Steve Hamilton Der Mann aus dem Safe

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Inhaltsangabe zu „Der Mann aus dem Safe“ von Steve Hamilton

Als sein Vater Amok läuft, versteckt sich der achtjährige Michael in einem Safe, der fast zum tödlichen Gefängnis wird. Nur durch ein Wunder kommt Michael mit dem Leben davon, seither ist er verstummt. Doch ein Talent bleibt ihm: Er ist ein Genie beim Knacken von Safes. Doch schon bald werden die falschen Leute auf seine Begabung aufmerksam …

Ein aufregender Plot, der besonders Jugendliche begeistern dürfte!

— wandablue
wandablue

Ein junger Safeknacker erzählt seine Geschichte: Von seinem Job und wie es dazu kam. Großartig und emotional erzählt.

— Gulan
Gulan

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Was wir getan haben

Leider langweilig und langatmig. Habe, nachdem ich den Klappentext gelesen habe, mehr erwartet.

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waaaahnsinn, diese reihe!.... band 4 haut mich komplett um.... spannend von seite 1 bis 570.. ohne längen.... hammer!

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  • Aufregender Plot!

    Der Mann aus dem Safe
    wandablue

    wandablue

    02. June 2017 um 09:14

    Aufregender PlotMichael erlebt mit acht Jahren ein entsetzliches Trauma. Er hat Todesangst, weil sein Vater ihn umbringen möchte. Dass es ihm nicht gelungen ist, ist reiner Zufall. Der Junge kann gerettet werden. Doch das durchlittene Entsetzen hat ihm buchstäblich die Sprache verschlagen. Er redet nicht mehr. Kein einziges Wort. Er kann auch nicht lachen oder krächzen, es ist als ob er eine Stimmbandlähmung hätte. Natürlich macht ihn das zum Außenseiter in der Schule. Aber nicht nur dort. Durch seltsame Umstände bedingt, die eben nur einmal im Leben sich zusammenfügen, erlernt er die Kunst, mechanische Tresore öffnen zu können. Wie in Trance. Und ohne eine Spur zu hinterlassen. Das macht ihn zum Spielball allerhand dubioser Gesellen. Der Plot und wie der Autor ihn aufgezogen hat, in ansprechende Teile geschnitten, ist spannend. Es sind sehr viele kreative Details in die Handlung eingesponnen. Der Plot des Autors holt sich deshalb auch ganze fünf Sterne von mir ab. Die Hauptfigur ist durchkomponiert, die Nebenfiguren haben noch genug Fleisch und Blut auf den Knochen, dass man sie sich gut vorstellen und agieren sieht, hätten aber noch etwas mehr Eigenleben vertragen können. Die Schreibweise ist simpel. Es stellt sich nun die Frage, ob der Autor seinen Stil an die beschriebene Gesellschaftsschicht anpasste und so zusätzlich Glaubwürdigkeit schafft oder ob er es nicht anders kann. Nehmen wir zu seinen Gunsten ersteres an, bleiben noch die Dialoge zu kritisieren, die ich ab und zu überblättert habe, was heißt, dass der Autor mein Interesse nicht durchgängig zu halten vermochte, einige Floskeln sind zu verzeichnen. Fazit: Als Gesamtbild durch den starken Plot und die ausgestaltete Hauptfigur besonders für Jugendliche ein richtig aufregender Roman. Kategorie: KrimiVerlag: Droemer, 2012

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  • Die hohe Kunst des Safeknackens.

