Steve Toltz Vatermord und andere Familienvergnügen

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Inhaltsangabe zu „Vatermord und andere Familienvergnügen“ von Steve Toltz

Eine Vater-Sohn-Geschichte - aberwitzig und teuflisch gut erzählt! Jasper Dean sitzt im Gefängnis und erzählt von den Jahren, als er sein wollte wie sein Onkel Terry, ein Polizistenmörder, der zum beliebtesten Volkshelden des Landes avancierte. Kein Wunder, dass Jaspers Vater alles daransetzte, als Australiens größter Wohltäter gleichzuziehen. Jasper wurde Zeuge seines Scheiterns - und erzählt nun die ungeschminkte Geschichte der Deans. Ein höchst vergnüglicher Ausflug an den Rand des Wahnsinns, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. »Die Leiche meines Vaters werden sie nie finden.« Mit diesen Worten beginnt Jasper Dean die Odyssee durch die windungsreiche Geschichte seiner Familie. Zeit seines Lebens hat sich Jasper mit der Frage herumgeschlagen, ob er seinen Vater bedauern, ignorieren, ihn verehren oder gar umbringen solle. Vater Martin, ein Moralist ohnegleichen, war Australiens meistgehasster Wohltäter. Und nichts hat ihn mehr verärgert, als der Bruder von Terry Dean zu sein - dem beliebtesten Verbrecher des Landes. Nicht verwunderlich also, dass Jasper unter die Räder des Bruderzwistes kam ... Mit unbändiger Fabulierfreude entführt uns Steve Toltz in die verrückte Welt der Deans. Höchst amüsant erzählt er von Räuberhöhlen und Nervenheilanstalten, von wilden Verfolgungsjagden durch drei Kontinente, von den Höhen der ersten Liebe und den Tiefen fehlgeleiteten Ehrgeizes - von allem, was das Leben zu bieten hat.

Wow,,,

— Teufelinee

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— CocuriRuby

hab gerade angefangen-bis jetzt finde ich ungefähr so..Es ist, als würden große Lkw voller Wörter in meinen Kopf fahren und mir ihre Ladung direkt ins Gehirn kippen...( Sprache des Buches)...

— Taja

Wie Achterbahn fahren in einer Geisterbahn

— bücherelfe

...immer wenn man denkt es kann nicht schlimmer kommen.... absolutes Hammerbuch

— Karin1970

so ich bin grad aus meinen wochendurlaub zurück und wusste noch gar nicht das ich das buch gewonnen habe, umso mehr hab ich mich gefreut als ich das paket mit dem buch bei mir angefunden habe. also ein großes danke und ich bin schon gespannt!!!!

— Emma.Woodhouse

Meins kam auch gestern u hab grad die ersten 100 Seiten gelesen - das fängt echt gut an. Interessant und schöner Stil. Toll dass soviel Buch da ist!

— gra

Habe dieses Buch auch gestern bekommen , ging ja mächtig schnell....dankeeschöön

— legolas

Bei mir kam es heute ebenfalls an. Nach den ersten paar Seite weiß cih schon ganz genau. Dieses Buch fällt nicht gerade unter mein Beuteschema, aber mich interessiert was mit dem Vater passiert ist.

— Elfaire

ja so geht es mir auch,obwohl ich schon versuche beide Bücher zu lesen.

— Aleena

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    Vatermord und andere Familienvergnügen

    CocuriRuby

    26. July 2015 um 16:26

    Ich liebe diesen schwarzen Humor – der ist wirklich unbezahlbar. Allgemein hat dieses Buch eine recht dunkle Philosophie. Sowas fasziniert mich. Das bietet einen eine ganz neue Sicht auf alltägliche Dinge, die dann in einem ganz anderen Licht stehen oder auch auf die Gesellschaft und die Menschen um uns herum. Die Geschichte selbst ist allerdings eigentlich denkbar langweilig. Man erfährt die Lebensgeschichte von Vater und Sohn. Die beiden Biografien sind vllt nicht alltäglich, aber trotzdem nicht mega spannend. Wobei eigentlich recht viel passiert und die Geschichte ist alles andere als vorhersehbar. Aber die Geschichte ist zu weitläufig – zu gestreckt – zu viel. Dabei wirkt sie so unrealistisch und abgedreht, dass ihr irgendwie der Leitfaden fehlt bzw. dieser kaum zu greifen ist. Das Buch stützt sich tatsächlich einzig und allein auf seinen Stil. Dabei wird alles einmal angesprochen: Gott, die Verschwendung von Zeit, Sinn des Lebens, Sex… All das unter einem destruktiven, philosophischen Blickwinkel. Das sorgt dafür, dass man manchmal sogar das Gefühl bekommt, einen Lichtblick in seinem Denken zu bekommen, dafür aber in Depressionen versinkt.   Fazit Das Buch hat für mich fast sowas wie ein Mindfuck-Charakter. Der schwarze Humor und die destruktive, dunkle Philosophie sind grandios. Aber für ein gutes, unterhaltsames Buch reicht das nicht.

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    Sonja_Ullrich

    05. October 2012 um 15:16

    Schwer zu sagen, in welches Genre dieses Buch fällt. Ist es ein Krimi, weil Menschen getötet oder zu Kriminellen werden? Oder ist es doch eher ein Familiendrama? Ich hoffe jedenfalls, es ist keine Biographie. Denn wenn es so ist, dann weilt ein Mann mit komplett durchgeknallten Genen unter uns... Die Geschichte ist lang. Sehr lang. Und ich wundere mich selbst, dass ich es geschafft habe zu lesen. Aber die Story zieht einen in den Bann und man will einfach wissen: Wo will der Autor überhaupt hin? Worum zum Teufel geht's überhaupt? Bedauerlicherweise flacht die Geschichte nach ungefähr der Hälfte ab. Nicht wegen des Stils. Irgendwann wurde ich der Figuren einfach überdrüssig. Sie waren einfach zu abgedreht, Handlungen einfach zu unwahrscheinlich. Auch bleibt der Autor seinen Lesern ein rundes Ende schuldig. Ich möchte nicht zuviel verraten, doch meiner Meinung nach hätten ein paar weitere Sätze massiv geholfen und mich vielleicht zu einem vierten Stern überredet.

