Steven Pinker

 4.5 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Gewalt, Aufklärung jetzt und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Steven Pinker

Weltbekannter Psychologe und Bestsellerautor: Der kanadische Autor Steven Pinker wurde 1954 in der English sprechenden, jüdischen Gemeinde in Montreal geboren. Nach seinem Experimentalspsychologe-Studium an der McGill Universität, zog er nach Cambridge, Massachusetts. In Harvard promovierte er und unterrichtete dort seitdem Psychologie. Zuvor hat er auch am MIT und in Stanford gelehrt. Er ist Kognitionswissenschaftler, Linguist und mehrfach ausgezeichneter Autor. Nicht nur für seine Bücher erhielt er Preise, sondern auch für seine Forschungen und Lehren. Er ist ein gewählter Mitglied der National Academy of Sciences, ein zweimaliger Finalist des Pulitzer Preises, ein Humanist des Jahres, einer der einflussreichsten Menschen der Welt und unter den Top 100 Intellektuellen der Liste der Foreign Policy. Er schreibt regelmäßig für die New York Times und The Guardian. Zu den bekanntesten Werken von Steven Pinker zählt "How the Mind works", "Der Sprachinstinkt", "Gewalt-Eine neue Geschichte der Menschheit" und "Das unbeschriebene Blatt". Pinker lebt mit seiner Frau, der Autorin und Philosophin Rebecca Goldstein, in Boston und Truro, Massachusetts.

Alle Bücher von Steven Pinker

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Gewalt

Gewalt

 (9)
Erschienen am 16.05.2013
Aufklärung jetzt

Aufklärung jetzt

 (3)
Erschienen am 26.09.2018
Das unbeschriebene Blatt

Das unbeschriebene Blatt

 (3)
Erschienen am 23.11.2017
Wie das Denken im Kopf entsteht

Wie das Denken im Kopf entsteht

 (1)
Erschienen am 01.11.2011
Der Sprachinstinkt

Der Sprachinstinkt

 (1)
Erschienen am 01.05.1998
Der Stoff, aus dem das Denken ist

Der Stoff, aus dem das Denken ist

 (0)
Erschienen am 20.02.2014
How the Mind Works

How the Mind Works

 (1)
Erschienen am 04.02.1999

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Rezension zu "Gewalt" von Steven Pinker

Nie war die Welt so friedlich wie heute.
PhilippWehrlivor 2 Jahren

Dieses Buch hat mir richtig gut getan! – Die Menschheit wurde über die Jahrhunderte und Jahrtausende immer friedlicher. Wir leben in der friedlichsten Zeit seit Menschengedenken. Diese Behauptung hat mich überrascht. Aber sie ist wohl begründet. In allen Bereichen unseres Lebens hat die Gewalt abgenommen: Nie gab es so wenige Kriege, nie gab es –im Verhältnis zur Bevölkerung- so wenige Kriegsopfer, nie so wenige Gewaltdelikte, nie so wenig Gewalt gegen Frauen und Kinder. In Pinkers Worten: „Der Rückgang der Gewalt dürfte die bedeutsamste und am wenigsten gewürdigte Entwicklung in der Geschichte unserer Spezies sein.“

Da schüttelt wohl manch ein Leser verwundert den Kopf. Aber schauen wir doch einige Beispiele an:
- Kleinkriminelle werden bei uns nicht mehr gekreuzigt.
- Katzenverbrennen ist keine Volksbelustigung mehr.
- Wir gehen mit unseren Kindern nicht mehr ins Amphitheater um mit ihnen beim blutigen Völkermord zuzuschauen.
- Der Kasperle im Kasperletheater bringt keine Babys mehr um.
- An unseren Strassenrändern stehen keine Galgen mit erhängten Dieben.
- Wir verbrennen keine Hexen mehr.
- Wir müssen nicht unseren Onkel ermorden, um Gemeindepräsident zu werden.
- Wir machen kein tödliches Duell, wenn der Nachbar sagt, mein Hund werde alt.
- Kriege bestehen nicht mehr darin, so viele Untertanen des Feindes wie möglich umzubringen und deren Ernte und Gebäude zu zerstören, um dem feindlichen Ritter die Einnahmequelle zu rauben.

Pinker belegt seine These aber nicht nur mit Einzelbeispielen, sondern auch mit einer ganzen Reihe sorgfältig ausgewerteter Statistiken. Dabei stellt sich die Frage, welche Zahlen relevant sind. Ist es schlimmer, wenn in einem Krieg 5'000 von 10'000 Menschen getötet werden, oder ist es schlimmer, wenn 50'000 von einer Million sterben? Als Soldat habe ich im zweiten Fall wesentlich bessere Überlebenschancen und das ist wohl, was mich in diesem Moment interessiert. Deshalb vergleicht Steven Pinker jeweils nicht die absoluten Zahlen (5'000 gegen 50'000), sondern die prozentualen Anteile (50% gegen 5%).

