Blutmühle

Cover des Buches Blutmühle  (ISBN: 9783945744260)
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Inhaltsangabe zu "Blutmühle "

Aus dem erstes Kapitel
Doch momentan ließ der Essensduft seinen Magen so laut knurren, dass er das Geläut jeder Kirchenglocke übertönt hätte.
Franziska schmeckte nämlich nun die Suppe mit etwas Salz ab und füllte für jeden ihrer Gäste eine Schüssel mit der dampfenden köstlichen Flüssigkeit. Keiner der beiden Handwerksgesellen konnte sich erinnern, wann er zum letzten Mal eine so köstliche Bohnensuppe gesehen hatte.
„Ich wünsche einen gesegneten Appetit, Ihr Herren.“
Mit diesen Worten nahm Franziska ebenfalls am großen Tisch Platz. Christian nickte ihr zu und griff zum Löffel, aber Leberecht fiel ihm in den Arm.
„Hast du nicht etwas vergessen?“
Christian wusste zunächst nicht, was sein Gefährte meinte. Er konnte es kaum abwarten, seinen Löffel in die heiße Suppe zu tauchen. Doch gleich darauf fiel es ihm ein. Schließlich wusste er ja inzwischen zur Genüge, was für ein gläubiger Mensch sein Freund war.
„Das Tischgebet“, rief Leberecht anklagend, dann wandte er sich an die Witwe. „Ich bin sicher, dass Ihr es uns vorsprechen wollt, Frau Bartel.“
Zum ersten Mal seit der Begrüßung verdüsterte sich die Miene der Müllerin. Es schien ihr gar nicht zu behagen, mit ihren Gästen beten zu müssen. Es entstand ein Moment des unangenehmen Schweigens, während die Bohnensuppe dampfend auf dem Tisch stand. Doch dann senkte die schöne Frau ihren Blick, faltete ihre Hände und murmelte leise ein Vaterunser. Sie stockte mehrfach; vermutlich stand sie nicht in so einer intensiven Zwiesprache mit Gott wie Leberecht es tat. Endlich hatte sie die kurze Anrufungsformel hinter sich gebracht.
„Gesegnete Mahlzeit“, sagte Christian laut und nickte seiner schönen Gastgeberin dankbar zu. Leberecht schwieg, denn der Widerwillen seiner Gastgeberin gegenüber dem Gebet war ihm nicht entgangen. Sein ohnehin schon vorhandenes Misstrauen wurde dadurch noch stärker befeuert. Doch er hielt sich mit seinen Bemerkungen einstweilen zurück.
Die beiden Handwerksgesellen aßen mit dem heiligen Ernst von Männern, die nicht wissen, wann sie die nächste warme Mahlzeit erhalten werden. Franziska Bartel schien den kurzen Moment der Irritation schon wieder vergessen zu haben.
„Zwei so starke Männer sind doch gewiss auch durstig“, sagte die Müllerwitwe scherzend und brachte einen Krug Bier auf den Tisch. Gleich darauf schenkte sie Christian und Leberecht jeweils einen großen Humpen ein. Der kräftige Wandergeselle trank ihr sofort zu und wischte sich den Schaum von den Lippen. Doch sein schmächtiger Kumpan ließ das Bier stehen und warf Franziska Bartel einen misstrauischen Blick zu.
„Und Ihr lebt wirklich ganz allein hier, Frau Müllerin?“
„Weshalb fragt Ihr?“

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783945744260
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:210 Seiten
Verlag:rouven-finn Verlag
Erscheinungsdatum:12.02.2016

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