Steven Erikson

 4,3 Sterne bei 789 Bewertungen
Autor von Das Spiel der Götter (1), Das Spiel der Götter (2) und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Steven Erikson

Ungeschönte Wahrheit des Krieges und vielschichtige Charaktere: Steven Erikson ist das Pseudonym des kanadischen Schriftstellers Steve Rune Lundin. Vor seiner Karriere als Autor hat er lange als Archäologe und Anthropologe in London gearbeitet. Mittlerweile lebt er jedoch, nach einem längeren Aufenhalt in Connecticut mit seiner Familie wieder in Winnipeg, Kannada. Schon seit Debütroman "Die Gärten des Mondes" hat die Kritiker, aufgrund seiner frischen Ideen, komplizierten Handlungssträngen und wunderbar andersartigen Welten, überzeugt. Mit seiner erfolgreichen Fantasy-Serie "Das Spiel der Götter" ist er international bekannt geworden und begeistert seine Fans mit der Fortsetzung der Welt des Malazanischen Imperiums.

Alle Bücher von Steven Erikson

Cover des Buches Das Spiel der Götter (1) (ISBN: 9783442269099)

Das Spiel der Götter (1)

 (130)
Erschienen am 19.11.2012
Cover des Buches Das Spiel der Götter (2) (ISBN: 9783442269655)

Das Spiel der Götter (2)

 (66)
Erschienen am 21.10.2013
Cover des Buches Das Spiel der Götter (3) (ISBN: 9783442269686)

Das Spiel der Götter (3)

 (54)
Erschienen am 20.01.2014
Cover des Buches Das Spiel der Götter (4) (ISBN: 9783442269907)

Das Spiel der Götter (4)

 (47)
Erschienen am 21.04.2014
Cover des Buches Das Spiel der Götter (5) (ISBN: 9783442269914)

Das Spiel der Götter (5)

 (41)
Erschienen am 21.07.2014
Cover des Buches Das Spiel der Götter (6) (ISBN: 9783442264100)

Das Spiel der Götter (6)

 (39)
Erschienen am 20.10.2014
Cover des Buches Das Spiel der Götter (7) (ISBN: 9783442264131)

Das Spiel der Götter (7)

 (37)
Erschienen am 19.01.2015
Cover des Buches Das Spiel der Götter (9) (ISBN: 9783734160400)

Das Spiel der Götter (9)

 (34)
Erschienen am 20.07.2015

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Steven Erikson

Cover des Buches Das Spiel der Götter (4) (ISBN: 9783442269907)
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Rezension zu "Das Spiel der Götter (4)" von Steven Erikson

Steven Erikson "Die eisige Zeit" Bd. 4
SunnySuevor einem Monat

"In jenen alten Tagen rissen die Kriege zwischen den T'lan Imass und den Jaghut die Welt auseinander. Riesige Armeen stritten miteinander in den verwüsteten Landen, die Toten türmten sich auf, ihre Knochen die Knochen von Hügeln, ihr Blut das Blut von Meeren. Magische Kräfte wüteten, bis selbst die Himmel brannten..."

Meine Reise geht weiter. Nach den letzten Ereignissen brauchte ich Schlaf, tiefen erholsamen Schlaf. Leider wurde ich höchst unsanft aus eben jenem gerissen. Und es mag euch vielleicht genauso überraschen wie mich: Ich erwachte nahe den Gadrobi Hügeln in der Nähe von Darujistan, inmitten einer Karawane. Hier machte ich die überaus interessante Bekanntschaft mit Grantl und seinen Leuten. Grantl wird noch in gefährliche Dinge verstrickt werden, das weiß ich, denn ich spüre es in meinen Eingeweiden. Doch hier kann ich nicht lange bleiben, ich muss dringend Elster und die anderen finden.

