Das war mal ein besonderer Read!
Das Cover mit seiner gemäldeartigen Gestaltung hat mir richtig gut gefallen und auch der Klappentext hatte mich - obwohl das Thema Kochen nicht gerade meine persönliche Parade-Kür ist *hüstel* - neugierig gemacht. Schräge Erlebnisse aus der Gastronomie und zu jeder Erzählung noch ein passendes Rezept (denn mal von der Zubereitung abgesehen - den Verzehr schaffe ich immer prima, hihi) - das klang nach einer ziemlich außergewöhnlichen Lektüre.
Die einzelnen Geschichten sind sehr speziell und eigenwillig und haben teilweise einen ganz eigenen, skurrilen Humor, der sich bereits in den kreativen Kapitelüberschriften widerspiegelt ("Der Tanz der Schlachter", "Ich bin der Fischmensch", "Die Bratwurstpalme", "Der Hummer, Cohn-Bendit und ich", etc.). Ich war immer vorab schon gespannt, was mich wohl erwarten würde.
Allerdings muss ich gestehen: Für mich wurden es nicht ganz die im Klappentext angekündigten "Geschichten zum Genießen". Ich hatte mir die Erzählungen einfach etwas amüsanter und definitiv leichter vorgestellt. Einige Stories konnten mich durchaus unterhalten, andere waren mir stellenweise zu derb und einfach nicht mein Geschmack. Und genau da sind wir auch schon bei der perfekten Anspielung: Geschmackssache ist eben Geschmackssache.
Rein sprachlich fand ich die Texte interessant - gerade die mitunter sehr bildhaften Beschreibungen und die ungewöhnlichen Ideen zeigen, dass hier jemand schreibt, der die Welt der Gastronomie wirklich kennt und mit viel Leidenschaft über Essen, Köche und die unterschiedlichsten kulinarischen Erlebnisse erzählt.
Besonders cool fand ich die Idee, zu jeder Geschichte ein passendes Rezept mitzuliefern. Das hat das Buch für mich noch einmal zu etwas Besonderem gemacht und ist ein klarer Pluspunkt. Einige der Rezepte haben mich dabei tatsächlich mehr angesprochen als manche der Geschichten selbst.
Insgesamt war dieses Buch für mich also ein kleiner Ausflug abseits meiner üblichen Genres. Ich bin froh, es ausprobiert zu haben, aber ich habe dabei auch festgestellt, dass ich mich in meinen gewohnten Genres vermutlich doch etwas wohler fühle.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ideal für Leserinnen und Leser mit einer großen Begeisterung für Kulinarik und einem Faible für eigensinnig-skurrile Geschichten.



