Was sagen also die Statistiken? – Eine Auswahl aus den reichen Daten:
- Unter den prähistorischen Leichen finden wir praktisch keine, die nicht Spuren von Gewalt trägt.
- Zwischen 14'000 und 1770 v.u.Z., bevor staatlich organisierte Gesellschaften entstanden, starben im Durchschnitt 15% der Menschen einen gewaltsamen Tod
- In Jäger- und Sammlergemeinschaften blieb der Anteil gewaltsamer Todesfälle bis in die jüngste Zeit auf diesem hohen Niveau.
- Bei vorstaatlichen Gesellschaften, in denen teils gejagt und gesammelt und teils Ackerbau betrieben wird, ist die Gewaltrate am höchsten: Im Durchschnitt sterben da 24,4% an Gewalt.
- Durch die Gründung von Staaten sank die Gewalt auf einen Drittel bis einen Fünftel: Nur noch 5% der Menschen wurden von anderen Menschen getötet.
- Seither ist die Gewaltquote stetig, mit einigen Rückschlägen, weiter gesunken. Die blutigsten Jahrhunderte Europas seit der Gründung moderner Staaten waren die Religionskriege im 17. Jh., als 2% der Bevölkerung durch Gewalt starben, und die zwei Weltkriege, in denen es 3% waren.
- Heute sind die Anteile der Kriegsopfer weltweit bei etwa 0,03%. Wenn man für die USA auch die Zivilpersonen dazu zählt, die durch eigene Landsleute umgebracht werden, kommt man auf 0,8%. In anderen westlichen Staaten sind es noch weniger.
- Die Morde in verschiedenen Gegenden von England vom 13. bis zum 20. Jahrhundert sind um den Faktor 10, 50 und in manchen Fällen um 100 zurückgegangen – zum Beispiel von 110 Morden pro 100'000 Einwohner pro Jahr im Oxford des 14. Jahrhunderts auf weniger als einen Mord pro 100'000 Einwohner Mitte des 20. Jahrhunderts in London.

Pinkers Botschaft ist aber natürlich nicht, dass wir uns nun beruhigt zurücklehnen sollten. Die heutige Gewalt wird nicht dadurch besser, dass es früher noch viel schlimmer war. Vielmehr analysiert er die Ursachen für die Gewalt und für die Verbesserungen und untersucht wie Kriege geschlichtet werden können. Als „fünf innere Engel“, die uns dabei helfen, ortet er:
1. Den Leviathan (vor Pinker kannte ich nicht einmal diesen Ausdruck): Eine solide Gesetzgebung und eine Polizei, von denen sich die breite Bevölkerung und auch die Minderheiten vertreten fühlen. Gar nicht gut zu sprechen ist Pinker dagegen auf die Kultur der 60er Jahre, in der die Forderung nach Ruhe und Ordnung als spiessbürgerlich verhöhnt wurde, was zu wesentlich mehr Gewalt führte.
2. Sanfter Handel: Kein vernünftiger Geschäftsmann wird seine Handelspartner und Kunden bekriegen.
3. Verweiblichung: Frauen sind friedlicher als Männer. Durch die Frauenbewegung wurde unsere Welt friedlicher.
4. Der sich erweiternde Kreis: Durch den internationalen Handel und den kulturellen Austausch sinkt die Bereitschaft, andere Völker zu bekriegen.
5. Rolltreppe der Vernunft: Menschen sind im Laufe der Zeit im Sinne der Aufklärung immer vernünftiger geworden. Pinker zeigt an einer Reihe von Hinweisen, dass Lesen (auch Romane), wissenschaftliches Denken und Allgemeinbildung friedfertig macht. Er sieht dabei einen Rolltreppen-Effekt: ist einmal ein erster Schritt in Richtung Vernunft getan, läuft die Entwicklung von alleine in diese Richtung weiter, sofern sie nicht durch eine massive Katastrophe rückgängig gemacht wird.

Es ist ein ausserordentliches, ein wichtiges Buch, weil es Dinge sagt, die sonst nicht gesagt werden. Ob man sich für die über 1000 Seiten Zeit nehmen will, ist eine andere Frage. Sicher wäre auch das ein Schritt zu mehr Friedfertigkeit.

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Rezension zu "Das unbeschriebene Blatt" von Steven Pinker

dekonstruieren
dominonavor 4 Jahren

Warum ist unser Gehirn bei der Geburt eben kein unbeschriebenes Blatt und was lässt und so krampfhaft an der Vorstellung festhalten, es wäre so? Pinker führt durch den wissenschaftlichen Urwald, was zu einer Menge Wissenschaftsblabla führt, aber wenn man durch die unterschiedlichen Theorien erstmal durch ist, kommt man zu sich selbst und Pinkers Dekonstruktion. Man braucht insgesamt einen langen Atem, aber es vermittelt Denkansätze, für die ich dem Autor dankbar bin.

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Rezension zu "Gewalt" von Steven Pinker

ein anderer Ansatz
dominonavor 4 Jahren

Pinker schreibt zwar wissenschaftlich, jedoch nicht trocken. Die gestellte Aufgabe ist keine leichte, deshalb ist das vorliegende Buch auch so umfangreich. Leider wird man zwischenzeitlich von den vielen Zahlen und Diagrammen erdrückt. Der Spagat zwischen wissenschaftlich-historisch und populär ist nur bedingt gelungen. Nichtsdestotrotz ist die Herangehensweise interessant mit Abstechern ins Philosophische. Ein Buch zum immer mal wieder drin schmökern, vergleichen und drüber nachdenken.

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Zusätzliche Informationen

Steven Pinker wurde am 18. September 1954 in Montreal (Kanada) geboren.

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