Ihr erinnert euch sicher, dass Dujek Einarms Heer mit all seinen Brückenverbrennern von der Imperatrix zu Ausgestoßenen erklärt wurden - zumindest ist es das, was alle, mit Ausnahme von Dujek und Elster, glauben sollen. Noch immer frage ich mich, was sie wirklich im Schilde führt? Ihr Verrat war groß und Paran, der mittlerweile Hauptmann der Brückenverbrenner ist, hat noch immer daran zu knabbern. Zugleich hat er all seine Hoffnungen in seine Schwester Tavore gesteckt, doch auch sie hat ihn in Bezug auf Felisin enttäuscht. Doch Paran ist nun auch nicht mehr Paran. Irgendeiner der Götter hält seine Fäden wie die einer Marionette in den Händen und schenkt ihm Nacht für Nacht Alpträume vom ewigen Ertrinken. Noch kämpft er dagegen an, doch wie lange kann ein Mensch sich dagegen wehren. Ich weiß, dass Dujek und Elster sich große Sorgen machen, wohin das führen wird. Was wird geschehen, wenn Paran erst aufsteigt?

Ich schließe mich also Dujek Einarm und seinem Kommandanten Elster an, als sie sich auf den Weg machen, um mit dem Aufgestiegenen Caladan Bruth ein Bündnis gegen die Pannionische Domäne zu schließen. Bis gestern noch erbitterte Feinde und nun Seite an Seite. Ich frage mich, wie lange das gut gehen wird. Dieses besagte Treffen hielt einige Überraschung bereit: Silberfuchs und die T'lan Imass. Und noch etwas geschah: Anomander Rake, der Sohn der Dunkelheit, das wandelnde Chaos, ist bereit uns gegen die Pannionische Domäne beizustehen. Mit ihm, der allein mit seiner Anwesenheit Angst und Schrecken verbreitet, der Herzen zum Rasen bringt und Krieger vor Angst erstarren lässt und in die Verzweiflung treibt, sagt mir, was könnte mit ihm schon schief gehen? Und während wir nun also diskutierten, berieten und Pläne schmiedeten, versuchte der Schnelle Ben Antworten bezüglich des Schlafes der Göttin Brand zu finden. Ich hoffe er findet seine Antworten und noch mehr hoffe ich, dass er eine Lösung für unser Problem mit dem Verkrüppelten Gott findet, ehe dieser die ganze Welt vernichtet. Der Gute ist nämlich verdammt nachtragend und nachdem ihn die anderen Götter in Ketten gelegt und zur Unbeweglichkeit verdammt haben, sinnt er auf nichts als gnadenlose, alles zerstörende Rache. Zu mehr ist er mit seinem verschrumpelten und stinkendem, verfaultem Herzen auch nicht mehr in der Lage. Denn obwohl er angekettet ist, ist er jedoch nicht untätig...

Dieses vierte Buch hatte es verdammt nochmal in sich. Während wir zu alten Schauplätzen zurückkehren und uns zu neuen Gegenden aufmachen, lernen wir neben alten Bekannten auch wieder eine Menge neue Charaktere kennen. Auch in die Geschichte, um die Auseinandersetzung zwischen den Jaghut, eine der ältesten Völker, und T'lan Imass wurde man als Leser etwas eingeführt. Und kann nur erahnen mit wie viel mehr Erikson noch hinterm Berg hält. Ich bin absolut begeistert davon, wie sich nach und nach einzelne Puzzlestücke zusammenfügen, doch ich weiß auch, dass mir noch wahnsinnig viele Teile fehlen. Doch es macht unglaublichen Spaß diese zu finden und einzufügen.

Sowohl von dieser Welt, die scheinbar noch größer ist, als sie sich bisher offenbart hat, als auch die Figuren sind unglaublich! Die Dialoge sind sowohl humorvoll als auch philosophisch, was mir persönlich sehr behagt. Und auch der Schreibstil an sich gefällt mir sehr. Es ist eine wirklich mega originelle Geschichte und ich kann nur erahnen, wie viel Gehirnschmalz und Arbeit darin steckt. Auf jeden Fall hat Steven Erikson schon jetzt meinen absoluten Respekt! Und ich denke, dass diese Reihe am Ende zu meinen absoluten Lieblingsreihen gehören wird.