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    Leserrezension2010

    A140 Vatermord und andere Familienvergnügen Kategorie: Allgemein Beschreibung: Jasper Dean sitzt in seiner Heimat Australien im Gefägnis und beginnt die Geschichte seines Vaters Martin Dean zu erzählen. Martin wuchs zusammen mit seinem Bruder Terry Dean auf, der durch seine Verbrechen nach seinem Tod als Volksheld in die Geschichte Australiens einging. Im Schatten seines Bruders großgeworden setzt Martin Dean alles daran als Wohltäter und Visionär seinen toten Bruder Terry zu übertrumpfen. Doch Jasper wird im Laufe seines Lebens Zeuge des Scheiterns von seinem Vater. Meine Meinung: Steve Toltz Bestseller "Vatermord und andere Familienvergnügen", der bereits in 20 Sprachen übersetzt wurde und es 2008 auf die Booker Price Shortlist und die Shortlist des Guardian First Book Award geschaff hat ist ein ganz besonderes Werk. Der knapp 800 seiten dicke Wälzer ist in sieben Teile unterteilt, wobie in jedem Teil eine gewisse Lebensituation im Vordergrund steht. Im ersten Teil bekommt der Leser einen kurzen Einblick darauf, dass Jasper Dean im Gefängnis sitzt und die Geschichte seines Vaters erzählen möchte, was dann in den folgenden sechs Teilen auch ausgiebig gemacht wird. Jasper beginnt bei der kuriosen und von Krankheit gezeichneten Kindheit seines Vaters Martin Dean. Sehr deutlich kommt zum Tragen wie schwer Jaspers Vater darunter leidet von seinem Bruder Terry, durch dessen Verbrechen, in den Schatten gestellt zu werden. Als Terry schließlich stirbt und zu so einer Art Volksheld aufsteigt ist es völlig um Martys Seelenheil geschehen. Nun stürzt der Leser auch schon in den zweiten Teil der Story in dem die letzte Zeit die Martin bei seinem Vater und seiner sterbenden Mutter verbringt eine große Rolle spielen. Außerdem beginnt er nun einen neuen Lebensabschnitt in dem er sich vom Elternhaus trennt, eine Frau findet und mit ihr Japser bekommt. Auch der Verlust den Martin empfindet als Japsers Mutter Selbstmord begeht bekommt eine tragende Rolle zugewiesen. Im dritten Abschnitt des Romans durchlebt der Leser die Jugend Jaspers und einige für den Handlungsverlauf wichtige Persönlichkeiten bekommen ihren Auftritt. Der vierte Teil berichtet weiteres aus dem Leben von Jasper mit seinem Vater und dessen neustem Projekt. Teil fünf von "Vatermord und andere Familienvergnügen" besteht aus einem Abschnitt in dem man einen Einblick darauf bekommt wie Jaspers Vater selbst sein Leben Revue passieren lässt um dann im sechsten Abschnitt in die spannenste Szene, die Flucht aus Australien und ein überraschendes Widersehen, einzutauchen. Der letzte Teil ist sozuagen das Ende in dem die letzten Verknüpfungen zueinander finden. Nun habe ich viel über den Aufbau von Steve Toltz Werk erzählt und möchte jetzt auf die Sprache sowie die Charaktere eingehen. Der Autor hat eine angenehme und fesselnde Art und Weise die den Leser in den Bann ziehen. Allerdings wird teilweise in "Vatermord und andere Familienvergnügen" soviel philosophiert dass ab und an der rote Faden vor meinen Augen verschwindet und ich mich erst wieder neu orientieren muss. Da ich persönlich liebe Geschichten lese in denen es rasant vorwärtsgeht und man sich nicht im Kreise dreht, habe ich ziemlich lange gebraucht um diese schwere Lesekost zu verdauen. Die Charaktere sind sehr Facettenreich gestaltet und weisen soviele kleine Details auf die bei mir einen ganz besondern Eindruck hinterlassen haben. Da die meiste Zeit aus Martin Deans oder Jaspers Sicht erzählt wird und Philosophische Knotenpunkte im Mittelpunkt stehen, konnte ich mich leider nicht ganz in die Charaktere hineinversetzten und deshalb nicht so wie bei anderen Romanen mitfühlen. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass diese beiden herausstechenden Figuren ziemlich negative bis depressive Gedanken hegen die manchesmal knapp an Wahnsinn grenzen und ich selbst eher ein fröhliches und optimistischen Gemüt habe. Steve Toltz "Vatermord und andere Familienvergnügen" ist ohne Frage ein wahres Meisterwerk mit einer sprachlichen Hochleistung, allerdings hinterlässt dieses Werk bei mir ein eher nachdenkliches fast schon negatives Gefühl. Deshalb gibt es von mir nur 3,5 von 5 Sternen. Mein Fazit: Steve Toltz zeichnet in seinem Meisterwerk ein ganz besonderes Bild der Gesellschaft. Seine Figuren sind geprägt von Einsamkeit, Traurigkeit, und einem philosophischen Pessimismus.

