Steven M. Brown

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Glänze, Gespenst!

Glänze, Gespenst!

 (2)
Erschienen am 06.05.2014

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Rezension zu "Glänze, Gespenst!" von Steven M. Brown

Matte Gespenster
Nespavanjevor 3 Jahren

Als Steven M. Brown einen Artikel über „gay cruising“ veröffentlichte, hatte er da nicht unbedingt eine Kreuzfahrt nur für Schwule im Sinn. Der eine oder andere wird mit diesem Begriff, eine bestimmte Doppeldeutigkeit verbinden und darunter wahrscheinlich etwas anderes verstehen. Auch wenn beide dasselbe Ziel innehaben: Ein oder mehrere Schäferstündchen. Brown bekommt ein Angebot eines deutschen Verlegers, der die Unkosten dieser Reise übernimmt, wenn er über seine Erlebnisse am Schiff schreibt. Brown hat angenommen und präsentiert mit „Glänze Gespenst“ seinen Debütroman.

Als ich das erste Mal von „Glänze Gespenst“ erzählt bekommen habe, war ich doch sehr neugierig was der Schriftsteller an Bord der Carnival Splendor so alles erlebt und vor allem was er alles beschreibt. 3000 homosexuelle Männer, sieben Tage auf hoher See und eine Party nach der anderen, dürften für genug Geschichten sorgen. Unwillkürlich musste ich an eine Filmkomödie mit Cuba Gooding Jr. denken. In diesem Film verirren sich unabsichtlich zwei Heterosexuelle Männer auf eine solche, wenn man es denn so nennen mag, schwule Kreuzfahrt. Ich fand den Film eher mäßig lustig, was wahrscheinlich auch an den überzeichneten stereotypen Vorurteilen Homosexuellen gegenüber gelegen hat. Aber zurück zum Buch: Brown hat einen Freund aus Deutschland, das muss er sich und den anderen Mitreisenden immer wieder vorsagen, und allem Anschein nach führen die Beiden eine monogame Beziehung. Brown lässt sich auf die diversen Ausschweifungen an Bord nicht ein: kein Sex, keine Drogen, kein Alkohol. Ständig kreisen seine Gedanken um den Freund und seine Sehnsucht nach ihm. Wenn er dann doch über die eine oder andere Ausschweifung stolpert, findet er nur kritische Worte oder eine negative Haltung seiner Mitreisenden gegenüber, und andererseits erzählt er über seine eigenen Ausschweifungen die er erlebt hat: „Mit Anfang zwanzig habe ich Männer zu noch früherer Stunde angebaggert, ohne überhaupt zu wissen, ob sie schwul waren.“ Dieses ambivalente Verhalten war mir ein bisschen suspekt. Vielleicht hat er sich nur deshalb so eigenartig verhalten, weil er sich zwar gerne ins Getümmel geschmissen hätte, aber durch seine monogame Partnerschaft, auf den ganzen ausufernden Spaß verzichtet hat. Was natürlich eine weitere Frage aufwirft: „Wieso war denn der Freund, nicht einfach mit auf Kreuzfahrt?“ Brown bleibt durch dieses Verhalten immer ein bisschen zu distanziert. Seine Beschreibungen der Mitreisenden bleiben immer sehr oberflächig. Irgendwie hat mir hier der rote Faden gefehlt, und wenn es denn einen gab, dann war es wahrscheinlich noch das kunstvoll arrangierte Handtuch in seiner Kabine, das er immer wieder anders gefaltet vorgefunden hat.

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