Steven Hill

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Die Start-up-Illusion

Die Start-up-Illusion

 (2)
Erschienen am 02.05.2017

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Rezension zu "Die Start-up-Illusion" von Steven Hill

Mein Eindruck
Ghostreadervor einem Jahr

Die Start-up Illusion ist ein Buch von höchster Brisanz oder anders gesagt es birgt brennenden Zündstoff in sich. Das es nicht nur um die neu existierende digitale Arbeitswelt geht, sondern auch um soziale Errungenschaften, wird von Steven Hill sehr real dargestellt. Er ist Wirtschaftsjournalist und ein gefragter Gesprächspartner von Regierungen und Wirtschaftsverbänden. Ich bin der Meinung, daß jeder von uns merkt, daß schon länger aber auch gerade jetzt in Deutschland der große Umbruch im Gange ist. Und dabei gibt es nur wenige Gewinner, aber viele Verlierer. Egal ob junge oder gut ausgebildete Menschen - die Internet-Ökonomie verändert schleichend unsere Gesellschaft. Sind denn Politik und Sozialpartner überhaupt bereit dem digitalen Plattform-Kapitalismus Einhalt zu gebieten? Mit dem übertriebenen Respekt zur USA kommt nun auch das Start-up-Fieber nach Deutschland, vor allem mit dem typischen Jargon des Silicon Valley. Haben wir es wirklich nötig diesen Wahnsinn zu kopieren, nur weil es im Moment vielversprechend ist? Wir waren als Deutsche mal die Dichter und Denker, und heute lassen wir es zu, vor lauter Gleichgültigkeit und Smartphone, auch im Zuge der Einwanderung, uns alles aufdrücken zu lassen. Ob es nun dem Gemeinwohl dient oder nicht, die Parallelen der Gewinnmaximierung sind schon längst angekommen, allerdings nur für Wenige. Der Neid untereinander tut sein Übriges, nur weil im Moment das Mekka der Start-ups in San Francisco liegt. Aber die Gefahr lauert, daß wir in das 19. Jahrhundert der Ausbeutung zurückfallen. In diesem Buch erleben wir „life“ Fluch und Segen dieser Start-up-Wirtschaft oder auch den Plattformkapitalismus mit all seinen Facetten. Eines der schlimmsten Entwicklungen sind die autonom fliegenden Drohnen, und bald sind wir bei „Big-Brother-Stasi“ angelangt. Unsere persönlichen Daten sind längst erfasst und wie wird nun unsere Zukunft aussehen, in der wir leben und arbeiten werden? Aus soliden Arbeitsplätzen werden miese Jobs und der soziale Abstieg ist im Gange. Werden wir an- und ausgeschaltet wie eine Glühbirne? 1939 haben wir auch alle weggeschaut und hinterm Rücken braute sich Ungeheuerliches zusammen. Das Buch hat höchste Priorität und ist mehr als nur empfehlenswert!!

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Rezension zu "Die Start-up-Illusion" von Steven Hill

Gegen den Rückfall in eine Arbeitsmarkt-Steinzeit
michael_lehmann-papevor 2 Jahren


Zum jenen häufen sich die Meldungen, das, neben den „großen“ digitalen Unternehmen andere lange keine so goldige Substanz haben, wie es glänzen mag. Ob Snapchat oder Rocket-Internet, wenn man hinter die Kulissen schaut, findet man zum einen deutlich weniger Substanz im Wert, als vorgegaukelt wird.

Noch bedrohlicher wird die Analyse, wenn man sich die Arbeitsplätze hinter den Fassaden der „digitalen Eroberer“ betrachtet, was Steven Hill hervorragend fundiert in seiner Analyse im Buch leistet.

„Mittelalterliche Zustände“ eines „von der Hand in den Mund leben“ „digitaler Tagelöhner“, die sich zudem noch mehr und mehr gegenseitig im Wert unterbieten, um überhaupt an Aufträge zu kommen.