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    vic666

    11. October 2011 um 11:54
  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    Bücherwahnsinn

    17. July 2011 um 15:57

    Über das Buch -------------------- Jasper ist ein kleiner Junge der zusammen mit seinem Vater in Australien lebt. Er kennt seine Mutter nicht, alles was er von ihr weiss ist, das sie kurz nach seiner Geburt gestorben ist. Und er glaubt auch nicht mehr das er je mehr über sie erfahren wird, denn sein Vater spricht nicht mit ihm über sie. Eigentlich weiss Jasper gar nichts über irgend jemanden aus der Familie, er kennt nur sein Vater, sein ganz speziellen Vater. Doch eines Tages ändert sich dass, und zwar als Jasper bluten von der Schule kommt weil er zusammen geschlagen wurde, an diesem Tag erzähle sein Vater seine Geschichte, die Geschichte vom kleinen Martin und seinem Bruder und seinen Eltern. 17 Stunden am Stück erfährt der Kleine nun von seinen Vorfahren. Wie seine Grosseltern waren, und das er einen Onkel hat, einen ganz berühmten sogar: Ganz Australien kennt ihn, verehrt ihn... einen Kriminellen, einen Mörder, einen Polizistenmörer!!! . Aber nicht genug, in Schwung gekommen erzählt der Vater endlich auch die Geschichte seiner Mutter. Eine Geschichte eines schon damals völlig verrückten Vaters und einer, wenn nicht gar verrückteren Frau, die später seine Mutter werden sollte. Jasper saugt all die neuen Informationen in sich auf, nun auf der Suche wer er denn nun ist. . Er wächst weiter mit seinem Vater auf, einsam, denn sein Vater wird mit den Jahren immer paranoider, verrückter, und als Jasper älter wird und immer mehr zu verstehen meint, beginnt eine Angst in ihm zu keinem, die Angst so zu werden wie sein Vater! Grössenwahnsinnig, paranoid und ein Versager. Doch nach all dem langen Leidensweg, nach all den Abenteuern und den Erfahrungen erkennt Jasper das Wichtigs, all das war nur die Suche nach dem Sinn des Lebens! . Erster Satz: --------------- ......Dass ein Sportler durch ein tragischen Unfall sein Geruchssinn verloren habe - so was hört man nie, wie auch? . . Meine Meinung --------------------- Titel & Cover: Vatermord und andere Familienvergnügen ist so sarkastisch, tragisch und ironisch wie das ganze Buch doch der Originaltitel sagt mehr über den Inhalt aus, über den Wahnsinn der diese Familie über 3 Generationen begleitet. Ein Bruch des Ganzen. Das Cover find ich wirklich genial. Die Krone für den Grössenwahnsinn, und der schwarze Klecks passt einfach, denn er ist das Mahnmal dafür das immer einer oder etwas in die Suppe spuckt. . Schreibstil: Steve Toltz hat einen genialen Schreibstil, nicht ganz einfach aber genial. Mit seiner Wortwahl und seinen Wortspielen ist es ein wahrlicher Genuss sich durch die Geschichte der Deans zu lesen. Nach knapp 30 Stunden Lesezeit ist die Geschichte zu Ende, und ich bin doch etwas traurig, denn es macht neugierig auf mehr. Aus dem Stoff hätte sich noch so viel machen lassen, aber alles hat mal ein Ende. . Geschichte: WOW... das ist das erste was ich dachte, schon vor dem Schluss, dann, dies ist ein Highlite dieses Jahres und ich wünschte, vom Autor wird es hoffentlich wieder, sehr bald sogar was neues geben! Die Geschichte der Deans ist eine voller Verrücktheiten, voller Philosophie, Sarkasmus und Ironie. Man schüttelt immer wieder ungläubig den Kopf über all den Wahnsinn, all die Dinge die passieren und all der Loyalität die doch immer herrscht. Also ich würde das echt nicht ertragen. Die Geschichte ist voller boshaften Menschen, voller Einsamkeit, Traurigkeit, tolle Ideen und des Versagens und doch voller Lebensmut. man merkt schnell wie sehr all die Gegensätze hier zusammen gehören, das eine existiert ohne das andere nicht. Richtig böse kann man keinem Sein und man hofft immer wieder das es endlich mal klappt, das eine Idee wirklich die ist die alles aus dieser Lethargie reisst um nur gleich wieder zu lesen das es eben nicht so einfach ist. Das Buch ist nicht einfach zu erklären, Mann / Frau muss es selbst gelesen haben! . Personen: Die Deans. Sind so individuell wie jeder andere und doch sind sie auf eine erschreckende Weise sich sehr ähnlich, denn jeder ist auf seine Art "krank" oder einfach nur "wahnsinnig" Seien das nun die Grosseltern von Jasper oder sein Vater oder eben sein Onkel. Jeder hat so sein ganz eigenes grossen Paket zu tragen. Doch weil alles zusammen hängt wirkt sich alles auf alles aus, keiner kann nur für sich agieren, jeder wird bewusst oder eben meistens unbewusst von allem beeinflusst. Und so stellt sich Martin, Vater von Jasper auch irgendwann mal die Frage, ob es möglich ist wiedergeboren zu werden bevor man stirbt. Wie soll sich denn das sonst erklären das in seiner Familie jeder "wahnsinnig" ist wie der andere? . FAZIT: Dieses wahnsinns Debüt vom Steve Toltz muss man einfach lesen wenn man Philosophie, Politik, Gesellschaft und Methapysik mag. Wenn man Geschichten mag die voller Sarkasmus und Ironie nur so triefen. . Diese Rezi war nicht einfach, ich hoffe dennoch das ich euch ein kleinen Einblick geben konnte und neugierig geworden seit.

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    thursdaynext

    27. May 2011 um 17:22

    789 Seiten misantrophische Soapopera Es gibt Bücher, die in einer wunderbaren, klingenden Sprache geschrieben sind, welche den Leser wünschen lässt noch viele Seiten vor sich zu haben. Ein solches ist "Vatermord..." nicht. In etlichen Büchern wachsen einem die Protagonisten derart ans Herz, dass man mit ihnen leidet und lebt. Hier waren mir der egomanische Vater Martin und sein suchender Sohn Jasper Dean bis zum Schluss unsympathisch. Ich hatte sogar Mühe mir die Vornahmen zu merken. Mitgefühl kam allenfalls für den narzisstischen, asozialen, kriminellen Onkel Terry und die hiflsbereite, emotional chaotische Anouk auf. Vatermord ist ein Buch, durch das ich mich mühselig mit der Machete geschlagen habe in der Hoffnung am Ende doch noch die längst verlorengeglaubte versunkene Mayastadt im Dschungel der Deanschen Lebensweisheiten, Hirnfürze und Aberwitzigkeiten zu finden. Sie blieb unauffindbar. Auch wenn die Geschichte nach 500 schwafeligen Seiten an Fahrt aufnahm, die Rede des Martin Dean an´s australische Volk grossartig ist, überraschende Wendungen und intelligente Maximen fallen. Es reicht nicht an den Grossmeister der kruden Familiengeschichten "John Irving" heran. Trotz fehlendem Esprit, Erzählstil und augenzwinkerndem Witz, 3 Sterne für eine gut abgedrehte Geschichte, und genug Spannungsaufbau um nörgelige Leser bei der Stange zu halten. Einen dieser Sterne für die drei Seiten lange Wahlrede, das Highlight für mich . Man würde etwas verpassen, wenn man diese Buch nicht liest. Was "etwas" in diesem Fall ist kann ich leider nicht benennen. Eine liebe LB Kollegin meinte es wäre ein Flashback Buch, noch lange danach würde das Hirn arbeiten und gelesenes goutieren. Ich warte noch ...