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Cover des Buches Dust of Dreams (ISBN: 9780553824803)
Wortmagies avatar

Rezension zu "Dust of Dreams" von Steven Erikson

Anstrengend - aber aus gutem Grund
Wortmagievor einem Monat

Es ist dreieinhalb Jahre her, dass ich meine letzte Rezension zu Steven Eriksons Reihe „The Malazan Book of the Fallen“ bzw. „Das Spiel der Götter“ schrieb. Seitdem ist viel passiert. Ich habe die Reihe in der deutschen Übersetzung nach zahlreichen Veröffentlichungsverzögerungen abgebrochen, meine deutschen Bände verkauft und das gesamte Epos noch einmal auf Englisch erworben.

Ich musste daher entscheiden, ob ich alle Originalbände erneut rezensiere oder die bestehenden Rezensionen Gültigkeit behalten. Ich beschloss, mich nicht zu zwingen, die Bücher noch einmal zu besprechen und den Reread einfach zu genießen. Deshalb gibt es in meinen Rezensionen der Reihe nun einen Bruch. „Dust of Dreams“ ist der neunte, vorletzte Band – der erste, den ich nicht schon einmal auf Deutsch gelesen habe und der erste, den ich im Original rezensiere.

Etwa ein Jahrzehnt, nachdem ich den Auftakt „Die Gärten des Mondes“ zum allerersten Mal las, habe ich „The Malazan Book of the Fallen“ endlich fast abgeschlossen. Es fehlt nur noch das Finale, „The Crippled God“. Laut Steven Erikson ist „Dust of Dreams“ jedoch bereits Teil dieses Finales.

Im Vorwort des neunten Bandes schreibt er, dass dieser der erste Teil des abschließenden Kapitels in seiner Reihe ist. Obwohl er Cliffhanger bisher vermied (das stimmt, so unglaublich es klingt), sah er sich außer Stande, den finalen Band so weit zu kürzen, dass dieser in einer Ausgabe erscheinen konnte. Er musste den letzten Akt aufteilen. Deshalb warnt er davor, dass nicht alle Handlungsfäden in „Dust of Dreams“ aufgeklärt werden und bittet seine Leser_innen, geduldig zu sein.

Ach, Mr. Erikson. Geduld ist für Ihr Publikum doch keine Herausforderung mehr. Seit dem ersten Band vertrauen wir Ihnen, dass Sie uns irgendwann alles erklären. Noch ein bisschen länger zu warten ist an diesem Punkt ein geringer Preis dafür, endlich alle Antworten zu erhalten.

Die malazanische Invasion von Lether war ein voller Erfolg. Die Tiste Edur wurden vertrieben, der Goldene Herrscher besiegt. Der Leere Thron ist wieder besetzt. In Lether könnten sich die ausgestoßenen malazanischen Truppen als Befreier_innen eine neue Heimat aufbauen, fern des Zorns der Imperatrix. Doch Lether ist nicht der Grund, aus dem Mandata Tavore Paran mit ihren Knochenjägern ans andere Ende der Welt reiste. Ihr Ziel liegt noch weiter in der Fremde, hinter einer kargen Wüste, die nur als Ödnis bekannt ist – und sie ist fest entschlossen, ihre Armee hindurchzuführen. 

Was weiß die Mandata, was ihre Streitkräfte nicht wissen? Ahnt sie, welche Mächte sich auf den Stammesgebieten längst vergessener Völker sammeln? Spürt sie, dass sich eine erneute Konvergenz anbahnt, die alles in den Schatten zu stellen droht, was sie im Reich der Sieben Städte erlebten? Riskiert sie ihrer aller Schicksal?

