Steven Millhauser

 3.6 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Martin Dressler, Ein Protest gegen die Sonne und weiteren Büchern.

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Martin Dressler

Martin Dressler

 (5)
Erschienen am 26.09.2009
Ein Protest gegen die Sonne

Ein Protest gegen die Sonne

 (3)
Erschienen am 21.08.2010
Zaubernacht

Zaubernacht

 (1)
Erschienen am 05.09.2016
Edwin Mullhouse

Edwin Mullhouse

 (1)
Erschienen am 25.05.2015
Stimmen in der Nacht

Stimmen in der Nacht

 (0)
Erschienen am 15.01.2018

Neue Rezensionen zu Steven Millhauser

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S

Rezension zu "Edwin Mullhouse" von Steven Millhauser

Empfehlenswert!
storiesonpapervor 2 Jahren

 In dem Roman schreibt Jeffrey Cartwright als Biografie aufgebaut über das Leben seines Kinderfreundes Edwin Mullhouse, den er für einer der größten Schriftsteller seiner Zeit hält. Von der Geburt an sind beide die besten Freunde und über 468 Seiten erzählt Jeffrey in bewunderter Weise von den verschiedenen Stationen seines Freundes. Vom ersten Wort, dem ersten Schritt, bis hin zur ersten Liebe und dem ersten Roman „Cartoons“, den Edwin schreibt, ist Jeffrey hautnah dabei und skizziert diese Momente in seinem Bericht. Auch in der letzten Nacht ist er an Edwins Seite und beendet mit dieser die Biografie.

Als Leserin bin ich gemeinsam mit Edwin und Jeffrey aufgewachsen und konnte mich in einigen Situationen wiederfinden. Millhauser schafft es in diesem Roman wunderbar, sich auf die Charaktere einzulassen und diese authentisch wiederzugeben. Zwar wirkt gerade Jeffrey manchmal etwas alter, als er in Wirklichkeit ist (denn er beginnt mit der Biografie direkt nach dem Tod Edwins), doch sowohl er als auch Edwin scheinen in der Entwicklung weiter fortgeschritten zu sein, als manch andere in ihrem Alter. Edwin ist nicht unbedingt ein Sympathieträger, dennoch konnte ich ihn und seine Eigenarten in mein Herz schließen, nicht zuletzt durch die intensive Zeit, die man mit den Freunden verbringt. In einer Bewertung des Buches auf Goodreads habe ich gelesen, dass der Rezensent diesen Roman als Jugendlicher gelesen und anschließend so gut wie vergessen hat. Als er es dann wieder zur Hand nahm, fiel ihm auf, dass „Edwin Mullhouse“ mittlerweile zu seinen Lieblingen gehört. Diese Meinung kann ich voll und ganz verstehen, denn die Erzählung mag über die Seiten manchmal langweilig, manchmal sehr schleppend erscheinen, doch am Ende steht das Gefühl, ein halbes Leben miterlebt zu haben und wenn man den Roman mit der letzten Seite beendet, bleibt eine merkwürdige Stimmung zurück. Der Titel und Klappentext impliziert schon die Tatsache, dass Edwin nur 11 Jahre alt sein wird, wenn er stirbt, dennoch habe ich gehofft, dass es doch noch eine Wendung geben könnte – die leichte Magie, die „Edwin Mullhouse“ nicht ganz so realistisch macht. Was das Ende und den Tod Edwins so besonders macht, muss jeder selbst herausfinden und das lohnt sich auf jeden Fall! Von mir bekommt der Roman 4 Sterne mit eventueller Steigerung über die Monate, denn wie auch der Goodreadsrezensent glaube ich, dass auch ich nach einiger Zeit noch mehr gefallen an der Geschichte finden werde.

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S

Rezension zu "Zaubernacht" von Steven Millhauser

Eine tolle Novelle!
storiesonpapervor 2 Jahren

Die Novelle „Zaubernacht“ handelt von einer einzigen Nacht, in der sich die verschiedensten Menschen aufmachen, um die dunklen Stunden zum Tag werden zu lassen. Eine Jungsgruppe bricht in die Bibliothek ein, um sich zu unterhalten, ein Liebespaar trifft sich, eine Mädchengruppe bricht in Häuser ein, um Essen zu stehlen und die Botschaft „Wir sind eure Töchter“ zu hinterlassen. Doch neben den realen Personen erwachen auch Figuren des nachts zum Leben, so genießt eine Schaufensterpuppe ihre Freiheit und wandelt durch die Straßen, während die älteren, vergessenen Puppen auf den Dachböden zum Takt des Mondes tanzen.