    Der Mann aus dem Safe
    Gulan

    Gulan

    An diesem Punkt schaltete ich ab. Sie zankten sich um ihre Anteile, während ich in Gedanken all das durchging, was schieflaufen konnte. Es hörte sich eigentlich ganz einfach an. Falls es stimmte, was der Ochse gesagt hatte, sollte wir es schaffen, innerhalb einer halben Stunde dort einzusteigen, die Diamanten aus dem Safe zu holen und wieder loszudüsen. Fünfundvierzig Minuten maximal. Das einzige Problem könnte darin bestehen, meinen Anteil an der Beute zu bekommen, aber ich sagte mir, was soll's. Wenn ich nicht mitmache, kriege ich gar nichts. Dann war heute schon umsonst. Mache ich mit, habe ich wenigstens die Chance auf viel Kohle. Wieder so eine unausgegorene Idee, ich weiß. Der falsche Denkansatz. Ich weiß! (S.49) Michael ist siebzehn und ein gefragter Mann, denn er beherrscht ein seltenes Handwerk: Er ist ein äußerst versierter Safeknacker, der als entscheidender Mann für Raubzüge gerne eingekauft wird. In New York wird er allerdings von einer Truppe engagiert, vor dem ihm sein Mentor immer gewarnt hat: Plumpe, laute und großmäulige Amateure. Aber Michael braucht das Geld und lässt sich auf den Coup ein. Ich lese ja nicht nur viele Krimis, ich schaue sie auch gerne. Und da ist mir letztens aufgefallen, dass ich bei den Kriminalfilmen ein ausgewiesenes Lieblingsgenre habe: Heist-Movies. Raffinierte Raubüberfälle, aufs sorgfältigste geplant, gerne mit ausgefeilten Täuschungsmanövern und enormer Finesse bei der Überwindung ausgeklügelter Alarmanlagen, aber auch gerne realistischer, gewalttätiger. Sehr spannend auch die gruppendynamischen Prozesse, die sich in einer Räuberbande ausprägen. Eine Auswahl meiner Favoriten, die die Vielfalt des Genres deutlich machen: Allen voran Michael Manns knallharter Thriller „Heat“ mit den herausragenden Al Pacino und Robert de Niro oder der zwischen Hintergründigkeit und Verspieltheit schwankende „Inside Man“ mit einem sehr lässigen Clive Owen. Auch sehr schön ist das zwischenmenschliche Tête-à-Tête in „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ oder in „Out of Sight“. Und das faszinierende Verwirrspiel „Die üblichen Verdächtigen“ ist ja auch ein Heist-Movie. Wie ihr seht, könnte ich hier noch lange weitermachen, aber um auf den Punkt zu kommen: Mir wurde auf einmal bewusst, dass ich Bücher mit solchen Plots nur äußerst selten lese (zuletzt nach langer Zeit das hervorragende „Kalter Schuss ins Herz“). Das sollte geändert werden und so habe ich mir auch ein paar Tipps eingeholt. „Das größte Rätsel, junger Mann, die größte Herausforderung, der sich ein Mann stellen kann, ist herauszufinden, was im Herzen einer Frau vorgeht.“ Langsam rollte er mit seinem Stuhl zu einem der Safes hinüber. „Das hier“, sagte er und legte seine Linke an die Safetür, „ist eine Frau. Komm näher.“ Ich machte einen Schritt in den Kreis. „Das hier“, sagte er und legte die Rechte an die Nummernscheibe, „ist das Herz der Frau.“ Okay, dachte ich. Ich spiele jetzt mal mit. „Wenn du willst, dass sie sich öffnen soll, was machst du? Ziehst du ihr eins mit deiner Keule über und zerrst sie in deine Höhle? Führt das zum Ziel?“ Ich schüttelte nicht mal den Kopf. „Natürlich nicht. Wenn sie sich öffnen soll, bemühst du dich, sie zu verstehen. Zu verstehen, was in ihr vorgeht. Komm und sieh dir das an.“ […] „Es ist leicht, wenn man die Kombination kennt“, sagte der Ghost und schloss die rechte Hand, als hielte er etwas darin. „Aber wenn nicht?“ Er öffnete die Hand wie ein Zauberkünstler, der seinem Publikum zeigt, dass sie leer ist. Das ist der Moment, mein junger Heißsporn, wo die Kunst ins Spiel kommt. Bist du dafür bereit?