Das einmal, nur gedanklich, zugrunde legend für einen Ausblick in die „Industrie 4.0“, in 20, 25 Jahren in der Zukunft als dann vorherrschendes Wirtschaftsmodell lässt Böses ahnen, wenn schon jetzt, bei brummenden Einnahmen und ausgelasteter Industrie in Deutschland, zugleich auf dem Weg fast in die Vollbeschäftigung hinein, die Spreizung zwischen „Gewinnern“ und „Verlierern“ unverändert hoch voranschreitet.

Wie mag es da mit den Mieten, den explodierenden Energiekosten, der allgemeinen Verteuerung samt weniger Möglichkeiten, sich etwas gewinnbringend zurückzulegen (weil es nicht da ist und auf den Konten im Minuszins dahinschmelzt) erst aussehen?

Blickt man auf das Silicon Valley, auf London, Paris, New York und die dort herrschenden Lebenserhaltungskosten, dann sind selbst enorm wirkende Gehälter von 150.000 Dollar und mehr kaum mehr ausreichend für ein einigermaßen gesichertes Leben. Und solche Summen verdient die Heerschar der digitalen Zuarbeiter bei Weitem nicht. Ob dann demnächst auch in Deutschland in Hinterhöfen Gartenlauben entstehen, die für hohe Mieten an den Mann, die Frau gebracht werden oder gar „Verschläge“ von 2 Quadratmetern, wie sie in Hongkong zu finden sind?

Klar ist nach der Lektüre (und es gibt wenig aus einem blinden „wird schon werden“, was man der Darstellung Hills entgegensetzten könnte als denkender Mensch), dass die Gesellschaftsform, die gerade Europa zäh entwickelt hat, unter massiven „Beschuss“ geraten wird. Wie ein anderes Autorentrio gerade ebenso deutlich vermerkt: „Sonst knallt´s“.

Und das eigentliche Drama ist, dass durchaus ja noch Zeit wäre, gegenzusteuern, die soziale Marktwirtschaft, den Staat mit sozialer Verantwortung und eine Wirtschaft, die wenigstens „auch“ ihre Verantwortung für Mensch und Gesellschaft in den Blick nimmt zu transformieren und zu bewahren.

Und dennoch weitgehend alle Hebel in Richtung einer reinen Gewinnmaximierung weniger gestellt und verteidigt werden.

Wenn man an der Seite Hills „Co-Working-Spaces“, „Hot-Spots“ Cafés oder „Hipster-Biotope“ besucht, in denen die verschiedenen Phasen von Start-Ups geplant, bedacht und auf den Weg gebracht werden (öffentliche Cafés der digitalen „Szene“, dann kann einem auf jeden Fall, nach den Gefühlen des Befremdens, Angst und bange werden. Nicht nur über solche „modernste“ Arbeitsplätze und Arbeitsformen, sondern auch, wenn klar wird, wie wenig sich die Teilnehmer dieser „neuen Arbeitswelt“ überhaupt noch von Staat und Gesellschaft für sich versprechen.

Übrigens, rund 70 Prozent ist die Misserfolgsquote bei Start-Ups. Und das dauerhaft.

„Klaus hat ein Kommunikations- und Beratungsunternehmen – irgendwie. Viele dieser Selbstständigen haben „irgendwie“ ihr eigenes Unternehmen“.

Nur dass eine komplette Gesellschaft, ein Kontinent, eine Welt „irgendwie“ nicht auf Dauer funktionieren wird, sondern klare und transparente, am besten noch einigermaßen „gerechte“ Rahmenbedingungen benötigt, um nicht vor die Wand zu fahren.

Ein profunder Blick in die Breite der gegenwärtigen digitalen Arbeitswelt, ein Fanal für die Zukunft und durchaus konstruktive Ideen, wie es anders und „sanfter“ gehen könnte.

Man sollte gut lesen und Zuhören, bevor man sich auf einer „Lohnplattform“ wiederfindet und sich dort genauso anbietet, wie es früher morgens an manchen Straßenecken umfassend der Fall war.

Wer wird profitieren von der unkontrolliert vorangehenden Überlegenheit der neuen Technologien? Das ist eine der offenen Fragen unserer Zeit“.

Und wenn wir nicht aufpassen, werden wir es nicht sein.

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