Steven Millhauser erzählt mit „Zaubernacht“ verträumte Geschichten der Dunkelheit, die mal real, mal mystisch wirken. Die 142 Seiten lesen sich wie in einem Rausch, in dem die Erzählungen durch die Stunden um Mitternacht verbunden sind. Millhauser schafft eine Atmosphäre, die aus der Zeit, zu der die meisten Menschen schlafen, eine ganz besondere macht. Die wenigen Seiten reichen aus, um diverse Welten entstehen zu lassen und den Wunsch zu erwecken, die Figuren auch einmal bei Tage kennenzulernen – wer weiß, vielleicht erschafft Steven Millhauser ja auch einmal den „Zaubertag“? Aus einer Novelle werden in „Zaubernacht“ viele noch viel kleinere, die sicher jede eine Novelle an sich wert wären.

Ich habe „Zaubernacht“ fast in einem Rutsch durchgelesen und möchte 4 Sterne vergeben. Ursprünglich sollten es 3,5 sein, doch beim Schreiben dieser Rezension viel mir außer dem Punkt, dass es nicht mein neues Lieblingsbuch werden wird, nicht viel mehr ein, was ich kritisieren möchte, daher ist dieser halbe Tag keines Abzuges wert. Die Novelle ist für all die empfehlenswert, die gerne in kurzen Erzählungen schwelgen und sich fallen lassen möchten – fallen lassen in eine Welt, die existiert, aber in „Zaubernacht“ dennoch surreal erscheint.

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Wolkenatlass avatar

Rezension zu "Ein Protest gegen die Sonne" von Steven Millhauser

Rezension zu "Ein Protest gegen die Sonne" von Steven Millhauser
Wolkenatlasvor 10 Jahren

Ein Protest gegen die Langeweile

Steven Millhauser, Pulitzer Preisträger und in den USA gefeierter Schriftsteller, ist im deutschsprachigen Raum noch ein relativ unbekannter Mann. Wenn es Gerechtigkeit in der Kunst gibt, wird sich das in den nächsten Jahren ändern.

"Ein Protest gegen die Sonne" ist ein großartiger Band mit innovativen und fantasiereichen Erzählungen. Da diese "Short Storys" aus mehreren Bänden ausgesucht wurden, ergibt sich so etwas wie ein "Best of Steven Millhauser" Effekt. In "Ein Protest gegen die Sonne" gibt es keine einzige schwache Erzählung.

Gefährliches Lachen, fliegende Teppiche, immer weiter ins Reich des (Un)Möglichen vordringende Messerwerfer, mit Froschfrauen verheiratete Freunde, ein nicht bis zum Ende geführter Suizid, Zauberer im Wien um 1900 und riesige Museen, in denen man sich verlieren kann, in denen es Räume mit echten Meerjungfrauen gibt, in denen täglich neue Räume dazukommen und Kaufhäusern, die in ihrer Megamanie kaum zu überbieten sind; das sind die Zutaten dieser Sammlung, die hie und da das Gefühl aufkommen lässt, Lewis Carrolls linke Gehirnhälfte hätte diese Geschichten mit Franz Kafkas rechter Gehirnhälfte zusammen geschrieben und ausgetüftelt. Vielleicht mit Thomas Pynchon, Jorge Luis Borges und Edgar Allan Poe als Paten im Hintergrund. Steven Millauser lotet die dunklen Zwischenräume des Menschen aus, er beleuchtet Ängste, er treibt seine Ideen zu literarischen Höhenflügen an und erreicht in diesen perfekten Erzählungen den Leser auf ganzer Länge.
Das, gekoppelt mit der überbordenden Fantasie und Fabulierkunst des Autors ergibt eine wunderbar originelle Stimme, die in der kleinen Form (Kurzprosa) zu den stärksten und wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur gezählt werden muss.

"Ein Protest gegen die Sonne" ist eine absolute Empfehlung Liebhaber von literarisch hochwertigen originellen Kurzgeschichten und ein mehr als überzeugender Protest gegen die Langeweile.

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