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    bücherelfe

    „Vatermord und andere Familienvergnügen“ ist in erster Linie eine irre Familiengeschichte. Die Protagonisten, allen voran Martin Dean, Philosoph mit unbedingtem Weltverbesserungswillen und sein Bruder, Terry Dean, der eine Verbrecherkarriere sondergleichen hinlegt, schlittern von einer Katastrophe in die andere. Und Martin’s Sohn Jasper schlittert mit und versucht, bei aller Dramatik nicht selber unterzugehen; Jasper’s Leben steht von Beginn an schon unter keinem guten Stern. Seine Ankunft lässt Martin nicht gerade in Jubel ausbrechen: „Ein Baby! Ein dämliches Baby! Ein unter sich machender ungeformter Zweibeiner mit einem Erbsenhirn! Ein grässlicher zahnloser Homunkulus! Der Inbegriff von Ego! Eine quengelnde Schlange der Bedürftigkeit! Ein kahlköpfiger weinerlicher Menschenaffe! Mein Leben ist vorbei“ Und in diesem Stil geht es weiter im Text. Das Grossartige an Steve Toltz’s Debüt ist nicht das Absurde an sich sondern das Absurde in Kombination mit Lebensweisheiten, die es in sich haben. Er schreibt grundsätzlich, was seine Protagonisten denken; egal wie bitterböse es auch ist. „Sie mögen alles Geld der Welt haben, Mr. Hobbs, dachte ich. Sie mögen das ganze Universum bis hin zum letzten Staubpartikel besitzen. Sie mögen Zinsen auf die Sterne erheben und Dividende vom Mond einstreichen. Aber ich bin jung ,und Sie sind alt, und ich habe etwas was Sie nicht haben: Eine Zukunft.“ Eine grosse schriftstellerische Zukunft sagen Steve Toltz viele voraus. Immerhin wurde er für “Vatermord und andere Familienvergnügen” für die Shortlist des renommierten Booker-Preises nominiert. Fazit: Ein Buch wie Achterbahn fahren in einer Geisterbahn; in einer sehr langen Geisterbahn. Herrlich!

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    Archibald Pynchon-Light

    31. December 2010 um 11:32

    Jasper beginnt seine Erzählung als Insasse eines Gefängnisses, das sein Großvater gebaut hat und in dem bereits sein Onkel einsaß. Sein Onkel war der berüchtigtste Mann Australiens, ein Polizistenmörder und Verbrecher, der von der Bevölkerung aber wie ein Volksheld gefeiert wurde. Aufgrund der kriminellen Karriere seines Bruders versucht Jaspers Vater, der größte Wohltäter des Landes zu werden. Jaspers Mutter wurde vor Jahren von Schmugglern in die Luft gesprengt, deshalb wächst er bei seinem Vater auf, dessen asiatischem Freund Eddie und der mehr als exzentrischen Haushälterin Anouk. Das Buch gibt sich als Autobiografie von Jasper Dean aus, doch weite Teile stammen aus der Feder seines Vaters Martin, in Form von Tagebucheinträgen und dem Beginn seiner eigenen Autobiografie. Dadurch werden manche Ereignisse im Leben der Familie Dean von zwei Seiten beleuchtet, was die Geschichten noch unglaublicher macht. Vatermord und andere Familienangelegenheiten ist eines dieser Bücher, die eine eigene Welt entwerfen. Den Mikrokosmos der Familie Dean. Es gibt zahllose Stellen, bei denen man laut auflachen möchte, andere, die einen als Leser zum Mitschämen veranlassen und bei denen man nur durch gespreizte Finger weiterlesen kann. Es gibt Passagen, die so brillant sind, dass man sie auswendig lernen möchte. Dagegen gibt es auch Passagen, die sich dehnen und eher ermüden, doch bei einer Länge von fast 800 Seiten geht diesem Buch doch niemals die Puste aus und es ist beeindruckend, wie der Autor es mit immer neuen Wendungen und Ideen schafft, den Leser dem nächsten Kapitel entgegenfiebern zu lassen. Steve Toltz´ Roman ist wie eine Mischung aus Die Asche meiner Mutter (ohne Irland und Armut) und Trainspotting (ohne die Drogen). Eine groteske Familiengeschichte, wie sie John Irving oder T.C. Boyle kaum besser hinbekommen hätten. Skurril, witzig, spannend, abstoßend, absurd, faszinierend und kurzweilig.

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    Leserrezension2010

    24. August 2010 um 19:36

    A187 Vatermord und andere Familienvergnügen von Steve Toltz Kategorie: Allgemein Vatermord und andere Familienvergnügen (Allgemein): Eine Familiengeschichte der anderen Art - Jasper sitzt im Gefängnis und erzählt: angefangen bei seinen Großeltern über das Leben seines Vaters Martin und dessen Bruder Terry. Bald wird klar, dass in der Geschichte niemand ist wie der normale Mann von der Straße. Martins Kindheit ist geprägt von schwerer Krankheit, monatelang liegt er im Koma, was an seinem kleinen Bruder Terry sicher nicht spurenlos vorbeigeht. Auch nach seinem Erwachen ist Martin kränklich und introvertiert. Terry ist das genaue Gegenteil, sportlich und unglaublich beliebt. Die Rollen der beiden fürs Leben zeichnen sich ab. Während Martin versucht, das Leben in der Stadt zum Besseren zu wenden und damit doch nur eine Katastrophe nach der anderen auslöst, wendet sich Terry dem Verbrechen zu und wird doch von den Menschen geliebt. ** In einer weiteren Episode folgen wir Martin nach Paris, wo er Jaspers spätere Mutter kennen lernt. Astrid hat keine Vergangenheit und wie sich schnell herausstellt auch keine Zukunft. Sie wird von Ängsten verfolgt und kann das ungeplante Kind nicht lieben. ** Zurück in Australien wächst Jasper unter der Aufsicht seines manisch-depressiven Vaters auf, der von Lethargie in sinnlosen Tatendrang verfällt, ein Projekt nach dem anderen durchführt..Das letzte, größte der Projekte führt dazu, dass er zum meistgehassten Menschen des Kontinents wird und Australien überstürzt verlassen muss. ** Die Geschichte hat noch viele Stränge, nicht einmal die Hälfte habe ich in diesem kurzen Abriss untergebracht. Die Ereignisse werden meist von Jasper erzählt, doch manche Episosen stammen auch aus Martins Mund oder direkt aus seinen Tagebüchern. Diese Abwechslung fand ich sehr schön, insbesondere das Verhalten Martins als Jasper etwa 16 ist wäre sonst völlig unverständlich, macht aus seiner Sicht aber einen - wenn auch absurden - Sinn. Keiner der Charaktere ist normal. Das geht von blankem Wahnsinn bis hin zu schlichter, aber permanenter, Unvernunft. Sein ganzes Leben versucht Jasper, sich von seinem Vater zu emanzipieren, verzweifelt fast als er merkt, dass er das nicht kann und merkt schließlich, dass es nicht das schlechteste Los ist, ausgerechnet Martin zu ähneln. Neben der wirklich außergewöhnlichen Geschichte ist es vor allem die Sprache, die das Buch besonders macht. Der Autor findet fast auf jeder Seite Bilder und Metaphern, die zunächst unpassend oder gar völlig schräg wirken, aber auf den zweiten Blick den Nagel absolut auf den Kopf treffen. Über viele dieser Stellen musste ich lachen, über manche aber auch etwas nachdenken. Das einzige Manko am Buch ist die große Überraschung am Schluss, die mir ein wenig abgedroschen vorkam - das konnte den insgesamt tollen Eindruck aber nicht mehr trüben. Kein Buch zum nebenher in kleinen Stückchen lesen, aber für jeden, der entspannte Leseabende liebt, ein Leckerbissen.

