Steven Galloway

 4.3 Sterne bei 48 Bewertungen
Autor von Der Cellist von Sarajevo, Der Illusionist und weiteren Büchern.
Steven Galloway

Lebenslauf von Steven Galloway

Steven Galloway wurde 1975 in Vancouver geboren. Er studierte unter anderem an der University of British Columbia, wo er heute als Professor Kurse für Kreatives Schreiben leitet. Seinen ersten großen Erfolg als Schriftsteller konnte er mit seinem Debüt "Finnie Walsh" verbuchen, das im Jahr 2000 veröffentlicht und für den Amazon.ca/Books in Canada First Novel Award nominiert wurde.

Alle Bücher von Steven Galloway

Der Cellist von Sarajevo

Der Cellist von Sarajevo

 (34)
Erschienen am 08.06.2010
Der Illusionist

Der Illusionist

 (10)
Erschienen am 09.01.2017
The Cellist of Sarajevo

The Cellist of Sarajevo

 (2)
Erschienen am 26.01.2009
The Confabulist

The Confabulist

 (2)
Erschienen am 12.05.2015
The Journey Prize Stories

The Journey Prize Stories

 (0)
Erschienen am 07.11.2006
Ascension

Ascension

 (0)
Erschienen am 01.02.2010
Finnie Walsh

Finnie Walsh

 (0)
Erschienen am 01.09.2011
Wiolonczelista z Sarajewa

Wiolonczelista z Sarajewa

 (0)
Erschienen am 01.01.2015

Neue Rezensionen zu Steven Galloway

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Der Cellist von Sarajevo" von Steven Galloway

‚Man kann nicht mehr sagen, welche Version der Lüge die Wahrheit ist.'
sabatayn76vor 4 Monaten

‚Man kann nicht mehr sagen, welche Version der Lüge die Wahrheit ist. Ist das wahre Sarajevo die Stadt, in der Menschen glücklich waren, einander gut behandelt, ohne Hass miteinander gelebt haben? Oder ist das wahre Sarajevo die Stadt, wie er sie heute sieht, in der die Menschen einander töten, wo Kugeln und Granaten von den Bergen herabfliegen und die Häuser einstürzen?‘ (Seite 227)

Ein Cellist beobachtet eines Nachmittags aus dem Fenster eine Menschenschlange, die nach Brot ansteht. Sekunden später sind 22 dieser Menschen in Folge eines Mörsergranateneinschlags tot: Freunde, Nachbarn, Fremde.

Vierundzwanzig Stunden nach dem Anschlag setzt sich der Cellist, der in Friedenszeiten der erste Cellist des Philharmonischen Orchesters von Sarajevo war, in den Krater der Granate und spielt Albinonis Adagio - 22 Tage lang, täglich um 16 Uhr, um der Toten zu gedenken.

Steven Galloway erzählt in ‚Der Cellist von Sarajevo‘ von der Belagerung Sarajevos, wobei es sich um eine Geschichte handelt, die teilweise auf einer wahren Begebenheit beruhrt, jedoch nicht den historisch genauen zeitlichen Ablauf der Belagerung wiedergibt, denn der Autor hat Geschehnisse aus drei Jahren in einem einzigen Monat untergebracht. Nichtsdestotrotz hat es den Cellisten, der in Galloways Roman namenlos bleibt, und den Mörsergranatenanschlag auf die Menschengruppe tatsächlich gegeben: Am 27. Mai 1992 starben dabei 22 Menschen und mindestens 70 wurden verletzt, und der Cellist Vedran Smailović spielte zu Ehren der Toten an den nächsten 22 Tagen Albinonis Adagio in g-Moll.

Ich muss zugeben, dass ich den Einstieg ins Buch eher wirr und zu bemüht fand. Ich habe mich daraufhin auf eine wenig fesselnde Lektüre eingestellt, wurde jedoch schnell positiv überrascht. Im Verlauf zeigte sich bald, dass lediglich das erste Kapitel (‚Der Cellist‘) wenig gelungen war, dass der Roman spannend und bewegend wurde, sobald weitere Protagonisten vorgestellt wurden: Strijela, eine Heckenschützin, die nur auf Soldaten und nicht auf Zivilisten schießt, Kenan, der sich alle paar Tage auf den gefährlichen Weg durch die belagerte Stadt macht, um Wasser für sich, seine Familie und seine alte, grantige Nachbarin zu holen, Dragan, der in einer Bäckerei arbeitet und sich an ein Sarajevo erinnert, das es nicht mehr gibt, das er aber auch nicht aufgeben kann.

Durch die Einführung der lebendig gezeichneten Protagonisten Strijela, Kenan und Dragan gibt Galloway dem Krieg ein Gesicht und zeigt zudem, wie schnell ein Leben im Frieden zu einem Leben im Krieg werden kann, wie Normalität und Alltag von einem Tag auf den nächsten enden können. Mir haben diese Beschreibungen des Vorher und des Nachher gut gefallen und mich sehr bewegt. Und letztendlich ist der anfänglich so mühsame Roman zu einer Lektüre geworden, die ich kaum weglegen konnte und wollte.

Am Ende seines Romans bietet der Autor noch Einblicke in die Realität, spricht von der fast vierjährigen Belagerung Sarajevos, von mindestens 10.000 Toten und weiteren 56.000 Verwundeten, von 329 Granaten, die durchschnittlich jeden Tag in die Stadt einschlugen, und von 10.000 zerstörten bzw. 100.000 beschädigten Wohnungen.

