Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen

von Steven Herrick 
3,8 Sterne bei8 Bewertungen
Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen
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Poetische Bilder!

K

Viel Poesie und Herzschmerz! Welch eine magische Wirkung eine Wassermelone doch haben kann!

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Inhaltsangabe zu "Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen"

Ein poetisches Highlight für Mädchen und Jungen ab 13 Jahren.
Ich weiß, heute Nachtwerde ich träumen,dass sie das schwarze Oberteil trägtund die Hipster-Strumpfhose,träumen von ihrem Lächeln,das sichüber meinen Schlaf breiten wird.
Ein poetische Geschichte über den Mut, nach den Sternen zu greifen, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Steven Herricks Roman „Wir beide wussten, es war was passiert" war für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783522202466
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Erscheinungsdatum:16.01.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Cornelia_Ruoffs avatar
    Cornelia_Ruoffvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Poetische Bilder!
    Poetische Bilder!

    „ICH WEISS, HEUTE NACHT WERDE ICH TRÄUMEN“ VON STEVEN HERRICk

    1. ZUM INHALT

    Ich war sehr gespannt darauf, was ich mir unter einem poetischen Highlight ab 13 Jahren vorstellen soll. Anstatt einer Antwort bekam ich beim Lesen, den Einblick in eine auf wenige Worte konzentrierte Gedankenwelt.

    Steven Herrick erzählt uns keine Geschichte, sondern Harry fasst seine Welt und was darin geschieht in Gedichten(?) oder poetischen Versen zusammen. Diese Vorgehensweise war neu für mich.

    1. Gedichte aus einer persönlichen (Ich-Form), aber nicht der eigenen Erzählperspektive zu schreiben, finde ich eine Herausforderung.

    2. Eine Kurzgeschichte in ein Gedicht zu verwandeln, konnte ich mir bislang schwer vorstellen. Der Focus der Gedichte, die mir geläufig sind, liegt eher bei abstrakten Begriffen, wie Liebe, Treue usw.

    3. Eine Biografie als Gedichtband, Harrys Geschichten aus der Kindheit, war neu für mich.

     

    Nachdem ich mich darauf eingelassen hatte, war es sehr gefällig zu lesen und man kann den Worten nicht die Poesie absprechen. Steven zeichnet uns mittels Harrys (auf den ersten Blick formlosen Gedichten) eine lebendige und gefühlvolle Welt. Die einzelnen Figuren, der Vater, Keith u. a. werden nicht nur gut beschrieben, sondern sehr gut charakterisiert. Der Leser, auf jeden Fall erging es mir so, sieht das Geschehen aktiv ablaufen. Durch die punktuellen gut gewählten Screenshots des Ablaufes, ergänzt die eigene Phantasie, das Kopfkino, die kleine Episode des Augenblicks zu einer runden Geschichte. Die Ereignisse werden verdichtet dargestellt. Jedes Wort ist eine Botschaft, die zum Verständnis beiträgt.

    2. SPRACHLICHE GESTALTUNG

    Steven Herrick gelingt es, Harrys Leben in wenigen, aber sehr ausdrucksstarken Verben und Nomen darzustellen.

     

    3. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUNG

    „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“ von Steven Herrick und übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn, hat 240 Seiten, einen festen Einband und ist am 16.01.2018 unter der ISBN 9783522202466 bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH im Genre Jugendbuch, mit der Altersempfehlung ab 13 Jahre, erschienen. Das Buch kostet 15 €.

    4. FAZIT

    Die Poesie des Buches hat mich berührt. Das Geschehen wird dadurch aus einer gewissen Entfernung betrachtet. Es ist als, ob es alleine für den Leser auf einer Bühne aufgeführt wird und gewinnt trotz der Entfernung an Bedeutung. Das gefällt mir gut.

    Passt es in das Genre Jugendbuch? Warum nicht? Es gibt Leser, die mögen Poesie und andere können damit nichts anfangen. Das ist wahrscheinlich in jeder Altersklasse so.

    Ich vergebe insgesamt 4/5 Punkten.

    Connie’s Schreibblogg https://schreibblogg.de

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    K
    Kunterbuntegruneweltvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Viel Poesie und Herzschmerz! Welch eine magische Wirkung eine Wassermelone doch haben kann!
    Wassermelonen zu dritt und ab und zu auch mal Schuhe!

