Steve Ayan

 3.7 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Hilfe, wir machen uns verrückt!, Lockerlassen und weiteren Büchern.
Steve Ayan

Lebenslauf von Steve Ayan

Steve Ayan wurde 1971 in Berlin geboren. Er studierte Psychologie, Literaturübersetzen und Wissenschaftsjournalismus. Seit 2003 arbeitet er beim Verlag Spektrum der WIssenschaft in Heidelberg, wo er heute die Redaktion von "Gehirn und Geist" leitet.

Alle Bücher von Steve Ayan

Hilfe, wir machen uns verrückt!

Hilfe, wir machen uns verrückt!

 (4)
Erschienen am 01.10.2012
Lockerlassen

Lockerlassen

 (2)
Erschienen am 19.12.2016
Ich und andere Irrtümer

Ich und andere Irrtümer

 (0)
Erschienen am 20.04.2019

Neue Rezensionen zu Steve Ayan

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Rezension zu "Lockerlassen" von Steve Ayan

Warum wir nicht alles zerdenken sollten
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

„Warum weniger denken mehr bringt“ lautet der Untertitel und beschreibt recht gut den Inhalt dieses Buches. Allerdings geht es dem Autor nicht darum, sich generell gegen das Denken auszusprechen. Es gibt Situationen, in denen es wichtig und sinnvoll ist, aber eben auch solche, in denen wir uns keinen Gefallen tun, wenn wir sie allzu lange durchdenken. Wer schon einmal in grüblerische Selbstzweifel verfallen ist und weiß, wie schwer es ist, sich daraus wieder zu befreien, dürfte dies aus eigener Erfahrung bestätigen können. Außerdem hinterfragt Steve Ayan den Trend zu mehr Bewusstsein im Tun und Handeln. Liegt daran wirklich der Weg zur Glückseligkeit oder ist es manchmal besser, sich selbst für eine Weile zu vergessen?


Von Zufällen, Intuition und geistigem Leerlauf


Dass sich das Leben nicht komplett im Kopf durchplanen lässt, dürfte den meisten einleuchten. Oft sind es gerade die Zufälle, die eine entscheidende Änderung bewirken. Außerdem lernt der Körper oft am besten, wenn die Aufmerksamkeit nicht auf den konkreten Bewegungen liegt. Der Autor erklärt dies am Beispiel eines Klavierspielers, der nicht etwa daran denkt, wann er welchen Finger wohin setzen muss, sondern sich die Partitur vor Augen führt. Auch gibt es Situationen, in denen unsere Intuition uns weiterbringt als jedes Grübeln. Nicht zuletzt geht es um das Glückspotential, das darin liegt, geistig loslassen zu können und mit dem eigenen Tun zu verschmelzen. Im Anhang gibt es einige Listen, die daran erinnern, in welche Denkfallen wir gerne tappen, welche Gedanken wir besser loslassen sollten und wie wir unser Denken im Notfall in die Schranken weisen können.


Anschaulich und leicht verständlich


Steve Ayan erklärt den Ursprung seiner Theorien sowie den aktuellen Forschungsstand auch für Laien verständlich und veranschaulicht seine Ausführungen mit aus dem Leben gegriffenen Beispielen sowie Erläuterungen zu diversen Experimenten. Das ist kurzweilig und informativ, zumal der Autor an passender Stelle betont, dass es ihm nicht darum geht, sich per se gegen das Denken auszusprechen. „Lockerlassen“ ist kein Plädoyer für Gedankenlosigkeit, sondern dafür, unseren Geist dann zur Ruhe kommen zu lassen, wenn uns Grübeleien nicht weiterbringen.

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SA-M-Ts avatar

Rezension zu "Lockerlassen" von Steve Ayan

Wenn wir nichts tun, tun unser Gehirn oft das Entscheidende.
SA-M-Tvor 2 Jahren

In unserer Zeit zu leben ist auf vielen Gründen nicht mehr ganz einfach. Da ist zum einen die politische Veränderung. Auf der anderen Seite ist es aber auch dieser Zwang, das Leben mit allen Mitteln und bestmöglich, wenn nicht gar gewinnbringend zu meistern. Scheitern ist keine Option mehr und einfach in den Tag hineinleben schon gar nicht. Steve Ayan befasst sich mit dem Thema Denken, bzw. Denkzwang und erläutert die Wege, die dorthin führen, aber auch von dort wieder hinaus. So definiert er fünf Säulen der Selbstvergessenheit, die dem Menschen helfen, wieder mehr er selbst zu sein, bzw. mehr auf das zu vertrauen, was aus dem Innersten kommt.
Serendipität, Embodiment, Intuition, Default-Modus, Epiphanie – was die Wörter im Detail zu bedeuten haben, lässt sich im vorliegenden Buch nachlesen.

**************
Ein paar schöne Sätze aus dem Buch:

„Emotional intelligent zu sein, bedeutet keineswegs immer gut drauf zu sein, sondern Mut zum Unmut zu haben.“

„Es gibt nicht den einen Sinn des Lebens. Es gibt viele.“

„Die Absicht, dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten.“

„Niemand kann aus seiner Haut, aber jeder kann es sich darin ein wenig bequemer machen.“

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Hilfe, wir machen uns verrückt!" von Steve Ayan

"Psychologie taugt nicht als Ersatzreligion." (S. 17)
R_Mantheyvor 3 Jahren

Dieses Buch haben wir Jutta zu verdanken. Jutta war gemeinsam mit dem Autor in einem Seminar zu sich selbst unterwegs. Wahrscheinlich graute es dem Autor vor Juttas Eifer, und so beschloss er, ein Buch über den Seelenzustand der modernen Gesellschaft zu schreiben, in der der Psychokult immer mehr um sich greift.

