Steve Stern

 2,7 Sterne bei 56 Bewertungen
Autorenbild von Steve Stern (© Emma Dodge Hanson Photography)

Lebenslauf

Steve Stern wurde 1947 in Memphis, Tennessee geboren. Er studierte unter anderem an der University of Arkansas, reiste durch Europa und die USA um schließlich einige Jahre in einer Kommune zu leben. Seine Werke orientieren sich zumeist an jiddischer Folklore. Eine seiner bemerkenswertesten Kritiken erhielt er von Susan Sontag. Er lebt heute in Ballston Spa, New York und lehr am Skidmore College. Für sein Werk erhielt er verschiedene Auszeichnungen, darunter den » Pushcart Writers 'Choice Award« oder den »O. Henry Award« sowie den »National Jewish Book Award«.

Alle Bücher von Steve Stern

Cover des Buches Der gefrorene Rabbi (ISBN: 9783453409378)

Der gefrorene Rabbi

 (55)
Erschienen am 08.06.2012
Cover des Buches The Frozen Rabbi (ISBN: 9781616200527)

The Frozen Rabbi

 (1)
Erschienen am 14.06.2011

Neue Rezensionen zu Steve Stern

Cover des Buches Der gefrorene Rabbi (ISBN: 9783453409378)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Der gefrorene Rabbi" von Steve Stern

verrückt
Tilman_Schneidervor einem Jahr

 

Bernie Karp ist fünfzehn Jahre alt und hat immer Hunger. Der übergewichtige Junge wühlt in der Gefriertruhe seiner Eltern und entdeckt unter Steaks, Pommes und Erbsen einen Mann. Einen Rabbi! Seine Schwester ist entsetzt und seine Eltern erzählen von einem Erbstück und das er wichtig sei. Bei einer Stromausfall blickt Bernie in die Gefriertruhe und der Rabbi erwacht. Über 120 Jahre schlief der Rabbi und ist voller Tatendrang. Bernie findet in ihm einen Freund und der Rabbi eröffnet in der Einkaufsmal einen Shop für Erleuchtung und macht das große Geld und sucht seine Wurzeln.

Steve Sterns Buch ist ein Gagfeuerwerk mit vielen ernsten Tönen und umwerfendem Humor und Charme. Die zwei Zeitebenen sind perfekt und beleuchten das Leben des Rabbis von früher. Herrlich!

Cover des Buches Der gefrorene Rabbi (ISBN: 9783453409378)
Jorokas avatar

Rezension zu "Der gefrorene Rabbi" von Steve Stern

Jüdischer Fantasie-Roman mit historischen Bezügen
Jorokavor einem Jahr

Der Titel leitet etwas in die Irre, denn die Hauptperson des Romans ist gar nicht der Rabbi, sondern vielmehr die Menschen, die ihn über die Jahrzehnte hinweg beschützen und letztendlich wiedererwecken. Über ein Jahrhundert verweilt er im gefrorenen und scheintoten Zustand und legt dabei einen weiten Weg vom Schtetl in Osteuropa in die Gefriertruhe im Hobbyraum der Karps in Memphis/USA zurück. Dort entdeckt ihn Bernie, der jugendliche Sohn der Familie kurz vor der Jahrtausendwende und verhilft ihm zu neuem Leben.


Der Roman schwankt dann zwischen der Neuzeit und der verrückten Odyssee des Eisblocks mit dem Rabbi hin und her. Natürlich verändert sich auch das Leben von Bernie von Grund auf und der Rabbi stürzt sich wiedererweckt in sein neues Dasein und macht esoterische Karriere. Aber hinreichend spannender ist die Erzählung der Wegbegleiter und Beschützer des gefrorenen Rabbis, der als Art Familienmaskottchen über die Jahre mitgeschleppt und stets überraschend kühl gehalten wird.


So lesen wir auch von Jochebed, einem jungen Mädchen, welches nach schlimmen Pogromen als Mann verkleidet ins neue gelobte Land flieht und den Rabbi dabei mitschmuggelt. Schon auf dem Schiff lernt sie Schmerl Karp(inski), einem buckeligen Eigenbrötler und Tüftler kennen. Doch es ist ein langer Weg über eine Geschäftspartnerschaft, bis sie sich als Frau zu erkennen gibt und eine Familie mit ihm gründet. Was hat das alles mit dem Rabbi zu tun? Nun, der ist halt einfach festgefroren im Schlepptau mit dabei.


Die Handlung wird in Generationenabfolge erzählt und der vorerst letzte in der Reihe ist eben Bernie Karps.......


Ein weiter Bogen wird gespannt, welcher ein großes Stück jüdischer (Leidens-)Geschichte nachzeichnet, den Holocaust aber nur am Rande erwähnt. So gibt es auch einen Abstecher nach Palästina in die Zeit der Neugründung des Israelischen Staates. Man könnte das Buch auch grob als Auswanderergeschichte bezeichnen, eben mit ein paar ungewöhnlichen Beigaben.