“ (S.347-349) Michael ist ein 17jähriger, zurückhaltender High-School-Schüler mit einem Faible fürs Zeichnen, doch er hat zwei bemerkenswerte Besonderheiten. Er ist stumm, seit einem traumatisches Ereignis im Alter von acht Jahren spricht er kein Wort. Außerdem hat er ein Händchen für Schlösser, seitdem er ein altes Schloss auseinandergenommen und seine Funktionsweise studiert hat. Doch gerade als sein Leben als Außenseiter eine unerwartete Wendung nimmt und er die gleichaltrige Amelia kennenlernt, werden plötzlich seine Fähigkeiten von den falschen Leuten erkannt. („Ich hatte nicht gelernt, dass es Talente gibt, die einem nicht verziehen werden. Niemals.“, S.96). So wird er unfreiwillig von einem Mentor, dem „Ghost“, als „Schrankmann“ angelernt, doch seine Begeisterung fürs Schlösserknacken bleibt ungebrochen. Er wird in kürzester Zeit zum gefragten Safeknacker, übernimmt den Job seines Mentors. Zu seinem nun überschaubaren Besitz zählen fünf Pager in unterschiedlichen Farben. Wenn sich ein Pager meldet, ruft er die Nummer an und erhält den Treffpunkt für den nächsten Coup im ganzen Land. Michaels Zwiespalt ist ganz offensichtlich: Er macht dies nicht aus freien Stücken. Denn im Hintergrund zieht jemand die Fäden, wenn der rote Pager piept, muss Michael alles stehen und liegen lassen und sich nach Detroit begeben. Dennoch: Das Knacken der Schlösser und Safes, das ist sein Ding, hier ist er ganz in seinem Element. Der Thriller wird aus Michaels Perspektive erzählt. Dabei wird der Leser auch direkt angesprochen. Die weitere Geschichte trägt Michael als allwissender Ich-Erzähler in einer lakonischen, aber auch selbstironischen Art vor. Unkonventionell ist natürlich, dass Michael als Stummer keine Dialoge führt. Er offenbart dem Leser zu Beginn, dass er im Gefängnis sitzt und seine Geschichte aufschreibt. Michael kündigt außerdem direkt an, dass er in der Zeit springen wird. Der eine Strang beginnt im September 1999 mit einem Safeknackerjob in Philadelphia und führt in weiter zu diesem ominösen Job in New York. Dieser Strang beschreibt sein Leben als „Schrankmann“ und bezieht seine Spannung wesentlich aus der Frage, ob und wie Michael dem kriminellen Teufelskreis entfliehen kann. Der andere Strang beginnt früher im Jahr 1991, als der neunjährige Michael nach dem Tod seiner Eltern zu seinem Onkel kommt. An diesen Stellen ist das Buch ein ungewöhnlicher Coming-Of-Age-Roman, der nicht nur das Heranwachsen des jungen Michael zeigt, sondern auch wie er zu einem Safeknacker wurde und in die kriminellen Kreise hereingeriet. Letztendlich kreisen aber beide Stränge um das traumatische Ereignis im Juni 1990, das Michaels Leben nachhaltig bestimmte, vor allem weil er dadurch seine Sprache verlor. Diesem erschütternden Vorfall nähert man sich sich immer mehr an, bis Michael es schließlich gegen Ende seiner Amelia offenbart. Umso mehr empfinde ich es als Fauxpas des Verlags, wesentliche Teile hiervon schon im Klappentext zu verraten. Autor Steve Hamilton erzählt die Geschichte eines sympathischen, kriminellen Außenseiters in einer grandiosen Mischung aus Spannung, Härte, Emotionalität und Dramatik. Und ja, die Liebesgeschichte ist ziemlich kitschig. Aber was soll's! Es passt einfach. Eigentlich sollte man sich als Rezensent nicht zu sehr mit dem Protagonisten anfreunden, aber sorry, hier kann man nicht anders. Solche Storys habe ich als Jugendlicher, als ich mit dem Krimigenre begann, geliebt und ich stelle fest: Ich tue es noch heute.