Auf den ersten Blick ein lohnendes Thema von sicher großem Interesse. Aber auch ein schwieriges, wenn man etwas mehr darüber nachdenkt. Wo liegt die Grenze zwischen gefühlten oder eingebildeten seelischen Problemen und tatsächlichen?

Vor nicht allzu langer Zeit verschwieg man seine Seelennöte, heute dagegen ist man ein fast schon ein Held, wenn man seinen Burnout öffentlich macht. Was für die Betroffenen erleichternd wirkt, macht auf der anderen Seite die Gesellschaft insgesamt empfänglicher für die Selbstdurchleuchtung nach eventuellen psychischen Störungen. Das nutzen geschäftstüchtige Seelenheiler clever aus. Sie erfinden neue Begriffe und Krankheiten. Und wenn solch eine vermeintliche Störung erst einmal die Namenstaufe hinter sich hat, ist sie auf der Welt, obwohl nur ein Begriff erfunden wurde.

In diesem Buch geht es vorrangig um solche und andere Tricks, die uns in die Psychofalle locken sollen. Es gliedert sich in drei Teile. "Im ersten geht es um die Gesellschaft, in der wir leben, um die Inflation der Seelennöte und um die Frage, warum wir so ein Problem damit haben, Probleme zu haben. Der zweite Teil handelt von der Psychologie als Wissenschaft und erklärt, warum wir so anfällig für Legenden sind. Der dritte Teil schließlich schildert die Folgen des Psychokults im Alltag..."

Der Text ist sehr gut geschrieben und entsprechend leicht lesbar. Allerdings lässt die Spitzigkeit des Autors im zweiten Teil leicht nach. Und schließlich macht das Buch mit seinen Lesern etwas, was in ihm selbst als problematisch für die menschliche Psyche erkannt wurde: Es entlarvt Tricks, die manche Menschen für die Lösung ihrer Probleme hielten, setzt aber an diese Stelle keine neuen Angebote. Das kann - wie im Text beschrieben - in einer problembeladenen Seele durchaus Unbehagen erzeugen.

Den Inhalt der einzelnen Kapitel näher zu beschreiben ist nahezu unmöglich, da die Bandbreite der Themen einfach zu groß ist. Gelegentlich schießt der Autor auch etwas übers Ziel hinaus oder verstrickt sich unbemerkt in Widersprüche. Nicht alles, was die sogenannte alternative Szene lehrt, ist Blödsinn, auch wenn man diesen Eindruck beim Lesen des Buches gewinnen kann.

So schreibt Ayan beispielsweise, dass alternative "Pseudotherapeuten" durch "saumselige Gespräche" den Placeboeffekt fördern. Doch der Placeboeffekt ist schließlich nichts Schlechtes. Er beschreibt nichts weiter als die Aktivierung der nebenwirkungsfreien Selbstheilungskräfte des Menschen durch den Glauben. Später übrigens erwähnt der Autor dann, dass medizinische Studien beweisen, dass genau dieser Placeboeffekt oft eine größere Wirksamkeit besitzt als die verordnete Pille.

Auf Seite 117 lesen wir dann aber zu unserer Verwirrung, dass der Statistiker Ioannidis vor einiger Zeit darlegte, weshalb wohl die Mehrheit der medizinischen Studien vermutlich falsch ist. Entweder sei die Stichprobe viel zu klein gewählt oder sie ist ganz und gar untypisch für die Grundgesamtheit. Und vermutlich verfügen nur die wenigsten Mediziner über ausreichende Kenntnisse in Mathematischer Statistik, um tatsächlich belastbare Schlüsse ziehen zu können.

An dieser Stelle hätte der Autor stutzen sollen, denn er fordert anderswo von allen Methoden, ob nun alternativ oder scheinbar wissenschaftlich, dass sie genau auf diese Weise ihre Wirksamkeit nachweisen sollen. Immerhin aber muss man ihm dankbar sein, dass er in seinem Buch deutlich macht, dass es einen wesentlichen Unterschied zwischen "wissenschaftlich bewiesen" und "wahr" gibt.

Schließlich liefert Ayan auch noch Ratschläge, wie wir der Psychofalle entgehen können. Neben solchen offenbar vergessenen Wahrheiten, dass nicht alle Probleme eine Lösung besitzen, Fehler nützlich sind und nicht jede Risikovermeidung zielführend ist, geht es ihm vor allem um "denkfreie Zonen". Ganz im Gegensatz zur Psychotherapie oder gewissen Selbstfindungskursen soll damit die Macht des Denkens über uns beschnitten werden.

Denn ohne dass wir uns dessen wirklich bewusst sind, haben wir uns zu Sklaven des Denkens gemacht. Unser Gehirn sucht ständig nach Beschäftigung. Probleme kommen ihm da wie gerufen. Wir können einfach nicht mehr nicht denken. Doch genau das Abschalten des Denkens stellt eine hervorragende Lösung all der im ersten Teil des Buches dargestellten Probleme dar. Nur lernt man das am besten durch eine Art des vom Autor ebenso empfohlenen zweckfreien Tuns, nämlich durch Meditieren. Das aber bietet nun wieder nur die alternative Szene an, die der Autor in seinem Buch geißelt. Ganz so neu scheinen auch unsere modernen Probleme nicht zu sein. Die effektivsten Methoden zur Eindämmung der Denksucht wurden bereits vor hunderten von Jahren in Asien entwickelt und haben mit Esoterik oder irgendeiner Religion rein gar nichts zu tun.

Wenn man etwas wirklich aus diesem Buch lernen kann, dann ist es schlicht die dringend notwendige Aktivierung des gesunden Menschenverstandes bei der Suche nach Lösungen vermeintlicher oder wirklicher Probleme. Auf diesem Weg ist es eine gute Hilfe.

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