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    Rabenfrau

    14. August 2010 um 15:52

    Meet the Deans! Jasper Dean sitzt im Gefängnis. Dort schreibt er die Geschichte seiner Familie auf. Er erzählt vom zermürbenden Leben mit seinem Vater Martin, ohne die Dinge zu verschönern. Er erzählt von Martins Kindheit, als dieser feststellen muss, dass sein kleiner Bruder Terry plötzlich vom seltsamen, seinen Bruder verehrenden Kind zur wahren Sportskanone entwickelt und auf einmal von allen vergöttert wird. Selbst dann noch als er auf die schiefe Bahn gerät und vom Sporthelden zum gefürchteten Verbrecher wird, und selbst nach seinem Tod in ganz Australien beliebt und bekannt ist. Martin hingegen stand im Schatten seines kleinen Bruders und verrennt sich stattdessen in diverse verrückte Ideen. Und so begegnet Martin in Paris der mysteriösen Astrid, mit der er, eher zufällig als geplant, Jasper zeugte. Jasper selbst berichtet über sein eigenes Leben. Seine Kindheit, die erste Liebe, sein Weg zum erwachsenen Mann, der nach seiner Identität sucht und nichts mehr zu fürchten scheint, als genau so zu werden wie sein verrückter Vater. Und das alles teils hochphilosophisch, teils zum schreien komisch, teils sogar etwas vulgär bis zum Ende seines Vaters. Kann eine Familiengeschichte, die nahezu 800 Seiten füllt, wirklich von Anfang bis Ende begeistern? Sie kann. Definitiv. Steve Toltz hat hier ein Werk geschaffen, das einfach nur wunderbar ist. Es ist witzig, melancholisch, verrückt, traurig, intelligent, philosophisch… Eben in seiner Art und Weise einfach wunderbar. Zwar fungiert Jasper als Erzähler der Geschichte, doch durch die Rückblicke auf Martins Vergangenheit, entweder von ihm selbst erzählt oder anhand von seinen Aufzeichnungen rekunstruiert, sind einige Perspektivwechsel und Zeitsprünge gegeben, die einem die Charakatere immer mehr nahe bringen. man leidet mit, fiebert mit, lacht und weint mit den Dean-Männern, die alle nicht unbedingt das sind, was sie af den ersten Blick zu sein scheinen. „Vatermord und andere Familienvergnügen“ fesselt. Man denkt mit, denkt nach und denkt nach dem Beenden des Buches noch weiter. Das Buch ist eine Hommage an das Leben, das Überleben, die Philosophie und an große Schriftsteller, die mich einfach begeistert hat. Mehr möchte ich auch gar nicht über das Buch sagen. Wem 800 Seiten nicht zuviel sind, der sollte selbst herausfinden, was sich alles wunderbares hinter dem Einband verbirgt. Ein Leseerlebnis, das man so schnell nicht wieder vergessen wird.