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    • 12
  • "So gut, dass einem die Worte fehlen."

    Der Mann aus dem Safe
    Wassollichlesen

    Wassollichlesen

    07. November 2015 um 10:18

    Wer schon einmal einen Film gesehen hat, in dem es um kriminelle Banden geht oder Bankräuber oder so etwas, z.B. die Oceans Reihe, der weiß, dass es immer einen Typen in jeder Bande gibt, der weiß, wie man mit viel Feingefühl in den Fingern und Einfühlvermögen einen Tresor öffnen kann. Ohne viel Dynamit und ohne, dass der Tresor einen Schaden nimmt. Der "Schrankmann" regelt das ohne Krach und Rauch.In "Der Mann aus dem Safe" geht es um so einen Schrankmann. Aber Michael, unser Schrankmann, ist nicht der klassische Verbrecher / Einbrecher, sondern er hat mehr durch Zufall gemerkt, dass er ein Talent im Öffnen von Schlössern jeder Art hat. Und er verliert nie ein Wort darüber. Das liegt allerdings an einem traumatischen Erlebnis aus seiner Kindheit (siehe Klappentext, oder eher: siehe nicht Klappentext).Sein Verstummen, ob selbstgewählt oder Folge des Traumas, macht ihn in der Schule natürlich zu einem totalen Außenseiter, der folglich isoliert und mit wenigen Freunden aufwächst. Durch einen Zufall lernt er Amelia kennen und es entwickelt sich eine dramatische Liebesgeschichte, in der die beiden eine außergewöhnliche Möglichkeit finden, miteinander zu kommunizieren. Als wäre das nicht schon genug, rutscht Michael in den kriminellen Sumpf, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint.Besonders die Liebesgeschichte und die Zerrissenheit und der innere Druck, den Hamilton beschreibt, haben mich an das Buch gefesselt.Geschichten mit Außenseitern als Hauptprotagonisten gefallen wahrscheinlich den meisten Leuten. So erging es mir mit "Der Mann aus dem Safe" auch. Es ist aber eine Außenseitergeschichte, wie ich sie noch nie gelesen habe. Ein krimineller Außenseiter mit einem besonderen Talent gepaart mit einer berührenden Liebesgeschichte, die, zugegeben ein Stück weit kitschig ist, aber nicht so kitschig, dass es mich stören würde. Das Buch ist von Anfang an spannend und hat mich nicht losgelassen. Brutale, kaltblütige Szenen aus dem Alltag der Mafia folgen den ruhigeren Passagen. Dazu ein Finish, wie aus dem Lehrbuch. Ich habe zu keinem Moment einen Gedanken daran verschwendet, das Buch auch nur für eine Sekunde aus der Hand zu legen. Erst wenn meine Augen zu gefallen sind.Dazu kommt das interessante "Handwerk" der Schrankmänner: Steve Hamilton gibt dem Leser einen detailierten Eindruck in das Handwerk, aber laut Nachwort nicht soweit, dass das Buch als Gebrauchsanweisung dienen könnte. "Der Mann aus dem Safe hat sowohl den "Edgar Allan Poe Award", den "Ian Fleming Steel Dagger" und den "Barry Award" gewonnen. Fazit Was für ein tolles Buch. Für Freunde von Crimeliteratur der besonderen Art auf jeden Fall ein Lesetipp!! Für Freunde von Liebesgeschichten ebenso. Für alle anderen auch!!

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  • eBook Kommentar zu Der Mann aus dem Safe von Steve Hamilton

    Der Mann aus dem Safe
    Viajane

    Viajane

    18. December 2014 um 09:57 via eBook 'Der Mann aus dem Safe'

    Dieses Buch hat mir sehr gefallen. Es ist sehr authentisch geschrieben und geht unter die Haut. Zudem ist es sehr spannend und lässt sich gut lesen .