    Nach Goethes Faust, ist das schon das zweite Buch in Versform, dass ich lese. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, während es sich bei Goethe um ein Drama voller Streben und Magie handelt, schildert Herrick auf sehr faszinierende Art und Weise das Leben zweier Jungen in einer australischen Kleinstadt.
    Beim Lesen ist es wichtig sich Zeit zu nehmen und das Buch nicht zu unterschätzen. Zwar finden sich auf den knapp 250 Seiten nur wenige Worte, aber trotzdem viel Bedeutung. Am Anfang war das ein Problem für mich und ich musste häufig Seiten doppelt lesen um den Sinn dahinter zu verstehen
    Harry, der Protagonist, erzählt von seiner Kindheit, der ersten Liebe und dem Verlust der solchen. Sehr berührend erzählt er von den Höhen und Tiefen seiner Jugend und nimmt den Leser mit in eine Welt in der eine Wassermelone zu dritt Familie und Geborgenheit bedeutet und man nur zu festlichen Anlässen Schuhe trägt.

    Durch das Buch bekommt man einen tiefen Einblick in das Herz eines kleinen Jungens und auch wenn es am Anfang etwas ungewohnt ist alles in Reimform zu lesen, kann ich es dennoch nur empfehlen!

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    once-upon-a-times avatar
    once-upon-a-timevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Poetisches Jugendbuch, das einen guten Ton trifft: Nicht zu viel, nicht zu wenig, ziemlich viel Inhalt auf wenig Worte.
    Poetisches Erwachsenwerden

    „Und ich […]
    nehme Anlauf, springe
    und lasse los.“ (S. 153)


    Der junge Harry führt ein verlustreiches Leben in einer Kleinstadt. Für all die Dinge, die einen Teenager beschäftigen – ob Familie, Freunde, Liebe oder Sex – werden in „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“ Worte gefunden.

    Ein Blick auf das Cover hat gereicht, um mein Interesse an diesem Buch zu wecken, so sehr sticht es zwischen den vielen bunten Jugendbüchern hervor. Noch bevor ich auch nur einen Blick auf den Klappentext geworfen hatte, war ich überzeugt, dass mich das Buch ebenso berühren würde wie das schlichte Bild vorn, und damit lag ich gar nicht so falsch.

    „Wie kann er Stimmen hören
    bei all diesem Lärm?“ (S. 96)


    Man darf das Buch nicht unterschätzen. Auch wenn in Seiten gemessen nicht besonders umfangreich ist, steckt zwischen den Zeilen unheimlich viel Inhalt. Das ist es, was mich am meisten beeindruckt hat.
    Herrick benötigt nicht viele Worte, um das auszudrücken, was schwer in Worte zu fassen ist, und trotzdem (oder gerade deswegen?) weiß man, worum es geht.
    Naturgemäß sind die einzelnen Charaktere nicht in der Ausführlichkeit ausgearbeitet, wie das vielleicht üblich ist, doch das Gesamtkonzept ist stimmig.

    Ein kleines bisschen hatte ich das Gefühl, dass der Text in der Übersetzung etwas verloren hat. Vermutlich geht das gar nicht anders, ich wage mal ernsthaft zu bezweifeln, dass Poesie in irgendeiner anderen Sprache ebenso gut funktioniert wie in der ursprünglichen, und es ist im Großen und Ganzen auch ganz gut gelungen, aber nicht überwältigend.

    „Meine Stadt
    erzählt mir ihre Geheimnisse,
    während ich
    still dasitze,
    zehn Meter oben
    im Himmel.“ (S. 52)


    Insgesamt bietet „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“ einen poetischen Einblick in das Erwachsenwerden eines Vierzehnjährigen, in dem mehr angedeutet als ausgesprochen wird.
    Aus sprachlichen Gründen würde ich allerdings die originalsprachliche Version eher empfehlen als die deutsche.

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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor 8 Monaten
    Ziemlich anstrengende Poesie

    Ein solches Buch zu verlegen, grenzt an eine Mutprobe. "Ein poetisches Highlight für Mädchen und Jungen ab 13 Jahren", liest man. Dass sich Jungs in diesem Alter stark für Poesie interessieren, würde mich in der Breite überraschen. Der Autor mag da eine Ausnahme bilden, die sich allerdings auch etwas später herausgebildet haben kann. Was man in diesem Buch vorfindet, sind Jugenderinnerungen, die in das Alter der angegebenen Zielgruppe passen: Erste Liebe, feuchte Träume, die Suche nach dem Ich, Brüder und Eltern, Erlebnisse und Abenteuer der Jugend – eben alles, was in diese Zeit gehört.