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    Belladonna

    02. August 2010 um 14:14

    Beschreibung: Jasper Dean sitzt in seiner Heimat Australien im Gefägnis und beginnt die Geschichte seines Vaters Martin Dean zu erzählen. Martin wuchs zusammen mit seinem Bruder Terry Dean auf, der durch seine Verbrechen nach seinem Tod als Volksheld in die Geschichte Australiens einging. Im Schatten seines Bruders großgeworden setzt Martin Dean alles daran als Wohltäter und Visionär seinen toten Bruder Terry zu übertrumpfen. Doch Jasper wird im Laufe seines Lebens Zeuge des Scheiterns von seinem Vater. Meine Meinung: Steve Toltz Bestseller "Vatermord und andere Familienvergnügen", der bereits in 20 Sprachen übersetzt wurde und es 2008 auf die Booker Price Shortlist und die Shortlist des Guardian First Book Award geschaff hat ist ein ganz besonderes Werk. Der knapp 800 seiten dicke Wälzer ist in sieben Teile unterteilt, wobie in jedem Teil eine gewisse Lebensituation im Vordergrund steht. Im ersten Teil bekommt der Leser einen kurzen Einblick darauf, dass Jasper Dean im Gefängnis sitzt und die Geschichte seines Vaters erzählen möchte, was dann in den folgenden sechs Teilen auch ausgiebig gemacht wird. Jasper beginnt bei der kuriosen und von Krankheit gezeichneten Kindheit seines Vaters Martin Dean. Sehr deutlich kommt zum Tragen wie schwer Jaspers Vater darunter leidet von seinem Bruder Terry, durch dessen Verbrechen, in den Schatten gestellt zu werden. Als Terry schließlich stirbt und zu so einer Art Volksheld aufsteigt ist es völlig um Martys Seelenheil geschehen. Nun stürzt der Leser auch schon in den zweiten Teil der Story in dem die letzte Zeit die Martin bei seinem Vater und seiner sterbenden Mutter verbringt eine große Rolle spielen. Außerdem beginnt er nun einen neuen Lebensabschnitt in dem er sich vom Elternhaus trennt, eine Frau findet und mit ihr Japser bekommt. Auch der Verlust den Martin empfindet als Japsers Mutter Selbstmord begeht bekommt eine tragende Rolle zugewiesen. Im dritten Abschnitt des Romans durchlebt der Leser die Jugend Jaspers und einige für den Handlungsverlauf wichtige Persönlichkeiten bekommen ihren Auftritt. Der vierte Teil berichtet weiteres aus dem Leben von Jasper mit seinem Vater und dessen neustem Projekt. Teil fünf von "Vatermord und andere Familienvergnügen" besteht aus einem Abschnitt in dem man einen Einblick darauf bekommt wie Jaspers Vater selbst sein Leben Revue passieren lässt um dann im sechsten Abschnitt in die spannenste Szene, die Flucht aus Australien und ein überraschendes Widersehen, einzutauchen. Der letzte Teil ist sozuagen das Ende in dem die letzten Verknüpfungen zueinander finden. Nun habe ich viel über den Aufbau von Steve Toltz Werk erzählt und möchte jetzt auf die Sprache sowie die Charaktere eingehen. Der Autor hat eine angenehme und fesselnde Art und Weise die den Leser in den Bann ziehen. Allerdings wird teilweise in "Vatermord und andere Familienvergnügen" soviel philosophiert dass ab und an der rote Faden vor meinen Augen verschwindet und ich mich erst wieder neu orientieren muss. Da ich persönlich liebe Geschichten lese in denen es rasant vorwärtsgeht und man sich nicht im Kreise dreht, habe ich ziemlich lange gebraucht um diese schwere Lesekost zu verdauen. Die Charaktere sind sehr Facettenreich gestaltet und weisen soviele kleine Details auf die bei mir einen ganz besondern Eindruck hinterlassen haben. Da die meiste Zeit aus Martin Deans oder Jaspers Sicht erzählt wird und Philosophische Knotenpunkte im Mittelpunkt stehen, konnte ich mich leider nicht ganz in die Charaktere hineinversetzten und deshalb nicht so wie bei anderen Romanen mitfühlen. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass diese beiden herausstechenden Figuren ziemlich negative bis depressive Gedanken hegen die manchesmal knapp an Wahnsinn grenzen und ich selbst eher ein fröhliches und optimistischen Gemüt habe. Steve Toltz "Vatermord und andere Familienvergnügen" ist ohne Frage ein wahres Meisterwerk mit einer sprachlichen Hochleistung, allerdings hinterlässt dieses Werk bei mir ein eher nachdenkliches fast schon negatives Gefühl. Deshalb gibt es von mir nur 3,5 von 5 Sternen. Mein Fazit: Steve Toltz zeichnet in seinem Meisterwerk ein ganz besonderes Bild der Gesellschaft. Seine Figuren sind geprägt von Einsamkeit, Traurigkeit, und einem philosophischen Pessimismus.

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    mariposa27

    01. August 2010 um 12:00

    Das Buch beginnt mit Jasper Deans Intention ein Buch über seine Familiengeschichte zu schreiben. Er sitzt im Gefängnis und hat sich entschlossen seine verrückte Familie zu verewigen. Da wären zuerst die zwei Hauptprotagonisten und Brüder: Martin und Terry Dean. Der eine von den Australiern meist gehasster Wohltäter, der andere ein beliebter und verehrter Verbrecher des Landes. Die Familiengeschichte beginnt mit den Großeltern, der Geburt der beiden Söhne, Martins Zeit im Koma, das Heranwachsen der beiden Jungs und die erste große Liebe. Während Martin der „Versager“ der Familie ist, wächst Terry als ein sportlicher, gutaussehender, von den anderen Jungs gefürchteter junger Bursche heran. Martin ist dagegen ein Denker, ein Vielleser, ein Intelektueller, der sich nie ins soziale Gefüge menschicher Gesellschaft einfügen konnte. Auch wird er immer wieder von den anderen Jungs in der Schule geschlagen, sodass Terry, um seinen Bruder zu beschützen, sich einer brutalen Schlägerbande angeschlossen hat und somit zu einem Kriminellen geworden ist, der dann zuerst in die Psychiatrie und schließlich ins Gefängnis befördert wurde. Martin hat bebabsichtigt währendessen die Menschen in seiner Kleinstadt zu belehren und errichtet eine Vorschlagbox, die dazu genutzt werden sollte, jegliche Beschwerden und Vorschläge in Bezug zur Kleinstadt einzureichen. Doch diese Idee ist leider fehlgeschlagen, sodass die ganze Familie von den Dorfmitgliedern ausgegrenzt wird. Der Vater mutiert zum Alkoholiker, fängt an seine Frau zu schlagen, diese wiederum leidet an Krebs und ist auch psychisch sehr labil, leidet an Wahnvorstellungen. Schließlich verbrennt die ganze Familie, verursacht im weitetsten Sinne durch die von Marty errichteten Vorschlagbox. Nun zieht Martin alleine in eine Großstadt und… Jasper kommt auf die Welt. Weder von Mutter noch von Vater gewollt, wächst auch er isoliert auf und muss dann auch noch seinen Vater aus der psychischen Anstalt retten… Meinung: Genau hier, in der Mitte dieses Buches mit seinen 800 Seiten, musste ich das Buch abbrechen. Das passiert mir nur selten, ganz selten. Aber diese verrückten und zum Teil sehr derprimierten Beschreibungen und Geschehnisse haben mir beim Lesen nur schlechte Laune gemacht. Außerdem hat sich die Handlung nur sehr schleppend fortbewegt, sodass ich mich entschlossen das Buch beiseite zulegen. Bei einigen Beschreibungen musste ich nur den Kopf schütteteln und mich fragen, wie man als Autor auf solche Kuriositäten kommen kann.Die Charaktere sind in der Tat sehr außergewöhnlich, vielschichtig und komplex. Martin Dean ist ein Philosoph, das merkt man seinen Gedankengängen an, was wohl zur Langatmigkeit des Buches beiträgt. Ich habe mich schlußendlich erschlagen gefühlt und brauchte erst einmal Urlaub :-) als Urlaubslektüre kam dieses Buch nicht in Frage und so wurde es kurzerhand aufgeschoben. Ich überlege es allerdings noch mal aufzunehmen, denn so ein bisschen interessiert es mich schon wie es mit Jasper und Martin Dean denn nun weitergeht. Von dem von vielen Lesern betontem Witz und Humor konnte ich in dem Buch nicht viel entdecken. Steve Toltz hat mich dennoch zeiweilen mit seiner sehr durchdachten Wortwahl und Sprache überzeugt. Manche Sätze machen einen sehr nachdenklich und laden zum Verweilen in der Szene ein… Fazit: Der Autor zeichnet ein ungewohntes Bild der Gesellschaft, geprägt vom Pessimismus, Einsamkeit und Traurigkeit.