  • Mal was anderes

    Der Mann aus dem Safe
    Aniston81

    Aniston81

    10. July 2013 um 07:07

    Es ist immer schwer bei einer Rezi neutral zu bleiben. Ich persönlich hätte dem Buch gerne 3,5 Sterne gegeben, habe mich dann aber für 4 Sterne entschieden, weil es doch sehr lesenswert ist.   Das Buch wird aus der Sicht des eingesperrten Michael erzählt. Merkwürdig ist am Anfang, dass in der Zeit gesprungen wird. Er erzählt von seinen Erlebnissen als er 12 war, dann als er 17 war...und und und. Gegen Ende hat mich das etwas durcheinander gebracht, weil die beiden Zeitspulen aufeinander zugelaufen sind.   Der Schreibstil des Autors ist klar und macht neugierig auf mehr. Ich hatte zwischendrin das Gefühl, dass ich nicht mehr weiter lesen möchte weil eigentlich gar nichts richtig passiert ist, aber der Stil hat mich dran bleiben lassen.   Die Geschichte an sich ist etwas Neues für mich und im Nachhinein finde ich es ein gelungenes und interessantes Thema. Wie man erfährt, wie ein Junge in die falschen Kreise gerät und sich das Safeknacken aneignet. Es wird sogar ziemlich gut beschrieben ;-)

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  • Anders als erwartet...

    Der Mann aus dem Safe
    Lesefee86

    Lesefee86

    25. March 2013 um 17:22

    "Sie erinnern sich vielleicht an mich." (1. Satz) Persönliche Zusammenfassung: Seit seinem achten Lebensjahr ist er stumm. Ein einschneidendes Erlebnis in seiner Kindheit hat Michael die Stimme genommen und bis heute hat er kein weiteres Wort gesprochen. Aber er hat ein Talent in sich, das die Aufmerksamkeit zwielichtiger Gestalten auf sich lenkt: Er kann fast jede Art von Safe knacken. So dauert es nicht lange, bis der stumme Mann an die falschen Leute gerät… Rezension/Meinung: Der Klappentext dieses Buches war der Grund, warum ich es mir überhaupt gekauft habe; daher war ich auch etwas erstaunt von dem Verlauf der Geschichte. Denn anstatt mitzuerleben, wie dieser junge Mann seine Kindheit verlebt hat und zu erfahren, was dazu geführt hat, das er stumm ist, dreht sich die Geschichte fast nur über Michaels Leben, wie er es verbringt und was ihn dazu bewogen hat sein Leben als Safeknacker zu verleben. Da ich etwas anderes erwartet hatte, war ich kurzzeitig drauf und dran das Buch abzubrechen. Aber der Schreibstil und die Erzählweise des Buches haben mich dann doch daran gefesselt. Es ist interessant zu lesen, wie Michael beschreibt, wie ihm andere Menschen begegnet sind und wie sein Lebensweg in abschließend hinter Schloß und Riegel gebracht hat. Der Einstieg fiel leicht, da er auf sein Erlebnis in der Kindheit eingeht und dem Leser seine Berühmtheit durch diesen Fall erklärt, dennoch erfährt man nicht so viel von dem was passiert ist, was er aber ebenfalls erklärt. Somit ist es auch nicht unverständlich, dass die Leute denen er in den folgenden Jahren begegnet seine Geschichte kennen und seine Marotte des Schweigens akzeptieren. Das Schweigen macht ihn stark, denn selbst in der größten Gefahr bringt er keinen Ton über die Lippen und wird für einige Menschen zu einem guten Mittäter, bei dem man niemals Angst haben muss, dass er sich verplappert. Obwohl man viel über seine kriminellen Wege erfährt, begegnet man aber auch Momenten der Leichtigkeit, denn nicht nur das er sich verliebt; auch entdeckt er neben dem Schlösser knacken das Malen für sich als Leidenschaft, über das er sich ausdrückt kann. Eine Geschichte die zeigt, was Prägung in der Kindheit alles bewirken kann und wie einfach es ist in ein Milieu zu rutschen, in das man gar nicht will. Mein Hauptaugenmerk lag auf den Worten zwischen den Zeilen, denn auch wenn der Autor Michael keine Stimme gibt, fühlt man immer wieder, dass er jede Menge zu sagen hätte, würde er seine Stimmbänder nur einmal zum Vibrieren bringen. Bis zum Schluss ist die Hoffnung daher groß, mitzuerleben das er einmal ein Wort sagt. Dieser Roman endet aber anders. Kein Happy End und keine eindrucksvolle Schlussszene erwarten den Leser. Die Erzählung klingt aus, wie sie auch begonnen hat und doch meint man alles über diesen Mann zu wissen, der eine Kindheit voller Angst erleben musste und noch immer sich selbst sucht. Ein Buch, ganz anders als erwartet, aber so mitreißend und auch detailgenau, dass man erst nach der letzten Seite tief Luftholen kann um den Safe um sich selbst zu sprengen…