    In Gedichtform aufgeschrieben, sehen sie vielleicht wie ein Gedicht aus. Aber da reimt sich nichts. Das könnte man vielleicht noch akzeptieren, wenn man wenigstens einen gewissen Rhythmus finden würde. Da der aber nicht zustandekommt, liest sich dieser Text einfach nur holprig. Wahres Lesevergnügen fühlt sich anders an. Um ehrlich zu sein, mich ärgerte dieses Buch zunehmend, weil es anstrengt und keinen wirklichen Lesefluss zulässt. Die einzelnen Stücke ziehen sich glücklicherweise immer nur über höchstens zwei Seiten, sodass man sich zwischendurch wieder erholen kann.

    Wo versteckt sich nun die Poesie? Wenn man sich mit dem Stil anfreunden kann, dann vielleicht in den kurzen Andeutungen, den nicht ausgemalten Wortbildern, die sich vielleicht in den Kopf eines Lesers einschmeicheln und dort weitergemalt werden könnten. Wenn es denn soweit überhaupt kommt. Und da habe ich meine Zweifel.

    Ich hatte mir nach der Ankündigung eine ganz andere Vorstellung von diesem Buch zurechtgelegt. Das mag mein Problem sein. Oder auch nicht. Deswegen eine eher neutrale Bewertung.

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    Leni_s avatar
    Leni_vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Gedichtband über das Leben in einer Kleinstadt in den 60er-Jahren
    Ein Gedichtband über das Leben in einer Kleinstadt in den 60er-Jahren

    Kurz zum Inhalt

    Harry, ein Junge aus einer armen Famile, wächst in einer nicht sehr viel reichern Stadt in den 50er/60er-Jahren auf. Er hat ein einfaches Leben und doch muss er immer wieder Schicksalsschläge erleiden und versuchen damit umzugehen.

    Zitat
    》Menschen, die sterben,
    verschwinden nicht.
    Wenn du nachts horchst,
    hörst du ihre Stimmen. 《

    Meine Meinung
    "Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen" ist in Versform geschrieben. Es sind keine Reime, sondern "abgehackte" Sätze. Vielleicht kennt ihr das ja aus Gedichten der Gegenwartsliterautur :) Durch diese Schreibweise bekommen die Sätze durch die Pausen andere Betonungen und dadurch auch Bedeutungen. Das finde ich für eine Erzählung wirklich sehr interessant! Ich brauchte ein paar Seiten bis ich mit dem Schreibstil klar kam und die Sätze auch 'richtig' und nicht als Fließtext gelesen habe.
    Der Roman ist nicht wirklich mitreißend oder spannend. Der Lesefluss ist dennoch sehr schnell, da die Gedichte wirklich kurz sind. Trotzem fragt man sich als Leser, welchen Schicksalsschlag Harry als nächstes erleiden muss. 
    Die Handlung ist der Zeit wirklich sehr gut angepasst. Zum Beispiel bei der Meinung der Figuren. Hierbei ist eine Frau beispielsweise der Meinung, dass Jungen ohne Mutter nicht erzogen werden können und aus ihnen nichts werden kann.
    Die Sprache ist sehr sachlich und wirkt häufig emotionslos. Auch die Verzweiflung bzw. Ermüdung des Lebens der Bürger der kleinen Stadt kommt gut rüber.Es fällt mir etwas schwer, die Figuren selber zu beurteilen, da die Erzählung nicht auf die Figuren fixiert ist. Weil der Roman eine Art Erfahrungsbericht ist, scheinen sie dennoch authentisch. Ich habe ein wenig das Gefühl, dass ich von dem Gesamtwerk nach einmaligem Lesen gar nicht die kompletten Intentionen und Kritiken erfasst habe. Für jetzt ist für mich die Hauptaussage, dass man auch in kleinen Dingen das Glück finden kann und dass glücklich sein nur mit uns selbst zu tun hat. Der Roman bekommt von mir ★★★✯☆ von 5 Sternen. Wahrscheinlich werde ich den Roman noch einmal lesen, damit ich vielleicht noch mehr zwischen den Zeilen lesen kann. Eventuell bekommt der Roman dann noch eine persönliche Aufwertung von mir. :)Danke an NetGalley und Thienemann-Esslinger, dass ich den Roman lesen durfte. ♥

    EckdatenGenre: Jugendroman, Gedichtband
    Seitenanzahl: 240 Seiten
    Preis: 15,00 € (Gebunden), 11,99 € (eBook)
    Verlag: Thienemann-Esslinger

    Klappentext
    Ich weiß, heute Nacht
    werde ich träumen,
    dass sie das schwarze Oberteil trägt
    und die Hipster-Strumpfhose,
    träumen von ihrem Lächeln,
    das sich
    über meinen Schlaf breiten wird.