Wenn Staub lebendig wird, uralte Feinde aufeinanderprallen und das Tor des Todes neue Wächter hat, kann die Knochenjäger nur eines retten: Glaube.

Obwohl ich dank des Vorworts wusste, dass „Dust of Dreams“ nur der erste Teil des Finales von „The Malazan Book of the Fallen“ ist, bin ich die Lektüre nicht anders angegangen als bei allen vorherigen Bänden. Ich stürzte mich kopfüber hinein. Ich hätte gar nicht gewusst, wie ich es anders machen sollte, denn man weiß bei Steven Erikson sowieso nie, was zu erwarten ist.

Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass ich mich niemals darauf hätte vorbereiten können, was „Dust of Dreams“ für mich bereithielt. So sehr ich die Reihe liebe, so sehr ich Steven Erikson verehre – meine Güte, war das anstrengend. Mehr als je zuvor lebt dieser neunte Band von Andeutungen, Anspielungen und Szenen, die sich erst später erklären werden. Bedenkt man, dass Erikson ihn als Auftakt des Finales „The Crippled God“ betrachtet, ergibt das natürlich Sinn. Aber ich muss schon sagen, da verlangt er wirklich viel von seinen Leser_innen, die ja durchaus einiges von ihm gewöhnt sind.

Ich habe ewig für die 1.276 Seiten des Buches gebraucht, weil sich kein richtiger Lesefluss einstellen wollte. Durch häufige, teils unvermittelte Perspektivwechsel wurde ich immer wieder aus Szenen gerissen, in denen ich mich wohlfühlte, die ich verstand – nur, um mich plötzlich in Situationen wiederzufinden, die ich überhaupt nicht deuten konnte.

Ich vertraue Steven Erikson, ich weiß, dass er einem Plan folgt und alles, was ich jetzt nicht verstanden habe, sich früher oder später nahtlos ins Gesamtbild einfügen wird. Doch dieses Vertrauen konnte meine akute Leseerfahrung mit „Dust of Dreams“ kaum entlasten. Es war schwierig für mich, die Motivation zum Weiterlesen aufzubringen.

Ich habe in der Rezension zum achten Band „Toll the Hounds“ („Die Stadt des blauen Feuers“ & „Tod eines Gottes“) den Vergleich zu Claude Monet bemüht, um „The Malazan Book of the Fallen“ und Steven Eriksons schriftstellerische Techniken zu beschreiben. Möchten wir bei diesem Vergleich bleiben, fühlte sich „Dust of Dreams“ für mich an, als stünde ich viel zu dicht vor einem impressionistischen Gemälde.

Ich konnte Details erkennen, aber nicht, was sie zusammen darstellen sollten. Erst gegen Ende des Bandes erlaubte mir Steven Erikson, einen Schritt zurückzutreten und ein wenig Klarheit darüber zu gewinnen, wie die Details ineinandergreifen und miteinander interagieren, um die übergeordnete Handlung zu gestalten.

Das heißt selbstverständlich nicht, dass ich mich an den Details nicht erfreuen konnte. „Dust of Dreams“ bietet die übliche Mischung aus amüsanten, schicksalsträchtigen und tragischen Momenten, die ich seit Beginn der Reihe lobe. Ich habe über die kleinlichen Fehden und Streiche der Knochenjäger untereinander geschmunzelt, habe über unvorhersehbare Figurenduos gestaunt und unbehaglich geschluckt, als sich ein Volk durch ihr stures Beharren auf überholte Strukturen und den Unwillen zur Veränderung quasi selbst auslöscht. Es energetisierte mich, dass eine Spezies in diesem Band Aufmerksamkeit erhält, deren Name bisher lediglich im Kontext alter Legenden genannt wurde, die als ausgestorben galt. Und ich rätselte natürlich über all die Kniffe und Wendungen, die Erikson in „Dust of Dreams“ eben noch nicht in einen Kontext setzt.