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  • Rezension zu "Der Mann aus dem Safe" von Steve Hamilton

    Der Mann aus dem Safe
    Leseratte87

    Leseratte87

    22. January 2013 um 12:28

    Der 8-jährige Michael wird Zeuge, wie sein Vater seine Mutter und deren neuen Freund umbringt. Aus Angst davor, selbst ein Opfer seines Vaters zu werden, versteckt er sich in einem Tresor und überlebt das nur knapp. Danach zieht er zu seinem Onkel, doch das Verbrechen hat Spuren hinterlassen: Michael spricht nicht mehr und hat daher kaum Freunde. In seiner Freizeit bastelt er an Schlössern herum, um zu lernen, wie man sie auch ohne Schlüssel öffnen kann. Schon bald zeigt sich, dass man mit dieser Fähigkeit die Aufmerksamkeit der falschen Leute auf sich zieht. Dieses Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Michael erzählt seine Geschichte selbst. Er sitzt mittlerweile im Gefängnis und und blickt zurück auf seine Kindheit und sein Leben mit Onkel Lito, sowie auf die Zeit als Schrankmann. Schrankmänner, das sind Leute, die einen Safe knacken können, ohne ihn zu zerstören und in diesem Handwerk ist Michael ein Ausnahmetalent. Da Michael immer noch nicht spricht, schreibt er seinen Lebensbericht also auf, erzählt alles und stellt sich dabei vor, wie er mit dir redet und du einfach nur zuhörst. Die Geschichte ist sehr gut und vor allem sehr fesselnd geschrieben. Da Michael immer wieder in den Zeiten umherspringt, erfährt man erst etwas über seine Kindheit, dann seine ersten Aufträge und dann geht es wieder zurück zu den jungen Jahren. Man bleibt immer dran an der Geschichte, weil man wissen muss, wie es weiter geht. Michael erzählt das alles ohne Bitterkeit, sondern mit einer gewissen Distanz und so manches Mal wünschte ich mir, er hätte sich anders entschieden, hätte anders gehandelt, um sein Leben in andere Bahnen zu lenken. Aber am Ende wird er geschnappt, weil er zu lange mit den falschen Leuten gearbeitet hat. Dies ist ein gelungener Mix aus Roman und Krimi, der auf jeden Fall süchtig macht.

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  • Rezension zu "Der Mann aus dem Safe" von Steve Hamilton

    Der Mann aus dem Safe
    Phil Decker

    Phil Decker

    27. December 2012 um 12:41

    Der kann es einfach. Wundert mich, daß der Autor in D noch recht unentdeckt ist. Er schreibt richtig gute Krimis mit tollen Ideen und Wendungen. Hat auch nie etwas Blutrünstiges an sich, sondern brilliert durch seine Figuren, Beschreibungen und besonderen Inhalte. Hoffe nur, daß er weiter übrsetzt wird.