    Eine poetische Geschichte über den Mut, nach den Sternen zu greifen, überzetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
    Hier geht's zu meinem Blog ♥

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    Lales avatar
    Lalevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ich weiß gar nicht, was ich da kritisieren könnte, es ist ein echt gelungenes Werk, was den Leser zum Nachdenken über das Leben anregt.
    Eindrucksvoll

    Inhalt:

    Nach dem frühen Tod der Mutter, wachsen die beiden Brüder Harry und Keith mit ihrem Vater in einem Dorf in Australien auf. So schön die familiäre Atmospäre und scheinbare Ruhe auch sein kann, genauso grausam ist sie ebenfalls. 
    Unglücke, Schmerz, Trauer und Armut begleiten Harry's Kindheit und Jugend, in der er versucht, seinen Weg zu finden...


    Meine Meinung:

    Ich habe mich sehr über dieses Rezensionsexemplar gefreut, da es sich von vielen, sonst meist hellen Covern, deutlich abhebt. Die schlichte und doch eindrucksvolle Gestaltung des Covers hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Und das man nicht sonderlich viel aus dem Klappentext entnehmen kann, hat mich gar nicht so gestört, die geheimnisvolle Atmosphäre hat mich gepackt.

    Als ich zu Lesen begonnen habe, war ich ziemlich überrascht, als ich bemerkt habe, dass dasganze Buch in Versform geschrieben ist. 
    Ich weiß, ich weiß, da kommen Erinnerungen an Gedichtsanalysen aus dem Deutschunterricht auf, doch lasst euch darauf ein!

    In die zunächst ungewöhnlich sprachliche Gestaltung findet man als Leser sehr schnell rein, da die Kapitel sehr kurz gehalten sind und sehr flüssig und leicht verständlich geschrieben sind.

    Die Handlung wird durchgängig aus der Sicht des älteren Bruders Harry geschrieben, wodurch dem Leser einen tiefen Einblick in seine Gefühls- und Gedankenwelt gibt. Schonungslos offen und ehrlich beschreibt er sein Empfinden und Erleben, die mich tief berührt haben. 

    Nicht nur der frühe Verlust der Mutter macht Harry zu schaffen, außerdem hat er seine Freundin verloren. Die Familie ist arm und der Vater, der noch mit dem Verlust seiner Frau beschäftigt ist, lässt den Jungen viel Freiraum. 
    Zu viel, wie einige Dorfbewohner sagen. 
    Zwischen den heranwachsenden, "normalen" Kindern und dem Klatsch und Tratsch der Bewohner, fühlt sich Harry manchmal ziemlich einsam. 
    Was ist sein Weg?


    Tatsächlich musste ich mich zu Beginn an den Schreibstil gewöhnen, aber die Tiefe und Emotionalität der Geschichte hat mich ergriffen. Es werden gerade für das Alter sehr wichtige Themen behandelt und es wird gezeigt, wie Harry damit umgeht (bzw. nicht). 

    Ich weiß gar nicht, was ich da kritisieren könnte, es ist ein echt gelungenes Werk, was den Leser zum Nachdenken über das Leben anregt.

    Fazit:
    Absolut empfehlenswert, bei der Altersberücksichtigung würde ich darauf achten, dass die Person mit Schicksalsschlägen und einer emotionalen Handlung umgehen kann, da das tiefe Gefühle wecken kann.

    Ein poetisches Highlight für Jung und Alt!


    💙💙💙💙💙 
    (5 Sterne)

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    klaudia96s avatar
    klaudia96vor 9 Monaten
    Ein kleines Dorf in der Flut ...


    Inhalt


    In einem kleinen Dorf in den 60ern wachsen zwei Brüder ohne ihre Mutter auf. Zwischen Unfällen, der ersten Liebe, der Flut und den Belangen des Alltags ist Freundschaft und Familie das Wichtigste für sie – doch der Klatsch des Dorfes kann grausam sein. Abschied und Schmerz bestimmen Harrys Leben. Doch findet er seinen Weg zu den Sternen?


    Meine Bewertung


    Nachdem ich von Steven Herrick bereits „Wir beide wussten, es war was passiert“ gelesen und geliebt habe, war ich bei seinem neuen Werk doch Feuer und Flamme – ich musste es haben. Auch wenn ich etwas Sorge hatte, dass dieser Titel nicht an das erste Buch heranreichen würde, habe ich mich auf eine poetische Geschichte und ihre Sogwirkung gefreut. Und wurde leider im Verlauf des Buches bitterlich enttäuscht.