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    RudeLady

    12. July 2010 um 21:10

    Ein Buch über eine Familie, die alles andere als normal ist. Der Vater – Martin Dean – ist ein Philosoph, der seinesgleichen sucht. Sein Bruder Terry startet als Sportler mit großer Zukunft; kann nach einem Unfall aber keinen Sport mehr machen und entscheidet sich dann für eine Verbrecherkarriere. Der Sohn von Martin schließlich wächst in diesem Wahnsinn auf und wird von der Angst gequält, genauso zu werden wie sein Vater. Das wäre für ihn der größte Horror, denn obwohl er seinen Vater liebt und eine ganz besondere Verbindung zu ihm hat, sieht er doch auch, wie einsam und verzweifelt er ist. Denn dieser tut im Prinzip nur eins: Nachdenken. Damit manövriert er sich ein ums andere Mal ins Aus, denn damit kommen die wenigsten Menschen klar. Er hat jedoch ein Ziel: Er möchte die Welt verbessern, was ihm jedoch immer wieder misslingt. Zumal sterben alle Menschen, die ihm lieb sind, vor seinen Augen weg. Und last but not least verabscheut er seinen Bruder, der durch die Verbrechen, die er begangen hat, quasi Heldenstatus genießt, wohingegen Martin nur auf Ablehnung in der Bevölkerung stößt. Das alles führt schließlich dazu, dass Martin einen Zusammenbruch erleidet. Was weiter passiert, sei hier mal nicht verraten. Zu Anfang jagt eine rasend komische Bemerkung die nächste und diese sind so dermaßen trocken und treffen immer ins Schwarze; man ist eigentlich dauernd am Grinsen. Dieser Humor lässt mit der Zeit aber nach und wird von einer mehr melancholischen Stimmung abgelöst, was natürlich auch zur Geschichte passt. Toltz hat einfach ein unglaubliches Schreibtalent! Jeder Satz scheint einfach genau da hinzugehören, wo er auch steht und darum hat es einfach Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Die Geschichte ist – obwohl auf fast 800 Seiten verteilt – nicht eine Sekunde langweilig. Zum Einen, weil man nie auch nur erahnen kann, was als nächstes passiert; zum Anderen, weil die Geschichte auch noch aus immer verschiedenen Sichtweisen und mit unterschiedlichem Erzählstil geschrieben ist. Mal aus der Sicht von Martin, mal aus der von seinem Sohn. Mal direkt erzählt, mal in Form eines Manuskripts. So kann definitiv keine Langeweile aufkommen. Was ich persönlich am tollsten fand ist, dass man wirklich tief ins Geschehen hineingesogen wird. Es ist wirklich unfassbar, wie viel schlimmes einem Menschen passieren kann und ich hab mehr als einmal ungläubig den Kopf geschüttelt, weil ichs einfach so unfassbar schrecklich fand! Und dennoch gibt Martin nie wirklich auf (auch wenn er einige Pausen einlegt); er versucht weiterhin, mit seinen Projekten den Menschen zu helfen. Und irgendwo macht das auch im wirklichen Leben Mut und lässt einen stärker werden, denn soviel schreckliches wie Martin kann einem eigentlich in 5 Menschenleben nicht passieren! ;) Somit volle Punktzahl für ein total schräges und grandioses Debüt!

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    Nemesis

    03. July 2010 um 13:26

    Jasper Dean hat es nicht einfach. Als Sohn eines exzentrischen Vaters hat man nicht nur mit den gewöhnlichen Tücken des Älterwerdens zu kämpfen, sondern auch noch mit manchen ausgesuchten Besonderheiten, die einem das Leben schwer machen. Aber das scheint in der Familie zu liegen. Die Familiensaga der Deans beschreibt die unglaublichen Etappen einer Familie über drei Generationen, immer im Hinblick auf Jaspers Vater und dessen Bruder, der wohl beliebteste Verbrecher Australiens. Einerseits ein Psychogramm einer Vater-Sohn--Beziehung, andererseits eine Räuberpistole, die Geschichte von zwei Aussteigern und ihrer Haltung zur Gesellschaft- in jedem Fall eine abenteuerliche, komische, traurige, mitreißende, aufwühlende, beeindruckende Geschichte, deren 800 Seiten nur so dahinfliegen. Obwohl es zwischenezitlich so schien, als seien einzelne Handlungsstränge konstruiert, ergibt sich zum Ende hin ein wunderbar stimmiges Gesamtbild, bei dem all die losen Fäden zu einer epischen Handlung ineinanderfließen, dass es eine wahre Freude ist.

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    Gospelsinger

    29. June 2010 um 01:02

    Was für ein Buch! 800 Seiten, die wie im Flug vergehen, prall gefüllt mit der skurrilen Familiengeschichte der Deans, überbordend, witzig, philosophisch, tragisch, zum Schreien komisch, anregend, ungewöhnlich, traurig und immer wieder überraschend. „Ich dachte an normale Familien, die normale Probleme haben, wie Alkoholismus, Spielsucht, häusliche Gewalt und Drogen. Ich beneidete sie.“ Jasper Dean berichtet aus dem Gefängnis über seine dysfunktionale Familie, die von einer normalen Familie wirklich sehr weit entfernt ist. Entsprechend seltsam war auch die Erziehung, die er genossen hat: Statt Fingerfarben gab es Vorträge über Nietzsche, statt Kindergeschichten wurden die Briefe van Goghs vorgelesen. Jaspers Vater, Martin Dean, hatte insgesamt recht seltsame Erziehungsmethoden. Und Jasper stellt sich die Frage, wie man gegen einen Rebellen rebelliert - ein Problem, dass auch den Kindern der 68er nicht unbekannt sein dürfte. Wobei aber auch Martin Dean einen wirklich leid tun kann. Während sein Bruder Terry der große Held Australiens ist, wird Martin am Ende vom ganzen Kontinent gehasst. Dabei ist Terry ein Verbrecher, was normalerweise eher gegen ihn sprechen würde. In Australien allerdings, das früher eine Kolonie ehemaliger Strafgefangener war, haben Verbrecher einen anderen Status, sie werden verehrt. Und so steht Martin sein Leben lang im Schatten seines Bruders. Selbst die Kriminalität seines Bruders wird ihm noch angelastet – Terry habe einen Knacks bekommen, weil er vier Jahre lang im gleichen Zimmer mit seinem im Koma liegenden Bruder Martin schlafen musste. Um Martins Probleme, nach vier Jahren Koma wieder Anschluss an ein normales Leben zu finden, kümmerte sich dagegen kein Mensch. Und so kommt es, dass der hochintelligente Martin sich im Leben und in der Gesellschaft einfach nicht zurechtfindet. Die familiären Katastrophen reihen sich aneinander. Ein Essay über Hamlet hat tödliche Folgen, der Versuch einer basisdemokratischen Verbrechenskooperative scheitert, die Medien werden auf die Familie aufmerksam… Martin hat viele Einfälle und einige werden auch ausgeführt. Er meint es (meistens) gut, hat auch einige brauchbare Ideen (neben vielen schlechten), scheitert aber jedes Mal grandios, auch in der Liebe. Nebenbei werden noch zahlreiche kluge Betrachtungen über Schule, Glaube, Seele, Tod, Liebe, Politik, Demokratie und Journalisten angestellt. Und zum Schluss gibt es noch eine spannende Überraschung. Ein herrliches Buch, für das die 5 Bewertungssterne nicht ausreichen.