Zusammen mit der bewegenden Geschichte, die sich ohne Weiteres genauso zugetragen haben könnte, veranschaulichen diese Zahlen, was sich vor gar nicht so langer Zeit ganz in unserer Nähe zugetragen hat. Denn Sarajevo ist viel näher, als man denkt: Von Berlin aus ist man mit dem Auto schneller in Sarajevo als in Barcelona, und eine Autofahrt nach Rom, in die Provence oder die Bretagne würde genauso lang dauern wie eine nach Sarajevo, auch wenn einem all diese Orte wahrscheinlich viel näher vorkommen als die Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas.

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jasimaus123s avatar

Rezension zu "Der Illusionist" von Steven Galloway

Magie aus einer anderen Perspektive!
jasimaus123vor 2 Jahren

 Michael Strauss hat eine ungewöhnliche Krankheit, Konfuabulation. Er ist also davon überzeugt, das Dinge, die faktisch nicht wahr nicht, passiert sind. So glaubt er das er Harry Houdini nicht nur kannte, sondern den großen Illusions- und Entfesselungskünstler sogar umgebracht hat.

Das Buch besteht grundsätzlich aus zwei Geschichten. Einmal verfolgt man als Leser die Lebensgeschichte vom weltberühmten Magier Harry Houdini, der besonders für seine außergewöhnlichen Entfesselungstricks bekannt ist. Zum anderen erfährt man wie der Konfabulierer Michael Strauss Harry Houdini getötet hat und dabei sein eigenes Leben zerstörte. Diese beiden Geschichte hat der Autor intelligent miteinander verknüpft und zu einer großen, beeindruckenden Erzählung werden lassen, die mich gut unterhalten konnte. Besonders bei Houdinis-Kapitel fühlte ich mich manchmal als wäre ich eine gespannte Zuschauerin bei einer seiner spektakulärern Shows. Interessanterweise hat der Autor auch nicht darauf verzichtet den Lesern einen kleinen Blick hinter diese Show zu gewähren, indem er manche Tricks von Harry Houdini erklärte.

Allein schon für Harry Houdinis Geschichte hat es sich gelohnt das Buch zu lesen, doch die Sicht von Martin Strauss brachte noch einen spannenden Twist hinein, auf den ich ungerne verzichtet hätte. Unter dem Einwand der Krankheit Konfabulation zeigt der Autor damit wie schwer wiegend manche Entscheidungen und Taten in der Vergangenheit oft sind und das Reue nur ein kleines Wort ist. Manchmal kann man Fehler zwar nicht rückgängig, aber immer, wieder gut machen. Das ist, finde ich eine schöne Message, die der Autor Steven Galloway geschickt in seinem Buch verpackte.

Generell kann ich die Wortgewandtheit des Autors nur in den höchsten Tönen loben. Er schreibt fließend, gefinkelt und lässt den Lesern gerade an den wichtigsten Stellen genau die richtige Magie fühlen. Auch wenn Harry Houdini ein sehr außergewöhnlicher Mensch ist und einen doch sehr eigensinnigen Kopf hat, ist es Steven Galloway gut gelungen, dem Leser einen Blick in dieser verzweigte Gedankenwelt werfen zu lassen. Mich konnten Houdinis Kapitel immer sehr faszinieren. Wie viel davon jetzt Fiktion und wie viel Wahrheit ist - im Nachwort heißt es das der Großteil davon erfunden aber vieles auch aus Biografien übernommen worden ist. Ich denke auch hier wurde ein guter Mittelweg gefunden.

FAZIT:
Eine faszinierende Geschichte, über die Macht des Glaubens und der Magie, über Harry Houdini und einen Mann der glaubt er habe den, womöglich, größten Entfesselungskünstler der Welt umgebracht. Ich war durchwegs hingerissen und kann das Buch sehr weiterempfehlen!

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Kaiaiais avatar

Rezension zu "Der Illusionist" von Steven Galloway

Spannung + Zaubertricks = Super!
Kaiaiaivor 3 Jahren

Der Illusionist von Steven Galloway hat mich (fast) auf ganzer Linie überzeugt. Was kann da auch schiefgehen, wenn man ein gut recherchierten Roman über den Weltberühmten Illusionisten Harry Houdini verfasst, in welchem die meisten Tricks aufgedeckt werden und dann noch eine Agenten-Story mit eingewoben wird. Durch die komische Gedächtnis-Krankheit die den Erzähler (und gleichzeitig Semi-Hauptcharakter) befallen hat, kann sich Galloway auch seiner künstlerischen Freiheit hingeben und die Geschichte von Harry Houdini auch nochmal spannend nachschreiben.

In dem Erzähler-Charakter steckt aber auch die Schwäche des Romans. Er ist mir super unsympathisch (fast durchgängig versucht er alle seine Probleme mit Alkohol zu lösen) ohne dabei groß interessant zu werden. Dadurch wirken die Gegenwartskapitel mit diesem Charakter eher störend. Zum Glück sind die aber meist kurz und nur rar gesäht. Insgesamt also ein sehr spannender Roman den ich jedem empfehlen würde der sich für die Macht der Illusion interessiert!

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Steven Galloway wurde am 13. Juli 1975 in Vancouver (Kanada) geboren.

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