    Was mich hier am meisten gestört hat, war der fehlende rote Faden in der Handlung. Es sind Alltagsszenen auch Harrys Leben beschrieben, den sein Vater nach Harry Houdini benannt hat. Solche kleinteiligen Informationen sind über das ganze Buch verstreut und sollen den Charakteren wohl Tiefe geben – nur konnte ich damit nichts anfangen. Harrys Sicht war in kurzen Sätzen geschildert, die an das erste Buch erinnern, doch eine richtige Persönlichkeit konnte ich darin nicht erkennen. Er ist ein recht armer Junge aus dem Dorf mit wenigen Freunden, über die man ebenfalls kaum etwas erfährt, was zu einer Charakterisierung beitragen würde.


    Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch autobiographische Züge trägt, aber im Endeffekt hatte ich das Gefühl, dass der Autor hier wieder mit wenigen Worten viel zu erzählen versucht. Was bei seinem anderen Titel wunderbar geklappt hat, war hier aber deplatziert, denn so konnte ich keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen und auch kein richtiges Ziel in der Handlung feststellen. Alles dümpelte vor sich hin, man las dauernd vom Tod eines Mädchens, vom Klatsch im Dorf, von Wassermelonen und eingeschlagenen Fenstern – aber was das in Harry bewegt oder wieso das wichtig ist, kam bei mir einfach nicht rüber.


    Der Verlag wirbt mit dem Spruch: „Eine poetische Geschichte über den Mut, nach den Sternen zu greifen.“ Nun, davon konnte ich herzlich wenig sehen. Denn wenn es mutig ist, sich wegen einer kleinkindlichen Schwärmerei strafbar zu machen, ist das für mich einfach keine Auszeichnung von Mut. Wo Harry im Buch nach den Sternen greift, ist auch an mir vorübergegangen, denn richtige Ambitionen konnte ich nicht erkennen.


    Alles in allem kam mir das Buch zu gewollt vor und dabei leider einfach viel zu platt umgesetzt. Ich hatte nicht diese Momente wie bei Herricks vorangegangenem Titel, dass ich Passagen doppelt und dreifach lesen wollte, die Poesie kam diesmal nicht rüber, weil das Thema einfach plump runtererzählt und nicht mit den nachdenklichen Phrasen bestückt wurde.


    Alles in allem war „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“ für mich ein absoluter Fehlgriff. Wer hier die Wortgewandtheit oder die mutige, philantropische Storyline von „Wir beide wussten, es war was passiert“ erwartet, ist leider an der falschen Stelle. Flache Charaktere und eine zusammengewürfelte Story haben mich nicht überzeugen können.

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    yellowdogs avatar
    yellowdogvor 9 Monaten
    Am Fluss

    Der australische Poet Steven Herrick schreibt in Versform über das Leben von 2 Jungen, die nach dem frühen Tod der Mutter zusammen mit ihrem Vater in einer Kleinstadt in Australien aufwachsen. Erzähler ist Harry, ein Jahr älter als sein Bruder Keith.
    Es sind die frühen sechziger Jahre.

    Die gewählte Form ist geeignet um mit der nötigen Sensibilität die Lebenssituation zu zeigen.
    Steven Herrick konzentriert sich ganz und gar auf die Schilderung des Lebens in der Stadt, er zeigt die äußeren Bedingungen und inneren Emotionen in großer Deutlichkeit.
    Man taucht tief ein in die Welt der Jungen.
    Harry trauert nicht nur um seine Mutter, sondern auch um seine bewunderte Schulfreundin Linda, die in der Flut ertrank. Auch Harrys Vater ist von der Trauer gewissermaßen so gefangen, dass er seine Jungen frei und tolerant aufwachsen lässt.
    So teilt sich die Melancholie des Textes mit einer großen Empathie für die Figuren.

    Noch einmal zum Stil: Geschrieben in Versen, ist der Text doch flüssig und einfach zu lesen. Herrick lässt Überflüssiges weg, konzentriert auch auf das Wesentliche und das mit großer Genauigkeit.

    By the River, so der Originaltitel, ist ein starker Coming-of-Age-Roman, wie man ihn schon lange nicht mehr gelesen hat. Gut, dass dieses preisgekrönte Buch von 2004 doch noch übersetzt wurde.

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