So erkenntnisarm die Lektüre für mich war, weil ich einfach noch nicht sehen kann, worauf der Autor hinauswill, eine entscheidende Offenbarung erlebte ich dann doch. Wisst ihr, ich habe immer ein wenig darüber gebrütet, warum Steven Erikson seine Leser_innen im zweiten Band „Deadhouse Gates“ („Das Reich der Sieben Städte“ & „Im Bann der Wüste“) Faust Coltaines Kette der Hunde begleiten lässt. Ich hatte lange das Gefühl, dass diese herzzerreißende, traumatische Episode losgelöst von der größeren Geschichte ist, ein singuläres Ereignis, das maximal lokale Konsequenzen hatte.

Ich habe mich geirrt. In „Dust of Dreams“ wurde mir bewusst, wie viel auf die Kette der Hunde zurückzuführen ist. Ohne sie würden die Knochenjäger gar nicht existieren. Weder als 14. Armee an sich noch als eingeschworene Truppe, die eine gemeinsame Identität ausbildeten. Sie wären nicht zusammengestellt worden, um die Rebellion des Wirbelwinds zu zerschlagen, sie wären nicht in den Feuern von Y’Ghatan wiedergeboren worden, sie wären nicht geächtet worden. Sie wären nicht nach Lether aufgebrochen. Und sie erhielten keine Unterstützung von denjenigen, die Coltaine (zurecht) als Helden verehren.

Ich habe begriffen, dass die Kette der Hunde einer der wichtigsten Katalysatoren in „The Malazan Book of the Fallen“ ist. Es war ein Schlüsselereignis. Das müsst ihr euch mal auf der Zunge zergehen lassen: Steven Erikson schilderte im zweiten Band einen Wendepunkt, dessen Tragweite mir erst im neunten Band gewahr wurde. So groß schreibt er, so vorausschauend und konsequent. Diese Momente sind es, für die sich die Lektüre der Reihe trotz aller Anstrengung und gelegentlicher Frustration lohnt.

Ich weiß nicht, wie „The Malazan Book of the Fallen“ enden wird. Nach „Dust of Dreams“ fühle ich mich kaum schlauer als vorher, weil sich beinahe jeder Aspekt der Handlung noch in der Schwebe befindet. Steven Erikson hat im Vorwort davor gewarnt. Ich denke, er wusste, dass der neunte Band für viele seiner Leser_innen schwer zu stemmen und ertragen sein würde. Mittlerweile hat er sich jedoch so viele Vorschusslorbeeren erarbeitet, dass ich gern gewillt bin, mich von der weitreichenden Ahnungslosigkeit, mit der ich „Dust of Dreams“ beendet habe, nicht entmutigen zu lassen. Erikson bekommt den Vertrauensvorschuss von mir. Ich freue mich auf „The Crippled God“.

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Cover des Buches Das Spiel der Götter (3) (ISBN: 9783442269686)
SunnySues avatar

Rezension zu "Das Spiel der Götter (3)" von Steven Erikson

Steven Erikson "Im Bann der Wüste" Bd. 3
SunnySuevor 2 Monaten

"Kann die Wirklichkeit selbst genarrt und dazu gebracht werden, auf einer Unwirklichkeit zu bestehen?"