  • Rezension zu "Der Mann aus dem Safe" von Steve Hamilton

    Der Mann aus dem Safe
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    15. November 2012 um 12:25

    Hervorragend erzählte Geschichte „„Genug herumgespielt“, sagte der Schlossexperte mit einem höhnischem Grinsen. „Merk Dir das fürs nächste Mal, wenn du mal wieder das Maul aufreißt““. Tatsächlich, das neue Schloss an der Hintertür des Hauses von Mr. Marsh ist das erste Schloss, das Michael nicht auf Anhieb öffnen kann. Baer Michael ist lernfähig. Und einfach so hoch talentiert, was das Öffnen von allem angeht, das eigentlich als fest und sicher verschlossen gilt. Und noch eins gilt. Michael kann Herausforderungen und Provokationen nicht widerstehen. Ehrensache, dass er später in der Nacht auch dieses Schloss noch öffnen wird. Jener Michael, der eine ganz spezielle Geschichte hinter sich hat, ein zutiefst traumatisches Erlebnis. Seitdem, als er 8 Jahre alt war, hat er kein Wort mehr gesprochen. Die zweite Besonderheit des Mannes. Und die Dritte folgt nach einiger Zeit. Ein begnadeter Zeichner, auch das ist ein schlummerndes Talent schon im jungen Michael. Ein Mann, dem der Leser auf drei Zeitebenen begegnen wird. Zum eine jene, in der er 17jährig seine Fertigkeiten schult, die Liebe entdeckt und seinen Werdegang nimmt, der schon früh in eine durchaus kriminelle Zukunft weisen wird. Zum zweiten jene, die den ausgewachsenen Mann „bei der Arbeit“ begleitet, Spannung in den Raum zu setzen versteht und so manche Safes unter seine Hände führen wird, die ihm allesamt nicht widerstehen werden. Und zum Dritten weiß er Leser von Beginn an, dass in der Gegenwart jener Michael seit einigen Jahren tatsächlich sicher hinter „Schloss und Riegel“ sitzt. Denn durchaus das ein oder andere Mal wird Michael erwischt werden. Nicht aus seinem Verschulden heraus, aber dennoch. Eine vierte Ebene wird übrigens später im Buch noch eine Rolle spielen, denn irgendwann wird Steve Hamilton durchaus auch jene Geschichte vom kleinen Jungen erzählen, der sich vor der Mordlust seines eigenen Vaters in einem Safe versteckt und von diesem im Safe ins Wasser geworfen werden wird. Oder wurde, je nachdem, wie man die Zeitebenen im Buch ordnet. All dies aber sind aber nur die äußeren Rahmungen der Geschichte, die Hamilton seinen Michael aus der Ich-Perspektive wunderbar flüssig erzählen lässt. Und den Leser tief mit hinein nimmt in das Erleben und die innere Entwicklung dieses besonderen Jungen, Heranwachsenden und Mannes. Es ist einfach eine sehr gute Geschichte, die Hamilton hier zu Papier bringt, erzählt in einem teils lakonischem Umgangston, der sich bestens liest, ohne je in Slang oder zu legere Wendungen abzufallen. Talente, Entwicklungen, Liebe, ein krimineller, mysteriöser Mentor (der „Geist“), eine Passion für das Öffnen von Schlössern, eine Kunst, die heranwächst und ein Trauma, das jederzeit im Raume steht, gewürzt mit durchaus spannenden Momenten und einer sympathisch angelegten Hauptfigur, die durchaus ihre Schattenseiten hat. Alles in allem legt Steve Hamilton einen bestens zu lesenden „Erlebnisbericht“ vor, der sich von der Masse an Kriminalromanen und Thrillern durchaus nach oben hin abhebt.

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