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  • Rezension zu "Vatermord und andere Familienvergnügen" von Steve Toltz

    Vatermord und andere Familienvergnügen

    serpent

    28. June 2010 um 20:20

    „Ich mag das Buch nicht die Spur, ich liebe es.“ – muss ich einmal in abgewandelter Form die Wörter aus ‚Vatermord und andere Familienvergnügen’ gebrauchen. Das ganze Buch dreht sich um die Familie Dean, die in Australien ihr zu Hause und ihr Schicksal findet. Allesamt komische Käuze, allesamt auf ihre eigene Weise faszinierend. Jasper Dean erzählt auf knapp 800 Seiten sein zermürbendes Leben mit seinem Vater Martin und lässt dabei kein noch so kleines Detail aus. So beginnt alles, als Martin noch ein Kind war, das zunächst einmal jahrelang im Koma lag. Als er wieder aufgewacht war, musste er feststellen, dass er mittlerweile einen Bruder hatte: Terry. Terry entwickelte sich von einem seinen Bruder verehrenden, etwas merkwürdigen Kind zu einer Sportskanone und schließlich zu einem der am meisten gefürchteten und verehrten Verbrecher Australiens und wird bis über seinen Tod hinaus vom ganzen Volk bewundert. Martin hingegen stand immer im Schatten seines Bruders, wusste mit seinem Leben nicht so recht etwas anzufangen und tappte von einer verrückten Idee zur nächsten. Irgendwo zwischen der ersten unmöglichen Idee und seinem eher ungewöhnlichen Tod, traf er in Paris auf die verschrobene und wohl ein ewiges Mysterium bleibende Astrid – mit der er schließlich Jasper zeugte. Und Jasper? Der ist mittlerweile ein erwachsener Mann und erzählt mal zum brüllen komisch, mal hochphilosophisch und mal vulgär wie er bis zum Ende seines Vater versuchte sich über seine Identität klar zu werden. Klingt sehr verworren und nichtssagend? Ist es aber nicht! Ich habe schon sehr, sehr lange kein so unglaublich wunderbares Buch mehr gelesen. Dabei ist es auf eine ganz unvergleichliche Art und Weise wunderbar. Es ist witzig, verrückt, melancholisch, zum Verrückt werden traurig, intelligent und anrührend. Zwar ist Jasper der „Erzähler“ der Geschichte, aber diese fügt sich auch mal aus Tagebucheinträgen seines Vaters oder Teilen seiner Selbstbiografie zusammen. So kommt es immer wieder zu Perspektivwechseln und zu Sprüngen vom Jetzt in die Vergangenheit, die einem die einzelnen Charaktere näher bringen. Und ich verspreche: man leidet mit jedem einzelnen der Dean-Männer mit. Obwohl Terry vor krimineller Energie nur so sprüht und seinen ganz eigenen Rachefeldzug mit vielen Toten führt, scheint er doch ein eigentlich guter Junge zu sein. Martin ist der wohl deprimierendste Mensch, von dem man je gelesen hat und kann immer wieder nur verwundert den Kopf darüber schütteln, was ihm alles passiert. Die bunte Palette reicht von „sich in die Falsche verlieben“ über „vergiftet werden“ bis hin zu „zufällig in einen Bandenkrieg geraten“ und „depressive Frau, die man nicht im geringsten mag, schwängern“. Sein Leben erscheint als eine einzige Farce und weckt den Eindruck, dass sein Pessimismus absolut angebracht ist. Oder doch nicht? Denn obwohl er wie ein Ekelpaket daherkommt, hat er oft geniale Gedanken und weiß wohl selber nicht ob sein Verstand näher bei Genie oder Wahnsinn anzusiedeln ist. Jasper steht nun mit seiner verkorksten Familie und einem nicht minder verkorksten Leben da. Während er sich unentwegt fragt ob er das Spiegelbild oder die verfrühte Reinkarnation seines Vaters ist, führt er uns Leser durch eine Geschichte, die einem den Atem raubt. Ich habe laut gelacht, ich habe geweint und nun, da ich das Buch durch habe, fühle ich mich beinahe ausgebrannt. Man denkt mit, man denkt nach und man denkt weiter noch während man liest und ist begeistert, wie einfach große philosophische Fragen angegangen und überrumpelt werden. Eine Hommage an das Leben, den ewigen Kampf ums Überleben und an einige große Schriftsteller ergießt sich über jeden, der sich an die 800 Seiten herantraut und sich begeistern lassen will. Mehr möchte ich über das Buch auch gar nicht preisgeben, weil jeder selber in diesen Familienepos abtauchen muss um zu verstehen, was es heißt ein wirklich, wirklich gutes Buch zu lesen. Manche der Ideen kann man für sich mitnehmen – zum Beispiel den Tatendrang etwas zu verändern – und manche sollte man sicher getrost schmunzelnd wieder vergessen – wie die quasidemokratische Verbrechenskooperative – aber wie auch immer man es dreht und wendet: dieses Buch gehört in jedes Regal!

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