Stevan Paul Der große Glander

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Inhaltsangabe zu „Der große Glander“ von Stevan Paul

Der junge Künstler Gustav Glander wird im New York der 1990er-Jahre zum Star der Eat-Art-Bewegung. Seine kulinarisch geprägten Arbeiten und Aktionen sind spektakuläre Inszenierungen und treffen den Nerv der Zeit, Kritiker und Sammler stürzen sich auf die Werke des schweigsamen Deutschen. Doch der Erfolg bereitet ihm Unbehagen. Nach einem Flug in die Heimat verschwindet Glander. Spurlos. Zwölf Jahre später: Ein Restaurant in Hamburg. Es herrscht Hochbetrieb in Küche und Service. Im Speiseraum sitzt auch der bekannte Kunstkritiker Gerd Möninghaus. Dem kommt einer der anderen Gäste seltsam bekannt vor. Zu spät fällt Möninghaus ein: War das etwa Glander? Als kurze Zeit später bislang unbekannte Skizzen des verschollenen Künstlers in der Redaktion auftauchen, beginnt der engagierte Journalist zu recherchieren. Seine Suche führt ihn von Hamburg nach New York, nach St. Moritz, an den Bodensee und ins Allgäu – und er macht dabei eine überraschende Entdeckung. Stevan Paul geht in seinem ersten Roman »Der große Glander« der Frage nach, was Essen zur Kunst macht. Er erzählt von der Liebe, vom Heimkommen und von der Freiheit, sich immer wieder selbst neu erfinden zu können. Herausgekommen ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Sorgfalt und das Authentische, eine Liebeserklärung ans Kochen – und ein großer Spaß.

Die ist ein sehr gut recherchiertes kulinarisches Buch! Geschrieben von jemandem, der sich auskennt - und schreiben kann! Go! Buy!

— Lokalverstaerkung

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  • Ein großartiger kulinarischer Roman!

    Der große Glander

    Lokalverstaerkung

    15. November 2016 um 10:19

    Kulinarische Bücher: gibt es viele! Gut geschriebene kulinarische Bücher? Gibt es wenige. Sehr wenige! Dieses hier ist ein sehr gutes kulinarisches Buch.Vielleicht liegt es daran, dass sich in diesem Buch um die beiden Themen dreht, die mir wichtig sind: die Kunst und das Kochen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich den Gustav Glander, über den Stevan Paul hier schreibt, irgendwie ganz sympathisch finde. Aber ganz sicher liegt es daran, dass das Buch einfach ein sehr gutes Buch ist, geschrieben von jemandem, der weiß, was er schreibt und vor allem, wie man es schreibt. Stevan Paul ist gelernter Koch, Essenschreiber, Foodstylist, Kochbuchautor und Verfasser von nutriculinary einer der besten und meist gelesenen FoodBlogs in Deutschland.Es geht hier also um Kunst - und eben um das Kochen. Es würde vielleicht ein bisschen überraschen, wenn Stevan Paul eine Abhandlung über, sagen wir, Kathodenstrahlozilloskope schreiben würde. Wobei: das könnte er wahrscheinlich auch. Es geht in seinem ersten Roman aber auch um Familie, um Männerfreundschaften, um Kunst (Eat-Art, um genau zu sein), um den Sinn des Lebens, um die Liebe, um das Essen und das Kochen. Um die Wertschätzung eines guten Gerichtes, das mit guten Zutaten hergestellt wird. Es geht um das alles verbindende Element Essen. Und: es geht auch immer mal wieder um Musik.Kulinarisch gesehen - und das überrascht natürlich kein bisschen - ist das Buch voll auf der Höhe der Zeit. Wir lesen von Mandarinen-Espuma mit Wodka und Wakame-Algen. Norwegische Garnelen in Meersalzbutter aus dem Fichtenrauch. Jakobsmuschel mit Dillblütenschaum und geröstete Fenchelsamen. Es geht ums Fermentieren, und um den selbst gemachten Fischfond. Kaffee kommt natürlich nicht aus der Nespressomaschine, sondern wird handgefiltert. Porzellanfilter, klar, oder? Und natürlich nicht irgendein Kaffee, sondern Jamaica Blue Mountain. Und ist da aber auf der anderen Seite auch die zeitlose schwäbische Küche: Maultaschen mit Hackfleisch-Spinat-Füllung. Saure Linsen mit Spätzle und Saitenwürschtle. Zopfbrot mit Butter und „Erdbeer-Gsälz“. Träubleskuchen. Und natürlich Wurstsalat. Stevan Paul ist übrigens gebürtiger Schwabe, die schwäbische Küche ist für ihn ein Heimspiel.Musik gibt es auch. Reichlich. Sie taucht in Textzitaten auf und ergänzt so sehr schön die Stimmung dieses oder jenen Momentes.Allgegenwärtig sind die vielen kleinen Monologe über das Essen, das Kochen, das Genießen. So vergleicht Glanders New Yorker Galerist die Kunst mit dem Kochen: Kochen sein eine Kunst. „Wer kocht, erschafft etwas, etwas Neues, wer kocht, schafft ein Statement, eine Aussage, etwas, dass die unterschiedlichsten Deutungen zulässt – und ich rede hier nicht über schmeckt oder schmeckt nicht.“Und da wäre auch noch der Schlachtermeister aus New York, der sagt, dass „wir dafür sorgen sollten, dass die Tiere nur einen schlechten Tag im Leben haben.“ Er sorge dafür, den schlechten Tag immer mit dem größten Respekt und gebotener Eile zu beenden. WORD!Es geht in diesem Buch um eine Haltung zum Essen, es geht um die richtige Zubereitung des Essens mit den richtigen Zutaten. Es geht um den Geschmack von gutem Brot, oder einer Sauce, die nicht aus der Tüte kommt. Oder wie Gustav Glander es zusammenfasst: „Sehr gutes Essen verbindet uns, bringt uns zusammen, es macht neugierig. Genuss schafft Kultur, Gemeinsamkeit.“Die Optik des Buches muss sich übrigens hinter dem Inhalt nicht verstecken – im Gegenteil: das Buch präsentiert sich in einem satt-türkisfarbigen Leineneinband mit weißer Prägung und rotem Lesebändchen – und die schöne und gut lesbare Typo für den Fließtext ist von Friedrich Althausen – und hat natürlich auch was mit Essen zu tun – sie heißt: Vollkorn.

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