Als ich meine Augen aufschlug, konnte ich die Magie auf meiner staubtrockenen Zunge schmecken. Die schaukelnden Bewegungen ließen mich erahnen, wo ich mich diesmal befinde. Auf der Silanda, einem alten und verschollenen Schiff, inmitten eines der älteren Gewirre, einem der Pfade, auf dem die Götter und die Aufgestiegenen die Welt der Magie durchwandern. Kulp versucht einen Weg für ins zurück in die Welt der Sterblichen zu finden oder einen zu erschaffen, doch scheint dies nicht so einfach zu sein. Er versucht es mit Hilfe seines Meanas-Gewirrs, dem Pfad der Schatten und Illusionen. Nicht gerade das, was ich in meinem jetzigen Zustand gebrauchen kann. Aber ich habe das nunmal nicht in der Hand. Ich scheine gar nichts mehr in der Hand zu haben und zum Spielball der Götter geworden zu sein. Und dann geht alles ganz schnell! Ich erinnere mich nur noch an den Drachen, seine niederdrückende Macht und das Feuer überall. Laute und grausige Schreie von lebenden Fackeln, die an mir vorbeirennen. Ich höre sie jetzt noch. Und dann, im nächsten Augenblick nichts mehr. Als ich wieder zu mir komme, finde ich mich mitten in der Raraku wieder. Bei mir Kulp, der Priester Hedoric, Baudin und Felisin. Und der Vermummte, der uns stets auf den Fersen ist. Er spielt mit uns wie die Katze mit der Maus, ehe sie das Interesse an ihr verliert oder sie endgültig mit ihrer Pranke zermalmt.

Ich weiß, dass es auch Fiedler nicht besser ergeht. Er, Crokus und Apsalar können gar nicht so weit von mir entfernt sein. Ich spüre es. Und sie wissen sicher, dass sie Teil einer Intrige sind, die sie weder ermessen noch durchblicken können. Und auch Icarium und sein Begleiter Mappo werden benutzt. Ein Gefühl sagte mir, dass Iskaral Pustl, der Hohepriester des Schattens, die Fäden in der Hand hält. Iskaral ... mit seinem irrem Gerede. Blickt überhaupt jemand durch, bei dem was er den ganzen Tag von sich gibt? Ich habe das Gefühl, dass alles was er sagt eine wichtige Wichtigkeit ist, aber mir schwirrt der Kopf davon. Ich bin müde von der müden Müdigkeit und erschöpft von der erschöpfenden Erschöpfung. Jetzt fange ich auch schon mit dem irren Gerede an, dabei fordern die Machenschaften des Schattens meine absolute Aufmerksamkeit. Ich darf mir keine Fehler erlauben, sonst wird diese Wüste mein elendiger Tod sein.

"Im Bann der Wüste" ist der dritte Band von Steven Eriksons irrer Reihe "Das Spiel der Götter". Und eines kann ich euch sagen: Diese Reihe fordert mich wirklich. Sie möchte meine ungeteilte Aufmerksamkeit und lauert eifersüchtig auf mein Auftauchen. Es ist definitiv keine Buchreihe für zwischendurch. Nein! Mit jedem Band muss man sich in Ruhe beschäftigen, denn Erikson serviert uns die Informationen zu dieser imperialen und sehr komplexen Geschichte nicht auf dem Silbertablett! Der Leser muss schon ein wenig mitarbeiten, seine grauen Zellen anstrengen und gut zuhören.
Meine Begeisterung für diese Buchreihe ist weiterhin ungebrochen und nach wie vor zieht sie mich total in ihren Bann. Die Charaktere sind durchweg interessant und teilweise auch schwer zu durchschauen. Für mich seit "Rad der Zeit" und "Sturmlichtchroniken" mal wieder eine wirklich geniale und epochale Story, in der ich absolut versinken kann!

"Der Historiker, der jetzt ein Zeuge ist, und der in dem Glauben dahintorkelt, er würde überleben. Zumindest lange genug, um die Einzelheiten auf Pergament niederzuschreiben, in dem gebrechlichen Glauben, dass die Wahrheit eine lohnenswerte Sache ist. Dass die Geschichte dieses Trecks eine Lektion wird, die beachtet wird. Ein zerbrechlicher Glaube? Eine glatte Lüge, ein Irrglaube der schlimmsten Sorte. Die Lektion, die uns die Geschichte erteilt, ist, dass niemand aus ihr lernt."

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