Den Lesefluss stören leider die einfließenden „jiddischen“ Sätze und Abschnitte. Wer dieses Dialektes nicht mächtig ist, wird durchaus Schwierigkeiten bei der Entzifferung haben und manche Stellen einfach überspringen. Nun, mit einer gewissen Anstrengung kann man auch diese Einschübe entschlüsseln und verstehen. Aber der Fluss ist halt gestört.


Fazit: Ein ungewöhnlicher, nicht unspannender Roman, der vielleicht etwas viel in den Handlungsverlauf der Geschichte mit hineinpackt. Besonders Menschen zu empfehlen, die mit dem Judentum etwas anzufangen wissen.



Cover des Buches Der gefrorene Rabbi (ISBN: 9783453409378)
awogflis avatar

Rezension zu "Der gefrorene Rabbi" von Steve Stern

Nebbich
awogflivor 7 Jahren

Dieser Roman hat eigentlich alle Ingredienzien, die mich zu Begeisterung hinreissen könnten.

Jiddische Geschichte einer Familie quer durch die Jahrhunderte ganz so wie ich es mag, in Rückblenden a bissal polnisches Ghetto, a bissal Shoa, a bissal Auswanderung nach USA, a bissal kabbalistische Mystik versus gottloses kapitalistisches amerikanisches Judentum, a bissal Israel, Terrorismus (sorry Freiheitskampf) bei Staatengründung und Kibbutz - über mehrere Generationen verteilt. Jiddische Witze meist sexuell anzüglich bis fast schon unverschämt dreckig, ausschweifend erzählt mit Anekdöteln gespickt,  jüdisches Leiden in jeder Situation und eingeflochtene jiddische Sprach. Dazu noch ein Familienfluch und das Versprechen einer skurrilen Familiengeschichte.

Leider waren diese wundervollen Komponenten für mich im völlig falschen Mischungsverhältnis vorhanden. Die Story zog sich permanent und zäh wie Strudelteig und ich habe lange gerätselt, was mich tatsächlich so derart gestört hat bei einer für mich so perfekten Ausgangessituation: Es war  der Skurillitätszwang, den sich der Autor bei der Erzählung der jiddischen Familiengeschichte selbst auferlegt hat, der mich derart nervte. Sobald irgendwas in der Familienchronik einen Hauch von (spiessiger) Normalität versprühte, wie beispielsweise eine klassische Liebesgeschichte mit Hochzeit, normalen Kindern mit normalen Problemen und relativ normaler glücklicher Ehe wurde vom Autor sofort weggeblendet, ein paar Jahre übersprungen und das nächste Kuriosum erzählt. Somit ergab sich keine normale Familiengeschichte, sondern lediglich eine Aneinanderreihung im Kuriositätenkabinett. Ich fand den Autor einfach zu bemüht und angestrengt, sich bei all den Generationen nur die Skurillitäten herauszupicken, die mehr oder weniger doch jede Familie hat. Kuriositäten sollten wie Gewaltsszenen in einem Roman wohldosiert, in den Plot eingewebt und teilweise überraschend eingesetzt werden, sonst stumpft der Leser einfach ab und langweilt sich nur.

In die andere Richtung bin ich natürlich auch geneigt, Romane mit totalem fiktionalen Wahnwitz, der sich bei schwarzhumorigen Irrsinnspunkten ganz vorne einreihen, sehr zu schätzen zu wissen. In dem Fall war aber dann die Story eigentlich wieder viel zu normal, um in diese Kategorie zu fallen. So pendelte für mich das Werk permanent auf der Kippe zwischen Fisch und Fleisch (im Jiddischen selbstverständlich zwischen Fleisch und Milchprodukten herum). Was ich durch diese Erkenntnis aber gewonnen habe ist, dass ich verstehe, das dieses Buch sehr polarisierend rezensiert wurde, und dass es die einen lieben und die anderen hassen. Für mich war es gleichzeitig zu wenig und zuviel Skurrilität und deshalb bleibt meine Bewertung genauso wie die Geschichte auf dem Grad auf der mediokren Mittellinie.

Fazit: Nebbich mit guten Ansätzen hätte 2 komplett unterschiedliche gute Romane ergeben können.

Gespräche aus der Community

Ich war gerade kurz bei Thalia und hab eine Neuerscheinung gesehen "Der gefrorene Rabbi" Mir hat der Titel sehr gut gefallen - hat das Buch schon jemand gelesen und kann es empfehlen? Schreibt Steve Stern gut?
Zum Thema
5 Beiträge
Kiritanis avatar
Letzter Beitrag von  Kiritanivor 13 Jahren
Vorallem deine eigene :) So groß auf die Meinung anderer würde ich mich immer nicht stützen. Ich zum Beispiel habe von so vielen gehört, wie toll die Bis(s) - Bücher sind und dann habe ich eine Leseprobe gelesen - völliger Stuss und schrecklich geschrieben. Aber das ist nur meine Meinung. Leseproben sind oft Gold wert - nicht immer, aber meistens ;)

Community-Statistik

in 95 Bibliotheken

auf 7 Merkzettel

von 1 Leser*innen aktuell gelesen

Listen mit dem Autor

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks