der Preis...steigert den Wert - jedenfalls in den Augen des Käufers." (S.666)

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    Wortmagies avatar
    Wortmagievor 2 Jahren
    Pervertierte Kleinstadtidylle

    „In einer kleinen Stadt: Needful Things“ von Stephen King habe ich mir vorgenommen, weil mein Bauch so laut danach schrie, dass ich seinen Wunsch nicht ignorieren konnte. Ich weiß nicht, warum er plötzlich von heute auf morgen der Ansicht war, dass die Zeit ausgerechnet für dieses Buch gekommen sei, war aber gern bereit, mich darauf einzulassen. Meinen letzten King hatte ich im Juli 2015 gelesen; es handelte sich um „Stark: The Dark Half“. Beide Romane werden dem Castle-Rock-Zyklus zugeordnet, wobei „In einer kleinen Stadt“ passenderweise chronologisch nach „Stark“ angesiedelt ist. Ursprünglich plante King, den Zyklus mit diesem Werk abzuschließen, kehrte in den folgenden Jahren allerdings doch mehrfach nach Castle Rock, die fiktive Kleinstadt im Westen Maines, zurück.

    In einer kleinen Stadt wie Castle Rock ist die Eröffnung eines neuen Geschäfts eine mittlere Sensation. Natürlich würde es niemals jemand zugeben, aber als an der Main Street eine schöne grüne Markise angebracht wird, ergreift eine Atmosphäre mühsam im Zaum gehaltener Neugier die Stadt. »Needful Things« steht auf dem Schild an der Tür. Der Inhaber ist Leland Gaunt, ein Fremder von außerhalb. Er verspricht eine völlig neue Art von Laden und er hält Wort: bei »Needful Things« gibt es alles, was das Herz begehrt – zu Spottpreisen. Geld scheint Mr. Gaunt nicht besonders wichtig zu sein. Stattdessen erwartet er von seinen Kund_innen als Teil der Bezahlung, dass sie ihren Nachbar_innen kleine Streiche spielen. Was ist schon dabei? Doch der harmlose Spaß entwickelt sich unaufhaltsam zu tödlichem Ernst, die Situation gerät außer Kontrolle und Castle Rock stürzt ins Chaos. Werden einige wenige aufrechte Bürger_innen ausreichen, um die Stadt zu retten?

    Ich bin ein bisschen perplex. „In einer kleinen Stadt“ hat meine Erwartungen weit übertroffen. Nicht hinsichtlich des Inhalts, denn diesen schätzte ich bereits vor der Lektüre als gewohnt aufregend und unheimlich ein, sondern hinsichtlich des Schreibstils. Stephen King hat irgendetwas verändert. Anscheinend hat er an ein paar Schräubchen gedreht, denn dieses Werk ist der erste und bisher einzige Roman aus seiner Feder, der meine Aufmerksamkeit ungebrochen zu fesseln vermochte. „In einer kleinen Stadt“ weist keinerlei Längen auf. Es ist durchgehend spannend. Für mich ist das eine kleine Sensation, denn ich war fest darauf eingestellt, es wieder einmal mit einigen zähen Passagen zu tun zu bekommen, durch die ich mich würde durchbeißen müssen. Vielleicht lag es daran, dass ich wirklich aus tiefstem Herzen Lust auf dieses Buch hatte, vielleicht hat King mehr Wert auf einen konstanten Spannungsbogen gelegt – was immer es war, „In einer kleinen Stadt“ hielt mich pausenlos in Atem, obwohl sich die Handlung recht gemütlich entfaltet. Es beginnt harmlos: »Needful Things« eröffnet in Castle Rock und Mr. Gaunt bemüht sich rührend, die sehnlichsten Wünsche aller Bewohner_innen der Stadt zu erfüllen. Dass Gaunt keineswegs ein wohltätiger Samariter und Geschäftsmann ist, lässt King erst nur anklingen. Ein bedrohlicher Blick hier, ein gemurmeltes Wort da, ein Händeschütteln, das Abscheu auslöst. Er vermittelt seinen Leser_innen subtil, dass Misstrauen angebracht ist und bringt sie dadurch in die für Horrorgeschichten typische, den Figuren überlegene Position. Ich konnte beobachten, wie die Bürger_innen von Castle Rock der Gier nachgaben und Mr. Gaunt auf den Leim gingen; ich wollte ihnen zurufen, sich nicht auf diesen aalglatten Händler einzulassen und spürte lebhaft, wie sich die Spirale des Terrors zuzog und sich die Ereignisse bis zur Eskalation zuspitzten. Meiner Meinung nach haben die Menschen in Castle Rock zwei bedeutende Schwachstellen, die King Gaunt perfide ausnutzen ließ: ihre Habsucht und ihre Streitigkeiten untereinander. Gaunt spielt meisterhaft auf der Klaviatur der Kleinstadt-Fehden und hetzt alle Akteure geschickt gegeneinander auf, sodass am Ende er allein als Profiteur dasteht. Er treibt jeden noch so kleinen schwelenden Zwist auf die Spitze und bedient sich dabei (zumindest anfangs) erstaunlich zurückhaltender Mittel. Es überraschte mich, wie wenig nötig ist, um die Konflikte gottesfürchtiger, anständiger und strikt bürgerlicher Leute in hässliche Gewalttätigkeiten ausufern und eine ganze Stadt in Anarchie versinken zu lassen. Natürlich kann eine derartige Situation nicht für alle Beteiligten glimpflich ausgehen. Ich fand, dass Stephen King sehr hart mit seinen Figuren ins Gericht geht und sie für ihre Fehler bitter bestraft. Besonders in einem Fall wünschte ich mir vergeblich, dass er Nachsicht und Gnade walten ließe. Trotz dessen verstehe ich, warum er streng war, niemanden davonkommen und sie alle leiden ließ. Castle Rock musste geläutert werden. Läuterung verlangt nach Schmerz.

    Mir gefiel „In einer kleinen Stadt“ hervorragend. Es ist eine mitreißende Geschichte von Gier, Bedürfnissen und Manipulation, die das Klischee der Kleinstadtidylle auf faszinierende Weise pervertiert. Obwohl Stephen King das eine oder andere übernatürliche Elemente einarbeitete, sind es in Wahrheit doch wieder einmal die Abgründe der menschlichen Psyche und Natur, die das Grauen dieses Buches prägen. Man stelle sich vor, alle Fehden einer kleinen Stadt würden mit einem Schlag eskalieren, aus welchem Grund auch immer – das Ergebnis ist den Geschehnissen nicht unähnlich, die King für „In einer kleinen Stadt“ so farbenfroh beschreibt. Lässt man das Übernatürliche weg, ist seine Schreckensvision unwahrscheinlich, aber dennoch vorstellbar und genau das ist der Grund, warum ich ihn als Autor unheimlicher Geschichten schätze. Er hat erkannt, dass wir Menschen selbst die furchteinflößende Quelle unseres Horrors sind. Vielleicht ist die schützende Schicht namens Zivilisation, die unsere Triebe unter Verschluss hält, um einiges dünner, als wir glauben möchten.

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